Mittelstand lehnt Erhöhung der Grunderwerbsteuer ab
Düsseldorf, 20. Februar 2014. Die mittelständische Wirtschaft Nordrhein-Westfalens warnt vor den negativen Folgen einer Anhebung der Grunderwerbsteuer. Es sei ökonomisch bedenklich, die Bildung von Immobilieneigentum mit höheren Abgaben zu torpedieren, meint NRW-Landesgeschäftsführer Herbert Schulte vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW), der von NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans ein klares Nein zu einer Erhöhung der Steuer erwartet:
„Nordrhein-Westfalen vergibt angesichts historisch niedriger Zinsen eine einmalige Gelegenheit zur Haushaltssanierung. Das Land realisiert Jahr für Jahr steigende Einnahmen, leistet sich aber den Luxus, die Gesamtausgaben im kommenden Jahr um 2,4 Prozent auf 63,8 Milliarden Euro zu erhöhen, bei einem Wirtschaftswachstum, das sich bei 1,5 Prozent einpendeln dürfte. Eine nachhaltige Haushaltssanierung kann nur über eine Verwaltungsreform funktionieren. Wir lehnen Steuererhöhungen daher ab und fordern die Landesregierung auf, von einer Erhöhung der Grunderwerbsteuer abzusehen und dies auch deutlich zu machen. Sie ist unternehmerfeindlich und verteuert neuen Wohnraum, der doch gerade in diesen Tagen in den urbanen Ballungszentren dringend benötigt wird. Zudem reduziert eine höhere Grunderwerbsteuer die Investitionen in Bestandsimmobilien, was einen negativen konjunkturellen Effekt für unsere Wirtschaft nach sich zieht und den Wert der Immobilien senkt.“
Die Grunderwerbsteuer wurde bereits im Juni 2011 um 1,5 Punkte auf 5 Prozent angehoben und belastet Erwerber von Immobilieneigentum jährlich mit 1,6 Milliarden Euro. „Die Verlockung einer Steuererhöhung schlankerhand ist groß. Dennoch müssen wir die volkswirtschaftlichen Folgen im Auge behalten. Die Immobilien-Eigentumsquote deutscher Haushalte ist mit etwa 46 Prozent im internationalen Vergleich sehr niedrig. Hier den Hebel zur Erhöhung der Steuereinnahmen anzusetzen und neues Öl ins Feuer zu gießen, führt in eine sozialpolitische Sackgasse, die volkswirtschaftliche Folgekosten durch steigende Mieten nach sich zieht. Das kann nicht im Sinne einer weitsichtigen Städtebau-Politik sein“, so Schulte weiter.