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Dresdner Uniklinikum startet Patientenversorgung mit neuem Linearbeschleuniger

Dr. Christina Jentsch von der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie (rechts) begrüßt den ersten mit dem neuen Linearbeschleuniger (LINAC) behandelten Patienten Jens Ulrich mit einem Blumenstrauß.  Marc Eisele  Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Dr. Christina Jentsch von der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie (rechts) begrüßt den ersten mit dem neuen Linearbeschleuniger (LINAC) behandelten Patienten Jens Ulrich mit einem Blumenstrauß. Marc Eisele Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

Im August sind die ersten Patienten mit einem neuen hochmodernen
Linearbeschleuniger in der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und
Radioonkologie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden behandelt
worden. An mehreren Tagen hintereinander haben sie die jeweils etwa
zehnminütigen Therapiesitzungen an diesem neuen, hochmodernen Gerät
absolviert. In den kommenden Wochen erhöht sich die Anzahl der im Neubau
des Nationalen Zentrums für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC)
bestrahlten Patienten weiter. Durch den neuen Linearbeschleuniger kann die
Klinik ihr Behandlungsspektrum erweitern und zudem die Dauer der
Therapiesitzungen für die Patienten verkürzen.

„Mit der neuen Gerätegeneration machen wir einen großen Sprung nach vorn“,
sagt Prof. Esther Troost, die gemeinsam mit Prof. Mechthild Krause die
Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie leitet. Davon profitiert
auch Jens Ulrich. Er ist der erste Patient, der mit dem neuen
Linearbeschleuniger in der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
des Dresdner Uniklinikums behandelt wurde. Durch Zufall hatten die Ärzte
bei dem 50-Jährigen aus dem westsächsischen Dennheritz einen bösartigen
Tumor im Beckenbereich diagnostiziert. Das war im vergangenen Dezember.
Davor behandelten die Ärzte eine Thrombose im linken Bein. In der
Computertomographie (CT) jedoch entdeckten die Mediziner den Tumor, der
sich an und um die Gefäße im Becken entwickelt hatte.

Nach der Krebsdiagnose erhielt Jens Ulrich eine etwa sechsmonatige
kombinierte Immun-Chemotherapie, der eine alleinige Immuntherapie folgte.
Vorbereitend auf die Operation absolvierte der 50-Jährige parallel eine
Strahlentherapie mit fünf Therapiesitzungen am Linearbeschleuniger
(LINAC). „Mit der präoperativen Strahlentherapie haben wir die
Möglichkeit, die Bereiche des Tumors zu bestrahlen, die sich gefäßnah
befinden und können dort gezielt die Tumorzellen abtöten“, sagt die
behandelnde Ärztin Dr. Christina Jentsch. „Die Strahlentherapie als
Bestandteil der multimodalen präoperativen Therapie, kann somit wesentlich
dazu beitragen, dass der Tumor von den Chirurgen komplett entfernt werden
kann“. Jens Ulrich ist zufrieden mit der Therapie. Nachdem er auf der
Liege des LINAC platziert wurde, dauert die Bestrahlung etwa zehn Minuten.
„Man liegt entspannt und hat ein angenehmes Gefühl“, sagt er. Nun hofft
er, dass die Operation gut verläuft und er als geheilt die Klinik
verlassen kann.

Das Beispiel verdeutlicht den Einsatz des neuen Bestrahlungsgerätes
(„Versa HD – signature mit IntelliBeam“ der Firma Elekta). So kann die
Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum
Dresden die Zahl der stereotaktischen Bestrahlungen erhöhen. Diese
Therapieform, bei der die Behandlungsstrahlen aus verschiedenen Winkeln in
großer Präzision punktgenau auf den Tumor treffen, ist hochwirksam und
gleichzeitig für die Patienten gut verträglich. Neben der Vielzahl der
technischen Neuerungen am Bestrahlungskopf und dessen Steuerung sorgt das
bewegliche Patienten-Lagerungssystem für ein erweitertes
Behandlungsspektrum: „Künftig können wir sehr kleine Felder mit hoher
Dosis in kurzer Zeit bestrahlen“, sagt Prof. Troost. Ziele sind unter
anderem Metastasen, kleinste Tumore oder auch zwei bis drei Millimeter
große Lymphknoten. „Insbesondere für Patienten, bei denen in Folge einer
Krebserkrankung nur einzelne Metastasen aufgetreten sind –
Oligometastasierung genannt –, bietet sich durch die intensive Bestrahlung
eine Chance für eine komplette Heilung.“ Davon profitieren unter anderem
Patienten, die an Brust- oder Prostatakrebs sowie an Melanomen leiden.

