nfotage der Professional School am 13. und 18. Januar 2024 bieten Einblicke und Beratungsmöglichkeiten
Lüneburg. Gesellschaft und Arbeitswelt sind heutzutage immer schnelleren Veränderungen unterworfen. Globalisierung, Digitalisierung, Nachhaltigkeit, demografischer Wandel oder Künstliche Intelligenz sind nur einige der Herausforderungen, mit denen Berufstätige aktuell konfrontiert werden. Die berufsbegleitenden Bachelor-, Master- und Zertifikatsprogramme der Leuphana Professional School bieten ein breites Spektrum an Qualifikationsmöglichkeiten, die diesen Anforderungen Rechnung tragen. Während eines Online-Infotages am 13. Januar stellt die Professional School Interessierten ihre Bachelor- und Master-Studienangebote vor. Am 18. Januar findet ein Online-Infoabend zu den Zertifikats- und Weiterbildungsangeboten statt.
Das Team der Professional School lädt Interessierte ein, sich am 13. Januar ab 10 Uhr umfassend über berufsbegleitende Weiterbildungsmöglichkeiten zu informieren und die Studienangebote aus den Clustern Nachhaltigkeit, Management & Entrepreneurship, Governance & Recht sowie Bildung, Gesundheit & Soziales online näher kennenzulernen. Am Infotag gibt es auch Beratungsangebote zu Themen wie Studienorganisation und –finanzierung. Zeitlich kürzere Weiterbildungsangebote wie ein Modul- oder Zertifikatsstudium stellt die Professional School am 18. Januar 2024 ab 18 Uhr bei einem Online-Infoabend vor.
Unter http://www.leuphana.de/ps-infotag stehen das Veranstaltungsprogramm und weitere Informationen sowie ein Online-Anmeldeformular zur Verfügung.
Die Nachfrage nach den Weiterbildungsangeboten der Leuphana ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Aktuell verzeichnet die Professional School bereits über 1.600 Studierende. Sie hat sich inzwischen zu einem der wichtigsten akademischen Weiterbildungsanbieter im norddeutschen Raum und einer der größten Weiterbildungseinrichtungen an deutschen Universitäten entwickelt.
O.K. Präsidentin des Events und Stadtpräsidentin von Sursee, Sabine Beck – Pflugshaupt begrüsste die Akteure und Symposiumsteilnehmenden
Auch Moderator Stephan Klapproth begrüsst die Teilnehmenden
Programm: Tagungsleitung: Stephan Klapproth,ehemaliger Fernsehmoderator und Kommunikationsdozent Referenten: Dr. Henning Beck und Yannick Blättler Podiumsdiskussion mit it Dr. Henning Beck, Yannick Blättler, Delia Herger und Manuela Ottiger, Leitung: Stephan Klapproth Schlusswort von Sabine Beck-Pflugshaupt, Stadtpräsidentin, Sursee
Martinisymposium 2023 Impression
Das Martinisymposium 2023 in Sursee versprach eine fesselnde Auseinandersetzung mit dem Thema “Gehirngerecht arbeiten im 21. Jahrhundert”. Unter der Leitung des erfahrenen Kommunikationsdozenten und ehemaligen Fernsehmoderators Stephan Klapproth gaben renommierte Referenten wie Dr. Henning Beck und Yannick Blättler Einblicke in die Welt der neurozentrierten und Generation Z gerechten Arbeitsweisen. Mit 350 Teilnehmenden, die den inzwischen schweizweit bekannten Anlass besuchten und den Saal komplett füllten, wurde eine neue Rekordmarke erreicht.
Die «Hausherrin», O.K. Präsidentin des Events und Stadtpräsidentin von Sursee, Sabine Beck – Pflugshaupt begrüsste die Akteure, die gutgelaunte Gästeschar, darunter auch lokale, regionale, kantonale und eidgenössische Behördenmitglieder und frühere Politprominenz wie z.B. Dr. Franz Wicki, alt CVP Ständerat des Kantons Luzern ( Dezember 1995 bis Dezember 2007).
