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Rauch von kanadischen Waldbränden schwebt seit Wochen über Deutschland.

Riesige Waldbrände in Kanada haben Millionen von Hektar Wald
vernichtet, mehr als 100 000 Einwohner vertrieben und die Luftqualität von
Millionen Menschen in Nordamerika beeinträchtigt. Die Spuren dieses
ökologischen Desasters sind auch in der Atmosphäre über Deutschland zu
spüren: Seit Mitte Mai registrieren Forschende des Leibniz-Instituts für
Troposphärenforschung (TROPOS) regelmäßig dünne Rauchschichten in Höhen
zwischen 3 und 12 Kilometern Höhe über Leipzig. Der Nachweis, dass es sich
bei den Partikeln um Rauch aus Waldbränden handelt, wurde durch eine neue
Technik möglich:

Rauchpartikel sind biologischen Ursprungs und leuchten, wenn sie mit UV-
Licht eines Lasers angestrahlt werden. Durch können sie eindeutig von
anderen Teilchen wie Vulkanpartikeln oder Saharastaub unterschieden
werden. Der Ursprung der Rauchschichten konnte anhand der Luftströmungen
bis nach Nordamerika zurückverfolgt werden.

„Es ist beeindruckend und beängstigend zu gleich, zu sehen, welche
Dimensionen diese Waldbrände inzwischen erreicht haben: Wenn in Kanada und
den USA wochenlang Wäldern brennen, dann leiden nicht nur die Menschen
dort unter dieser Katastrophe. Auch die Atmosphäre über Europa wird
beeinflusst: In den hohen, normalerweise wolkenfreien Luftschichten
scheinen sich durch die Rauchpartikel dünne Schleierwolken zu bilden“,
berichtet Benedikt Gast vom TROPOS, der die aktuellen Messungen im Rahmen
einer Doktorarbeit betreut und auswertet.

Im Gegensatz zu Nordamerika, wo im Juni unter anderen die
Millionenmetropolen der Ostküste tagelang unter einer Rauchglocke lagen
und Feinstaubalarm herrschte, stellt der Rauch aus Nordamerika in Europa
zur Zeit keine Gesundheitsgefahr dar. Der Rauch schwebt in großen Höhen
und ist inzwischen stark verdünnt. Aber er beeinflusst die Atmosphäre und
das Klima: Zum einen wird die Sonnenstrahlung an den Partikeln gestreut
und das Licht so leicht gedimmt. Ähnlich wie bei Saharastaub kann der
Himmel ebenfalls leicht getrübt aussehen. Außerdem könnte der Rauch die
Wolkenbildung in höheren Schichten der Atmosphäre beeinflussen. Zumindest
deuten jüngste Forschungsergebnisse darauf hin: Während der MOSAiC-
Expedition in der Arktis 2020 konnten TROPOS-Forschende ungewöhnlich viel
Rauch in der Atmosphäre um den Nordpol messen und die Bildung von
Zirruswolken beobachten. Eine aktuelle Studie aus Zypern zeigt, dass
Rauchpartikel unter bestimmten Voraussetzungen als Nukleationskeime für
die Bildung von Eiskristallen wirken können. Dazu hatten die Forschenden
des Eratosthenes Centre of Excellence, der Cyprus University of Technology
und des TROPOS Daten aus Limassol vom Herbst 2020 ausgewertet als der
Rauch starker Waldbrände aus Nordamerika bis ans Mittelmeer von Portugal
bis nach Zypern transportiert wurde. Die Messungen damals lieferten
deutliche Hinweise, dass gealterte Rauchpartikel bei rund -50°C die
Eisbildung am Übergang zwischen der feuchten Troposphäre und der trockenen
Stratosphäre auslösten und so zur Bildung von Eiswolken führten.

„Auch unsere aktuellen Beobachtungen über Leipzig zeigen Hinweise auf
einen solchen Zusammenhang. Bei mehreren Messungen in den letzten Wochen
konnten wir in 10-12 km Höhe sowohl Rauchschichten als auch an deren
Unterkante und/oder direkt darunter Eiswolken (sogenannte Zirren)
beobachten. Solche Rauch-Schichten in starker Präsenz von Zirruswolken
wurden nicht nur in Leipzig, sondern auch an verschiedenen Stationen in
Europa beobachtet: Von Südwesten in Evora (Portugal), über Warschau
(Polen) bis Kuopio (Finnland) im Nordosten. Sollte der Rauch für mehr
Wolken sorgen, könnte dies einen neuen Wirkungspfad für Klimaveränderungen
bedeuten. Da Wolken, je nach ihren optischen Dicken und anderen
Eigenschaften, eine kühlende oder wärmende Wirkung haben können, könnten
sich somit häufigere und stärkere Waldbrände entsprechend auf den
atmosphärischen Strahlungshaushalt auswirken. Dieses Potential motiviert
uns, dieses Zusammenspiel von Waldbrandrauch und Wolkenbildung weiter zu
untersuchen“, sagt Benedikt Gast vom TROPOS.

