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DIVI begrüßt Empfehlungen der Regierungskommission zur Reformierung des Rettungsdienstes

Als wichtigen Meilenstein hat die Regierungskommission in der vergangenen
Woche ihre 15 Seiten umfassende 9. Stellungnahme und Empfehlung zum
Rettungsdienst und dessen Finanzierung vorgelegt. Damit werden die
Reformvorschläge zur Notfall- und Akutversorgung vom Februar diesen Jahres
sinnvoll ergänzt. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv-
und Notfallmedizin (DIVI) begrüßt die veröffentlichten Vorschläge
ausdrücklich. „Viele schon lange diskutierten und notwendigen Neuerungen
werden in der vorliegenden Stellungnahme thematisiert“, sagt DIVI-
Präsident Professor Felix Walcher.

„Dieses Vorhaben wird unsererseits die größtmögliche Unterstützung
erfahren“, so der Direktor der Klinik für Unfallchirurgie des
Universitätsklinikums Magdeburg. „Es gibt jedoch auch Aspekte, die nicht
ausreichend berücksichtigt wurden oder überarbeitet bzw. ergänzt werden
müssen.“

Besonders die Aufnahme der Notfallversorgung als eigenes Leistungssegment
im SGB V ist ein Meilenstein. „Das fordern viele Expertinnen und Experten
seit fast zwei Jahrzehnten!“, freut sich der stellvertretende Sprecher der
Sektion Notfall- und Katastrophenmedizin, Bernhard Gliwitzky. „Dass die
notwendigen Ergänzungen des jetzigen Systems im Sinne von pflegerischer
Notfallversorgung, notfallmäßiger Palliativversorgung und psychiatrisch-
psychosozialer Krisenintervention benannt werden, ist ein weiteres
wichtiges Signal!“, ergänzt Dr. Janina Bathe, Sprecherin der Sektion.

Durch den Auf- und Ausbau der genannten Strukturen kann eine Entlastung
des Rettungsdienstes sowie der Notaufnahmen erreicht werden – was dringend
sowie zwingend notwendig ist. Die Vorschläge versprechen Mitarbeitenden
die Möglichkeit, sich zukünftig wieder auf die Kernaufgabe konzentrieren
zu können: die medizinische Versorgung von Notfallpatienten.

Darüber hinaus nimmt die DIVI die Empfehlung zur strukturierten
Einbeziehung der Bevölkerung in die Notfallversorgung unter anderem durch
die Einführung von Wiederbelebungsunterricht an Schulen sehr positiv wahr,
unterstreicht Professor Bernd Böttiger, Vorstandsmitglied der DIVI.
„Hierfür macht sich die Fachgesellschaft bereits seit Jahren stark. Durch
diesen Schritt könnten alleine 10.000 Menschenleben pro Jahr in
Deutschland mehr gerettet werden“, so der Direktor der Klinik für
Anästhesiologie und Operativen Intensivmedizin in Köln.

Einführung eines Advanced Care Paramedic ist aus DIVI-Sicht
diskussionswürdig

Als „diskussionswürdig“ bewerten die Experten der DIVI jedoch den
Vorschlag der Einführung eines Advanced Care Paramedic. „Hier muss genau
betrachtet werden, welche zusätzliche Aufgaben dieser neue Beruf
übernehmen kann und welche Intentionen damit verfolgt werden“, mahnt Frau
Dr. Janina Bathe. „Bei einer möglichen Einführung muss das Studium gut
geplant sowie eng an medizinische Fakultäten wie auch notfallmedizinische
Zentren gebunden sein.“

Generell begrüßt die DIVI selbstverständlich die Förderung der Qualität im
Rettungsdienst und die bundesweite Vereinheitlichung der Qualifikation des
eingesetzten Personals. Es kommt jedoch bereits jetzt auch bei
Notfallsanitätern zu Personalengpässen. „Bereits heute bietet die auf
Basis des Pyramidenprozesses entwickelte Kompetenz der Notfallsanitäter
eine gute Grundlage“, gibt Sektionssprecher Gliwitzky zu Protokoll. Die
Rolle der Notfallsanitäter sei aktuell vielerorts noch nicht voll
ausgeschöpft. Trotzdem müsse eine Aufstiegsmöglichkeit für besonders
qualifizierte Notfallsanitäter selbstverständlich diskutiert werden, um
dauerhaft qualifizierte Kräfte im Beruf zu halten.

