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APOLLON Kooperation mit der EH Ludwigsburg: Zertifikatskurs „Community Health: Umwelt und Gesundheit“ und Fachtag

Am Institut für Fort- und Weiterbildung der EH Ludwigsburg in Kooperation mit der APOLLON Hochschule und der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg der Zertifikatskurs „Community Health: U  (c) APOLLON Hochschule
Am Institut für Fort- und Weiterbildung der EH Ludwigsburg in Kooperation mit der APOLLON Hochschule und der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg der Zertifikatskurs „Community Health: U (c) APOLLON Hochschule

Anfang Oktober 2023 startet am Institut für Fort- und Weiterbildung der
Evangelischen Hochschule (EH) Ludwigsburg in Kooperation mit der APOLLON
Hochschule und der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen
Ludwigsburg der einjährige Online-Zertifikatskurs „Community Health:
Umwelt und Gesundheit“. Als Bestandteil des Kurses findet zudem am 25.
Oktober 2023 der Fachtag „Gesunde Kommune“ in Ludwigsburg statt. Die
Teilnahme am Fachtag ist kostenlos und steht allen Interessierten offen.

Die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen für Mitarbeitende in
Kommunen sind groß: Angesichts von Fachkräftemangel,
Versorgungsunsicherheit und Klimawandel sind sie gefordert, Lösungen zu
entwickeln, um Kommunen künftig präventiv, gesundheitsförderlich,
krisenresilient, digital und ökologisch nachhaltig aufzustellen. Das
Institut für Fort- und Weiterbildung der Evangelischen Hochschule
Ludwigsburg bietet rund um dieses Thema den neuen einjährigen Online-
Zertifikatskurs „Community Health: Umwelt und Gesundheit“ an.

Der praxisnahe Kurs wurde unter Beteiligung von Expert:innen aus Kommunen,
Gesundheits-, Sozial-, Pflege- und Verwaltungswissenschaften in
Kooperation mit der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg, der APOLLON
Hochschule sowie der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen in
Ludwigsburg entwickelt. Er richtet sich an Mitarbeitende in Kommunen in
Deutschland, die sich in den Bereichen gesundheitsbezogene
Daseinsvorsorge, Gesundheitsförderung, Krankheitsprävention und
Nachhaltigkeit fachlich weiterbilden möchten.

Am 25. Oktober 2023 findet in der EH Ludwigsburg von 9:30 bis 16:30 Uhr
zudem der Fachtag „Gesunde Kommune“ statt, zu dem neben den Teilnehmenden
des Zertifikatskurses auch alle Interessierten eingeladen sind. Auf dem
Programm stehen verschiedene Vorträge und Workshops mit Expert:innen aus
Wissenschaft und Politik rund um die Frage, wie eine wohnortnahe,
qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung vor Ort auch unter
Nachhaltigkeitsaspekten in Zukunft möglich ist.

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NordBau 2023: Studierende entwickeln Beton-Schalenkonstruktion aus dem 3D- Drucker

Die Professoren Michael Herrmann und Benjamin Spaeth vor der Beton-Schalenkonstruktion, die Studierende unter ihrer Betreuung entwickelt haben. Foto: TH Lübeck  TH Lübeck
Die Professoren Michael Herrmann und Benjamin Spaeth vor der Beton-Schalenkonstruktion, die Studierende unter ihrer Betreuung entwickelt haben. Foto: TH Lübeck

Aus 102 individuell gedruckten Betonsteinen haben Masterstudierende der
Architektur und des Bauingenieurwesens der TH Lübeck eine Art Kuppelbau
errichtet. Dazu entwickelten sie modellhaft eine digitale
Schalenkonstruktion und setzen sie in die Tat um. Die Methode soll
perspektivisch zu weniger Materialverbrauch und CO2-Emissionen führen. Das
circa 4,5x4,5-Meter große Modell wird vom 06. bis 10. September 2023
zusammen mit zahlreichen weiteren Projekten des Fachbereichs Bauwesen auf
der NordBau in Neumünster ausgestellt.

