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APPLY - Bewerbungsphase 2024 der HfG Karlsruhe startet

Es ist wieder soweit: Vom 1. März – 30. April 2024 können sich
Studieninteressierte an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung (HfG)
Karlsruhe für das kommende Wintersemester 2024/25 bewerben.

Ob Kommunikationsdesign, Produktdesign, Medienkunst, Ausstellungsdesign +
Szenografie oder Kunstwissenschaft + Medienphilosophie – vom 1. März – 30.
April 2024 können sich Studieninteressierte an der Staatlichen Hochschule
für Gestaltung (HfG) Karlsruhe für das kommende Wintersemester 2024/25
bewerben.

Allen Studiengängen gemeinsam ist die fächerübergreifende, meist
projektbasierte Arbeit und eine individuelle Betreuung der Studierenden.

Die Kooperation mit dem Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) unterstreicht
und erweitert diese interdisziplinäre Ausrichtung. Zusätzlich zu den
eigenen Lehrangeboten vergibt die HfG regelmäßig Gastprofessuren und
Lehraufträge an internationale Künstler:innen und Wissenschaftler:innen.
Hinzu kommen weltweite Austauschprogramme sowie Partnerschaften mit
regionalen und internationalen Kultureinrichtungen und Hochschulen.

Die HfG ist kreative Werkstätte für rund 400 Studierende, die dank des
einzigartigen Lehr-, Forschungs- und Ausstellungskonzepts lernen über die
eigene Disziplin hinauszudenken und komplexe Themen zu erarbeiten. Somit
werden für die Arbeit in den Bereichen Kunst, Design und Theorie
bestmöglich ausgebildet.

Angestrebte Abschlüsse sind Diplom- oder Magisterabschlüsse, deren volle
Bologna-Kompatibilität gewährleistet ist und die international anerkannt
sind. Details zum Bewerbungsverfahren sowie Termine, werden auf der
Website der Hochschule unter hfg-karlsruhe.de/studium sowie ihren Social
Kanälen kommuniziert.

Alle wichtigen Infos zum Bewerbungsvorgang finden Interessierte online
unter:
https://hfg-karlsruhe.de/studium/bewerbung/

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Wie die Raumfahrt bei Gelenkkrankheiten hilft

FAU-Forschende finden bei ESA-Studie Veränderungen des Gelenkknorpels

Wie wirkt sich Bettlägerigkeit auf den Knorpel der Gelenke aus? Ein
interdisziplinäres Forschungsteam um PD Dr. Dr. Anna-Maria Liphardt vom
Uniklinikum Erlangen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
(FAU) hat durch die Teilnahme an einer von der Europäischen
Raumfahrtorganisation ESA und dem Deutschen Zentrum für Luft- und
Raumfahrt DLR geförderten Bettruhestudie hierzu neue Erkenntnisse
gewonnen. Die Arbeitsgruppe kam zu dem Schluss, dass eine Bettruhe mit
einer Dauer von 21 Tagen zum Abbau von Typ-II-Kollagen, einem wichtigen
Knorpelbestandteil, führen kann. Allerdings ist noch nicht klar, wie der
übermäßige Abbau von Typ-II-Kollagen die Funktion dieses Gewebes
beeinflusst. Die Arbeit wurde in der Fachzeitschrift „Osteoarthritis and
Cartilage“ veröffentlicht.*

Bettruhestudien sind ein wichtiges Instrument nicht nur für die
Raumfahrtforschung und die Frage, wie der Zustand der Schwerelosigkeit die
Gesundheit beeinflusst, sondern geben zum Beispiel auch Aufschluss
darüber, welche Auswirkungen körperliche Inaktivität auf den Zustand von
Menschen mit einer Erkrankung des Bewegungsapparats haben kann. Die
Erkenntnisse aus solchen Studien können zur Entwicklung von Behandlungen
beitragen, die einer Degeneration des Bewegungsapparats vorbeugen.

