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Jungwissenschaftler-Preis für Forschung an Erneuerbaren Energien

Am 13. Dezember 2023 wird Dr. Yvonne Späck-
Leigsnering, Athene Young Investigator an der TU Darmstadt, als
Jungwissenschaftlerin der Stiftung Werner-von-Siemens-Ring ausgezeichnet.
Sie erhält die mit 10.000 € dotierte Auszeichnung für ihren Beitrag zum
Aufbau eines zukünftigen Energieverteilungssystems für erneuerbare
Energien. Die Verleihung findet im Kurfürstlichen Schloss in Mainz statt.

Die Stiftung Werner-von-Siemens-Ring zeichnet seit 1978 Talente in den
Bereichen Technik und Naturwissenschaften aus und bietet ihnen in einem
wachsenden Netzwerk Möglichkeiten für interdisziplinäre Vernetzung.
Aufgrund ihrer herausragenden Leistung, insbesondere in der Verbindung von
Forschungsgeist, Unternehmertum und Verantwortung für die Gesellschaft,
wird Dr. Yvonne Späck-Leigsnering als eine von vier
Jungwissenschaftler:innen der Stiftung Werner-von-Siemens-Ring geehrt.

Dr. Yvonne Späck-Leigsnering im Kurzportrait

Dr. Yvonne Späck-Leigsnering leitet eine Nachwuchsforschungsgruppe am
Institut für Teilchenbeschleunigung und Elektromagnetische Felder sowie
ein Projekt im Rahmen des Sonderforschungsbereichs Transregio 361 der
Deutschen Forschungsgemeinschaft. Als Athene Young Investigator erforscht
die Wissenschaftlerin derzeit die technische Umsetzbarkeit der
Energiewende und hat sich zum Ziel gesetzt, Produkte und Systeme durch
mathematische Modellierung und Feldsimulationen zuverlässiger und sicherer
zu gestalten. Dr. Yvonne Späck-Leigsnering trägt durch ihre Zusammenarbeit
mit der Industrie einen bedeutenden Beitrag zur Technologieführerschaft
Deutschlands im Bereich erneuerbarer Energien sowie zur gesellschaftlichen
Akzeptanz der notwendigen Maßnahmen zur Umsetzung der Energiewende bei.
Ein konkretes Beispiel ist die Verfügbarkeit von zuverlässigen,
unterirdisch verlegbaren Höchstspannungskabel. Späck-Leigsnering ist zudem
bei der Robert Bosch GmbH beschäftigt.

„Wir freuen uns sehr über den Erfolg von Frau Dr. Späck-Leigsnering. Die
Auszeichnung zeigt einmal mehr, dass wir mit unseren Förderformaten für
Forschende in frühen Karrierephasen, wie dem Athene Young Investigator
Programm, sehr gute Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit
Zukunftspotenzial auswählen und in ihrem Werdegang fördern”, sagt Prof.
Dr. Franziska Lang, Vizepräsidentin für Akademische Karrieren an der TU
Darmstadt, „Frau Späck-Leigsnering steht stellvertretend für eine
Generation von Wissenschaftlerinnen, die ingenieurwissenschaftliche Themen
in die Gesellschaft tragen und ist ein gutes Vorbild für Frauen, die sich
für eine Karriere im MINT-Bereich interessieren.”

Über die Auszeichnung

Die Stiftung Werner-von-Siemens-Ring zeichnet alle zwei Jahre
Jungwissenschaftler:innen aus, die herausragende Leistungen in technischer
Forschung und Entwicklung erbracht haben. Bisher wurden 137 talentierte
Forscherinnen und Forscher für ihre vielversprechenden Forschungsarbeiten
ausgezeichnet. https://siemens-ring.de/jungwissenschaftler/

