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Gegen Leerstand und Landflucht: Wie soziale Innovationen ländliche Regionen stärken können

► Wissenschaft und Praxis bringen Bürger*innen zusammen, um Ideenreichtum
für ländliche Herausforderungen sichtbar zu machen

► Erste Veranstaltungen in Brandenburg und Sachsen-Anhalt zeigen: Soziale
Innovationen können Kommunen handlungs- und zukunftsfähiger machen

► Bürgermeister von Lauchhammer, Brandenburg, sieht soziales Engagement
als wichtige Zukunftsressource

Berlin, 28. November 2023 – Weit entfernte Supermärkte und Arztpraxen,
Wegzug, Leerstand und demografischer Wandel: Viele ländliche Gemeinden
sorgen sich um ihre Zukunft. Um ihre Kommunen lebenswerter zu machen,
engagieren sich Bewohner*innen auch selbst: etwa in selbstorganisierten
Veranstaltungszentren, regionalen Lebensmittelläden, gemeinschaftlichen
Werkstätten oder Seniorencafés. Diesen Ideenreichtum sichtbar zu machen,
hat sich das Forschungsprojekt „WIRinREGIONEN“ vorgenommen. Wissenschaft
und Praxis untersuchen in Sachsen-Anhalt und Brandenburg regionale
Netzwerke und bestehende Initiativen. Ihr Ziel: ländliche Gemeinschaften
zu fördern und strukturelle Probleme anzugehen.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte
Vorhaben bringt dafür Menschen vor Ort zusammen – zum Beispiel in
Erzählcafés. Erste Veranstaltungen, etwa im brandenburgischen Lauchhammer,
zeigen: Investitionen in ein Quartiersmanagement, das Begegnung auf
Augenhöhe ermöglicht, bieten einen Mehrwert für Zivilgesellschaft und
Politik. Im Projekt arbeiten das Institut für ökologische
Wirtschaftsforschung (IÖW) und die Brandenburgische Technische Universität
Cottbus-Senftenberg (BTU) gemeinsam mit den Vereinen Wertewandel, Netzwerk
Zukunftsorte, HeimatBEWEGEN und dem Bundesverband Soziokultur zusammen, um
der Politik Möglichkeiten aufzuzeigen, soziale Innovationen zu fördern.

Lebenswerte Kommunen statt Landflucht: Allianzen von Bürger*innen vor Ort
stärken

„Bewohner*innen ländlicher Kommunen sind, anders als oft dargestellt,
lokalen Herausforderungen nicht hilflos ausgesetzt“, so Sabine Hielscher,
Projektleiterin am IÖW. „Im Gegenteil: Sie sind aktiv und nutzen ihr
lokales Wissen, um das Zusammenleben zu verbessern. Daher will das Projekt
Allianzen schaffen und herausfinden, was Engagement fördert und hemmt. Die
ersten Begegnungen vor Ort mit Bürger*innen in Ballenstedt, Lübbenau und
Lauchhammer zeigen: Die öffentliche Stärkung und positives Feedback an die
Engagierten helfen ihnen, motiviert zu bleiben. Auch der Austausch
zwischen Bürger*innen, Stadt und Politik ist wichtig, um Ziele
abzugleichen“, berichtet die Expertin für soziale Innovationen.

Transformationen, die von der Gesellschaft angestoßen werden, sind ein
Grundbaustein für den Wandel in ländlichen Regionen. Um sinkenden
Bevölkerungszahlen entgegenzuwirken, rufen Bürger*innen selbstorganisierte
Projekte ins Leben. Gemeinwohlorientierte Formate wie etwa „DORV-Zentren“
zielen auf das Angebot von Dienstleistungen und ortsnaher
Rundumversorgung. Sie bieten neben Lebensmittel- und Kulturangeboten
insbesondere eine soziale Integrationskraft. Um herauszufinden, welchen
Mehrwert diese Praktiken schaffen und wie die Anforderungen und
Bedürfnisse vor Ort aussehen, lädt das Projekt die Anwohner*innen zu
Erzählcafés ein. Die Ergebnisse ermöglichen einen Wissenstransfer und
sollen in politische Handlungsempfehlungen münden. So soll aufgezeigt
werden, welche strukturellen
Veränderungen nötig sind, um Regionen resilient und zukunftsfähig zu
machen.

