Das Zürcher Kammerorchester und Music Director Daniel Hope starten im Herbst in die vierte gemeinsame Saison. Noch persönlicher, noch offener und interaktiver soll das Publikum in Zukunft Klassik erleben. Herausragende Künstler aus der ganzen Welt unterstützen das Orchester dabei, «berührend und nahbar» zu sein. Ein Motto, welches das ZKO mit rund 40 Tournee-Konzerten auch im Ausland umsetzt. In der vergangenen Saison hat das ZKO mit Sinneserlebnissen experimentiert und die Musik unter anderem mit Düften oder kulinarischen Eindrücken verbunden. Das Ziel, Konzertbesucher auf überraschende Art und Weise zu berühren, wird in der kommenden Saison 2019/20 noch intensiver verfolgt. «Berührend und nahbar» werden die Musikerinnen und Musiker das volle Gefühlsspektrum der klassischen Musik mit dem Publikum teilen. Für Daniel Hope ist es die vierte Saison als Music Director des ZKO. «Ich freue mich auf viele berührende Begegnungen – mit dem Orchester, mit Solisten, die wir einladen, mit unseren Zuhörern, aber auch mit uns selbst», sagt er. Neue Reihen 2019/20 kooperiert das ZKO mit grossen Künstlern wie der Sängerin Vesselina Kasarova, dem Celllisten Lynn Harrell, dem Mandolinisten Avi Avital, den jungen Pianisten Maxim Lando und Jan Lisiecki oder dem Ehrendirigenten Sir Roger Norrington. Die Saison 2019/20 bringt das Orchester musikalisch zu vielen Begegnungen mit dem Meister Ludwig van Beethoven. Ausserdem präsentiert das Orchester drei neue Konzertreihen. Bei «Mostly Baroque» kommen Liebhaber der Musik von 1600 bis 1750 auf ihre Kosten und bei «Hope and Friends» lädt Music Director Daniel Hope Musikerfreunde aus aller Welt zu sich auf die Bühne. Die bereits etablierte Reihe «Kammermusik@ZKO», bei der ZKO-Musikerinnen und -Musiker ihre Lieblingswerke spielen, bildet ein weiterer Schwerpunkt. Und natürlich widmet sich das Orchester den beliebten Familienkonzerten, die sich zum festen Programmbestandteil des ZKO etabliert haben. Der Limmatstadt verbunden – international vernetzt Das ZKO freut sich sehr, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Tonhalle Maag, dem Schauspielhaus Zürich sowie dem Fraumünster fortzusetzen und auch das ZKO-Haus weiterhin als Spielstätte zu nutzen. Die Begeisterung für klassische Musik trägt das Zürcher Kammerorchester über die Grenzen seiner Heimatstadt hinaus. Als Botschafter der Schweiz und Zürichs gibt das Orchester 2019/20 rund 40 Konzerte im Ausland. Im August spielt das Orchester ein grosses Open-Air-Konzert am «Citadel Music Festival» in Berlin, weitere Tourneen führen in die USA, nach Cremona und Meran in Norditalien sowie mehrere Male nach Deutschland – in die Elbphilharmonie Hamburg, das Konzerthaus Berlin, die Frauenkirche Dresden, die Alte Oper Frankfurt, die Tonhalle Düsseldorf und noch einige mehr. Wichtigster Konzertort ist und bleibt jedoch Zürich: Hier tankt das Orchester Energie und Kraft und kreiert innovative Konzertideen. Saisonprogramm
Es orientierten: Music Director Daniel Hope,Lena-Catharina Schneider Head of Artistic Administration&Planning und Daniela Wachter, COO Head of Communication
Das Zürcher Kammerorchester und Music Director Daniel Hope starten im Herbst in die vierte gemeinsame Saison. Noch persönlicher, noch offener und interaktiver soll das Publikum in Zukunft Klassik erleben.
