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Bauen mit dem 3D-Drucker, Nachwuchs für den Mikrochip: Ministerpräsident Stephan Weil besucht TU Braunschweig

Professor Harald Kloft, Leiter des Instituts für Tragwerksentwurf (ITE) und Sprecher des Sonderforschungsbereichs „Additive Manufacturing in Construction“, gibt einen Einblick in die Forschung zur Digitalen Baufabrikation.  Christian Bierwagen  TU Braunschweig
Professor Harald Kloft, Leiter des Instituts für Tragwerksentwurf (ITE) und Sprecher des Sonderforschungsbereichs „Additive Manufacturing in Construction“, gibt einen Einblick in die Forschung zur Digitalen Baufabrikation. Christian Bierwagen TU Braunschweig

Neue Technologien sind notwendig, um das Bauen umweltfreundlicher,
schneller und wirtschaftlicher zu machen. Wissenschaftler der TU
Braunschweig sehen in der Additiven Fertigung eine digitale
Schlüsseltechnologie für das Bauen der Zukunft. Wie sie das 3D-Drucken im
Sonderforschungsbereich „Additive Manufacturing in Construction“
erforschen, zeigten sie Niedersachsens Ministerpräsidenten Stephan Weil.
Außerdem machte er sich ein Bild von der Zukunft der Mikroelektronik: Ein
zentrales Forschungsfeld ist die Photonik-Elektronik-Kombination, die
Steuerung von Strom und Licht in einem einzigen Mikrochip. Hierzu wird
eine neue Halbleitertechnologie im Nitride Technology Center entwickelt.

„Forschung aus Niedersachsen ist ein echter Innovationstreiber, davon
konnte ich mich heute einmal mehr an der TU Braunschweig überzeugen. Hier
werden neue Technologien entwickelt, die das Bauen umweltfreundlicher,
schneller und wirtschaftlicher machen – ein echter Meilenstein. Und die
Forschungen zu Halbleitertechnologien versprechen Fortschritte in Sachen
Energieeffizienz und Leistungsstärke“, sagt Stephan Weil,
Ministerpräsident des Landes Niedersachsen.

Forschungsstandort für die Digitale Baufabrikation

Durch die Vervierfachung der Weltbevölkerung in den vergangenen 100 Jahren
ist das Bauwesen zu einem globalen Treiber für Ressourcenverbrauch und
Umweltbelastung geworden. Daneben leidet die Bauindustrie unter
stagnierender Produktivität und für Kund*innen ist das Bauen kaum
bezahlbar. Während andere Industriebereiche wie der Automobilbau über die
Jahrzehnte kontinuierlich technologische Entwicklungen in ihre Fertigung
integriert haben, bestimmen auf den Baustellen noch überwiegend
lohnintensive handwerkliche Techniken die Herstellung von Bauwerken.

Hier setzen die Wissenschaftler*innen des Sonderforschungsbereichs
„Additive Manufacturing in Construction“ (AMC) an. Im Unterschied zu den
handwerklichen Bautechniken wird beim 3D-Drucken ein Bauteil Schicht für
Schicht aufgebaut und in seine dreidimensionale Form gebracht: Formenbau,
industrielle Vorprozesse oder aufwendige Anpassungsprozesse von
Halbzeugen, wie Rohlingen sind nicht erforderlich. „Zu Beginn des
digitalen Zeitalters haben wir die große Chance, mit dem 3D-Drucken den
Weg für einen Paradigmenwechsel im Bauwesen zu bereiten, nämlich den Wert
des Materials in den Vordergrund zu stellen und nicht die Lohnkosten
aufgrund veralteter Bautechniken. Die Additive Fertigung hat das Potenzial
für eine digitale Bauschlüsseltechnologie, um Bauen produktiver,
umweltschonender und bezahlbarer zu machen“, sagt Professor Harald Kloft,
Leiter des Instituts für Tragwerksentwurf (ITE) und Sprecher des
Sonderforschungsbereichs. Bereits seit zehn Jahren erforscht die TU
Braunschweig 3D-Druckverfahren für das Bauwesen und hat sich damit als
Forschungsstandort für die Digitale Baufabrikation etabliert.