Wie Lauchhammer für regionale Herausforderungen fit gemacht werden kann

Immer mehr Kommunen fördern soziale Innovationen aus der Mitte der
Gesellschaft. So auch die Stadt Lauchhammer in Brandenburg. In einem
Erzählcafé diskutierten Anwohner*innen Ende Oktober, welche Ideen sie für
die Zukunft haben oder wie der Ort mit Veränderungen wie der Alterung der
Gesellschaft umgehen kann. Die Veranstaltung, moderiert durch Melanie
Jaeger-Erben von der BTU, zeigt: Viele Teilnehmende schätzen etwa das vor
Ort ansässige Mehrgenerationenhaus und wünschen sich noch mehr solcher
Treffpunkte, bei denen sie sich engagieren können. Die Bürger*innen gaben
auch Impulse für die Stadtentwicklung: sichere Fahrradwege und mehr
Spielplätze sind ihnen wichtig.

Der Bürgermeister von Lauchhammer Mirko Buhr nahm an dem Erzählcafé teil.
Er betont: „In den letzten zwei Jahren haben wir Voraussetzungen für eine
positive Entwicklung unserer Stadt geschaffen. Dazu zählen die
Installation eines Quartiersmanagements, die Bildung von Stadtteilgremien
und die Fusion der zwei großen Wohnungsgenossenschaften. Das versetzt uns
in die Lage, der Stadt neue Impulse zu geben und wir profitieren vom
sozialen Engagement der Bürger*innen als wichtige Zukunftsressource. Ich
denke, wir sind auf einem guten Weg.“

2022 beauftragte die Stadtverwaltung den Verein Wertewandel, im
Stadtzentrum das Quartiersmanagement zu betreiben. Anstatt
Herausforderungen durch vorgegebene Lösungsansätze anzugehen, will der
Verein die Eigenkräfte im Viertel fördern. Er richtete etwa das Erzählcafé
aus und initiiert Graffitiworkshops, Quartiersspaziergänge und
Pflanzentauschbörsen. „Das Quartiersmanagement hat die Aufgabe, Synergien
zwischen Bürger*innen, Verwaltung und Politik herzustellen. Wir initiieren
Beteiligungsprozesse und organisieren Veranstaltungen zur Belebung des
Quartiers. Dabei soll die Bevölkerung aktiviert und bei der Entwicklung
eigener Ideen unterstützt werden“, so die Soziologin Kira Sawicka vom
Verein Wertewandel.

Digitales Werkstattgespräch am 19. Januar 2024: Die Rolle sozialer
Innovationen für zukunftsfähige Regionen

Am 19. Januar 2024 lädt das Projekt von 10:00 bis 12:30 Uhr Initiativen,
Praxisakteure, Forschende und politisch Aktive zu einem Online-
Werkstattgespräch ein. Neben Inputs der Projektbeteiligten wird es eine
Fishbowl-Diskussion mit Impulsstatements geben. Unter den Teilnehmenden
sind etwa Stefanie Pötzsch, Staatssekretärin im Ministerium für
Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-
Anhalt und Philipp Hentschel vom Verein Netzwerk Zukunftsorte.
Das Programm finden Sie hier: <https://www.wir-in-regionen.de/news-und-
termine>
Anmelden können Sie sich per E-Mail bei <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.>.

Über das Projekt

Das Projekt „Zusammenwirken in Regionen (WIRinREGIONEN). Neue
Gemeinschaftlichkeit und soziale Innovationen für zukunftsfähige Regionen“
setzt sich zum Ziel, Neuausrichtungen in der Innovationspolitik
anzustoßen. Es wird vom BMBF gefördert und ist Teil des Programms
REGION.innovativ in der Forschungsrunde „Regionale Faktoren für Innovation
und Wandel erforschen – Gesellschaftliche Innovationsfähigkeit stärken“.
Der Projektträger Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betreut
das Vorhaben.