Ein weiterer entscheidender Vorteil ist die Kombination von
Bestrahlungskopf und integriertem Röntgengerät. Dies ermöglicht
hochauflösende dreidimensionale Bildgebung während der Therapiesitzung, um
die Lage des zu bestrahlenden Gewebes permanent zu kontrollieren. Dies ist
insbesondere für Tumore in oder in der Nähe von beweglichen Organen wie
Lunge, Darm oder Blase von großem Vorteil. Bisher verfügt die Klinik an
zwei Behandlungsplätzen über die Kombination eines Linearbeschleunigers
mit einem fahrbaren Computertomographen – ein CT on Rails. Hier wird
jedoch mehr Zeit benötigt, um die notwendigen Bilder anzufertigen und mit
dem Therapieplan abgleichen zu können. Dank der neuen, modernen Technik
wird sich nun die Dauer der Vorbereitung und der eigentlichen Bestrahlung
deutlich verkürzen. „Der Effekt dieser Technik für die Patienten und das
Therapieansprechen soll in translationalen, patientennahen Studien des
OncoRay erforscht werden“, ergänzt Prof. Mechthild Krause, die zudem das
OncoRay – Nationales Zentrum für Strahlenforschung in der Onkologie –
leitet.

„Mit dem neuen Linearbeschleuniger können wir das Therapiespektrum bei
Krebserkrankungen maßgeblich erweitern“, sagt Prof. Michael Albrecht,
Medizinischer Vorstand des Dresdner Uniklinikums. „Wir sind optimistisch,
die Zahl der Patienten, die in den kommenden Monaten eine Behandlung mit
dem Linearbeschleuniger erfahren, weiter zu erhöhen. Die positiven
Rückmeldungen nach den ersten Therapiesitzungen machen uns
zuversichtlich.“

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Volkskrankheit Parodontitis: Aktualisierte Patienteninformation liegt vor

Hilfreiche und wissenschaftlich abgesicherte Informationen für Patienten
zu zahnmedizinischen Themen werden von Deutscher Gesellschaft für Zahn-,
Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) und Bundeszahnärztekammer (BZÄK) ständig
aktualisiert und erweitert.

Düsseldorf. Die bakterielle Entzündung des Zahnbetts, die Parodontitis,
ist in Deutschland weit verbreitet. Auch wenn die fünfte Deutsche
Mundgesundheitsstudie (DMS V) eine Abnahme der Erkrankungen ausweist,
leiden noch immer insgesamt rund 11 Millionen Betroffene hierzulande unter
einer schweren Form der Parodontitis. Besonders ältere Menschen sind davon
betroffen. Mit ihrer gemeinsamen überarbeiteten Patienteninformation zum
Thema Parodontitis stellen die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und
Kieferheilkunde (DGZMK) und die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) das
Krankheitsbild dar und beschreiben mögliche Therapieformen in
anschaulicher Form. Fest steht: Für den Erfolg einer Behandlung der
Parodontitis kommt es stark auf die Mitarbeit der Patient*innen an. Die
gemeinsame Patienteninformation von DGZMK und BZÄK ist unter folgendem
Link abrufbar https://bit.ly/2ZFhyY4. Auf der Internetseite www
.zahnmedizinische-Patienteninformationen.de stehen weitere
Patienteninformationen zur Auswahl.

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Zu wenig Zeit für Patienten und Ärzteausbildung: Augenärzte kritisieren zunehmende Ökonomisierung DOG 2020 online 9. bis 11. Oktober 2020

Ökonomisierung in der Augenheilkunde
„Zu wenig Zeit für Patienten und Ärzteausbildung“

Fehlentwicklungen in der Augenheilkunde durch die zunehmende
Ökonomisierung in der Medizin sind ein Schwerpunktthema des 118.
Kongresses der DOG Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG), der
erstmals online abgehalten wird. „Wir haben zu wenig Zeit für das
Patientengespräch und die Ausbildung des ärztlichen Nachwuchses“,
kritisiert Professor Dr. med. Hans Hoerauf, Präsident der DOG. Fehlanreize
müssten korrigiert, überbordende Bürokratie- und Dokumentationsvorgaben
endlich abgebaut werden.

