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Würzburg rekrutiert ersten Patienten für Studie zum Herz- und Nierenschutz

In Würzburg hat das Studienteam um Prof. Dr. Christoph Wanner (zweiter von rechts) den ersten Patienten bundesweit für die EMPA-Kidney Studie rekrutiert.  Deutsches Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI)
In Würzburg hat das Studienteam um Prof. Dr. Christoph Wanner (zweiter von rechts) den ersten Patienten bundesweit für die EMPA-Kidney Studie rekrutiert. Deutsches Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI)
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In Würzburg hat das Studienteam um Prof. Dr. Christoph Wanner (zweiter von rechts) den ersten Patienten bundesweit für die EMPA-Kidney Studie rekrutiert.  Deutsches Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI)
In Würzburg hat das Studienteam um Prof. Dr. Christoph Wanner (zweiter von rechts) den ersten Patienten bundesweit für die EMPA-Kidney Studie rekrutiert. Deutsches Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI)

Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung dürfen hoffen. In der
internationalen klinischen EMPA-Kidney Studie wird untersucht, ob der
Wirkstoff Empagliflozin positive Auswirkungen auf die Niere hat, die
Notwendigkeit einer Dialysebehandlung verringert und schlussendlich Leben
rettet. Das Studienteam am Uniklinikum Würzburg hat jetzt den ersten
Patienten deutschlandweit und nach Oxford den zweiten weltweit
eingeschlossen. Die internationale Studie wird von der Universität Oxford
in Kooperation mit der Universität Würzburg koordiniert.

Insgesamt werden 5.000 Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung in
den USA, Kanada, China, Japan, Malaysia, Großbritannien und Deutschland
untersucht. Die deutsche Studienzentrale ist in der Medizinischen Klinik
und Poliklinik I des Uniklinikums Würzburg angesiedelt und wird vom
Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg unterstützt. In
Deutschland nehmen 33 Zentren an der Studie teil, mit insgesamt 1.000
Patienten.

„Ich freue mich sehr, dass es jetzt auch praktisch losgeht“, sagt
Professor Dr. Christoph Wanner, Leiter der Klinischen Prüfung. „Wir haben
mit der University of Oxford lange darauf hin gearbeitet, die EMPA-Kidney
Studie auf den Weg zu bringen. Gemeinsam untersuchen wir, ob die tägliche
Einnahme einer Empagliflozin-Tablette eine Verschlechterung der
Nierenerkrankung oder den Tod infolge einer Herzerkrankung bei Patienten
mit einer Nierenerkrankung verhindern kann. Dazu erhält die Hälfte der
Studienteilnehmer eine Empagliflozin-Tablette, während die andere Hälfte
ein Scheinmedikament ohne Wirkstoff, ein so genanntes Placebo, erhält.“

In der großen klinischen EMPA-REG OUTCOME Studie, in der Patienten mit
Herzerkrankung und Typ-2-Diabetes untersucht wurden, haben Würzburger
Forscher bereits nachgewiesen, dass Empagliflozin nicht nur den Blutzucker
senkt, sondern auch die Todesfälle infolge einer Herzerkrankung reduziert
und positive Auswirkungen auf die Nieren hat. Nun bauen neue klinische
Studien wie EMPA-Kidney auf diese wichtigen Ergebnisse auf. Sie sollen
zeigen, ob das Diabetes-Medikament Empagliflozin auch bei Patienten ohne
Diabetes einen Herz- und Nierenschutz aufweist.

In Deutschland nehmen insgesamt 33 Zentren an der EMPA-Kidney Studie teil.
Bis Ende 2019 sollen bundesweit insgesamt 1.000 Patienten rekrutiert
werden. In Würzburg wurden dafür gerade die ersten Study Nurses und
Koordinatoren aus den teilnehmenden Prüfzentren geschult.

Information über den Wirkstoff: Empagliflozin wurde ursprünglich zur
Behandlung von hohen Blutzuckerwerten bei Diabetespatienten entwickelt. Es
sorgt dafür, dass vermehrt Blutzucker - etwa 10 Teelöffel pro Tag - über
den Urin ausgeschieden wird. Dies kann zu einer leichten Abnahme von
Gewicht und Blutdruck führen. Und das wirkt sich wiederum positiv auf Herz
und Nieren aus.