Martinisymposium 2023 Impression
Dann übergab sie das «Tagungszepter» an Moderator Stephan Klapproth der uns sogleich mit einem Pilotenwitz erheiterte, den bekannten Cartoonisten Carlo Schneider vorstellte, der sich links der Bühne an einem Tisch mit seinen Zeichenutensilien eingerichtet hatte und schon fleissig zeichnete. Bevor es zur Sache, d.h. der Tagesordnung überging, konnte es der Politprofi nicht unterlassen, einige spitze Bemerkungen zu machen in Richtung der aktuellen Wahlresultate in Argentinien und Holland, platzierte noch ein paar pointierte Seitenhiebe zur ev. Wiederwahl des, wie er es nannte, Mannes mit Stroh im und auf dem Kopf in den USA und schloss dieses Kapitel ab, mit der Frage, im Fall einer Wiederwahl Trumps: wer sind dann die nahesten Nachbarn von Dummheit und beantwortete diese grad selbst mit: Mexiko und Kanada.
Zur Person des Moderators, Kommunikationsdozenten und ehemaligen Fernsehmoderators Stephan Klapproth
Martinisymposium 2023 Impression
Eine missglückte Gleitschirmlektion vor über 30 Jahren bescherte ihm einen gebrochenen Wirbel und in der Folge einen Haltungsschaden. Der fiel am Bildschirm zwar nicht auf, sorgt jedoch für Erstaunen bei manchem, dem Klapproth einfach so begegnet. Dieses sportliche Missgeschick zeitigt aber keinerlei mentale Nachwehen, im Gegenteil, der Mann, Jahrgang 1958, strotzt nur so von Energie und Tatendrang, Mit seinem ansteckenden Humor und überschäumenden Temperament fesselt der begnadete Formulierer seine Zuhörerschaft, entlockt seine Partner*innen auf dem Podium diesen und jenen «Trick» im Umgang mit der «Generation Z», analysiert deren Aussagen, kommentiert sie und stellt sie in den richtigen Kontext. Klapproth ist ein begnadeter Rhetoriker. Als Vorbild zitiert er oft und gerne den römischen Dichter Horaz: «Wer ein breites Publikum informieren möchte, der muss unterhalten, muss nützen und ergötzen können.»
Was versteht man unter Generation Z um die es am Symposium fast alles drehte
Martinisymposium 2023 Impression
Für ungewöhnliche Lösungen und neue Ideen steht die Generation Z. Also jene, um die Jahrtausendwende Geborenen, die das Zeitalter vor WLAN und Smartphone nie kennen gelernt haben. Die Generation Z ist technologieaffin. Sie verschmelzt das reale mit dem digitalen Leben und wird als ungeduldig, unverbindlich, fordernd, gesundheits- und umweltbewusst umschrieben.
Referat Dr. Henning Beck: Neurowissenschaftler und Bestsellerautor
Dr. Henning Beck Referent Martinisymposium 2023
Dr. Henning Beck, Neurowissenschaftler und Autor, erklärte, wie man die Prinzipien des Gehirns für innovatives Denken nutzen kann. Er studierte Biochemie in Tübingen und promovierte 2012 an der dortigen Graduiertenschule für Neurowissenschaften. Anschließend arbeitete er an der University of California in Berkeley und entwickelte für Unternehmen in der San Francisco Bay Area moderne Präsentations- und Marketingstrategien. Derzeit ist er am Scene Grammar Lab der Universität Frankfurt tätig. Henning Beck publiziert regelmäßig für die WirtschaftsWoche, als Videokolumnist für web.de und ist wöchentlicher Interviewgast beim Deutschlandfunk. In seinen populären Büchern schafft er einen verständlichen Zugang zur Welt der Hirnforschung, seine Vorträge machten ihn zum Deutschen Meister im Science Slam 2012. Er ist international gefragter Redner zu Themen wie «Neurobiologie und Kreativität» und unterstützt Firmen, innovative Lern- und Arbeitswelten nach Vorbild des Gehirns zu schaffen.
