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Weit verbreitet und doch oft unbekannt: Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD)

Ältere Frau am Telefon mit einem Laptop vor sich - so können Sie an der AMD-Aktionswoche teilnehmen: per Telefon oder online. / Bildrechte: iStock
Ältere Frau am Telefon mit einem Laptop vor sich - so können Sie an der AMD-Aktionswoche teilnehmen: per Telefon oder online. / Bildrechte: iStock

Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist eine der am weitesten verbreiteten Augenerkrankungen mit ca. 7 Millionen Betroffenen in Deutschland und eine der häufigsten Ursachen für schwere Sehbeeinträchtigungen. Doch für viele ist sie weiterhin völlig unbekannt.

Wie der Name bereits sagt, trifft die Krankheit vor allem ältere Menschen ab 50 Jahre. Personen, die ihr ganzes Leben gut sehen konnten, erleiden nach und nach im mittleren Sehfeld, also dem Bereich des schärfsten Sehens, einen Sehverlust. Das Leben der Betroffenen ändert sich natürlich immens, doch heißt dies nicht, dass ein selbstbestimmtes Leben nicht mehr möglich ist.

PRO RETINA bietet Angebote, um unter anderem über AMD aufzuklären und aufzuzeigen, wie man trotzdem ein lebenswertes Leben mit Freude führen kann. 

In der AMD-Aktionswoche werden an verschiedenen Themen-Tagen einzelne Schwerpunkte aufgegriffen. Es wird aufgeklärt, wie die Krankheit entsteht und sich entwickelt sowie Beispiele wie entsprechende Ernährung zur Prävention beiträgt. Außerdem wird gezeigt, wie man sich im Falle einer fortschreitenden Erkrankung bestmöglich selbst helfen kann, aber auch dank Beratungsangeboten nicht allein dasteht. 

Dieses Jahr steht ein Themen-Tag unter einem besonderen Motto. Am Mittwoch, den 18. November, geht es um das Thema „Pflege von AMD-Erkrankten“. Dieser Tag richtet sich besonders an Pflege- und Gesundheitseinrichtungen sowie pflegende Angehörige und ist der Auftakt zu einer Reihe von Veranstaltungen für diese Personengruppen.

AMD-Aktionswoche:
Wann: 14. – 21. November 2020
Wo:     online und telefonisch per Zoom, deutschlandweit

Anmeldung für einzelne Tage oder die ganze Woche unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. oder (0228) 227 217–0 bis zum 7. November 2020.

Mehr Informationen zur AMD-Aktionswoche.

Unterstützt wird die AMD-Aktionswoche der PRO RETINA von Roche, Novartis und Boehringer Ingelheim.

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Das Patientenzimmer der Zukunft: Projekt zur Infektionsprävention in Krankenhäusern beim World Health Summit

Innenaufnahme Patientenzimmer  IKE/Tom Bauer
Innenaufnahme Patientenzimmer IKE/Tom Bauer

Jährlich erkranken rund 500.000 Patientinnen und Patienten in Deutschland
an Krankenhausinfektionen mit multiresistenten Erregern, etwa 10.000 bis
15.000 von ihnen sterben daran. Doch wie können solche Infektionen
verhindert werden? Kann eine neue Raumplanung die Übertragung der Erreger
verringern? Dazu forscht ein interdisziplinäres Team im Verbundprojekt
KARMIN. Architektinnen und Architekten der TU Braunschweig, Medizinerinnen
und Medizinern des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin der Charité –
Universitätsmedizin Berlin sowie Molekularbiologinnen und
Molekularbiologen des Universitätsklinikums Jena entwickelten mit
Unternehmenspartnern ein infektionspräventives Patientenzimmer.