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Weitere Informationen:

- Zum Projekt „Zusammenwirken in Regionen (WIRinREGIONEN). Neue
Gemeinschaftlichkeit und soziale Innovationen für zukunftsfähige
Regionen“: <https://www.wir-in-regionen.de>
- Publikationen des Projekts: <https://www.wir-in-regionen.de/zum-
weiterlesen>
- Zur Stadt Lauchhammer: <https://www.lauchhammer.de/index.php>

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Führung im Zeitalter von KI: Die neue Praxisbroschüre des ifaa unterstützt Führungskräfte bei der e

„Die digitale Transformation in der Arbeitswelt nimmt Fahrt auf, und die
Künstliche Intelligenz (KI) spielt dabei eine entscheidende Rolle.
Unternehmen stehen vor der Herausforderung, diese Technologien erfolgreich
zu integrieren. Um die Potenziale von KI voll auszuschöpfen, ist jedoch
ein gezieltes Handeln von Führungskräften erforderlich.“ so Yannick
Peifer, wissenschaftlicher Experte des ifaa – Institut für angewandte
Arbeitswissenschaft. Die neue ifaa-Publikation bietet einen Überblick über
die Zusammenhänge im Veränderungsprozess, beschreibt zentrale
Handlungsfelder und stellt umfangreiches Material zur Verfügung.
Kostenloser Download: www.arbeitswissenschaft.net/ki-fuehrung

Im Mittelpunkt der neuen ifaa-Publikation "Künstliche Intelligenz
erfolgreich einführen – Orientierungshilfen für Führungskräfte" steht die
Schlüsselrolle, die Führungskräfte im Einführungsprozess von KI einnehmen.
Führungskräfte begleiten Mitarbeitende durch den Veränderungsprozess,
tragen oft die Projektverantwortung und fungieren gleichzeitig als
Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für KI.

Die Broschüre:

•       bietet praktische Hinweise für den Veränderungsprozess, indem sie
auf wichtige
Zusammenhänge aufmerksam macht und konkrete Hilfestellungen für
Führungskräfte
bereitstellt, um den Einsatz von KI erfolgreich zu gestalten.

•       beschreibt zentrale Handlungsfelder und bewährte
Führungsinstrumente, um eine
nachhaltige Implementierung zu gewährleisten.

•       verweist auf weiterführende Materialien, um Führungskräfte
umfassend bei der
Einführung von KI zu begleiten.

Das Projekt

Das wegweisende Forschungsprojekt „humAIn work lab — Künstliche
Intelligenz und der Wandel von Arbeit“, gefördert vom Bundesministerium
für Arbeit und Soziales, widmete sich intensiv den Veränderungen in der
Arbeitswelt durch KI. Ein vielfältiges Konsortium, zusammengesetzt aus KI-
Vorreiterunternehmen sowie erfahrenen Expertinnen und Experten untersuchte
die Veränderungen.

humAIn work (Laufzeit: 07.09.2020 bis 31.12.2023) wird im Rahmen der INQA
Förderrichtlinie „Zukunftsfähige Unternehmen und Verwaltungen im digitalen
Wandel (EXPKI)“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
unter dem Dach der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) gefördert.
Unter Federführung des Instituts für Sozialwissenschaftliche Forschung
e.V. (ISF) München beteiligen sich das ifaa – Institut für angewandte
Arbeitswissenschaft, INPUT Consulting gGmbH, IBM Deutschland GmbH,
Deutsche Telekom Service GmbH, MICARAA GmbH, Atruvia AG und die
Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) sowie ver.di –
Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft an dem Projekt.

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„Gesundheit oben auf die Agenda“

Premiere: Planetary Health Forum – DBU fördert Kongress
Wenn am 30. November in Dubai der nächste Weltklimagipfel (COP
28) startet, findet zeitgleich in Berlin zum ersten Mal in Deutschland
eine zweitägige Konferenz für planetare Gesundheit statt: das Planetary
Health Forum ´23, gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).
Der Kongress rückt ins Blickfeld, was erstmals auch eine COP mit einem
eigenen Thementag würdigt: Gesundheit als wichtiger Aspekt der Klima- und
Biodiversitätskrise. Die Forderung von DBU-Generalsekretär Alexander
Bonde, der mit einer kleinen Delegation an der COP 28 teilnimmt:
„Gesundheit gehört beim Umwelt-, Klima- und Artenschutz oben auf die
Agenda. Der Mensch bleibt nur dann gesund, wenn die Erde nicht krank
wird.“

