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Andreas Ottensamer, Klarinette Schumann Quartett, Theater Casino Zug, 6. April 2019,besucht von Gabriela Bucher – Liechti

Schumann Quartett Foto Kaupo Kikkas
Schumann Quartett Foto Kaupo Kikkas

Besetzung und Programm:

Andreas Ottensamer Klarinette

Schumann Quartett:
Erik Schumann Violine
Ken Schumann Violine
Liisa Randalu Viola
Mark Schumann Violoncello

Felix Mendelssohn Bartholdy
Streichquartett Es-Dur op. 12

Leoš Janáček
Streichquartett Nr. 2 «Intime Briefe»

Carl Maria von Weber
Klarinettenquintett B-Dur op. 34

 

Rezension:

Theater Casino Zug
Theater Casino Zug

Das Schumann Quartett, das sind die drei Brüder Erik Schumann, erste Violine, Ken Schumann, zweite Violine, Mark Schumann, Cello und Liisa Randalu, Bratsche. Sie spielten vergangenen Samstag im Casino Zug, und wie sie spielten! Vom ersten bis zum letzten Ton des Streichquartetts Nr. 1 in Es-Dur von Felix Mendelssohn Bartholdy war man gefangen und hörte und schaute gebannt hin, fasziniert vom unglaublich präzisen Zusammenspiel der vier Ausnahmemusiker, von den Phrasierungen, der Lust am Spielen. Wie aus einem Guss musizieren und verschmelzen sie zu einem einzigen homogenen Klangkörper, nur ab und zu schält sich eines der Instrumente virtuos aus dem Klangteppich. Der erste Satz innig, mit Zurückhaltung dort, wo sie gefragt ist, das Allegro leicht und luftig und mit jugendlicher Frische, hingehauchte Passagen im Andante espressivo, mit schmerzvollem, glühendem Verlangen im Molto Allegro.

Liebe und Leidenschaft

Schumann Quartett Foto Kaupo Kikkas
Schumann Quartett Foto Kaupo Kikkas

Gebannt, begeistert und fasziniert erwartete man die «Intimen Briefe» von Leoš Janáček. Janáček schrieb das Werk im Alter von 74 Jahren und widmete es Kamila Stöslová, seiner 38 Jahre jüngeren Geliebten. Dazu schrieb er ihr: «Jetzt habe ich begonnen, etwas Schönes zu schreiben. Unser Leben soll darin enthalten sein. Es soll «Liebesbriefe» heissen. Ich glaube, es wird reizend klingen. (…) Es ist meine erste Komposition, deren Töne von all dem Liebeswürdigen durchglüht sind, das wir miteinander erlebt haben.» Wie die jungen Musiker die Gefühle dieses um zig Jahre älteren Mannes übersetzten war schlicht grandios. Das «Thema der Frau», hingehaucht von Bratsche und Cello, in absoluten Pianissimi, die innigen Betrachtungen, der Sturm der Gefühle. Zwischen zärtlichen Schwärmereien und leidenschaftlichen Beteuerungen, alles war spür- und hörbar. Auch die Verzweiflung im Vivace im zweiten Satz und immer wieder unterschwellig das Sehnsuchtsthema. Dabei aber auch Leichtfüssigkeit, dann der bebende Ausbruch im dritten Satz und zuletzt, im Allegro, das schmerzvolle, glühende Verlangen, die drängende Sehnsucht. Das alles bringen die vier Musiker mit einer solchen Überzeugung, einer solchen Ernsthaftigkeit und ohne Manierismus, ohne grosse Gesten herüber, das Publikum war verzaubert.

Unglaubliche Läufe

Andreas_Ottensamer Solist Klarinette
Andreas_Ottensamer Solist Klarinette

Nach der Pause folgte das Klarinettenquintett B-Dur Op. 34 von Carl Maria von Weber mit Andreas Ottensamer, dem ersten Soloklarinettisten der Berliner Philharmoniker. Schwindelerregende Läufe legte Ottensamer hin, mit einer unglaublichen Leichtigkeit, Pianissimi, welche man so bei einer Klarinette noch nicht gehört hat, nicht für möglich halten würde. Kein noch so schneller Lauf konnte ihm etwas anhaben, im Gegenteil, es schien ihm richtig Spass zu machen. Locker sass er da und lächelte immer wieder komplizenhaft zu seinen Musikerkollegen rüber.

