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Jedem Wein seine Flasche: nicht nur eine ästhetische Frage

Weinflasches Symbolbild
Weinflasches Symbolbild

Bis vor einigen Jahrzehnten hatte die Verpackung eines Produkts nur die Aufgabe, den Inhalt zu schützen und dafür zu sorgen, dass er unversehrt beim Kunden ankommt. Heute ist sie nicht nur zum Schutz, sondern auch zum integralen Bestandteil des Produkts selbst geworden: sie trägt dazu bei, die Identifizierung des Produkts, seine Beschreibung und die Werbung zu erleichtern.
Tatsächlich ist es vor allem die ästhetische Komponente, die die Aufmerksamkeit des Verbrauchers auf sich zieht. Viele Menschen entscheiden sich für ein unbekanntes Produkt, gerade weil sie von der äußeren Verpackung angezogen werden.
Wein ist in diesem Sinne keine Ausnahme. Die Art und Weise, wie eine Weinflasche verpackt ist, ist sehr wichtig, weil sie die Anzahl der Personen beeinflussen kann, die sich zum Kauf entschließen. Ein Wein kann sehr gut sein, aber wenn er nicht ansprechend verpackt ist, werden nicht viele Menschen bereit sein, ihn zu probieren. Es ist daher wichtig, dass die Flasche gut aussieht und die Aufmerksamkeit der Kunden auf sich zieht.
Auch die Weinflaschen müssen mit Sorgfalt ausgewählt werden, und zwar nicht nur aus ästhetischen Gründen.
Auch wenn es den Anschein hat, dass die Wahl nur mit der Bedeutung des darin enthaltenen Weins und dem Image, das er vermitteln soll, zusammenhängt, hat die Wahl der richtigen Weinflasche eine genaue Bedeutung und hängt im Wesentlichen mit den Eigenschaften zusammen, die sie auszeichnen.

Schauen wir uns genauer an, welche das sind und welche die gängigsten sind.

Champagnerflasche

Die meisten Flaschenformen für Weine haben ihren Ursprung in Frankreich, in den verschiedenen großen Weinanbaugebieten.
Eine davon ist die Champagnerflasche, die, wie man unschwer erraten kann, vor allem für die edelsten und renommierten Champagner verwendet wird.
Sie sind daran zu erkennen, dass sie sehr schlanke und reduzierte Schultern haben, um den Fluss des Weins nicht zu behindern und so das Schütteln der Blasen zu vermeiden, ein sehr dickes Glas, das den für Champagner oder Sekt typischen Druck aufrechterhält, und einen sehr ausgeprägten Bodenhohlraum.
Ein weiteres charakteristisches Element ist der Rand, die typische Ausbuchtung am Flaschenhals, die zur Verankerung des hermetischen Verschlusses und des Käfigs dient.

Bordeauxflasche

Dieser Wein stammt aus dem Land der großen Rotweine, Bordeaux, und seine Eigenschaften sprechen eine deutliche Sprache. Die Schultern sind ausgeprägt, um eventuelle Ablagerungen aufzufangen und den Wein zu lagern, während die Flasche waagerecht bleibt.

Die Farbe kann sehr dunkel sein, wenn sie Rotweine enthält, die kein Licht mögen, und hellgrün oder transparent, wenn sie Weißweine enthält.

Rheinflasche

Diese Flasche stammt ursprünglich aus dem Rheintal in Deutschland und ist an ihrer langen, schlanken, hochhalsigen und schulterfreien Form zu erkennen. Aufgrund dieser Merkmale eignet sie sich ideal für die Abfüllung von Weißweinen aus diesem Gebiet, bei denen sich keine Sedimente am Boden oder in den Schultern sammeln müssen. Die Flasche hat auch nicht die typischen Hohlräume im Boden, die für die oben beschriebenen Modelle charakteristisch sind.

Albeisa-Flasche

Er stammt aus Italien, genauer gesagt aus dem Langhe-Gebiet, und ist hauptsächlich der Produktion im Alba-Gebiet vorbehalten, da er die Weine des Gebiets, wie den Barolo oder den Barbaresco, charakterisieren soll.

Burgunderflasche

Nicht zuletzt ist eine weitere beliebte Weinflasche die Burgunderflasche. Sie stammt aus dem Burgund, einer berühmten Weinregion in Frankreich. Diese Flasche ist der Albeisa-Flasche sehr ähnlich, unterscheidet sich von ihr aber durch die Neigung der Schulter. Die Farbe, die diese Flasche charakterisiert, ist die eines trockenen Blattes, ein grün-gelber Ton, der sowohl für Rot- als auch für Weißweine verwendet wird.