21 Tage strikte Bettruhe

Die Forschungsgruppe um PD Dr. Dr. Anna-Maria Liphardt,
Arbeitsgruppenleiterin am Lehrstuhl für Innere Medizin III, untersuchte in
einer Cross-over-Studie mit 12 gesunden männlichen Probanden, wie sich die
Konzentrationen von Markern für Typ-II-Kollagen im Blut und die
Ausscheidung dieses wichtigen Strukturbestandteils des Knorpels durch den
Urin während einer 21-tägigen Bettruhe veränderte. Zunächst wurden die
Daten der Teilnehmer während einer Dauer von sechs Tagen vor der Bettruhe
ermittelt, in der sie ganz normal aktiv waren. Daran schlossen sich 21
Tage strikte Bettruhe an, mit einer um 6 Grad gesenkten Kopfseite des
Bettes. Nur fürs Essen und aus Hygienegründen durften die Teilnehmer diese
Position kurzzeitig leicht verändern. Nach der Bettruhe wurden sie sechs
Tage lang weiter überwacht, während sie zu normaler Aktivität
zurückkehrten.

Während der drei unterschiedlichen Studien-Kampagnen mit 21-tägiger
Bettruhe erhielten die Teilnehmer entweder keine weitere Intervention, ein
sogenanntes resistives Vibrationstraining über ein horizontales
Vibrationstrainingsgerät oder resistives Vibrationstraining in Kombination
mit einer Nahrungsergänzung in Form von Molkenprotein und Bikarbonat.

Auswirkungen auf Typ-II-Kollagen

Schon nach wenigen Tagen Bettruhe stiegen die Konzentrationen der Marker
für den Abbau von Typ-II-Kollagen im Blut an. Das Gleiche galt für die
Ausscheidung von Typ-II-Kollagen über den Urin. Einige der Marker blieben
auch noch in den sechs Tagen nach der Bettruhe im Vergleich zum
Ausgangswert erhöht. Nahrungsergänzung und Vibrationstraining wirkten dem
Abbau von Typ-II-Kollagen nur minimal entgegen.

Die Forschenden schließen daraus, dass die Nichtnutzung des
Bewegungsapparats – egal, ob durch Erkrankung oder Verletzung – vermutlich
zu einer Veränderung des Gleichgewichts im Gelenkknorpelstoffwechsel
führt. Dies könnte möglicherweise die Belastungsfähigkeit des Knorpels
verringern. „Weitere Studien“, erklärt PD Dr. Dr. Liphardt, „sollten daher
die näheren Auswirkungen auf den Knorpel im Blick haben und Gegenmaßnahmen
entwickeln, damit Patientinnen und Patienten bei längerer Inaktivität, zum
Beispiel durch wiederkehrende Krankenhausaufenthalte, keine weiteren
Schäden davontragen.“ Das FAU-Forschungsteam will diese Fragen im Rahmen
einer 60-tägigen Bettruhestudie der ESA mit einer Besatzung der
Internationalen Raumstation ISS in Toulouse, Frankreich, gemeinsam mit
Prof. Dr. Anja Niehoff von der Deutschen Sporthochschule Köln und
internationalen Kooperationspartnern, weiter untersuchen. Die Studie wird
vom Institut für Raumfahrtmedizin und Physiologie (MEDES) durchgeführt.

* DOI: 10.1016/j.joca.2023.11.007

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#PULSEDAY: Wer seinen Puls fühlt, erfährt mehr über sein Herz

Niederschwellige Herz-Diagnostik: Pulsmessen kann Risiko unbemerkter
Rhythmusstörungen senken und liefert wichtige Informationen über das Herz.
Awareness-Kampagne #PULSEDAY am 1. März von Herzstiftung und
kardiologischen Fachgesellschaften soll helfen, Rhythmusstörungen
aufzudecken.

