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Gesundheit

Cover Zi-Journal „Research in Health Services & Regions – Methods, Results, Implementation“  Springer Nature / Zi

Zi fördert neue wissenschaftliche Zeitschrift für regionalisierte Versorgungsforschung

Cover Zi-Journal „Research in Health Services & Regions – Methods, Results, Implementation“  Springer Nature / Zi
Cover Zi-Journal „Research in Health Services & Regions – Methods, Results, Implementation“ Springer Nature / Zi

„Research in Health Services & Regions – Methods, Results, Implementation“
bietet Forschenden Open Access-Plattform für Wissenstransfer
„Research in Health Services & Regions – Methods, Results, Implementation“
– so heißt das neue englischsprachige Zeitschriftenformat des Springer-
Nature Verlags, das mit Förderung durch das Zentralinstitut für die
kassenärztliche Versorgung (Zi) eine Angebotslücke im Bereich der
regionalisierten Versorgungsforschung schließen möchte. Das
wissenschaftliche Journal bietet nationalen und internationalen
Forschenden eine interdisziplinäre Plattform für den fachlichen
Informationsaustausch. Im Fokus stehen dabei versorgungsrelevante
Interventionen oder lokale Initiativen zur Verbesserung der
Gesundheitsversorgung auf der Grundlage räumlich vergleichender
Untersuchungen und Auswertungen. Die im Rahmen eines standardisierten
Peer-Review-Prozesses begutachteten Originalbeiträge, Reviews und
Kurzmitteilungen werden online in englischer Sprache als Open Access
erscheinen. Veröffentlicht werden sie unter einer Creative-Commons-Lizenz,
wobei die Autorinnen und Autoren das Urheberrecht an ihren Beiträgen
behalten.

„Die meisten Patientinnen und Patienten erwarten unabhängig von ihrem
Wohnort den gleichen Versorgungsstandard. Die Gesundheitssysteme innerhalb
und außerhalb Europas sind daher gefordert, flächendeckend eine gute
medizinische Versorgung sicher zu stellen. Doch bleiben signifikante
Unterschiede in der Versorgungsqualität eine Realität in allen
Gesundheitssystemen der Welt. Um sowohl die Qualität als auch die
Effizienz der Versorgung zu verbessern, sind wir ständig gefordert, diese
Unterschiede zu messen und zu adressieren. Bislang haben wissenschaftliche
Publikationen auf diesem Gebiet jedoch noch kein spezifisches Medium
gefunden. Dieses wollen wir mit unserem neuen Format bieten“, sagte der
Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried, der als einer von vier
Herausgebern des Journals fungiert. Neben von Stillfried sind dies Dr.
Stef Groenewoud (Radboud Institute for Health Sciences; Nijmwegen,
Niederlande), Dr. Daniela Koller (LMU München) und Dr. Thérèse Stukel
(ICES; Toronto, Kanada). Die Herausgeber werden zudem von einem ebenfalls
internationalen, aktuell neunköpfigen Editorial Board wissenschaftlich
beraten und unterstützt.

Die Zeitschrift wird vom Zi gefördert, das die Publikationskosten und
Artikelbearbeitungsgebühren für bis zu 30 Beiträge im Jahr übernimmt. In
diesem Rahmen fallen für Autorinnen und Autoren somit keine Article
Processing Charges oder Gebühren an. Die Artikel werden frei und dauerhaft
online zugänglich sein, ohne Abonnementgebühren oder Registrierungshürden.
„Wir nehmen qualifizierte Einreichungen ab sofort gerne entgegen. Wir
begrüßen fundierte Forschung, die sich direkt auf geografische
Unterschiede in der Gesundheitsversorgung, Benchmarking auf der Grundlage
von Best Practices, Leitliniengerechtigkeit bei der Versorgung sowie
Verbesserungen im Gesundheitssystem bezieht und regionale Besonderheiten
berücksichtigt. Wir sind darüber hinaus an Berichten über die
Implementierung von relevanten politischen Initiativen interessiert“, so
von Stillfried.