Dr. Henning Beck gab Einblicke in die Funktionsweise des Gehirns und deren Auswirkungen auf die Arbeitswelt . Seine wissenschaftliche Expertise und praxisnahen Ansätze war ein spannender Beitrag zur Frage, wie wir unsere Arbeitsweisen an die Funktionsweise des Gehirns anpassen können, ins besonders an die Gehirne der sogenannten Generation Z. Auch was passiert bei künftiger Arbeit mit der K I. Diese kenne ja nur Daten und von Menschen generierte Fakten, ein taugliches, wenn auch beschränktes Hilfsmittel für wiederkehrende, relativ einfache, routinemässige Aufgaben, das, wenn richtig angewandt, durchaus nützlich und entlastend sein kann. «Menschen brauchen Freiheit, um auszuprobieren und Ideen entwickeln zu können», so Beck. Er illustrierte, wie innovatives Denken funktioniert, was Kreativität ist und wie das menschliche Gehirn ungewöhnliche Lösungen entwickeln kann.
Sein Fazit einfach zusammengefasst: Daten sind tot, Wissen aber lebendig.
Referat Yannick Blättler: Experte für Neuroleadership und Innovationsmanagement
Yannick Blättler Referent Martinisymposium 2023
Yannick Blättler ist Gründer und Inhaber der auf die Gen Z spezialisierte NEOVISO AG. Sie untersuchen mit eigenen Studien in verschiedenen Industrien regelmässig die 14-25 Jährigen der Schweiz. Dazu beraten sie KMU und Grosskonzerne im Umgang mit dieser jungen Zielgruppe und produzieren Content für Social Media. Yannick hält einen Masterabschluss in Business Innovation der Universität St. Gallen, ist neben seinem 34-köpfigen Team auch Verwaltungsrat der Chrampfcheibe AG und Co- Founder des schweizweiten Studierendenvereins NEO Network. Er steht für Themen wie Marketing, Leadership oder HR nicht nur regelmässig auf der Bühne, sondern auch hinter dem Mikrofon für seinen eigenen Podcast.
Martinisymposium 2023 Impression
Yannick Blättler, Experte für Neuroleadership und Innovationsmanagement, schlug in seinem Vortrag die Brücke zwischen Neurowissenschaften und modernem Führungsverständnis. Neue Generation, neue Arbeitswelt? Er erklärte wie die Mitarbeitenden und Kunden von morgen funktionieren und welche Auswirkungen das auf die Wirtschaft und Gesellschaft hat. Die Jungen wollen nicht mehr in Jahren, gar Dekaden denken, sondern relativ kurzfristige Ziele erreichen und Resultate generieren können, nicht wie z.B. ihre Väter, Berufsziel vom Bauarbeiter, nach Jahren Vorarbeiter, wieder Jahre später Polier und irgendwann gar Bauführer und das wahrscheinlich alles in der gleichen Firma bis zur Pensionierung. Wie können Führungskräfte durch neurozentrierte Ansätze ihre Teams effektiver leiten und innovative Prozesse fördern? Fachkräfte würden, statistisch gesehen, sowieso ein noch rareres Gut auf dem Arbeitsmarkt, kamen in der Schweiz im Jahr 1958, also Babyboomer Generation, noch 90000 Menschen auf die Welt, waren es 2009 grad noch 76000. Diese und andere Fragen standen im Mittelpunkt von Blättlers Beitrag. Sein Motto für die heutige Arbeitswelt mit der nachrückenden Generation Z, für die Wohlstand ganz normal ist und die Technik alles laufend verändert, lautet, instant, flex, klar. New tech, new work, new challenges. Genration Z ist durchschnittlich drei Stunden täglich auf dem Smartphone unterwegs, konsumiert news usw. online und korrespondiert auch digital und gilt als mutiger, lauter aber auch unbequemer.
Podiumsdiskussion: Brückenschlag zwischen Theorie und Praxis
Martinisymposium 2023 Impression
Bei der Podiumsdiskussion nach der Pause, moderiert von Stephan Klapproth, den beiden Referenten und ergänzt mit Delia Herger, Co-Founder/Sales & Marketing jobeagle und Manuela Ottiger, CHRO der CALIDA GROUP und Mitglied der Gruppenleitung, CEO/Inhaberin Ottiger Consulting., entwickelte sich eine vielseitige Diskussion über die Anwendung dieser Erkenntnisse in der Praxis.