Zur Stiftung Werner-von-Siemens-Ring

Die Auszeichnung von Lebensleistungen in Technik- und Naturwissenschaften
sowie die Förderung der aktuellen Technikforschung sind erklärte Ziele der
Stiftung. Der Werner-von-Siemens-Ring und die mit dem Ring ausgezeichneten
Persönlichkeiten sind seit über 100 Jahren wichtige Orientierungspunkte
und Motivation immer neuer Generationen von Forscher:innen in den Technik-
und Naturwissenschaften. Dafür engagieren sich im Stiftungsrat sowohl
Ringträger:innen als auch hochrangige Vertreter:innen technisch-
naturwissenschaftlicher Fachgesellschaften: der Physikalisch-Technischen
Bundesanstalt, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Fraunhofer-
Gesellschaft, der Max-Planck-Gesellschaft, des Stifterverbands, des
Bundesverbands der Deutschen Industrie und des Deutschen Verbands
Technisch-Wissenschaftlicher Vereine. Der Werner-von-Siemens-Ring gilt als
die höchste deutsche Auszeichnung für Personen, die durch ihre Leistung
technische Wissenschaften wesentlich vorangebracht oder mit ihrer
Forschung neue technische Wege erschlossen haben. Der Werner-von-Siemens-
Ring wird seit 1916 überreicht. Die VDI/VDE-IT GmbH betreut die
Geschäftsstelle der Stiftung. https://siemens-ring.de/

Anmeldung für Presseleute (Teilnahme in Mainz):
https://ssl.vdivde-it.de/registration/3205

Livestream der Auszeichnung am 13.12.2023:
https://siemens-ring.de/live

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Inflation für alle Haushaltstypen deutlich unter 4 Prozent Neue Werte des IMK Inflationsmonitors

Inflation für alle Haushaltstypen deutlich unter 4 Prozent – normale
Mehrwertsteuer auf Gas und Fernwärme trifft Ärmere am stärksten

Die Inflationsrate in Deutschland ist im Oktober auf 3,8 Prozent gesunken.
Damit war die Teuerung einerseits fast doppelt so stark wie von der
Europäischen Zentralbank (EZB) in ihrer Zielinflationsrate angestrebt,
andererseits weniger als halb so hoch wie im Oktober 2022 (8,8) Prozent.
Ebenfalls stark zurückgegangen ist die Spanne der Inflationsbelastung
zwischen verschiedenen Haushaltstypen, die sich nach Einkommen und
Personenzahl unterscheiden. Der Unterschied zwischen der höchsten und der
niedrigsten haushaltsspezifischen Rate betrug im Oktober 2023 0,6
Prozentpunkte, während es 3,1 Prozentpunkte ein Jahr zuvor waren. Nach
September 2023 zum zweiten Mal seit Beginn der drastischen Teuerungswelle
waren dabei ärmere Haushalte, unabhängig von ihrer Größe, nicht mehr am
oberen Rand der haushaltsspezifischen Inflationsraten zu verorten, sondern
nun im unteren Bereich. Familien mit niedrigen Einkommen hatten im Oktober
eine Inflationsrate von 3,0 Prozent zu tragen, bei Alleinlebenden mit
niedrigen Einkommen waren es 3,2 Prozent. Da ärmere Singles und ärmere
Familien über den größeren Teil des Jahres 2023 mit zum Teil deutlich
überdurchschnittlichen Teuerungsraten konfrontiert waren, dürfte trotzdem
auch ihre Jahresrate vergleichsweise hoch ausfallen. Und wenn, wie aktuell
von der Bundesregierung geplant, die Mehrwertsteuer auf Gas und Fernwärme
schon ab Januar statt ab April 2024 wieder auf 19 Prozent steigt, würde
das Haushalte mit niedrigen Einkommen überproportional betreffen. Da
Haushaltsenergie bei ihren monatlichen Ausgaben eine relativ große Rolle
spielt, „öffnet sich dann die soziale Schere wieder“, schreiben Dr. Silke
Tober und Prof. Dr. Sebastian Dullien im neuen IMK Inflationsmonitor, den
das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-
Böckler-Stiftung vorlegt.*

Die Inflationsexpertin und der wissenschaftliche Direktor des IMK
berechnen seit Anfang 2022 jeden Monat spezifische Teuerungsraten für neun
repräsentative Haushaltstypen, die sich nach Zahl und Alter der Mitglieder
sowie nach dem Einkommen unterscheiden (mehr zu den Typen und zur Methode
unten und in der Abbildung in der pdf-Version dieser PM; Link unten).

