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Neue Trends: Ernährung und Lebensmittelindustrie im Wandel

Ernährung Symbolbild
Ernährung Symbolbild pixabay

In den letzten Jahren konnte man beobachten, wie sich unser Essverhalten und die Lebensmittelindustrie rasant verändert haben. Überall spürt man den Wunsch, bewusster und gesünder zu leben. Dabei rückt vor allem die Nachhaltigkeit immer mehr in den Fokus unserer Entscheidungen. Man möchte wissen, woher die Produkte kommen, wie sie hergestellt werden und welchen Einfluss sie auf unsere Umwelt haben. Es ist eine spannende Zeit für die Zukunft unserer Gesellschaft und unseres Planeten, zu der jeder seinen Teil beitragen kann.

 

Verbrauchertrends: Das steigende Bewusstsein für Gesundheit und Nachhaltigkeit

Immer mehr Menschen legen besonderen Wert auf das, was sie zu sich nehmen. Gesundheit ist längst nicht mehr nur ein Trend, sondern ein echter Lebensstil. Viele entscheiden sich bewusst für eine vegane Ernährung oder reduzieren zumindest ihren Fleischkonsum. Dabei geht es nicht nur um den eigenen Körper, sondern auch um den Planeten. Superfoods, fermentierte Lebensmittel und pflanzenbasierte Alternativen finden sich immer häufiger auf unseren Tellern und zeigen, wie vielfältig und lecker gesunde Ernährung sein kann.

 

Gleichzeitig haben viele erkannt, dass nachhaltiges Handeln bei Lebensmitteln weit über die bloße Ernährung hinausgeht. Man schaut genauer hin: Woher kommen die Produkte? Unter welchen Bedingungen wurden sie produziert? Diese Ideen beschäftigen sowohl die Verbraucher als auch die Industrie hinter der Landwirtschaft und den Lebensmitteln – mehr dazu gibt es bei www.ceresrecruitment.de.

 

Selbst die Verpackung spielt eine entscheidende Rolle, denn man möchte seinen ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich halten. Es ist ein ermutigendes Zeichen dafür, wie das Bewusstsein für Gesundheit und Nachhaltigkeit in der Gemeinschaft wächst und unser tägliches Handeln beeinflusst.

Digitale Transformation und Personalisierung der Ernährung

Dank der vielen digitalen Möglichkeiten ist es so einfach wie noch nie, den eigenen Speiseplan zu optimieren. Mit nur wenigen Klicks kann man heute Apps herunterladen, die dabei helfen, Ernährungsgewohnheiten zu analysieren und Tipps für eine ausgewogene Mahlzeit zu geben. Ob man Allergien berücksichtigen, bestimmte Diäten einhalten oder neue Rezepte ausprobieren möchte – für fast jedes Bedürfnis gibt es eine passende App.

 

Diese digitalen Helfer machen es spielend leicht, die Ernährung zu personalisieren und so besser auf die individuellen Wünsche und Anforderungen zuzuschneiden. Ein spannender Schritt in Richtung einer maßgeschneiderten Ernährung für jeden von uns!

Die Reaktion der Lebensmittelindustrie

Angesichts des wachsenden Bewusstseins der Verbraucher hat auch die Lebensmittelindustrie erkannt, dass man sich anpassen muss. Viele Unternehmen setzen mittlerweile auf regenerative Landwirtschaft, die nicht nur die Umwelt schont, sondern auch die Qualität der Produkte erhöht. Man sieht zudem verstärkt Bemühungen, den CO₂-Ausstoß in der Produktion zu reduzieren, was nicht nur gut für unseren Planeten ist, sondern auch die zukunftsgerichtete Einstellung der Unternehmen zeigt.

 

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Entwicklung von umweltfreundlichen Verpackungen. Denn man möchte nicht nur gesunde Inhalte, sondern auch Verpackungen, die der Umwelt nicht schaden.

Gemeinsam in eine nachhaltige Zukunft

Wie man sieht, gehen Verbraucher und Industrie immer mehr Hand in Hand. Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Gesundheit beeinflusst beiderseitige Entscheidungen. Die gestiegene Nachfrage nach nachhaltigen Produkten findet in der Industrie Gehör, die wiederum innovative Lösungen und Produkte anbietet.

 

Gemeinsame Initiativen, wie zum Beispiel Partnerschaften zwischen nachhaltigen Marken und Umweltorganisationen, sind nur ein Beispiel für dieses gemeinsame Ziel. Man sieht: Nur im Miteinander kann eine wirklich positive Veränderung gelingen. Dieser gemeinsame Wandel prägt und formt unsere Lebensmittelwirtschaft.

