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Zehn Promotionsstipendien für den Kampf gegen Leukämie

Für die Erforschung neuer Therapien
gegen Leukämie und anderer Blut- und Knochenmarkserkrankungen vergeben die
Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung (DJCLS) und die Deutsche
Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) zehn
Promotionsstipendien an DoktorandInnen in Berlin, Heidelberg, Frankfurt
/M., Freiburg und München.

Die feierliche Vergabe aller Stipendien fand im Rahmen einer virtuellen
Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische
Onkologie (DGHO) und der Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung (DJCLS)
am 5. November 2020 von 10:00 bis 11:30 Uhr statt. Einen fachlichen
Einblick in ihre interessanten Promotionsprojekte gaben die
StipendiatInnen in einer kurzen Präsentation vor Fachpublikum sowie der
Fachpresse. Die José Carreras-DGHO-Promotionsstipendien sind mit jeweils
10.000 Euro und für die Dauer eines Jahres dotiert.

Es werden zehn WissenschaftlerInnen ausgezeichnet und deren Projekte
gefördert. Ziel der Förderung ist es, jungen WissenschaftlerInnen eine
experimentelle Promotion, die mit einem erheblichen zeitlichen und
finanziellen Aufwand verbunden ist, zu ermöglichen. Bei den Projekten
handelt es sich um vielversprechende und erkenntnisbringende
Forschungsvorhaben, die wesentliche Bestandteile der aktuellen
Grundlagenforschung bilden können. Von den insgesamt zehn
Forschungsprojekten widmen sich acht der akuten myeloischen Leukämie (AML)
und zwei davon der CAR-T-Zell-Therapie.

Die AML ist eine bösartige Erkrankung des blutbildenden Systems und die
häufigste Form akuter Leukämien bei Erwachsenen. Trotz einer intensiven
Chemotherapie kommt es dabei häufig zu Rückfällen. Die Erforschung von
weiteren Angriffspunkten dient dazu, künftig neue und bessere
Therapieansätze zu finden, von denen betroffene PatientInnen profitieren
können.

Die CAR-T-Zell-Therapie ist eine wirksame und neuartige
Behandlungsmethode, die bei schweren Formen von akuter lymphatischer
Leukämie und bestimmten Formen des B-Zell-Lymphoms angewendet werden darf.
Dennoch ist diese nicht für alle PatientInnen wirksam. Mechanismen des
Ansprechens und der Wirksamkeit der CAR-T-Zell-Therapie zu untersuchen,
ist Vorhaben von zwei Stipendiaten.

Die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung hat bislang rund 11 Millionen
Euro für Stipendienprogramme bereitgestellt. Dr. Ulrike Serini,
Geschäftsführerin Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung: „Nur über
kontinuierliche Forschung wird es uns gelingen, den noch bestehenden
Bedarf an kurativen Therapien im Bereich der Leukämien und anderer
bösartiger Blut- oder Knochenmarkserkrankungen zu decken und damit die
Überlebens- und Heilungschancen von Patientinnen und Patienten zu
verbessern. Daher unterstützen wir junge Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler, die einen Beitrag dazu leisten möchten, jeder Patientin
und jedem Patienten dauerhaft zu helfen.“

Prof. Dr. med. Lorenz Trümper, Universitätsmedizin Göttingen, Klinik für
Hämatologie und Medizinische Onkologie, Geschäftsführender Vorsitzender
der DGHO: „In der gesamten Medizin gehören Hämatologie und Onkologie zu
den innovativsten und spannendsten Fächern. Dabei ist unser Fach von einem
beeindruckenden Fortschritt in der Diagnostik und Therapie von Blut- und
Krebserkrankungen gekennzeichnet, der bereits jetzt unseren Patienten
zugutekommt. Der wissenschaftliche und ärztliche Nachwuchs ist hier mit
seinem großen Engagement eine treibende Kraft, den wir für die Zukunft für
unser Fach gewinnen wollen. Daher freuen wir uns ganz besonders, diese
Dynamik durch die gemeinsame Vergabe der Promotionsstipendien mit der José
Carreras Leukämie-Stiftung zu fördern und so einen Beitrag zur Entwicklung
des medizinischen Fortschritts bei der Behandlung von Leukämien zu
leisten.“
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Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung


Die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung fördert wissenschaftliche
Forschungs-, Infrastuktur und Sozialprojekte.1987 erkrankte der Stifter
José Carreras an Leukämie. Aus Dankbarkeit über die eigene Heilung
gründete er 1995 die gemeinnützige Deutsche José Carreras Leukämie-
Stiftung e.V. und anschließend die dazugehörige Stiftung. Seither wurden
bereits über 220 Millionen Euro gesammelt und über 1.300 Projekte
finanziert, die den Bau von Forschungs- und Behandlungseinrichtungen, die
Erforschung und Heilung von Leukämie und anderer hämato-onkologischer
Erkrankungen, die Förderung von jungen Talenten im Rahmen von
Stipendienprogrammen sowie die Unterstützung der Arbeit von
Selbsthilfegruppen und Elterninitiativen zum Ziel haben. 2019 wurde die
José Carreras Leukämie-Stiftung von der Deutschen Universitätsstiftung und
dem Stifterverband als Wissenschaftsstiftung des Jahres ausgezeichnet. Die
Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. ist Träger des DZI Spenden-
Siegels, dem Gütesiegel im deutschen Spendenwesen.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.carreras-stiftung.de
Folgen Sie uns auf Facebook: jose carreras leukaemie-stiftung

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„Check-up für die Leber“: 21. Deutscher Lebertag mit Expertengespräch bei kostenfreier Telefonaktion

Mit dem Motto „Check-up für die Leber“ fordern die Ausrichter des 21.
Deutschen Lebertages, der am 20. November 2020 stattfindet, dazu auf, die
Leberwerte im Blut zu kontrollieren. Obwohl die Leber sehr leistungsstark
ist und über hervorragende Regenerationskräfte verfügt, kann auch diese
Stoffwechsel- und Entgiftungszentrale bei einer schweren Schädigung ihre
Funktionen nur über einen begrenzten Zeitraum aufrechterhalten. Mit einer
Bestimmung der Leberwerte kann eine Lebererkrankung bereits in einem
frühen Stadium nachgewiesen werden. Viele früh erkannte Lebererkrankungen
lassen sich sehr gut therapieren – oftmals reicht bereits eine konsequente
Änderung des Lebensstils.

Die Ausrichter – Gastro-Liga e. V., Deutsche Leberstiftung und Deutsche
Leberhilfe e. V. – bieten anlässlich des bundesweiten Aktionstages eine
kostenfreie Telefonaktion bei der Leber-Experten die individuellen
Anrufer-Fragen zu Leber und Lebererkrankungen beantworten.

„Die meisten Menschen haben wenig Bewusstsein für das lebenswichtige Organ
Leber und sind sich der Funktionsvielfalt nicht bewusst. Die Leber ist ein
Organ, das in aller Regel schmerzfrei ist – Lebererkrankungen sind
symptomarm und werden häufig erst in einem fortgeschritten Stadium
entdeckt. Oftmals ist nur bekannt, dass ein erhöhter Alkoholkonsum nicht
gut für die Leber ist. Aber dass die Leber auch krank sein kann, wenn man
keinen oder nur wenig Alkohol trinkt, ist vielen Menschen nicht bekannt“,
erläutert Professor Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der
Deutschen Leberstiftung, und ergänzt: „Der 21. Deutsche Lebertag mit
seinem Motto ‘Check-up für die Leber‘ hat das Ziel, die Aufmerksamkeit auf
die Leberwerte zu lenken. Vor allem der GPT- und der GOT-Wert können
wichtige Hinweise auf eine Lebererkrankung geben. Wird bei einer
Untersuchung eine Erhöhung dieser Werte festgestellt, sollte die Ursache
immer geklärt werden. Unbehandelt können chronische Lebererkrankungen zu
einer Leberzirrhose, also einer Vernarbung des Lebergewebes und zum
Leberzellkrebs führen.“

Die Ausrichter des Deutschen Lebertages unterstützen mit umfangreicher
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit den Aktionstag. Das Ziel ist, eine
höhere Aufmerksamkeit für die Leber und mehr Wissen über Lebererkrankungen
und die Wichtigkeit der Leberwerte zu schaffen – bei Patienten und auch
bei Ärzten. Wenig Bewusstsein, fehlende Früherkennungsprogramme und der
Mangel an aktuellen Informationen führen häufig zu einer Unterdiagnostik
in hausärztlichen Praxen. Hausärzte sollten regelmäßig über aktuelle
Entwicklungen im Bereich Hepatologie informiert werden. Nur wenn das
Bewusstsein für Lebererkrankungen geschärft wird und
Früherkennungsprogramme für infektiöse und nicht-infektiöse
Lebererkrankungen etabliert werden, kann die kooperative ärztliche
Zusammenarbeit im Sinne der Patientinnen und Patienten optimiert werden.