Ärmere Haushalte waren während der aktuellen Teuerungswelle bis in den
Herbst hinein besonders stark durch die Inflation belastet, weil sie einen
großen Teil ihres schmalen Budgets für Güter des Grundbedarfs wie
Nahrungsmittel und Haushaltsenergie ausgeben müssen. Diese waren die
stärksten Preistreiber. Im Laufe der letzten Monate hat die Preisdynamik
dort aber nachgelassen, so dass sich die einkommensspezifischen
Differenzen seit dem Höhepunkt im Oktober 2022 stark verändert haben.
Damals hatten Familien mit niedrigen Einkommen die höchste Inflationsrate
im Haushaltsvergleich mit 11,0 Prozent. Dagegen waren es bei
Alleinlebenden mit sehr hohen Einkommen 7,9 Prozent. Doch auch wenn die
Inflationsraten seitdem stark gesunken sind und die Werte für die
verschiedenen Haushalte sich angenähert haben, wird das Problem steigender
Preise vor allem für Menschen mit niedrigen Einkommen dadurch verschärft,
dass viele nur geringe finanzielle Rücklagen haben und die Alltagsgüter,
die sie vor allem kaufen, kaum zu ersetzen sind.

Dass die allgemeine Inflationsrate von September auf Oktober um 0,7
Prozentpunkte zurückgegangen ist, liegt unter anderem daran, dass die
Energiepreise geringfügig niedriger lagen. Das ist darauf zurückzuführen,
dass die Preise für Haushaltsenergie kaum gestiegen sind und die
Kraftstoffpreise deutlich geringer ausfielen. Zudem verteuerten sich
Lebensmittel zwar noch einmal um gut sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr,
das stellt aber eine deutliche Verlangsamung gegenüber den Monaten zuvor
dar. Auch bei den übrigen untersuchten Haushaltstypen wirkte sich die
nachlassende Preisdynamik im Grundbedarf aus, allerdings weniger stark als
bei den ärmeren: So betrug die Preissteigerung bei Familien mit hohen
Einkommen im Oktober 3,6 Prozent, bei Paaren ohne Kinder mit mittleren
Einkommen 3,5 Prozent und bei Alleinlebenden mit sehr hohen Einkommen 3,4
Prozent. Familien mit mittleren Einkommen sowie Singles mit höheren
Einkommen verzeichneten Teuerungsraten von jeweils 3,3 Prozent. Bei
Alleinlebenden und bei Alleinerziehenden mit jeweils mittleren Einkommen
schlug die Inflation mit je 3,2 Prozent zu Buche (siehe auch die Abbildung
in der pdf-Version). Dass aktuell die spezifischen Inflationsraten der
einzelnen Haushaltstypen etwas unter der allgemeinen Rate liegen, beruht
darauf, dass das IMK bei der Gewichtung der Warenkörbe die repräsentative
Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) heranzieht, während das
Statistische Bundesamt seit Jahresanfang auf die Volkswirtschaftliche
Gesamtrechnung zurückgreift.