Die Expertinnen und Experten des KARMIN-Projekts haben sich sowohl mit
hygienischen als auch mit den architektonischen Herausforderungen bei der
Planung von Patientenzimmern beschäftigt. In zwei Studien hat das Team um
Prof. Dr. Petra Gastmeier und Dr. Rasmus Leistner vom Institut für Hygiene
und Umweltmedizin der Charité zunächst untersucht, wie sich das Mikrobiom,
also die Gesamtheit der Mikroorganismen, auf den Oberflächen im
Krankenhaus aufbaut und wie verschiedene Reinigungsmaßnahmen Einfluss auf
das Mikrobiom im Krankenhaus nehmen können. „Wir freuen uns, dass wir im
Rahmen dieses gemeinsamen Projektes einen weiteren Beitrag zur
Infektionsprävention leisten können. Das Krankenhaus soll auch zukünftig
ein sicherer Ort für Patientinnen und Patienten sein. Mit diesem Projekt
wollen wir eine Alternative darstellen“, erklärt Prof. Gastmeier,
Direktorin des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin der Charité.

Eine kluge Raumplanung kann hier helfen, die Übertragung gefährlicher
Keime in Krankenhäusern zu verhindern. Das konnte das Team aus
Architektinnen und Architekten um KARMIN-Projektleiter Dr. Wolfgang Sunder
vom Institut für Konstruktives Entwerfen, Industrie- und Gesundheitsbau
(IKE) der TU Braunschweig zeigen. Gemeinsam mit Industriepartnern haben
sie einen Prototypen für ein neuartiges Patientenzimmer gebaut. Grundlage
für den Entwurf des infektionspräventiven Zweibettzimmers bildeten unter
anderem Workshops mit Pflegepersonal und Reinigungskräften.

„Die Expertise von Fachexperten und einzelnen Nutzern des Patientenzimmers
wurde gezielt abgefragt und dokumentiert. Auf Grundlage der Erkenntnisse
dieser Analysen wurden dann Anforderungen erstellt, die als Grundlage für
den Entwurf des infektionssicheren Patientenzimmers dienten“, beschreibt
Dr. Sunder die methodische Herangehensweise.

Einer der Hauptübertragungsfaktoren von multiresistenten Erregern ist das
Bad. Deshalb sind im KARMIN-Prototypen zwei Nasszellen im Zwei-Bett-Zimmer
vorgesehen. Wichtig war es den Planerinnen und Planern, leicht zu
reinigende Materialien und Oberflächen zu wählen. Außerdem sollten hohe
Hygienestandards und sinnvolle Pflegeabläufe besser miteinander verbunden
werden.

So verfügt das KARMIN-Patientenzimmer beispielsweise über einen
Eingangsbereich mit Bedienpanel zur Raumbeleuchtung und Pflege-
Arbeitsbereiche in der Nähe der Patientenbetten. Der Prototyp hat
insgesamt vier Desinfektionsmittelspender entlang der Arbeitsrouten und in
der Nähe der Patientenbetten, mobile und fugenlos aufgebaute Nachttische.
Ein spezielles Lichtsystem führt Patientinnen und Patienten auch in der
Nacht sicher zu ihrer Nasszelle. „Das KARMIN Patientenzimmer zeigt, dass
sich die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit von Architekten, Designern
und Medizinern unter der Einbindung von Praxispartnern lohnt. Dadurch
konnte eine Reihe von innovativen Lösungen vom Detail bis zum Raum
entstehen“, berichtet Dr. Sunder.

Aufbauend auf den KARMIN-Empfehlungen soll im Rahmen eines Folgeprojekts
an der Charité ein infektionspräventives Patientenzimmer unter
Berücksichtigung der dortigen baulichen Gegebenheiten entwickelt werden.
Die Ergebnisse sollen in konkrete Bauvorhaben, wie beispielsweise das
Deutsche Herzzentrum der Charité, einfließen.

Der Demonstrator wurde heute vorgestellt. Fachkräfte aus den Bereichen
Medizin, Pflege und Gebäudereinigung sind vom 27. Oktober bis 22. November
2020 zur Besichtigung und Teilnahme an der Befragung des KARMIN-
Patientenzimmers eingeladen. Über die Website https://karmin.info/ können
Termine zum Besuch des Demonstrators auf dem Campus Charité Mitte,
Virchowweg 10, in Berlin gebucht werden. Das Patientenzimmer befindet sich
auf dem Platz zwischen dem Forschungsgebäude CharitéCrossOver und dem Max-
Planck-Institut für Infektionsbiologie.

