Prof. Dr. Martin Ruess überreichte Akame Mboutou am 28. November den DAAD-Preis 2023 zusammen mit HSD-Präsidentin Prof. Dr. Edeltraud Vomberg. Michael Lübke
Für ihre herausragenden Studienleistungen und ihr außergewöhnliches Engagement erhielt die Studentin Jeanne Marquise Akame Mboutou am 28. November 2023 innerhalb der 14. Stipendienvergabefeier an der HSD den mit 1.000 Euro dotierten DAAD-Preis 2023. Der Förderpreis des DAAD wird seit 1996 an ausländische Studierende vergeben, die sich durch sehr gute akademische Leistungen, aber auch durch ein bemerkenswertes ehrenamtliches Engagement im sozialen, politischen, kulturellen oder hochschulinternen Bereich auszeichnen.
Akame Mboutou stammt aus Kamerun, machte dort Abitur und studierte Energietechnik mit einer Spezialisierung in Wärme- und Energietechnik sowie Erdöl- und Erdgasförderung. Anschließend war sie als Au-Pair bei einer Familie in Solingen und entschloss sich im Folgenden, nicht direkt nach Kamerun zurückzukehren, sondern in Deutschland noch einmal zu studieren. Von 2017 bis 2021 studierte sie im Bachelor-Studiengang „Umwelt- und Verfahrenstechnik“ am Fachbereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik und begann direkt anschließend den Master-Studiengang „Simulations- und Experimentaltechnik“. Derzeit schreibt sie ihre Masterthesis zum Thema „Ammoniakgewinnung aus der Landwirtschaft“.
Prof. Dr. Martin Ruess, Dekan des Fachbereichs Maschinenbau und Verfahrenstechnik, hob in seiner Laudatio besonders das integrative Engagement von Akame Mboutou hervor: „In Lehrveranstaltungen diskutiert sie eigene wissenschaftliche Standpunkte mit Lehrenden und anderen Studierenden und motiviert introvertierte Studierende, sich an kontroversen Diskussionen und Ideenfindungen zu beteiligen. Als Tutorin kann sie zudem in Übungen individuell auf besondere Fördersituationen eingehen oder gute Studierende durch Zusatzaufgaben in den Leistungen steigern.“ Neben ihrem derzeitigen Master-Studium leitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin Übungen im Fach Scientific Computing der Bachelor-Studiengänge des Fachbereichs.
Ehrenamtlich engagiert sich Frau Akame Mboutou darüber hinaus beim Programm ,,Studi4Kids‘‘ des Universitätsklinikums Düsseldorf.
Stabübergabe: Mesut Cetin, Thomas Gries, Stefan Schlichter (von links nach rechts) Blendedtones
Nun ist es offiziell: Der Stab zur Leitung des Institutes für Textiltechnik Augsburg ist von Prof. Dr. Stefan Schlichter an Prof. Dr. Mesut Cetin übergeben. Im Rahmen des feierlichen Wechselkolloquiums wurden Impulse gegeben, ausgiebig diskutiert und herzlich gratuliert.