Daniel Hope und Lena Schneider Foto Melanie Hadam
Noch persönlicher, noch offener und interaktiver soll das Publikum in Zukunft Klassik erleben. Herausragende Künstler aus der ganzen Welt unterstützen das Orchester dabei, «berührend und nahbar» zu sein. Ein Motto, welches das ZKO mit rund 40 Tournee-Konzerten auch im Ausland umsetzt, so die Programmverantwortlichen Daniel Hope und Lena Schneider Ich beschränke mich in meiner Berichterstattung auf ein paar Anekdoten von Daniel Hope, die er am Rande des Events zum Besten gab, Das Jahresprogramm sowie die Medienmitteilung des ZKO finden Sie über unten eingefügte Links.
Der Limmatstadt verbunden – international vernetzt
Daniela Wachter COO Head of Communication Foto Sandro Diener
Der musikalische Leiter zeigte sich erfreut, dass die Anerkennung für „sein“ Orchester ebenso im Ausland kontinuierlich wächst und man nun regelmässig dort engagiert werde. Aber auch auf Sachen, die sich seit Jahren, gar Jahrzehnten bewährt hätten, lege man weiterhin viel Aufmerksamkeit. So pflege man z.B. das sehr. beliebte Nuggikonzert für die Kleinsten mit ihren Mamis und Papis genau so weiter, wie das einmalige Silvester – bzw. Neujahrskonzert. Ebenso das Projekt mit einer Klasse der Volksschule Zürich, die man während drei Jahren intensiv begleite, mit der man gemeinsam musiziere, musiktheoretische Projekte erörtere, mit dem Ziel, am Ende des Projektes ein gemeinsames Konzert zu zelebrieren.
Auftrittsmöglichkeiten als Solisten für „Eigengewächse“
Music Director Daniel Hope Foto Sandro Diener
Daniel Hope will vermehrt Mitgliedern aus seinem Orchester, einer jungen, verschworenen Gruppe sehr guter Musiker*innen, wie er ausführte, die Gelegenheit geben, sich als Solisten zu profilieren. Sie sollen deshalb ab und zu, statt extra engagierter externer Solisten, Gelegenheit erhalten, an ausgewählten Konzerten für einmal selber im Mittelpunkt zu stehen. Über das dafür nötige musikalische Rüstzeug verfügen sowieso sämtliche Mitglieder des ZKO ist Daniel Hope überzeugt und betont gleichzeitig, dass er im Moment über ein junges, ausserordentlich engagiertes Orchester verfüge und er es, mit grosser Freude und auch Stolz, geniesse, als Primus inter Pares, deren Chef zu sein.
Daniel Hope als Sprengstofftransporteur?
Als Hope einmal die Sicherheitskontrolle am Zürcher Flughafen passierte um für ein Konzert ins Ausland zu reisen, meldete der Detektor: Sprengstoff im Geigenkasten¨! Anschaulich, ironisch und trotzdem gelassen humorvoll schilderte der Meistergeiger, was darauf geschah. Das äusserst penible „erforschen“ des Geigenkastens brachte nichts zutage, trotzdem schlug der Detektor noch immer Alarm. Daraufhin wurde Grossalarm ausgelöst, gar Teile der Abfertigungshalle abgesperrt, man weiss ja nie. Irgendwann war das Problem gelöst und Hope erreichte den Flug noch. Er erfuhr später von einem Chemiker, dass eventuell Spuren des Kolophonium, (Bernsteinartiges Harz Art zum Einreiben der Saiten), Grund für die Alarmauslösung gewesen sein könnten.