--
Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik
Deutschland (Zi)
Salzufer 8, 10587 Berlin
Tel: 030 – 4005 2450, Fax: 030 – 4005 2490
www.zi.de

--
Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in der
Bundesrepublik Deutschland (Zi) ist das Forschungsinstitut der
Kassenärztlichen Vereinigungen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung
in der Rechtsform einer Stiftung des bürgerlichen Rechts. Es wird
finanziert durch jährliche Zuwendungen der Kassenärztlichen Vereinigungen.
Die Forschungsarbeiten und Studien des Zentralinstituts beschäftigen sich
vorwiegend mit der vertragsärztlichen Versorgung unter Nutzung der von den
Trägern dafür zur Verfügung gestellten Routinedaten.

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Einziges ausgewiesenes Herzinsuffizienz-Zentrum in OWL

Fachgesellschaft zeichnet das Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad
Oeynhausen, erneut als überregionales Therapiezentrum zur Behandlung der
Herzschwäche aus

Als eine der ersten Kliniken in Deutschland hat die Universitätsklinik
Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, vor vier Jahren
von den Fachgesellschaften für Kardiologie (DGK) sowie für Thorax-, Herz-
und Gefäßchirurgie (DGTHG) die Anerkennung als Kompetenzzentrum zur
Behandlung von Herzschwäche (Herzinsuffizienz) erhalten. Jetzt wurde das
HDZ NRW als überregionales Herzinsuffizienzzentrum (HFU = Heart Failure
Unit) erneut bestätigt.

Diese in der Region Ostwestfalen-Lippe einmalige Expertise des HDZ NRW
strahlt bekanntlich weit über die Region hinaus: Schwerkranke Patienten
aus ganz Deutschland und aus dem Ausland suchen zur interdisziplinären
Behandlung ihrer Herzschwäche den Rat der Bad Oeynhausener Spezialisten.
„Die chronische Herzschwäche ist eine schwere und fortschreitende
Erkrankung, die sich auf Nieren, Lunge, Leber und weitere Organe auswirken
kann“, betont Prof. Dr. Jan Gummert, Ärztlicher Direktor des HDZ NRW.
„Auch aus diesem Grund ist es zwingend notwendig, in fachärztlichen Teams
eng und disziplinübergreifend zusammenzuarbeiten, um für jeden
individuellen Schweregrad der Erkrankung die bestmögliche gemeinsame
Behandlungsstrategie festzulegen.“

Herzinsuffizienz ist einer der häufigsten Gründe für eine
Krankenhausaufnahme. In Deutschland sind zwei bis drei Millionen Menschen
von der Erkrankung betroffen. Diabetes-Patienten haben ein zwei- bis
sechsfach erhöhtes Risiko, an einer Herzschwäche zu erkranken.

Um angesichts der erforderlichen Versorgungsstrukturen und einer
steigenden Zahl von Patienten die Behandlung der akuten und chronischen
Herzinsuffizienz einheitlich zu gestalten und qualitätsorientiert zu
verbessern, weisen die deutschen Fachgesellschaften für Kardiologie (DGK)
sowie für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) entsprechende
Netzwerke mit Schwerpunkteinrichtungen und überregionale HFU-Zentren aus.
Das Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, darf sich
bereits seit 2016 „Überregionales Zentrum zur Behandlung von
Herzinsuffizienz“ (HFU-Zentrum) nennen und ist deutschlandweit eines von
neun re-zertifizierten überregionalen „Heart Failure Units“.

Neben der interdisziplinären Organisation der Herzkliniken und des
Diabeteszentrums im HDZ NRW für das gesamte Behandlungsspektrum sowie der
engen Einbindung der medizinischen Psychologie und Physiotherapie zu jedem
Zeitpunkt der Erkrankung spielten Ausstattungskriterien wie hochmoderne
Überwachungseinheiten eine wesentliche Rolle für die Zertifizierung. Als
Maximalversorger bietet das HDZ NRW mit seinen Kliniken der Thorax- und
Kardiovaskularchirurgie (Prof. Gummert), der Allgemeinen und
Interventionellen Kardiologie/Angiologie (Prof. Dr. Volker Rudolph), der
Rhythmologie/Elektrophysiologie (Prof. Dr. Philipp Sommer), des Zentrums
für angeborene Herzfehler (Prof. Dr. Stephan Schubert und Dr. Eugen
Sandica) und des Diabeteszentrums (Prof. Dr. Dr. h.c. Diethelm Tschöpe)
sämtliche Therapieverfahren für Herzinsuffizienzpatienten mit exzellenten
Qualitätsergebnissen und in großen Fallzahlen an und zählt damit auch im
europaweiten Vergleich zu den führenden Einrichtungen.