Die Veranstaltung wurde eröffnet von der Augsburger Oberbürgermeisterin Eva Weber und dem Präsidenten der Technischen Hochschule Augsburg, Prof. Dr. Dr. h.c. Gordon Thomas Rohrmair. Frau Weber, welche als Leiterin der Wirtschaftsförderung und stellv. Bürgermeisterin die damalige Gründung ermutigt und stets konstruktiv begleitet hat, würdigte die Innovationen und Investitionen des "neuen Players" ITA Augsburg, der sich im Ökosystem zwischen Innovationspark, Technologiezentrum, Universität und der Technischen Hochschule Augsburg (THA) bestens positioniert hat. Prof. Rohrmair betonte die enge Zusammenarbeit zwischen ITA und THA und verwies auf das Vorzeigeprojekt "Recycling Atelier", welches industrienah einen relevanten Beitrag zur Etablierung nachhaltiger textiler Prozessketten leistet. Prof. Schlichter skizzierte die historische Entwicklung des ITA, dass sich seit 2014 der Nachhaltigkeit im Bereich textiler Werkstoffe verschrieben hat. Hierbei stellte er die drei zentralen Forschungsfelder des ITA vor: Web Based Composites (Nachhaltige Faserverbundkonzepte), Recycling Atelier (Recycling von Bekleidungstextilien) und Artificial Itelligence (AI zur Unterstützung textiler Fertigungsketten). Initiale Zielsetzung des ITA war der Wiedereinsatz von energetisch aufwändig produzierten Carbonfasern und CFK-Bauteilen in neue textile Strukturen. Die seit fast 10 Jahr andauernde Forschungsarbeit ist mit Erfolg gekrönt und hat u.a. zur Etablierung dieser Materialklasse in Industrie und Forschung geführt. Die steigende Relevanz der textilen Kreislaufwirtschaft führte 2022 zur Gründung des „Recycling Atelier“. Die Modellwerkstatt wurde als bedeutendes Industrieforschungsprojekt präsentiert, das sämtliche Prozessschritte des textilen Recyclings abdeckt und durch branchenführende Unternehmen unterstützt und genutzt wird. Die enge Verzahnung von Digitalisierung, künstlicher Intelligenz und nachhaltiger Prozessgestaltung spielt dabei eine zunehmend relevante Rolle, was zur Etablierung des dritten Forschungsfeldes „Artificial Intelligence“ führte. Prof. Cetin brachte als neuer Institutsleiter frische Impulse ein und präsentierte innovative Ansätze im Bereich des mechanischen Recyclings von Alttextilien. Vor dem Hintergrund labiler internationaler Lieferketten betonte er die Notwendigkeit, die deutsche Industrielandschaft resilienter zu gestalten. Hier sieht er in der Circular Economy eine Chance, die Rohstoffversorgung zu sichern und die Textilindustrie in Deutschland wiederzubeleben. Darüber hinaus wurden aktuelle Forschungsprojekte am ITA, darunter "Design-4-Recycling" für die Bauteilfertigung von Windenergieanlagen und "KI-gestützte Flor-Optimierung" in der Vliesherstellung präsentiert. Die Kooperation mit der ITA Group und der Hochschule Augsburg sowie die Integration von KI in die Produktion von Vliesstoffen wurden als entscheidende Schritte für die Zukunft betont. Zudem findet die Entwicklungs- und Forschungsarbeit stets unter Einbindung des Knowhows und der Infrastruktur der gesamten ITA Group statt unterstreicht Professor h.c. (MGU) Dr.-Ing. Dipl.-Wirt. Ing., Univ.-Prof. Gries als Leiter der ITA Group im Rahmen der abschließenden Podiumsdiskussion. Prof. Cetin schloss mit dem Leitsatz: "Innovative Technologien, Forschung und gefragte Persönlichkeiten für eine Zukunft: Umweltschonend. Kreislauforientiert. Menschlich." In großen Schritten geht es mit einem breiten Netzwerk aus Forschung und Industrie in Richtung einer umweltschonenden, kreislauforientierten Zukunft. Interessenten, von KMU bis Großkonzern, sind herzlich eingeladen, die Türen des ITA Augsburg stehen jederzeit offen.
Was macht eine Stadt aus? Was versteht man unter urbanem Design? Und warum ist Urban Design für Städte in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft so zentral? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das dritte Booklet des Exzellenzclusters ROOTS. www.pixabay.com, user-ID434436 Bearbeitung: Petra Horstmann, Cluster ROOTS
Der Exzellenzcluster ROOTS veröffentlich Booklet zum Thema „Urban Design“ Weltweit leben immer mehr Menschen in Städten. Bis zum Jahr 2050 sind es voraussichtlich zwei Drittel der Weltbevölkerung. Das enge Zusammenleben auf verhältnismäßig kleinem Raum bietet Vorteile: Infrastruktur, Arbeitsplätze, der Austausch mit anderen Menschen. Gleichzeitig sind Städte aber auch Brennpunkte von Krisen. Dazu gehören Klimaveränderungen genauso wie Pandemien oder kriegerische Konflikte.