Visaprobleme infolge fataler Verwechslung
Lena Catharina Schneider,Head of Artistic Administration&Planning
Böse Überraschung auch vor einer Asienreise. Die den Reisenden erteilten Visa verorteten alle als Afrikaner, war doch als Nationalität Swasiland, statt Switzerland eingetragen. Dass die Schweiz schon mal mit Schweden verwechselt wird, ist man ja noch gewohnt. Aber bei einer Visaerteilung ein Land vom schwarzen Kontinent, statt Switzerland? So ein kapitaler Bock sollte wirklich nicht geschossen werden. Die Verantwortlichen des ZKO waren denn auch recht am Rotieren, bis dieses Missverständnis korrigiert war und man sich mit den korrekten Dokumenten auf die lange Reise machen konnte. Wie sich herausstellen sollte, war dies das kleinere Problem als das, welches noch auf die Reisegesellschaft wartete, denn nachdem man aus der Volksrepublik ausgereist war, um im Korea zu konzertieren, wollte man über Hongkong für weitere in China geplante Konzerte, wieder einreisen. Erstaunt musste man die Feststellung der Zollbehörden zur Kenntnis nehmen, dass die Visa nur zur einmaligen Einreise berechtigten, also nicht mehr gültig seien, deswegen verlängert werden müssten. So mussten die Verantwortlichen ein Amt finden, wo dies vorgenommen werden könnte. Tatsächlich wurde man, obwohl schon Abend war, doch noch fündig und begab sich schnellstmöglich dorthin. Angekommen in diesem Office, erhielt man den Bescheid, man könne das umgehend erledigen, sobald 6000 US Dollar, nicht etwa Hongkong Dollar bar bezahlt würden. Da mittels Kreditkarte keiner so viel Cash am Automaten beziehen konnte, machten sich etliche Orchestermitglieder auf zu diversen Bankomaten, bis die Summe zusammen war und die dann den Beamten auf den Tisch gelegt werden konnte. Dann ging es schnell und man verfügte wieder über gültige Dokumente, um die Reise, wie vorgesehen, fortsetzen zu können und die Asientournee weiterzuführen. Eine Tournee übrigens, die sehr erfolgreich verlief und die Konzertbesucher in der diversen asiatischen Ländern in vollen Konzertsälen, zu begeistern wusste.
Mit Vorfreude der kommenden Saison entgegenblicken
Laut den ausführlichen Erläuterungen der Orchesterverantwortlichen, von denen Intendant Michael Bühler aufgrund Erkrankung leider fehlte, kann man gespannt und hoffnungsvoll einer weiteren eindrücklichen Konzertsaison entgegenblicken, gespickt mit vielen Höhepunkten, mit Altbewährtem, aber auch mit Aufbrüchen zu neuen, interessanten Ufern. So kooperiert das ZKO u.a. mit grossen Künstlern wie der Sängerin Vesselina Kasarova, dem Celllisten Lynn Harrell, dem Mandolinisten Avi Avital, den jungen Pianisten Maxim Lando und Jan Lisiecki oder dem Ehrendirigenten Sir Roger Norrington. Alles in allem ein spannender, lehrreicher Spätnachmittag im Seefeld, der mit einem feinen Nachtessen aus der Blauen Ente Küche seinen Abschluss fand.
Zürcher Kammerorchester Saison 2019/20: Grosse Künstler ganz nah, offizielle Medienmitteilung
Leichter Nieselregen erwartete uns am Westeingang des Ballenberg Freiluftmuseums, eine wahre Wohltat nach den vielen heiss- schwülen Hitzetagen der letzten Wochen. Nach einem 40minütigem Spaziergang durch das Freilichtmuseum erreichten wir den Treffpunkt für Begrüssung und Aperitif, direkt gegenüber der gedeckten, 700 Personen fassenden, Zuschauertribüne. Gespielt, so wussten wir, wird auch bei schlechtem Wetter. Absagen der Premiere, wie auch der folgenden Vorstellungen wäre nur bei Sturmgefahr vorgesehen. Begrüsst wurde die die illustre, gutgelaunte Schar der Premierenbesucher wie gewohnt mit launigen Worten durch den Präsidenten des Vereins Landschaftstheater Ballenberg, Nationalrat Lorenz Hess. Dieser bedankte sich auch bei Sponsoren, Gönnern, Mitwirkenden und allen andern, die auf irgendeine Art in das Projekt involviert sind. Anschliessend richtete auch noch Peter Flück, Berner Grossrat und Präsident des Stiftungsrates Freilichtmuseum Ballenberg, einige Worte an die Besucher, die sich anschliessend an Speis und Trank gütlich taten und sich mit alten und neuen Bekannten bestens unterhielten, bevor man anschliessend seine Plätze auf der Tribüne einnahm.
