Zum Hauptinhalt springen

Valerius-Preis würdigt herausragenden Fachartikel über Versorgungs- Konzepte von Frailty-Patienten im Akutbereich

Denise Schindele, Fachbereichsleitung für die Weiterbildungen in der Intensivpflege, Anästhesie und Intermediate Care Pflege an der RKH Akademie, Klinikum Ludwigsburg
Denise Schindele, Fachbereichsleitung für die Weiterbildungen in der Intensivpflege, Anästhesie und Intermediate Care Pflege an der RKH Akademie, Klinikum Ludwigsburg

Denise Schindele, Fachbereichsleitung für die Weiterbildungen in der
Intensivpflege, Anästhesie und Intermediate Care Pflege an der RKH
Akademie, Klinikum Ludwigsburg, wurde gestern von der Deutschen
Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und
dem Deutschen Ärzteverlag für den besten Fachbeitrag der Pflege- und
Gesundheitsfachberufe mit dem Valerius-Preis ausgezeichnet.

Unter dem Titel „Prähabilitation – ein Konzept für Patient:innen mit
Frailty im perioperativen Bereich?“, erschienen 2023 im DIVI-Magazin des
Deutschen Ärzteverlags, machten sie und ihr Co-Autor, Dr. Tilmann Müller-
Wolff, in einer Übersichtsarbeit deutlich: Um die Versorgungslage für
ältere, gebrechliche Patienten vor dem Hintergrund des demografischen
Wandels zu verbessern, braucht es multimodale Konzepte – und weiteren
Forschungsbedarf.

„Diese Übersichtsarbeit ist ein relevanter Teilaspekt meiner eigenen
Forschungsarbeit – ich beschäftige mich schon seit längerer Zeit mit dem
Thema Frailty und wie wir dieser Herausforderung begegnen können“, erklärt
Denise Schindele. Es gibt noch keine allgemeingültige Definition von
Frailty in der Anästhesie und Intensivmedizin. Kennzeichnend ist allgemein
ein Zustand stark reduzierter physiologischer Reserven, was zum Beispiel
das Risiko, während des Krankenhausaufenthalts zu versterben, erhöht.
Derzeit existieren noch keine einheitlichen Screening-Instrumente zur
Bestimmung von Frailty, da sich das Syndrom sehr individuell und komplex
äußern kann. Daher wird es in der klinischen Praxis nicht regelmäßig
erhoben. „In Anbetracht des demografischen Wandels werden zunehmend ältere
Menschen mit Frailty in unsere Kliniken kommen und darauf sind wir de
facto noch nicht ausreichend vorbereitet. Wir müssen Konzepte auch für den
Akut-Bereich entwickeln, um das postoperative Outcome von diesen
Risikopatienten zu verbessern. Die Prähabilitation kann dabei ein
hilfreiches Konzept sein“, erklärt Schindele.

Eindeutige Evidenz fehlt noch

Der Übersichtsartikel soll dazu beitragen, den dafür nötigen
wissenschaftlichen Diskurs aufrechtzuerhalten und das Thema
voranzutreiben. Anfang 2023 wurde dafür eine systematische
Literaturrecherche durchgeführt, die die bestehende Evidenz von
multimodalen Prähabilitationskonzepten auf das Outcome von Frailty-
Patienten untersuchte. Die Bausteine solcher Konzepte reichen von
körperlichem Training und psychologischer Unterstützung über die
Verbesserung des Ernährungszustands bis hin zur Optimierung von
Vorerkrankungen. Die Recherche ergab: Die untersuchten Konzepte
unterscheiden sich stark und einzelne Untersuchungsbausteine zeigen auch
positive Effekte auf das Outcome – eine eindeutige Evidenz gibt es aber
noch nicht.

Weitere Forschung für praxistaugliches Konzept nötig

Es besteht also noch weiterer Forschungsbedarf, um zukünftig einheitliche
Empfehlungen zur Versorgung von Patienten mit Frailty zu etablieren.
Wünschenswert wäre ein möglichst umfassendes und praxistaugliches Konzept,
mit dem die jeweils vorhandenen Defizite eines Frailty-Patienten einfach
getestet und die dann mit gezielten Maßnahmen behandelt werden: So, dass
die betroffene Person optimal auf die Operation vorbereitet ist und das
genannte Risiko gesenkt wird. Bis ein solches Konzept entwickelt worden
ist, helfen laut Denise Schindele oft schon pragmatische Lösungen: „In der
Praxis besteht häufig Unsicherheit, welches Assessment-Instrument genutzt
werden kann, weil es so viele gibt. Ich würde empfehlen, die Instrumente
zu nutzen, bei denen man sich sicher fühlt und die man auch gut in die
tägliche Routine einbauen kann. Wichtig ist, dass bei Frailty-Patienten
überhaupt erstmal mehr gescreent wird. Also: Sich einfach mal trauen und
alert sein für diese Gruppe!“