– „Höchste Zeit, dass EZB Zinserhöhungszyklus beendet hat“ –

Für die kommenden Monate erwarten Tober und Dullien einen weiteren
Rückgang der Inflationsrate, wobei der Dezember wegen der staatlichen
Abschlagsübernahme für Erdgas- und Fernwärme-Haushalte im Vorjahr einen
Ausreißer darstellen wird. Die Fachleute des IMK rechnen auch mit einer
sinkenden Kerninflation, weil die niedrigeren Energie- und Rohstoffpreise
mit einigem Zeitverzug über die Produktionsketten hinweg auch bei den
Endkund*innen ankommen. Zudem wirke die Auflösung von Lieferengpässen
dämpfend. Die sinkende Tendenz bei der Teuerung dürfte sich zunächst
abschwächen, analysieren die Fachleute. Bremsend wirkten zum Jahresanfang
die Normalisierung des Mehrwertsteuersatzes auf Speisen in Gaststätten
sowie die Anhebung des CO2-Preises. Sollte die Wiederanhebung der
Mehrwertsteuer bei Gas und Fernwärme tatsächlich ebenfalls auf Januar
vorgezogen werden, würde allein deswegen die Inflationsrate zwischen
Januar und März um 0,2 Prozentpunkte höher ausfallen. All das dürfte den
Trend zu niedrigeren Teuerungsraten aber nicht drehen, betonen Tober und
Dullien, zumal die hohen Preissteigerungen der Vergangenheit sukzessive
aus der Inflationsberechnung fallen. Unter dem Strich dürfte sich 2024 die
Inflationsrate „dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von
zwei Prozent deutlich annähern“, schreiben sie.

Vor diesem Hintergrund und angesichts der wirtschaftlichen Schwäche im
Euroraum und insbesondere in Deutschland „war es höchste Zeit, dass die
EZB ihren Zinserhöhungszyklus beendet hat“, so die IMK-Fachleute. Die
„Normalisierung“ der Geldpolitik im vergangenen Jahr sei bei
Aufwärtsrisiken für die Inflation und den damals noch recht positiven
Wirtschaftsaussichten angebracht gewesen. Seitdem habe die EZB aber
überzogen agiert: „Da die Zweitrundeneffekte durch erhöhte
Lohnsteigerungen überschaubar bleiben, war die deutliche geldpolitische
Restriktion zur Inflationsbekämpfung nicht nur unnötig, sondern riskiert
eine Verzögerung der klimapolitisch erforderlichen Investitionen und ein
erneutes Unterschreiten des Inflationsziels wie in den fünf Jahren vor der
Pandemie.“

– Informationen zum Inflationsmonitor –

Für den IMK Inflationsmonitor werden auf Basis der Einkommens- und
Verbrauchsstichprobe (EVS) des Statistischen Bundesamts die für
unterschiedliche Haushalte typischen Konsummuster ermittelt. So lässt sich
gewichten, wer für zahlreiche verschiedene Güter und Dienstleistungen –
von Lebensmitteln über Mieten, Energie und Kleidung bis hin zu
Kulturveranstaltungen und Pauschalreisen – wie viel ausgibt und daraus die
haushaltsspezifische Preisentwicklung errechnen. Die Daten zu den
Haushaltseinkommen stammen ebenfalls aus der EVS. Im Inflationsmonitor
werden neun repräsentative Haushaltstypen betrachtet: Paarhaushalte mit
zwei Kindern und niedrigem (2000-2600 Euro), mittlerem (3600-5000 Euro),
höherem (mehr als 5000 Euro) monatlichem Haushaltsnettoeinkommen;
Haushalte von Alleinerziehenden mit einem Kind und mittlerem (2000-2600
Euro) Nettoeinkommen; Singlehaushalte mit niedrigem (unter 900 Euro),
mittlerem (1500-2000 Euro), höherem (2000-2600 Euro) und hohem (mehr als
5000 Euro) Haushaltsnettoeinkommen sowie Paarhaushalte ohne Kinder mit
mittlerem Haushaltsnettoeinkommen zwischen 3600 und 5000 Euro monatlich.
Der IMK Inflationsmonitor wird monatlich aktualisiert.