Neben den Auswirkungen der Ökonomisierung steht die Würdigung Albrecht von
Graefes, dessen Todestag sich in diesem Jahr zum 150. Mal jährte, im
Fokus. Die DOG 2020 online findet vom 9. bis 11. Oktober 2020 statt.

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Ausgerechnet die Zeit des Lock-Downs während der Corona-Pandemie hat dem
DOG-Präsidenten die kritikwürdigen Zustände in der Medizin deutlich vor
Augen geführt. „In diesen Wochen und Monaten geringerer Patientenzahlen
hatten wir definitiv mehr Zeit für das Patientengespräch und die
Weiterbildung des ärztlichen Nachwuchses“, berichtet Hoerauf, Direktor der
Augenklinik der Universitätsmedizin Göttingen. „Mir wurde in dieser
schwierigen Situation klar, dass man Medizin gründlicher und empathischer
betreiben kann, als uns dies sonst möglich ist.“

Der Normalbetrieb, so Hoerauf, sei von sehr kurzen Verweildauern,
Personal- und Zeitmangel sowie Überlastung geprägt, Fehlanreize belohnen
Prozeduren und Diagnostik, wo mitunter ärztliches Abwarten angezeigt wäre.
„Der Druck im Kessel ist zu hoch“, konstatiert Hoerauf. Für die Versorgung
von Patienten mit komplexen Krankheitsbildern, aber auch für die Aus- und
Weiterbildung des ärztlichen Nachwuchses stehe zu wenig Personal mit der
erforderlichen Expertise zur Verfügung. „Wir Ärzte müssen uns zum Wohl der
Patienten und unserer nachfolgenden augenärztlichen Generationen dem
Wirtschaftlichkeitsstreben entgegenstellen, wo es zu Verwerfungen führt“,
ist der Göttinger Ophthalmologe überzeugt.

Hilfreich wäre ein Abbau von Dokumentationspflichten und Bürokratie-
Vorgaben, die aus Sicht des DOG-Präsidenten seit Jahren entgegen aller
Versprechungen eher zu- statt abnehmen. „Dann wäre schon eine Menge mehr
Medizin am Patienten möglich“, betont Hoerauf. Der Ophthalmologe plädiert
zudem für ein Ende der massenhaften Ressourcen-Verschwendung in Kliniken:
„Wenn ich als Operateur die Müll-Mengen sehe, die bei nur einer Augen-
Operation entstehen, frage ich mich schon, ob unsere Medizin dadurch
besser geworden ist.“

Die Auswirkungen der Ökonomisierung auf die Medizin stehen denn auch im
Mittelpunkt zentraler Kongress-Veranstaltungen. So wird der bekannte
Ökonomisierungs-Kritiker Professor Dr. med. Giovanni Maio in einem
Festvortrag über „Der ärztliche Beruf heute – belohnter Aktionismus und
abgewertete Sorgfalt?“ sprechen, Professor Dr. med. Peter Pramstaller eine
Keynote Lecture halten zum Thema „Rettet die Medizin! Arzt-sein zwischen
Patientenwohl und Wirtschaftlichkeit“.

Ärztliches Ethos besaß auch für Albrecht von Graefe, den Begründer der
DOG, große Relevanz. In diesem Jahr jährte sich sein 150. Todestag.
„Albrecht von Graefe war die korrekte Indikationsstellung, aber auch
Empathie für den Patienten extrem wichtig“, erläutert Hoerauf. „Zum Wohl
seiner Patienten lieferte er sich Auseinandersetzungen mit der
Krankenhausverwaltung.“ Zu Ehren des berühmten Berliner Augenarztes finden
auf der DOG 2020 online zahlreiche Aktivitäten statt, darunter das von-
Graefe-Symposium sowie ein Vortrag des Graefe-Kenners Professor Dr. med.
Jens Martin Rohbach; aus Rohrbachs Feder stammt zudem eine neue von-
Graefe-Biographie. „Ganz besonders empfehle ich T-Shirts, die Schüler der
Kreuzberger Albrecht-von-Graefe-Schule mit von Graefe-Motiven gestaltet
haben“, freut sich Hoerauf.

