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Einladung zur 10. Menschenrechtswoche an der THWS vom 4. bis 7. Dezember in Würzburg

Jubiläumsprogramm auf Deutsch und Englisch: Vorträge, Podiumsdiskussion,
Lesung und Filmbeitrag

Die Menschenrechtswoche an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt
(THWS) feiert ein kleines Jubiläum: In diesem Jahr findet die
Veranstaltung bereits zum zehnten Mal statt. Aus diesem Grund reflektiert
die Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften (FAS) im THWS Science Journal
mit dem Titel „Der Würzburger Weg: 10 Jahre Menschenrechtswoche an der
THWS – Perspektiven und Diskurse“. Das Journal wird am Mittwochabend, 6.
Dezember, im Rahmen eines Sektempfangs vorgestellt.

Die Menschenrechtswoche der FAS fordert Studierende, Praktizierende,
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler u. a. auf, sich in ihren
Wertvorstellungen und Entscheidungen bewusst an menschenrechtsbezogenen
Aspekten zu orientieren und Handlungen kritisch zu hinterfragen, um
Missachtung und Verletzung von Menschenrechten auch im professionellen
Handeln aufzudecken und zu verhindern. Auch die interessierte
Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen – die Online-Anmeldung ist ab
sofort möglich.

Zum Programm:

Montag, 4. Dezember

11.30-13.15 Uhr
Eröffnung durch Prof. Dr. Dagmar Unz (Dekanin der Fakultät Angewandte
Sozialwissenschaften an der THWS).
Im Anschluss: SAND IN MY EYES – Sudanesische Momente. Kunst und Kulturgut
während Konflikt und Krise.
Enikö Nagy, Frauenhaus Weiden, Shadia Abdelmoneim

17.30-19 Uhr
Transnational Mobility and Externalisation of EU Borders: Social Work,
Migration Management and Resistance.
Prof. Petra Daňkova (THWS), Assoc. Prof. Emilio José Gomez-Ciriano
(Universität Kastilien-La Mancha), Prof. Dr. Tanja Kleibl (THWS), Prof.
Dr. Nikos Xypolytas (University of the Aegean, Greece), N. N. (Legal
Centre Lesvos Greece)
Englisch

19-20.30 Uhr
Fairness entlang der Wertschöpfungskette.
Prof. Dr. Alois Heißenhuber (TU München)

Dienstag, 5. Dezember

8.15-9.45 Uhr
Selbstbestimmung am Lebensende. Einblicke in die Arbeiten des
Forschungsschwerpunktes AuGe.
Prof. Dr. Tanja Henking, LLM., Prof. Dr. Silke Neuderth (beide THWS)

10-11.30 Uhr
Wissenschaft meets Menschenrechte. Vorstellung wissenschaftlicher
Abschlussarbeiten mit Menschenrechtsbezug.

11.45-13.15 Uhr
Indigenous Knowledge and Human Rights.
Prof. Dr. Melinda Madew (Evang. HS Ludwigsburg)
Englisch

13.30-15 Uhr
Janusz Korczak – Leben und Werk eines berühmten Sozialpädagogen.
Prof. Dr. Ralph-Christian Amthor (THWS), Studierendengruppe

17-18.30 Uhr
Digitalisierung und Menschenrechte. Sondierungen in einem weiten Feld.
Prof. Dr. Björn Görder (Evang. HS Ludwigsburg)

18.45-20.15 Uhr
Is happiness a Human right? Reflections from Finland, the happiest country
in the world.
Jaana Kokkinen (University of Applied Sciences Tampere, Finnland)
Englisch

Mittwoch, 6. Dezember

8.15-9.:45 Uhr
Critical Challenges to Systemic Family Therapy: Engaging with Ethnicity,
Class, Gender, Sexual Orientation, Migration & Violence in Families.
Dr. Reena Merin Cherian, M.A. (Christ University, Karnataka, Indien)
Online-Veranstaltung, englisch

11.45-13.15 Uhr
Seelenvulkan. Roman einer Depression. Lesung mit anschließender
Diskussion.
Dr. Jutta Sybille Schütz