Details zur großen Lebertag-Telefonaktion am 18. November 2020

Bei der großen Telefonaktion im Rahmen des Deutschen Lebertages
beantworten drei erfahrene Ärzte alle Anrufer-Fragen rund um die Themen
Leber, Lebergesundheit und Lebererkrankungen.

Am Mittwoch, 18. November 2020, sind die Leber-Spezialisten jeweils von
14:00 Uhr bis 16:00 Uhr unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 666 39
22 für jeden Interessierten und Betroffenen erreichbar.

Mit diesem Angebot möchten die Ausrichter des 21. Deutschen Lebertages
dazu beitragen, dass das lebenswichtige Organ und seine Erkrankungen mehr
öffentliche Aufmerksamkeit erhalten. Sie weisen gleichzeitig darauf hin,
dass die Beratungsgespräche am Telefon keinen persönlichen Arztbesuch und
keine individuelle Diagnose ersetzen.

Diese Leber-Experten stehen als Ansprechpartner bei der großen Lebertag-
Telefonaktion am 18. November 2020 von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr bereit:

Dr. med. Michael Nagel, Johannes-Gutenberg-Universitätsmedizin Mainz
Prof. Dr. med. Elke Roeb, Universitätsklinikum Gießen und Marburg
Prof. Dr. med. Siegbert Rossol M.Sc., Krankenhaus Nordwest, Frankfurt am
Main

Mehr Infos zum 21. Deutschen Lebertag und alle bislang im Rahmen des 21.
Deutschen Lebertages veröffentlichten Pressemitteilungen unter:
http://www.lebertag.org

Alle Institutionen, die im Rahmen des Deutschen Lebertages mit einer
lokalen Veranstaltung aufklären und informieren möchten, werden von den
Ausrichtern bei der Pressearbeit und mit Veranstaltungsmaterialien
unterstützt. Informationen, Anmeldungen und Downloads unter
http://www.lebertag.org

Die Ausrichter des 21. Deutschen Lebertages am 20. November 2020:

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Nürnberg School of Health

(v. li. n. re.): Vorstand Personal und Patientenversorgung im Klinikum Nürnberg Peter Schuh, Vorstandsvorsitzender des Klinikums Nürnberg Prof. Dr. Achim Jockwig, Wissenschaftsminister Bernd Sibler, Präsident der TH Nürnberg Prof. Dr. Niels Oberbeck  Jasmin Bauer  Jasmin Bauer/TH Nürnberg
(v. li. n. re.): Vorstand Personal und Patientenversorgung im Klinikum Nürnberg Peter Schuh, Vorstandsvorsitzender des Klinikums Nürnberg Prof. Dr. Achim Jockwig, Wissenschaftsminister Bernd Sibler, Präsident der TH Nürnberg Prof. Dr. Niels Oberbeck Jasmin Bauer Jasmin Bauer/TH Nürnberg

TH Nürnberg und Klinikum Nürnberg bündeln ihre Expertise im
Gesundheitswesen
Die TH Nürnberg und das Klinikum Nürnberg reagieren auf die
technologischen und fachlichen Entwicklungen im Gesundheitswesen mit einer
strategischen Kooperation. In der neuen „Nürnberg School of Health“ der TH
Nürnberg bündeln die beiden Einrichtungen ihre große Expertise. Die neue
Einrichtung startet mit den beiden Studiengängen „Hebammenwissenschaft“
und „Digitales Gesundheitsmanagement“, die ab dem Wintersemester 2021/2022
angeboten werden sollen.