Digitales Baufabrikationszentrum: „Bauwerke ganz neu denken“

Doch wie sieht das konkret aus? Einen Einblick erhielt Ministerpräsident
Stephan Weil am 23. Oktober im Digital Building Fabrication Laboratory
(DBFL). Das Forschungsgroßgerät mit einer Länge von 16 Metern und neun
Metern Breite ist ein digitales Baufabrikationszentrum. Dazu gehören eine
CNC-Fräse, ein Sechsachs-Roboterarm und eine automatisierte
Betonmischanlage. Hier werden Bauteile – wie Wände, Stützen, Decken und
auch Brücken – im Maßstab 1:1 gedruckt und die Wechselwirkungen von
Material, Prozess und Formgebung erforscht: „Der 3D-Druck ermöglicht es
uns, Bauwerke ganz neu zu denken. Ressourcenschonender, emissionsärmer,
effizient und mit neuen gestalterischen Freiräumen für die Architektur“,
sagt Norman Hack, Professor für Digitale Konstruktion am ITE.

Beton, Stahl, Lehm

Mit dem DBFL drucken die Wissenschaftler*innen nicht nur Beton, sondern
auch Stahl und Lehm, bauen das Material in Schichten auf, spritzen es mit
einem Roboterarm, wie beim Shotcrete-3D-Printing-Verfahren oder injizieren
Materialstränge in ein Trägermedium, so dass filigrane Strukturen
entstehen. „Die Interaktion von Material und 3D-Druckprozessen ist von
elementarer Bedeutung für die Qualität der gedruckten Bauteile“, sagt Dirk
Lowke, Professor am Centrum Baustoffe und Materialprüfung der TU München.
Weiterhin zeigten die Wissenschaftler*innen, wie Betonbauteile aus
abzureißenden Bestandsgebäuden wiederverwendet werden können. Hierbei
helfen real-digitale Prozessketten, Betonbauteile aus dem Gebäudebestand
zu gewinnen, und als „Zweitbauteile“ weiter zu nutzen. Ebenso wird an der
Verwendung von Präzisionsschalung aus 100 Prozent recycelbaren
Industriewachsen geforscht. Das Wachs kann wieder eingeschmolzen werden
und bietet vollkommen neue Formen der Verschalung an.

„Die Errungenschaften des DFG-Sonderforschungsbereichs TRR 277 ‚Additive
Fertigung im Bauwesen‘ sind zukunftsweisend für die Bauwirtschaft und
Gesellschaft. Die Arbeit des sehr leistungsstarken Forschungsbereichs wird
die Baubranche grundlegend revolutionieren“, fasst die Präsidentin der TU
Braunschweig, Angela Ittel, zusammen. „Die Forschungsgruppe ist zudem ein
herausragendes Beispiel dafür, wie erfolgreich und bereichernd
universitätsübergreifende und interdisziplinäre Zusammenarbeit sein kann.
Auch in Zukunft planen wir, diese Zusammenarbeit auszubauen. So haben wir
zusammen mit der TU München eine Skizze für ein gemeinsames
Exzellenzcluster auf den Weg gebracht, das die weitergehende Erforschung
neuer Bautechnologien und die Integration dieser in Wirtschaft und
Gesellschaft untersuchen soll.“

Weiterer Programmpunkt des Besuchs: das Nitride Technology Center

Ein weiteres Forschungsfeld an der TU Braunschweig ist die Galliumnitrid-
Technologie. Alle Fäden sollen hier im Nitride Technology Center (NTC)
zusammenlaufen. Im NTC werden Halbleiter-Chips erforscht, die neben Strom
auch Licht steuern. Optische Prozessoren sind die Basis für
energieeffiziente und leistungsstarke KI-Prozessoren. Zwischen der
Ausbildung dringend gefragter Fachkräfte für die Halbleiterfertigung und
der Entwicklung von Quantentechnologien präsentierte sich dem
Ministerpräsidenten ein Zukunftsfeld für Niedersachsens Forschung und
Industrie.

„Wir haben über die letzten Jahre Braunschweig und die Region zu einem
international sichtbaren Zentrum für Galliumnitrid-Forschung aufgebaut. Im
Gegensatz zu Silizium kann Galliumnitrid Licht emittieren und spielt damit
eine zunehmend stärkere Rolle in der Mikroelektronik. Mit dem NTC
fokussieren wir jetzt diese Forschungsaktivitäten und damit auch die
Ausbildung von Fachkräften in Niedersachsen – in enger Zusammenarbeit mit
regionalen Initiativen wie dem Quantum Valley Lower Saxony und globalen
Playern wie Intel, Infineon, ams Osram oder Global Foundries“, so
Professor Andreas Waag vom Institut für Halbleitertechnik der TU
Braunschweig.