Grundlegendes der Aufführungspraxis überdenken
Szenenfoto der Produktion von Markus Flück
Dort hiess auch noch Christian Sidler, Geschäfts- und Produktionsleiter des Vereins, das erwartungsvolle Publikum willkommen, bevor es auch schon los ging und die Dorfbevölkerung, voran die Kinder, auf das Spielterrain vor der Kulisse bei den altehrwürdigen Bauernhäusern aus Richterswil ZH und Uesslingen TG, strömten. Ob man sich auch in Zukunft der modernen Audiotechnik verweigern will, sollte man auf dem Ballenberg besser früher als später überdenken. Wenn, wie auch in diesem Falle, etwa 80 % des Stücks neu „erfunden“, d.h. Dialoge neu geschrieben werden und nebst dem Titel, bloss noch ca. 20% Gottfried Keller drin steckt, wär es halt schon gut, wenn die Schauspieler z.B. über Headsets, also mittels am Kopf befestigten Minimikrofonen ihre Texte rezitieren würden. damit man auch etwas hört und mitbekommt, worum es eigentlich geht. Da nützt es nichts, wenn Du Deinen Gottfried Keller auswendig kennst, wenn völlig andere, aber eben unverständliche, da unhörbare, Mono – und Dialoge gesprochen werden.
Ratespiel statt Theater
Szenenfoto der Produktion von Markus Flück
Es ist schlicht nicht mehr zumutbar, dass ich mich als Zuschauer, oder besser Zuhörer, einem Ratespiel ausgesetzt sehe. Ich bekomm dann zwar mit, dass die beiden Nachbarn sich mit Mist ab ihren jeweiligen Miststöcken bewerfen, also nicht so gut miteinander auszukommen scheinen, das sprichwörtliche Heu nicht auf der gleichen Bühne haben. Sogar einige verbale Anwürfe sind, da genügend laut gesprochen, respektive geschrien, bekomme ich mit, aber die weit interessantere Unterhaltung der „Dorfweiber“ am Rande des Geschehens verschliesst sich meiner. Schade, sind es doch gerade die wahrscheinlich geschliffenen, ironischen, lustigen, banalen oder gar dramatischen Texte, die ein Schauspiel ausmachen.
Durch Effekthascherei Verlust des Wesentlichen
Szenenfoto der Produktion von Markus Flück
Dieser Verlust des Wesentlichen ist durch spektakuläre, effekthascherische Auftritte mittels Traktoren, Chilbiwagen, fahrbarer Glacéwagen usw. nicht wett zu machen. Aber leider scheint sich „Ballenberg“ nun auch diesem Trend, den schweizweit viele Freiluftspiele einschlagen, also Richtung „Karls kühne Gassenschau“, mehr und mehr anzuschliessen. Im Moment sieht und lacht das doch sehr treue Ballenberg Stammpublikum noch darüber hinweg, nur, wie lange noch?
Aufgabe der Einmaligkeit auf dem Ballenberg?