Projektdaten
KARMIN steht für „Krankenhaus, Architektur, Mikrobiom und Infektion“. Das
Projekt wird von Oktober 2016 bis Ende 2020 durch das Bundesministerium
für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Fördermaßnahme „Zwanzig20“
und als Teil des Forschungsverbundes „InfectControl 2020“ mit rund 1,5
Millionen Euro (davon rund 650.000 Euro für die TU Braunschweig)
gefördert. Verbundpartner sind neben der TU Braunschweig das Institut für
Hygiene und Umweltmedizin der Charité – Universitätsmedizin Berlin, das
Universitätsklinkium Jena mit der Septomics Research Group und die Röhl
GmbH.

InfectControl 2020
Der Forschungsverbund InfectControl vereint Partner aus Wirtschaft,
Wissenschaft und Gesellschaft an den zentralen Standorten Berlin,
Braunschweig, Greifswald, Jena und Würzburg. Gemeinsam entwickeln sie neue
Strategien zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten. Die
Forschungsprojekte des vom BMBF geförderten Konsortiums überschreiten
stets die Grenzen von klassischen Fachdisziplinen und betrachten
Infektionskrankheiten konsequent nach dem One-Health-Ansatz. Ihren Fokus
legen die Forschenden auf die Bereiche: Landwirtschaft und
Veterinärmedizin, Mobilität, Klima und Infrastruktur, Medizinische
Forschung und Versorgung sowie Öffentlichkeit und Patienten.

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Digitale Welten nutzen: DGHO und intermedix unterstützen Ärzte mit medizinischem Wissen zur Onkologie und Hämatologie

Die DGHO Deutsche Gesellschaft für
Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V. und die intermedix Deutschland
GmbH arbeiten zusammen, um Ärzten einen raschen Zugang zu praxisrelevanten
Informationen in der Diagnose und Therapie onkologischer und
hämatologischer Erkrankungen zu ermöglichen. Hierzu werden die
medizinischen Leitlinien des Internet-Portals ONKOPEDIA* in intermedix-
Kommunikationsplätze und die Softwaresysteme der intermedix-
Muttergesellschaft CompuGroup Medical (CGM) eingebunden.

Im Arztinformationssystem (AIS) stehen Ärzten somit während der
entscheidenden Phase der Behandlung Informationen zur Verfügung, die aktiv
bei der Diagnose und auch der Therapie von Krebs- und Bluterkrankungen
unterstützen können.

Gerade für niedergelassene Ärzte, die eher seltener mit onkologischen und
hämatologischen Erkrankungen konfrontiert werden, bedeutet die Kooperation
einen enormen Mehrwert:  Die Informationen werden kontextsensitiv
ausgespielt und stellen niedergelassenen Medizinern genau während der
Arbeit mit Patienten im Feld Onkologie und Hämatologie hilfreiches Wissen
und Leitlinien zur Verfügung.

„Der einfache und gezielte Zugang zu den wertvollen Informationen von
ONKOPEDIA über die Plattform der Arztsoftware ist ein wichtiger Schritt,
damit Ärzte Informationen direkt dort und dann bekommen, wenn sie die
Informationen benötigen. intermedix und CGM unterstützen die Ärzte durch
diesen direkten Zugang“, sagt Prof. Dr. med. Bernhard Wörmann,
Medizinischer Leiter der DGHO.

„Unser Ziel ist es, dem Arzt absolut relevante Informationen zur Verfügung
zu stellen, und zwar in dem Moment, in dem er sie benötigt. So können wir
niedergelassene Ärzte bei der Diagnose und Therapie bestmöglich
unterstützen“, sagt Christian Senger, Geschäftsführer bei intermedix. „Die
Zusammenarbeit mit den ausgewiesenen Experten der DGHO und die damit
verbundene Bereitstellung von wissenschaftlichen, hoch-qualitativen
Informationen und neuesten Erkenntnissen stellt unsere Anstrengungen
diesbezüglich auf eine völlig neue Ebene.“