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Wie lebt es sich in der Stadt der Zukunft? - Konferenz #SdZ23“

Als Teil der Konferenz geht eine vertikale Ausstellung der Frage nach, wie Landschaften und Stadtstrukturen sich bisher entwickelt haben.  SpACE Lab at ISU  Map Data 2023 Esri, Maxar, Earthstar Geographics and the GIS User Community
Als Teil der Konferenz geht eine vertikale Ausstellung der Frage nach, wie Landschaften und Stadtstrukturen sich bisher entwickelt haben. SpACE Lab at ISU Map Data 2023 Esri, Maxar, Earthstar Geographics and the GIS User Community

Die Stadt der Zukunft wird eine andere sein. Schon jetzt sind die Folgen
des Klimawandels mit steigenden Temperaturen, Dürren, Starkregen,
Waldbränden und Überschwemmungen spürbar. Doch wie können Städte und
Metropolregionen diesen Herausforderungen gerecht werden, beim Klima- und
Ressourcenschutz vorangehen und weiterhin lebenswert sein? Damit
beschäftigen sich Wissenschaftler*innen der TU  Braunschweig im
Forschungsschwerpunkt „Stadt der Zukunft“ und laden am 11. und 12. Oktober
mit der Konferenz #SdZ23 alle Interessierten zu Forschung und Aktionen
ein. Neben dem wissenschaftlichen Diskurs wird ein vielfältiges Programm
geboten – mit Ausstellungen, Vorträgen, Bühnenprogramm und Live-Musik.

„Die Transformation der Stadt ist der Schlüssel zur Gestaltung einer Welt,
die lebenswert bleibt: Sich anpassen an das, was nicht mehr zu ändern ist,
und rasch tun, was jetzt verändert werden muss. Dabei muss Wissenschaft
noch stärker eine Brücke schlagen, hinein in das Alltagsleben der
Menschen, in Kultur und Gesellschaft. Es liegt noch Übersetzungsarbeit vor
uns, damit wissenschaftliche Erkenntnisse auch dazu führen, dass Menschen
sich die unterschiedlichen noch möglichen Zukünfte vorstellen können und
an ihnen teilhaben wollen – damit nachhaltige Veränderung auch gelingt“,
sagen die Ko-Sprecher*innen des Forschungsschwerpunkts, Professorin
Vanessa Carlow und Professor Eckart Voigts. „In diesen Tagen hier in
Braunschweig wollen wir sie erklären, erarbeiten und erproben, die Stadt
der Zukunft mit ihren Problemen, aber auch immensen Potenzialen.“

Von Stadtvisionen für Braunschweig, über nachhaltige Landwirtschaft bis
zur Smart City

Deshalb laden acht Wissenschafts-getriebene Sessions von „Gute Wege“ bis
zum „Leben mit Wasser“ und eine Abschlussdiskussion mit dem renommierten
Klimaforscher Professor Hans Joachim Schellnhuber vom Potsdam-Institut für
Klimafolgenforschung an beiden Tagen zum interdisziplinären Dialog ein.
Darüber hinaus können Konferenz-Besucher*innen am 11. Oktober „Aktionen
für einen positiven Wandel“ erleben – von lebenswerten und produktiven
Städten über urbane Mobilität, Lebensmittelrettung, Pflanzenbörsen und
Smart Cities bis zur nachhaltigen Landwirtschaft. Start ist um 9 Uhr am
Architekturhochhaus an der Mühlenpfordtstraße mit einem gemeinsamen
Frühstück unter freiem Himmel nach dem Jeder-Bringt-Was-Mit-Prinzip.

Gut gestärkt beginnen dann die verschiedenen „Aktionen“, wie die
Ausstellung von „spaces4future“. Die Initiative zeigt einen Teil ihrer
Realutopien zu NewBrunswick, beispielsweise die innovative Grüntangente,
die vom Hafen bis in die Bahnstadt führt, oder Ideen zur Umnutzung der
leerstehenden Kaufhäuser. In einem performativen Vortrag zeigt Juliana
Hutai den Zusammenhang zwischen sozialer und ökologischer Wohnungsfrage
auf. Sie möchte gemeinsam mit dem Publikum überlegen: Wie wollen wir
städtische Flächen nutzen und wie möchten wir in Zukunft zusammenleben?