Durch den Klimawandel nehmen Anzahl und Intensität von Waldbränden zu und
damit auch die Mengen an Aerosol, die bei der Verbrennung von Biomasse in
die Atmosphäre freigesetzt werden. Diese Aerosolpartikel können nicht nur
in der Troposphäre verteilt werden, sondern sogar die darüber gelegene
Stratosphäre erreichen und den Strahlungshaushalt der Erde sowie die
Wolkenbedeckung über lange Zeiträume und große Gebiete hinweg
beeinflussen. „Seit Beginn der Waldbrandsaison 2023 auf der Nordhalbkugel
haben wir Rauch in fast jeder Schicht der Atmosphäre gesehen, auch in der
unteren Stratosphäre. Aus Sicht der Atmosphärenforschung ist das ein
beunruhigender Trend: Die Klimaerwärmung scheint nicht nur dafür zu
sorgen, dass die großen Wälder am Rande des Polarkreises immer häufiger
und stärker brennen. Sie verändert auch unsere Atmosphäre signifikant und
beeinflusst wiederum das Klima. Dazu kommt, dass vieles dafür spricht,
dass der Rauch auch die Ozonschicht angreift und damit ein
Gesundheitsrisiko für Millionen Menschen darstellt“, erklärt Dr. Albert
Ansmann vom TROPOS.

Um die Auswirkungen von Aerosolen auf das Klima vollständig zu verstehen
und zu quantifizieren, ist eine genaue Aerosoltypisierung von
entscheidender Bedeutung. Multiwellenlängen-Polarisations-Lidare, wie sie
TROPOS an verschiedenen Standorten betreibt, sind dabei sehr
leistungsfähige Instrumente zur Erkennung und Klassifizierung von Aerosol
mit Parametern wie dem Lidarverhältnis, dem Depolarisationsverhältnis und
dem Ångström-Exponenten. Allerdings war es bisher schwierig,
stratosphärischen Rauch von vulkanischem Sulfataerosol zu unterscheiden.

Jüngste Studien haben gezeigt, dass die Fluoreszenzlidar-Technik ein
großes Potential zur Verbesserung der Aerosolklassifizierung hat, weil
damit ein weiterer Parameter zur Verfügung steht – die so genannte
Fluoreszenzkapazität (Verhältnis von Fluoreszenz-Rückstreuung zu
elastischen Rückstreukoeffizienten). Die Forschenden haben deshalb ihren
großen, stationären Atmosphärenlaser am TROPOS in Leipzig erweitert: Das
„Multiwavelength Atmospheric Raman Lidar for Temperature, Humidity, and
Aerosol Profiling“ (MARTHA) erhielt im August 2022 einen zusätzlichen
Empfangskanal, der die Fluoreszenz-Rückstreuung im Spektralbereich von 444
- 488 Nanometer messen kann. Die Erfahrung mit der neuen Technik zeigt,
dass das Fluoreszenzlidar nicht nur großes Potential für die
Aerosoltypisierung hat, sondern auch, um Rauchschichten überhaupt zu
finden. „Da der neue Kanal nur sensitiv für Partikelstreuung ist, ist er
perfekt geeignet für Aerosol-Profiling. Das haben mehrere Fälle bereits
bewiesen. Fluoreszenz ist wie ein Fernglas für das Lidar“, berichtet Dr.
Cristofer Jimenez vom TROPOS. „Besonders bei niedrigen Aerosol-
Konzentrationen kann ein Fluoreszenzlidar interessante und ganz neue
Ergebnisse ermöglichen. Von dieser Technik ist noch viel zu erwarten.”