„Diese Schalenkonstruktion gibt es so unseres Wissens nach noch nicht. Das
Besondere ist, dass jeder Stein individuell ist“, erläutert Benjamin
Spaeth, der das Projekt gemeinsam mit Michael Herrmann betreut hat. „Die
Form wird nicht über die Fuge zwischen gleichen Steinen hergestellt,
sondern durch die Aneinanderreihung von individuellen Steinen erreicht. So
können wir auch eine dreidimensionale, doppelt gekrümmte Form herstellen.“
Die Bauweise ist besonders interessant für Hallen, Stadien oder
Kirchenbauten. Entwickelt wurde die Konstruktion in einem komplett
digitalen Prozess. Und auch unter Nachhaltigkeitsaspekten ist der Ansatz
interessant: „Wir verzichten auf Stahl und sparen sehr viel Masse und
Material“, erläutert Michael Herrmann. „Das reduziert den CO2-Ausstoß
enorm.“ Am Modell konnten die beiden TH-Lübeck-Professoren gemeinsam mit
ihren Studierenden viel über Toleranzen, Genauigkeiten und Fugen zwischen
den Betonsteinen lernen. Der nächste Schritt besteht nun darin, mit
Industriepartnern zu untersuchen, inwiefern sich eine solche Konstruktion
tatsächlich für die Umsetzung eignet.

Kindergarten für die Ukraine

Neben der Betonkonstruktion zieht auch das Projekt Unity die Blicke der
Messebesucher*innen auf sich: Die Studierenden der Architektur und es
Bauingenieurwesens haben ein Modell für einen Kindergarten entwickelt und
umgesetzt. Entworfen wurde das auf der Messe umgesetzte Modell von den
Architekturstudentinnen Lenke Blendermann und Hanna Winkelmann. Dabei
hatten sie insbesondere einen zügigen Wiederaufbau der Ukraine im Sinn, wo
zahlreiche Kinderbetreuungseinrichtungen zerstört wurden. Das Besondere:
das Gebäude ist in Modulbauweise konzipiert und kann nahezu beliebig
erweitert werden. „Eigentlich ist diese Bauweise für Wohnunterbringungen
gedacht“, erläutert Blendermann. „Der Bedarf an Kinderbetreuung ist aber
groß. Deswegen haben wir das entsprechend weiterentwickelt.“ Durch die
Modulbauweise kann es sehr effizient und kostengünstig an die
Gegebenheiten und Bedürfnisse vor Ort angepasst werden. Nachdem der
Architekturentwurf stand, kamen die Bauingenieur*innen hinzu: „Wir haben
uns mit Themen wie Kosten, Baustoffen und Transport auseinandergesetzt“,
erläutert Bauingenieur-Student Laurin Röhrs. Das Projekt ist eine
Kooperation zwischen einem ukrainischen Architekturbüro und dem Bund
deutscher Baumeister sowie verschiedenen Hochschulen. Seitens der TH
Lübeck wurden die Studierenden von den Professoren Stephan Wehrig und
Helmut Offermann betreut.

Pläne für NordBau 2024

Bereits bei der Eröffnung der NordBau am 06. September wurde eine
Weiterentwicklung des Konzepts für 2024 angekündigt: Die TH Lübeck wird
gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft im Bau (ARGE) die Konferenz „BauCon
Nord“ entwickeln und ausrichten. Im Zentrum stehen Themen rund um Wohnen
und Wärmewende in Schleswig-Holstein und den nordeuropäischen
Nachbarländern.
Der Messestand der TH Lübeck auf der NordBau 2023 kann noch bis
einschließlich Sonntag besucht werden. Weitere Informationen, Tickets und
Anreisebeschreibungen sind auf der Website der NordBau zu finden.

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Neue Ansätze für nachhaltige Wasserprojekte: Heidelberger Professoren präsentieren wegweisenden cross-medialen Ansatz

In interdisziplinärer Zusammenarbeit haben die Professor:innen Ulrike Gayh
und Benjamin Zierock (SRH-Hochschule Hochschule) gemeinsam mit Prof. Maja
Turk-Seculic (University of Novi Sad) ein Kapitel im Sammelband „SDGs in
the European Region“ veröffentlicht.

