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Auto/Motor

Deutscher Verkehrssicherheitsrat Erschreckende Unfallbilanz: DVR-Präsident zeigt sich erschüttert

„Das Ziel der Bundesregierung, die Zahl der Getöteten von 2010 bis 2020 um 40 Prozent zu senken, rückt in immer weitere Ferne“, kommentiert Professor Walter Eichendorf, Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) die vorläufigen Unfallzahlen für das Jahr 2018. Im vergangenen Jahr wurden 3.265 Menschen auf Straßen in Deutschland getötet, das sind 2,7 Prozent oder 85 Getötete mehr als noch 2017. Auch die Zahl der Verletzten stieg um 1,1 Prozent an.

Angesichts der im Koalitionsvertrag von CDU, SPD und CSU vereinbarten Vision Zero, sei  er gespannt, so Präsident Eichendorf, welche Maßnahmen die Bundesregierung ergreifen wolle, um die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten und Schwerverletzten deutlich zu senken. Eichendorf forderte Bund, Länder und Gemeinden zu einem konzertierten Vorgehen auf.  

Straßenraum sicher für Radfahrer gestalten

Besonders schockierend: Im Vergleich zum Vorjahr kamen deutlich mehr Menschen ums Leben, die mit dem Fahrrad- oder Kraftrad unterwegs waren. „Der Trend aus den Vorjahren hat sich noch einmal verschärft“, sagt der Präsident. Beide Gruppen seien im Straßenverkehr besonders gefährdet. In den vergangenen Jahren hätten der Bund, die Länder und Kommunen die Sicherheit von Radfahrern und Bikern zu sehr vernachlässigt. „Das betrifft vor allem die Infrastruktur: Der Radverkehr nimmt besonders innerorts zu. Dort steigen auch die Unfallzahlen. Der Straßenraum muss so gestaltet werden, dass Rad- und Kraftradfahrer sicher ankommen können“, so Eichendorf. Das bedeute auch, dass die neu geplanten Empfehlungen zu Radverkehrsanlagen (ERA) dem gewachsenen Verkehr Rechnung tragen müssten. Hier seien besonders die Länder gefordert.

Merkblatt MVMot in allen Bundesländern umsetzen

Auch um das Motorradfahren sicherer zu machen, seien infrastrukturelle Maßnahmen notwendig. Priorität müsse die Schaffung von Schutzplanken mit Unterfahrschutz haben, vor allem vor Bäumen. Diese und weitere Empfehlungen zur Sicherheit von Motorradfahrern sieht auch das Merkblatt zur Verbesserung der Verkehrssicherheit auf Motorradstrecken „MVMot“ vor. „Die Vorschläge des MVMot sollten schnellstmöglich von allen Bundesländern umgesetzt werden“, so der Präsident.

 

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Wieder mehr Verkehrstote in Deutschland - DVW fordert mehr Initiative bei Radfahrern und Fußgängern

Wieder mehr Verkehrstote in Deutschland
- DVW fordert mehr Initiative bei Radfahrern und Fußgängern

Nachdem in den letzten beiden Jahren die Zahl der Verkehrstoten auf Rekordtief war, meldet das Statistische Bundesamt (Destatis) für 2018 eine Erhöhung auf 3.265 Getötete (plus 2,7 Prozent). Vor allem starben mehr Menschen auf dem Fahrrad. Die Deutsche Verkehrswacht (DVW) beunruhigt diese Entwicklung und fordert dazu auf, die Bemühungen für mehr Sicherheit von ungeschützten Verkehrsteilnehmern wie Radfahrer und Fußgänger zu erhöhen.

DVW-Präsident und Bundesminister a.D., Prof. Kurt Bodewig:
„Die vielen getöteten Radfahrer zeigen, dass hier dringend mehr passieren muss. Wir brauchen gute Angebote für Pedelec-Nutzer, ältere Radfahrer und bei Infrastruktur sowie Abbiege- und Notbremsassistenten. Vor allem müssen sich Verkehrsteilnehmer der Verantwortung für sich selbst und für andere bewusst sein und danach handeln. “

 

Laut Destatis erhöhte sich in 2018 ebenfalls die Verletztenzahl um 1,1 Prozent auf 394.600. Einen leichten Rückgang gibt es bei den polizeilich erfassten Unfällen. Hier sank der Wert um 0,4 Prozent auf rund 2,6 Millionen, wobei es mehr Unfälle mit Personenschaden gab, etwa 307.900 (plus 1,7 Prozent).