Ernährung und Lebensmittelindustrie: Wie geht es weiter?

Blickt man in die Zukunft, so scheint klar, dass nachhaltige und gesunde Ernährungstrends weiterhin wachsen werden. Es wird immer innovativere Produkte und Technologien geben, die unseren Speiseplan und die Lebensmittelproduktion revolutionieren. Dabei geht man noch stärker auf individuelle Bedürfnisse ein und hilft gleichzeitig dabei, den Planeten zu schützen.

Fazit

Die Verbindung von Nachhaltigkeit und Gesundheit prägt unsere Ernährungstrends und beeinflusst die Lebensmittelindustrie nachhaltig. Gemeinsam wird so eine bewusstere Zukunft gestaltet, in der man sowohl der eigenen Gesundheit als auch dem Planeten Gutes tut. Ernährung und Verantwortung gehen sowohl für die Industrie als auch die Verbraucher Hand in Hand.

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Energieeffiziente Gebäude: Faktencheck Wärmepumpe

Statt mit Emotionen und Vermutungen arbeitet Prof. Dr. Michael Schaub beim
Thema Wärmepumpe mit Zahlen und Fakten – dabei räumt der Wissenschaftler
der Hochschule Coburg mit allerlei Vorurteilen und Fehlinformationen auf.

Ein Viertel der Energie in Deutschland wird im Haushalt verbraucht –
Gebäudetechnik spielt eine große Rolle. An der Fakultät Design der
Hochschule Coburg werden Expert:innen im Bachelor-Studiengang
„Bauingenieurwesen - Energieeffizientes Gebäudedesign“ ausgebildet. Hier
forscht und lehrt Prof. Dr. Michael Schaub als Professor für
energieeffiziente Gebäudetechnik. Aus einem Interview, das er vor einiger
Zeit zum Thema gegeben hat, ist jetzt ein aktueller Podcast des Anbieters
Lekker geworden, in dem Schaub die häufigsten und wichtigsten Fragen
beantwortet. Hier eine Zusammenfassung – der Rest zum Nachhören im Podcast
(unter anderem hier bei Spotify:
https://open.spotify.com/episode/5QU0V1easNcH5o9RMv6X3A, Apple:
https://podcasts.apple.com/us/podcast/wie-wird-deutschland-
energieeffizienter/id1590508784?i=1000622241101)

1)      Um eine Wärmepumpe zu betreiben, braucht es Strom – wie effizient
und klimafreundlich ist das?
„Wir können aus einer Kilowattstunde Strom drei bis vier Kilowattstunden
nutzbare Wärme gewinnen – die Effizienz ist bei Wärmepumpen enorm“, sagt
Schaub. „Drei Anteile Umweltwärme werden genau an dem Ort, an dem ich es
brauche, und zu dem Zeitpunkt, zu dem ich es brauche, einkoppelt.“ Diese
drei Anteile Energie müssen nicht transportiert und gespeichert werden,
wodurch die Stromnetze weniger belastet werden. Auch hinsichtlich der
CO2-Emmissionen ist die Wärmepumpe eindeutig eine Verbesserung: im
Vergleich zur Öl- und Gasheizung um 40 bis 60 Prozent – und das bereits
mit dem heutigen Strommix. „Die Wärmepumpen-Strategie, die in ganz Europa
sehr stark forciert wird, ist nicht aus der Luft gegriffen. Es gibt
zahlreiche Studien zur Transformation des Energiesystems.“ Verschiedenste
Rahmenbedingungen wurden wissenschaftliche betrachtet: einzelne
Bundesländer, ganz Deutschland oder Europa, mal ein Fokus auf
betriebswirtschaftliche, mal auf volkswirtschaftliche Aspekte und auch
unterschiedliche Szenarien wie der Elektropfad, der Wasserstoffpfad und
der Biomassepfad wurden untersucht. „Trotz der unterschiedlichen
Schwerpunkte sind die Ergebnisse im Kern relativ gleich“, erklärt Schaub.
Die Studien sagen ziemlich einheitlich voraus, dass irgendetwas zwischen
60 und 80 Prozent der Wärme durch Wärmepumpen gedeckt werden wird. Der
Rest durch Wärmenetze und sonstige Energieträger.