Die Unkompliziertheit der Musiker war unglaublich wohltuend und übertrug sich auch aufs Publikum. Obwohl eher im oberen Alterssegment, liess es sich dazu hinreissen, mit Stampfen die fünf immer wieder aufs Podium zu holen. Ottensamer versprach etwas ganze Neues als Zugabe, hantierte nicht sofort ganz erfolgreich mit seinem IPad und erklärte, sie hätten da auf dem Weg nach Zug was ausprobiert: Das Venezianische Gondellied für Klavier von Mendelssohn ihn einer mehrfach bearbeiteten Version nun für Streichquartett und Klarinette. Wenn er bei Weber mit Virtuosität brilliert hatte, spielte er jetzt noch seine ganze Musikalität aus und liess seine Klarinette singen, samtweich und verführerisch

Ein Ausnahmetalent und eine Entdeckung

Andreas Ottensamer, ein Ausnahmetalent, das Schumann-Quartett eine Entdeckung und eine wahre Freude zu sehen, wie unkompliziert und locker es auf der Bühne zugehen kann. Wenn das die neue Generation der klassischen Musiker ist, dann besteht Hoffnung, dass auch Junge sich nach und nach dafür begeistern lassen und die manchmal etwas angestaubte Atmosphäre in den Konzertsälen langsam aufgebrochen wird.

Text: www.gabrielabucher.ch Fotos: http://www.theatercasino.ch/

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Shawn Mendes mit Special Guest as Support Act Alessia Cara, Hallenstadion Zürich, 31. März 2019, besucht von Léonard Wüst

Shawn Mendes am Klavier Foto abc productions
Shawn Mendes am Klavier Foto abc productions

Besetzung: Shawn Mendes und Band und Special Guest Alessia Cara

Rezension:

Aufgewachsen ist Shawn Mendes (*8.8.1998) in Pickering, einem Vorort von Toronto. Er ist portugiesischer und englischer Abstammung.

Stationen einer Weltkarriere via Social Media

Shawn Mendes im Hallenstadion in Zürich
Shawn Mendes im Hallenstadion in Zürich

Auf sich aufmerksam machte er im Internet, insbesondere bei Twitter, YouTube und Vine, wo er 2012 eine Coverversion von Hometown Glory von Adele veröffentlichte. Im Alter von 15 Jahren wurde er von Island Records unter Vertrag genommen. Weitgehend ohne Unterstützung von Radio und Fernsehen sicherte er sich eine große Anhängerschaft im Internet und erreichte bei Vine 3,8 Millionen Fans. Seine erste Veröffentlichung im Sommer 2014, der Song Life of the Party, wurde der am häufigsten geteilte Song der Woche bei Twitter und schaffte es auch in die kanadischen und amerikanischen Charts.

In den Billboard Hot 100 erreichte er Platz 24 und war damit der jüngste Interpret, der mit seiner Debütsingle eine so hohe Platzierung erreichte. Auch in anderen Ländern wie Neuseeland und Schweden war das Lied erfolgreich. Spricht man über Shawn Mendes, kann man Zahlen nicht aussen vorlassen. Mit 19 hat er bereits drei volle Alben veröffentlicht. Seine ersten beiden Platten schafften es auf Platz eins der amerikanischen Charts – und das vom ersten Tag an. Damit ist Mendes einer von nur fünf Künstlern, die selbiges vor Erreichen der Volljährigkeit vollbracht haben.

Nicht nur ein hübscher Teenie Schwarm zum kuscheln

Shawn Mendes im  Hallenstadion Foto Dominik Meier
Shawn Mendes im Hallenstadion Foto Dominik Meier

Mendes ist aber nicht einfach nur ein gutaussehender Junge mit schöner Stimme, wie man sie einst in Boygroups fand. Er kann mehr. Aufmerksam wurde die Musikindustrie auf ihn, als er auf Youtube Coversongs postete, die grosse Beachtung fanden. Mendes trumpfte darin nicht nur als Sänger auf, sondern auch als subtiler Gitarrist. Diese Fähigkeit half ihm denn auch, seine eigenen Songs zu schreiben – oder mitzukomponieren. So auch auf seinem dritten Album, das er am 25. Mai 2018 veröffentlichte.