Die Bedeutung des gemeinsamen Projektes von DGHO und intermedix wird bei
Betrachtung der Todesursachen in Deutschland besonders deutlich:
Krebserkrankungen sind mit rund 230.000 Todesfällen im Jahr (Quelle:
DESTATIS, Jahr 2018) die zweithäufigste Todesursache. Durch eine
frühzeitige Erkennung und passende Behandlung von Krebserkrankungen,
können nachweislich viele Menschenleben gerettet werden. „Gerade in
komplexen Bereichen wie der Onkologie wollen wir Healthcare Professionals
durch die Bereitstellung der richtigen Daten zur rechten Zeit hilfreich
zur Seite stehen“, sagt Dr. Eckart Pech, Geschäftsführender Direktor für
den Bereich Consumer and Health Management Information Systems.

Den Grundstein für das Internetportal ONKOPEDIA als eigenes Instrument zur
Erstellung und Veröffentlichung von Leitlinien hat die DGHO in Kooperation
mit der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie & Medizinische
Onkologie (OeGHO), der Schweizerischen Gesellschaft für Medizinische
Onkologie (SGMO) und der Schweizerischen Gesellschaft für Hämatologie
(SGH+SSH) bereits im Jahr 2010 gelegt. Die Erstellung einer Leitlinie ist
ein permanenter und interaktiver Prozess, ONKOPEDIA ist in seiner inneren
Struktur ein lernendes System. Es basiert auf der verfügbaren Evidenz und
dem Wissen von Experten der medizinischen Onkologie und anderer
Fachrichtungen.

Die ersten ONKOPEDIA-Informationen werden in Kürze im AIS zur Verfügung
stehen. Mit den gewonnenen Erkenntnissen und dem Feedback der Mediziner
können wertvolle Informationen für einen kontinuierlichen
Optimierungsprozess erhoben werden.

*Onkopedia: Siehe unten stehende Informationen

Über die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie
e.V.

Die DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie
e. V. besteht seit über 80 Jahren und hat heute mehr als 3.600 Mitglieder,
die in der Erforschung und Behandlung hämatologischer und onkologischer
Erkrankungen tätig sind. Mit ihrem Engagement in der Aus-, Fort- und
Weiterbildung, mit der Erstellung der Onkopedia-Leitlinien, mit der
Wissensdatenbank, mit der Durchführung von Fachtagungen und
Fortbildungsseminaren sowie mit ihrem gesundheitspolitischen Engagement
fördert die Fachgesellschaft die hochwertige Versorgung von Patientinnen
und Patienten im Fachgebiet. In mehr als 30 Themen-zentrierten
Arbeitskreisen engagieren sich die Mitglieder für die Weiterentwicklung
der Hämatologie und der Medizinischen Onkologie.

Weitere Informationen: https://www.dgho.de/

Über intermedix

intermedix: Der Experte für Kommunikation im entscheidenden Moment
intermedix stellt Informationen zu Arzneimitteln und weiteren
medizinischen Themen in den Fokus von Ärzten und Apothekern – und zwar
genau dann, wenn diese wichtigen Informationen benötigt werden. Mit den
Kommunikationslösungen von intermedix stehen relevante Hinweise und
Informationen zum perfekten Zeitpunkt direkt im Verschreibungs- bzw.
Abgabeprozess zur Verfügung. Auf diese Weise vervollständigen wir
deutschlandweit zielgenau die laufenden Marketingmaßnahmen von
Arzneimittelherstellern bei mehr als jedem zweiten Arzt und in jeder
fünften Apotheke.

Als Tochter der CompuGroup Medical SE & Co. KGaA, des eHealth-Unternehmens
mit der weltweit größten Reichweite unter den Leistungserbringern im
Gesundheitswesen, können wir auf kompetente Partner in der Arzt- und
Apothekensoftware zurückgreifen. Darüber hinaus erreichen Sie über CGM
LAUER das Apothekenteam.

Insgesamt sind wir 40 Mitarbeiter an zwei Standorten (Martinsried bei
München, Koblenz). Aus verschiedenen Fachgruppen bringen wir Erfahrung in
den Bereichen Gesundheitskommunikation, Marketing und Beratung mit und
werden so Ihr Experte für Kommunikation in Arzt- und Apothekensoftware.