Valerius-Preis fördert Forschungsbeiträge der Pflege- und
Gesundheitsfachberufe

Die DIVI hat den Valerius-Preis erstmals 2013 vergeben. Die Namensgeberin
Therese Valerius war selbst eine Pflege-Pionierin: Sie legte den
Grundstein der heutigen Fachweiterbildungen, indem sie ein
Weiterbildungskonzept entwickelte und 1972 an der Uniklinik Mainz den
ersten Weiterbildungslehrgang „Anästhesie und Intensivpflege“ ins Leben
rief. Nun ehrt der Valerius-Preis neue Pionierinnen und Pioniere der
Gesundheitsfachberufe für herausragende Forschungsarbeiten. Die Jury setzt
sich zusammen aus Pflegeexperten im Herausgebergremium der DIVI-
Zeitschrift, Mitgliedern der DIVI-Sektion Pflegeforschung und
Pflegequalität sowie der Sektion Physiotherapie. Der Valerius-Preis ist
verbunden mit einer Fördersumme von 1.500 Euro.

  • Aufrufe: 35

Wasseraufbereitung in Zeiten des Klimawandels – mehr Physik beim Umweltschutz

Acht Technologien zur Wasseraufbereitung, die einzelnen und auch miteinander kombiniert getestet werden, sind im Demonstrator verbaut  INP
Acht Technologien zur Wasseraufbereitung, die einzelnen und auch miteinander kombiniert getestet werden, sind im Demonstrator verbaut INP

Frischwasser gehört zu den
wertvollsten Ressourcen auf unserer Erde. Nur etwa drei Prozent des
weltweit verfügbaren Wassers ist Süßwasser. Immer extremer werdende
Wetterverhältnisse wie Hitze und Dürren zeigen, dass es ein kostbares Gut
ist. Gleichzeitig steigt der Bedarf für Frischwasser seitens der
Wirtschaft und der Industrie. Denn für die Herstellung von Lebensmitteln
wird enorm viel Wasser benötigt, das dann als Ab- bzw. Prozesswasser
aufwändig – meist chemisch und kostspielig – gereinigt werden muss.

Forscherinnen und Forscher im Projekt PHYSICS & ECOLOGY unter der Leitung
von Dr. Marcel Schneider vom Leibniz-Institut für Plasmaforschung und
Technologie e.V. (INP) in Greifswald haben nun sehr gute Ergebnisse
erzielt: Physikalische Methoden wie Plasma sind in Bezug auf die
Dekontamination von Ab- bzw. Prozesswasser konkurrenzfähig zu etablierten
Methoden wie Ozonung, UV-Behandlung oder Aktivkohle. Die
Konkurrenzfähigkeit bezieht sich sowohl auf ihre Behandlungseffektivität
gegenüber Keimen und Pestiziden, als auch auf ihre Kosteneffizienz. Dr.
Marcel Schneider erklärt hierzu: „Die Ergebnisse bestärken uns in unserer
Annahme, dass innovative physikalische Verfahren wie zum Beispiel Plasma
zur Dekontamination von Wasser eine Alternative zu herkömmlichen Methoden
sein können. Wir sind damit dem Ziel, Wasser von Agrarchemikalien zu
reinigen, aufzubereiten und wieder zurückzuführen, einen großen Schritt
nähergekommen.“

Im Rahmen des durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung
geförderten Bündnisses PHYSICS FOR FOOD, das die Hochschule Neubrandenburg
mit dem INP und Wirtschaftspartnern in insgesamt sieben Leitprojekten auf
den Weg gebracht hat, wird an physikalischen Alternativen in der Land- und
Ernährungswirtschaft geforscht. Das Ziel: In der Landwirtschaft und bei
agrartechnischen Produktionsprozessen soll weniger Chemie gebraucht bzw.
die Umwelt dadurch weniger belastet werden. Es geht um mehr Physik beim
Klima- und Umweltschutz.

Seit Dezember 2021 ist das Projekt aus dem Labor in die Quasi-Wirklichkeit
verlegt worden. Der Projektpartner Harbauer GmbH aus Berlin hat einen
Demonstrator konstruiert, in dem sich 1:1 die Prozesse nachbilden lassen,
die nötig sind, um durch verschiedene physikalische Verfahren aus Abwasser
wieder Frischwasser zu machen.