Einige Songs davon sind bereits bekannt, etwa der im März lancierte «In My Blood», in dem er über seine Angstzustände singt und der in der Schweiz auf Platz 5 der Hitparade stieg. Der Song zeigt, wie nahbar dieser Star ist. Und weshalb man ihn in einem Atemzug mit Namen wie Ed Sheeran oder John Mayer nennt.
All diese Komponenten sind denn auch der Grund, dass das Hallenstadion für dieses Konzert ausverkauft war, was sich auch in den propenvollen Trams manifestierte, die das Hallenstation bedienten. Inmitten tausender kreischender, vorwiegend  weiblicher Zahnspangen Teenies fand ich meinen Platz im Pressesektor und arrangierte die benötigten Utensilien, wie Fotoapparat, Notizbock, Schreibzeug usw. und harrte der Dinge, die da kommen sollten. Für einmal hatte der „Support Act“, (Alessia Cara), eine Landsfrau von Mendes, richtig für Stimmung gesorgt, sodass das Auditorium optimal auf den „Main Act“ eingestimmt war. Durchaus denkbar, dass die 22jährige Sängerin in absehbarer Zeit selbst als Haupt Act auf der Bühne steht, das nötige Rüstzeug dazu hat sie allemal.

Der portugiesisch stämmige Kanadier ist auch handwerklich top.

Shawn Mendes im  Hallenstadion Foto Dominik
Shawn Mendes im Hallenstadion Foto Dominik Meier

9‘000 Zuschauer verfolgten im komplett bestuhlten Stadion die perfekt inszenierte Pop-Rock-Show. Betonung auf Rock nebst Pop – dies deshalb, weil der Kanadier mit einer klassischen Rockband bestehend aus E-Gitarre, Bass, Drums und Tastenmann auf die Bühne tritt. Wohltuend: Anders als die meisten, derzeitigen Teenie Stars verzichtet Mendes auf DJ-Samples und andere Effekthascherei. Auch selber spielt der Mann ausgezeichnet Gitarre – akustisch wie elektrisch, was dann und wann auch mal in einem kleineren Gitarrenduell mit seinem Stammgitarristen endete und die Handarbeit seiner Musik unterstrich.

Einfluss hat Shawn Mendes auch an diesem Konzert-Abend. Immer wieder fordert er seine Fans auf, mitzusingen. Worauf die sehr textsichere Mädchenschar sich die Seele aus dem Leib kreischt. Jedermann/frau in der Halle steht, obwohl alle 9000 eine Sitzgelegenheit hatten. Es ist eine nüchterne Teenie-Party.Die eine Hälfte des Konzerts singt Mendes auf der Bühne, er setzt sich auch mal ans Klavier. Die zweite Hälfte steht er  auf einem Plateau mitten in der Halle – auf dem eine überdimensionale leuchtende Rose steht, die fast bis zur Decke reicht.

Nebst Gesang, beherrscht Mendes auch Gitarre und Klavier virtuos

Shawn Mendes  im Hallenstadion mit Gekreisch gefeiert
Shawn Mendes im Hallenstadion mit Gekreisch gefeiert

Der Kanadier griff, nebst der E Gitarre, zwischendurch auch zur akustischen, setzte sich auch mal an den Flügel um ein paar Harmonien oder Läufe zu setzen. Große Überraschungen bleiben aus. Die brauchen seine Fans auch überhaupt nicht. Das, im Volksmund „Wädlitempel“ genannte, Hallenstadion wird für einen Abend zu einer Oase, in der es keine Probleme zu geben scheint, etwas wie Friede, Freude Eierkuchen. eine Art heile Welt in einer Musikblase!

Dislokation auf eine kleine Rundbühne im Zentrum des Stadions

Shawn Mendes im Hallenstadion in Zürich
Shawn Mendes im Hallenstadion in Zürich

Dann „verschwand“ die Hauptbühne im Dunklen und die Rundbühne im Zentrum  des Stadions wurde in blaues Licht getaucht. Durch den Bühnenboden kam langsam ein Flügel zum Vorschein, jedoch ohne Mendes. Der Kultstar kam über die Treppe auf die Bühne gelaufen, setzte sich gelassen an den Flügel und coverte «Castle on a Hill» von Ed Sheeran. Die Menge war aus dem Häuschen und es schien niemanden zu interessieren, dass das gesamte Hallenstadion eigentlich bestuhlt war. Auf einem Stuhl standen manchmal drei Personen auf einmal und hauptsächlich Mädchen kletterten über die Stuhlreihen und versuchten so, noch irgendwie in die Nähe des Kanadiers zu gelangen.

Shawn Mendes im Hallenstadion in Zürich Foto Dominik Meier
Shawn Mendes im Hallenstadion in Zürich Foto Dominik Meier

Danach schlug Mendes andere Tasten an und sang mit viel Gefühl eines seiner ältesten Lieder «Life of the Party». Er unterbrach den Gesang und liess für einige Sekunden die Menge alleine singen, bevor er einige Zeilen später wieder einsetzte. Das Lied handelt vom Anders-sein, vom nicht Hinhören, was andere meinen und das zu tun, worauf man Lust hat – anders eben, als der Durchschnitt. Mit ebenso viel Verve intonierte er den letzten Titel auf der kleinen runden Bühne: «Roses». Im ganzen Publikum verteilt tauchten wie aus dem Nichts rot leuchtende Herzluftballons auf – eine Überraschung der Fans für den 18-Jährigen Star. Das Ambiente hätte nicht passender sein können. Wieder liess Mendes seine Schweizer Fans einige Zeilen alleine singen und begleitete nur abschnittsweise auf dem Klavier.