In Kürze wird das HDZ NRW seine Kompetenz im Rahmen des Projekts
„Virtuelles Krankenhaus NRW“ Ärzten in ganz Nordrhein-Westfalen zur
Verfügung stellen. Über die digitale Einbindung als ausgewiesenes
Herzinsuffizienz-Kompetenzzentrum in den Behandlungsprozess kann dann für
jeden Patienten mit besonders komplexen Fragestellungen die Expertise der
Spezialisten des HDZ NRW hinzugezogen werden.

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Als Spezialklinik zur Behandlung von Herz-, Kreislauf- und
Diabeteserkrankungen zählt das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-
Westfalen (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, mit 35.000 Patienten pro Jahr zu den
größten und modernsten Zentren seiner Art in Europa. Im interdisziplinären
Herzinsuffizienzzentrum des HDZ NRW (HFU – Heart Failure Unit) werden
jährlich 6.500 Patienten mit einer Pumpschwäche des Herzens stationär
behandelt. Mit 73 Herztransplantationen in 2020 ist das HDZ NRW das
bundesweit größte Herztransplantationszentrum. Weitere Schwerpunkte des
Zentrums liegen in der Behandlung des gesamten Spektrums angeborener und
erworbener Herzerkrankungen einschließlich der Therapie von
Herzrhythmusstörungen sowie künstlicher Herzunterstützungssysteme und
Kunstherzen. Das HDZ NRW ist Universitätsklinik der Ruhr-Universität
Bochum.

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CoVis: Eine neue App zur Corona-Risikobewertung

Von der theoretischen Physik zum Unternehmer: DESY-Physiker Ayan Paul
bringt mit seinem Spin-Off eine neue App gegen Corona auf den Markt. Sie
kombiniert öffentliche Daten mit persönlichen Informationen und dem
Aufenthaltsort und stellt dem Nutzer so eine ganz individuelle
Einschätzung seiner momentanen COVID-Gefährdung mit Handlungsempfehlungen
zur Verfügung.

Die neue App namens CoVis ist ab sofort im App Store für iOS und Android
verfügbar. Sie stellt den Nutzerinnen und Nutzern Informationen zur
aktuellen Corona-Lage bereit, um sich jeden Tag optimal vor dem SARS-
CoV-2-Virus zu schützen. Sie meldet zum Beispiel Regionen mit besonderer
Ansteckungsgefahr, damit diese gemieden werden können. Die App soll
Einzelpersonen genauso helfen, wie Gemeinden, Unternehmen, Schulen aber
auch Krankenhäusern. Gesundheitsämter und andere öffentliche Institutionen
können anhand der zuverlässigen Daten Sicherheitsvorkehrungen und
gesundheitliche Richtlinien anpassen. Anders als andere Apps nutzt CoVis
dafür keinerlei Kontaktverfolgung. Persönliche Daten bleiben auf dem
jeweiligen Gerät, Daten- und Persönlichkeitsschutz sind hundertprozentig
gewahrt.

CoVis verwendet Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen von
robusten, nachvollziehbaren Algorithmen, um COVID-19-Entwicklungen
vorherzusagen und Anomalien in der Ausbreitung des Virus zu
identifizieren. Als Grundlage dienen öffentlich verfügbare Daten, neueste
Studienergebnisse und anderes vorhandenes medizinisches Wissen. In die App
geben Nutzerinnen und Nutzer persönliche Informationen wie Alter,
Vorerkrankungen und Reisegewohnheiten ein. Ohne dass diese Daten das
Mobilgerät verlassen, speist CoVis sie in den proprietären Algorithmus ein
und errechnet daraus, welche Verhaltensweisen und Orte unter den aktuellen
Umständen für den individuellen Nutzer gefährlich sind. So kann jeder
fundierte Entscheidungen treffen, welche Orte und Risiken man lieber
vermeiden möchte.