13.30-14.45 Uhr
„Wir haben schon alles versucht“ – Elternverantwortung und Familienstress
bei ADHS im Kindesalter.
Prof. Dr. Morena Lauth (IB HS für Gesundheit und Soziales, Köln)

15-17 Uhr
Gewaltschutzkonzepte in der Sozialen Arbeit. Impulsvortrag mit
Podiumsdiskussion.
Prof. Dr. Anne Bick (THWS), Tina Muck (Bezirksjugendring Ufr.), Heike
Richardt (Fachabteilungsleitern Soziale Dienste, Stadt Würzburg), Andreas
Ullherr (Robert-Kümmert-Akademie), Stefanie Eisenhuth (Caritas-Verband),
Rabia Akbulut & Kristian Gerhardt (Regierung von Ufr.), Andreas Schick
(Wohnungslosenhilfe)

17.15-18.45 Uhr
Nothing is impossible – mit Körperbehinderung.
Johnny Grasser

19 Uhr
Vorstellung des THWS Science-Journals „Der Würzburger Weg: 10 Jahre
Menschenrechtswoche an der THWS – Perspektiven und Diskurse“ anlässlich
des Jubiläums der Menschenrechtswoche mit Sektempfang.

Donnerstag, 7. Dezember

8.15-9.45 Uhr
Armut, Schulden – Menschenwürde?
Ursula Weser (Diakonisches Werk Fürth)

10-11.30 Uhr
Intergeschlechtlichkeit zwischen Pathologisierung und Ignoranz.
Ursula Rosen (Intergeschlechtliche Menschen e. V., ImeV)

11.45-13.15 Uhr
Klimawandel und Protestformen – für mehr Klimaschutz.
Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl (KHSB Berlin)

15-16.45 Uhr
Learning from Lebanese Pioneers of Social Work: How can we preserve our
dignity in times of crisis?
Ms. Hiam Samaha Kahi, Aimee Ghanem, Sworld, Lebanon
Online-Veranstaltung, englisch

17-18.30 Uhr
Jenseits von Schuld und Strafe – Menschenrechtliche Perspektiven der
Verhaltensorientierten Sozialen Arbeit.
Prof. Dr. Christoph Bördlein (THWS)

18.45 Uhr
Film: „Blut muss fließen“ mit anschließender Diskussion zum Thema
Rechtsrockkonzerte mit Regisseur Peter Ohlendorf.

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Hessischer Klimabeirat appelliert an Koalitionsparteien: Land Hessen muss beim Klimaschutz entschieden handeln

Der Wissenschaftliche Klimabeirat des Landes Hessen ruft anlässlich der
anstehenden Koalitionsverhandlungen die beteiligten Parteien zu
konsequentem Klimaschutz auf. In einer heute veröffentlichten
Stellungnahme empfehlen die fünf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
ein Klimasofortprogramm zur Reduktion der CO2-Emissionen auf Netto Null
und beschreiben notwendige Schritte hin zur Klimaneutralität Hessens bis
2045.

„Angesichts der großen Risiken, die eine weitere Erwärmung des Klimas mit
sich bringt, müssen wir auf dem eingeschlagenen Weg schneller und
konsequenter vorankommen“, erklärt Prof. Dr. Sven Linow, Vorsitzender des
Beirats. Da absehbar ist, dass die hessischen Klimaziele für das Jahr 2025
nicht erreicht werden, braucht das Land aus Sicht der Expertinnen und
Experten eine solide Planungsgrundlage, die den Weg zur Klimaneutralität
in 2045 aufzeigt. Aufgrund des hohen Zeitdrucks ist die Umsetzung
geeigneter Maßnahmen parallel zur Erstellung der Planung unbedingt
erforderlich.