Nach 1 1/2 Showtime nahte langsam das grosse Finale

Shawn Mendes im Hallenstadion in Zürich
Shawn Mendes im Hallenstadion in Zürich

Zurück auf der grossen Bühne und nach dem Song «Mercy» bat er das Publikum, die Handylichter einzuschalten. «Wow, einfach wundervoll. Danke, dass ihr heute hier seid», sagte er, während hinter ihm bereits auf dem Klavier geklimpert wurde. «Never Be Alone» war der zweitletzte Song des Abends, gefolgt von der Zugabe «Treat You Better». Die Besucherinnen und Besuchern gaben nochmals alles und sangen mit dem Kanadier lautstark mit. Ein tosender Applaus, noch lauteres Gekreische, Herzluftballons, Liebeserklärungen auf Plakaten, Standing Ovation – so verabschiedete das Publikum Shawn Mendes. Mit «In My Blood» verwandelte sich das Hallenstadion nach rund eineinhalb Stunden ein letztes Mal in einen 9’000 Stimmen starken Chor. Und dann regnete es Konfetti. Und CO2-Säulen schossen in die Höhe, es herrschte eitel Freude und man umarmte sich glücklich.

Text und Fotos: Léonard Wüst www.leonardwuest.ch

Fotos:

http://www.abc-production.ch/index,  Léonard Wüst, Dominik Meier

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Seebühne Bregenz, Rigoletto-Richtfest live im Internet

Seebühne Bregenz Rigoletto Bühnenbild
Seebühne Bregenz Rigoletto Bühnenbild

YouTube-Stream verfügbar Das Seebühnen-Richtfest Rigoletto am kommenden Mittwoch um 16.00 Uhr wird auch live auf dem YouTube-Kanal der Bregenzer Festspiele übertragen.


Hier geht’s zum Link.
 
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Nicki Minaj & Juice WRLD Support Act : KT Gorique, Hallenstadion Zürich, 27. März 2019, besucht von Léonard Wüst

Szenenfoto Nicki Minaj von Léonard Wüst, auf der Bühne Juice WRLD
Szenenfoto Nicki Minaj von Léonard Wüst, auf der Bühne Juice WRLD

Rezension:

Plakat Nicki Minaj & Juice WRLD
Plakat Nicki Minaj & Juice WRLD

«Ich bin so aufgeregt, meinen Fans in Europa das volle Nicki Minaj-Erlebnis zu bieten», sagt Nicki Minaj über die Tour. «Zusammen mit meinem Team habe ich das aufregendste, einzigartigste und unvergesslichste Kunstwerk für meine unglaublichen Fans entworfen. Ich liebe die Musik von Juice WRLD und bin begeistert, dass er mich auf Tour begleitet. Diese Tour wird in die Geschichte eingehen.»
Neben Juice WRLD wird Nicki Minaj lokale Künstler aus jedem Land einladen, sich der THE NICKI WRLD TOUR in ihrer Stadt anzuschliessen. (im Fall des Zürcher Konzerts war das KT Gorique)

Konzert soll Einblick gewähren in die Welt von Nicki Minaj

Wie bei vergangenen Tourneen werden auch die Konzerte dieser Tour den Fans einen Einblick gewähren in die Welt von Nicki Minaj und viele Überraschungen bieten. Im Laufe der Jahre hat Nicki Minaj Geschichte geschrieben und alle Bereiche der Popkultur beeinflusst. 2018 veröffentlichte Nicki Minaj ihr Platin-Album «Queen» und wurde mit 100 Karriereauftritten die erste weibliche Künstlerin auf der Billboard Hot 100-Chart.