Entwickelt wurde CoVis von einem Team junger Forscherinnen und Forscher,
IT- und Gesundheitsexpertinnen und -experten, die sich im April 2020
anlässlich der COVID-19-Challenge des Massachusetts Institute of
Technology in den USA zusammenfanden. Diese virtuelle Konferenz war ein
sogenannter Hackathon: Engagierte Menschen unterschiedlichster Felder und
aus aller Welt entwickeln in diesem Wettbewerb neue Ansätze zur Lösung
eines gesellschaftlichen Problems. Es bildeten sich Teams, die binnen
eines Wochenendes Ideen entwickelten, um der Pandemie mit digitalen
Instrumenten entgegenzuwirken.

Das CoVis-Team hat den Wettbewerb und auch eine Folgeveranstaltung
gewonnen, auf der einige Monate später die fortgeführten Projekte erneut
bewertet wurden. Ein Mitglied des CoVis-Teams ist Ayan Paul, Theoretiker
bei DESY. Er konnte seine Erfahrung und sein Wissen im Bereich
Datenauswertung und statistische Modelle einbringen, die er bei der
Analyse von Experimenten an Teilchenbeschleunigern gewonnen hat. Analog
haben auch die anderen Teammitglieder ihre Expertise etwa in der
Entwicklung von Apps oder im Gesundheitswesen eingebracht. Mit gebündelter
Kraft setzen sie ihre Fähigkeiten ein, um gemeinsam einen Beitrag zur
Überwindung der Pandemie zu leisten. Begleitet wurde und wird das CoVis-
Team auch vom DESY Start-up Office. Es half bei der Entwicklung eines
Business-Plans, bei der Suche nach Partnern und der letztlichen Gründung
des Unternehmens CoVis Inc.

DESY hat die Initiative frühzeitig etwa mit einer Förderung durch den
DESY-Strategie-Fonds unterstützt. „Kernkompetenzen aus der
Grundlagenforschung zur Lösung von gesellschaftsrelevanten Problemen
einsetzen, das ist eines der Ziele DESYs“, sagt Arik Willner, Chief
Technology Officer bei DESY. „Mit seinem vorbildlichen Einsatz zeigt Ayan
Paul, was Physik leisten kann, wie z.B. das Analysieren und Modellieren
von großen Datenmengen, um das persönliche Risiko für eine Corona-
Infektion abzuschätzen.“ Darin sieht auch Ayan Paul selbst seinen Antrieb,
einen Großteil seiner Freizeit neben seinem Fulltime-Job bei DESY in CoVis
zu investieren: „Ich möchte mein Wissen und meine speziellen Fähigkeiten
zum Wohl der Gesellschaft einsetzen und helfen, die Krise zu bewältigen.“
Hinzu kommt die Inspiration, die er aus der Zusammenarbeit mit den anderen
Teammitgliedern zieht, die einander zuvor nicht kannten: „Wir alle
verfolgen dieselbe Vision. Das hat uns zusammengeschweißt, so dass wir
CoVis sehr schnell entwickeln konnten.“

Als nächste Schritte will das CoVis-Team, das gerade auch als Finalist für
die diesjährige Falling-Walls-Konferenz ausgewählt wurde, die App auch in
weiteren Sprachversionen und Ländern anbieten. Langfristig will die junge
Firma sich weiteren Herausforderungen des globalen Seuchenschutzes widmen.
Zukünftige Entwicklungen sollen weitere Algorithmen und Anwendungen
hervorbringen, die eine neue Ära des Seuchenmanagements einläutet – nicht
nur in den Industrienationen, sondern auch in Entwicklungsländern.