Notarzt ist weiterhin elementarer und integraler Bestandteil des
Rettungsdienstes

Generell betont die Fachgesellschaft der Intensiv- und Notfallmediziner:
Der gut qualifizierte Notarzt ist weiterhin ein elementarer und integraler
Bestandteil des Rettungsdienstes. Er ist für die Versorgung akut
lebensbedrohlich erkrankter Patienten unverzichtbar! Für die Rettungskette
gilt es deshalb zu beachten:

1.      Die Luftrettung ist ein wichtiger Faktor, wird aber nie eine
vollumfassende Verfügbarkeit trotz Randzeitenerweiterung und
24-h-Vorhaltung zu allen Zeiten wegen immer wieder vorliegenden
Wettereinschränkungen gewährleisten können.
2.      Die Qualifikationsanforderungen der eingesetzten Notärzte auf den
Notarzteinsatzfahrzeugen (NEF) muss weiter erhöht werden.
3.      Die telenotärztliche Unterstützung ist ein wichtiger Baustein bei
der adäquaten Versorgung von Notfallpatienten und sollte entsprechend
ausgebaut werden.

So wäre die Verfügbarkeit eines erfahrenen Notfallmediziners auf allen
Leitstellen an 365 Tagen im 24-h-System ideal. „Dieser kann auch die Rolle
des Telenotarztes übernehmen und auch bei kritischen
Dispositionsentscheidungen zusätzlichen ärztlichen Sachverstand
einbringen“, so die Sprecher der Sektionen Notfall- und
Katastrophenmedizin wie auch Strukturen Klinische Akut- und
Notfallmedizin. „Integrierte Leitstellen sind zudem mit der 116117 digital
oder auch physisch zu vernetzen und müssen eine entsprechende Größe
haben.“

„Mit der grundsätzlichen Neugestaltung könnten eine Vielzahl von
Transporten und teils unnötigen Krankenhauseinweisungen vermieden und
damit eine Fehlallokation auch zum Wohle des Patienten verhindern werden“,
konstatiert Dr. Torben Brod, Sprecher der DIVI-Sektion Strukturen
Klinische Akut- und Notfallmedizin.

Aufbau von Strukturen der Interhospitaltransporte von kranken und kritisch
kranken Kindern unumgänglich

„Die Kinder wurden in den Reformvorschlägen wieder vergessen“, legt der
zukünftige DIVI-Präsident, Professor Florian Hoffmann, den Finger in die
Wunde. Durch die sich ändernden Krankenhausstrukturen sieht der Oberarzt
im Dr. von Haunerschen Kinderspital in München den steigenden
Transferbedarf zwischen verschiedenen Krankenhäusern. Aber bis dato
existieren keine Strukturen für den Interhospitaltransport kranker und
kritisch kranker Kinder. „Hier gilt es nachzubessern“, fordert Hoffmann.
„Die Verlegung der Kinder muss neben dem Intensivtransport von Erwachsenen
und Neugeborenen im Rahmen dieser Reform zur Notfall- und Akutversorgung
des Rettungsdienstes dringend berücksichtigt werden!“

Auch für den Ausbau der telenotärztlichen Versorgung müsse die
prähospitale Kindernotfallversorgung extra geplant werden. Die DIVI
empfiehlt deshalb den Aufbau überregionaler Standorte mit spezialisierten
Kindernotfallexperten.