Herzrhythmusstörungen sind in Deutschland neben der koronaren
Herzkrankheit (KHK) und der Herzschwäche der häufigste Grund für eine
Aufnahme ins Krankenhaus. 1,5 bis 2 Millionen Menschen leiden allein an
Vorhofflimmern, der häufigsten anhaltenden Rhythmusstörung. Und 20 bis 30
Prozent der ischämischen Schlaganfälle gehen auf Vorhofflimmern zurück.
Solche und andere Rhythmusstörungen frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig
zu handeln, kann chronisches Leiden ersparen. Dass eine erste Kontrolle
sehr einfach durch eine Selbstmessung des Pulses am Handgelenk erfolgen
kann, steht im Zentrum der neuen Awareness-Kampagne #PULSEDAY. Diese
startet erstmals am 1. März und soll künftig jedes Jahr stattfinden. Infos
gibt es unter www.pulse-day.com  und über soziale Medien unter den
Hashtags #pulseday und #feelthepulse.
Die Kampagne der Deutschen Herzstiftung kooperiert eng mit der AG 1
Elektrophysiologie und Rhythmologie (AGEP) der Deutschen Gesellschaft für
Kardiologie (DGK). Partner auf europäischer Ebene ist die Europäische
Herzrhythmus-Gesellschaft (EHRA). Ziel ist es, das gesellschaftliche
Bewusstsein für die Bedeutung von Herzrhythmusstörungen zu stärken und
unerkannte – und somit unbehandelte – Rhythmusstörungen zu vermeiden. „Mit
dem #Pulseday wollen wir erreichen, dass junge wie ältere Menschen in der
Bevölkerung wissen, wie sie im Alltag ihren Puls richtig messen und über
diesen Weg auch mehr über Herzrhythmusstörungen erfahren“, erklärt der
Kardiologe Prof. Dr. Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der
Deutschen Herzstiftung. „Wer seinen Puls regelmäßig kontrolliert, kann bei
Unregelmäßigkeiten sofort reagieren und diese von seiner Ärztin oder Arzt
abklären lassen.“
Der #PULSEDAY findet am 1. März statt, „weil mindestens einer von drei
Menschen in Europa im Laufe seines Lebens Herzrhythmusstörungen
entwickelt, darunter am häufigsten Vorhofflimmern“, erläutert der
Kardiologe Prof. Dr. KR Julian Chun, Mitglied des EHRA-Boards und im
Gründungskomitee des #PULSEDAY. Der Spezialist für Rhythmusstörungen am
Cardioangiologischen Centrum Bethanien (CCB) Frankfurt am Main sieht „in
der Bevölkerung erhebliche Wissenslücken“ über Vorhofflimmern wie auch
über andere Arten von Herzrhythmusstörungen, die unbehandelt zu
Leistungseinbußen oder gar schwerwiegenden Komplikationen führen können.
„Das Bewusstsein dafür sollte daher dringlich gestärkt werden“, betont
Prof. Chun, Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Herzstiftung.
Deshalb finden deutschland- und europaweit Aktionen rund um das Thema Puls
und Herzrhythmus statt.

Rhythmusstörungen: Welche können harmlos sein, welche sind
lebensbedrohlich?
Das menschliche Herz schlägt 60- bis 80-mal pro Minute, mehr als
100.000-mal am Tag. Es überrascht daher wenig, dass es dabei gelegentlich
aus dem Takt kommt. Doch anhaltende oder häufige Rhythmusstörungen durch
Fehler in der elektrischen Steuerung des Herzens sind zum einen für die
Betroffenen belastend und beängstigend. Zum anderen schädigen sie auf
Dauer die Herzfunktion oder sie können sogar direkt lebensbedrohlich sein.
Daher ist es wichtig, die Rhythmusstörungen aus den Herzvorhöfen (z. B.
Vorhofflimmern) von denen aus den Herzkammern zu unterscheiden. So werden
Rhythmusstörungen aus den Herzkammern, die häufig durch strukturelle
Erkrankungen des Herzens begünstigt werden, schneller gefährlich. Das gilt
etwa für das Kammerflimmern. Dieses kann innerhalb von Sekunden zum Herz-
Kreislauf-Stillstand und unbehandelt nach wenigen Minuten zum Tod führen.
Solche Kammerrhythmusstörungen (ventrikulär) sind seltener als die
Rhythmusstörungen mit Ursprung in den Herzvorhöfen (supraventrikulär).
„Vorhofflimmern, der häufigste Vertreter der Rhythmusstörungen aus dem
Herzvorhof, erhöht allerdings das Risiko für Schlaganfälle und kann
langfristig zum Herzversagen durch eine zunehmende Herzschwäche führen“,
betont der Herzspezialist Prof. Voigtländer.