DBU-Förderinitiative: rund 2,9 Millionen Euro für mehr als 20 Projekte

Bonde rät zu einem neuen strategischen Denken und Handeln: „Es geht nicht
nur um den Umgang mit den Folgen von Klima- und Biodiversitätskrise für
die Gesundheit. Mindestens ebenso entscheidend sind die Anforderungen an
den Gesundheitssektor selbst. Er muss viel nachhaltiger werden.“ Welches
Reduzierungspotenzial im Sektor steckt, verrät die Statistik. Demnach ist
das Gesundheitswesen als einer der größten internationalen Arbeitgeber
verantwortlich für einen beträchtlichen Anteil am Ausstoß klimaschädlicher
Treibhausgase (THG) wie etwa Kohlendioxid (CO2). Allein in Deutschland
sind es dem Öko-Institut zufolge rund fünf Prozent der THG-Emissionen,
also etwa 50 Millionen Tonnen THG – das übertrifft sogar die Luftfahrt.
Die DBU startete 2022 die Förderinitiative „Planetary Health“ (planetare
Gesundheit). Mittlerweile werden mehr als 20 Projekte gefördert, das
Volumen beträgt rund 2,9 Millionen Euro.

Bundesgesundheitsminister und Bundesumweltministerin übernehmen
Schirmherrschaft

Bonde zufolge ist ermutigend, „dass beim ersten Planetary Health Forum
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und Bundesumweltministerin
Steffi Lemke die Schirmherrschaft übernommen haben“. Klimaschutz sei
„immer auch Gesundheitsschutz“, sagt Lauterbach. Die Konsequenzen des
Klimawandels für die Gesundheit der Menschen seien aber noch „viel zu
wenig bekannt“. Lemke bekräftigt, mit der Schirmherrschaft wolle sie „die
sektorübergreifende Zusammenarbeit für mehr planetare Gesundheit
unterstützen“. Das ist auch ein Anliegen des Planetary Health Forums:
ungewöhnliche Partnerschaften für eine Gesundheit innerhalb planetarer
Grenzen schmieden. Der Kongress wird von der Berliner Denkfabrik Centre
for Planetary Health Policy (CPHP) und der „Deutschen Allianz Klimawandel
und Gesundheit“ (KLUG) veranstaltet, die sich in ihren Beratungen dem
Schutz und der Förderung der Gesundheit innerhalb der sogenannten
planetaren Belastbarkeitsgrenzen verpflichtet sehen. CPHP-Direktorin Maike
Voss: „An Evidenz, Erfahrung und Engagement in den Bereichen Umwelt und
Gesundheit mangelt es nicht.“ Doch bisher agierten diese Sektoren
„meistens für sich“. Voss weiter: „Mit dem Planetary Health Forum machen
wir ein Angebot, um die verschiedenen Akteurinnen und Akteure
zusammenzubringen. Gemeinsam wollen wir ein lautes Signal an die Politik
senden und mit vereinten Kräften die überfällige sozial-ökologische
Transformation entscheidend nach vorne bringen.“

WBGU-Gutachten: Unsere Lebensweise zerstört die natürlichen
Lebensgrundlagen

Für Expertise ist auf der zweitägigen Konferenz gesorgt: Mit dabei sind
Prof. Dr. Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung,
Francesca Racioppi (Weltgesundheitsorganisation), Luisa Neubauer (Fridays
for Future), Dr. med. Klaus Reinhardt (Bundesärztekammer) sowie Dr. Eckart
von Hirschhausen (Stiftung Gesunde Erde-Gesunde Menschen),
Transformationsforscherin Prof. Dr. Maja Göpel und Prof. Dr. Claudia
Hornberg vom Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU). Gespannt sein
darf man außerdem auf den Beitrag von Prof. Dr. Anna-Katharina Hornidge,
Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale
Umweltveränderungen (WBGU). Im Sommer dieses Jahres hatte der WBGU
gemeinsam mit dem SRU Gutachten zu Umwelt und Gesundheit vorgelegt. Ein
Fazit im WBGU-Gutachten: „Unsere Lebensweise macht krank und zerstört die
natürlichen Lebensgrundlagen.“ Die Vision von einem gesunden Leben auf
einer gesunden Erde sei nur mit internationaler Kooperation realisierbar.
WBGU-Vorsitzende Prof. Dr. Karen Pittel mahnte seinerzeit „ein
fundamentales Umdenken im Umgang mit Gesundheit an“.