2)      In der Diskussion wird oft auch gefordert, die Wärmewende
technologieoffen anzugehen. Welche Alternativen gibt es zur Wärmepumpe?
„Viel kommt nicht in Frage.“ Etwa zehn Prozent des Bedarfs werden derzeit
durch Fernwärme gedeckt. Anders als heute sollte diese künftig aus
erneuerbarer Energie gewonnen werden, aber ansonsten beurteilt Schaub
Wärmenetze als sehr zweckmäßig – immer dort, wo es vor Ort möglich ist.
Bei der erneuerbaren Wärme gibt es aktuell einen Spitzenreiter: Biomasse
macht zwei Drittel aus. Aber das Potenzial ist begrenzt. Maximal etwa zehn
Prozent des gesamten Wärmebedarfs könnten damit gedeckt werden. Und
effizient wäre das auch nicht: „Wenn wir eine Fläche beispielsweise für
Wind und Photovoltaik statt für Biomasse nutzen, erzielen wir etwa zehn
Mal so viel Energie.“ Sinnvoller sei es, beispielsweise Holz (statt es zu
verbrennen) als Baustoff zu nutzen und Biogas für Prozesse, die wirklich
hohe Temperaturen erfordern oder beispielsweise für Kraftwärmekopplung.
Den Einsatz von Wasserstoff sieht Schaub vor allem als Lösung für
Prozesse, bei denen fossile Energien nicht anders ersetzt werden können –
nicht fürs Heizen. Denn da lassen sich Öl und Gas sehr gut durch die
Wärmepumpe ersetzen.

3)      Bei gut isolierten Neubauten ist das nachvollziehbar - aber was
ist mit Bestandsimmobilien?
„Für Wärmepumpen in Bestandsgebäuden gab es in den vergangenen zwei Jahren
eine enorme Entwicklung: Durch das natürliche Kältemittel Propan schaffen
wir es, bei Minus zehn Grad Außentemperatur 70 Grad warmes Wasser zu
liefern und dieses reicht aus für die allermeisten Bestandsgebäude – auch
mit Heizkörpern. An ganz kalten Tagen ist die Wärmepumpe nicht besonders
effizient. Aber solche Minustemperaturen kommen auch nicht so häufig vor.“
Zwei Drittel der Heizwärme werden bei Außentemperaturen von über Null Grad
erzeugt. Im Jahresdurchschnitt liefert die Wärmepumpe damit auch im
Bestandsgebäude sehr effiziente Werte. „Diese Technologien bringen Zeit.
Wir können eine Wärmepumpe einbauen. Wir müssen nicht gleichzeitig
sanieren. Das können wir im nächsten Schritt nachholen.“

4)      Und wie soll das alles finanziert werden?
Es gehe nicht darum, auf einen Schlag alle Heizungen auszutauschen, wie
der Professor betont. „Es geht nur darum, dass Geräte, die jetzt defekt
sind, durch eine andere Technologie ersetzt werden. Da sind auch die
Hersteller gefragt, beispielsweise durch Geräte, die sich einfach
montieren lassen.“ Schaub erwartet auch, dass die Preise sinken, weil
Hersteller weltweit gerade in das Thema investieren. Insbesondere bei der
Technologie mit Propan für Bestandsgebäude ist Europa technologisch zur
Zeit führend – volkswirtschaftlich ein Vorteil. Aber wie können
Hausbesitzer:innen den Wandel zu einem effizienten Gebäude umsetzen und
finanzieren? „Man muss einen Plan erstellen. Und man muss anfangen!“
Welche Maßnahmen wann erfolgen und auch wie sie finanziert werden, muss
geplant werden. „Sinnvoll ist, erst einmal mit low hanging fruits zu
starten, beispielsweise mit Dämmung  der Kellerdecke oder der obersten
Geschossdecke“, erklärt Schaub. Als nächstes Themen wie eine kontrollierte
Wohnungslüftung einplanen – ein oft unterschätztes Problem: „Bis zu einem
Drittel der Wärmeverluste im Bestandsgebäude werden durch das hygienisch
notwendige Lüften verursacht.“ Zuletzt sollten die
investitionsintensiveren Maßnahmen auf die Agenda. „Das muss individuell
für jedes Gebäude differenziert werden: Sind die Fenster vielleicht
sowieso demnächst fällig oder muss die Heizung ausgetauscht werden? Ist
vielleicht ein Außenanstrich geplant, der sich mit einer Dämm-Maßnahme
kombinieren lässt? „Das wichtigste ist, einen Plan zu erstellen und nach
und nach umsetzten. Damit man nicht irgendwann alles auf einmal
finanzieren muss.“

Informationen zum Studiengang „Bauingenieurwesen - Energieeffizientes
Gebäudedesign“ und zur Einschreibung gibt es unter www.hs-coburg.de.