Szenenfoto der Produktion von Markus Flück
Ausgerechnet hier, wo man die Kulisse quasi frei Haus geliefert bekommt und nicht jedes Jahr neu erfinden muss, sollte man diesen Trumpf, der diese Spielstätte auszeichnet, nicht so leichtfertig verspielen. Wär doch traurig, wenn sich das Publikum nur noch nicht Stück gerechten Auftritten von unnötigen Requisiten amüsiert, statt an süffigen Gotthelf Wahrheiten, bitterbösen Dürrenmatt – oder zynischen Max Frisch Zitaten. Wieso nicht weiter mit Ochsenkarren, Kühen, Eseln, Hühnern und was sonst noch zur Genüge auf dem natürlichen Gelände vorhanden sind. Ein aufgescheuchtes Federvieh ist alleweil amüsanter als ein Motorroller, der Lärm verursachend über das Gelände fährt und die so schon unhörbaren Unterhaltungen noch zusätzlich übertönt.
Szenenfoto der Produktion von Markus Flück
Ich bin absolut nicht ein Ewiggestriger und Neuinszenierungen sehr zugetan, aber an einem Ort, der sich ja der Erhaltung von Bewährtem verschrieben hat, seien es Bauernhäuser aus den verschiedensten Kantonen zu retten, abzubauen und zwecks Erhalt, auf dem Ballenberg originalgetreu wieder aufzubauen, an dem in Kursen das Ausüben von ganz oder fast ausgestorbenen Handwerken usw. vermittelt wird, passt das schlicht und einfach nicht. Punkt. Livio Andreina hat doch letztes Jahr mit seiner Umsetzung von „Steibruch – zrugg us Amerika“ gezeigt, wie man die natürlichen Ressourcen, über die der Ballenberg mehr als genug verfügt, nutzen kann, um spannend, stilgerecht und dennoch modern zu inszenieren.
Noch etwas zur Aufführung
Szenenfoto der Produktion von Markus Flück
Unter der Regie von Louis Naef war „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ 1991 die erste Freilichtinszenierung auf dem Ballenberg. 2019 feiert das Landschaftstheater Ballenberg seine 25. Inszenierung und greift daher das bekannte Stück von Gottfried Keller, in neuer Bearbeitung von Heinz Stalder, wieder auf. Aus oben genannten Gründen schwer zu beurteilende Inszenierung. Aber aus Erfahrung von früheren Produktionen weiss ich, dass immer ausgezeichnete Schauspieler agieren, ca. 40 Laiendarsteller/innen, altgediente „Schlachtrösser“, aber auch Kinder und Jugendliche aus der Region, nebst, je nach gewähltem Stück, eine/r oder mehrere Profischauspieler/innen.
Eigengewächs in der weiblichen Hauptrolle
Szenenfoto der Produktion von Markus Flück
Dieses Jahr waren es, wenn man so will, anderthalb, denn das „Vreneli“, Aline Beetschen, ist eigentlich ein „Eigengewächs“, spielte als Kind und Jugendliche schon zusammen mit ihren Eltern auf dem Ballenberg, später in Hauptrollen in Ballenberger Gotthelf Produktionen, absolvierte erfolgreich die Ausbildung zur Köchin, bevor sie sich noch entschloss, ein Bachelorstudium im Bereich Theater an der Hochschule der Künste in Bern zu absolvieren und so ihr grosses Hobby zum Beruf zu machen.