Wer finanziert die Digitalisierung des Rettungsdienstes?

„Die Reform der Akut- und Notfallmedizin steht und fällt mit dem Ausbau
digitaler Strukturen in den verschiedensten in der Stellungnahme
adressierten Bereichen“, bringt es Präsident Felix Walcher auf den Punkt.
Die digitale Vernetzung aller an der Notfallversorgung beteiligten
Institutionen sowie die Anbindung des ambulanten Sektors sei längst
überfällig. So vermisst die DIVI in der Stellungnahme der
Regierungskommission konkrete Finanzierungsvorschläge zur Digitalisierung
des Rettungsdienstes und deren Vernetzung mit den nachgeordneten
Strukturen, den Notaufnahmen der Klinken und Notfallpraxen.

„Es ist entscheidend, dass alle Daten interoperabel im gesamten Prozess
der Versorgung weitergegeben werden können. Das kann die Qualität der
Patientenversorgung deutlich verbessern und fehlerbehaftete sowie
personalaufwendige Redundanzen der Dokumentation vermeiden! Der weitere
Ausbau der vorhandenen Register bietet ein enormes Potenzial, die Qualität
der Versorgung sicherzustellen, die Veränderung der Strukturen zu
bilanzieren und ggf. bedarfsgerechter nachzusteuern“, ist Walcher
überzeugt. Ein zentrales Element in der Dokumentation von Notfällen stellt
das AKTIN-Notaufnahmeregister dar. Dieses kann über die bisherige
Implementierung in Notaufnahmen hinaus auch auf weitere Bereiche der
Notfallversorgung, wie die KBV-Notfallpraxen, ausgeweitet werden.

Eine zeitgerechte Umsetzung der Vorschläge aus der 9. Stellungnahme der
Regierungskommission wäre ein großer Schritt in der Reformierung des
Rettungsdienstes – und damit einhergehend eine deutliche Verbesserung der
Patientenversorgung in Deutschland. Für Unterstützung in der Umsetzung
steht die DIVI jederzeit gerne bereit.

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Die Jahreszeiten Il Giardino Armonico | NFM Choir | Giovanni Antonini | Anett Fritsch | Maximilian Schmitt | Florian Boesch, KKL Luzern, 3.9.2023, besucht von Léonard Wüst

Il Giardino Armonico
Il Giardino Armonico
 

Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli


 

Besetzung und Programm:
Il Giardino Armonico
NFM Choir
Giovanni Antonini Dirigent
Anett Fritsch Sopran
Maximilian Schmitt Tenor
Florian Boesch Bariton
Joseph Haydn (1732–1809) Die Jahreszeiten. Oratorium in vier Teilen Hob. XXI:3

Joseph Haydns Oratorium “Die Jahreszeiten”, Hob. XXI:3, ist zweifellos eines der herausragenden Werke der klassischen Musik, und die Aufführung durch Il Giardino Armonico unter der inspirierenden Leitung von Giovanni Antonini war nichts weniger als ein musikalischer Triumph. Begleitet von herausragenden Solisten und dem NFM-Chor bot diese Interpretation einen unvergesslichen Abend voller musikalischer Pracht und Ausdruck.

Haydns Ode an die Natur

Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli
Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli

“Die Jahreszeiten” ist ein musikalisches Meisterwerk, das Haydns tiefe Liebe zur Natur und sein außergewöhnliches kompositorisches Talent in den Mittelpunkt stellt. In diesem Oratorium werden die verschiedenen Jahreszeiten in musikalischer Form porträtiert, wobei jede Saison ihre eigenen klanglichen Farben und Stimmungen hat. Von der lebhaften Frühlingshymne bis zur majestätischen Darstellung des Winters entführt Haydn die Zuhörer in die Wunder der Natur.