Ein leistungsstärkerer Laser, mit dem auch noch höhere Schichten der
Atmosphäre und geringere Konzentrationen untersucht werden können, soll in
den nächsten Monaten folgen. Sowohl die Station in Leipzig als auch die in
Limassol gehören zu PollyNet, einem Netzwerk von Lidaren, die mit
Laserstrahlen die Atmosphäre vom Boden aus erforschen. Es ist Teil der
Europäischen Forschungsinfrastruktur ACTRIS, die Aerosole, Wolken und
Spurengase untersucht.

Publikationen:

Mamouri, R.-E., Ansmann, A., Ohneiser, K., Knopf, D. A., Nisantzi, A.,
Bühl, J., Engelmann, R., Skupin, A., Seifert, P., Baars, H., Ene, D.,
Wandinger, U., and Hadjimitsis, D.: Wildfire smoke triggers cirrus
formation: Lidar observations over the Eastern Mediterranean (Cyprus),
EGUsphere [preprint], https://doi.org/10.5194/egusphere-2023-988 , 2023.
Die Untersuchungen wurde gefördert von der Europäischen Union (Horizont
2020, No. 385 857510 (EXCELSIOR), von der Regierung der Republik Zypern,
der Europäischen Union (Horizont 2020, No. 654109 und No. 739530
(ACTRIS)), dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) (FKZ
01LK1603A (PoLiCyTa)), Norwegen & Zypern (Prot. Nr.: LOCALDEV-0008
(ACCEPT)) sowie dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
(FKZ 03F0915A (SCiAMO)).

Floutsi, A. A., Baars, H., Engelmann, R., Althausen, D., Ansmann, A.,
Bohlmann, S., Heese, B., Hofer, J., Kanitz, T., Haarig, M., Ohneiser, K.,
Radenz, M., Seifert, P., Skupin, A., Yin, Z., Abdullaev, S. F., Komppula,
M., Filioglou, M., Giannakaki, E., Stachlewska, I. S., Janicka, L.,
Bortoli, D., Marinou, E., Amiridis, V., Gialitaki, A., Mamouri, R.-E.,
Barja, B., and Wandinger, U.: DeLiAn – a growing collection of
depolarization ratio, lidar ratio and Ångström exponent for different
aerosol types and mixtures from ground-based lidar observations, Atmos.
Meas. Tech., 16, 2353–2379, https://doi.org/10.5194/amt-16-2353-2023 , 09
May 2023.
Die Untersuchungen wurde gefördert von der Europäischen Union (FP7/ grant
no. 262 254 (ACTRIS); Horizon 2020/ no. 654109 (ACTRIS-2); FP6/ no. 036
833-2 (EUCAARI); FP7/ no. 316210 (BEYOND), FP7/ no. 603445 (BACCHUS),
Horizon 2020/ no. 857510 (EXCELSIOR)), dem Bundesministerium für Bildung
und Forschung (BMBF) (FKZ 01DK14014 (CADEX), PollyXT-CYP), der Leibniz-
Gemeinschaft (PAKT (OCEANET), der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
(“Megacities–Megachallenge – Informal Dynamics of Global Change” (SPP
1233), no. FOR 539 (SAMUN)), der Foundation of Science and Technology of
Poland (FNiTP) (no. 519/FNITP/115/2010), dem National Science Centre of
Poland (NCN) (no. 2020/38/L/ST10/00480 (DAINA-2)), dem European Research
Council (grant no. 640458 (A-LIFE), no. 725698 (D-TECT)), dem
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) (no. 50EE1721C
(EVVA)), dem National Fund for Scientific and Technological Development of
Chile (FONDECYT) (no. 11181335), dem Portuguese national funds through FCT
(Fundação para a Ciência e Tecnologia, I.P.) (UIDB/04683/2020,
UIDP/04683/2020), dem Narodowe Centrum Nauki Poland (no.
2020/38/L/ST10/00480) und dem Research Council of Lithuania (Lietuvos
mokslo taryba) (no. S-LL-21-7).

Veselovskii, I., Hu, Q., Ansmann, A., Goloub, P., Podvin, T., and
Korenskiy, M.: Fluorescence lidar observations of wildfire smoke inside
cirrus: a contribution to smoke–cirrus interaction research, Atmos. Chem.
Phys., 22, 5209–5221, https://doi.org/10.5194/acp-22-5209-2022, 2022.
Die Untersuchungen wurde gefördert von der Agence Nationale de la
Recherche (grant no. ANR-11-LABX-0005-01), dem European Regional
Development Fund (FEDER), dem “Hauts de France” Regional Council (project
CLIMIBIO) und der Russian Science Foundation (project 21-17-00114).