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Juden, Dissidenten, Sowjetmenschen - 22. Simon-Dubnow-Vorlesung mit Benjamin Nathans

Über den Werdegang von jüdischen Dissidentinnen und Dissidenten in der
Sowjetunion spricht Benjamin Nathans am Donnerstag, den 7. Dezember 2023,
18 Uhr in der Bibliotheca Albertina in Leipzig. Zu dem Vortrag über die
Entzauberung des Sozialismus lädt das Leibniz-Institut für jüdische
Geschichte und Kultur – Simon Dubnow gemeinsam mit der Fritz Thyssen
Stiftung ein.

Während des Kalten Krieges kämpfte die sowjetische Dissidenzbewegung für
eine Stärkung der Menschenrechte und der Rechtsstaatlichkeit, faktisch
setzte sie sich damit für die Eindämmung des Staates von Innen ein. Warum
fühlten sich so viele sowjetischen Jüdinnen und Juden von dieser Bewegung
angezogen und was hatte ihre starke Präsenz für Folgen? Benjamin Nathans
Vortrag beleuchtet den Werdegang von jüdischen Dissidentinnen und
Dissidenten, ihre Nähe zur jüdischen Migrationsbewegung sowie die
spezifischen Häresien, die in diesem Zusammenhang die staatliche
Orthodoxie hervorbrachte.

Benjamin Nathans ist Professor für Geschichte an der University of
Pennsylvania, USA. Er forscht zum russischen Zarenreich und der
Sowjetunion, zur modernen europäisch-jüdischen Geschichte sowie zur
Geschichte der Menschenrechte. Sein kommendes Buch, »To the Success of Our
Hopeless Cause: The Many Lives of the Soviet Dissident Move-ment«, erzählt
die Geschichte der Dissidenten in der UdSSR von Stalins Tod bis zum
Zusammenbruch des Ostblocks.

Die Simon-Dubnow-Vorlesung findet bereits seit 2000 jährlich an einem
zentralen Ort der Stadt in festlichem Rahmen statt. Hierzu lädt das
Institut international herausragende Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler nach Leipzig ein, um die Geschichte von Jüdinnen und Juden
im Kontext der allgemeinen Historie näher zu beleuchten und einem
akademischen wie interessierten Publikum vorzustellen.

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Science Innovation Award für Coburger Kraftstoffforschung

Für den Aufbau eines E-Fuels Sensorkonzepts wurde die Kraftstoffforschung
der Hochschule Coburg mit dem Wissenschafts-Innovationspreis 2023 des CNA-
Netzwerks ausgezeichnet.

Wieviel fossile Energie steckt in einem Kraftstoff – und wieviel
regenerative? Für nachhaltige Automobilanwendungen sind diese Fragen
grundlegend, deshalb wurden an der Hochschule Coburg innovative
Sensorkonzepte entwickelt, mit denen alternative Kraftstoffe identifiziert
und überwacht werden können. „Sie bieten die Möglichkeit, dass chemische
Energieträger wie E-Fuels bei der Produktion, dem Transport, der Lagerung,
der Weiterverarbeitung und dem Verkauf sensorisch identifiziert und
kontrolliert werden können“, erklärt Prof. Dr. Markus Jakob, Leiter der
Kraftstoffforschung an der Hochschule Coburg.
Bei der Sensor-Entwicklung wurden hier mehrere Messtechniken kombiniert.
Es geht dabei darum, die Qualität der Kraftstoffe sicherzustellen und
außerdem zwischen fossilen und regenerativen Energieträgern zu
unterscheiden. „Die regenerativen Energieträger können ein zentrales
Bauteil einer nachhaltigen Weltwirtschaft darstellen, da diese
Energieträger weltweit hergestellt und weltweit transportiert werden
können.“ Für solche Anwendungen sind die Sensorkonzepte der Hochschule
Coburg gemacht. Sie sind ein Beitrag zur Energiewende. Die
Kraftstoffforschung an der Fakultät Maschinenbau und Automobiltechnik der
Hochschule Coburg wurde dafür jetzt mit dem CNA-Wissenschafts-
Innovationspreis 2023 ausgezeichnet.
CNA ist ein Verein, in dem sich Kommunen, IHK, Institute und Unternehmen
in der Metropolregion Nürnberg zusammengeschlossen haben. Einmal im Jahr
werden Innovotionspreise vergeben. Ziel ist, damit die Innovationsdynamik
im Kontext Mobilität zu fördern und zu würdigen, wie Forschung zu
nachhaltigem Wirtschaftswachstum, zur Sicherung von Arbeitsplätzen sowie
zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Bayern
beiträgt. In Vertretung von Staatsminister Hubert Aiwanger wurde der Preis
2023 von Regierungsrat Marc Lüke aus dem Bayerischen Staatsministerium für
Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie feierlich übergeben.