Wissenschaft ganz anschaulich

Wie sich Städte für die Zukunft rüsten und nachhaltiger werden, zeigt das
Institute for Sustainable Urbanism im Foyer des Mühlenpfordt-Hochhauses
mit der Ausstellung „Lebenswerte Stadt – 28 x Stadtentwicklung in
Dänemark“ der Königlich Dänischen Botschaft, Berlin. Vorgestellt werden
Beispiele gelungener und zukunftsweisender Stadtentwicklung. Dabei stehen
bewusst Projekte in kleineren und mittelgroßen Städten im Mittelpunkt.

Einblicke in die Gestaltung der größten innerstädtischen Potentialfläche
Braunschweigs, der „Bahnstadt Braunschweig“ gibt es in einem Vortrag auf
der Bühne. Außerdem stellt das Institut für Städtebau und Entwurfsmethodik
der TU Braunschweig den Co_Living Campus vor, das Wissenschaftsquartier,
das am Campus Nord entstehen soll. Ihre Wissenschaft ganz anschaulich
erlebbar machen weitere Forschende der TU Braunschweig: Mit dem
Georadargerät der Geophysiker*innen können Besucher*innen vor dem Hochhaus
in der Mühlenpfordtstraße selbst einmal einen Blick in den Boden werfen.
Wie lebendig unsere Stadtgewässer sind, erfahren Interessierte an einem
weiteren Stand. Und warum die Stadt der Zukunft abends auf dem Sofa
beginnt, erklärt Professor Jan Büchsenschuß von der Ostfalia Hochschule
für angewandte Wissenschaften.

Und zum Ausklang: Live-Musik

Über moderne Landwirtschaft und Lösungsansätze für einen nachhaltigen,
umweltschonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen diskutiert das
Landvolk Braunschweig mit der Initiative „Eure Landwirte – Echt grün“.
Eine vertikale Ausstellung im Hochhaus möchte alle Besucher*innen
ermuntern, in die Landschafts- und Stadtmuster einzutauchen, die
Urbanisierung hinterlässt, und zu erraten, um welche Städte es sich bei
der Auswahl handeln könnte. Der Aufstieg bis in das zwölfte Obergeschoss
bleibt dabei nicht unbelohnt.

Die Konferenz bietet zudem vielfältige Gelegenheiten, sich auszutauschen
und mit den Wissenschaftler*innen der TU Braunschweig ins Gespräch zu
kommen.
Der erste Konferenz-Tag klingt aus, wie er begonnen hat: gemeinsam unter
freiem Himmel in der Stadt. Ab 17 Uhr bietet die Bühne dank der
Unterstützung des Instituts für Musik und ihre Vermittlung ein
abwechslungsreiches Programm unterschiedlicher Musikstile und Bands: mit
dem Niklas Wohlt Trio, Esra Salcan, Post-Line und New SoulGeneration
Braunschweig.

Konferenz #SdZ23

11. Oktober, 9 bis 22 Uhr
12. Oktober, 9 bis 15:30 Uhr (ausschließlich wissenschaftliche Sessions)
Mühlenpfordtstr. 23, 381016 Braunschweig

Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenfrei. Für das Rahmenprogramm mit
Aktionen, Projektvorstellungen, Vorträgen und Live-Musik ist keine
Anmeldung nötig.
Programm: https://sdz-konferenz.de/

Lebenswerte Stadt – 28 x Stadtentwicklung in Dänemark

Die Ausstellung der Königlich Dänischen Botschaft, Berlin ist vom 11.
Oktober bis 10. November im Foyer des Mühlenpfordt-Hochhauses zu sehen.
Die Eröffnung findet am 11. Oktober um 9:45 Uhr im Rahmen der Konferenz
#SdZ23 statt. Zur Eröffnung sprechen Birgitte Tovborg Jensen,
Kulturattaché der Dänischen Botschaft und Mathias Irminger Sonne, der
langjährige Politiken-Journalist und heutige Leiter der
Kommunikationsabteilung der Botschaft.
Zur Finissage am 7. November um 18 Uhr berichten Dr. Katrine Østergaard
Bang und Lisbet Volters aus der planerischen Praxis in Dänemark.