Zum Konzert

Support Act  KT Gorique
Support Act KT Gorique

Als Support Act serviert man mit KT Gorique eine, 1991 in Abidjan (Elfenbeinküste) geborene, in Sion lebende Schweizer Tänzerin, Rapperin und Schauspielerin. Zusammen mit vier andern Tänzer/innen, wovon der eine zwischendurch auch mal mitsingen darf, versucht sie, das Publikum anzuheizen, was ihr auch mit folgendem leidlich gelingt: Zu Beginn hämmert sie Worte mit Hochfrequenz auf einen klassischen Hip-Hop-Beat, smooth flowt sie danach weiter über den Beat von Rich The Kids «New Freezer» bis hin zu einem typischen Reggae-Roots-Instrumental. Einflüsse aus zahlreichen Musikrichtungen prägen KT Goriques Musik und doch ändert dies nichts an der einen Tatsache: Dass ihre Songs «Real-Hip-Hop» sind.

Dann folgt eine Pause, und die dauert und sie dauert, dauert und dauert.

Juice WRLD Getty Images
Juice WRLD Getty Images

Nach ungefähr 45 Minuten kommt der zweite „Anheizer“ auf die Bühne: ein absolut furchtbarer, dauerbrüllender Animations-DJ. Und ein ebenso grässlicher 20-jähriger Rapper namens Juice Wrld aus Chicago. Es mag sein, dass manche Juice Wrld für einen gleichberechtigten zweiten Haupt-Act der „Nicki World“-Tour halten, aber: Was soll dessen hechelndes Herumgehüpfe. Dies aber störte das sehr jugendliche Publikum nicht im Geringsten, das schier aus dem Häuschen geriet, als der Sänger von der Bühne herab kam und eine hautnahe Runde durch die Fans direkt an der Bühne absolvierte.

Wieder eine Pause, eine elend lange Pause und noch länger

Nicki Minaj
Nicki Minaj Foto ab ihrer Homepage

Dann endlich, nach fast einer Stunde, erscheint sie, die selbsternannte Queen des „Rap“ in einem silbernen Roboter-Blechkleid, von ihren, meist pubertierenden weiblichen Fans, mit Gekreische und Gejohle empfangen um ihre Dancefloor-Hits zu feiern. Darin war sie vor einigen Jahren ja wirklich gut: superpraller Kindergarten-Schlumpf Techno-Partysound à la Vengaboys, DJ Ötzi und Scooter. „Turn Me On“, „Whip It“, „Pound the Alarm“, „Starships“. Hits, Hits, Hits. Sie ballern im Wädlitempel immer noch gut. Danach legt Minaj sich auf ein  Bühnenbett, umgeben von ihren, wirklich ausgezeichneten Tänzer/innen. Darauf räkelt sie sich, ihre körperlichen Reize in Szene setzend, wobei ihr praller, nicht eben kleingeratener Po sehr gut zur Geltung kommt.

Viel Obszönität und das wiederholte F Wort scheint üblich zu sein

Nicki Minaj Foto ab ihrer Homepage
Nicki Minaj Foto ab ihrer Homepage

Offensichtlich kann man sich heute problemlos leisten, eine Show mit vorwiegend Playback und eingespielten Videoclips abzuliefern, eine Frechheit bei Mindestticketpreisen von 99 Franken. Das  schien aber das Publikum nicht zu stören, das seine Begeisterung mit viel Applaus und lautstarkem Johlen und Kreischen kundtat. Die Rap Queen präsentierte sich in wechselnden Outfits, tigerte  über die Bühne, unterstrich mit teils sehr obszönen Gesten ihre F Aussagen und reihte  einen Song an den andern.

Ein Angedeuteter Fellatio als Maximum an Peinlichkeiten

Szenenfoto Nicki Minaj
Szenenfoto Nicki Minaj Hallenstadion Zürich

Der mit heftigen Kopfbewegungen und andern entsprechenden Gesten  angedeutete Fellatio bei einem ihrer Tänzer setzte den Geschmacklosigkeiten noch die Krone auf, wurde aber von den tausenden Teenies im nicht vollgesetzten Hallenstadion heftig bekreischt. Die Tänzer/innen waren in etwa das einzig Echte an dieser fast ausschliesslichen Playbackshow, bei der mehr die, über eine Riesenleinwand eingespielten, Videoclips der Sängerin im Mittelpunkt standen, als die eigentliche Live Show. Trotzdem wurde der Künstlerin die uneingeschränkte, kritiklose Begeisterung des stehend mittanzenden Auditoriums zuteil und sie kam um eine Zugabe nicht herum.

Text und Fotos: Léonard Wüst www.leonardwuest.ch

http://www.abc-production.ch/index und

Kleine Fotodiashow des Events von Léonard Wüst:

fotogalerien.wordpress.com/2019/03/29/nicki-minaj-juice-wrld-support-act-kt-gorique-hallenstadion-zuerich-27-maerz-2019/

Fotos:

http://www.abc-production.ch/index,  Ruedy Hollenwäger und Léonard Wüst

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