Weitere Infos:

Benedikt Gast/ Dr. Cristofer Jimenez/ Dr. Albert Ansmann
TROPOS-Abteilung Abteilung „Fernerkundung atmosphärischer Prozesse“
Tel. +49-341-2717-7462, -7331, -7064
https://www.tropos.de/institut/ueber-uns/mitarbeitende/cristofer-jimenez/
https://www.tropos.de/institut/ueber-uns/mitarbeitende/albert-ansmann
und
Prof. Dr. Andreas Macke
Direktor des TROPOS
Tel. +49-341-2717-7060
http://www.tropos.de/institut/ueber-uns/mitarbeitende/andreas-macke/
oder
Tilo Arnhold, TROPOS-Öffentlichkeitsarbeit
Tel. +49-341-2717-7189
http://www.tropos.de/aktuelles/pressemitteilungen/

Links:

Aktuelle Meldungen:
Smoke from the Canadian wildfires has been observed at 9km, and it
descended until it reached a height of 6km over #Limassol. Clearly visible
at @ERATOSTHENESCoE PollyXT observations on the 17th and 18th of June
2023.
https://twitter.com/excelsior2020eu/status/1670734738644926470?cxt=HHwWjICwrZKZ0q8uAAAA

Wildfire smoke in North America could be creating clouds over Europe (New
Scientist, 16.06.23):
https://www.newscientist.com/article/2378628-wildfire-smoke-in-north-
america-could-be-creating-clouds-over-europe/


Wildfire smoke travelling as far as Europe (BBC; 08.06.23):
https://www.bbc.com/news/live/world-us-canada-65835239

Frühere Pressemitteilungen:
Rauch der Black-Summer-Waldbrände in Australien beeinflusste über
eineinhalb Jahre Klima und Höhenwinde der Südhalbkugel (Pressemitteilung,
06.09.2022):
https://www.tropos.de/aktuelles/pressemitteilungen/details/rauch-der-
black-summer-waldbraende-in-australien-beeinflusste-ueber-eineinhalb-
jahre-klima-und-hoehenwinde-der-suedhalbkugel


Kalifornischer Rauch zog im Herbst 2020 bis nach Mitteleuropa und sorgte
für starke Trübung der Sonne (Pressemitteilung, 01.06.2021):
https://www.tropos.de/aktuelles/pressemitteilungen/details/kalifornischer-
rauch-zog-im-herbst-2020-bis-nach-mitteleuropa-und-sorgte-fuer-starke-
truebung-der-sonne


Rauch von US-Waldbränden zieht über Deutschland (Kurzmeldung, aktualisiert
am 14.09.2020):
https://www.tropos.de/aktuelles/pressemitteilungen/neu

Rauch aus Australien: Waldbrände aus Australien in Chile zu spüren
(Kurzmeldung, 06.01.2020):
https://www.tropos.de/aktuelles/pressemitteilungen/kurzmitteilungen/rauch-
aus-australien


Rauch von kanadischen Waldbränden bis nach Europa transportiert
(Pressemitteilung, 24.08.2017)
https://www.tropos.de/aktuelles/pressemitteilungen/details/rauch-von-
kanadischen-waldbraenden-bis-nach-europa-transportiert


aktuelle Daten:
Lidar-Netzwerk PollyNet
https://polly.tropos.de/

NASA-Satellitendaten:
https://firms.modaps.eosdis.nasa.gov/map/#d:24hrs;@-18.6,34.5,4z

Das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist Mitglied der
Leibniz-Gemeinschaft, die 97 selbständige Forschungseinrichtungen
verbindet. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und
Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften
bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich
gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen.
Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den
übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten
wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte
Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im
Wissenstransfer, vor allem mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Sie berät und
informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit.
Leibniz-Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen -
u.a. in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen
Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und
unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen
Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft
gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 20.500 Personen,
darunter 11.500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.
Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,9 Milliarden Euro.
Finanziert werden sie von Bund und Ländern gemeinsam. Die
Grundfinanzierung des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS)
wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem
Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) getragen.
Das Institut wird mitfinanziert aus Steuermitteln auf Grundlage des vom
Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
http://www.leibniz-gemeinschaft.de
https://www.bmbf.de/
https://www.smwk.sachsen.de/

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Angewandte Energieforschung für mehr Klimaschutz

Das Center for Applied Energy Research e.V. (CAE) ist neues Mitglied in
der Bayerischen Klima-Allianz. Die Bayerische Klima-Allianz bildet eine
wichtige Plattform, um für den Klimaschutz bedeutsame Kooperationen und
Aktivitäten der Bayerischen Staatsregierung, der bayerischen Wirtschaft
und Wissenschaft sowie von Kommunen, Verbänden und Interessensvertretungen
zu ermöglichen.