Über den Forschungsschwerpunkt „Stadt der Zukunft“

Die Konferenz #SdZ23 wird vom Forschungsschwerpunkt „Stadt der Zukunft“
der TU Braunschweig ausgerichtet. Als einer von vier thematischen
Schwerpunkten geht „Stadt der Zukunft“ seit 2015 der Fragestellung nach,
wie Städte angesichts weitreichender Herausforderungen einer
globalisierten Welt, fortschreitender Urbanisierung, Ressourcenschwunds
und Klimawandels auch zukünftig den Bedürfnissen ihrer Bewohner*innen
gerecht werden können. Dabei geht die Betrachtung der
Wissenschaftler*innen über physische Aspekte und Stadtgrenzen hinaus und
integriert historische, literarische, philosophische, soziale und
ökologische Themen.

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Fachkliniken Radeburg und Universitätsklinikum Dresden kooperieren in der Alterstraumatologie

Gerade bei älteren Menschen können schon leichte Unfälle schwere und lang andauernde Folgen haben.  iStock.com/kzenon
Gerade bei älteren Menschen können schon leichte Unfälle schwere und lang andauernde Folgen haben. iStock.com/kzenon

Die Fachklinik für Geriatrie in Radeburg und das Universitätsklinikum Carl
Gustav Carus Dresden schließen eine Kooperationsvereinbarung für
alterstraumatologische, geriatrische Patientinnen und Patienten. Damit
komplettiert sich bereits ab diesem Monat die Versorgungskette nach der
unfallchirurgischen Fachversorgung um eine hochspezialisierte Nachsorge im
etablierten Zentrum für Altersmedizin.

Gerade bei älteren Menschen können schon leichte Unfälle schwere und lang
andauernde Folgen haben. Ein Stolpern über einen Teppich oder einen
unebenen Untergrund kann zu einem Knochenbruch, einer so genannten
Fraktur, führen. Begünstigt wird dies durch die im Alter zunehmende
Instabilität der Knochen, z. B. durch Osteoporose. Oberschenkelhalsbrüche
zählen zu den häufigsten Knochenbrüchen in Deutschland. Jährlich werden in
Deutschland mehr als 100.000 Schenkelhalsbrüche, so die medizinisch
korrekte Bezeichnung des Oberschenkelhalsbruches, verzeichnet. Bei dieser
Form des Bruches ist nicht selten die gesamte Hüftregion betroffen. Gerade
bei älteren Menschen gipfelt die Behandlung häufig in das Einsetzen eines
künstlichen Hüftgelenkes.  Das ist zwar eine heutzutage häufig
durchgeführte Operation und damit in der Geriatrie Routine, allerdings
treten bei älteren Patienten durchaus Komplikationen in der anschließenden
Genesung und Rehabilitation auf. „Hier entstehen Versorgungslücken, die
geschlossen werden müssen“, erklärt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer
Vorstand des Universitätsklinikums Dresden. „Diese Folgebehandlungen sind
in der Spitzenmedizin kapazitär nicht sinnvoll aufgehoben, weshalb wir
hier eine, auf den Kompetenzen beider Häuser basierende, Partnerschaft
angestrebt haben.“