DESY zählt zu den weltweit führenden Teilchenbeschleuniger-Zentren und
erforscht die Struktur und Funktion von Materie – vom Wechselspiel
kleinster Elementarteilchen, dem Verhalten neuartiger Nanowerkstoffe und
lebenswichtiger Biomoleküle bis hin zu den großen Rätseln des
Universums. Die Teilchenbeschleuniger und die Nachweisinstrumente, die
DESY an seinen Standorten in Hamburg und Zeuthen entwickelt und baut, sind
einzigartige Werkzeuge für die Forschung: Sie erzeugen das stärkste
Röntgenlicht der Welt, bringen Teilchen auf Rekordenergien und öffnen
neue Fenster ins Universum. DESY ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft,
der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands, und wird zu 90
Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent
von den Ländern Hamburg und Brandenburg finanziert.

Mehr über CoVis

Die CoVis-App ist kostenlos und beinhaltet folgende Funktionen:

-       7-Tage-Vorhersage zur Entwicklung der Inzidenzen für alle
Landkreise in Deutschland und in den USA
-       Vollständige Score-Zeitleiste, um den Verlauf Ihres Risikoscores
zu kennen
-       Alle historischen Daten und Score-Aufschlüsselungen
-       Optionales Benutzerkonto zum Speichern Ihrer Risiko-Scores und
Aufschlüsselung
-       Optionale Konto- und Datenverwaltung

• CoVis-Health-Webseite: https://covishealth.com
• CoVis im Apple AppStore:
https://apps.apple.com/us/app/covis/id1558577130
• CoVis im Google PlayStore:
https://play.google.com/store/apps/details?id=com.covisinc.covis

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Auf dem Foto sind (v.l.n.r.) Prof. Daniela Aust (Vize-Direktorin am Institut für Pathologie), Dr. Falk Zakrzewski von asgen und Dr. Ulrich Sommer (Funktionsoberarzt am Institut für Pathologie) und zu sehen. Foto: Uniklinikum Dresden.

Wie künstliche Intelligenz die Diagnostik von Karzinomen in Brust und Magen revolutioniert

Auf dem Foto sind (v.l.n.r.) Prof. Daniela Aust (Vize-Direktorin am Institut für Pathologie), Dr. Falk Zakrzewski von asgen und Dr. Ulrich Sommer (Funktionsoberarzt am Institut für Pathologie) und zu sehen. Foto: Uniklinikum Dresden.
Auf dem Foto sind (v.l.n.r.) Prof. Daniela Aust (Vize-Direktorin am Institut für Pathologie), Dr. Falk Zakrzewski von asgen und Dr. Ulrich Sommer (Funktionsoberarzt am Institut für Pathologie) und zu sehen. Foto: Uniklinikum Dresden.

Gemeinsam mit den Dresdener Start-Up asgen wird am Institut für Pathologie
des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden ein auf Künstlicher
Intelligenz (KI) basiertes Softwaresystem für die Verwendung in der
Krebsdiagnostik erprobt. Das Vorhaben, das sich aktuell in der
Validierungsphase befindet, ist Teil des BMWi-geförderten
Leuchtturmprojektes EMPAIA und fügt sich in die Strategie der Dresdener
Hochschulmedizin bei der Nutzung von Künstlicher Intelligenz ein.

KI-Anwendungen aus der Industrie werden verstärkt klinisch erprobt,
könnten perspektivisch in immer mehr Fachbereichen zum Einsatz kommen und
erhalten mit der vom Else Kröner Fresenius Zentrum für Digitale Gesundheit
an der Hochschulmedizin Dresden gerade neu ausgeschriebenen Professur für
Klinische KI ein profiliertes wissenschaftliches Fundament. Angesichts des
Wandels, den KI in der Pflege und Medizin verursachen wird, lautet das
Kredo: medizinisches Fachpersonal zu jeder Zeit in die Erprobung
einbeziehen und so Akzeptanz schaffen.

