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Möglicher neuer Therapieansatz gegen Neurodermitis gefunden

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Wie reagiert das Immunsystem auf Pilze auf unserer Haut? Forschende der
Universität Zü-rich weisen nach, dass die gleichen Abwehrzellen, die vor
Hefepilzen schützen, die ent-zündlichen Symptome der Neurodermitis
begünstigen. Eine Therapie mit Antikörpern könnte die chronische
Hautkrankheit lindern.

Die Haut von Mensch und Tier ist dicht mit Pilzen besiedelt. Man vermutet,
dass die kleinen Hefe-pilze namens Malassezia, die nebst Bakterien und
Viren Bestandteil der gesunden Mikroflora der Haut sind, die Abwehrkräfte
stärken und das Immunsystem auf die Begegnung mit gefährlichen
Krankheitserregern vorbereiten - ähnlich wie gewisse Bakterien dies tun.
Anders als bei den Bak-terien weiss man jedoch noch wenig über die
physiologischen Prozesse, die die allgegenwärtigen Pilze auf der Haut
unter Kontrolle behalten.

Immunologinnen und Immunologen der Universität Zürich zeigen nun, dass das
Immunsystem für das Gleichgewicht auf der Haut verantwortlich ist. Sie
konnten erstmals bei Mäusen und beim Menschen nachweisen, dass die
Malassezia-Pilze das Immunsystem dazu anregen, den Boten-stoff
Interleukin-17 zu bilden. "Wird der Botenstoff nicht ausgeschüttet oder
fehlen die Interleu-kin-17-produzierenden Abwehrzellen, kann der Pilz
uneingeschränkt wachsen und überwuchert die Haut", erklärt Salomé
LeibundGut-Landmann, Professorin und Leiterin der Abteilung für Im-
munologie an der Vetsuisse-Fakultät der UZH.

Pilz kann Hautallergie fördern

Was aber passiert, wenn das Gleichgewicht auf der Körperoberfläche aus den
Fugen gerät? Es gibt Hinweise, dass die normalerweise harmlosen
Malassezia-Pilze gerade bei Neurodermitis eine Rolle spielen. Bei dieser
chronisch-entzündlichen Hautallergie kommt es zu einer Überreaktion des
Immunsystems gegen Antigene aus der Umwelt, etwa gegen Hausstaubmilben. Es
bilden sich Ekzeme, die sich durch trockene, gerötete Haut und starken
Juckreiz zum Beispiel in den Gelenkbeugen kennzeichnen und bis zu 20
Prozent der Kinder und bis zu 10 Prozent der Er-wachsenen betreffen. Auch
bei Hunden gehört diese allergische Dermatitis zu den allerhäufigs-ten
Hauterkrankungen.

Die vorliegende Studie bestätigt, dass die Interleukin-17-produzierenden
Immunzellen, die norma-lerweise vor den Pilzen schützen und deren Wachstum
in Schach halten, zur Entstehung von Neurodermitis beitragen. Der Pilz
wird sozusagen auf der Haut zum Allergen und ruft eine Über-reaktion des
Immunsystems mit entsprechenden Entzündungsmerkmalen auf der Haut hervor.
Experimente mit Zellen von betroffenen Neurodermitis-Patienten, die
zusammen mit dem Universi-tätsspital Zürich und der ETH Zürich
durchgeführt wurden, untermauern diese Erkenntnis.

Behandlung mit therapeutischen Antikörpern

"Die Ergebnisse unserer Studie legen nahe, dass bei Neurodermitis
therapeutische Antikörper, die die Wirkung von Interleukin 17
neutralisieren, wirksam sein könnten. Diese Antikörper existie-ren bereits
und werden bei der Behandlung von Schuppenflechten mit grossem Erfolg
einge-setzt", sagt die verantwortliche Autorin LeibundGut-Landmann.
Allerdings bleibt noch zu klären, warum die Immunantwort gegen den
allgegenwärtigen Malasse-zia-Pilz krankhaft werden kann und warum die
normalerweise schützenden Immunmechanismen bei Neurodermitis-Patienten
versagen.