Im Demonstrator wird mit acht Technologien gearbeitet. Dabei sind
Spaltrohr, Kiesfilter, Ultrafiltration, UV-Behandlung, Ozon und
Aktivkohlefilter die bereits für eine Wasseraufbereitung etablierten
Technologien, während es den Einsatz von Plasma und zusätzlich Ultraschall
– als insgesamt zwei vielversprechende Verfahren – noch weiter zu
optimieren gilt. Mit diesen Methoden sollen neue Wege beschritten werden.
Es gibt aktuell im Übrigen kaum Anlagen in der Größenordnung des
Demonstrators, bei denen diese innovativen Technologien mit den
etablierten Verfahren verglichen aber auch kombiniert werden können, und
die bei einem hohen Durchsatz die Behandlung unter realistischen
Bedingungen ermöglichen.

Seit kurzem steht dieser Demonstrator in Stralsund. Die Braumanufaktur
Störtebeker GmbH hat hierfür einen Teil ihres Brauereigeländes und ihr
Prozesswasser zur Verfügung gestellt. Dort sollen insgesamt ein Kubikmeter
Wasser pro Stunde – also so viel wie fünf gefüllte Badewannen – durch den
Demonstrator laufen, der in einem 20 Fuß-Schiffscontainer untergebracht
ist. Thomas Ott, Betriebsleiter der Störtebeker Braumanufaktur, erklärt
hierzu: „Unsere Brauerei zeichnet sich durch innovative Brauspezialitäten
mit den besten Rohstoffen aus. Wasser spielt im gesamten
Produktionsprozess eine herausragende Rolle. Wir sind sehr daran
interessiert, unseren Beitrag für Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu
leisten und Frischwasser einzusparen, indem es insbesondere durch eine
physikalische Aufbereitung wiederverwendet werden kann.“

Die Braumanufaktur in Stralsund ist dabei der zweite Standort des
Demonstrators. Die ersten vielversprechenden Ergebnisse konnten auf dem
Gelände der rübenverarbeitenden Fabrik in Anklam, der Cosun Beet Company
GmbH & Co. KG (CBC Anklam), erzielt werden. Im Demonstrator ist das
Prozesswasser behandelt worden, das nach dem Waschen der Zuckerrüben
angefallen war. Miriam Woller-Pfeifer, Betriebsingenieurin bei der CBC
Anklam, resümiert nach dem Einsatz des Demonstrators: „Unser Ziel ist eine
komplette Kreislaufwirtschaft bei der Verarbeitung von Zuckerrüben. Wir
wollen sämtliche Bestandteile optimal und nachhaltig nutzen. Die
Wasseraufbereitung ist dabei ein zentraler Punkt in unserer
Nachhaltigkeitsstrategie. Die erzielten Ergebnisse stimmen uns dahingehend
sehr optimistisch.“

Über PHYSICS FOR FOOD

Die Hochschule Neubrandenburg, das Leibniz-Institut für Plasmaforschung
und Technologie e.V. (INP) und Wirtschaftsunternehmen starteten im Jahr
2018 das Projekt ‚PHYSICS FOR FOOD – EINE REGION DENKT UM!‘. Das Bündnis
entwickelt seitdem gemeinsam mit zahlreichen weiteren Partnern neue
physikalische Technologien für die Landwirtschaft und
Lebensmittelverarbeitung. Dabei kommen Atmosphärendruck-Plasma, gepulste
elektrische Felder und UV-Licht zum Einsatz.
Ziel ist es, Agrarrohstoffe zu optimieren und Schadstoffe in der
Lebensmittelproduktion zu verringern, chemische Mittel im Saatgut-Schutz
zu reduzieren und die Pflanzen gegenüber den Folgen des Klimawandels zu
stärken. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen
der Initiative ‚WIR! – Wandel durch Innovation in der Region‘ gefördert
(Förderkennzeichen 03WIR2810).

  • Aufrufe: 37

Dritter Lernort zwischen Theorie und Praxis: Das neue Skills- und Simulationslabor für angehende Hebammen

Angehenden Hebammen stehen im dualen Studiengang Hebammenwissenschaft an der Hochschule Osnabrück im neuen Skills- und Simulationslabor unter anderem computergesteuerte Ganzkörpersimulatoren in zwei Kreissälen zur Verfügung.  Oliver Pracht  Hochschule Osnabrück/ Oliver Pracht
Angehenden Hebammen stehen im dualen Studiengang Hebammenwissenschaft an der Hochschule Osnabrück im neuen Skills- und Simulationslabor unter anderem computergesteuerte Ganzkörpersimulatoren in zwei Kreissälen zur Verfügung. Oliver Pracht Hochschule Osnabrück/ Oliver Pracht