Auch wenn dem Bund eine maßgebliche Verantwortung für die Reduzierung von
Treibhausgasemissionen zukommt, empfiehlt der Klimabeirat dringend die
Umsetzung von insbesondere solchen Maßnahmen, die auf Landesebene
vergleichsweise kurzfristig realisierbar sind. Damit dies gelingt, fordert
der Beirat ein konsequentes Umdenken in Politik und Verwaltung: Ab sofort
muss Klimaschutz bei allen Vorhaben angemessen berücksichtigt werden, nur
so lassen sich die im Hessischen Klimagesetz verankerten Ziele
realisieren.

Insbesondere im Verkehrssektor ist der Handlungsdruck aufgrund
überdurchschnittlicher CO2- Einsparnotwendigkeiten besonders hoch. Doch
gerade hier erweisen sich die bisher ergriffenen Maßnahmen als völlig
unzureichend. Für einen wirksamen Klimaschutz müssen darüber hinaus auch
im Bausektor und bei der Strom- und Wärmeversorgung weitreichende
Maßnahmen umgesetzt werden. Diese werden in der Stellungnahme beispielhaft
benannt, wie die Vermeidung von Flächenversiegelung, der Einsatz
ressourcenschonender, kreislauffähiger Baustoffe oder die
Gebäudeausstattung mit Anlagen der erneuerbaren Energien.

„Auf der Landesebene werden bereits viele Weichen gestellt, die Umsetzung
von Maßnahmen erfolgt aber häufig in den Landkreisen, Städten und
Gemeinden. Hier darf Klimaschutz keine Kür sein, sondern muss zur
kommunalen Pflichtaufgabe werden“, sagt Linow und betont: „Die Kommunen
müssen dabei mit aller Kraft unterstützt werden.“
Energiesuffizienz zentraler Baustein für wirksamen Klimaschutz

Der Klimabeirat geht davon aus, dass der Einsatz neuer Technologien zur
Bereitstellung von Wasserstoff oder technische Senken zwar einen wichtigen
Beitrag zur Emissionsminderung leisten kann. „Neue Technologien und
effiziente Prozesse alleine genügen jedoch nicht, um die Klimaziele zu
erreichen,“ sagt Prof. Dr. Flurina Schneider, stellvertretende Vorsitzende
des Klimabeirats. „Zentraler Baustein eines wirksamen Klimaschutzes ist
auch Energiesuffizienz.“ Das bedeutet, den Bedarf an Energie zu senken,
sowohl durch Verhaltensänderungen auf individueller Ebene als auch durch
strukturelle Maßnahmen oder Regularien, die eine Abkehr von
energieintensiven Lebensweisen begünstigen.

Der Klimabeirat betont hierbei die Bedeutung gesellschaftlicher Teilhabe.
„Notwendig ist ein Verständnis und eine strategische Ausrichtung von
Klimaschutzmaßnahmen, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt und
eine soziale Spaltung vermeidet“, sagt Schneider. Damit Klimaschutz
gelingen kann, müssen partizipative Prozesse gestärkt werden. Zudem muss
explizit auf die unterschiedlichen sozioökonomischen Ausgangsbedingungen
Rücksicht genommen werden.

Die Stellungnahme des Wissenschaftlichen Klimabeirats als PDF zum Download
https://umwelt.hessen.de/sites/umwelt.hessen.de/files/2023-11/stellungnahme_des_wissenschaftlichen_klimabeirats_anlaesslich_der_koalitionsverhandlungen_2023.pdf

Über den Wissenschaftlichen Klimabeirat

Der Wissenschaftliche Klimabeirat wurde im April 2023 von der hessischen
Landesregierung berufen. Er ist ein unabhängiges Beratungsgremium für
Klimaschutz und Klimaanpassung. Dem wissenschaftlichen Klimabeirat gehören
folgende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an: Prof. Dr. Ulrike
Jordan (Universität Kassel, Solar- und Anlagentechnik), Prof. Dr. Martin
Lanzendorf (Goethe-Universität Frankfurt, Mobilitätsforschung), Prof. Dr.
Sven Linow (Hochschule Darmstadt, Wärmelehre und Umwelttechnik), Prof.
Dr.-Ing. Iris Steinberg (Hochschule Darmstadt, Umweltingenieurwesen),
Prof. Dr. Flurina Schneider (ISOE – Institut für sozial-ökologische
Forschung und Goethe-Universität Frankfurt, Soziale Ökologie und
Transdisziplinarität).