Den Puls im Alltag wahrnehmen: die #feelthepulse-Challenge
Den eigenen Puls zu kennen und mögliche Störungen frühzeitig zu erkennen,
ist daher wichtig, um Maßnahmen zu ergreifen, die vor den Folgen
unerkannter Rhythmusstörungen schützen. Mit Hilfe dieser Informationen
über den eigenen Puls lassen sich Anomalien des Herzrhythmus, also
mögliche Herzrhythmusstörungen, eher feststellen.
Bei der #feelthepulse-Challenge, die in den sozialen Medien zur Puls-
Selbstmessung aufruft, geht es darum, den Puls im Alltag bewusster
wahrzunehmen und kennenzulernen. Wie hoch ist unser Puls bei bestimmten
Aktivitäten wie Joggen, Musikhören oder Arbeiten? Gibt es besonders
stressige Situationen, die den Puls in die Höhe treiben? Oder wie lässt
sich der Puls wieder beruhigen? „Je besser wir unseren Puls kennen, umso
eher fallen uns mögliche Veränderungen und eventuelle
Herzrhythmusstörungen auf“, erklärt zur Challenge Prof. Dr. Roland Tilz,
Direktor der Klinik für Rhythmologie am Universitätsklinikum Schleswig-
Holstein in Lübeck (UKSH). Der Kardiologe ist im Gründungskomitee des
#PULSEDAY und Mitglied der AGEP. Durch eine anschließende Bewertung der
Rhythmusstörung durch ein Elektrokardiogramm (EKG) könne oft Entwarnung
gegeben werden. Das Pulsmessen ermögliche es unkompliziert und zügig,
grundlegende Informationen über die eigene Herzgesundheit zu erhalten, so
Prof. Tilz.
Der Puls liefert Aufschluss über
- die Anzahl der Pulsschläge pro Minute (Pulsfrequenz),
- die zeitliche Abfolge der Pulsschläge (Pulsrhythmus) und
- die Art des gefühlten Pulsschlages, also hart oder weich (Pulsqualität).

„Wer regelmäßig einen ungewöhnlich hohen oder niedrigen Puls feststellt
oder wenn Anzeichen von Herzproblemen auftreten, ist es ratsam, einen Arzt
aufzusuchen“, betont Tilz. Kommt es etwa häufiger zu einem Puls in Ruhe
von über 100 Schlägen pro Minute, sollte man das ärztlich abklären lassen.

Puls-Selbstmessung: So geht's
Wie jeder seinen Puls selbst ganz einfach messen kann, zeigen die
folgenden drei Schritte:
1. Tasten: Setzen Sie sich 5 Minuten ruhig hin. Legen Sie dann Zeige- und
Mittelfinger auf die Innenseite des Handgelenks an den äußeren Rand direkt
unter der Daumenwurzel und erspüren Sie dort den pulsierenden Herzschlag.
Ob linker oder rechter Arm, ist egal.
2. Zählen: Sobald Sie den Puls spüren, zählen Sie die Schläge 15 Sekunden
lang und vervierfachen Sie den Wert: Optimal sind in dieser Ruhesituation
dann 60-80 Schläge. Bei Unregelmäßigkeit: 1 Min. lang messen (Wert dann
nicht vervierfachen).
3. Aufpassen: Nicht den Daumen benutzen, um den Puls zu ertasten. Der
Daumen hat seinen eigenen Puls, und der ist oft so stark, dass er andere
Pulswellen überdeckt.
Ein Video zur Kampagne erläutert die Selbst-Pulsmessung unter www.pulse-
day.com

Apps und Geräte zur Pulsüberwachung: Wie sinnvoll?
Apps und Geräte zur Pulsüberwachung können in vielen Situationen sinnvoll
sein, etwa beim Fitness-Tracking zum Optimieren des Trainings:
Pulsüberwachungsgeräte können mit Puls- und Herzfrequenzüberwachung ein
Training im effektiven (aeroben) Herzfrequenzbereich sicherstellen. In der
Gesundheitsüberwachung zu Hause können Apps und Geräte zur Pulsüberwachung
bei Patient:innen mit Herzrhythmusstörungen oder anderen Herzproblemen
hilfreich sein. So lässt sich dank App oder Smartwatch auch ein
Vorhofflimmern, das nur sehr selten auftritt, direkt dokumentieren und dem
Arzt oder der Ärztin senden. Weitere Nutzungsbereiche sind das
Stressmanagement und die Schlafüberwachung. Weitere Infos:
https://herzstiftung.de/pulseday-nachgefragt
Apps und Geräte zur Pulsüberwachung können bei richtiger Anwendung
unterstützen, frühzeitig Anomalien aufzudecken, die auf
Gesundheitsprobleme – insbesondere im Bereich der Herzgesundheit –
hinweisen. Sie sollten jedoch nicht als Ersatz für professionelle
medizinische Beratung dienen. Die Genauigkeit solcher Geräte und Apps kann
stark variieren und nicht alle sind für medizinische Zwecke zugelassen.
Die Expert:innen von Herzstiftung und AGEP/DGK/EHRA raten daher, möglichst
qualitativ hochwertige Geräte von vertrauenswürdigen Herstellern zu
verwenden, die zum Beispiel als Medizinprodukt zugelassen sind. „Die EKG-
Dokumentation der Wearables sollte immer nochmals von ärztlicher Seite
beurteilt werden, um die Diagnose sicherzustellen“, betont der
Herzstiftungs-Vorstandsvorsitzende Prof. Voigtländer.