Die nun etablierte Kooperation der Fachklinik Radeburg und des
Universitätsklinikums Dresden setzt genau hier und auch gerade in Sachsen
an, einem der Bundesländer mit dem höchsten Durchschnittsalter von 46,9
Jahren. „Nach der Operation und der anschließenden Wundversorgung, können
betroffene Patienten in die geriatrische Fachklinik in Radeburg verlegt
werden“, so Prof. Lorenz Hofbauer, Ärztlicher Direktor des Zentrums für
Altersmedizin der Fachklinik Radeburg und Leiter des Zentrums für Gesundes
Altern am Universitätsklinikum Dresden. „In Radeburg werden die
frischoperierten Patientinnen und Patienten professionell weiterversorgt
und nach Möglichkeiten wieder mobilisiert.“ Gerade in der Geriatrie kann
dies ein aufwändiger und vor allem zeitintensiver Prozess sein.
Patientinnen und Patienten müssen lernen, das künstliche Hüftgelenk zu
belasten, es müssen Muskelgewebe auf- und Unsicherheiten abgebaut werden.
„Die Patientinnen und Patienten sollten in erster Linie wieder gangsicher
werden, damit sie später in ihrem Umfeld wieder mobil sein können“, so
Prof. Hofbauer. „Genau hier ist die Fachklinik Radeburg ein erfahrener,
verlässlicher, leistungsfähiger und kompetenter Partner in der Versorgung
einer alternden Bevölkerung.“

Die Fachkliniken Radeburg setzen mit der Kooperation einen weiteren
Meilenstein auf dem Weg zur Zertifizierung als alterstraumatologisches
Zentrum gemäß des Bundesverbandes Geriatrie e.V.. Anhand dieser Evaluation
werden zertifizierte und qualifizierte Prozesse nachgewiesen, die sich an
für die Geriatrie spezifischen, verbindlichen Standards ausrichten und
unabhängig geprüft werden. „Wir schätzen diese Kooperation sehr, die in
dieser Qualität eine Benchmark darstellt“, so Prof. Klaus-Dieter Schaser,
Ärztlicher Direktor des UniversitätsCentrums für Orthopädie, Unfall- und
Plastische Chirurgie (OUPC), das er gemeinsam mit Prof. Klaus-Peter
Günther leitet. „Es ist eine klassische Win-Win Situation. Die
geriatrischen Patientinnen und Patienten profitieren von unserer
chirurgischen und orthopädischen Expertise sowie der hier vorhandenen
hochschulmedizinischen Infrastruktur. Sie werden nach dem Eingriff schnell
in eine spezialisierte Nachsorge überführt, um wiederum Kapazitäten für
andere chirurgisch-orthopädische Eingriffe freizumachen. Davon profitieren
beide Standorte und vor allem die Patientinnen und Patienten.“ Zudem ist
angedacht, die Kooperation beider Kliniken weiter auszubauen.
„Perspektivisch könnte die Zusammenarbeit auch auf geriatrische
Patientinnen und Patienten mit ausversorgten plastisch-chirurgisch
rekonstruierten Immobilisationsschäden ausgedehnt werden“, so Prof. Adrian
Dragu, Direktor für Plastische und Handchirurgie am OUPC.

Bereits im Oktober werden die ersten Patientinnen und Patienten, die
aufgrund einer proximalen Fremurfraktur am Universitätsklinikum Dresden
behandelt wurden, in die Fachklinik Radeburg zur Weiterbehandlung und
Rehabilitation überwiesen.

Fachkliniken Radeburg und Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden –
Eine bisher einmalige Kooperation im Freistaat Sachsen

Beide Einrichtungen kooperieren seit vielen Jahren auf dem Gebiet der
Altersmedizin, was bislang einmalig und beispielgebend im Freistaat
Sachsen ist. Die klinische Versorgung erfolgt hierbei auf höchstem
Qualitätsniveau patientenorientiert, klinikübergreifend und
versorgungsintegriert. Sie wird durch eine umfassende Nachsorge,
engmaschige Untersuchungen und spezialisierte Therapien auf die jeweilige
Situation der Patientinnen und Patienten abgestimmt. Die enge Kooperation
baut auf den drei Säulen Akutgeriatrie, Rehabilitation und
Weiterbehandlung in der Tagesklinik auf.

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