Zum Hauptinhalt springen

Schlaganfall: Jeder fünfte bleibt rätselhaft Herzstiftung informiert über kryptogenen Schlaganfall und welche Herzkrankheiten häufigste Ursachen sind

Ursachen des Schlaganfalls: Die meisten Schlaganfälle werden von einer Durchblutungsstörung im Gehirn verursacht.  Copyright: DHS/Jan Neuffer
Ursachen des Schlaganfalls: Die meisten Schlaganfälle werden von einer Durchblutungsstörung im Gehirn verursacht. Copyright: DHS/Jan Neuffer
Pin It
Ursachen des Schlaganfalls: Die meisten Schlaganfälle werden von einer Durchblutungsstörung im Gehirn verursacht.  Copyright: DHS/Jan Neuffer
Ursachen des Schlaganfalls: Die meisten Schlaganfälle werden von einer Durchblutungsstörung im Gehirn verursacht. Copyright: DHS/Jan Neuffer

Bluthochdruck, Vorhofflimmern oder Ablagerungen in den Halsschlagadern:
Ein Großteil der jährlich rund 270.000 Schlaganfälle in Deutschland geht
auf Erkrankungen der Gefäße oder des Herz-Kreislauf-Systems zurück. Doch
bei etwa 20 bis 30 Prozent der Hirninfarkte bleibt die Ursache im Dunkeln.
Ärzte sprechen dann von einem „kryptogenen Schlaganfall“. Solche
Schlaganfälle verlaufen in der Regel weniger schwer und hinterlassen
weniger bleibende Schäden als solche, bei denen die Ursache schnell
geklärt werden kann. „Insgesamt haben kryptogene Schlaganfälle eine
bessere Prognose als Schlaganfälle mit bekannter Ursache“, betont Prof.
Dr. med. Thomas Meinertz vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen
Herzstiftung in der aktuellen Ausgabe der Herzstiftungs-Zeitschrift HERZ
HEUTE. Sie dürften aber nicht weniger ernst genommen werden, weil auch
hier die Mangelversorgung eines Gehirnareals aufgrund eines verengten oder
verschlossenen hirnversorgenden Blutgefäßes zu bleibenden Hirnschäden
führt, wie der Kardiologe aus Hamburg betont. „Daher sollte bei jedem
Schlaganfall mit der Notrufnummer 112 der Notarzt gerufen werden, der die
betroffene Person in eine Klinik mit Schlaganfall-Einheit bringt“, so
Meinertz. „Ob es sich um eine Vorstufe des Schlaganfalls in Form einer
transitorischen ischämische Attacke, kurz TIA, oder einen Schlaganfall
kryptogener Ursache handelt, kann nur durch die nachfolgende Diagnostik
geklärt werden.“
Was Herzpatienten über den Schlaganfall wissen sollten, an welchen
Symptomen sie den Schlaganfall erkennen und wie man sich im Notfall
verhält, erläutert Meinertz in dem Experten-Beitrag „Schlaganfall ohne
Ursache?“ in HERZ HEUTE 2/2019, der kostenfrei bei der Herzstiftung
angefordert werden kann unter Tel. 069 955128-400 oder per E-Mail unter
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. (Stichwort: „Schlaganfall ohne Ursache“).
Weitere Infos bietet die Herzstiftung online unter
www.dhs.tips/schlaganfall