Der bayerische Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz Thorsten
Glauber begrüßte bei seinem Institutsbesuch in Würzburg das CAE als neues
Mitglied in der Bayerischen Klima-Allianz

Im Anschluss unterzeichneten der Staatsminister Thorsten Glauber als
Vertretung der Staatsregierung, der Vorstandsvorsitzender Dr. Hans-Peter
Ebert und Vorstand Prof. Dr. Jürgen Hartmann vom CAE die Gemeinsame
Erklärung der Bayerischen Staatsregierung und des CAE für eine
Zusammenarbeit zum Schutz des Klimas. Die Unterschriften von
Ministerpräsident Dr. Markus Söder, dem Bayerischen Staatsminister für
Wohnen, Bau und Verkehr, Herrn Christian Bernreiter, und dem Bayerische
Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, Hubert
Aiwanger, werden dann im Nachgang unter das Dokument gesetzt.

Vorstandsvorsitzender Dr. Hans-Peter Ebert freut sich auf die
Zusammenarbeit: „Die Bayerische Klima-Allianz mit ihren Multiplikatoren
stellt für uns eine ideale Plattform dar, unsere Erkenntnisse zu teilen
und voneinander zu lernen. Mit unseren Forschungsarbeiten, beispielsweise
im Bereich des klimagerechten Bauens, setzen wichtige Impulse für die
bayerische Bauwirtschaft, Stadtentwicklung und das Wohnungswesen. Gerade
dieser Bereich steht vor dem Hintergrund des Klimawandels vor besonderen
Herausforderungen.“

Das Center for Applied Energy Research (CAE) befasst sich im
Forschungsschwerpunkt klimaeffiziente Gebäude und Quartiere mit
innovativen Komponenten, Systemen und integralen Konzepten zur Steigerung
von Energieeffizienz und Nachhaltigkeit im Gebäudebereich. Bei der
Einbeziehung von Fassaden und Dachbegrünung in Energiekonzepte für Gebäude
und Quartiere leistet das CAE Pionierarbeit. Beispiele sind hier die
Nutzung von Begrünungen zur Kühlung von Photovoltaik-Anlagen oder zur
Klimatisierung von Innenräumen. Wer sich für die Forschungsarbeiten des
CAE und die Zusammenhänge zwischen Energie und Klima interessiert kann
gerne die öffentlich zugängliche Ausstellung Klima-Umwelt-Energie im
Forschungs- und Demonstrationsgebäude des CAE, dem Energy Efficiency
Center, von Montag bis Freitag kostenlos besuchen.

Institutsprofil:

Das Center for Applied Energy Research e.V. (CAE) zielt mit seinen
Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten darauf ab, Ideen in Kooperation
mit Wirtschaftsunternehmen und weiteren Forschungspartnern in die Praxis
zu überführen und so einen möglichst großen Beitrag für ein nachhaltiges,
CO2-emissionsfreies und wirtschaftliches Energiesystem zu leisten. Das CAE
bildet dabei eine Brückenfunktion zwischen grundlagenorientierter
Forschung und marktnaher Entwicklung. Das Institut ist Mitglied im
ForschungsVerbund Erneuerbare Energien (FVEE) und der ZUSE-Gemeinschaft.

Das CAE leistet mit seinen Arbeitsgruppen „Klimaneutrale Gebäude und
Quartiere“, „Smarte Funktionale Materialien“, „Advanced Thermal
Management“, „Sensorik für die Energie- und Wasserstofftechnik“ und
„Energiesystemmanagement und Technologieintegration“ notwendige
Forschungs- und Entwicklungsarbeiten für die Industrie und setzt neue
Innovationsimpulse. In einem eigenen Innovation Hub werden die
Zukunftsthemen „Wasserstofftechnologie“ und „Digitalisierung in der
Energietechnik“ gesondert unterstützt und Synergieeffekte erzielt. Im CAE
eigenen „Guided Makerspace“ erhalten junge Unternehmen schnellen und
unbürokratischen Zugang zu wissenschaftlichen Maschinen und
Versuchsständen sowie zu Experten der CAE-Kernkompetenzfelder.