Risiko für Rhythmusstörungen steigt mit dem Alter
Herzrhythmusstörungen können in jedem Alter auftreten. Doch mit
zunehmendem Lebensalter steigt zum Beispiel die Wahrscheinlichkeit für das
Auftreten der häufigsten Herzrhythmusstörung, dem Vorhofflimmern,
überproportional an. So hat jeder Zehnte über 70 Jahren Vorhofflimmern.
Besonders Menschen ab 65 und Herzranke sollten daher bei Routinekontrollen
beim Arzt oder der Ärztin ihren Herzschlag mittels Pulsmessung prüfen
lassen. Zudem können gerade für sie Apps und Geräte mit Pulsüberwachung
hilfreich im Alltag sein.

Typische Symptome für Vorhofflimmern
Herzrhythmusstörungen zeigen sich mit sehr unterschiedlichen Symptomen.
Manche Betroffene versetzt ein plötzlich unregelmäßiger oder schneller
Herzschlag regelrecht in Panik. Bei anderen Betroffenen treten hingegen
trotz Rhythmusstörung keinerlei Beschwerden auf. Dauert das Vorhofflimmern
mehrere Stunden oder Tage, spüren Betroffene häufig jedoch eine allgemeine
Leistungsschwäche.
Merke: Herzstolpern und Herzrasen sind oft verbunden mit
- innerer Unruhe und Angst
- einem unregelmäßigen und beschleunigten Puls (oft über 100
Schläge/Minute)
- einer Neigung zu schwitzen
- Luftnot bei Belastung
- Leistungsschwäche
- Schwindelattacken
- Schmerzen in der Brust
- kurzzeitiger Bewusstlosigkeit (Synkope)

Bei Herzpatient:innen, deren angeschlagenes Herz die Rhythmusstörung
schlechter verträgt, sind Luftnot bei Belastung, Brustschmerzen und
Schwindel besonders häufig. Bei diesen Symptomen sollte man sofort Ärztin
oder Arzt aufsuchen! Sie oder er kann mit einem Elektrokardiogramm (EKG),
Langzeit-EKG oder Ereignis-Rekorder klären, ob das Herzstolpern nur eine
harmlose Unregelmäßigkeit des Herzschlags ist, ob Vorhofflimmern vorliegt
oder auch eine andere kardiale Ursache.
(wi/ne)

#PULSEDAY: Jetzt mitmachen!
Wer kann mitmachen? Wie kann ich mitmachen? Wo finde ich Material für
Social-Media-Aktionen und Veranstaltungen?
Ziel des #PULSEDAY ist es, Menschen die Puls-Selbstmessung und ihre
Bedeutung für die Herzgesundheit einfach und alltagsnah zu vermitteln. Wie
wird der Puls korrekt gemessen? Warum ist dies so wichtig und was kann der
gemessene Wert über die Gesundheit aussagen? Der #PULSEDAY am 1. März
jeden Jahres dient dabei als kommunikativer Höhepunkt. Wir laden herzlich
dazu ein, der Kampagne in den sozialen Medien zu folgen, aktiv die Mission
zu unterstützen und an der Challenge teilzunehmen. Denn: Jede Mithilfe
trägt dazu bei, das Bewusstsein für Herzrhythmusstörungen zu schärfen und
damit Erkrankungen des Herzens früh zu erkennen. #PULSEDAY mit Infos,
Tipps für Aktionen und Kampagnen-Vorlagen (Social Media-Templates,
Plakate) zum Herunterladen ist zu finden auf www.pulse-day.com
#PULSEDAY ist zu finden auf Instagram, Twitter/X, Linkedin und Tiktok

Die kostenfreie Pulskarte zur Pulsmessung (Scheckkartengröße) kann
angefordert werden unter www.herzstiftung.de/puls-messen oder per Tel.
unter 069 955128-400.