Angeborene oder erworbene Herzfehler als mögliche Ursachen
Je nach Lebensalter kommen unterschiedliche Ursachen für einen kryptogenen
Schlaganfall in Betracht. Bei jüngeren Patienten im Alter zwischen 16 und
30 Jahren stecken nicht selten angeborene Herzfehler dahinter –
insbesondere das offene oder persistierende Foramen ovale, kurz PFO. Bei
diesem Herzfehler ist die Scheidewand zwischen dem rechten und dem linken
Vorhof nicht richtig verschlossen. Das begünstigt die Bildung von
Blutgerinnseln, die ins Gehirn gelangen und dort einen Schlaganfall
auslösen können. „Etwa die Hälfte der Patienten mit der Diagnose
,kryptogener Schlaganfall‘, die jünger als 60 Jahre sind, haben ein PFO“,
so Meinertz. Mehr zum PFO und zu möglichen Therapien lesen Interessierte
in der neuen Ausgabe von HERZ HEUTE. Im Alter zwischen 31 und 60 Jahren
spielen erworbene Herzkrankheiten als Ursache des kryptogenen
Schlaganfalls eine größere Rolle. Dies können beispielsweise
Herzklappenfehler oder Kardiomyopathien, also Herzmuskelerkrankungen,
sein.

Vorhofflimmern wird häufig nicht erkannt
Bei älteren Schlaganfallpatienten über 60 Jahren ist Vorhofflimmern eine
häufige Ursache des kryptogenen Schlaganfalls. Tritt die
Herzrhythmusstörung nur anfallsweise auf, ist sie jedoch schwer zu
diagnostizieren und wird dann oft nicht als Ursache erkannt. „Bei älteren
Patienten mit einem Schlaganfall vermeintlich unbekannter Ursache sollte
immer systematisch nach Anfällen von Vorhofflimmern gesucht werden“, so
Meinertz. Der Nachweis sei allerdings häufig nur mit aufwändiger
Diagnostik möglich wie mit wiederholten Langzeit-EKGs oder dem Einsatz von
„Event-Rekordern“, die eine kontinuierliche Beobachtung der Herzfrequenz
ermöglichen. Bei Vorhofflimmern können sich leicht Blutgerinnsel in den
Herz-Vorhöfen bilden. Gelangen diese ins Gehirn und verstopfen dort eine
Arterie, kommt es zum Schlaganfall. Viele Patienten mit der
Herzrhythmusstörung nehmen daher gerinnungshemmende Medikamente ein, um
einem Schlaganfall vorzubeugen (Infos: www.herzstiftung.de/vorhofflimmern-
ratgeber.html
).

Schlaganfall-Warnzeichen rechtzeitig erkennen und Notruf 112 wählen
Herzpatienten sollten die Symptome und auch mögliche Vorboten eines
Schlaganfalls kennen. Oft treten einzelne Symptome bereits Tage oder
Wochen vorher auf, verschwinden aber nach wenigen Minuten wieder. Diese
Warnzeichen können auf einen Schlaganfall hinweisen oder ihn ankündigen:

- Lähmung in einem Arm, Bein oder einer Gesichtshälfte
- Schwierigkeiten beim Sprechen
- Plötzlich auftretende Sehstörungen
- Plötzliche starke Kopfschmerzen

Wer eines dieser Symptome bei sich bemerkt, sollte nicht zögern, sondern
den Notruf 112 wählen. Wichtig ist, keine Zeit zu verlieren, sondern
schnell zu handeln. Weitere Tipps, wie sich Herzpatienten vor einem
Schlaganfall schützen, und wie sie im Notfall richtig handeln, erläutert
der Online-Beitrag unter www.dhs.tips/schlaganfall

Der Ratgeber „Herz außer Takt: Vorhofflimmern“ informiert über Ursachen,
aktuelle Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten des Vorhofflimmerns sowie
über die Gerinnungshemmung. Der Band (136 S.), verfasst von renommierten
Herzspezialisten, ist kostenfrei erhältlich unter www.herzstiftung.de
/vorhofflimmern-ratgeber.html oder per Telefon unter 069 955128-400 oder
per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Der Ratgeber „Herz außer Takt: Vorhofflimmern“ informiert über Ursachen,
aktuelle Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten des Vorhofflimmerns sowie
über die Gerinnungshemmung. Der Band (136 S.), verfasst von renommierten
Herzspezialisten, ist kostenfrei erhältlich unter www.herzstiftung.de
/vorhofflimmern-ratgeber.html oder per Telefon unter 069 955128-400 oder
per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.