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Spezielle Versorgung soll postoperatives Delir von älteren Patienten nach Herz-Operation vermeiden

Ein typischer Funktionstest am Tag vor der Operation ist die Handkraftmessung als Bestandteil des geriatrischen Assessments  (Foto: Marcel Mompour).  HDZ NRW
Ein typischer Funktionstest am Tag vor der Operation ist die Handkraftmessung als Bestandteil des geriatrischen Assessments (Foto: Marcel Mompour). HDZ NRW

Herz- und Diabeteszentrum NRW in Bad Oeynhausen und AOK NORDWEST schließen
einmaligen Qualitätsvertrag in Westfalen-Lippe

Bad Oeynhausen/Dortmund (18.09.2020). Eine vorübergehende Funktionsstörung
des Gehirns (Delir) zählt zu den häufigsten Komplikationen nach
herzchirurgischen Eingriffen bei älteren Patienten ab 65 Jahren. Als
typische Symptome können Orientierungslosigkeit, Verwirrtheit und
Halluzinationen auftreten. Um diese Nebenwirkungen zu verhindern, haben
die AOK NORDWEST und das Herz- und Diabeteszentrum NRW in Bad Oeynhausen
einen in dieser Form in Westfalen-Lippe einmaligen Qualitätsvertrag zur
Prävention des postoperativen Delirs geschlossen.

Dabei sollen die Risikopatienten identifiziert, das Delir rechtzeitig
mittels valider Testverfahren erkannt und gleichzeitig
Präventionsmaßnahmen eingesetzt werden, um die Schwere und Dauer des
Delirs zu senken und langfristig eine Pflegebedürftigkeit zu vermeiden.
„Wir sind davon überzeugt, mit diesem neuen interdisziplinären
Behandlungskonzept die Versorgung unserer AOK-Versicherten deutlich zu
verbessern, deren Lebensqualität zu erhöhen und die Delirrate zu senken“,
sagt Tom Ackermann, Vorstandvorsitzender der AOK NORDWEST.

Als akute Störung des Gehirns kann ein postoperatives Delir je nach Dauer
und Auswirkung die Lebensqualität der Patienten zum Teil erheblich
beeinträchtigen. „Insbesondere bei älteren und kognitiv eingeschränkten
Patienten tritt das postoperative Delir auf. Damit verbunden sind oft
weitere kostenintensive Behandlungen und langfristig ein erhöhter
Pflegeaufwand“, sagt Dr. Karin Overlack, Geschäftsführerin des Herz- und
Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen.

Eine Operation im hohen Alter stellt eine außergewöhnliche
Belastungssituation dar. Dabei zeigt genau diese Patientengruppe eine
starke Heterogenität im Hinblick auf Risikofaktoren und Ressourcen. Die
Beachtung dieses Umstands ist unerlässlich für die Entwicklung einer
bestmöglichen individuellen Therapie. Der Begriff „Gebrechlichkeit“ (engl.
„frailty“) bedeutet eine herabgesetzte Belastbarkeit und erhöhte
Vulnerabilität des Patienten gegenüber auftretenden Stressfaktoren.
Frailty ist ein unabhängiger Risikofaktor für die Entwicklung eines
postoperativen Delirs.

In Anlehnung an die kürzlich publizierten Leitlinien der Europäischen
Anästhesiegesellschaft, die die präoperative Evaluation der
„Gebrechlichkeit“ vor Operationen zur Risikostratifizierung empfiehlt, hat
das Institut für Anästhesiologie und Schmerztherapie des HDZ NRW im Rahmen
der Prämedikationsvisite ein sogenanntes „Frailty Assessment“ für die
Patienten der AOK NORDWEST etabliert. Hierbei werden am Tag vor der
Operation kognitive und körperliche Funktionstests der Patienten erfasst
und ein Delirscreening durchgeführt. Nach dem Eingriff erhalten die
Patienten eine Post-Anästhesievisite zur Erfassung des Delirs und der
Schmerzintensität.