Weitere wissenswerte Facts zum Thema Puls
- Als Faustregel für den Ruhepuls gilt: Kommt es häufiger zu über 100
Schlägen pro Minute in Ruhe, sollte man das ärztlich abklären lassen.
Unter 40 Schläge pro Minute gelten als zu niedrig, kommen Beschwerden wie
Schwindel, Müdigkeit, Atemnot oder gar Ohnmacht hinzu, sollte auch hier
ein Arzt aufgesucht werden.
- Der Ruhepuls eines gesunden Menschen – also der Puls, der im Sitzen oder
Liegen zu messen ist – liegt bei 60 bis 80 Schlägen pro Minute.
- Frauen haben einen höheren Ruhepuls als Männer. Das Herz der Frauen
schlägt um durchschnittlich drei Schläge pro Minute schneller.
- Mit dem Lebensalter sinkt der Ruhepuls: Mit 80 Jahren schlägt das Herz
im Schnitt drei bis vier Schläge pro Minute langsamer als mit 50.
- Menschen mit starkem Übergewicht (BMI über 40) haben etwa fünf
Herzschläge mehr pro Minute.
- Bei körperlicher Anstrengung steigt der Puls (Belastungspuls). Gesunde
Menschen sollten in der Regel einen Puls von 220 minus Lebensalter nicht
überschreiten.

(Quelle: Deutsche Herzstiftung (Hg.), Turbulenzen im Herzen:
Vorhofflimmern, 2022)

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Bio-Milchviehhaltung: Lösungen für das Kälberproblem

Studie der Uni Hohenheim: Wissen über Zusammenhang zwischen Milch und
Geburt von Kälbern in Bevölkerung schwach ausgeprägt / Qualitätsmerkmal:
rotes Kalbfleisch

Wissensvermittlung, Förderung der Nachfrage und Unterstützung durch die
Politik – dies sind nach Erkenntnissen der Universität Hohenheim in
Stuttgart nur einige Ansätze, um das sogenannte Kälberproblem zu lösen.
Denn die zunehmende Produktion von Bio-Milch führt dazu, dass immer mehr
Bio-Kälber geboren werden. Ein Zusammenhang, der vielen Menschen gar nicht
bewusst ist, so das Ergebnis einer Untersuchung der Universität. Noch
weniger verbreitet ist jedoch das Wissen, dass für diese Bio-Kälber so gut
wie kein Markt existiert. Die Folge: Die Tiere werden größtenteils an
konventionell arbeitende Betriebe verkauft. Zusammen mit der Hochschule
für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU), haben Hohenheimer
Forschende im Projekt „WertKalb“ Lösungen für dieses Kälberproblem
erarbeitet.

Die Zunahme der Milchproduktion führt dazu, dass immer mehr Kälber geboren
werden. Denn um kontinuierlich Milch zu geben, müssen Kühe einmal im Jahr
ein Kalb zur Welt bringen. „Diese Kälber erfahren weder unter ethischen
noch ökonomischen Aspekten eine Wertschätzung“, bedauert Prof. Dr. Mizeck
Chagunda vom Fachgebiet Tierhaltung und Tierzüchtung in den Tropen und
Subtropen an der Universität Hohenheim.

Vor allem männliche, aber auch überzählige weibliche Jungtiere, die nicht
zum Erhalt des Bestandes an Milchkühen benötigt werden, werden im Alter
von wenigen Wochen verkauft und nach Norddeutschland oder ins Ausland
transportiert, um dort gemästet zu werden. In besonderem Maß trifft dies
auf ökologisch wirtschaftende Milchviehbetriebe zu: Aktuell werden auf
Bio-Betrieben in Baden-Württemberg jährlich über 22.000 überzählige Kälber
geboren.

Für die Tiere bedeutet dies nicht nur lange Transporte, sie verlassen in
der Regel auch die regionale Bio-Wertschöpfungskette, da sie meist an
konventionell arbeitende Mastbetriebe verkauft werden. Sowohl für Bio-
Landwirt:innen als auch für Menschen, die Bio-Produkte kaufen, eine
unbefriedigende Situation.