Darüber hinaus stehen weitere wichtige Themen auf dem Kongress-Programm.
Dazu zählen etwa Symposien zu „Covid-19 und Auge“, „Wenn Böller ins Auge
gehen – Augenverletzungen durch Feuerwerk“, „Frühgeborenen-Retinopathie:
Aktuelle Aspekte zu Screening und Behandlung“, „Wie moderne Imaging-
Techniken die Ophthalmochirurgie beeinflussen“ oder das „Von-Graefe-
Symposium anlässlich des 150. Todestages des Gründers der DOG“.

Auf Vorab- und Kongress-Pressekonferenz berichtet Kongresspräsident
Professor Dr. med. Hans Hoerauf über die Schwerpunktthemen Ökonomie und
ärztliche Werte, siehe auch Terminhinweise und Programme der
Pressekonferenzen.Terminhinweise:

•       Online-Vorab-Pressekonferenz
Termin: Donnerstag, 1. Oktober 2020, 11.00 bis 12.00 Uhr
Link zur Anmeldung:
<https://attendee.gotowebinar.com/register/8268661002451580430>

•       Online-Kongress-Pressekonferenz
Termin: Freitag, 9. Oktober 2020, 11.00 bis 12.00 Uhr
Link zur Anmeldung:
<https://attendee.gotowebinar.com/register/9015100754852905488>

•       Festvortrag Prof. Dr. med. Giovanni Maio: „Der ärztliche Beruf
heute – belohnter Aktionismus und abgewertete Sorgfalt?“
Termin: Freitag, 9. Oktober 2020, ab 12.30 Uhr ganztätig abrufbar

•       Keynote Lecture Prof. Dr. med. Peter P. Pramstaller: „Rettet die
Medizin! Arzt-Sein zwischen Patientenwohl und Wirtschaftlichkeit“
Termin: Freitag, 9. Oktober 2020, ab 12.30 Uhr ganztätig abrufbar

•       Vortrag Professor Dr. med. Jens Martin Rohrbach: „Albrecht von
Graefe und die Stellung der Indikation“
Termin: Freitag, 9. Oktober 2020, ab 12.30 Uhr ganztätig abrufbar

•       von-Graefe-Symposium anlässlich des 150. Todestages des Gründers
der DOG
Termin: Freitag, 9. Oktober 2020, 13.30 – 14.15 Uhr, Channel von Graefe

•       Symposium „Frühgeborenenretinopathie: Aktuelle Aspekt zu Screening
und Behandlung“
Termin: Freitag, 9. Oktober 2020, 12.30 – 13.15 Uhr, Channel von Graefe

•       Symposium „Covid-19 und Auge“
Termin: Freitag, 9. Oktober 2020, 18.30 – 19.15 Uhr, Channel von Graefe

•       Symposium „Mehr sehen, besser operieren? Wie moderne Imaging-
Techniken die Ophthalmolchirurgie beeinflussen“
Termin: Samstag, 10. Oktober 2020, 14.30 – 15.15 Uhr, Channel von Graefe

•       Symposium „Wenn Böller ins Auge gehen – Augenverletzungen durch
Feuerwerk“
Termin: Sonntag, 11. Oktober 2020, 14.30 – 15.15 Uhr, Channel von Graefe

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DOG: Forschung – Lehre – Krankenversorgung
Die DOG ist die medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft für
Augenheilkunde in Deutschland. Sie vereint unter ihrem Dach mehr als 7.750
Ärzte und Wissenschaftler, die augenheilkundlich forschen, lehren und
behandeln. Wesentliches Anliegen der DOG ist es, die Forschung in der
Augenheilkunde zu fördern: Sie unterstützt wissenschaftliche Projekte und
Studien, veranstaltet Kongresse und gibt wissenschaftliche
Fachzeitschriften heraus. Darüber hinaus setzt sich die DOG für den
wissenschaftlichen Nachwuchs in der Augenheilkunde ein, indem sie zum
Beispiel Stipendien vor allem für junge Forscher vergibt. Gegründet im
Jahr 1857 in Heidelberg ist die DOG die älteste augenärztliche
Fachgesellschaft der Welt und die älteste fachärztliche Gesellschaft
Deutschlands..