Über den Sonderforschungsbereich „Additive Manufacturing in Construction“
(AMC):

Der von der DFG geförderte Sonderforschungsbereich TRR 277 Additive
Manufacturing in Construction (AMC) von TU Braunschweig und TU München hat
das Ziel, die Transformation des Bauwesens in eine digitale und
nachhaltige Zukunft wesentlich mitzugestalten. Im Fokus steht die Nutzung
der 3D-Drucktechnologie (Additive Fertigung), um ressourcenschonende,
emissionsarme und wirtschaftliche Bauweisen zu entwickeln. Komplexe
Forschungsfragen zu Werkstoffen, Verfahrenstechnik, digitaler
Prozesssteuerung, Modellierung, Design und Konstruktion werden von
Wissenschaftler*innen aus den Bereichen Bauwesen und Maschinenbau
ganzheitlich untersucht.
Weitere Informationen: www.amc-trr277.de

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Symposium Interkulturalität an der Vinzenz Pallotti University setzt Impulse

Symposium Interkulturalität an der Vinzenz Pallotti University in Vallendar  Daniela Hahn  Vinzenz Pallotti University
Symposium Interkulturalität an der Vinzenz Pallotti University in Vallendar Daniela Hahn Vinzenz Pallotti University

Am 20. und 21. Oktober 2023 fand in Vallendar das erste Symposium
Interkulturalität der Vinzenz Pallotti University, des Ethik Instituts und
der Deutschen Ordensobernkonferenz statt.

Die Vinzenz Pallotti University nimmt eine Neuprofilierung unter der
Perspektive „Interkulturalität“ vor. Das gilt sowohl für Forschung und
Lehre wie auch für die Lern- und Lebensgemeinschaft und lenkt dabei
gezielt den Blick auf andere Weisen des Philosophie- und
Theologietreibens.

Die Weltkirche ist stets mit der Herausforderung von Interkulturalität und
dem Mühen um Verständigung zwischen den verschiedenen Ortskirchen
konfrontiert. Dabei gilt es, die kulturelle Prägung des jeweils eigenen
Glaubens zu reflektieren und die Aufmerksamkeit für Erfahrungen der
Anderen zu schulen, Inkulturationsprozesse und fremde Kontexte müssen
verstanden und kulturelle Barrieren überwunden werden.

Entsprechend behandelte das erste Symposium im Rahmen der Neuprofilierung
der Hochschule eine breite Palette von Themenfeldern. Am ersten Tag
referierte Prof. Dr. mult. Mariano Delgado Casado „Zur Spannung zwischen
Weltkirche und Ortskirchen“. Dem spannenden Vortrag des anerkannten
Experten für Interkulturalität schloss sich eine Gesprächsrunde an, in der
das Thema tiefgehend diskutiert wurde. Der zweite Veranstaltungstag
beinhaltete neben zahlreichen Vorträgen auch Workshops zu vielfältigen
Themenfeldern.

„Das Wichtigste am Thema Interkulturalität scheint mir der
Perspektivenwechsel zu sein, den eigenen Standpunkt zu verlassen und mit
einem anderen Blick auf das Leben zu schauen. Es bringt die eigenen
Prämissen und Vorurteile zum Vorschein und hinterfragt sie,“ so P. Helmut
Scharler SAC, der Präsident der Vinzenz Pallotti University, in seinem
abschließenden Vortrag.

Im Rahmen des Symposiums wurden viele Aspekte des Themas beleuchtet und
diskutiert – und dabei auch neue Fragestellungen entwickelt. Scharler zog
ein positives Fazit der Veranstaltung: „Wir sind eine Hochschule in der
Umstrukturierung und wollen diesen Prozess in eine lange Tradition
integrieren. Das Symposium bestärkt uns darin, die Profilierung der
Vinzenz Pallotti University im Bereich Interkulturalität weiterhin und
noch verstärkt voranbringen zu wollen.“

Das Symposium wurde von den Teilnehmenden als sehr bereichernd empfunden
und es
bestand Einigkeit, dass man sich bereits jetzt auf die geplante
Folgeveranstaltung freut.