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Pflanzlich, ökologisch, regional – die Ernährung der Zukunft

Mehr pflanzliche und ökologisch erzeugte Lebensmittel, die regional
angebaut und verarbeitet werden – mit dieser Formel kann die nachhaltige
Transformation des Ernährungssystems gelingen. Wie diese drei Strategien
für eine umweltfreundliche, gesundheitsfördernde, alltagstaugliche,
ethisch verantwortungsvolle, sozial gerechte und wirtschaftlich tragfähige
Ernährung konkret umgesetzt werden können, hat jetzt ein Forschungsteam
aus Öko-Institut, Ecologic Institut und Bund Ökologische
Lebensmittelwirtschaft im Auftrag des Umweltbundesamtes beschrieben.

„Die drei Strategien – pflanzenbetonte Ernährung, ökologische
Landwirtschaft und regionale Erzeugung – müssen dabei sehr gut
ineinandergreifen, um Synergien zu nutzen und Zielkonflikte zu vermeiden“,
betont Gerolf Hanke, Projektleiter und Experte für nachhaltige Ernährung
am Öko-Institut. “Wir schlagen Maßnahmen und Politikinstrumente vor, die
in die Ernährungsstrategie der Bundesregierung eingehen können, deren
Erarbeitung dieses Jahr auf der Agenda des Bundesministeriums für
Ernährung und Landwirtschaft steht.“

Strategie 1: pflanzenbasierte Ernährung
Eine stärker pflanzenbasierte Ernährung zu fördern, ist der
wirkungsvollste Hebel, um unsere Ernährung nachhaltiger zu gestalten.
Essen wir mehr Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Nüsse und weniger tierische
Produkte, kann der Tierbestand reduziert werden, was sich positiv auf
Umwelt, Klima und Biodiversität auswirkt. Diese Ernährungsweise ist zudem
gesünder als die derzeitig in Deutschland gängige und trägt dazu bei, die
Nahrungsversorgung einer wachsenden Weltbevölkerung sicherzustellen.
„Politische Maßnahmen können dazu beitragen, dass wir mehr Gemüse und
pflanzenbasierte statt tierischer Lebensmittel auf unsere Teller legen“,
stellt Julia Jägle, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Ecologic Institut,
fest. „Um es Konsumentinnen und Konsumenten möglichst einfach zu machen,
pflanzenbetonte Lebensmittel und Speisen zu wählen, braucht es zum
Beispiel attraktive Angebote im Einzelhandel und in der
Gemeinschaftsverpflegung sowie einen ermäßigten Mehrwertsteuersatz für
alle pflanzlichen Nahrungsmittel.“
Auch die betriebliche Aus- und Weiterbildung sollte so gestaltet werden,
dass Köchinnen und Köche sowie anderes Fachpersonal attraktive Speisen-
und Lebensmittelangebote mit mehr Gemüse, Nüssen oder Hülsenfrüchten
bereitstellen können. Das Forschungsteam schlägt zudem vor, eine
gemeinnützige Organisation für die Stärkung einer pflanzenbetonten
Ernährung zu etablieren, die für die Vernetzung aller Akteure sorgt.

Strategie 2: ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft
Der ökologische Landbau wirkt sich vorteilhaft auf Böden, Gewässer,
biologische Vielfalt und Klima aus. Den Bioanbau von Lebensmitteln zu
stärken und gleichzeitig die Produktivität ökologischer Landwirtschaft zu
verbessern, trägt daher unmittelbar zur nachhaltigen Ernährung bei.
„Aus diesem Grund sollte die Bio-Lebensmittelwirtschaft weiter konsequent
gefördert werden und Forschungsaktivitäten gezielt auf eine Verbesserung
ihrer Umweltleistungen, etwa für die Boden- und Pflanzengesundheit oder
das Tierwohl, hinwirken“, betont Friedhelm von Mering, Referent für
Politik beim Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft.
Dabei müsse neben der Landwirtschaft auch die Lebensmittelverarbeitung
berücksichtigt werden. Aber auch weitere Maßnahmen, etwa eine
Ausbildungsoffensive ökologische Landwirtschaft, der Wissenstransfer an
Praktikerinnen und Praktiker, mehr Bio in der Gemeinschaftsverpflegung
oder die Weiterentwicklung von Züchtungsstrategien für Pflanzen und Tiere
werden vom Projektteam vorgeschlagen.