Kaum obligatorische Reduktionsstrategien für den Gesundheitssektor

DBU-Generalsekretär Bonde setzt auf wichtige Impulse sowohl durch den
zweitägigen Kongress als auch durch die Weltklimakonferenz in Dubai. Ein
intakter Planet sei gleichfalls für die Wirtschaft unabdingbar. Bonde:
„Wir brauchen deshalb eine naturverträgliche Ökonomie, denn fast die
Hälfte des globalen Bruttoinlandsprodukts hängt von natürlichen
Ökosystemleistungen ab.“ Auch der Gesundheitssektor sei gefordert. Es
hapert Bonde zufolge jedoch daran, dass es für die Branche kaum
obligatorische Reduktionsstrategien gebe. „Notwendig sind internationale
Verträge und Kooperationen“, so der DBU-Generalsekretär. Zumal etwa EU-
weite Vorgaben den Sektor schon jetzt in Zugzwang bringen: Auf EU-Ebene
verlangen Richtlinien und Verordnungen bald Berichtspflichten zur
Nachhaltigkeit. Und Deutschland will laut Klimaschutzgesetz bis 2045
klimaneutral werden – inklusive Gesundheitssektor.

Projekte für resiliente Stadtquartiere und CO2-Bilanzierung von
Krankenhäusern

Bonde zufolge bieten die Projekte der DBU-Förderinitiative Planetary
Health vielversprechende Lösungsansätze – und einen Einblick, „wo überall
angepackt werden muss“. Einige Beispiele: Für die Gesundheit des Menschen
dürfte künftig eine kluge Stadtquartiersplanung herausragende Bedeutung
gewinnen – etwa, um Hitzestress als eine der gravierendsten Folgen der
Klimakrise zu mildern. Der Gesundheitssektor selbst wird nicht
umhinkommen, THG-Emissionen zu senken. Die von der DBU geförderte
Entwicklung eines Klima-Rechners für Kliniken soll daher künftig
bundesweit bei der CO2-Bilanzierung von Krankenhäusern helfen.
Bereitgestellte Energieträger stehen dabei ebenso auf dem Prüfstand wie
die Medikamentenherstellung sowie Produktion, Verpackung und Transporte
von Hygienemitteln, medizinischem Verbrauchsmaterial und Lebensmitteln.

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Mehrheit der Menschen in Deutschland offen für das Thema Krebsvorsorge

Ein überwiegender Teil der Menschen in Deutschland steht dem Thema
Krebsvorsorge laut den Ergebnissen einer repräsentativen Online-Befragung
sehr offen gegenüber. So stimmen 56 Prozent der Befragten der Aussage zu,
dass sie regelmäßig zu Krebsvorsorgeuntersuchungen gehen. Nur knapp jede
vierte befragte Person (23 Prozent) gab in der Befragung an, sich nicht
für das Thema Krebsvorsorge zu interessieren. Die Befragung ist vom AOK-
Bundesverband aus Anlass des heutigen „Tages der Krebsvorsorge“ in Auftrag
gegeben worden, den die AOK gemeinsam mit der Deutschen Krebsgesellschaft
initiiert hat.

Im Rahmen der bundesweiten, repräsentativen Civey-Studie sind vom 16. bis
zum 20. November 2023 insgesamt 10.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger
ab 18 Jahren online befragt worden.