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COP28 muss globale Energiewende und Unterstützung der Entwicklungsländer vorantreiben

Die 28. Vertragsstaatenkonferenz der UN-Klimarahmenkonvention (COP28) wird
vom 30. November bis 12. Dezember 2023 in Dubai (Vereinigte Arabische
Emirate) tagen. Während der Weltklimakonferenz wird insbesondere die erste
globale Bestandsaufnahme (Global Stocktake, GST) im Rahmen des Pariser
Abkommens abgeschlossen. Um die Ziele des Abkommens in Reichweite zu
halten, müssen die Ergebnisse des GST den Kampf gegen den Klimawandel
drastisch verstärken. Insbesondere muss von der Konferenz ein starkes
Signal zur Beschleunigung der globalen Energiewende und zur verstärkten
Unterstützung der Entwicklungsländer ausgehen. Dies verdeutlicht das
Wuppertal Institut auch in einer Stellungnahme.

Weltweit war das Jahr 2023 erneut von einer weiteren Serie verheerender
Extremwetterereignisse geprägt und ist auf dem besten Weg, das wärmste
Jahr aller Zeiten zu werden. Dies führt einmal mehr die eskalierende
Klimakrise vor Augen.

"Die Konferenz muss ehrlich anerkennen, dass die derzeitigen Anstrengungen
bei weitem nicht ausreichen und klare Maßnahmen ergreifen, um diese Lücken
zu schließen", erklärt Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick, Präsident und
wissenschaftlicher Geschäftsführer des Wuppertal Instituts. "Die Staaten
müssen sich dazu verpflichten, so schnell wie möglich aus der Nutzung
fossiler Brennstoffe auszusteigen, ergänzt durch eine signifikante
Verbesserung der Energieeffizienz und durch eine deutliche Beschleunigung
des Einsatzes erneuerbarer Energietechnologien."

Der Publikation "World Energy Outlook" der Internationalen Energieagentur
zufolge sollten sich die Vertragsparteien des Pariser Abkommens
insbesondere zu folgenden Punkten verpflichten:

– Sofortiger Stopp der weiteren Ausweitung der Förderung und Nutzung
fossiler Brennstoffe, gefolgt von einer Reduzierung um ein Viertel bis
2030 und einem vollständigen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen bis 2050
– Verdreifachung der weltweit installierten Kapazität an erneuerbaren
Energien bis 2030
– Die jährliche Verbesserung der Energieintensität bis 2030 muss
verdoppelt werden
– Senkung der Methan-Emissionen aus der Nutzung fossiler Brennstoffe um 75
Prozent bis 2030
– Verdreifachung der Investitionen in saubere Energie in Schwellen- und
Entwicklungsländern bis 2030

Von den Zielen ins Handeln kommen

"Die Festlegung von Zielen allein führt jedoch nicht zu einer Verringerung
der Emissionen", erklärt Wolfgang Obergassel, Co-Leiter des
Forschungsbereichs Internationale Klimapolitik am Wuppertal Institut. "Die
Konferenz sollte die Staaten auch dazu auffordern, in ihren
Klimaschutzbeiträgen anzugeben, wie sie zu jedem der oben genannten
globalen Ziele beitragen werden. Idealerweise sollten die Staaten bereits
im Jahr 2024 verstärkte Maßnahmen für dieses kritische Jahrzehnt vorlegen.
Darüber hinaus sollte das Konferenz-Ergebnis einen Monitoring-Mechanismus
einrichten, um die Fortschritte auf dem Weg zu den globalen Zielen genau
zu überwachen."

Unterstützung für Entwicklungsländer

Ein weiteres zentrales Thema der Konferenz ist die finanzielle
Unterstützung der Entwicklungsländer – insbesondere im Hinblick auf
klimabedingte Verluste und Schäden. "Die UN-Konferenz für Handel und
Entwicklung (UNCTAD) schätzt die klimabedingten Verluste und Schäden
bereits auf 345 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020, die bis 2030 auf 580
Milliarden US-Dollar ansteigen werden", erklärt Christiane Beuermann,
stellvertretende Leiterin der Forschungsabteilung Energie-, Verkehrs- und
Klimapolitik am Wuppertal Institut. "Angesichts der zunehmenden
Zerstörungen durch den Klimawandel muss auf der Konferenz in Dubai eine
Entscheidung über die volle Funktionsfähigkeit des Fonds für Schäden und
Verluste (Loss and Damage Fund, LDF) und die Zusage von finanziellen
Beiträgen zu diesem Fonds getroffen werden."

