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Gesundheit

Neuer Therapieansatz bei salzsensitivem Bluthochdruck

Eine aktuelle Publikation [1] der „Boston University School of Medicine“
berichtet über neue Erkenntnisse zum komplexen Zusammenspiel des
sympathischen Nervensystems und den Nieren bei der Entstehung der
sogenannten salzsensitiven Hypertonie. In der Studie konnte erstmals
gezeigt werden, dass Alpha1-Adrenorezeptor-Blocker die Aktivität des
Natrium-Wiederaufnahmeprozesses in den Nieren reduzieren, dadurch die
Salzausscheidung steigern und über diesen Weg den Blutdruck senken. Das
bedeute letztlich auch, dass eine zielgerichtete Therapie des
salzsensitiven Bluthochdrucks zur Verfügung stünde, die ein häufiger Grund
dafür ist, dass Patienten nicht auf herkömmliche Blutdrucksenker
ansprechen.

In Deutschland hat fast jeder dritte Erwachsene zu hohen Blutdruck
(arterielle Hypertonie). Bei den über 60-Jährigen ist im Durchschnitt
sogar jeder Zweite von erhöhten Werten betroffen und hat damit ein
deutlich erhöhtes Risiko für lebensbedrohliche Herz-Kreislauf- und
Gefäßerkrankungen (insbesondere Gefäßverkalkungen/Atherosklerose).
Besonders gefürchtete Folgeerkrankungen sind Herzinfarkt und Schlaganfall,
aber jahrelanger Bluthochdruck kann auch zum Versagen der Nieren oder zur
Erblindung führen.

Schon lange ist bekannt, dass der Konsum von zu hohen Mengen Kochsalz
(Natriumchlorid) das Risiko für die Entstehung eine Hypertonie erhöhen
kann. Salzige Speisen erzeugen Durst, außerdem bindet Salz Wasser im
Körper. Dadurch steigt im Blutkreislauf das Flüssigkeitsvolumen an — und
somit auch der Druck in den Blutgefäßen. Eine Abhängigkeit von Salzkonsum
und Blutdruck besteht nicht bei allen Menschen, aber bei vielen.
Ursächlich sind eine spezielle genetische Veranlagung (sogenannte
Salzsensitivität), aber auch zusätzliche Erkrankungen wie Diabetes
mellitus, Nierenleiden oder Störungen im vegetativen Nervensystem.

Patienten mit einem salzsensitiven Bluthochdruck haben typischerweise eine
erhöhte Aktivität des sympathischen Nervensystems (Sympathikus) und ihre
Nieren halten zu viel Salz zurück, anstatt es mit dem Urin auszuscheiden
(renale „Natriumretention“). Der sympathische Botenstoff
(Neurotransmitter) Noradrenalin aktiviert die Alpha-Rezeptoren der
Blutgefäße, was deren Verengung (Vasokonstriktion) bewirkt und so den
Blutdruck steigert. Man weiß außerdem, dass Noradrenalin den renalen
Natrium-Chlorid-Cotransporter (NCC) in den Zellmembranen der
Nierenkanälchen (Nierentubuli) stimuliert, so dass vermehrt Natrium aus
dem Urin zurück in das Blut transportiert wird. Der genaue Mechanismus,
wie Noradrenalin die renale Natriumretention beeinflusst, ist jedoch nicht
geklärt. Studien zur Erforschung der Adrenalin- oder Noradrenalin-
gesteuerten Signalwege des sympathischen Nervensystems, die die NCC-
Aktivität regulieren, zeigten bisher keine einheitlichen Ergebnisse.

Die bekannte blutdrucksenkende Wirkung von Alpha-Blockern besteht in der
gefäßerweiternden Wirkung durch Erschlaffung der glatten Gefäßmuskulatur
(Gefäßdilatation). In der Studie konnte erstmals gezeigt werden, dass
Alpha1-Adrenorezeptor-Blocker zusätzlich die Aktivität des Natrium-
Wiederaufnahmeprozesses reduzieren und auch über diesen Weg den Blutdruck
senken. In ihrer Arbeit verwendeten die Forscher selektive Alpha1
-Rezeptor-Blocker, um zu untersuchen, ob die Noradrenalin-abhängige NCC-
Aktivierung bei einem salzsensitiven Rattenstamm über einen Alpha1
-Rezeptor-abhängigen Signalweg vermittelt wird. Über die Nahrung wurde die
Salzzufuhr der Tiere erhöht, woraufhin die NCC-Aktivität und –Expression
signifikant zunahmen und sich ein Bluthochdruck entwickelte. Durch die
Behandlung mit Alpha1-Rezeptor-Blockern kam es zur Absenkung des
Blutdrucks — vermittelt durch eine Verminderung der NCC-Aktivität und der
NCC-Expression (d. h. geringere NCC-Zahl auf den Zellmembranen), wodurch
wurde die renale Salzretention verhindert wurde. Die Alpha1-Rezeptor-
Blocker waren effektiv sowohl bei der Gabe vor Start hoher Salzzufuhr als
auch bei bereits ausgebildeter salzsensitiver Hypertonie. Detaillierte
molekulare Analysen ergaben, dass bei der salzsensitiven Hypertonie (im
Gegensatz zu Rattenstämmen mit salzresistenter Normotonie) eine Störung
des Enzyms „WNK-Kinase 1/4“ vorliegt bzw. eine Fehlfunktion des
„WNK/SPAK/OxSR1“-Signalweges, der die NCC-Aktivität reguliert.