Weitere Infos unter https://cae-zerocarbon.de/
Weitere Infos zur Ausstellung unter https://klima-umwelt-energie.de/

Bayerische Klima-Allianz

Die Bayerische Klima-Allianz bildet eine wichtige Plattform, um für
Klimaschutz und Klimaanpassung bedeutsame Kooperationen und Aktivitäten
der Bayerischen Staatsregierung, der bayerischen Wirtschaft und
Wissenschaft sowie von Kommunen, Verbänden und Interessensvertretungen zu
ermöglichen. Das Netzwerk der Klima-Allianz trägt mit innovativen
Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen, öffentlichkeitswirksamen
Veranstaltungen und schwerpunktbezogener Kommunikation wesentlich dazu
bei, dass der Klimawandel als Herausforderung in der Öffentlichkeit
wahrgenommen wird und die Bürger zu einem aktiven Handeln bewogen werden

Weitere Infos unter
https://www.stmuv.bayern.de/themen/klimaschutz/allianz/

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HWR Berlin unterstützt Spitzensportler*innen

Vereinbarung zur verstärkten Zusammenarbeit mit Olympiastützpunkt Berlin
unterzeichnet. Durch Studium an der HWR Berlin sichern sich
Spitzensportler*innen parallel zum Training berufliche Perspektive.

Berlin, 29. Juni 2023 – Studium und Sport zu verbinden, ist ein Kraftakt.
Ohne Unterstützung ist das kaum zu stemmen. Aktuell studieren sechs
Topathletinnen und -athleten an der Hochschule für Wirtschaft und Recht
Berlin (HWR Berlin). Sie gehören zum Spitzenkader des deutschen Sports: im
Modernen Fünfkampf, in der Leichtathletik, im Beachvolleyball,
Bogenschießen und Schwimmen.

Die HWR Berlin schafft die Rahmenbedingungen, so dass Mitglieder der
Bundeskader sowohl sportliche als auch akademische Ziele verfolgen können.
Das reicht unter anderem von der Bewerbung und Zulassung zum Studium bis
zu flexiblen, individuell angepassten Studienplänen. Die kleinen
Kursgrößen in vorwiegend seminaristischen Lehrveranstaltungen gewähren den
Studierenden einen direkten Kontakt zu Lehrenden und Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern in Studienbüros und -verwaltung, die Verständnis für die
besonderen Anforderungen entgegenbringen.

„Neben einem enormen Durchhaltevermögen braucht es die Unterstützung von
Kommilitoninnen und Kommilitonen und durch die Hochschule, große
Leidenschaft für den Sport und gleichzeitig für das Studienfach, um
intensives Training und Studium parallel zu meistern“, sagt Prof. Dr.
Silke Bustamante, Vizepräsidentin der HWR Berlin und
Ressortverantwortliche für Hochschulsport. „Ich empfinde große Bewunderung
für diese jungen Menschen. Aus meiner Sicht gehört es zu unserer
gesellschaftlichen Verantwortung, den jungen Athletinnen und Athleten zu
helfen, dass sie neben ihrem großen persönlichen Einsatz für das Erzielen
von sportlichen Höchstleistungen gleichzeitig eine alternative berufliche
Zukunft aufbauen können“, so Bustamante. Ziel der seit 2004 bestehenden
Vereinbarung zwischen HWR Berlin und Olympiastützpunkt Berlin ist, dass
die geförderten Spitzensportlerinnen und -sportler innerhalb der
Regelstudienzeit ihren ersten berufsqualifizierenden Studienabschluss
erreichen.

Acht Berliner Hochschulen und der Olympiastützpunkt Berlin haben am 22.
Juni 2023 ihre Kooperation in der Spitzensportförderung bekräftigt. Mit
der verstärkten Zusammenarbeit reagieren die Hochschulen auf neuere
Entwicklungen im Sport und zugleich im Hochschulbereich. Herausforderungen
stellen der Hochschulzugang insbesondere in höhere Semester,
Masterstudiengänge und Studiengänge mit zentralen Vergabeverfahren dar.
Auch die Möglichkeiten zum Online-Studium sind ein zunehmend wichtiges
Kriterium.