Strategie 3: regionale Wertschöpfungsketten
Kurze Wertschöpfungsketten für Lebensmittel sind eine weitere Strategie
für ein nachhaltiges Ernährungssystem. So wird der Anbau kleinteiliger und
vielfältiger, bleibt die Wertschöpfung in der Region und schafft Vertrauen
und Wertschätzung für die Nahrungsmittelproduktion vor Ort. Nicht zuletzt
steigt die Krisensicherheit durch ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen
regionalen und überregionalen Strukturen.
Die politische Förderung regionaler Wertschöpfungsketten sollte dabei
nicht pauschal erfolgen, sondern an ökologische oder soziale Bedingungen
geknüpft werden. Das können der Erhalt alter Sorten oder Tierrassen ebenso
sein wie die ökologische Produktion oder die Pflege von
Kulturlandschaften.
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schlagen dafür unter anderem
folgende Maßnahmen vor: ein Rettungsprogramm für regionale Lebensmittel-
Verarbeitungsbetriebe wie Bäckereien oder Molkereien mit gezielter
Förderung und Entbürokratisierung sowie die flächendeckende Einrichtung
und Finanzierung von Vernetzungsstellen für den Aufbau regionaler
Wertschöpfungsketten.

Broschüre „Bausteine für die Transformation zu einem nachhaltigen
Ernährungssystem“ von Öko-Institut, Ecologic Institut, BÖLW für das
Umweltbundesamt (https://www.oeko.de/publikation/bausteine-fuer-die-
transformation-zu-einem-nachhaltigen-ernaehrungssystem/
)

Ausführliche Teilberichte im Projekt „Nachhaltiges Wirtschaften:
Sozialökologische Transformation des Ernährungssystems (STErn)“:

„Entwicklung von politischen Handlungsansätzen für die Unterstützung
stärker pflanzenbasierter Ernährungsweisen“
(https://www.oeko.de/publikation/entwicklung-von-politischen-
handlungsansaetzen-fuer-die-unterstuetzung-staerker-pflanzenbasierter-
ernaehrungsweisen)

„Die Ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft als Hebel zur
Transformation des Ernährungssystems“ (https://www.oeko.de/publikation
/die-oekologische-land-und-lebensmittelwirtschaft-als-hebel-zur-

transformation-des-ernaehrungssystems)

„Regionalisierung von Ernährungssystemen: Einschätzung von
Nachhaltigkeitspotenzialen und Darstellung politischer Handlungsansätze“
(https://www.oeko.de/publikation/regionalisierung-von-ernaehrungssystemen-
einschaetzung-von-nachhaltigkeitspotenzialen-und-darstellung-politischer-

handlungsansaetze)

Über das Öko-Institut
Das Öko-Institut ist eines der europaweit führenden, unabhängigen
Forschungs- und Beratungsinstitute für eine nachhaltige Zukunft. Seit der
Gründung im Jahr 1977 erarbeitet das Institut Grundlagen und Strategien,
wie die Vision einer nachhaltigen Entwicklung global, national und lokal
umgesetzt werden kann. Das Institut ist an den Standorten Freiburg,
Darmstadt und Berlin vertreten.
www.oeko.de | Podcast | blog.oeko.de | Twitter | Instagram | Onlinemagazin
Über das Ecologic Institut
Das Ecologic Institut ist ein unabhängiger, akademischer Think Tank für
Umweltforschung und Politikanalyse. Seit seiner Gründung im Jahr 1995
widmet sich das Ecologic Institut der Verbesserung von Umweltpolitik,
nachhaltiger Entwicklung und politischer Praxis. Wir stärken die
europäische und internationale Dimension in Forschung, Bildung und
umweltpolitischem Diskurs.
www.ecologic.eu | Twitter | Youtube | LinkedIn