Die klangliche Pracht von Il Giardino Armonico

Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli
Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli

Il Giardino Armonico, unter der fachkundigen Leitung von Giovanni Antonini, brachte die klangliche Pracht von Haydns Werk in voller Blüte zur Geltung. Die kraftvolle und gleichzeitig sensible Interpretation des Orchesters verlieh jeder Jahreszeit eine unverwechselbare musikalische Identität. Von den fröhlichen Klängen des Frühlings bis zur feierlichen Größe des Herbstes wurden die verschiedenen Stimmungen meisterhaft erfasst.

Stimmgewaltige Solisten

Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli
Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli

Die Solisten, angeführt von Anett Fritsch (Sopran), Maximilian Schmitt (Tenor) und Florian Boesch (Bariton), waren stimmlich beeindruckend. Ihre Darbietungen verliehen den Charakteren in Haydns Texten Leben und vermittelten die Emotionen der Sänger auf eindrucksvolle Weise. Jeder Solist trug zur erzählerischen Kraft des Oratoriums bei und ergänzte die musikalische Erzählung auf beeindruckende Weise.

Der Glanz des NFM-Chors

Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli
Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli

Der NFM-Chor beeindruckte mit seiner Präzision und Klarheit. Die chorischen Passagen, sei es der Jubel der Landarbeiter im Frühling oder die majestätischen Lobgesänge im Herbst, wurden mit beeindruckender Geschicklichkeit und Ausdruckskraft vorgetragen. Der Chor trug zur erhabenen Atmosphäre des Oratoriums bei und vervollkommnete das Gesamtbild.

Giovanni Antoninis leidenschaftliche Leitung

Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli
Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli

Giovanni Antonini erwies sich erneut als charismatischer Dirigent von Weltklasse. Seine leidenschaftliche Leitung und sein tiefes Verständnis für Haydns Musik brachten das Orchester, die Solisten und den Chor zu Höchstleistungen. Unter seiner Führung wurde Haydn’s Komposition zu einem lebendigen und dynamischen Werk, das die Zuhörer von Anfang bis Ende fesselte.

Eine musikalische Reise durch die Natur

Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli
Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli

In “Die Jahreszeiten” führte Haydn die Zuhörer auf eine faszinierende musikalische Reise durch die Natur. Von der ersten Note bis zum triumphalen Finale war die Aufführung durch Il Giardino Armonico ein Fest der Sinne. Die verschiedenen Facetten der Natur wurden mit solcher Lebendigkeit und Pracht dargestellt, dass man meinte, den Wind in den Bäumen zu spüren und die Blumen zu riechen.

Eine unvergessliche Aufführung

Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli
Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli

Die Interpretation von Joseph Haydns “Die Jahreszeiten” durch Il Giardino Armonico unter der Leitung von Giovanni Antonini war zweifellos eine unvergessliche Aufführung. Haydns Meisterwerk wurde mit solcher Hingabe und Kreativität dargeboten, dass es die Herzen der Zuhörer berührte und sie in die wundersame Welt der Natur entführte. Es war ein Abend voller musikalischer Größe und Emotion, der die zeitlose Schönheit von Haydns Musik zelebrierte.

Begeisterung und Standing Ovations

Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli
Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli

Das Publikum reagierte begeistert auf diese Aufführung und belohnte die Künstler mit stehenden Ovationen. Die emotionale Tiefe und die klangliche Schönheit von Haydns “Die Jahreszeiten” wurden an diesem Abend in voller Pracht dargeboten und hinterließen einen bleibenden Eindruck.