„Spitzensportlerinnen und -sportler können anderen Studentinnen und
Studenten als Vorbild dienen, da sie Engagement, Disziplin, Teamwork und
nicht zuletzt Durchaltevermögen verkörpern – alles Eigenschaften, die auch
im Studium gefragt sind“, sagt Prof. Dr. Silke Bustamante.

Malte Braunschweig zum Beispiel studiert im dualen Studiengang
Bauingenieurwesen an der HWR Berlin und trat 2021 bei den Paralympics in
Tokio an. Unterstützung erhält der Leistungsschwimmer auch von seinem
Praxis-Kooperationspartner, den Berliner Wasserbetrieben. „Es ist wichtig,
die Waage zu halten zwischen Studium und Sport, denn ohne das eine geht
auch das andere nicht. Ein strukturierter Alltag sowie ein gutes
Bewusstsein für die eigene Gesundheit sind sehr wichtig“, sagt er.

Ferdinand Korbel hat schon im letzten Wintersemester den Masterstudiengang
Marketing Management erfolgreich abgeschlossen. Er wird Ende Juli 2023 mit
der nationalen deutschen Wasserballmannschaft an der
Studentenweltmeisterschaft in Chengdu (China) teilnehmen. Das Event war
aufgrund der Pandemie mehrmals verschoben worden, deshalb darf Korbel die
HWR Berlin auch als Alumnus noch vertreten.

Insgesamt 45 Topathleten und -athletinnen hat die HWR Berlin bisher
gefördert. Zu ihnen gehören Olympiateilnehmer*innen und Weltmeister*innen
wie Lena Schöneborn. Die Olympiaerste von Peking im Jahr 2008 im Modernen
Fünfkampf ist mit 34 Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften die
erfolgreichste Athletin in der Geschichte dieser Sportart. Sie hat an der
HWR Berlin Business Administration studiert und den Master in
International Marketing Management erworben. Neben dem Beruf engagiert sie
sich aktuell zum Beispiel für die Werte-Stiftung, die sich der Vermittlung
von gemeinwohlorientierten Werten als Basis für sozialen Zusammenhalt und
Chancengerechtigkeit verschrieben hat.

Britta Steffen war einst die schnellste Schwimmerin der Welt auf ihren
Paradestrecken 50 Meter und 100 Meter Freistil. Neben dem Studium
trainierte sie und studierte neben dem Training. Erst absolvierte sie den
Bachelorstudiengang Wirtschaftsingenieur/in – Umwelt und Nachhaltigkeit an
der HWR Berlin und der heutigen Berliner Hochschule für Technik und setzte
anschließend den Master Human Resources Management oben drauf. Heute
stärkt die Weltrekordlerin als Gesundheitscoach und Expertin für mentale
Stärke anderen den Rücken.

Vor 75 Jahren wurde der Dachverband des deutschen Hochschulsports, der
Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband (adh), gegründet. Seitdem hat er
viel bewegt, bei Wettkämpfen, in der Bildung und Gesundheitserziehung und
zur Vernetzung von Sportbegeisterten.

Mehr zur Kooperation der HWR Berlin mit dem Olympiastützpunkt Berlin
https://www.hwr-berlin.de/kooperationen/regionale-partner
/olympiastuetzpunkt-berlin/

Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin

Die Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR Berlin) ist eine
fachlich breit aufgestellte, international ausgerichtete Hochschule für
angewandte Wissenschaften, einer der bundesweit größten staatlichen
Anbieter für das duale Studium und im akademischen Weiterbildungsbereich.
Sie sichert den Fachkräftebedarf in der Hauptstadtregion und darüber
hinaus. Rund 12 500 Studierende sind in über 60 Studiengängen der
Wirtschafts-, Verwaltungs-, Rechts-, Ingenieur- und Polizei- und
Sicherheitswissenschaften sowie in internationalen Master- und MBA-
Studiengängen eingeschrieben. Die HWR Berlin ist die viertgrößte
Hochschule für den öffentlichen Dienst in Deutschland und mehrfach
prämierte Gründungshochschule. Über 700 Kooperationen mit Partnern in der
Wirtschaft und im öffentlichen Dienst garantieren den ausgeprägten
Praxisbezug in Lehre und Forschung. 195 aktive Partnerschaften mit
Universitäten auf allen Kontinenten fördern einen regen
Studierendenaustausch und die internationale Forschungszusammenarbeit. Die
HWR Berlin ist Mitglied im Hochschulverbund „UAS7 – Alliance for
Excellence“ und unterstützt die Initiative der Hochschulrektorenkonferenz
„Weltoffene Hochschulen – Gegen Fremdenfeindlichkeit“.