Suche nach Lösungsansätzen: Alle müssen an einem Strang ziehen

Nach den Erkenntnissen der Forschenden liegt die Hauptursache in der
Spezialisierung der Milchviehbetriebe: „Sie hat zu einer Entkopplung des
riesigen Milchmarkts und des vergleichsweise winzigen Fleischmarkts
geführt: Die Nachfrage nach Bio-Milch ist ungleich höher als nach Bio-
Kalb- und -Rindfleisch“, erklärt Josephine Gresham, Koordinatorin der
Projektes „Innovative Strategien für eine ethische Wertschöpfung der
Kälber aus der ökologischen Milchviehhaltung“, kurz „WertKalb“.

Doch wie kann dieses Problem gelöst werden? Gemeinsam mit Bio-
Landwirt:innen, Bio-Verbänden, Erzeuger- und Absatzgemeinschaften und
einzelnen Fachleuten entwickelten Forschende der Universität Hohenheim und
der HfWU Strategien entlang der gesamten Wertschöpfungskette der
Milchviehhaltung – angefangen bei der Tierzüchtung über die Tierhaltung
bis zur Vermarktung.

„So ein Vorhaben kann nur gelingen, wenn alle an einem Strang ziehen und
bereit sind, konstruktiv zusammen zu arbeiten“, betont Projektleiter Prof.
Dr. Chagunda. Insgesamt beteiligten sich 21 Betriebe und Organisationen an
dem Verbundprojekt. Der Fokus lag dabei auf den Bio-Musterregionen
Ravensburg, Biberach, Hohenlohe und Freiburg.

Maßnahmen-Katalog

Die Forschenden erarbeiteten einen ganzen Katalog an Maßnahmen. Angefangen
bei Wegen, erst gar nicht so viele Kälber zu erzeugen: „Wenn in rund 13
Prozent der baden-württembergischen Betriebe die Zeit zwischen den
einzelnen Geburten nur um drei Monate erhöht würde, so kämen circa sieben
Prozent weniger Kälber auf die Welt, ohne dass die Milchleistung
wesentlich verringert wird“, so Josephine Gresham. Dies ließe sich noch
steigern: „Es könnten sogar 14 Prozent weniger sein, würde die Zeit um
sechs Monate erhöht.“

Es folgen Ansätze, um die Mast interessanter zu machen. Dies können unter
anderem Zweinutzungsrassen sein, die sowohl Milch als auch Fleisch
liefern, aber auch sogenannte Gebrauchs- oder Kreuzungszüchtungen, bei
denen die Kälber schneller an Gewicht zunehmen und eine bessere
Fleischqualität aufweisen. Eine stressfreie Schlachtung im
Herkunftsbetrieb verbessert die Fleischqualität zusätzlich. Zum
Maßnahmenkatalog: https://oekolandbauforschung-bw.uni-
hohenheim.de/wertkalb_hintergrund

Jeder Betrieb muss eigenen Weg finden – Politik gefordert

„Es kann jedoch nicht eine Strategie für alle Betriebe geben, sondern
jeder landwirtschaftliche Betrieb muss individuell eine für sich passende
Strategie entwickeln“, fasst Josephine Gresham zusammen. „Auch die Politik
ist gefordert, sinnvolle und für Landwirt:innen einhaltbare
Rahmenbedingungen zu setzen, die Spielraum für die individuellen
Gegebenheiten des betreffenden Betriebs lassen.“

Problematik in der Bevölkerung weitgehend unbekannt

Ein entscheidender Punkt bei allen Maßnahmen sind jedoch die
Verbraucher:innen: Nur wenn sie das Fleisch kaufen und konsumieren, können
sich die Aufzucht der Kälber und weitere Investitionen für die
Landwirt:innen lohnen. Information und Aufklärungsarbeit sind nach
Erkenntnissen der Forschenden ein wichtiger Schlüssel dazu.

Denn eine für Süddeutschland repräsentative Online-Umfrage unter 918
Teilnehmenden brachte überraschende Ergebnisse: Zwar wussten 63 Prozent
der Befragten, dass Kuh und Kalb oft unmittelbar nach der Geburt
voneinander getrennt und junge Kälber häufig über lange Strecken
transportiert werden.

Jedoch sind Label, wie zum Beispiel „Zeit zu zweit – für Kuh + Kalb“, die
für Produkte vergeben werden, bei denen die Kälber die ersten Lebensmonate
bei der Mutter verbringen, weitgehend unbekannt. Auch andere Praktiken,
das Problem des geringen Marktwertes der überschüssigen Bio-
Milchviehkälber sowie die geringe Nachfrage nach Bio-Rindfleisch kannten
nur sechs Prozent der Teilnehmenden.