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: Peter Fischli www.lucernefestival.ch

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NFM Chor

Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli

Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli

Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli

Die Jahreszeiten Konzertimpression von Peter Fischli l

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Berliner Philharmoniker | Kirill Petrenko, KKL Luzern, 30.8.2023, besucht von Léonard Wüst

Berliner Philha Foto Priska Ketterer
Berliner Philharmoniker Foto Priska Ketterer
 

Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer

Besetzung und Programm:
Berliner Philharmoniker
Kirill Petrenko< Dirigent
Max Reger (1873–1916) Variationen und Fuge über ein Thema von Mozart op. 132
Richard Strauss (1864–1949) Ein Heldenleben. Sinfonische Dichtung op. 40

Variationen und Fuge über ein Thema von Mozart op. 132

Eine musikalische Reise in die Tiefe von Regers Kompositionskunst

Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer
Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer

Die Berliner Philharmoniker, unter der inspirierenden Leitung von Kirill Petrenko, haben mit ihrer Interpretation von Max Regers “Variationen und Fuge über ein Thema von Mozart op. 132” einen ersten Konzertteil der musikalischen Brillanz und der emotionalen Tiefe geschaffen. Diese Aufführung war eine Reise durch die reiche Klangwelt von Reger und demonstrierte die bemerkenswerte Fähigkeit des Orchesters, die Nuancen und Komplexitäten dieses Werks zum Leben zu erwecken.

Eine Meisterklasse der Interpretation

Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer
Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer

Der russische Dirigent leitete die Berliner Philharmoniker mit einer beispiellosen Einfühlsamkeit und Präzision. Seine musikalische Interpretation zeigte eine tiefe Verbundenheit mit der emotionalen Substanz von Regers Musik. Petrenko verstand es, die musikalischen Phrasen mit einer bemerkenswerten Dynamik zu gestalten, wodurch die Zuhörer in eine Welt der musikalischen Erzählung eintauchen konnten.

Virtuosität und Ausdruckskraft

Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer
Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer

Regers Komposition erfordert nicht nur technische Virtuosität, sondern auch eine außergewöhnliche Ausdruckskraft. Das Hauptstadtorchester verband beides auf meisterhafte Weise. Die zarten Variationen wurden mit einer berührenden Lyrik präsentiert, während die lebhafteren Abschnitte eine beeindruckende rhythmische Energie und Lebendigkeit zeigten.

Klangliche Schönheit und Transparenz

Das Orchester entfaltete unter Kirill Petrenkos Leitung eine beeindruckende klangliche Schönheit und Transparenz. Jedes Instrument schien in einer harmonischen Einheit zu verschmelzen, während gleichzeitig die individuellen Nuancen hervortraten. Diese klangliche Klarheit ermöglichte es, die subtilen Veränderungen in Regers Variationen genau zu verfolgen und seine komplexen Kontrapunkttechniken zu schätzen.

Die Fuge als Höhepunkt

Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer
Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer

Der Höhepunkt der Interpretation war zweifellos die Fuge, in der das deutsche Renommierorchester unter seinem Chefdirigenten fesselnder Leitung, die verschiedenen Stimmen zu einem beeindruckenden Ganzen verschmolzen. Die Komplexität und Tiefe dieses Abschnitts wurden meisterhaft zum Ausdruck gebracht, wobei jede kontrapunktische Linie ihre eigene Präsenz hatte und dennoch nahtlos mit den anderen verschmolz.

Emotionale Resonanz und Publikumsreaktion

Die Interpretation von Max Regers Variationen und Fuge über ein Thema von Mozart op. 132 durch die Berliner Philharmoniker unter Kirill Petrenko erzeugte eine tiefe emotionale Resonanz im Publikum. Die Zuhörer wurden auf eine emotionale Reise mitgenommen, die von nachdenklichen Momenten bis zu triumphalen Höhepunkten reichte. Der langanhaltende stürmische Applaus spiegelte die begeisterte Reaktion des Publikums auf diese außergewöhnliche Aufführung wider.