Das DAAD geförderte Projekt Democratia-Aqua-Technica hat ein Ziel:
Wasserprobleme als eine Chance für Frieden und Demokratie zu nutzen. Dabei
wird auf innovative wissenschaftliche und technologische Ansätze gesetzt.
Die Initiative entwickelt nachhaltige Projektideen, um Wasserkonflikte zu
lösen und berücksichtigt dabei wirtschaftliche, soziale und Umweltaspekte.
In dem Kapitel „Democratia-Aqua-Technica Initiative: Cross-Media Approach
for Developing Sustainable Projects“ stellen Prof. Ulrike Gayh, Prof.
Benjamin Zierock und Prof. Maja Turk-Seculic einen wegweisenden cross-
medialen Ansatz vor, der Hochschulbildung mit Wasserpraxis und Technologie
verknüpft.
Die wichtigsten Elemente dieser Herangehensweise sind Hackathons und eine
Exploration-App, die digitale Lösungen zur Bewältigung von Wasserproblemen
bieten. Hackathons fördern interdisziplinäre Zusammenarbeit und
Diskussion, wobei Design Thinking Prozesse den Teilnehmer:innen
ermöglichen, kreative Lösungsansätze zu entwickeln, die den Anforderungen
nachhaltiger Projekte gerecht werden. Im Rahmen von Hackathons ist es so
möglich, Ideen, Konzepte und Problemlösungskompetenz für komplexe
Herausforderungen innerhalb kürzester Zeit zu entwickeln.
Das Element der Gamification motiviert dabei Teilnehmer:innen und die
Öffentlichkeit und macht die Beteiligung an den Projekten unterhaltsam und
ansprechend. Gemeinsam werden webbasierte und interdisziplinär geprägte
Lösungen entwickelt, um sauberes Wasser für alle zu gewährleisten und
Umweltauswirkungen zu minimieren.
Die Anwendung eines cross-medialen Ansatzes mit digitalen Komponenten
erweist sich im Ergebnis als äußerst erfolgreich für die Entwicklung
nachhaltiger Projekte im Rahmen der Democratia-Aqua-Technica Initiative.
Sie bieten einen vielversprechenden Weg in Richtung einer nachhaltigen
Zukunft, wenn es um die Lösung komplexer gesellschaftlicher Probleme geht.
Die Democratia-Aqua-Technica Netzwerk-Plattform: Um den Teilnehmer:innen
einen umfassenden Einblick in die verschiedenen Methoden und digitalen
Komponenten zu bieten, wurde eine webbasierte Netzwerk-Plattform
entwickelt, die unter www.democratia-aqua.org erreichbar ist. Diese
Plattform enthält Informationen zu den Projekten sowie technische Inputs.

Der Sammelband behandelt die Umsetzung der UN Sustainable Development
Goals (SDGs) in der Europäischen Region und zeigt Fortschritte sowie
Herausforderungen auf. Es betont die Notwendigkeit effektiver
Umsetzungsstrategien, die Schwierigkeit bei der Fortschrittsmessung und
die zwingend erforderliche Stärkung von gesetzlichen Institutionen in
deren Entwicklung und Umsetzung SG relevanter Policies. Die Expertise der
Autor:innen soll die Umsetzung der SDGs in Europa unterstützen.
Aktuell läuft das vierte Projekt Democratia-Aqua-Technica mit dem Titel
"Democratia – Aqua – Technica IV: focus on agricultural water conflicts".
Die jährliche Online-Konferenz findet dieses Jahr am 28. und 29. September
statt: https://www.srh-hochschule-heidelberg.de/en/events/2023/digital-
conference-democratia-aqua-technica/


Unter folgendem Link können Sie das Kapitel im Sammelband „SDGs in the
European Region“ einsehen:
https://link.springer.com/referencework/10.1007/978-3-031-17461-2

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
https://www.srh-hochschule-heidelberg.de/hochschule/hochschulteam
/benjamin-zierock/


https://www.srh-hochschule-heidelberg.de/hochschule/hochschulteam/ulrike-
gayh/


Originalpublikation:
https://link.springer.com/referencework/10.1007/978-3-031-17461-2

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Margarete von Wrangell: Öffentliche Jubiläums-Vorlesung & Filmserie

Mo 25.9.2023, 20 Uhr: Vorlesung zu Ehren der ersten ordentlichen
Professorin Deutschlands und Gründerin des Instituts für Pflanzenernährung
an der Uni Hohenheim / Videos mit historischem Filmmaterial / https://www
.erste-professorin-deutschlands.de

Sie war die erste ordentliche Professorin Deutschlands und eine
herausragende Wissenschaftlerin: Vor 100 Jahren gründete Prof. Dr.
Margarete von Wrangell das Institut für Pflanzenernährung an der
Universität Hohenheim. Sie leistete Pionierarbeit zur Phosphat-Versorgung
der Pflanzen. Ihr zu Ehren richtet die Deutsche Gesellschaft für
Pflanzenernährung (DGP) ihre diesjährige Jahrestagung an der Universität
Hohenheim in Stuttgart aus. Die Jubiläums-Vorlesung ihres direkten
Nachfolgers Prof. Dr. Uwe Ludewig am 25.9.2023 um 20 Uhr im Euro-Forum
(Katharinasaal) ist öffentlich. Informationen rund um Margarete von
Wrangell auch auf der Website https://www.erste-professorin-
deutschlands.de/.