Nürnberg, 23. Oktober 2020. Zwei große Einrichtungen der Metropolregion
Nürnberg bündeln ihre Expertise: Die TH Nürnberg gründet in enger
Kooperation mit dem Klinikum Nürnberg die „Nürnberg School of Health“. In
der neuen Organisationseinheit werden zukünftig Bachelor- und
Masterstudiengänge sowie Weiterbildungen angeboten und mit angewandter
Forschung und Transfer vereint. Die beiden Einrichtungen ergänzen sich
dabei an der Schnittstelle von Gesundheit, Technologie und Bildung und
bieten so die ideale Verbindung von akademischer Ausbildung und
Anwendungskompetenz. Die ersten beiden Studiengänge „Hebammenwissenschaft“
und „Digitales Gesundheitsmanagement“ sollen zum Wintersemester 2021/2022
starten.
Die TH Nürnberg ist mit rund 13.000 Studierenden sowohl eine der größten
Hochschulen für angewandte Wissenschaften als auch eine der
forschungsaktivsten Hochschulen ihrer Art in Deutschland. „Wir kooperieren
seit Jahren eng mit dem Klinikum Nürnberg. Im Zuge der Akademisierung
vieler bestehender Gesundheitsberufe war die Gründung einer
Organisationseinheit in enger Abstimmung mit dem Klinikum der nächste
logische Schritt. Wir wollen aber darüber hinaus auch Bildungsangebote für
neue Berufsbilder entwickeln, die an der Schnittstelle von
Gesundheitswesen und Technik liegen. Die ‚Nürnberg School of Health‘ steht
für eine moderne, anwendungsnahe Lehre und die Ausbildung
interprofessioneller Kompetenz. Zudem legen wir großen Wert auf die
interdisziplinäre Vernetzung mit anderen fachnahen Studiengängen der TH
Nürnberg“, erklärt Prof. Dr. Niels Oberbeck, Präsident der TH Nürnberg.

Die künftigen Angebote der „Nürnberg School of Health“ werden insbesondere
von drei Aspekten durchdrungen sein, die im Gesundheitswesen der Zukunft
immer wichtiger werden: die Qualifikation für eine zunehmend digital
geprägte Arbeitswelt, die Vermittlung der primären fachlichen Kompetenz,
wie auch von interprofessionellen Kompetenzen, und die ethische Reflexion
sowohl des eigenen Handelns wie des Einsatzes neuer Technologien. Nicht
zuletzt dieser Anspruch verbindet die beiden Nürnberger
Kooperationspartner.
Das Klinikum Nürnberg ist nicht nur eines der größten Krankenhäuser
Deutschlands –  es versorgt rund 100.000 stationäre und 170.000 ambulante
Patientinnen und Patienten pro Jahr – sondern mit seinen
Bildungseinrichtungen auch bundesweit einer der größten klinischen
Bildungsanbieter. Prof. Dr. Achim Jockwig, Vorstandsvorsitzender des
Klinikums Nürnberg: „Als Maximalversorger sind wir im Klinikum Nürnberg
mit unserer Hochleistungsmedizin nicht nur auf eine ausgezeichnete
ärztliche Expertise sondern auf bestens qualifiziertes Fachpersonal in
allen Bereichen angewiesen. Wir investieren seit Jahren kontinuierlich und
erfolgreich in eigene Bildungs- und Studienangebote – von der
Fachweiterbildung über zahlreiche Ausbildungsberufe bis hin zum
Medizinstudium. Die enge Kooperation unseres Hauses mit der TH Nürnberg
und die Gründung der ‚Nürnberg School of Health‘ eröffnen aus unserer
Sicht exzellente Perspektiven. So können wir für das Klinikum und die
Metropolregion die dringend benötigen Fachkräfte selbst qualifizieren,
unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weitere attraktive
Qualifizierungsangebote machen und nicht zuletzt den Standort Nürnberg
attraktiv halten.“ Peter Schuh, Vorstand Personal und Patientenversorgung
im Klinikum Nürnberg, ergänzt: „So können wir als Klinikum nicht nur
lebenslanges Lernen auf höchstem Niveau ermöglichen, sondern vor allem
eine erstklassige Patientenversorgung.“

Im Gesundheitswesen besteht ein hoher Bedarf an akademisch qualifizierten
Fachkräften und auch die Anforderungen an die pflegerische Versorgung
steigen weiter an. Wissenschaftsminister Bernd Sibler betont: „Mit der
‚Nürnberg School of Health‘ stellen wir die erfolgreiche Kooperation von
Hochschule und Klinikum auf ein neues, festes Fundament. Theorie und
Praxis, Forschung und Lehre, Anwendung und Transfer werden noch enger
verzahnt. Mit der Institutionalisierung setzen wir ein sichtbares Signal
für die große Bedeutung der Gesundheitsberufe und der Digitalisierung in
der Medizin. Hand in Hand gestalten die TH Nürnberg und das Klinikum
Nürnberg Fortschritt und Innovation – für die Gesundheitsversorgung der
Zukunft, zum Wohl unserer Bürgerinnen und Bürger. Nicht zuletzt in
Pandemiezeiten liegt die Notwendigkeit für einen solchen Meilenstein klar
auf der Hand.“