http://www.hwr-berlin.de

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Letzter Schritt besiegelt: Die KHM zieht als Mieterin der Handwerkskammer zu Köln an den Heumarkt 14

Seit gut drei Jahren plant die Handwerksammer zu Köln mit der
Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) den Einzug in das komplett sanierte
Gebäude am Heumarkt 14. Der letzte Schritt dazu wurde jetzt von Garrelt
Duin, dem Hauptgeschäftsführer der HWK, von Dr. Oliver Herrmann, dem
kommissarischen Kanzler und Staatsbeauftragten der KHM, und von Prof.
Mathias Antlfinger, dem Rektor der KHM, vollzogen: Der Umzug ist für
Anfang 2024 geplant und vertraglich besiegelt. Die KHM mietet das
L-förmige und mit einem 11-stöckigem Turm ausgestattete Gebäude für die
nächsten 30 Jahre als neues Hauptgebäude und Zuhause.


Die Freude ist auf beiden Seiten groß, denn damit sind die HWK und KHM
fast am Ziel. Nach noch einigen nötigen Vorbereitungen werden Anfang 2024
die gesamte Verwaltung und zahlreiche Lehrende der KHM in die rund 3300
Quadratmeter nutzbare Fläche am Heumarkt 14 ziehen. Das neue Hauptgebäude
bringt zusammen, was einer interdisziplinären Kunsthochschule gut ansteht:
Es gibt ein Zentrum unter einem Dach und mehr Büros, Seminarräume,
Ateliers und künstlerische Präsentationsflächen!
So beziehen z. B. alle Abteilungen, die mit studentischen Angelegenheiten
beschäftigt sind, den 1. Stock – zuzüglich Seminarräume und Projektbüros.
Die Lehre mit den unterschiedlichen künstlerischen Schwerpunkten aus Film,
Kunst und Literatur ist fast vollständig im 2. und 3. Stockwerk
untergebracht. Das Rektorat sitzt nicht mehr irgendwo nebenan, sondern
direkt darüber. Die noch höheren Gebäuderegionen im Turm bezieht die
Verwaltung. Und im Erdgeschoss treffen Besucher auf einen neuen
Ausstellungsraum: Glasmoog, der kuratierte Kunstraum der KHM, zieht dort
ein und vergrößert sich.
Die KHM gibt dafür die Anmietungen am Peter-Welter-Platz 2 und in der
Pipinstraße vollständig auf. Sie gewinnt damit am Filzengraben 8-10
weitere Atelierräume für Studierende dazu. Die Bibliothek im wunderschönen
Overstolzenhaus, die Techniker-Büros, Labore und Studios, die Mensa am
Filzengraben 2 und 18-14 bleiben wie gehabt.

Garrelt Duin, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln,
kommentiert die Übergabe: „Dass unser Gebäude, das die Kunsthochschule für
Medien nun bald beziehen wird, ausgerechnet in Form eines großen L in die
Kölner Skyline ragt, passt hervorragend – denn hier werden für die
Studierenden in Kürze optimale Bedingungen zum Lernen geboten. Wir freuen
uns außerordentlich, dass mit der KHM eine Mieterin in unsere
Räumlichkeiten einzieht, die unser eigenes handwerkliches Bildungsangebot
so gelungen ergänzt. Damit bieten wir mit unserem erweiterten Standort am
Kölner Heumarkt auch den Ausgangspunkt für viele weitere individuelle
berufliche Karrieren. Wir wünschen allen Studierenden und der KHM einen
erfolgreichen Start am neuen Standort.“

Dr. Oliver Herrmann, kommissarischer Kanzler und Staatsbeauftragter der
KHM zur Übergabe: „Mit dem Umzug erhält die KHM nicht nur eine neue und
sehr bekannte Adresse, sondern auch eine deutlich erhöhte Sichtbarkeit in
der Kölner Innenstadt. Und: Die neu gestalteten Räumlichkeiten sind
wesentlich besser angeordnet, so dass das Arbeiten viel attraktiver werden
wird.“

Originalpublikation:
https://www.khm.de/termine/news.5564.letzter-schritt-besiegelt-khm-zieht-
anfang-2024-an-den-heumarkt-14/

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