Künstliche Intelligenz (KI) schickt sich an, die Medizin zu
revolutionieren. – Auch auf dem Campus der Hochschulmedizin Dresden: Hier
sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf dem besten Weg, mit dem
Einsatz eines KI-basierten Softwaresystems einen wichtigen Beitrag zur
Entlastung des Personals in Pathologischen Instituten zu leisten. Dass ein
entsprechender Bedarf besteht, zeigt allein ein Blick auf die aktuellen
und zukünftigen Herausforderungen dieses Fachs. Die Ausweitung des
Tumorscreenings erhöht seit Jahren die Fallzahlen in Pathologischen
Instituten, Innovationen in der Krebstherapie steigern die Komplexität der
Diagnostik und damit die Qualifikationsanforderungen an entsprechendes
Fachpersonal. Dabei ist die Pathologie bereits stark vom Fachkräftemangel
betroffen. Mit dem Einsatz von KI-Systemen insbesondere in der
Bildanalyse, kann diesen Herausforderungen begegnet werden. Schließlich
haben sie das Potenzial, automatisiert Gewebemerkmale schnell analysieren,
Strukturen quantifizieren und daraus diagnostische Parameter berechnen zu
können und so die Auswahl zielgerichteter Therapien zu optimieren.

KI als Unterstützung und nicht als Ersatz für die eigene Arbeit begreifen

Das Universitätsklinikum Dresden und das Dresdner Start-Up asgen arbeiten
gerade gemeinsam daran, mit Hilfe von KI die Diagnostik von Brust- und
Magenkarzinomen zu revolutionieren. PAIKON lautet der Name der von asgen
entwickelten, einzigartigen KI-Pipeline, mit der innerhalb weniger Minuten
mikroskopische Aufnahmen ganzer Tumorareale automatisch analysiert werden.
Mit diesem als HER2-FISH-Analyse bezeichneten Verfahren wird die
Ausprägung von für Brust- und Magentumore relevanten Tumormakern
untersucht, um so Aufschlüsse über geeignete Therapieformen zu generieren.
Aktuell läuft diese Untersuchung noch manuell ab. Pathologinnen und
Pathologen oder entsprechend geschultes medizinisches Personal zählen
hierfür sichtbar gemachte Tumormaker-Signale in circa 20 Zellkernen von
mikroskopiertem Gewebe repräsentativ stichprobenartig aus, um Rückschlüsse
auf das Tumorwachstum ziehen zu können. Zur Bestimmung der Erfolgsquoten
finden regelmäßig Ringversuche statt. Bei Unklarheiten im
Auszählungsprozess wird zusätzliches Fachpersonal konsultiert und die
Analyse gegebenenfalls wiederholt, teilweise auch mit einer höheren Anzahl
an Zellkernen. Dieses Kontrollverfahren senkt zwar die Gefahr
individueller Fehler, erhöht den Zeit- und Personalaufwand jedoch massiv.
Eine KI-basierte Auswertung wird das Prozedere beschleunigen und
potenziell verlässlicher gestalten. PAIKON grenzt zu analysierende
Bereiche (ROI: Region of interest) ein und Zellkerne sowie darin
enthaltene Tumormaker lassen sich automatisch erkennen. Auswahl der ROI
und Segmentierung der Zellkerne können dabei sowohl vollautomatisch als
auch manuell ablaufen, Pathologinnen und Pathologen können also jederzeit
intervenieren.

Professor Gustavo B. Baretton, Direktor des Institutes für Pathologie am
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, hält eine entsprechende Co-
Existenz von KI sowie Pathologinnen und Pathologen für nötig, um Akzeptanz
zu schaffen und KI als Assistenz und nicht als Ersatz für die eigene
Arbeit zu begreifen. „Dennoch befinden wir uns in einer Phase, in der KI-
Lösungen eine immer wichtigere Rolle für die Zukunftsfähigkeit der
Pathologie spielen. Als Institut sind wir offen für entsprechende
Anwendungen und freuen uns über die Zusammenarbeit mit asgen und das
weltweite Interesse an solchen Lösungen“, sagt Prof. Baretton.