Delirscreening und „Frailty-Assessment“ gehören zu einem
interdisziplinären HDZ-Delirmanagement, das unter der Leitung von
Univ.-Prof. Dr. Vera von Dossow, Direktorin des Instituts für
Anästhesiologie und Schmerztherapie am HDZ NRW, eingeführt wurde. Dabei
handelt sich um ein Mehrkomponenten-Konzept mit vier Teilprojekten zur
Prävention eines postoperativen Delirs. Dazu gehören die Wahl des
Anästhesieverfahrens, nicht-pharmakologische Präventionsmaßnahmen (Lärm-
und Stressreduktion) sowie die physiotherapeutische und psychologische
Betreuung der Patienten.

Alle am Behandlungsprozess Beteiligten werden in das HDZ-Delirmanagement
eingebunden: Ärzte, Pflegende, Psychologen, Physiotherapeuten und weitere
Fachkräfte. „Mit unserem besonderen interdisziplinären Schulungs- und
Qualifizierungskonzept werden alle Beteiligten über die Bedeutung des
Delirs, die Risikofaktoren, Screeningmethoden und die damit verbundenen
notwendigen organisatorischen Abläufe einschließlich der Dokumentation und
Hinterlegung in der elektronischen Patientenakte informiert. Die
interprofessionelle Kommunikation wird dadurch nachhaltig gefördert. Ein
solches Vorgehen hat das Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen,
als eine der ersten Kliniken in Deutschland etabliert“, betont Dr.
Overlack.

Nach Abschluss der jetzt startenden wissenschaftlichen Evaluierung werden
die Ergebnisberichte auf der Website des Instituts für Qualitätssicherung
und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) veröffentlicht. Mittelfristig
ist zu erwarten, dass sich weitere Vertragspartner dieser Vereinbarung
anschließen.

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Bundesweiter Wettbewerb Suchtprävention

Für „Vorbildliche Strategien kommunaler Suchtprävention" sind in Berlin
elf Kommunen im Rahmen des 8. bundesweiten Wettbewerbs Kommunale
Suchtprävention ausgezeichnet worden. Dieser hat zum Ziel, wirksame
kommunale Projekte der Suchtvorbeugung herauszustellen, um andere Kommunen
zur Nachahmung anzuregen.

Die Bandbreite der Suchtpräventionsmaßnahmen ist groß. Sie reicht von
Maßnahmen, die dazu beitragen, Substanzkonsum zu mindern, über die
Einführung eines Qualitätsmanagements und den Aufbau nachhaltiger
Strukturen bis hin zu Ansätzen, die suchtbelastete Familien in den Blick
nehmen.

Daniela Ludwig, Drogenbeauftragte der Bundesregierung: „Erfolgreich ist
Suchtprävention vor allem dann, wenn sie Menschen direkt vor Ort, in ihrem
unmittelbaren Lebensumfeld erreicht. Dazu leisten viele Kommunen mit
tollen Projekten einen essentiellen Beitrag. Die eingereichten Konzepte
zeigen sehr eindrucksvoll, wie vor Ort wirkungsvolle Suchtprävention auf
innovative Weise angeboten wird. Wirksame Suchtprävention muss auch in
Zukunft gesichert sein und dafür bedarf es eines starken, finanziell und
personell gut ausgestatteten Suchthilfesystems in den Kommunen. Für ihr
suchtpräventives Engagement – gerade jetzt in der Coronapandemie – danke
ich den ausgezeichneten Kommunen und allen Beteiligten, insbesondere den
vielen ehrenamtlich Unterstützenden. Bitte begleiten Sie die Menschen vor
Ort weiter so engagiert und leisten Sie auch in Zukunft Ihren Beitrag für
ein gesundes Leben!“

Prof. Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche
Aufklärung (BZgA): „Die hohe Qualität der von den Kommunen vorgeschlagenen
Beiträge spricht für sich. Vielfach werden neue, innovative Ansätze
gewählt, mit denen auf sich ändernde Herausforderungen für die
Suchtprävention vor Ort reagiert wird. Und auch Aktivitäten, die wirksam
sind, da sie passgenaue Zugangswege zu den Zielgruppen nutzen. Diese
Beispiele guter Praxis geben anderen Kommunen Impulse und wertvolle
Anregungen für die Entwicklung eigener, passgenauer Umsetzungsstrategien.
Und eben das ist die Zielsetzung, die wir mit dem Wettbewerb verfolgen.“