 

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KI-Lösungen für autonome Fahrzeug­flotten

Fraunhofer IAO untersucht Potenziale Künstlicher Intelligenz für Autonomes
Fahren in Flotten

Welche Möglichkeiten ergeben sich durch die Nutzung von Künstlicher
Intelligenz (KI) in Fahrzeugflotten? Wie können autonome Fahrzeuge in
Carsharing-IKT-Systeme integriert werden? Das Fraunhofer IAO untersucht im
Projekt »KI4ROBOFLEET« die Einsatz- und Anwendungsmöglichkeiten von KI im
Bereich des autonomen Fahrens.

Künstliche Intelligenz (KI) bildet die Grundlage für autonome Systeme.
Selbstlernende Systeme und KI-Anwendungen erfahren momentan eine
dynamische Entwicklung. Damit rücken Lösungsansätze und
Anwendungsszenarien speziell im Bereich des autonomen Fahrens in den Fokus
der angewandten Forschung. Kombiniert mit den bereits gesammelten
Erfahrungen aus Forschungsprojekten rund um Fahrzeugflotten, Carsharing
und Elektromobilität erschließen die Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und
Organisation IAO nun das Einsatzpotenzial von KI in diesem Bereich.

Autonome Fahrzeuge in Flotten: tagsüber Personentransport, nachts
Paketlieferant
Forschungsgegenstand ist das vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg
im Rahmen der Mittelstandsoffensive Mobilität (MOM) geförderte Projekt
»KI4ROBOFLEET«. Das Forschungsteam geht der Frage nach, wie autonome
Fahrzeuge für Carsharing-oder in Fahrzeugflotten in Zukunft eingesetzt
werden können. Zudem möchte das Projektteam anhand von erweiterten
Anwendungsszenarien technische, wirtschaftliche und verkehrsökologische
Aspekte unter die Lupe nehmen.

Das Projektkonsortium aus Fraunhofer IAO, der Hochschule Esslingen und den
mittelständischen Unternehmen Stadtmobil Rhein-Neckar AG sowie PAN GEO
nimmt mit »KI4ROBOFLEET« zwei große Fragestellungen in den Blick: Welche
neuen Anforderungen ergeben sich aus der Nutzung von autonomen Fahrzeugen
in Fahrzeugflotten? Und welche Anforderungen (technischer Art) ergeben
sich aus der Integration solcher Fahrzeuge in Carsharing-IKT-Systeme? »Wir
möchten herausfinden, wie Fahrzeuge und Flotten auch außerhalb des
Personentransports effektiv eingesetzt werden können. Denkbar wäre es das
autonome Fahrzeug als mobilen Energieträger einzusetzen, der
Energiespitzen bei Unternehmen dynamisch ausgleicht, oder als
selbständiges Transportmittel in der Logistik, beispielsweise als
nächtlicher Paketlieferant«, erläutert Ilko Hoffmann, Projektleiter am
Fraunhofer IAO.

Mobilitätsanalysen und Simulationen erlauben Bewertung von KI-Technologien
Dafür werden im Rahmen des zweijährigen Projekts bis Ende 2020 unter
anderem Mobilitätsanalysen bei Carsharing-Anbietern wie Stadtmobil
durchgeführt, mögliche Anwendungsszenarien identifiziert und
klassifiziert. Des Weiteren untersucht das Projektteam
Einsatzmöglichkeiten von geeigneten, selbstlernenden Algorithmen und KI-
Technologien und führt Verkehrssimulationen durch, um bestimmte
Anwendungsszenarien analysieren und bewerten zu können. Aus der
Überführung der Ergebnisse und Anforderungen geht zudem ein Systementwurf
hervor, der aufzeigt, welche KI-Technologien bei der Integration von
autonomen Fahrzeugen in Flotten im Carsharing-Bereich einsetzbar sind.
Nicht zuletzt werden die Analyse- und Bewertungsergebnisse der
Anwendungsszenarien am Ende der Projektzeit in einer Studie
zusammengefasst und veröffentlicht.

Ziel ist es, spannende Zukunftsszenarien sowohl zu entwickeln als auch auf
ihre mögliche Anwendung und technische Machbarkeit hin zu prüfen.

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Fast jeder 6. LKW-Fahrer fährt alkoholisiert Foto seb-creativo/unsplash.com

Fast jeder 6. LKW-Fahrer fährt alkoholisiert Das Blaue Kreuz in Deutschland fordert ein höheres Bewusstsein für die Gefahren erhöhten Alkoholkonsums von Gesellschaft und Politik

Fast jeder 6. LKW-Fahrer fährt alkoholisiert Foto seb-creativo/unsplash.com
Fast jeder 6. LKW-Fahrer fährt alkoholisiert Foto seb-creativo/unsplash.com

Schlimmste Befürchtungen wurden wahr, als in einer großen Aktion rund 250 Polizisten aus Hessen insgesamt 1.200 LKW-Fahrer auf Parkplätzen entlang der hessischen Autobahnen kontrollierten. Mit erschreckendem Ergebnis: 190 Fahrer hatten Alkohol getrunken, 79 Berufskraftfahrer darunter gar so viel, dass ihnen die Weiterfahrt untersagt wurde. Das bedeutet: Fast jeder 6. LKW-Fahrer fährt alkoholisiert oder mit Restalkohol im Blut. Jeder 15. LKW-Fahrer ist mit mehr als 0,5 Promille unterwegs, viele davon kommen aus osteuropäischen Ländern. Vor allem Trucker aus Rumänien, Lettland, Bulgarien und Polen fielen durch hohe Atemalkoholwerte auf.