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Vorab-Pressekonferenz zur DOG 2020 online
Termin: Donnerstag, 1. Oktober 2020, 11.00 bis 12.00 Uhr
Link zur Anmeldung:
<https://attendee.gotowebinar.com/register/8268661002451580430>

Vorläufige Themen und Referenten:

Die DOG im von-Graefe-Jahr:
Zwischen ärztlichen Werten, Ökonomie und Vision 2020
Professor Dr. med. Hans Hoerauf
Präsident der DOG; Direktor der Augenklinik der Universitätsmedizin
Göttingen

Splitter, Säure, Sportunfall und Feuerwerk –
Fortschritte in der Behandlung von Augenverletzungen
Professor Dr. med. Wolfgang Schrader
Chefarzt der Abteilung für Augenheilkunde an der Rotkreuzklinik Würzburg;
Augenzentrum Würzburg; Sprecher der AG DOG-Traumatologie
sowie
Dr. med. Ameli Gabel-Pfisterer
Leitende Oberärztin an der Klinik für Augenheilkunde, Klinikum Ernst von
Bergmann, Potsdam

Klimawandel und Migration: Neue Augeninfektionen in Deutschland
Professor Dr. med. Carsten Heinz
Leitender Arzt am Augenzentrum am St. Franziskus-Hospital Münster

Deep Learning: Was künstliche Intelligenz aus dem Auge herauslesen kann
Professor Dr. med. Nicole Eter
Direktorin der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde am
Universitätsklinikum Münster

Frühgeborenen-Retinopathie: Hilft die Spritze ins Auge bei Frühchen?
Professor Dr. med. Andreas Stahl
Direktor der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Universitätsmedizin
Greifswald

Moderation:
Anne-Katrin Döbler, Pressestelle DOG, Stuttgart

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Kongress-Pressekonferenz zur DOG 2020 online
Termin: Freitag, 9. Oktober 2020, 11.00 bis 12.00 Uhr
Link zur Anmeldung:
<https://attendee.gotowebinar.com/register/9015100754852905488>

Vorläufige Themen und Referenten:

Die DOG im von-Graefe-Jahr:
Augenheilkunde im Spannungsfeld zwischen Ökonomie und Medizin
Professor Dr. med. Hans Hoerauf
Präsident der DOG; Direktor der Augenklinik der Universitätsmedizin
Göttingen

Kann Corona ins Auge gehen?
Aktuelle Erkenntnisse zum Stand der Übertragungswege bei COVID-19
Professor Dr. Dr. med. Clemens Lange
Klinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Freiburg

Mehr sehen, besser operieren?
Wie moderne Imaging-Techniken die Augenchirurgie beeinflussen
Professor Dr. med. Claus Cursiefen
Direktor des Zentrums für Augenheilkunde an der Uniklinik Köln
sowie
Professor Dr. med. Lars-Olof Hattenbach
Direktor der Augenklinik des Klinikums Ludwigshafen

Neue Daten zum Glaukom:
Optimale Früherkennung – dem Grünen Star auf der Spur
Professor Dr. med. Alexander Schuster
Zentrum für ophthalmologische Epidemiologie und Versorgungsforschung,
Augenklinik und Poliklinik, Universitätsmedizin Mainz

Moderation:
Anne-Katrin Döbler, Pressestelle DOG, Stuttgart

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Notfallmedizin: Neue Wege gehen – oder alles beim Alten belassen? - Experten tagen am Dresdner Uniklinikum

Der am Dresdner Flughafen stationierte Hubschrauber der Deutschen Rettungsflugwacht (DRF) fliegt regelmäßig Patienten zur Notfallbehandlung ins Dresdner Uniklinikum. Der Landeplatz befindet sich auf dem Dach von Haus 59.  Thomas Albrecht  Foto (M): Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Der am Dresdner Flughafen stationierte Hubschrauber der Deutschen Rettungsflugwacht (DRF) fliegt regelmäßig Patienten zur Notfallbehandlung ins Dresdner Uniklinikum. Der Landeplatz befindet sich auf dem Dach von Haus 59. Thomas Albrecht Foto (M): Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

Am Freitag (11. September) fand nach knapp einem halben Jahr wieder eine
wissenschaftliche Tagung im Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
statt: Im Mittelpunkt des 3. Dresdner Notfalltags (DNT) stehen Fragen, wie
Notfallmedizin und Rettungsdienst in Dresden und der Region optimal
organisiert und auskömmlich finanziert sein sollten. Die Initiative geht
von Ärztinnen und Ärzten des Dresdner Uniklinikums sowie der Chirurgischen
Arbeitsgemeinschaft für Intensiv- und Notfallmedizin der Deutschen
Gesellschaft für Chirurgie aus, wobei alle Beteiligte an der
notfallmedizinischen Versorgung von Patienten in Ostsachsen eingeladen und
beteiligt sind.