Ausgelobt wurde auch ein Sonderpreis der gesetzlichen Krankenkassen zum
Thema „Gesundheitsförderung und Prävention für Kinder aus suchtbelasteten
Familien“. Gernot Kiefer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-
Spitzenverbandes: „Kindern aus suchtbelasteten Familien zu helfen ist eine
ganz besondere Herausforderung für die Kommunen. Deshalb zeichnen wir in
diesem Jahr Kommunen aus, die sich in diesem Bereich nachhaltig
engagieren. Darüber hinaus können alle deutschen Landkreise und
kreisfreien Städte, die entsprechende Projekte für diese Zielgruppe neu
anbieten oder bestehende erweitern möchten, hierfür eine Unterstützung
durch das GKV-Bündnis für Gesundheit erhalten (http://www.gkv-
buendnis.de).“

Der diesjährige Wettbewerb hat die Wirksamkeit der suchtpräventiven Arbeit
in den Kommunen in den Vordergrund gestellt. Die Bandbreite der
Suchtpräventionsmaßnahmen vor Ort ist groß. Sie reicht von Maßnahmen, die
dazu beitragen, Substanzkonsum und seine Folgen zu mindern, über die
Einführung eines Qualitätsmanagements und den Aufbau nachhaltiger
Strukturen bis hin zu Ansätzen, die suchtbelastete Familien in den Blick
nehmen, um das Weitergeben von Suchterkrankungen in die nächste Generation
zu vermeiden.

Der Wettbewerb ist mit 51 Beiträgen auf bundesweit breite Beteiligung
gestoßen. Eine Jury aus Wissenschaft und Praxis hat die
Wettbewerbsbeiträge bewertet und die Preisträger ausgewählt. Für die
prämierten Beiträge hat die BZgA ein Preisgeld in Höhe von insgesamt
60.000 Euro zur Verfügung gestellt. Hinzu kommt der vom GKV-Spitzenverband
zur Verfügung gestellte Sonderpreis in Höhe von 20.000 Euro.

Folgende Kommunen wurden für ihre vorbildlichen Aktivitäten ausgezeichnet:

Kreisfreie Städte
Freie Hansestadt Bremen (10.000 Euro)
Stadt Delmenhorst (7.500 Euro)
Stadt Dortmund (7.500 Euro)

Kreisangehörige Städte und Gemeinden
Stadt Pfullendorf (10.000 Euro)
Stadt Zeitz (7.500 Euro)

Landkreise
Landkreis Trier-Saarburg (10.000 Euro)
Landkreis Schweinfurt (7.500 Euro)

Sonderpreis der Krankenkassen
Stadt Bielefeld (5.000 Euro)
Landeshauptstadt Dresden (5.000 Euro)
Stadt Leipzig (5.000 Euro)
Oberbergischer Kreis (5.000 Euro).

Die Preisverleihung erfolgte gestern Abend in Berlin unter Beteiligung von
Daniela Ludwig, Prof. Dr. med. Heidrun Thaiss und Gernot Kiefer. Die
Preisträger-Kommunen waren per Video zugeschaltet.

Die Aufzeichnung des Video-Streams der Veranstaltung ist abrufbar unter:
https://youtu.be/dof9A7qzPCY

Weitere Informationen zum Wettbewerb und den ausgezeichneten kommunalen
Projekten sowie eine Dokumentation der eingereichten Beiträge zum Download
finden Sie unter: http://kommunale-suchtpraevention.de

Die Dokumentation kann kostenlos bestellt werden unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Der Bundeswettbewerb wird vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu)
inhaltlich und organisatorisch betreut.

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Asthma aktuell – Services der Deutschen Atemwegsliga e.V. zur neuen NVL Asthma

Die Verbreitung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis ist
eine der Kernaufgaben, die die Deutsche Atemwegsliga e.V. seit vielen
Jahren erfüllt. Evidenzbasierte Materialien für Fach- und Hausärzte und
insbesondere für Patient*innen und Interessierte veröffentlicht die
Atemwegsliga e.V. sowohl klassisch in gedruckter Form als auch online und
interaktiv in Social Media. Zu der im September 2020 erschienenen 4.
Auflage der NVL Asthma stellt die Atemwegsliga e.V. eine offene
PowerPoint-Datei für Fachvorträge, ein Leporello mit den wichtigsten
Tabellen und aktualisierte Patient*innen-Informationen zur Verfügung.