Vor diesem Hintergrund haben sich Expertinnen und Experten aus den Bereichen Archäologie, Geschichte, Sprachwissenschaft, Medizin, Biologie, Informatik und Architektur mit der Gestaltung von Städten von der Antike bis in die Gegenwart und in die Zukunft befasst. Die Ergebnisse veröffentlicht der Exzellenzcluster ROOTS an der Christian-Albrechts- Universität zu Kiel jetzt im Rahmen seiner Booklet-Serie – kompakt und auch für Nicht-Fachleute verständlich. Das Booklet „Urban Design – Städte in der Vergangenheit und Gegenwart“ ist ab sofort als Printausgabe oder als kostenloser Download in deutscher und englischer Sprache erhältlich.
„Ein Grundgedanke der Veröffentlichung ist, dass Städte der Gegenwart nicht ohne ein tieferes Verständnis ihrer historischen Dimension gestaltet werden können“, sagt die Klassische Archäologin Prof. Dr. Annette Haug, eine der Herausgeberinnen des Booklets. Ihr Kollege Dr. Philipp Kobusch ergänzt: „Was macht das Bild einer Stadt früher und heute aus? Wie sind sie gebaut oder sozial organisiert? Wie können sie widerstandsfähiger bei Krisen werden? Das sind Fragen, denen die Beiträge in dem Booklet aus ganz unterschiedlichen fachlichen Perspektiven nachgehen.“ Die Beiträge spannen dabei den Bogen von städtebaulichen Leitbildern antiker Städte im Levanteraum über mentale Konzepte der Stadt im europäischen Mittelalter bis zum Zusammenhang von Stadt und Gesundheit in der Gegenwart oder autonomen Verkehrssystemen der Zukunft.
Der vorliegende Band geht auf ein interdisziplinäres Kolloquium zurück, das in Kooperation von ROOTS und dem DenkRaum der CAU durchgeführt wurde. 50 Expertinnen und Experten verschiedenster Fachbereiche der Christian- Albrechts-Universität, der Muthesius Kunsthochschule, der Fachhochschule Kiel, des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, der Landeshauptstadt Kiel sowie der HafenCity Universität in Hamburg haben daran teilgenommen.
Das jetzt veröffentlichte Booklet „Urban Design“ stellt eine Auswahl der Ergebnisse dar und macht sie einem interessierten Publikum außerhalb der Fachwelt zugänglich. „Ziel ist es zu zeigen, wie vielschichtig die Dimensionen sind, die für die Gestaltung von Städten bedeutsam sind. Gleichzeitig soll die Vielfalt der Beiträge dazu anregen, über die Städte der Zukunft nachzudenken“, fasst Professorin Haug zusammen.
Mehrkörpersimulationsmodell des gesamten Fahrzeugs (Zugmaschine und Trailer) in MSC.Adams. Fraunhofer LBF
Autonom fahrende LKW werden in der Zukunft auf den Straßen unterwegs sein. Dabei stellt sich die Frage, wie der technisch einwandfreie Zustand des Trailers vor Fahrtantritt überprüft werden kann, wenn es keinen Fahrer mehr gibt. Dies betrifft insbesondere die Komponenten, die für die Verkehrssicherheit und fahrdynamische Stabilität verantwortlich sind. Auch die Fahreigenschaften des Gespanns, die der Fahrer während der Fahrt erfühlt und seine Fahrweise darauf einstellt, müssen automatisiert erfasst und durch den Autopiloten berücksichtigt werden. Im Forschungsprojekt »IdenT« unter Federführung der BPW Bergische Achsen KG haben Forscherteams eine Lösung für diese Fragestellungen erarbeitet.