Hochmoderne Trainingsräume für den dualen Studiengang Hebammenwissenschaft
an der Hochschule Osnabrück feierlich eröffnet

Hebammen sind die Expert*innen für die Versorgung von Frauen und Familien
in der Lebensphase von Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und früher
Elternzeit. Sie fördern die physische und psycho-soziale Gesundheit und
leisten damit einen gesellschaftlich relevanten Beitrag für Frauen und
ihre Familien. Damit sie an diese komplexen Aufgaben herangeführt und
geschützt in diese verantwortungsvolle Tätigkeit hineinwachsen können,
entwickelten Verantwortliche der Hochschule Osnabrück ein 500 Quadratmeter
großes Skills- und Simulationslabor, kurz Skills Lab, im Osnabrücker
Wissenschaftspark. Im Beisein von Professorin Dr. Tina Cornelius-Krügel,
Leiterin der Abteilung Hochschulen im niedersächsischen
Wissenschaftsministerium wurde der neue Lernort jetzt offiziell eröffnet.

„Mit dem Skills Lab verfügt die Hochschule Osnabrück über einen weiteren
innovativen Lehr- und Lernort für simulationsbasiertes Lernen und
praxisnahes Studieren. Damit erreichen wir eine noch höhere Qualität der
Ausbildung. Es freut mich, dass wir dieses Projekt mit Unterstützung des
Landes Niedersachsen realisieren konnten,“ unterstrich Hochschulpräsident
Prof. Dr. Andreas Bertram.

Rund 500.000 Euro steuerte das Ministerium für den Bau des Skills Labs
bei, die Hochschule investierte weitere 400.000 Euro. „Ich freue mich
besonders, das Skills- und Simulationslabor heute eröffnen zu dürfen. Denn
der Fachbereich wird mit den hier getätigten zusätzlichen Investitionen in
die Infrastruktur und der Fertigstellung des Labors seine
Erfolgsgeschichte fortsetzen. Die Hochschule hat mit dem Skills Lab einen
ausgezeichneten Lehr- und Lernort geschaffen, in welchem Theorie und
Praxis eng verzahnt sind“, sagte Cornelius-Krügel im Namen von
Wissenschaftsminister Falko Mohrs.

Die Dekanin der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften,
Professorin Dr. Andrea Braun von Reinersdorff, bezeichnete das Skills Lab
als beeindruckenden Meilenstein im Prozess der Akademisierung der
Gesundheitsberufe und für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung in
der Region. „Die 2020 gesetzlich verankerte Verlagerung der
Hebammenausbildung an die Hochschulen, trägt den steigenden Anforderungen
im Gesundheitswesen Rechnung,“ so Braun von Reinersdorff.

Durch die frühzeitig vereinbarte Zusammenarbeit mit dem ausführenden
Unternehmen Köster/ LANI Immobilien konnte die Hochschule bereits im
frühen Entwurfs- und Planungsstadium die exakten Anforderungen für ein
Skills Lab definieren, so dass die Räume für die gestellten Anforderungen
nahezu ideal geeignet sind.

Das Skills Lab umfasst drei komplett ausgestattete Demoräume, zwei
Simulationskreißsäle und eine Simulationswohnung, außerdem drei Regieräume
und drei Debriefingräume, daneben einen Lernbereich, zwei Umkleiden und
ein Lager. Die umfangreiche technische und apparative Ausstattung
unterstützt die Annäherung an reale Berufssituationen im klinischen, wie
auch im außerklinischen Setting und ermöglicht es, verschiedene Szenarien
mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad aufzubauen und diese als
Vorbereitung auf die Praxis einzuüben.

Dass im Skills Lab mit Hilfe computergesteuerter Ganzkörpersimulatoren und
Simulationsschauspieler*innen auch sehr komplexe Geburtsszenarien und
Notfälle nachgestellt und intensiv geübt werden können, stärkt die
Handlungskompetenz der Studierenden. Dies gilt etwa für spezifische
Situationen, die in der Berufspraxis seltener auftreten, wie zum Beispiel
die Begleitung einer vaginalen Beckenendlagengeburt. Mit Hilfe der Regie-
und Debriefing-Räume lassen sich die nachgestellten Szenen zudem durch die
Lehrenden anleiten und abschließend videobasiert besprechen. Die
systematische Reflexion komplexer Situationen ermöglicht das Einüben einer
konstruktiven Fehlerkultur und fördert das Lernen.