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Vorwürfe gegen die Prüfungen des Medizinischen Dienstes – Widerspruch kann sich lohnen

Angesichts der jüngsten Berichterstattung über hohe Korrekturraten bei Gutachten des Medizinischen Dienstes (MD) äußert sich der Verbraucherschutzverein BIVA-Pflegeschutzbund besorgt, aber nicht überrascht. „Diese Entwicklungen bestätigen unsere langjährigen Beobachtungen“, erklärt Ulrike Kempchen, führende Juristin des Vereins. „In unserer täglichen Arbeit unterstützen wir zahlreiche Widersprüche gegen die Gutachten des MD, von denen ein erheblicher Anteil erfolgreich ist.“

Laut einer Recherche des TV-Magazins Report Mainz wurden im Jahr 2022 gegen sieben Prozent der zweieinhalb Millionen Begutachtungen des MD Widerspruch eingelegt, wobei knapp 30 Prozent dieser Widerspruchsverfahren bei unveränderter Sachlage korrigiert werden mussten.

„In unserer Beratungspraxis sehen wir häufig, dass Widersprüche gegen die Begutachtung zum Erfolg führen“, so Kempchen. Ob es sich dabei um Fehlbegutachtungen handele oder ob der Gesundheitszustand bei der erneuten Prüfung ein anderer sei – worauf der MD angesichts der Vorwürfe hinweist –, könne man von außen nicht beurteilen. Klar sei aber, „dass dies bei pflegebedürftigen Personen oft zu einer zu niedrigen Einstufung und damit verbundenem Verlust finanzieller Unterstützung führen kann.“ Kempchen rät dazu, die Begutachtung im Zweifelsfall prüfen zu lassen, um sicherzustellen, dass jede und jeder Betroffene die Pflege und Unterstützung erhält, die er oder sie benötigt und auf die ein Anspruch besteht.

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Der BIVA-Pflegeschutzbund vertritt seit 1974 bundesweit die Interessen von Menschen, die im Alter Wohn- und Pflegeangebote in Anspruch nehmen. Der BIVA-Pflegeschutzbund ist gemeinnützig, konfessionell ungebunden und überparteilich. BIVA ist die Abkürzung für Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen e.V.

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Jetzt ist die Philosophie als Orientierungswissenschaft gefordert“ – die Bedeutung der Philosophie in Krisenzeiten

Die gestrige Akademische Feier der Hochschule für Philosophie München
(HFPH) stand unter dem Zeichen der Bedeutung der Philosophie als
Orientierungswissenschaft in Zeiten großer Herausforderungen und
Unsicherheiten. Neben den Ansprachen des Bayerischen
Wissenschaftsministers Markus Blume MdL und des Präsidenten der HFPH,
Johannes Wallacher, hob auch die Festrede des Erkenntnistheoretikers,
Dominik Finkelde SJ, die besondere Relevanz der Philosophie für das Heute
hervor.

Kritisches Denken fördern

In einer Zeit, in der die Welt mit zahlreichen Herausforderungen wie
Kriegen, dem zunehmenden Auseinanderbrechen unserer Gesellschaften oder
der Klimakrise konfrontiert ist, war die diesjährige Akademische Feier der
HFPH ein Anlass, um den Fokus darauf zu legen, welchen Beitrag die
Philosophie und die Ethik zu einem Problemlösungsansatz leisten können.
Bereits im Vorjahr unterstrich der Bayerische Staatsminister für
Wissenschaft und Kunst Markus Blume MdL die Bedeutung der Philosophie als
grundlegende Orientierungswissenschaft im akademischen Bereich und der
gesamten Gesellschaft und bezeichnete die HFPH in diesem Zuge als „Diamant
der bayerischen Hochschullandschaft“.

Dieser wörtlichen Auszeichnung Rechnung zu tragen, ist und bleibt Anspruch
der HFPH. So betonte Professor Johannes Wallacher in seiner Rede
angesichts der verschiedenen und sich wechselseitig verstärkenden Krisen:

„Insofern wird unser Auftrag als Hochschule, Menschen zum eigenständigen
kritischen Denken zu ermutigen und zu befähigen, damit sie unsere
unübersichtliche Welt besser verstehen und Toleranz und Frieden fördern
können, umso bedeutsamer“. Als Begründung erläutert der Hochschulpräsident
weiter: „Um einem sich ausbreitenden Freund-/Feind-Schema, das unsere
Wirklichkeit vorschnell in Richtig und Falsch, Gut und Böse aufteilt,
etwas entgegen setzen zu können, ist strukturierte Analyse, differenzierte
Einordung und begründete Orientierung – und damit die Philosophie als die
Orientierungswissenschaft gefordert.“