Auch wenn durch die Auflagen des Infektionsschutzes lediglich knapp die
Hälfte der Interessenten persönlich zur Veranstaltung kommen können, sind
auf dem DNT Repräsentanten aller medizinischen Fachgebiete sowie alle ins
Rettungswesen eingebundenen Berufsgruppen vertreten. Weiterhin wird der
Kongress nach vorheriger Anmeldung im Internet als Livestream zu verfolgen
sein. Die Bandbreite reicht von Angehörigen der Feuerwehren und
Rettungsdiensten bis zu Teammitgliedern von Krankenhaus-Notaufnahmen, die
auf dem DNT als Vortragende und Zuhörer vertreten sind. Hinzu kommen
Repräsentanten der Krankenhausgesellschaft Sachsen, des sächsischen
Innenministeriums und der Kostenträger – unter anderem der AOK Plus
Vorstand Rainer Striebel.

Die Notfall- und Intensivmedizin hat in den letzten Jahren enorme
Fortschritte sowie einen ebensolchen Wandel erlebt. Durch die
COVID-19-Pandemie kamen weitere Herausforderungen hinzu. – Etwa die Frage,
wie sich in dieser Situation das Wohl der Patienten ebenso auf dem
höchstmöglichen Level gewährleisten lässt wie die Sicherheit aller
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Hier hat die vom Dresdner Uniklinikum
maßgeblich initiierte und im Auftrag des Freistaats Sachsen betriebene
Krankenhausleitstelle Dresden/Ostsachsen einen wichtigen Beitrag
geleistet. Diskussionsbedarf gibt es auch in der Frage der sich ändernden
Rahmenbedingungen bei der Organisation und Finanzierung der stationären
Notfallversorgung in den Krankenhäusern. Die entsprechenden Vorgaben des
Gemeinsamen Bundesausschusses (G BA) eröffnen Spielräume für
Veränderungen. Welcher Wandel hier Vorteile bringt und gleichermaßen in
Ballungsgebieten wie auch in ländlichen Gebieten im Sinne der Bevölkerung
ist, gehört zu den Themen, die auf dem dritten Dresdner Notfalltag offen
und kollegial erörtert werden sollen.

Im Anschluss an die Impulsvorträge von Wladimir Haake, leitender Arzt der
Berufsfeuerwehr Dresden und PD Dr. Christian Kleber Ärztlicher Leiter der
Chirurgischen Notaufnahme des Dresdner Uniklinikums, folgt die
Diskussionsrunde „Quo vadis Notfallversorgung in Ostsachsen – Durch COVID
alles anders?“ Podiumsteilnehmer sind Thomas Rechentin aus dem Sächsischen
Innenministerium; Dr. Stephan Helm, Geschäftsführer der
Krankenhausgesellschaft Sachsen; AOK-PLUS-Vorstand Rainer Striebel; Klaus-
Dieter Schaser, Ärztlicher Direktor des UniversitätsCentrums für
Orthopädie, Unfall- und Plastische Chirurgie am Dresdner Uniklinikum;
Andreas Rümpel Leiter des Brand- und Katastrophenschutzamts Dresden;
Wladimir Haacke Leitender Arzt der Berufsfeuerwehr Dresden; Simone von
Bonin, Leiterin der internistischen Notaufnahme des Dresdner Uniklinikums;
Dominik Höhne, Pflegerischer Leiter der Chirurgischen Notaufnahme des
Dresdner Uniklinikums; sowie Katja Mühle, Pflegedienstleiterin des
Notfallzentrums Neustadt/Trachau am Städtischen Klinikum Dresden.

Im zweiten Teil des Dresdner Notfall Tages steht die
berufsgruppenübergreifende Weiterbildung auf dem Programm. In den
Vorträgen werden einzelne Aspekte der alltäglichen Arbeit im
Rettungsdienst behandelt. Hierzu gehören Themen wie „Notfallmedizin am
Lebensende“, Schwierigkeiten in der Notfallbehandlung bei
Verwirrtheitszuständen, die Psychosoziale Notfallversorgung oder die
Akutversorgung bei Vergiftungen beziehungsweise bei Verschlüssen großer
Blutgefäße. Aufgrund der pandemiebedingten Begrenzung der Teilnehmerzahl
bieten die Organisatoren des 3. DNT für das Fachpublikum einen online-
Stream, der kompletten Tagung nach vorheriger Anmeldung an.

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