Weitere Informationen: https://intermedix.de

Über Onkopedia:

Onkopedia

Vor 10 Jahren haben DGHO, OeGHO, SGMO und SGH+SSH entschieden, eigene
Leitlinien für die Hämatologie und Medizinische Onkologie im
deutschsprachigen Raum zu entwickeln. Aktuell sind fast 100 Leitlinien aus
den Bereichen Allgemeines und Grundlagen, nicht-maligne Hämatologie,
maligne Hämatologie, solide Tumore, allogene Stammzelltransplantation und
supportive Therapie publiziert. Dazu kommt ein eigener Bereich für
komplementäre und alternative Therapie.

Kurzgefasst und übersichtlich

National und international gibt es vor allem in der Onkologie viele,
hochwertige Leitlinienprojekte. Sie setzen Standards, sind aber in der
praktischen Umsetzung aufgrund ihres Umfangs und ihrer Komplexität nur
eingeschränkt brauchbar. Die Onkopedia-Leitlinien haben einen
einheitlichen Aufbau. Der Umfang soll in der gedruckten Version 40 Seiten
nicht überschreiten. Empfehlungen werden in Therapiealgorithmen
zusammengefasst. Diese Darstellungen gehören zu den am häufigsten
aufgerufenen Elementen von Onkopedia.

Evidenzbasiert und interdisziplinär

Die Empfehlungen von Onkopedia sind evidenzbasiert. Basis sind klinische
Studien mit patientenrelevanten Endpunkten, in denen neue Therapien gegen
den jeweiligen Standard getestet wurden. Zur Transparenz der Empfehlungen
werden derzeit in den Algorithmus Links zu diesen Studiendaten und deren
Bewertung z. B. durch ESMO und G-BA integriert.
Die meisten Leitlinien werden interdisziplinär erarbeitet mit Beteiligung
von Experten aus benachbarten Fachgebieten. Der größte Schatz von
Onkopedia liegt im Engagement der inzwischen über 500 ehrenamtlichen
Experten.

Aktuell und zielgerichtet

Derzeit sind 86% der Onkopedia Leitlinien auf dem Stand von 2018 – 2020.
Neben den medizinischen Leitlinien bietet Onkopedia auch aktuelle
Informationen zu neuen Arzneimitteln mit den Ergebnissen der
Zulassungsstudie(n), der Festlegung des Zusatznutzens und den Empfehlungen
der Fachgesellschaft(en) sowie zu Wechselwirkungen und Nebenwirkungen.
Außerdem ist ein eigener Bereich AYApedia mit Informationen (nicht nur)
für junge Erwachsene mit Krebs integriert, es gibt spezielle Leitlinien
für Themen aus dem Bereich der Pflege und eine Wissensdatenbank mit
Hintergrundinformationen.

Online und als App

Onkopedia ist auch als App verfügbar; kompakt - übersichtlich - aktuell -
frei zugänglich im Apple Store und Google Play Store.

Weitere Informationen: www.onkopedia.com 

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Statement: Pflegediskussion zu kurz gesprungen

Prof. Thomas Busse, Direktor des Zentrums für Gesundheitswirtschaft und -recht (ZGWR) der Frankfurt University of Applied Sciences
Prof. Thomas Busse, Direktor des Zentrums für Gesundheitswirtschaft und -recht (ZGWR) der Frankfurt University of Applied Sciences

Gesundheitsökonom Prof. Thomas Busse von der Frankfurt UAS fordert
Entlastung für Pflegekräfte, um Berufsfeld attraktiver zu gestalten
Eine hohe Arbeitsbelastung bei zu geringem Gehalt – durch diese beiden
Faktoren erweist sich die Gewinnung von Nachwuchs in Pflegeberufen als
besonders schwierig. Angesichts der aktuellen Diskussionen um
Tariferhöhungen oder Sonderzahlungen für Pflegekräfte sieht der
Frankfurter Gesundheitsökonom Prof. Thomas Busse, Direktor des Zentrums
für Gesundheitswirtschaft und -recht (ZGWR) der Frankfurt University of
Applied Sciences (Frankfurt UAS), kaum Fortschritte im Kampf für eine
höhere Attraktivität des Pflegeberufs. „Anstatt sich primär den jährlich
immer gleichen Ritualen hinzugeben, sollte es substanzielle Überlegungen
geben, Pflegende zu entlasten und wieder in ihren originären Kern-
Kompetenzen agieren zu lassen“, fordert Busse.