Über den BÖLW
Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. (BÖLW) ist der
Spitzenverband der mehr als 37.000 ökologisch wirtschaftenden Bäuerinnen
und Bauern und ihrer fast 20.000 Partner*innen in Lebensmittelverarbeitung
und Handel in Deutschland. Mit seinen Mitgliedsverbänden setzt sich der
BÖLW seit 2002 für den ökologischen Umbau von Land- und
Lebensmittelwirtschaft ein und engagiert sich intensiv auch in
Forschungsprojekten mit verschiedenen Partnern. Dabei legt der BÖLW Wert
auf eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen Praxis-Betrieben und
anderen Beteiligten im Sine einer transdisziplinären Zusammenarbeit.
www.boelw.de | Twitter

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Deutsche Leberstiftung fragt zum 24. Deutschen Lebertag: „Kennen Sie Ihre Leberwerte?

Von Benjamin Franklin, Staatsmann und einer der Gründerväter
der Vereinigten Staaten, ist folgendes Zitat überliefert: „Eine
Investition in Wissen bringt noch immer die besten Zinsen.“ Wie sich diese
Feststellung auch bei der Lebergesundheit bewahrheitet, erklärt die
Deutsche Leberstiftung anlässlich des 24. Deutschen Lebertages am 20.
November 2023, der das Motto „Kennen Sie Ihre Leberwerte?“ trägt. Wer die
Leberwerte im Blut feststellen lässt, kann wichtige Hinweise auf die
Gesundheit dieses lebenswichtigen Organs erhalten und gegebenenfalls eine
klare Diagnose und eine entsprechende Behandlung bekommen.

Erhöhte Leberwerte können erste Anzeichen für eine Lebererkrankung sein,
die oft keine Beschwerden verursacht. „Die Leber spielt eine zentrale
Rolle in unserem Körper, da sie eine Vielzahl lebenswichtiger Funktionen
erfüllt. Leider werden Lebererkrankungen oft zu spät erkannt, was die
Behandlung erschwert. Deswegen ist es gut und wichtig, dass der
diesjährige Deutsche Lebertag den Fokus auf die Kenntnis der eigenen
Leberwerte legt. Viele Lebererkrankungen sind im frühen Stadium
hervorragend zu behandeln oder lassen sich durch Änderung des Lebensstils
gut beeinflussen. Doch außer bei akuter Hepatitis gibt es kaum Symptome,
die bereits im Frühstadium auf Leberschäden hinweisen. Häufig fühlen sich
die Patienten nur allgemein abgeschlagen und verspüren Müdigkeit. Eine
frühe Diagnose ist daher sehr wichtig“, erklärt Prof. Dr. Michael P.
Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung, und erläutert
einige wichtige Leberwerte: „Störungen der Leberzellen sowie der
Leberleistung, die auf eine Erkrankung hinweisen, kann man in der Regel
gut an verschiedenen Leberwerten im Blut erkennen. Zu den wichtigsten
gemessenen Leberenzymen zählen: GPT – Glutamat-Pyruvat-Transaminase, GOT –
Glutamat-Oxalacetat-Transaminase und gGT – Gamma-Glutamyl-Transferase.
Dabei ist die Veränderung nur eines Wertes wenig aussagekräftig. Sind
jedoch mehrere Werte verändert, kann dies auf einen Leberschaden hindeuten
und sollte von einem Facharzt interpretiert werden.“