Shootingstar als Ballenberger Romeo
Julia und Romeo finden sich doch noch
Ihr Romeo, resp. „Sali“, Saladin Dellers, entdeckte die Liebe zum Schauspielberuf durch sein Engagement im Jugendtheaterclub der «Jungen Bühne Bern», spielte die Hauptrolle im Kinospielfilm «Silberwald» (Regie Christine Repond), für die er für den Schweizer Filmpreis als bester Hauptdarsteller nominiert wurde und ergänzte seine Ausbildung durch ein Schauspielstudium an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Graz. Die beiden Hauptdarsteller kamen in dieser Neufassung leider erst relativ spät in den Focus, spielte sich ihre Love Story doch fast im Zeitraffer gegen Ende des Stücks ab. Dem Auditorium hat es trotzdem gefallen, zwar fiel der Schlussapplaus nicht so kräftig und langanhaltend aus wie in früheren Jahren, von einer „Standing Ovation“, wie früher üblich, war man weit weg, wusste aber die Leistung der Protagonisten, die dem Dauerregen zum Trotz, ihr Bestes gegeben hatten, sehr wohl zu würdigen. Hätte man alles, oder zumindest das meiste auch akustisch, statt nur visuell mitbekommen, könnte man es wohl als gelungene Produktion bezeichnen, so bleiben nur die diversen Äusserungen von Zuschauern auf dem Rückweg zum Parkplatz nach Ballenberg West betreffend schlechter Akustik, in Erinnerung. Grob geschätzt, würde eine Audioausrüstung mit Head – oder Earsets ( für 50 Schauspieler), inkl. Lautsprecher usw. wohl maximal um die 150`000 Franken kosten. Mit einem Zuschlag von 1 Franken pro Ticket wäre diese Investition innert 10 Jahren, oder mit 2 Franken innert 5 Jahren amortisiert, ein Zuschlag der, so bin ich überzeugt, jeder gern bezahlen würde, um dafür die Produktion ganz, also sowohl visuell, aber vor allem auch akustisch zufriedenstellend, geniessen zu können.
Persönliche Meinung als Nachtrag:
Die Liebe kommt doch noch zu ihrem Recht
Statt 80 Prozent des ursprünglichen Stoffes ändern und es trotzdem noch als Gottfried Keller zu verkaufen, wünschte ich mir die Originalversion oder sonst 100% neue Geschichte: Wieso, statt „Romeo und Julia auf dem Dorfe“, denn nicht „Romeo und Julia auf dem Balkan“? Da böte sich mehr als genug Stoff zu einer modernen Interpretation: Kroatin verliebt sich in Serben, (Väter sind, waren Bürgerkriegsgegner). Statt Mist fliegen Handgranaten, fast alle unmittelbaren Nachbarn wären zerstritten, der Viehhändler ( die UNO, vertreten durch die NATO), mischt sich genau am falschen Ort ein, befeuert so die Konflikte, statt sie zu entschärfen, die Weltbank gibt Kredite für Waffen, statt für wirtschaftlichen Wiederaufbau usw.
Kleine Fotodiashow der Produktion von Markus Flück:
Take that Konzert Hallenstadion Zürich, Konzertimpression von Ruedy Hollenwäger
Besetzung: Take That Support Act : Brother Leo
Rezension:
Der schwedische Support Act Brother Leo (Svensson Ola)
Take That sind eines der erfolgreichsten Pop-Phänomene aller Zeiten. 45 Millionen verkaufte Platten, zwölf Nummer-Eins Hits in England, dazu vier Alben, die zu den bestverkauften des 20. Jahrhunderts gehören: Die Zahlen sind beeindruckend. Als sich die erfolgreichste britische Boygroup aller Zeiten 1996 Jahren auflöste, führte das zu einem riesigen Aufschrei, gefolgt von einer Welle von Suiziden. Das zeigte die innige Liebe der Fans zu ihrer Lieblingsband. Umso glücklicher sind diese Fans, dass es die Band seit über zehn Jahren wieder gibt, dass sie regelmässig neue Musik veröffentlicht und dass die mittlerweile gestandenen Männer immer noch auf der Bühne stehen.
Statt 5köpfiger Boygroup, nun 3köpfige Mengroup
Take that Konzert Hallenstadion Zürich, Konzertimpression von Ruedy Hollenwäger
Allerdings ist das einstige Quintett unterdessen zum Trio geschrumpft. Mit dabei sind noch Songwriter und Leadsänger Gary Barlow, Mark Owen und Howard Donald. Robbie Williams und Jason Orange waren zunächst zwar Teil der Wiedervereinigung, schlugen dann aber wieder ihre eigenen Wege ein. Auch zu dritt gibt es 2019 einiges zu feiern, begeht die Band doch ihr 30-Jahr-Band Jubiläum. Deshalb hat „Take that“ in einer englischen Radio-Show bereits eine ausgiebige Welttour sowie eine «Greatest Hits»-Platte angekündigt. Die Tour trägt dasselbe Thema wie die neue CD. Das heisst: Die Fans konnten also auf Shows voller Take-That-Nostalgie hoffen, so auch die Besucher der ersten Schweizer Show seit vier Jahren, die gleichzeitig das letzte Konzert der Mitte März gestarteten Tour war, an diesem 30. Juni im Zürcher Hallenstadion.