Auch Wissenschaftsminister Markus Blume MdL fand dazu treffende Worte:

„Das Zeitalter der ‚Zeitenwenden‘ fordert uns heraus: Kriege, Klima,
Krisen – gleichzeitig großartige Chancen durch rasanten technischen
Fortschritt und Innovation. Das alles braucht Einordnung und Reflexion –
Algorithmen brauchen Aristoteles. Die HFPH gibt uns diese notwendige
ethische Orientierung: Sie setzt Leitplanken im Denken auf der Grundlage
unserer christlichen Werte – das macht sie zur Stütze unserer offenen und
freien Gesellschaft und zu einem wertvollen Teil unserer Hochschulfamilie.
In diesem Sinne: Ad multos annos!“

Die Wirklichkeit verstehen

Im Festvortrag ‘There is a Crack in Everything.‘ (L. Cohen) – Zum
Verhältnis von Wissen und Wahrheit von Prof. Dr. Dominik Finkelde SJ,
Professor für Erkenntnistheorie und Philosophie der Neuesten Zeit an der
HFPH, wurde deutlich, dass die Philosophie Räume schafft, über das
Bekannte und Bewiesene hinauszudenken und die Komplexität der Welt zu
erfassen. Gerade die globalen Krisen zeigen, wie begrenzt unsere Fähigkeit
ist, die Realität zu erfassen.

Finkelde SJ betonte, dass es Bereiche gibt, die wir nicht messen oder
vollständig verstehen können: „Die Krisen der Gegenwart zeigen uns,
inwiefern die uns umgebende Wirklichkeit immer kleiner ist als die Menge
ihrer Teile. Es gibt ein Jenseits, das wir nicht einfangen und nicht
einmal ausmessen können. Deshalb werden wir immer wieder von etwas Anderem
überrascht. Die Philosophie stellt die Frage nach diesem Jenseits wie
keine andere Disziplin. Sie tut dies als Geisteswissenschaft sowohl im
Austausch mit der Geschichte des Denkens. Aber sie tut dies auch im Dialog
mit den modernen Naturwissenschaften. Beides ist notwendig, um für das
Unbekannte, wenn auch nicht vorbereitet, so doch immerhin wach zu sein.“

Feierlichkeiten zum Welttag der Philosophie

Die jährliche Akademische Feier der HFPH wurde in diesem Jahr am 23.
November 2023 abgehalten. Bei der Veranstaltung, die jedes Jahr um den
UNESCO Welttag der Philosophie gefeiert wird, kommen Freundinnen und
Freunde der Hochschule sowie eine Gemeinschaft von interdisziplinären und
internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in der Münchner
Kaulbachstraße zusammen, um sich der Wertschätzung der Philosophie und den
Errungenschaften der Hochschule zu widmen. Während der Feierlichkeiten
wurden unter anderem herausragende Nachwuchs-Wissenschaftlerinnen und
-Wissenschaftler geehrt, die durch ihre akademischen Leistungen das Profil
und den Anspruch der Hochschule weiter gestärkt haben.

An der Hochschule für Philosophie München (HFPH) stellen sich Lehrende und
Studierende seit fast 100 Jahren gemeinsam den großen gesellschaftlichen
Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft. Wir bilden Menschen in
Philosophie aus, damit sie komplexe Zusammenhänge kritisch erfassen können
und Orientierung in den existenziellen Fragen des Menschseins gewinnen.
Das Studienangebot der vom Jesuitenorden getragenen und staatlich
anerkannten Hochschule umfasst Studiengänge in Philosophie mit den
Abschlüssen Bachelor, Master und Promotion ebenso wie berufsbegleitende
Weiterbildungsstudiengänge mit Zertifikat oder Master-Abschluss. Im
Zentrum des Münchner Universitätsviertels zeichnet sich die Hochschule
durch besondere Lehr-/Lernprozesse auf Augenhöhe zwischen Studierenden und
Lehrenden, eine familiäre Atmosphäre sowie inter- und transdisziplinären
Austausch aus. Die Hochschule ist ein Ort des Dialogs und der Debatte, der
auch über die Wissenschaft hinaus in die Gesellschaft hineinwirkt.

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