„Warum denken wir nicht mal – analog zur Schulsozialarbeit – über den
Einsatz von Stationssozialarbeiterinnen und -arbeitern nach, um die
ständig steigenden Anforderungen an Pflegende im Hinblick auf soziale,
kulturelle oder familiäre Probleme der Patienten und Patientinnen
abzufedern?“, fragt Busse. Auch sieht er gerade in Krankenhäusern
weiterhin große Defizite in der Kommunikation und der teamorientierten
Arbeit zwischen ärztlichem Dienst und der Pflege. „Oft weiß die eine
Berufsgruppe nicht, was die andere tut. Dies empfinden viele Pflegekräfte
als sehr frustrierend.“

Ebenso könnten Unterstützungsmaßnahmen, wie bspw. flächendeckende Angebote
für Supervision oder Teambildung, Pflegenden dabei helfen, ihre
Arbeitsbelastungen besser zu verarbeiten. Laut Meinung des
Gesundheitsökonomen seien die Kommunikationstechnologien, die bei der
Unterstützung von Pflegenden eingesetzt werden, längst überholt. „Da
drückt ein Patient immer noch auf einen Klingelknopf, um eine Pflegekraft
zu rufen. Diese rennt dann Tag für Tag mehrere Kilometer, ohne zu wissen,
ob die Anforderungen zeitkritisch sind, nur ein Fenster geöffnet werden
soll oder der Ruf gar aus Versehen erfolgt ist. Das geht heute definitiv
auch anders.“

Ein Hauptproblem im Hinblick auf die vorhandene Diskussion ist laut Busse
allerdings die mediale Aufbereitung des Themas Pflege. „Warum sollen sich
eigentlich junge Menschen für diesen Beruf interessieren, wenn sie täglich
hören und sehen, wie schrecklich die aktuellen Zustände in der Pflege
sind? Der Pflegeberuf hat wirklich auch sehr erfüllende und interessante
Seiten, die es in der öffentlichen Wahrnehmung – trotz aller bestehenden
Herausforderungen – wieder mehr in den Vordergrund zu rücken gilt“, so
Busse. „Dies ist allerdings primär eine Aufgabe der Pflegenden selbst und
nicht der Medien.“

Gerne steht Prof. Busse für Interviews, Fragen und weitere Statements rund
um das Thema zur Verfügung.

Zur Person:
Thomas Busse ist seit 2001 Professor für Management von Pflege- und
Gesundheitseinrichtungen an der Frankfurt UAS. Er ist Gesundheitsökonom
und leitet den Master-Studiengang Pflege- und Gesundheitsmanagement am
Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit der Frankfurt UAS. Darüber
hinaus ist er Direktor des Zentrums für Gesundheitswirtschaft und -recht
(ZGWR) der Hochschule und berät zudem seit 1990 Krankenhäuser im
deutschsprachigen Raum in Hinblick u.a. auf die Themen Strategie- und
Prozessgestaltung.

Zentrum für Gesundheitswirtschaft und -recht (ZGWR)
Das Zentrum für Gesundheitswirtschaft und -recht (ZGWR) bündelt die
Kompetenzen der Frankfurt University of Applied Sciences auf den Gebieten
Gesundheitswirtschaft, Gesundheitsökonomie und Gesundheitsrecht und dient
als Plattform für die interdisziplinäre, fachbereichsübergreifende
Kooperation. Das wissenschaftliche Zentrum wurde 2009 im Zusammenwirken
der Fachbereiche Wirtschaft und Recht sowie Soziale Arbeit und Gesundheit
gegründet.

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