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Bundesbauministerin Klara Geywitz zu Gast beim FFin-Jahreskongress am 20. November 2023

Save the Date: Unter dem Titel „Energieeinsparungen beim Bauen im Bestand
– Rückblick und Ausblick“ führt die Tagung an der Frankfurt University of
Applied Sciences (Frankfurt UAS) Erkenntnisse aus Politik, Forschung und
Praxis zusammen

Die Energiewende im Bausektor steht beim Jahreskongress des Frankfurter
Forschungsinstituts für Architektur • Bauingenieurwesen • Geomatik (FFin)
am 20. November 2023 im Fokus. Unter dem Titel „Energieeinsparungen beim
Bauen im Bestand – Rückblick und Ausblick“ führt die Tagung an der
Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) Erkenntnisse aus
Politik, Forschung und Praxis zusammen und versammelt interessante
Vorträge zu innovativen Möglichkeiten im Wohnungsbau und in der
energetischen Sanierung.
Als besondere Ergänzung der Tagung erwartet die Teilnehmer*innen und
Studierenden eine Gastvorlesung von Klara Geywitz, Bundesministerin für
Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Weitere Redner*innen sind neben
Forschenden des FFins die Geschäftsführerin der Nassauischen Heimstätte
Monika Fontaine-Kretschmer und Mainova-Vorstandsmitglied Martin Giehl.

Das Bauen im Bestand ist aufgrund weltweiter (Energie-)Krisen und
angesichts des hohen CO2-Ausstoßes im Bausektor immer mehr in den Fokus
gerückt. Bei der Umstellung der Wärme- und Stromversorgung sind Konzepte
gefragt, die nicht mehr jedes Gebäude einzeln betrachten, sondern
Netztechnologien koppeln.
Bei der Stadtentwicklung gilt die Regel „Innenentwicklung vor
Außenentwicklung“ und die Forderung nach einer Minimierung jener Energie,
die für die Erstellung zukunftsfähiger Gebäude und Infrastrukturen
aufzuwenden ist. Themen wie Effizienz, Konsistenz und Suffizienz sind als
Nachhaltigkeitsansätze gleichermaßen gefragt und ganzheitlich in der
Planung anzuwenden. Kompakte Stadtstrukturen und eine verträgliche
Verdichtung sollen für Energieeinsparpotenziale sorgen. Dennoch sollen
eine bauliche, funktionale und soziale Vielfalt und attraktive
innerstädtische öffentliche Räume in den Ballungsräumen gewährleistet
werden.

In diesem Spannungsfeld bewegt sich die diesjährige Tagung des FFin. Neben
einem Rückblick darauf, wie sich die politischen und rechtlichen
Rahmenbedingungen geändert haben und wie die Energieversorger damit
umgegangen sind, kommen die Erfahrungen im Wohnungsbau und bei der
energetischen Sanierung zur Sprache.
Zudem soll über innovative Möglichkeiten und bestehende Hemmnisse eines
erfolgreichen Wissenstransfers von der Forschung in die Praxis und die
Herausforderungen von Klimaschutz und Stadtentwicklung im Studienfeld der
Stadtplanung debattiert werden. Themenschwerpunkte sind Energieeffizienz,
Energieproduktion, die Ausbildung der Stadtplaner*innen von Morgen sowie
Impulse für die Bauwirtschaft – sowohl im Ballungsraum Frankfurt/Rhein-
Main als auch bundesweit.

Für die Teilnahme an der Tagung ist eine Anmeldung bis zum 14. November
2023 unter dem Link https://www.frankfurt-university.de/index.php?id=12117
erforderlich. Der Unkostenbeitrag beträgt 35 Euro, für Studierende ist die
Teilnahme kostenfrei.