Leilinien sind eine Herausforderung für die Autoren. Umfangreiche
Literatur muss gesichtet und bewertet werden. Die ausführlichen Leitlinien
sind wichtig zur Erfassung der Evidenz. Dies steigert die Qualität der
Behandlung, Behandler*innen und Patient*innen profitieren, wenn die neu
gewonnenen Erkenntnisse Eingang in den Praxisalltag finden. Während sich
Fachärzte in erster Linie „nur“ mit den Leitlinien des eigenen
Fachgebietes auseinandersetzen, müssen Hausärzte die Leitlinien vieler
Fachgebiete im Blick haben. Dies bedeutet eine gewaltige Herausforderung
im Praxisalltag.

Die Deutsche Atemwegsliga e.V. unterstützt die Verbreitung neuer
Erkenntnisse in die Praxis, indem sie neue Erkenntnisse zielgruppengerecht
aufarbeitet. Insbesondere die Kurzfassungen und die übersichtliche
Zusammenstellung der wichtigsten Tabellen und Abbildung haben sich bewährt
und sind eine große Hilfe für die Anwender vor Ort.
Die Arzt-Patienten-Kommunikation funktioniert besser, wenn Betroffene ihre
Erkrankung verstehen und auf Augenhöhe mit den Behandler*innen
kommunizieren können. Adhärenz, das weiß man heute, erhöht den
Behandlungserfolg. Aus diesem Grund erarbeitet die Deutsche Atemwegsliga
e.V. evidenzbasierte Informationen für Patient*innen.

Anfang September wurde die 4. Auflage der Nationalen Versorgungsleitlinie
(NVL) Asthma veröffentlicht. Für Fachkreise wurde am selben Tag eine
offene PowerPoint-Datei mit den Inhalten der neuen NVL frei geschaltet.
Die Atemwegsliga e.V. möchte damit die Vorbereitung von Fachvorträgen
unterstützen. Das Leporello mit den aktuellen Tabellen und Abbildungen und
Informationsblätter für Partient*innen können in der Geschäftsstelle der
Atemwegsliga bestellt werden. Informationsblätter für Partient*innen gibt
es als Download über die Homepage der Atemwegsliga.

Die Deutsche Atemwegsliga e.V. möchte mit diesen Services die hohe
Qualität der Behandlung von Patient*innen mit Asthma unterstützen.

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Kampf gegen den Kopfschmerz?! Wie Apps und Co. helfen

Online-Pressekonferenz anlässlich des Deutschen Schmerzkongresses
(21. bis 24. Oktober 2020) der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. und der
Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. (DMKG)

„Gleich und doch verschieden – personalisierte Schmerzmedizin“

Termin: Mittwoch, 21. Oktober, 11:00 bis 12:00 Uhr
Anmeldung und Link für die Teilnahme an der Online-Pressekonferenz:
<https://register.gotowebinar.com/register/2515898518007216397>

Ein pulsierender, oft wiederkehrender Kopfschmerz, starke
Lichtempfindlichkeit, Übelkeit und Erbrechen – diese Symptome deuten auf
Migräne hin. Hierzulande sind fast sechs Millionen Menschen davon
betroffen. In der Therapie kommen vermehrt digitale Angebote – wie
Kopfschmerz-Apps – zum Einsatz. Was können diese Apps und was ist das Ziel
des neuen Kopfschmerzregisters? Antworten auf diese Frage geben Experten
auf der Online-Pressekonferenz zum Deutschen Schmerzkongress 2020, die am
Mittwoch, den 21. Oktober von 11 bis 12 Uhr stattfindet. Passend zum
Kongressmotto „Gleich und doch verschieden“ ist auch die individualisierte
Schmerztherapie Thema der virtuellen Veranstaltung. Die Referenten
informieren beispielsweise über die Antikörpertherapie in der
Schmerzmedizin und über das Projekt PAIN2020. Zudem geht es um den Einsatz
von Opioiden in der Schmerzmedizin.

Wir laden Sie als Medienvertreter herzlich zu unserer Online-
Pressekonferenz ein. Das vorläufige Programm finden Sie unten angefügt.
Sie können sich hier bereits vorab für die Teilnahme registrieren:
<https://register.gotowebinar.com/register/2515898518007216397>

Bei Rückfragen stehen wir selbstverständlich gerne zur Verfügung.
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

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