Henning Beck erläuterte, man müsse aktivieren statt passivieren.
Yannick Blättler: herausfordern, aber auch erreichbare Ziele in relativ kurzer Zeitspanne vorgeben und/oder Eigeninitiative einfordern. Delia Herger erläuterte, dass Bewerbungen mit ellenlangen CV`s usw. nicht mehr zeitgemäss sind und beispielsweise durch Portraits mit Kurzvideos zielführender sind. Ebenso das gleiche mit Stellenangeboten. Kurztrailer über den Betrieb. Worauf Blättler ergänzt, wer lese heute noch ein 36seitiges Pfd. über die Stellenanforderungen und den Betrieb?
Manuela Ottiger, als CHRO der Calida, schlug in etwa in dieselbe Kerbe, erklärte auch, dass junge Bewerber*innen kaum mehr Stellen suchten aufgrund ev. Aufstiegsmöglichkeiten, sondern etwas Passendes für den Moment und dann schaun mer mal.
Martinisymposium 2023 Impression
Alle waren sich im, von Klapproth souverän choreografiertem Podium einig, dass es die Arbeitswelt, wie wir sie kennen, kaum, oder höchstens noch vereinzelt, geben wird. Chat GPT, Onlinekommunikation, Social media usw. halten Einzug, flexiblere Arbeitszeiten, Sozialverträglichkeit moderne Hierarchiegefüge, anders gestaltete Arbeitsplätze, mental helth, eine möglichst optimale work – life Balance, umweltverträglich usw. werden für Firmen vorausgesetzt, um überhaupt noch Stellen besetzen zu können.
Viel wurde auch von Klarheit und Transparenz geredet, Eibindung der Mitarbeitenden in Formulierung und Erstellung von Geschäftszielen, die Wege dorthin, deren Vereinbarkeit mit der heutigen Ethik etc.
Henning Becks grundsätzliche Erkenntnis: Die Klarheit gibt es nicht, die wächst nicht auf den Bäumen, die muss man schaffen.
Zwischendurch gabs auch noch eine Gesangseinlage in Form eine vielstimmigen „Happy Birthday“ und ein Stück Kuchen samt Geburtstagskerze für Henning Beck, das an diesem Tag 40 Jahre jung wurde.
Fazit eines informativen Nachmittages
Die Cartoonpinnwand
Die Podiumsdiskussion rundete das Symposium ab, indem es den Brückenschlag zwischen Theorie und Praxis vollzog und konkrete Handlungsempfehlungen für eine gehirngerechte Arbeitswelt lieferte. Sursee wurde somit, für kurze Zeit, zum Zentrum für die Zukunft der Arbeit, indem es Denken und Handeln miteinander verband.
Stadtpräsidentin Sabine Beck – Pflugshaupt ergriff wie immer das Schlusswort, bedankte sich bei den Akteur*innen, Gönnern und Sponsoren, sowie den vielen Mitwirkenden im Organisationskomitee, den engagierten Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung usw. und informierte, dass das nächste Martini Symposium am 27. November 2025 stattfände.
Dann lud sie die Teilnehmenden wie üblich noch zu einem Apero riche, wo noch lange „genetztwerkt und über das gehörte diskutiert wurde.
Die Bilder von Cartoonist Carlo Schneider finden Sie über den eingefügten Link
Roboterhund SPOT ist mit einem hochempfindlichen Multigas-Sensor ausgerüstet, den Roberto Benavides (l.) ursprünglich für Unterwasseranwendungen entwickelt hat. Initiiert hat das Projekt Warner Brückmann (r.). Sarah Kaehlert Sarah Kaehlert/GEOMAR
Die Klassifikation des Meeresbodens zum Schutz der Tiefsee und ein Gase erschnüffelnder Roboterhund: Mit KIMERA und SPOT-KI fördert das Land zwei Projekte, in denen Forschende gemeinsam mit lokalen Firmen künstliche Intelligenz in der Praxis einsetzen wollen. Dafür überreichte Digitalisierungsminister Dirk Schrödter jetzt am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel zwei Förderbescheide über insgesamt rund 1,3 Millionen Euro.