Bereits 2009 hatten sich die Industrieländer verpflichtet, die
Entwicklungsländer ab 2020 mit jährlich 100 Milliarden US-Dollar
finanziell zu unterstützen. Dieses Ziel wurde jedoch in den Jahren 2020
und 2021 verfehlt. Erste Zahlen deuten zwar darauf hin, dass das Ziel im
Jahr 2022 erreicht wurde, doch der Rückstand in den vorangegangenen Jahren
hat das Vertrauen in den internationalen Prozess massiv untergraben.
Dieser Misserfolg darf sich nicht wiederholen. Um die zugesagte
Gesamtsumme bis 2025 zu erreichen, müssten die Industrieländer in den
kommenden Jahren mehr als 100 Milliarden US-Dollar zahlen, um das Ziel von
100 Milliarden US-Dollar im Durchschnitt des Zeitraums 2020 bis 2025 zu
erreichen.

Die Entwicklungsländer erwarten insbesondere eine Erhöhung der
Unterstützung für die Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels.
Diese haben bei weitem noch nicht das gleiche Niveau erreicht wie die
Maßnahmen zur Emissionsreduktion. Außerdem wird erwartet, dass während der
Konferenz ein Rahmen für das globale Anpassungsziel des Pariser Abkommens
verabschiedet wird, um dieses durch die Festlegung konkreterer Ziele und
Indikatoren operationeller zu gestalten.

Wuppertal Institut gibt mit Sideevents Impulse für die Zukunft

Das Wuppertal Institut organisiert auf der COP28 eine Reihe von
Sideevents, um seine Forschungsprojekte und -ergebnisse vorzustellen und
den Austausch mit Delegierten und Praxispartnern zu fördern. Der
thematische Schwerpunkt liegt dabei auf der industriellen Transformation
und den internationalen Kohlenstoffmärkten.

Analyse der Konferenz-Ergebnisse

Die Forschenden des Wuppertal Instituts haben seit Beginn des UN-
Klimaprozesses die laufenden Verhandlungen beobachtet und deren Ergebnisse
analysiert und eine ausführlichere Stellungnahme in englischer Sprache zu
ihren Erwartungen an die Konferenz verfasst. Kurz nach Abschluss der
Konferenz wird das Wuppertal Institut eine erste Auswertung der Ergebnisse
veröffentlichen. Weitere Informationen zur COP28 sind über die
untenstehenden Links zu finden.

Virtueller Wuppertal Lunch zu COP28-Ergebnissen

Die Bewertung der COP-Ergebnisse stellen die Forschenden des Wuppertal
Instituts am 18. Dezember 2023 ab 12:30 Uhr beim Wuppertal Lunch „Lessons
from COP28: Between Progress and Challenges” vor, der in Kooperation mit
Table.Media veranstaltet wird, und diskutieren mit Expert*innen darüber.
Die digitale Veranstaltung findet in englischer Sprache statt, die
Teilnahme ist kostenfrei und im nachfolgenden Link möglich. Details zum
Programm folgen in Kürze.

Zukunftswissen.fm: Podcast-Episode zu den Erwartungen an die COP28

Auch in der neuesten Folge des Podcasts des Wuppertal Instituts geht es um
die COP28. Viviane Raddatz, Leiterin Klima und Energie beim WWF
Deutschland, und Wolfgang Obergassel sprechen über ihre Erwartungen an
diese wichtige Konferenz. Gemeinsam bewerten sie die Bedeutung der
globalen Bestandsaufnahme und des Fonds für Schäden und Verluste.

Weiterführende Informationen:

Sideevents des Wuppertal Instituts
https://wupperinst.org/a/wi/a/s/ad/8373

Wuppertal Lunch: Lessons from COP28: Between Progress and Challenges
https://us02web.zoom.us/webinar/register/1117007572204/WN_YlDw03crRJ2XqJKKaEZ46g#/registration

Zukunftswissen.fm: Podcast-Episode zu den Erwartungen an die COP28
https://open.spotify.com/episode/1hG5F1DFhgnqlDmTxImbmL

Webseite des Wuppertal Instituts zur Weltklimakonferenz in Dubai
https://wupperinst.org/cop

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
https://wupperinst.org/c/wi/c/s/cd/93 | Wolfgang Obergassel, Co-Leiter des
Forschungsbereichs Internationale Klimapolitik

Originalpublikation:
https://wupperinst.org/en/a/wi/a/s/ad/8378 | Stellungnahme: COP28 Needs to
Fast-Forward the Global Energy Transition and Support for Developing
Countries

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