Termin: Montag, 20. November 2023, 13:30 bis 18:00 Uhr
Ort: Frankfurt University of Applied Sciences, Nibelungenplatz 1, 60318
Frankfurt, Gebäude 10

Programm*

13:30 Uhr
Begrüßung
Prof. Dr. Kai-Oliver Schocke, Präsident der Frankfurt UAS

13:50 - 14:30 Uhr | ENERGIE UND GEBÄUDE
Denkmalschutz als Hürde für die Energiewende?
Prof. Dr. Stefan Pützenbacher, Frankfurter Forschungsinstitut FFin,
Frankfurt UAS

Der Bestand als Energieressource
Prof. Dr. Florian Mähl, Frankfurter Forschungsinstitut FFin, Frankfurt UAS

14:45 - 16:00 Uhr | ENERGIE UND QUARTIER
Energie für Frankfurt – Lösungen für den Klimaschutz
Martin Giehl, Mitglied des Vorstands der Mainova AG

Wohnungswirtschaft zwischen Klimaschutz und Bezahlbarkeit – Beispiele aus
der Praxis
Monika Fontaine-Kretschmer, Geschäftsführerin Nassauische Heimstätte

Großsiedlungen – und was wir davon lernen können
Prof. Dr. Maren Harnack, Forschungslabor Nachkriegsmoderne, Frankfurt UAS

anschl. Diskussion

16:30 - 17:00 Uhr | ENERGIE FÜR DIE ZUKUNFT
Begrüßung
Prof. Dr. Marcus Gwechenberger, Dezernent für Planen u. Wohnen der Stadt
Frankfurt a.M.

Zukunft der Städte - Zukunft des Bauens
Gastvorlesung
Klara Geywitz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen

17:00 - 17:45 | PANEL
Wie studieren wir Stadtplanung?
Es diskutieren: Klara Geywitz, Monika Fontaine-Kretschmer, Martin Giehl,
Martin Hunscher (Leiter des Stadtplanungsamts Frankfurt a.M.),
Vertreter*innen des FFin, Studierende u.a.

18:00 | Come Together und Ausstellung Stadtplanung (B.Eng.)

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Jugendliche in Deutschland blicken optimistischer in die eigene Zukunft als vor einem Jahr

Das Liz Mohn Center der Bertelsmann Stiftung hat zum zweiten Mal in einer
repräsentativen Umfrage die Lage der Kinder und Jugendlichen in
Deutschland erhoben. Das Ergebnis der diesjährigen Befragung: Die Mehrheit
der jungen Menschen in Deutschland blickt optimistischer in die Zukunft
als 2022. Immer mehr Kinder und Jugendliche sind bereit, sich für die
Gesellschaft zu engagieren.

Gütersloh, 17.08.2023. Die Mehrheit der Jugendlichen in Deutschland im
Alter von 12 bis 18 Jahren blickt optimistischer in die persönliche
Zukunft als noch vor einem Jahr. 52 Prozent geben an, dass ihre
persönliche Zukunft in drei Jahren besser sein wird als jetzt (2022 waren
es noch 43 Prozent). 20 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen
schauen positiv auf die Zukunft Deutschlands, aber rund 38 Prozent der
Befragten sind kritisch, was die Entwicklung angeht und befürchten, dass
Deutschland in drei Jahren schlechter dasteht. Das sind die zentralen
Erkenntnisse der diesjährigen repräsentativen Jugendbefragung
"Einstellungen und Sorgen der jungen Generation Deutschlands“ des Liz Mohn
Centers der Bertelsmann Stiftung.

Die Umfrage wird im Vorfeld des diesjährigen Salzburger Trilogs
veröffentlicht. Das Thema des Salzburger Trilogs in diesem Jahr lautet:
"International Cooperation in a Polarized World – In Search for a
Contemporary Structure“. Liz Mohn, Präsidentin des nach ihr benannten Liz
Mohn Centers, sagt: „Wir sollten den wachsenden Optimismus der jungen
Menschen nutzen, eine Aufbruchstimmung zu schaffen. Ihre Perspektiven,
Pläne und Werte werden unsere Gesellschaft in den nächsten Jahrzehnten
ausmachen. Deshalb ist es wichtig, jungen Menschen zuzuhören, sie ernst zu
nehmen und ihnen attraktive Rahmenbedingungen für ihr Engagement zu
schaffen."

Demokratie zukunftsfest machen

Für 85 Prozent der jungen Menschen ist es wichtig, Verantwortung zu
übernehmen und 73 Prozent möchten einen Beitrag für die Gesellschaft
leisten, in der sie leben. Im vergangenen Jahr lagen diese Werte bei 80
Prozent (Verantwortung übernehmen) und 69 Prozent (Beitrag für die
Gesellschaft).