Phosphor, neben Stickstoff eines der wichtigsten Elemente für Düngemittel,
war Prof. Dr. Margarete von Wrangells wichtigstes Forschungsgebiet. Sie
kam zu einem damals verblüffenden Ergebnis: Schwer lösliche Phosphate
können im Boden in pflanzenverfügbare Formen umgewandelt werden. „Bei der
Düngemittel-Industrie stieß dies auf großes Interesse, denn die
Landwirtschaft war damals stark von importierten Rohphosphaten abhängig“,
erklärt Prof. Dr. Uwe Ludewig.

Der fünfte Nachfolger der Pionierin leitet das heutige Fachgebiet
Ernährungsphysiologie der Kulturpflanzen am früheren Institut für
Pflanzenernährung. „Das Thema war nach dem ersten Weltkrieg von solcher
Bedeutung, dass die Düngemittel-Industrie 75 Millionen Mark für die
Instituts-Gründung in Hohenheim zur Verfügung gestellt hat“, berichtet
Prof. Dr. Ludewig. „Und da die Förderung an die Person Margarete von
Wrangells gebunden war, hat man damals zähneknirschend akzeptiert, dass
eine Frau das Institut leiten soll.“

Prof. Dr. von Wrangell setzte sogar eine nach damaligen Verständnis
unerhörte Bedingung durch: Sie bestand auf einem ordentlichen Lehrstuhl
anstelle eines Extraordinariats, also auf eine Professorenstelle mit Etat,
Mitarbeiter:innen und Leitungsfunktionen. Die Institutsgründerin war damit
die erste ordentliche Professorin Deutschlands.

DGP-Jahrestagung ehrt erste ordentliche Professorin und Institutsgründerin

Zu Ehren der außergewöhnlichen Wissenschaftlerin und des 100. Jahrestages
ihrer Berufung richtet die Deutsche Gesellschaft für Pflanzenernährung
ihre diesjährige Jahrestagung an der Universität Hohenheim aus. Neben den
Beiträgen für Fachpublikum wird es eine öffentliche Jubiläums-Vorlesung
geben, zu der die Universität Hohenheim einlädt.

> Thema: „Pflanzenernährung damals und heute“: Prof. Dr. Uwe Ludewig lässt
auf unterhaltsame Weise das Leben Margarete von Wrangells, aber auch
Inhalte und Methoden der Pflanzenernährung im Laufe der letzten einhundert
Jahre Revue passieren.
> Termin: Mo 25.9.2023, 20–22 Uhr
> Ort: Euro-Forum der Universität Hohenheim, Katharinasaal, Kirchnerstr.
3, 70599 Stuttgart
> Der Vortrag in deutscher Sprache ist öffentlich, es ist keine Anmeldung
erforderlich.
> Infos zur DGP-Tagung: https://www.plant-nutrition.de/dgp2023/

Jubiläumsvortrag schlägt Brücke in die Gegenwart

„Phosphor ist noch heute ein zentrales Forschungsthema“, betont Prof. Dr.
Ludewig. „Bei der Frage, wieviel des im Boden vorhandenen oder als Dünger
applizierten Phosphats die Pflanzen tatsächlich aufnehmen können, gibt es
noch immer große Erkenntnislücken. Ein Problem ist, dass lösliche
Phosphordünger im Boden in nicht pflanzenverfügbare Formen umgewandelt
werden können, und zudem die Vorräte endlich sind.“

„Wir arbeiten daran, Phosphat ressourcenschonend einzusetzen und aus
nachhaltigen Quellen wie Bioabfällen, häuslichem Abwasser oder Gärresten
aus der Biogasanlage zu gewinnen“, skizziert der Experte die Hohenheimer
Forschungsansätze. So gäbe es zum Beispiel das deutsch-chinesische DFG-
Graduiertenkolleg AMAIZE-P zu nachhaltiger Phosphor-Nutzung
(https://amaize-p.uni-hohenheim.de) oder das Projekt NOcsPS, das
Anbausysteme ohne chemisch-synthetischen Pflanzenschutz, aber mit
gezieltem Mineraldüngereinsatz untersucht (https://nocsps.uni-
hohenheim.de).