Im Wintersemester 2021/2022 sollen die ersten beiden Studiengänge der
„Nürnberg School of Health“ starten: „Hebammenwissenschaft“ und „Digitales
Gesundheitsmanagement“.
Der Studiengang „Hebammenwissenschaft“ vermittelt auf wissenschaftlicher
Grundlage theoretische Kenntnisse und praktische Handlungskompetenzen für
die Hebammenarbeit und Hebammenwissenschaft. Das Ziel ist es,
reflektierende Praktikerinnen und Praktiker auszubilden, die hochkomplexe
Betreuungsprozesse auf der Grundlage wissenschaftsbasierter Entscheidungen
eigenständig planen, steuern und gestalten. Die Studierenden lernen,
forschungsgestützte Lösungen für das eigene berufliche Handlungsfeld zu
entwickeln und neue Technologien einzusetzen.
Der Studiengang „Digitales Gesundheitsmanagement“ vereinigt Komponenten
von Informatik, Management und digitaler Technologie im Gesundheitswesen.
Die Studierenden werden zu Fachkräften ausgebildet, die eine
Brückenfunktion an der Schnittstelle von Informatik und konkreten
Anwendungsfeldern einnehmen. So können sie in ihrem späteren Berufsleben
zukunftsweisende digitale Gesamtkonzepte für das Gesundheitswesen
entwickeln und umsetzen.

Das Gesundheitswesen befindet sich in einem tiefgreifenden Umbruch. Der
medizinisch-technische Fortschritt bringt neue Qualifikationsanforderungen
mit sich und neue Berufsbilder an der Schnittstelle von
Gesundheitswissenschaften und Technik hervor. Mit der „Nürnberg School of
Health“ begegnen die TH Nürnberg und das Klinikum Nürnberg diesem Wandel.

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DGHNO-KHC: Behandlungsqualität messen: Hilft eine Operation bei chronischer Nasennebenhöhlenentzündung?

Wie lässt sich die Qualität einer medizinischen Behandlung messen und
beurteilen? Mit der Frage, welche Faktoren zur Beurteilung der
Operationsqualität geeignet sind, setzen sich Experten der Deutschen
Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie
(DGHNO-KHC) am Beispiel der chirurgischen Therapie der chronischen
Nasennebenhöhlenentzündung in einem Webseminar am 13. November
auseinander. Wie die Gesellschaft betont, wird dabei immer stärker auch
der vom Patienten subjektiv empfundene Nutzen in die Bewertung einbezogen.

Die chronische Entzündung der Nasennebenhöhlen ist eine häufige Erkrankung
– rund jeder neunte bis zehnte Bundesbürger ist von dem Leiden betroffen,
das in der Fachsprache auch als chronische Rhinosinusitis (CRS) bezeichnet
wird. Es geht mit einer erheblichen individuellen und ökonomischen
Krankheitslast einher: Kopf- und Gesichtsschmerzen, eine Riechminderung,
eine chronisch verstopfte Nase und Schlafprobleme schränken die
Lebensqualität der Betroffenen stark ein, führen zu einer hohen Zahl von
Fehltagen am Arbeitsplatz und sind einer der häufigsten Gründe für die
Verschreibung von Antibiotika.
Als chronisch gilt eine Nasennebenhöhlenentzündung dann, wenn die
Beschwerden mindestens 12 Wochen lang andauern. „Um die Entzündung zu
lindern wird den Patienten in der Regel empfohlen, die Nase regelmäßig mit
Kochsalzlösung zu spülen und ein cortisonhaltiges Nasenspray zu
verwenden“, sagt Dr. med. Tanja Hildenbrand, Oberärztin an der Klinik für
Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg.
Teilweise kommt auch eine kurz- oder langfristige Therapie mit Antibiotika
oder eine kurzfristige Therapie mit Kortikosteroiden in Betracht. „Erst
wenn die medikamentöse Therapie erfolglos bleibt oder Komplikationen
drohen, kann eine Operation eine Behandlungsoption darstellen“, sagt die
Ärztin.