„Die Befragungsergebnisse zeigen, dass die Bereitschaft zur Teilnahme an
Krebsvorsorgeuntersuchungen bei Frauen deutlich ausgeprägter ist als bei
Männern. Dieses Bild spiegelt sich auch in den Inanspruchnahme-Raten der
einzelnen Untersuchungen wider, die das Wissenschaftliche Institut der AOK
aktuell im Früherkennungsmonitor veröffentlicht hat“, sagt Jens Martin
Hoyer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes. So
stimmten der Aussage „Ich gehe regelmäßig zu Krebsvorsorgeuntersuchungen“
zwei Drittel der befragten Frauen (64 Prozent) zu, während es bei den
Männern nur 47 Prozent waren. „Diese Ergebnisse dürften allerdings auch
mit den früher greifenden geschlechtsspezifischen Früherkennungs-
Programmen zusammenhängen“, betont Hoyer. So zeigt sich in den höheren
Altersgruppen, in denen die Teilnahme an den Untersuchungen überwiegend
relevant wird, eine größere Bereitschaft zur Teilnahme: 61 Prozent der
Menschen zwischen 50 und 64 Jahren und sogar 67 Prozent der Menschen ab 65
Jahren gaben an, regelmäßig zu Krebsvorsorgeuntersuchungen zu gehen. Die
größte Offenheit für das Thema über alle befragten Altersgruppen und beide
Geschlechter hinweg ist im Saarland mit 61 Prozent Zustimmung bei der
Frage nach der regelmäßigen Teilnahme zu verzeichnen, die geringste Rate
in Sachsen mit 51 Prozent.

Angst vor der tatsächlichen Entdeckung von Krebs bei 53 Prozent
Auch mögliche Ängste und Bedenken, die an der Teilnahme hindern könnten,
waren Thema der Befragung: 28 Prozent der Befragten stimmten der Aussage
zu, sie hätten Bedenken, dass Krebsvorsorgeuntersuchungen unangenehm und
schmerzhaft sein könnten, 63 Prozent gaben an keine entsprechenden
Bedenken zu haben. Etwas mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent)
erklärte, Angst zu haben, dass bei einer Krebsvorsorgeuntersuchung
tatsächlich Krebs entdeckt wird, 39 Prozent teilen diese Angst nicht. Der
Anteil derer, die über entsprechende Ängste berichteten, ist in der
Altersgruppe ab 65 Jahren mit 49 Prozent am geringsten ausgeprägt.
„Krebsvorsorge kann Leben retten. Ich kann nur jeden dazu ermutigen,
mögliche Ängste und Unsicherheiten in Bezug auf die Vorsorgeuntersuchung
mit dem Arzt oder der Ärztin zu besprechen. Sie können umfassend aufklären
und die Vor- und Nachteile erläutern“, sagt Prof. Michael Ghadimi,
Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft.

Jährlicher Gesundheitstag soll Aufmerksamkeit für Krebsvorsorge erhöhen
Der „Tag der Krebsvorsorge“, der jährlich am 28. November stattfindet, ist
im vergangenen Jahr von der AOK gemeinsam mit der Deutschen
Krebsgesellschaft (DKG) ins Leben gerufen worden. Ziel ist es, nach den
Einbrüchen bei der Inanspruchnahme in der Corona-Pandemie die
Aufmerksamkeit für das Thema wieder zu erhöhen und die Teilnahme an den
empfohlenen Untersuchungen zu fördern. Eine Auswertung des
Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hat gezeigt, dass sich die
Teilnahme-Zahlen an Krebs-Früherkennungsuntersuchungen nach starken
Rückgängen in den von der Corona-Pandemie geprägten Jahren 2020 und 2021
sowie in der Corona-Omikron-Welle Anfang 2022 in den letzten Monaten
wieder weitgehend normalisiert haben. AOK und DKG begrüßen diesen
positiven Trend, weisen aber auch darauf hin, dass es immer noch
Nachholbedarf wegen versäumter Untersuchungen in der Pandemie und generell
große Lücken bei der regelmäßigen Inanspruchnahme der Krebsvorsorge gibt.
Durch gezielte Informationen wollen sie die Teilnahme fördern. So bietet
die AOK auf ihrer Homepage einen „Vorsorg-O-Mat“ an, der Nutzerinnen und
Nutzer nach Eingabe individueller Informationen wie Alter und Geschlecht
über die anstehenden Früherkennungsuntersuchungen informiert. Darüber
hinaus finden sich auf der AOK-Homepage Informationsfilme zum Ablauf und
Nutzen der einzelnen Früherkennungsuntersuchungen. Beide Partner
informieren zum „Tag der Krebsvorsorge“ am 28. November auf ihren Social-
Media-Kanälen intensiv über das Thema und werben für die Teilnahme an den
vorgesehenen Untersuchungen.Informationen zum Tag der Krebsvorsorge: https://www.aok.de/pk/leistungen
/krebsvorsorge-frueherkennung/

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