Tatsächlich sind sowohl asgen als auch das Institut für Pathologie des
Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden in EMPAIA, einem KI-
Leuchtturmprojekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie
(BMWi), vertreten, das als eines von 16 Verbundprojekten aus ursprünglich
130 Einreichungen als Gewinner aus dem KI-Innovationswettbewerb des BMWi
hervorging. Das Projekt erfuhr insbesondere wegen seines namenhaften
Konsortiums und der ambitionierten Zielsetzung weltweite Beachtung. Mit
einer Förderung von 11 Millionen Euro über drei Jahre und weiteren 6,2
Millionen Euro von Industriepartnern wie Philips oder Roche forciert
EMPAIA die Schaffung eines Ökosystems zur Entwicklung, insbesondere aber
Inverkehrbringung von KI-Lösungen für pathologische Institute in ganz
Deutschland. Neben Partnern aus Industrie und Verbänden besteht das
Konsortium aus einer Reihe von klinischen Referenzzentren, in denen
innovative KI-Produkte vorab getestet werden sollen. Aktuell läuft im
Institut für Pathologie des Dresdner Uniklinikums – eines der
Referenzzentren – die Validierungsphase von PAIKON. Mit Hilfe der
Fachexpertise am Institut wird die KI-Lösung aktuell trainiert. Auf Basis
von Trainingsdatensätzen, die sich aus Aufzeichnungen von Markierungen und
Klassifizierungen von Zellkernen durch viele unabhängige Pathologinnen und
Pathologen speisen, soll kollektives Wissen gebündelt und gleichzeitig
herausgefunden werden, welchen Einfluss das Softwaresystem tatsächlich auf
die Qualität und Geschwindigkeit pathologischer Untersuchungen hat und wie
groß ein mögliches Bias auf individueller Ebene ist. Durch diesen Prozess
wird letztlich die Bandbreite an menschlichem Wissen um die über die KI
abzubildende Analyse erweitert und ein individueller menschlicher Fehler
(falls vorhanden) in seiner Gewichtung stark reduziert.

Professur für Clinical AI am EKFZ beschleunigt Entwicklung

Zur allgemeinen Strategie, KI in den klinischen Alltag einfließen zu
lassen, passt auch, dass im Rahmen des Aufbaus des Else Kröner Fresenius
Zentrums (EKFZ) für Digitale Gesundheit momentan eine Professur für
Clinical Artificial Intelligence (AI) ausgeschrieben ist. Hierin sollen
konkrete, klinisch relevante Fragestellungen aufgegriffen und mittels
Methoden der KI neue Erkenntnisse zu den Pathomechanismen von Erkrankungen
und der Verknüpfung, klinischer und Bildgebungsdaten erbracht werden. Für
Professor Jochen Hampe, wissenschaftlicher Sprecher des EKFZ für Digitale
Gesundheit, ist die Einrichtung der Professur für Clinical AI nur die
logische Fortführung, des am Uniklinikum Dresden eingeschlagenen Weges.
„Künstliche Intelligenzen spielen am Campus Dresden eine immer größere
Rolle und werden immer gewinnbringender eingesetzt. Wir konnten am EKFZ
für Digitale Gesundheit gerade Fördermittel vom Bundesministerium für
Bildung und Forschung (BMBF) einwerben, mit denen Zulassungsprozesse von
Medizinprodukten durch KI sicherer und transparenter gestaltet werden
sollen. Zusammen mit den Bestrebungen aus dem EMPAIA-Projekt sind damit
wichtige Forschungsgrundlagen geschaffen, die im Rahmen einer Professur
ausgebaut werden können,“ so Prof. Hampe.

Ein Ende des „KI-Runs“ ist dabei gar nicht absehbar. Weitere
Projektvorhaben sind bereits eingereicht und PAIKON soll bei positivem
Befund der Validierung bereits ab Ende des Jahres Routine bei der
Brustkrebsanalyse werden. „Die Akzeptanz wird ganz automatisch kommen“,
ist sich Professor Baretton sicher. „Schließlich sind Pathologinnen und
Pathologen, MTAs sowie andere Akteure des Bereichs eng in die klinische
Erprobung eingespannt und bereits jetzt in der Validierungsphase deutet
sich das Potenzial der KI-Lösung an,“ so Professor Baretton.

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