Dynamik und Kontrastreichtum: Ein Heldenleben von Richard Strauss

Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer
Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer

Der zweite Teil des Konzerts brachte Richard Strauss’ Ein Heldenleben, eine sinfonische Dichtung, die das Leben eines Helden in musikalischen Bildern porträtiert. Kirill Petrenko verstand es meisterhaft, die dynamischen Kontraste und die klanglichen Nuancen dieses komplexen Werks herauszuarbeiten. Von den heroischen Fanfaren bis zu den lyrischen Passagen führte er das Orchester mit einer beeindruckenden Präzision und interpretatorischen Tiefe.

Emotionale Resonanz und musikalische Narration

Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer
Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer

Das autobiografische? Werk von Richard Strauss erzählt eine musikalische Geschichte, die durch emotionale Resonanz und musikalische Narration geprägt ist. Kirill Petrenko verlieh jedem Abschnitt eine besondere Bedeutung und schuf so eine fesselnde Erzählung, die das Publikum in den Bann zog. Die kraftvollen Klänge und die subtilen Nuancen des Orchesters schufen eine eindringliche musikalische Erfahrung.

Dirigentale Meisterschaft und Orchesterpracht

Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer
Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer

Der 1972  in Omsk geborene Meister am Pult zeigte in diesem Konzert seine dirigentale Meisterschaft in vollem Umfang. Seine präzise Gestaltung der musikalischen Phrasen und seine Fähigkeit, die musikalische Tiefe des Werkes zu erfassen, beeindruckten zutiefst. Das Orchester reagierte auf seine Führung mit beeindruckender Hingabe und klanglicher Präzision, was zu einer außergewöhnlichen musikalischen Darbietung führte.

 

 

 

 

Klangliche Vielfalt und emotionale Tiefe

Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer
Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer

Die Berliner Philharmoniker bewiesen zum wiederholten Mal ihre bemerkenswerte klangliche Vielfalt und ihre Fähigkeit, eine tiefe emotionale Tiefe in der Musik zu erzeugen. Von den subtilen Nuancen in Regers Variationen bis zu den dramatischen Höhepunkten in Ein Heldenleben zeigte das Orchester eine beeindruckende Bandbreite von Klangfarben und Ausdrucksmöglichkeiten.

Der Abend erreichte seinen Höhepunkt, als die letzten Töne von Ein Heldenleben verklangen. Das Auditorium würdigte die außergewöhnliche Leistung der Berliner Philharmoniker und ihres Dirigenten Kirill Petrenko mit einem langanhaltenden, kräftigem Applaus. Die musikalische Magie dieses Konzerts, das die Klangwelten von Max Reger und Richard Strauss erkundete, hinterließ einen tiefen Eindruck und zeigte die wunderbare Verbindung zwischen Dirigent, Orchester und Publikum. Ein Abend voller musikalischer Meisterschaft und emotionaler Intensität, der noch lange nachhallen wird.

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: Priska Ketterer www.lucernefestival.ch

Homepages der andern Kolumnisten:  www.gabrielabucher.ch  www.herberthuber.ch  www.maxthuerig.ch  www.marinellapolli.ch

Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer

Kirill Petrenko Dirigent Symbolbild

Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer

Berliner Philharmoniker Konzertimpression Kirill Petrenko gibt den Takt an Foto Priska Ketterer

Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer

Berliner Philharmoniker Konzertimpression Kirill Petrenko gibt den Takt an Foto Priska Ketterer

Berliner Philharmoniker Konzertimpression von Priska Ketterer

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Großforschungsprojekt "pool-in-loop" zur nachhaltigen Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe wird umgesetzt

Eines der deutschlandweit besten Konzepte für nachhaltige Kreislaufwirtschaft wird in den nächsten fünf Jahren an der Hochschule Merseburg umgesetzt: Professor Mathias Seitz (2.v.l.) und sein Team freuen sich über diese große Chance.  Hochschule Merseburg
Eines der deutschlandweit besten Konzepte für nachhaltige Kreislaufwirtschaft wird in den nächsten fünf Jahren an der Hochschule Merseburg umgesetzt: Professor Mathias Seitz (2.v.l.) und sein Team freuen sich über diese große Chance. Hochschule Merseburg

Mit einer Summe von 4 Millionen Euro fördert das Bundesministerium für
Bildung und Forschung die Umsetzungsphase des Verbundprojektes pool-in-
loop an der Hochschule Merseburg.