Gemeinsame Pressemitteilung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel und der Staatskanzlei des Landes Schleswig-Holstein
Unter Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) entwickeln GEOMAR- Forschende gemeinsam mit lokalen Firmen Zukunftstechniken für die Meeresforschung und die Sicherheit von Industrieanlagen. Für diese anwendungsnahe Forschung übergab der Minister für Digitalisierung und Chef der Staatskanzlei des Landes Schleswig-Holstein, Dirk Schrödter, jetzt zwei Zuwendungsbescheide nach der KI-Richtlinie des Landes Schleswig- Holstein in Höhe von insgesamt rund 1,3 Millionen Euro.
„Die Meere und die Luft auf unserer Erde bedeuten Leben. Diese sensiblen Lebensräume können nicht gut genug geschützt, erforscht, überwacht werden“, sagte Digitalisierungsminister Dirk Schrödter. „Beide geförderten Projekte – die Kartierung des Meeresbodens und das Ermitteln von gesundheitsgefährdenden Gasen in der Luft – haben daher eine hohe gesellschaftliche Relevanz. Sie sind zugleich Paradebeispiele für das KI Know-how, den Innovationsgeist und für das hervorragende Zusammenspiel aus Wirtschaft und Wissenschaft am Digitalstandort Schleswig-Holstein.“
„Ich freue mich außerordentlich, dass die exzellente Forschung des GEOMAR durch Projekte wie KIMERA und SPOT-KI einen unmittelbaren Anwendungsbezug erhält“, sagte Professorin Dr. Katja Matthes, Direktorin des GEOMAR. „Den Transfer unserer Forschungsergebnisse in praktische Anwendungen betrachten wir als eine Kernaufgabe. Die Förderung des Landes ist daher ein bedeutendes Zeichen für uns am GEOMAR, das verdeutlicht, dass unsere Forschung aktiv zur Lösung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen beiträgt.“
SPOT-KI: Ein Roboter als Spürhund
Die engmaschige Überwachung von Industrieanlagen mithilfe der autonomen Roboterhunde von Boston Dynamics ist mittlerweile eine Standardanwendung. Das Projekt SPOT-KI geht hier jedoch einen entscheidenden Schritt weiter. Zum einen wird der Roboterhund SPOT mit einem hochempfindlichen Multigas- Sensor aufgerüstet, der von Roberto Benavides und seinem Team am GEOMAR ursprünglich für Unterwasseranwendungen entwickelt wurde. Damit können bis zu 64 beliebige Gase zeitgleich selbst in geringsten Konzentrationen (1 ppb) in der Luft nachgewiesen werden. Zum anderen wird SPOT mit einer KI ausgestattet, die es ihm erlaubt, einen digitalen Zwilling der Anlage mit seiner aktuellen Wahrnehmung abzugleichen. Dadurch kann er nicht nur Veränderungen in seiner Umgebung erkennen und melden, sondern bei Änderungen in der Gaszusammensetzung auch sofort damit beginnen, selbstständig nach einer möglichen Leckage zu suchen. SPOT wird so zum Spürhund, der mithilfe von KI-Verfahren selbstständig unter Nutzung der Gasmessungen aktiv nach der Quelle suchen kann. SPOT-KI ist ein Verbundprojekt, in dem das GEOMAR und die Northdocks GmbH (ein Spin-off der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel) zusammenarbeiten. Für die Entwicklung dieses „mobilen Multigasüberwachungssystems” stellt das Land 610.000 Euro zur Verfügung.
