Schwangerschaft nach CAR-T-Zelltherapie
Studie zeigt neue Perspektiven für Frauen mit Autoimmunerkrankungen
Autoimmunerkrankungen wie der systematische Lupus Erythematodes betreffen
vor allem junge Frauen, häufig in einer Lebensphase, in der ein
Kinderwunsch besteht. Die Erkrankung selbst sowie notwendige
immunsuppressive Therapien erschweren eine Schwangerschaft oder machen sie
zeitweise unmöglich. CAR T-Zellen können hier einen entscheidenden Vorteil
für diese junge Frauen bieten, da diese Therapie nachhaltig die
Autoimmunerkrankung zum Stillstand bringen kann. Eine internationale
Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Georg Schett (Direktor der
Medizinischen Klinik 3 – Rheumatologie und Immunologie des
Universitätsklinikums Erlangen und der Friedrich-Alexander-Universitä
Erlangen-Nürnberg (FAU) zeigt erstmalig, dass Frauen mit
Autoimmunerkrankungen nach einer erfolgreichen CAR T-Zelltherapie eine
normale und unproblematische Schwangerschaft erleben und gesunde Kinder
zur Welt bringen können. Diese Ergebnisse wurden nun im New England
Journal of Medicine veröffentlicht.
Autoimmunerkrankungen greifen in erster Linie junge Frauen an und
durchkreuzen dabei die Familienplanung. Schwangerschaften sind bei Frauen
mit Autoimmunerkrankungen aus verschiedenen Gründen risikoreicher: Zum
einen kann die Krankheitsaktivität das Wohlbefinden und die
Organfunktionen in Nieren, Herz und Lungen beeinträchtigen und sowohl die
Mutter als auch das Kind gefährden. Zum anderen sind viele der
immunsuppressiven Medikamente während der Schwangerschaft nicht sicher und
müssten daher abgesetzt werden. Zusätzlich verschlechtern sich häufig
Autoimmunerkrankungen, wie Lupus, in der Schwangerschaft und stellen damit
ein hohes Risiko für das Leben von Mutter und Kind dar.
Wie hilft eine CAR T-Zelltherapie Patient/-innen?
Durch die CD19-CAR T-Zelltherapie werden gezielt die
krankheitsverursachenden B-Zellen eliminiert, so dass bei vielen
Patientinnen und Patienten eine langanhaltende krankheitsfreie Remission
erreicht werden kann. Nach der Behandlung benötigen die Betroffenen keine
immunsuppressiven Medikamente mehr und gewinnen ihre Lebensqualität
zurück.
Was ist über Schwangerschaften und CAR T-Zelltherapien bekannt?
In einer bahnbrechenden Arbeit unter Leitung von Prof. Dr. Georg Schett an
der Forschungsgruppen aus Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Belgien
und den USA beteiligt waren, konnte nun gezeigt werden, dass eine CAR
T-Zelltherapie Frauen mit Autoimmunerkrankungen eine normale
Schwangerschaft und die Geburt eines gesunden Kindes ermöglichen kann. Die
Forschenden analysierten erstmals systematisch Schwangerschaften nach
einer CAR T-Zelltherapie bei Patientinnen mit schweren
Autoimmunerkrankungen. Insgesamt wurden 14 Schwangerschaften und 8
Geburten bei jungen Frauen mit Autoimmunerkrankungen dokumentiert. Alle
Schwangerschaften verliefen komplikationslos, alle Säuglinge kamen gesund
zur Welt und entwickelten ein altersentsprechendes Immunsystem.
Erkrankung tritt nicht wieder auf, Medikamente sind nicht mehr nötig
Eine spannende Erkenntnis dieser Studie ist auch, dass es bei den
Schwangerschaften zu keinem Wiederauftreten der Autoimmunerkrankung kam,
obwohl keinerlei immunsuppressive Medikamente mehr eingenommen wurden.
Dieser große Freiheitsgrad, der durch die Heilung und zumindest das Ruhen
der chronischen Erkrankung einerseits sowie den vollständigen Wegfall der
Therapie anderseits entsteht, unterstützt junge Frauen in ihrer
Entscheidung für Kinderwunsch und Familiengründung. Durch eine
erfolgreiche CAR T-Zelltherapie rückt damit nachhaltige Gesundheit und ein
selbstbestimmtes Leben für Frauen mit Autoimmmunerkrankungen in den
Vordergrund.
Über die Studie
Die Arbeit wurde im Deutschen Zentrum Immuntherapie (DZI) des Uniklinikums
Erlangen in Kooperation mit Zentren in Berlin, Paris, Bern, Leuven und New
York durchgeführt und durch den Sonderforschungsbereich 1755 CASCAID
unterstützt.
Direkt zur Studie:
https://www.nejm.org/doi/full/
Bildmaterial zum Download:
https://www.fau.de/2026/07/new
nach-car-t-zelltherapie/
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