Pool-in-loop ist ein Verfahren zum chemischen Recycling von
Kunststoffabfällen. Ziel ist es, polyolefinreiche Kunststoffabfälle (pool)
im Wertstoffkreislauf (in-loop) zu halten, die derzeit noch verbrannt
werden müssen. Der Fokus von pool-in-loop liegt auf dem Recycling von
Kunststoffabfällen, die für das mechanische Recycling nicht geeignet sind.

Mit einer Summe von 4 Millionen Euro fördert das Bundesministerium für
Bildung und Forschung die Umsetzungsphase des Verbundprojektes pool-in-
loop an der Hochschule Merseburg. In einem bundesweiten Wettbewerb zu
Kunststoffrecyclingtechnologien hat ein Konsortium aus 12 Partnern, unter
Leitung von Prof. Dr. Mathias Seitz, den Zuschlag erhalten und kann damit
die auf fünf Jahre angelegte Umsetzungsphase gemeinsam realisieren.

Pool-in-loop ist ein Verfahren zum chemischen Recycling von
Kunststoffabfällen. Ziel ist es, polyolefinreiche Kunststoffabfälle (pool)
im Wertstoffkreislauf (in-loop) zu halten, die derzeit noch verbrannt
werden müssen. Der Fokus von pool-in-loop liegt auf dem Recycling von
Kunststoffabfällen, die für das mechanische Recycling nicht geeignet sind.
Es sollen Kunststoffabfälle recycelt werden, deren Verunreinigungen zu
groß sind, da sie aus schlecht sortierbaren und verunreinigten Komponenten
bestehen. Mithilfe von Katalysatoren sollen Chemikalien erzeugt werden,
die zur Herstellung neuer Kunststoffe dienen. Dadurch können im Vergleich
zu anderen Verfahren des chemischen Recyclings Störstoffe leichter
ausgeschleust und energetisch aufwändige Aufbereitungsschritte vermieden
werden.

Im gesamten Prozess der Umsetzungsphase wird das Team der Hochschule
Merseburg von Wirtschaftspartnern der Abfallaufbereitung- und entsorgung,
der Rohstoffcharakterisierung, der chemischen Industrie und der
Ökobilanzierung unterstützt. Die systematische Forschung auf dem Gebiet
des chemischen Recyclings vom Abfall bis zum Endprodukt leistet an dieser
Stelle einen wichtigen Beitrag hin zu einer ressourceneffizienten und
klimaschonenden Etablierung einer echten Kohlenstoff-Kreislaufwirtschaft
für Kunststoffe.

Die finanzielle Förderung des Bundesministeriums macht deutlich, dass sich
das Forscherteam des Fachbereiches Ingenieur- und Naturwissenschaften der
Hochschule Merseburg deutschlandweit mit einem der besten Konzepte im
Ausschreibungswettbewerb durchgesetzt hat: Geplant sind jetzt u.a. der
Aufbau einer Technikumsanlage, die Weiterentwicklung von Katalysatoren und
die Charakterisierung und Identifizierung von Abfällen als Einsatzstoff.
Prof. Mathias Seitz ist stolz, ein solches Leuchtturmprojekt an der
Hochschule Merseburg umzusetzen und sagt: „Wir können als Hochschule
gemeinsam mit unserem Konsortium das Verfahren branchenübergreifend zum
Nutzen aller Partner entwickeln und optimieren. Wir haben jetzt die
Gelegenheit, ein industrielles Verfahren zu gestalten, das den CO2-Ausstoß
senkt und einen Beitrag zum nachhaltigeren Wirtschaften leistet. Das ist
eine großartige Chance!“

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