Allerdings scheint politisches Engagement eher wenig attraktiv für die
Jugend zu sein. Es besteht unter den Befragten wenig Interesse daran,
ihren Beitrag für die Gesellschaft über die Mitgliedschaft in einer
politischen Partei zu leisten. Nur 20 Prozent ist dies "eher wichtig“ bis
"sehr wichtig“. Zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) gaben an, kein
Interesse daran zu haben, sich in einer politischen Partei zu engagieren.
"Die Parteien bleiben aufgefordert, für Kinder und Jugendliche
attraktivere Rahmenbedingungen für ein Engagement zu schaffen. Demokratie
ist keine Selbstverständlichkeit, Jugendliche benötigen attraktive
Optionen, um sich zu engagieren“, sagt Jörg Habich, Geschäftsführer des
Liz Mohn Centers zu den Ergebnissen.

Die empirische Untersuchung macht auch deutlich, dass die Demokratie nicht
in allen gesellschaftlichen Schichten über eine mehrheitliche Zustimmung
verfügt. Es zeichnet sich ein Gefälle ab, wonach die Demokratie eine
stabile Unterstützung bei höher gebildeten Kindern und Jugendlichen hat,
in den mittleren und niedrigen Bildungsschichten jedoch an Zustimmung
verliert. So stimmen über drei Viertel (77 Prozent) der höher Gebildeten
einer Bewertung von Demokratie als guter Regierungsform zu. Damit wächst
der Anteil in dieser Gruppe im Vergleich zu 2022 um sieben Prozentpunkte
an. Die Befragten mit (angestrebtem) mittlerem Schulabschluss bewerteten
die Demokratie jedoch nur noch zu 55 Prozent als gut. In der Gruppe der
Befragten mit (angestrebtem) niedrigerem Bildungsstand rutscht die
Zustimmung zur Demokratie im Vergleich zum Vorjahr um ganze 15
Prozentpunkte ab und liegt aktuell bei lediglich 40 Prozent. Die
Demokratie verliert damit in dieser Gruppe zunehmend an Rückhalt.

Jungen Menschen eine Stimme geben

Die Jugendlichen kritisieren auch das Desinteresse der Politik an ihren
Meinungen und Einstellungen. Eine Mehrheit von 64 Prozent der Befragten
stimmt der Aussage zu, dass Politiker:innen die Meinung junger Menschen
nicht ernst nähmen. Über die Hälfte (51 Prozent) der Befragten meint,
Politiker:innen nähmen das Thema Klimaschutz nicht ernst genug. Fast jeder
Zweite (47 Prozent) stimmt der Aussage zu, dass die ältere Generation zu
viel Einfluss auf Politik habe.

Die jungen Menschen in Deutschland wollen Dinge gestalten und sich von den
anstehenden Krisen und Herausforderungen nicht abschrecken lassen, obwohl
die damit einhergehenden Sorgen wie vor einem Krieg in Deutschland (81
Prozent), dem Scheitern des eigenen Bildungswegs (78 Prozent) oder dem
Klimawandel (77 Prozent) groß sind. Hoffnung prägt aber auch hier die
Sichtweise der jungen Menschen, wenn über die Hälfte der Befragten die
persönliche Freiheit durch den Krieg mehr zu schätzen weiß (55 Prozent)
und darüber nachdenkt, wie man zu einer besseren Welt beitragen kann (52
Prozent). "Diese Potentiale gilt es zu nutzen, indem die entsprechenden
Angebote gemacht werden“, sagt Habich.

Zusatzinformationen
Der Umfrage "Einstellungen und Sorgen der jungen Generation Deutschlands“,
durchgeführt vom Meinungsforschungsinstituts IPSOS, liegt eine
repräsentative Stichprobe der deutschen Wohnbevölkerung im Alter von 12
bis 18 Jahren zugrunde. Die Umfrage ist quotiert und gewichtet nach Alter,
Geschlecht, Region und Bildung. Die Online-Interviews (CAWI – Computer-
Assisted Web Interviews) wurden vom 10. bis 21. Februar 2023 durchgeführt.
Die Stichprobengröße liegt bei 500 Teilnehmenden. Eine vergleichbare
Umfrage wurde bereits im Mai 2022 durchgeführt.

Über den Salzburger Trilog
Beim Salzburger Trilog trifft sich seit über 20 Jahren einmal im Jahr ein
kleiner Kreis
internationaler Persönlichkeiten, um wechselnde Zukunftsfragen zu
diskutieren. Bei dem Gedankenaustausch stehen die unterschiedlichen
Perspektiven aus Wirtschaft, Politik und Kultur im Vordergrund. Durch
engagierte Diskussionen um Werte und Grundsätze hat sich der Salzburger
Trilog im Laufe der Jahre als außergewöhnliche Dialogveranstaltung
etabliert.

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