„Im Rahmen der akademischen Qualifikation zur Hebamme sind im Studiengang
Hebammenwissenschaft alle drei Lernorte - Lernen in der Theorie, Lernen im
Skills- und Simulationslabor sowie Lernen in der direkten beruflichen
Praxis wechselseitig eng miteinander verbunden, wodurch im gesamten
Studienverlauf eine fachwissenschaftlich begründete Hebammenarbeit
kompetenzorientiert unterstützt wird,“ erläuterte Studiengangbeauftragte
Professorin Dr. Claudia Hellmers.

Studierende der Hebammenwissenschaft stellten während der
Eröffnungsveranstaltung verschiedene Situationen aus dem Berufsalltag
einer Hebamme nach. Mit Hilfe der Modelle simulierten sie die Untersuchung
einer Schwangeren, den Umgang mit einem Neugeborenen sowie wichtige
Handgriffe bei der Betreuung einer Wöchnerin.

  • Aufrufe: 31

Hochschule für Musik und Theater München erhält Preis des Auswärtigen Amts für geflüchtete Studierende aus der Ukraine

Ukrainische Gaststudierende an der Hochschule für Musik und Theater München  HMTM
Ukrainische Gaststudierende an der Hochschule für Musik und Theater München HMTM

Die Hochschule für Musik und Theater München (HMTM) wird mit dem Preis des
Auswärtigen Amts für exzellente Betreuung internationaler Studierender in
Deutschland ausgezeichnet. Dies gab der DAAD am 29. November 2023 in Bonn
bekannt. Die HMTM erhält den Preis für ihr Programm »Gaststudium Plus für
Musik-, Tanz- und Theaterstudierende aus der Ukraine«. Katja Keul,
Staatsministerin im Auswärtigen Amt, betitelt das durch das
Gaststudienprogramm gezeigte Engagement der HMTM als »Aushängeschild mit
Strahlkraft weit über Deutschland hinaus«. Der Preis des Auswärtigen Amts
zählt zu den wichtigsten Auszeichnungen zur Unterstützung von
internationalen Studierenden in Deutschland.

Das Programm »Gaststudium Plus für Musik-, Tanz- und Theaterstudierende
aus der Ukraine« wurde an der HMTM im April 2022, kurz nach Beginn des
russischen Angriffskrieges auf die Ukraine, ins Leben gerufen. Mit dem
Ziel, geflüchtete ukrainische Studierende in den Bereichen Musik, Tanz und
Theater schnell in den Hochschulalltag in München zu integrieren, wurden
Förderungen und Hilfen in verschiedenen Bereichen etabliert. So erhielten
die Studierenden sehr schnell künstlerischen Einzelunterricht und konnten
an spezifischen Lehrveranstaltungen teilnehmen. Die HMTM unterstützte
außerdem mit der Bereitstellung von Wohnraum, einem kostenfreien
Mittagessen und durch Reparaturen oder Bereitstellung von Instrumenten und
förderte das Ankommen der Ukrainer*innen durch ein deutsch-ukrainisches
Mentor*innennetzwerk und Sprachkurse.

Prof. Lydia Grün, Präsidentin der HMTM:
»Die schnelle und unkomplizierte Hilfe für geflüchtete Studierende aus der
Ukraine aus dem Musik-, Tanz- und Theaterbereich war nur möglich durch das
unglaubliche Engagement vieler Menschen an unserer Hochschule und darüber
hinaus. Besonders nennen möchte ich hier Dominik Pensel, den Beauftragten
für studentische Förderung der HMTM, der das Programm federführend
entwickelt, koordiniert und betreut hat, unser International Office sowie
die zahlreichen Lehrenden, die den geflüchtete Studierenden ehrenamtlich
Unterricht gegeben haben. «

Das Programm »Gaststudium Plus« wurde von vielen privaten Förderinnen und
Förderern unterstützt sowie durch zahlreiche Partner ermöglicht, darunter
die Gesellschaft Freunde der Hochschule für Musik und Theater München e.
V., Siemens Caring Hands e. V., der Stiftung »Offene Chancen«, der Erika
und Georg Dietrich-Stiftung, der UNITEL Musikstiftung, des Bayerischen
Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst u.v.a.

Das Auswärtige Amt verleiht den mit 30.000 Euro dotierten Preis für
exzellente Betreuung internationaler Studierender gemeinsam mit dem DAAD
bereits seit 1998. Er soll zu einer Verbesserung der Willkommenskultur an
deutschen Hochschulen beitragen und für die deutschen Universitäten und
Hochschulen einen Anreiz schaffen, sich noch stärker für die Interessen
und Fragen von internationalen Studierenden und Promovierenden
einzusetzen.

  • Aufrufe: 153