KIMERA: Klassifikation des Meeresbodens zum Schutz der Tiefsee
Das zweite Kooperationsprojekt, KIMERA, erhält 683.000 Euro für die Entwicklung einer Künstlichen Intelligenz für die Kartierung des MEeresbodens und marine RAumplanung. Die Tiefsee als größtes Ökosystem der Erde ist in weiten Teilen unerforscht. So sind beispielsweise weniger als zwanzig Prozent des Tiefseebodens bislang kartiert. Durch das wachsende wirtschaftliche Interesse an Ressourcen wie Eisenmanganknollen ist jedoch eine Ausweitung menschlicher Eingriffe in dieses noch überwiegend unberührte und besonders verletzliche Ökosystem zu erwarten. Um sinnvolle Schutzgebiete und Lizenzgebiete zur Nutzung ausweisen zu können, braucht es Kenntnisse über die Beschaffenheit des Meeresbodens und besonders schützenswerte Habitate. Dieses Wissen ist derzeit jedoch bestenfalls punktuell vorhanden. Eine mögliche Lösung ist die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) zur automatisierten Klassifikation des Meeresbodens. Das Ergebnis wären Vorhersagekarten („predictive maps“), auf deren Grundlage einerseits Rohstoffvorkommen, andererseits aber auch die Wahrscheinlichkeit, bestimmte Habitate vorzufinden, abgeschätzt werden können. Dafür soll jetzt eine KI anhand von vorhandenen manuell erstellten Karten des Meeresbodens trainiert werden. Dafür arbeiten Wissenschaftler:innen der GEOMAR-Forschungsgruppe Marine Mineralische Rohstoffe unter der Projektleitung von Dr. Philipp Brandl gemeinsam mit dem Kieler Geodatenspezialisten north.io GmbH zusammen, der auf die Verarbeitung großer mariner Datenmengen und KI-Anwendungen spezialisiert ist.
Technologietransfer und Industriekooperation am GEOMAR:
Die Stabsstelle Forschungsförderung und Transfer am GEOMAR unterstützt Partner:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft dabei, die passenden Kooperationsmöglichkeiten für ihr Vorhaben zu finden und gemeinsam innovative Forschungsergebnisse aus dem GEOMAR weiterzuentwickeln und in die Anwendung zu bringen.
In die „Top 40 unter 40“ gewählt: Prof. Dr. Anne Paschke, Technische Universität Braunschweig. Lena Steininger / Akademie für Politische Bildung (Tutzing)
Gesucht: Leader mit Leidenschaft. Unter diesem Motto stand die diesjährige Preisverleihung auf dem „Top 40 unter 40“-Gipfel des Wirtschaftsmagazins „Capital“. Zu den ausgezeichneten Preisträgerinnen zählt erneut Prof. Anne Paschke, Leiterin des Instituts für Rechtswissenschaften an der Technischen Universität Braunschweig.
Alljährlich kürt eine Jury für das Magazin „Capital“ 40 außergewöhnliche Menschen, die zwei Grundvoraussetzungen erfüllen müssen: Sie müssen unter 40 Jahre alt sein und im letzten Jahr Außergewöhnliches geleistet haben. Dabei werden verschiedene Kategorien gebildet, wie etwa Politik und Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Nachdem Anne Paschke bereits im letzten Jahr zu den „40 unter 40“ zählte, wurde sie am 17. November in Berlin ein weiteres Mal ausgezeichnet. In diesem Jahr erhielt die Braunschweiger Wissenschaftlerin bereits den „Young Leaders in GovTech“-Award von Public Deutschland und Tagesspiegel Background. 2021 wurde sie als einzige Deutsche in die „Agile50“-Liste des Weltwirtschaftsforums aufgenommen. Seit vielen Jahren engagiert sich die IT-Rechtlerin für eine nachhaltige, faire und chancengerechte Digitalisierung, die allen Menschen zugutekommen soll.
Anne Paschke wurde im Oktober 2021 an die TU Braunschweig berufen, wo sie Öffentliches Recht, Technikrecht und das Recht der Digitalisierung lehrt. Zuvor war sie stellvertretende Leiterin des Referates für Grundsatzfragen der Digitalpolitik im Bundeskanzleramt.
„Ich freue mich sehr über die Auszeichnung“, sagt Professorin Paschke zu der Auszeichnung. „Mit einer erneuten Wahl in die Top 40 unter 40 habe ich nicht gerechnet.“ Dies sei freilich als Würdigung ihres Engagements zugleich ein Verdienst ihres gesamten Teams, das ihr den Rücken für ihr ehrenamtliches Engagement in der Praxis freihalte, so die 35-jährige Staatsrechtlerin. So wurde sie im September 2023 in den Vorstand des Deutschen EDV-Gerichtstages gewählt, in dem sie sich besonders für einen besseren, digitalen Zugang zum Recht einsetzt.