Die Kontrolle der Leberwerte ist in der Regel nicht in einer
Routineuntersuchung enthalten. Es gibt jedoch bestimmte
Risikokonstellationen, bei denen die Leberwerte geprüft werden sollten,
wie beispielsweise Diabetes mellitus, Übergewicht oder übermäßiger
Alkoholkonsum. Seit der Umstrukturierung des Präventionsprogramms
„Gesundheitsuntersuchung“ für gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren, das bis
März 2019 unter dem Namen „Check-up 35“ geführt wurde, wird seit Oktober
2021 auch das einmalige Screening auf Hepatitis B und C angeboten. Damit
sollen bislang unentdeckte Infektionen mit den Hepatitisviren B und C
erkannt und betroffenen Menschen soll eine möglichst frühzeitige
Behandlung angeboten werden. Aktuelle Daten, die auf dem Kongress
„Viszeralmedizin“ der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie,
Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) im September 2023
präsentiert wurden, zeigen erste Erfolge: Die Hepatitis B- und Hepatitis
C-Meldungen sind deutlich angestiegen. Die Anstiege zeigen sich
entsprechend der Altersklassifizierung des Programms in erster Linie bei
Menschen im mittleren und höherem Erwachsenenalter.

Unentdeckt und deswegen auch unbehandelt können viele Lebererkrankungen zu
einer Leberzirrhose (Vernarbung der Leber) und zum Leberzellkrebs (HCC)
führen. Diese Spätfolgen gehen mit schweren Komplikationen einher und sind
oft nur schwer zu behandeln.

„Es gibt aktuell vielversprechende neue Entwicklungen im Bereich der
Erforschung von Lebererkrankungen. In einer europäischen Studie, an der
auch die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) beteiligt ist, wurde ein
Index entwickelt, um das Risiko für eine Zirrhose oder eine andere schwere
Lebererkrankung vorherzubestimmen. Dieser neu entwickelte LiverRisk Score
errechnet sich aus Alter, Geschlecht und sechs Standardwerten wie
Blutzucker, Cholesterin, Anzahl der Blutplättchen und Leberwerten. Auch
Komplikationsrisiken wie beispielsweise Leberzellkrebs lassen sich mit dem
Index abschätzen. Anhand des individuellen Risikoprofils können gezielt
Präventionsmaßnahmen wie Bewegung und gesunde Ernährung empfohlen werden,
die dazu beitragen, dass die Entwicklung einer Zirrhose und
Krankenhausaufenthalte verhindert werden“, betont Prof. Manns und ergänzt:
„Der neue LiverRisk Score erweitert das Wissen über die Prävention von
schweren Lebererkrankungen und kann dazu beitragen, die Lebenserwartung
der Betroffenen zu erhöhen.“

Die Deutsche Leberstiftung bietet eine Kurzbroschüre zum Thema „Leber und
Leberwerte“ an. Bestellmöglichkeiten und Download auf der Serviceseite
unter https://www.deutsche-leberstiftung.de.

Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen
und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch
Forschungsförderung, Forschungsvernetzung und wissenschaftliche Projekte
zu verbessern. Mit intensiver Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung
die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher
erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet
außerdem Information und Beratung in medizinischen Fragen. Auf der Website
finden Sie umfangreiche Informationen sowie Bildmaterial für Betroffene,
Interessierte, Angehörige der Fachkreise und Medienvertreter: https://www
.deutsche-leberstiftung.de.

UNSERE BUCHEMPFEHLUNGEN
„Das große Kochbuch für die Leber“ – 122 Rezepte mit allen wichtigen
Nährwertangaben; Küchentipps und Regeln für eine lebergesunde Ernährung,
September 2022. Das Buch ist im Buchhandel erhältlich: ISBN
978-3-8426-3100-7 € 28,00 [D]. https://www.deutsche-leberstiftung.de
/Kochbuch-Leber/

„Das Leber-Buch“ informiert allgemeinverständlich und umfassend über die
Leber, Lebererkrankungen, ihre Diagnosen und Therapien, 4. erweitere und
aktualisierte Auflage September 2021, im Buchhandel erhältlich: ISBN
978-3-8426-3043-7, € 19,99 [D]. https://www.deutsche-leberstiftung.de
/Leber-Buch/

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