Filmserie zu Margarete von Wrangell – mit historischen Bewegtbildern

Interessante Einblicke in das Leben und Wirken von Prof. Dr. Margarete von
Wrangell gibt auch eine aktuelle Filmserie – mit historischem
Filmmaterial, das erstmals außerhalb der Universität Hohenheim zu sehen
ist. In sechs Folgen zeigt die Videojournalistin Christine Harbig, wie es
zu der damals ungewöhnlichen Berufung kam, berichtet über die Kindheit der
Wissenschaftlerin, über ihre Zeit als eine der ersten Studentinnen an der
Universität Tübingen und ihre Netzwerke. Auch die historische Einordnung
und das Frauenbild der Zeit kommen nicht zu kurz. Im Interview: Prof. Dr.
Ulrich Fellmeth, der ehemalige Leiter des Universitätsarchivs. Er hat
intensiv zu der Pionierin geforscht.

Auch das historische Filmmaterial an sich hat eine interessante
Geschichte: „Meines Wissens sind dies die einzigen bewegten Bilder von
Margarete von Wrangell“, berichtet Prof. Dr. Fellmeth. „Anfang der 1990er
Jahre erhielt ich zwei Filmrollen von Uni-Mitarbeitern. Sie hatten sie im
Keller ihres Instituts gefunden. Wie sich schnell herausstellte, handelte
es sich um hochgefährliche, explosive Nitrofilme. Das Bundesfilmarchiv hat
sie in eine VHS-Version umkopiert, die Originale verblieben aus
Sicherheitsgründen dort.“ Dieses gesamte historische Filmmaterial liegt
heute – mittlerweile digitalisiert – im Archiv der Universität Hohenheim.

> Film-Serie: https://t1p.de/YouTube_UniHohenheim_Wrangell

Webseite zum von-Wrangell-Jubiläum

Wer mehr über Margarete von Wrangell erfahren möchte, wird auf der
Jubiläums-Website fündig. Hier steht nicht nur das bewegte Leben der
Pionierin selbst im Mittelpunkt, sondern auch die Geschichte ihres
Instituts und dessen Forschenden bis in die heutige Zeit. Auch ein
Zeitzeugenbericht lässt das Leben der Professoren-Familien in der Zeit
nach Margarete von Wrangell wiederauferstehen.

Wie Frauen im Laufe der Geschichte ihren Platz an den Hochschulen erkämpft
haben und wie die Situation heute ist, zeigen Informationen und Fakten zum
Thema auf. Ein Interview mit Dr. Dagmar Höppel (LaKoG) legt dar, wie
Baden-Württemberg die Zahl der Professorinnen gesteigert und was das
Margarete von Wrangell-Programm des Landes dazu beigetragen hat. Film-
Porträts einiger Wrangell-Fellows, die über das Programm gefördert wurden,
runden das Angebot ab.

> Jubiläums-Website: https://www.erste-professorin-deutschlands.de/

HINTERGRUND: Margarete von Wrangell – erste ordentliche Professorin
Deutschlands

Die deutsch-baltische Adlige Margarete von Wrangell kommt am 7. Januar
1877 in Moskau auf die Welt. Sie gilt als eine der Pionierinnen im Kampf
um Gleichberechtigung in der Wissenschaft. Mit ihrem außergewöhnlichen
Durchsetzungswillen, aber auch mit Fleiß und Können bringt sie es für eine
Frau in der damaligen Zeit sehr weit. Sie beschäftigt sich intensiv mit
der Herstellung von Mineraldüngern und erwirbt sehr schnell ein
beachtliches wissenschaftliches Renommee. Dabei gilt ihr Hauptaugenmerk
dem Phosphat – damals wie heute ein knapper Rohstoff.

Während der russischen Oktoberrevolution flieht sie 1918 nach Hohenheim,
wo sie 1920 habilitiert. Es ist die erste Hohenheimer Habilitation
überhaupt. Gegen den Widerstand mancher Hohenheimer Professoren wird sie
1923 zur ersten ordentlichen Professorin Deutschlands berufen. Sie gründet
das Institut für Pflanzenernährung, das sie bis zu ihrem frühen Tod am 31.
März 1932 leitet. Noch heute bildet es eine zentrale Säule der
agrarwissenschaftlichen Forschung an der Universität Hohenheim.

An ihre Rolle als Pionierin für Frauen in der Wissenschaft erinnert unter
anderem das erstmals 1997 vom Wissenschaftsministerium in Baden-
Württemberg aufgelegte Margarete von Wrangell-Programm, heute Margarete
von Wrangell-Juniorprofessorinnen-Programm.

Text: Elsner

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