Die adäquate medikamentöse Vorbehandlung, die Auswahl der Patienten, denen
ein chirurgischer Eingriff angeboten wird, sowie der Zeitpunkt, zu dem das
geschieht, zählen – ebenso wie die korrekte Diagnose – bereits zu den
Aspekten, die in die Bewertung der Behandlungsqualität einfließen. „Dabei
gibt es Hinweise in Studien, dass der Operationserfolg umso größer sein
kann, je früher der Eingriff vorgenommen wird“, sagt Hildenbrand. Schwerer
zu vergleichen seien diejenigen Qualitätsaspekte, die die Operation selbst
beträfen: Wie effektiv bestimmte Operationstechniken und -hilfsmittel
seien, hänge zum einen von der Routine und den Vorlieben des Operateurs
ab. Zum anderen existieren zum Teil nur unzureichende Studien, bzw. sind
qualitativ hochwertige Studien beispielsweise aus ethischen Gründen nicht
möglich.

Auch wenn die Nasennebenhöhlenchirurgie bei der CRS nicht immer einem
einheitlichen Standard folgt, scheint doch klar zu sein, dass ein
chirurgischer Eingriff Patienten mit anhaltenden Beschwerden nach
adäquater medikamentöser Therapie Vorteile bringt. Als wichtigen Indikator
für Operationserfolg und Kosteneffizienz nennt Hildenbrand die
Verbesserung der Produktivität: In einer europäischen Studie sank die Zahl
der Fehltage am Arbeitsplatz von 8 bis 14 Tagen vor der Operation auf 1
bis 7 Tage nach dem Eingriff. Das reine Fortführen der medikamentösen
Therapie dagegen hatte keinen Einfluss auf die Zahl der Krankheitstage.

„Die Messung und Bewertung der medizinischen Behandlungsqualität ist immer
ein schwieriges Unterfangen“, sagt Professor Dr. med. Andreas Dietz,
Direktor der Universitäts-Hals-Nasen-Ohren-Klinik Leipzig und
Vorstandsmitglied der DGHNO-KHC. In den letzten Jahren habe sich mehr und
mehr die Erkenntnis durchgesetzt, dass neben objektiven Operationseffekten
auch das subjektive Wohlbefinden des Patienten – mit dem Fachbegriff
patient reported outcome (PRO) benannt – in diese Bewertung einbezogen
werden müsse. „Bei der CRS erscheint dies umso wichtiger, als sich häufig
keine Korrelation zwischen objektiven Befunden wie CT-Bildern und der
subjektiv empfundenen Lebensqualität des Patienten zeigt“, sagt Dietz –
letztere sei jedoch für den Patienten das entscheidende Kriterium. Um die
Zufriedenheit mit dem Eingriff zu erfassen, stehen mittlerweile
standardisierte Fragebögen zur Verfügung, die verschiedene
krankheitsbezogene und allgemeine Aspekte der Lebensqualität abfragen.
Dieses einfache und wichtige Instrument werde jedoch noch immer viel zu
selten genutzt.

Bei Veröffentlichung Beleg erbeten.

Literatur:

Tanja Hildenbrand, Manuel Christoph Ketterer, Qualität in der
chirurgischen Therapie chronisch entzündlicher Erkrankungen der
Nasennebenhöhlen, DOI https://doi.org/10.1055/a-1012-9383 Laryngo-Rhino-
Otol 2020; 99: S5–S33
Andreas Dietz, Welche Qualität macht den Unterschied? Editorial
Referateband 2020, Laryngo-Rhino-Otol 2020; 99(S 01): S1-S4 DOI:
10.1055/a-1089-4172

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Über die DGHNO-KHC:
Die Deutsche Gesellschaft der Hals-Nasen-Ohrenärzte ging 1921 aus dem
Verein Deutscher Laryngologen und der Deutschen Otologischen Gesellschaft
hervor. Im Jahre 1968 wurde der heute gültige Name, Deutsche Gesellschaft
für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.,
angenommen. Die Gesellschaft hat derzeit über 5000 Mitglieder.

Die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-
Chirurgie e. V. bezweckt die Förderung der wissenschaftlichen und
praktischen Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie und die
Förderung des Allgemeinwissens um ihre geschichtliche Entwicklung.

Weitere Aufgaben sind die Wahrung der Einheit des Fachgebietes der Hals-
Nasen-Ohren-Heilkunde und die Vertiefung der Verbindung mit den
medizinischen Nachbarfächern sowie mit ausländischen Fachgesellschaften,
die Weiter- und Fortbildung auf dem Fachgebiet sowie die Unterstützung und
Beratung anderer wissenschaftlicher Gesellschaften, von
Gesundheitsbehörden und anderen Einrichtungen bei Belangen der Hals-Nasen-
Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie.

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