Das strahlungsärmste Herzkatheterlabor schont Patient und Team

Das Herz- und Diabeteszentrum NRW investiert 1 Mio. Euro in die neue
Technik
Der neue Arbeitsplatz von Professor Dr. Philipp Sommer, Direktor der
Klinik für Elektrophysiologie und Rhythmologie am Herz- und
Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, ist in nur dreiwöchiger
Umbauzeit entstanden und hat einiges zu bieten. Das Herzkatheterlabor
Nummer Sechs beherbergt nämlich eine der modernsten EPU-Katheteranlagen,
die weltweit in Betrieb sind. Die Kombination der Anlage „ARTIS zee floor“
(Hersteller Siemens) mit einer integrierten Navigationseinheit (MediGuide,
Abbott) ermöglicht eine besonders schonende und strahlungsarme
Kathetertherapie von Patienten mit verschiedenen Herzrhythmusstörungen.
„Davon profitiert natürlich auch das gesamte Team, das während eines
solchen Eingriffs im Herzkatheterlabor arbeitet“, erläutert Sommer, der
als ausgewiesener Spezialist Erfahrung aus mehr als 1.500 erfolgreich
durchgeführten Herzkatheterinterventionen mit dieser Technologie an die
Klinik für Elektrophysiologie mitbrachte, die er seit November letzten
Jahres leitet. Die neue Anlage arbeitet aufgrund einer speziellen
Katheterdarstellung mit über 90 Prozent geringerer Strahlung als
vergleichbare Systeme. „Die Durchleuchtungszeit bei einem üblichen
Verfahren zur Behandlung des Vorhofflimmerns, einer sog.
Pulmonalvenenisolation, beträgt weit jetzt weniger als eine Minute. Andere
Katheteranlagen benötigen dafür 15 bis 20 Minuten.“
Bei einer Pulmonalvenenisolation wird ein Katheter über die Leiste bis zum
linken Vorhof geführt. Von dort ortet ein Messkatheter die Position der
vier Lungenvenen. Dies wird über eine dreidimensionale Rekonstruktion, das
sogenannte Map, auf einem großen Bildschirm im Labor dargestellt. Um die
bei Vorhofflimmern auftretenden zusätzlichen elektrischen Impulse auf den
Vorhof zu verhindern, verödet Sommer die Muskulatur um die Mündung der
Lungenvenen anschließend mittels präzise eingesetztem Hochfrequenzstrom.
Eine solche Ablation dauert etwa zwei Stunden. Rund 1.000 Prozeduren
dieser Art werden am Herz- und Diabeteszentrum NRW jährlich durchgeführt.
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Als Spezialklinik zur Behandlung von Herz-, Kreislauf- und
Diabeteserkrankungen zählt das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-
Westfalen (HDZ NRW), Bad Oeynhausen mit 35.000 Patienten pro Jahr, davon
14.000 in stationärer Behandlung, zu den größten und modernsten Zentren
seiner Art in Europa.
Die Klinik für Elektrophysiologie/Rhythmologi
spezialisiert auf die Behandlung von Herzrhythmusstörungen mit einem
Leistungsspektrum von rd. 1.000 Ablationen jährlich. In der Klinik werden
elektrophysiologische Untersuchungen und intrakoronarer Ultraschall
mittels modernster, strahlungsarmer Technologie zur Behandlung von
Rhythmusstörungen durchgeführt.
Weitere Informationen:
Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen
Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum
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