„Vielen Menschen scheint der Zusammenhang zwischen Milch und Rind- bzw.
Kalbfleisch nicht bewusst zu sein“, sagt Studienautorin Mareike Herrler
vom Fachgebiet Angewandte Ernährungspsychologie der Universität Hohenheim.
„Eventuell verdrängen sie diese Tatsache aber auch, um Schuldgefühle beim
Kauf von Milchprodukten zu vermeiden.“

Tierwohl wichtig – Geschmack und Geld noch wichtiger

Denn die meisten Menschen sorgen sich um das Wohlergehen von Milchkälbern
und empfinden Mitgefühl für diese Tiere. So ist das Tierwohl eines der
wichtigsten Motive für den Kauf von Bio-Lebensmitteln: „Vor allem
Personen, die sich der Probleme in der Tierhaltung bewusst sind, kaufen
häufiger Bio-Milch und -Milchprodukte – möglicherweise in dem Glauben,
damit einen Beitrag zum Tierwohl zu leisten“, so Mareike Herrler.

„Tatsächlich ist den Menschen der Geschmack der Produkte jedoch noch
wichtiger und sie müssen sich die meist teureren Produkte auch leisten
können“, fasst die Expertin ein anderes Ergebnis ihrer Studie zusammen. So
konsumierten Befragte mit einem höheren Haushaltsnettoeinkommen sowohl
Bio-Lebensmittel insgesamt als auch Bio-Milch und -Molkereiprodukte
häufiger.

Wissen vermitteln – Nachfrage fördern

Gezielte Informationen über die Problematik und zu möglichen Lösungen
fördert die Kaufbereitschaft für ethisch hergestellte Milch- und
Fleischprodukte: „Die Menschen sind durchaus gewillt, ihren Teil zum
Tierwohl beizutragen. Aber sie brauchen Anreize und die richtige Form der
Informationen“, erklärt Prof. Dr. Nanette Ströbele-Benschop vom Fachgebiet
Angewandte Ernährungspsychologie.

So erwartet die Kundschaft bei Kalbfleisch beispielsweise vor allem
helles, zartes Fleisch. Doch qualitativ hochwertiges Fleisch von Kälbern,
die nach geltenden Tierwohlstandards aufgezogen werden, ist deutlich rot
gefärbt. „Hier muss darauf hingewiesen werden, dass rotes Kalbfleisch
sogar ein Qualitätsmerkmal ist“, sagt Prof. Dr. Chagunda, „denn es enthält
mehr ungesättigte Fettsäuren und besitzt eine wertvollere Proteinstruktur
als helles Fleisch.“

Einen guten Ansatzpunkt die Nachfrage nach Bio-Kalbfleisch zu erhöhen
sehen die Forschenden in der Betriebsgastronomie, wie beispielsweise in
Kantinen, Mensen und Cafeterien. Hier bietet sich die Möglichkeit, bereits
verarbeitete Gerichte aus Bio-Kalbfleisch zu probieren und sich
gleichzeitig zu informieren. In einem Pilotversuch wurde das Angebot gut
angenommen und die Kantinenleitung will auch in Zukunft Bio-Produkte
bevorzugt anbieten. „Trotzdem ist es wichtig, dass das Fleisch auch im
Supermarkt um die Ecke zu finden ist“, unterstreicht Mareike Herrler.

HINTERGRUND: Projekt WertKalb – Innovative Strategien für eine ethische
Wertschöpfung der Kälber aus der ökologischen Milchviehhaltung

WertKalb ist eines von vier Projekten im Forschungsprogramm Ökologischer
Landbau, das die Landesregierung von Baden-Württemberg ins Leben gerufen
und finanziell gefördert hat. Koordiniert wird das Programm vom
Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau an der Universität Hohenheim.

Ziel des Projektes war es, Antworten auf die drängende Frage zu liefern,
wie eine tierethisch vertretbare, nachhaltige und den Prinzipien des
ökologischen Landbaus konforme Entwicklung der Branche gestaltet werden
kann. Somit trägt das Projekt zur Verringerung des Kälberproblems bei und
unterstützt sowohl die Weiterentwicklung und Stärkung des ökologischen
Landbaus als auch die landwirtschaftliche und gesellschaftliche
Transformation in Richtung Nachhaltigkeit und verstärktem Bio-Konsum.

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