Take that Konzert Hallenstadion Zürich, Konzertimpression von Ruedy Hollenwäger
Gute Stimmung herrschte schon beim vorangegangenen schwedischen Support Act Brother Leo (Svensson Ola), obwohl der mehr durch Lautstärke, denn durch Virtuosität auffiel. Anyway, die Bühne war gut vorbereitet für die übriggebliebenen drei Urgesteine der einstigen Boy Group, die, begleitet von Gekreisch und Applaus im gut gefüllten, aber nicht ausverkauften Hallenstadion die Bühne betraten, oder irgendwie wie in früheren Jahren, behüpften. Nicht mehr ganz so schwerelos natürlich, aber doch noch erstaunlich akrobatisch, Mark sogar mal mit einem Spagat demonstrierend, dass man auch im reiferen Alter noch gut drauf und fit ist.
Symbiose von Stars und Fans: Gemeinsam gealtert und gereift
Take that Konzert Hallenstadion Zürich, Konzertimpression von Ruedy Hollenwäger
Nicht nur die Herren auf der Bühne sind älter geworden, auch ihre, vor allem weiblichen Fans, sind von pubertierenden Möchtegerngroupies zu braven Ehefrauen, gar Mamis geworden, die jetzt in Nostalgie suhlen, alle auch 30 Jahre älter, die meisten auch mindestens ebenso viele Kilos schwerer. Das hielt sie aber nicht davon ab, von Anfang an stehend die Verrenkungen der Herren auf der Bühne nachzuahmen, so gut es ging. Gekreische, spitze Schreie usw. wie anno dazumal natürlich inbegriffen.
Nichts Neues in Sachen Songs
Take that Konzert Hallenstadion Zürich, Konzertimpression von Ruedy Hollenwäger
Auch nichts Neues in Sachen Musik, mehrheitlich die Songs aus der guten alten Zeit, auch kaum neu arrangiert. Wieso auch sollte man ein seit drei Dekaden sehr erfolgreiches Paket neu schnüren, wo doch die Fans genau diese Lieder aus ihrer Teenie Zeit hören wollen, deswegen an die Konzerte kommen. Also folgte auf ein massentaugliches Intro Song auf Song, wobei sich die drei abwechselnd als Leadsänger betätigen durften, während die andern zwei „chorten“. Also nicht mehr dominant der eine als „Primus inter Pares“ wie zu Robbie Williams Zeiten, sondern schön brüderlich aufgeteilt. Unterstützt wurden sie dabei von sechs routinierten Musikern, die aber als Instrumentalisten leider nie in Erscheinung treten durften, von einem ganz kurzen Leadgitarrensolo gegen Schluss des 90 minütigen Sets mal abgesehen. Aufgelockert zwischendurch von diversen kurzen Speeches der drei, wurde das Programm routiniert abgespult, mitgesungen, bejubelt und beklatscht vom Auditorium. Die letzten drei Lieder, „Rule the world“, „Never forget“ und „Playoff“ waren dann pures Schaulaufen, das Publikum stehend mit eingeschalteten Handylichtern. Der Schlussapplaus fiel dementsprechend lang und stürmisch aus. Die Besucher sahen ihre Erwartungen voll erfüllt, hatten genau das bekommen, was sie sich erhofft hatten und begaben sich in der schwülwarmen Nacht zufrieden nach Hause.