Der Kern der Lösung ist ein EDGE Device auf dem Trailer, der mithilfe eines Sensornetzwerks verschiedene Messgrößen wie Beschleunigungen, Drücke, oder Kamerabilder erfasst. Auf dem Rechner läuft ein digitaler Online-Zwilling, der die Daten in Echtzeit in einem Fahrdynamikmodell des Trailers verarbeitet. Besondere Fahrsituationen, die einer umfassenderen Analyse bedürfen, werden erkannt und automatisch an einen Cloud-basierten Offline-Zwilling zur detaillierteren Auswertung übergeben.
Entwicklung von MKS-Modellen für digitalen Offline-Zwilling
Forschende aus dem Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF haben im Forschungsprojekt »IdenT - Identifikation dynamik- und sicherheitsrelevanter Trailerzustände für automatisiert fahrende Lastkraftwagen« Mehrkörpersimulation (MKS)-Modelle für einen digitalen Offline-Zwilling entwickelt und implementiert. Er dient zur numerischen Simulation betriebsfestigkeitsrelevanter Fahrsequenzen, die von dem Online-Zwilling während der Fahrt auf Basis spezifischer Messsignale identifiziert werden. Gemessene und vom Online- Zwilling identifizierte Zeitreihen und Parameter werden auf ein Cloud- System gesendet, auf dem der gesamte Prozess des Offline-Zwillings getriggert wird. Dieser besteht aus verschiedenen Funktionen, die von den Projektpartnern entwickelt und zusammen in eine Prozesskette integriert wurden. Zentrales Element ist ein detailliertes MKS-Modell des LKW- Trailers, das für die Simulation jedes Abschnittes automatisiert an den aktuellen identifizierten Zustand des realen Fahrzeugs mit entsprechenden Funktionen angepasst wird. Im Anschluss jeder Simulation berechnen zusätzliche Funktionen die Prognose des Betriebsfestigkeitszustandes ausgewählter Komponenten.
Wesentliche Größen für die Validierung des digitalen Zwillings sind die Kopplungskräfte am King Pin, über den der Trailer an die Zugmaschine angehängt wird. Die Modelle wurden mit diesen Messdaten abgeglichen, so dass diese Schnittkräfte zukünftig durch Modelle zuverlässig bestimmt werden.
Schnittkraftmessung am King Pin
Im Rahmen von »IdenT« wurde eine Messplattform aufgebaut, die die angreifenden Kräfte und Momente am King Pin im Fahrbetrieb erfasst. Die Messplattform besteht aus Kraftmesszellen und ist dafür vorgesehen im Entwicklungsprozess oder zu Validierungszwecken eingesetzt zu werden. Beispielsweise werden mit dem Messaufbau Belastungsdaten ermittelt oder genaue Daten zur Abstimmung der Bremssysteme des Trailers erfasst.
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Fraunhofer LBF befassten sich auch mit der Identifikation des Zustands der Fahrwerk- Elastomerlager und verfolgten zwei parallele Ansätze. Auf einer Seite wurden Physik-basierte Identifikationsalgorithmen entwickelt, die ein vereinfachtes mechanisches Modell der Achse mit Algorithmen zur Parameter- Identifikation kombinieren. Das ermöglicht die Schätzung der mechanischen Eigenschaften der Elastomerlager, die im Zusammenhang mit dem Zustand der Elastomerlager stehen. Auf der anderen Seite wurden KI-basierte Identifikationsalgorithmen implementiert, die einen direkten Zusammenhang zwischen verfügbaren Messdaten und dem Elastomerlager-Zustand bilden. Beide Ansätze lieferten im Projekt die gewünschten Informationen.
Autarke Sensoren aus dem Fraunhofer LBF
Ein Teil des Sensornetzwerkes ist ein Modul, das als Achskapsel eines Trailer-Rades installiert wird. Ein kleiner Generator, der durch die Raddrehung gespeist wird, liefert genug Energie für die Versorgung von Sensoren, einem leistungsstarken Controller und verschiedenen Funkschnittstellen wie Bluetooth oder LoRaWAN. Der Achskapselsensor kann als Teil des Sensornetzes Daten für die digitalen Zwillinge sammeln oder als Stand-Alone Einheit Sensordaten erfassen, auswerten und per Funk verschicken.