Jürgen Naundorff, Bundessekretär der Sucht-Selbsthilfeorganisation Blaues Kreuz in Deutschland e. V.: „Nicht nur Alkoholkonsum, sondern auch Alkoholmissbrauch wird in unserer Gesellschaft und in den Ländern Osteuropas bagatellisiert. Es gibt kaum ein Bewusstsein für die damit verbundenen Gefahren. Obwohl die Zahl alkoholbedingter Todesfälle seit Jahrzehnten erschreckend hoch ist, weigern sich politische Entscheidungsträger, endlich die Verfügbarkeit von Alkoholika spürbar einzuschränken, den Preis zu erhöhen, die Werbung zu verbieten und Warnhinweise auf Alkoholika-Produkten anbringen zu lassen. So werden wohl erst weitere menschliche Tragödien folgen, bis unsere Gesellschaft aufwacht und die Politik handelt.“

Entgegen der meisten Fahrer aus Deutschland müssen die Trucker aus den osteuropäischen Ländern die Wochenenden auf dem Rastplatz verbringen. Sie sind die Arbeitsnomaden Europas – immer allein unterwegs auf der Fernstrecke, weit weg von zuhause, immer am Limit der erlaubten Fahrzeiten. Schon längst nicht mehr genießt diese Berufsgruppe hohes Ansehen, früher nannte man sie die „Highway Heros“, die dem Sonnenuntergang entgegenfuhren. Heute bedeutet Berufskraftfahrer zu sein: häufig geringer Arbeitslohn, Bewegungsmangel und schweres Heben und Tragen. Auch psychische Belastungen dürfen keinesfalls unterschätzt werden. Da die Rastplätze wegen des hohen LKW-Aufkommens überfüllt sind, können Fahrer die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten häufig nicht einhalten. Hinzu kommen ein enormer Zeitdruck und aufwendige Lade- und Wartezeiten. Am allerschlimmsten aber ist die Einsamkeit, so berichten überlastete Fernfahrer immer wieder. Während der Rastzeiten an einen Rastplatz gekettet zu sein, ohne Freunde, Familie oder Unterhaltung lässt viele zur Flasche greifen. Claudia Dammasch, Vorstandsmitglied des Blaukreuz-Ortsvereins Wuppertal: „Viele Fernfahrer, die ein abstinentes Leben begonnen haben, lassen sich im Nahverkehr einsetzen – auch, um regelmäßig an Selbsthilfegruppen teilnehmen zu können. Sie berichten, dass das Zusammenleben in der Familie dann oft ungewohnt und schwierig wird. Vielen ‚juckt‘ es nach kurzer Zeit erneut im Fuß und sie bekommen Fernweh, so paradox es ist, und hängen dann leider oft wieder am ‚Sprit‘. Eine Maßnahme könnte sein, Selbsthilfegruppen auf Rastplätzen anzubieten.“


Wir freuen uns, wenn unsere Mitteilung auf Ihr Interesse stößt. Sie finden diese auch auf unserer Webseite: https://www.blaues-kreuz.de/de/blaues-kreuz/neuigkeiten-und-presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/news/fast-jeder-6-lkw-fahrer-faehrt-alkoholisiert/. Wir freuen uns über ein Belegexemplar oder einen Hinweis auf Ihre Veröffentlichung.

Blaues Kreuz in Deutschland e. V.
Das Blaue Kreuz in Deutschland unterstützt suchtgefährdete und suchtkranke Menschen sowie ihre Angehörigen. An über 400 Standorten mit über 1.100 Gruppen- und Vereinsangeboten engagieren sich ehren- und hauptamtlich Mitarbeitende für abhängige Menschen und Angehörige. Außerdem macht sich das Blaue Kreuz stark für Suchtprävention. Es setzt sich dafür ein, die Persönlichkeit von Kindern und Jugendlichen so zu stärken, dass ein Leben ohne Abhängigkeit gelingen kann. Mit seinen fachlichen Suchthilfe-Einrichtungen bietet das Blaue Kreuz weitere Angebote, damit Menschen ihr Ziel erreichen: befreit leben lernen.

 

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