„Diese Forschungsergebnisse zeigen, wie komplex die Pathomechanismen und
Zusammenhänge von sympathischem Nervensystem und der Nieren bei der
Hypertonieentstehung sind“, kommentiert Prof. Dr. med. Ulrich Wenzel,
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Vorstandsvorsitzender der DHL®.
„Auch wenn die genauen Pathomechanismen noch nicht geklärt sind, scheinen
selektive Alpha1-Rezeptor-Blocker zielgerichtet die salzsensitive
Hypertonie unterbinden zu können. Bestätigen sich diese
tierexperimentellen Befunde in klinischen Studien wäre das von großer
praktischer Relevanz, da diese Medikamente bei vielen Menschen, bei denen
herkömmliche Blutdrucksenker nicht wirken (Patienten mit sogenannter
therapierefraktärer Hypertonie), den Teufelskreis durchbrechen und zu
normalen Blutdruckwerten führen könnten. Bislang haben wir nur die
Möglichkeit, diesen Patienten zu empfehlen, die Kochsalzzufuhr auf ein
Minimum zu begrenzen, was aber u.a. auch wegen ‚verstecktem Salz‘ in
vielen Lebensmitteln alles andere als einfach umzusetzen ist. Eine
zielgerichtete Therapie bei salzsensitiver Hypertonie würde dazu
beitragen, dass wesentlich mehr Patienten mit ihren Blutdruckwerten in den
Zielbereich gebracht werden könnten und weniger Folgeerkrankungen
erleiden.“

Quellen:
[1] Franco Puleo F, Kim K, Frame AA et al. Sympathetic Regulation of the
NCC (Sodium Chloride Cotransporter) in Dahl Salt-Sensitive Hypertension.
Hypertension 2020 Nov; 76 (5): 1461-69
doi: 10.1161/HYPERTENSIONAHA.120.15928. Epub 2020 Sep 28.

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World Health Summit beginnt am Sonntag

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: „Der Weg aus der Pandemie führt
über einen fairen Zugang zu einem Impfstoff für alle Menschen - überall."

(Berlin, 23.10.2020)
Covid-19 steht im Mittelpunkt beim World Health Summit 2020, der am
Sonntag beginnt. Zu den hochkarätigen SprecherInnen der dreitägigen Global
Health Konferenz gehören Bundespräsident Steinmeier, EU-
Kommissionspräsidentin von der Leyen, UN-Generalsekretär Guterres und
Virologe Drosten.

Wegen der sich verschärfenden Covid-19 Situation findet der World Health
Summit 2020 als rein digitales Format statt, alle Sessions sind
ausschließlich online.

„Der Weg aus der Pandemie führt über einen fairen Zugang zu einem
Impfstoff für alle Menschen – überall“, sagte Bundespräsident Frank-Walter
Steinmeier, Eröffnungsredner des World Health Summit im Vorfeld des
internationalen Treffens.

Weitere SprecherInnen der Eröffnungsveranstaltung am Sonntag, den 25.
Oktober um 18:00 Uhr sind unter anderem EU-Kommissionspräsidentin Ursula
von der Leyen, UN-Generalsekretär António Guterres und WHO-Generaldirektor
Tedros Adhanom Ghebreyesus. Mehr Informationen:
https://www.conference.worldhealthsummit.org/Program/Session/WHS2020/KEY-01

Die Eröffnungsveranstaltung wird als Livestream zur Verfügung stehen:
https://www.worldhealthsummit.org
Bild und Ton können nach Absprache genutzt werden.

Alle anderen insgesamt 50 Sessions mit SprecherInnen wie Covid-19 Experte
Christian Drosten werden ebenfalls live digital übertragen: Die jeweiligen
Zoom-Links sind kostenfrei und ohne Anmeldung auf
https://www.worldhealthsummit.org abrufbar oder direkt im Programm:
https://www.conference.worldhealthsummit.org/Program/WHS2020.
Dort finden sich auch alle Informationen zu Sprechern und Themen.

Bei allen Sessions können Fragen über die Zoom Q&A Funktion gestellt
werden, Bild und Ton können nach Absprache genutzt werden.

Alle Sessions stehen auch über
https://www.youtube.com/user/WorldHealthSummit1 zur Verfügung.

Eine Akkreditierung für MedienvertreterInnen ist nicht erforderlich.

Zu den rund 300 SprecherInnen des World Health Summit gehören:
•       Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident (25.10. 18:00)
•       Ursula von der Leyen, Präsidentin der EU Kommission (25.10. 18:00)
•       Gerd Müller, Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung, Deutschland (27.10.  9:00 & 11:00)
•       Jens Spahn, Gesundheitsminister, Deutschland (26.10. 9:00 & 11:00)
•       Marta Temido, Gesundheitsministerin, Portugal (26.10. 11:00)
•       Tomaž Gantar, Gesundheitsminister, Slowenien (26.10. 11:00)
•       António Guterres, Generalsekretär, Vereinte Nationen (25.10.
18:00)
•       Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor,
Weltgesundheitsorganisation WHO (25.10. 18:00, 26.10. 9:00 & 27.10. 16:00)
•       Michelle Bachelet, Hohe Kommissarin für Menschenrechte, Vereinte
Nationen (27.10. 14:00)
•       Christian Drosten, Leiter, Institut für Virologie, Charité –
Universitätsmedizin Berlin (26.10. 14:00, 27.10. 9:00)
•       Lothar H. Wieler, Präsident, Robert Koch Institut (25.10. 14:00 &
16:00, 26.10. 9:00 & 11:00)
•       Winnie Byanyima, Direktorin, UNAIDS (25.10. 16:00 & 18:00)
•       Andrea Ammon, Direktorin, European Centre for Disease Prevention
and Control (25.10. 14:00 & 16:00, 27.10. 11:00)
•       Nanette Cocero, Präsidentin für globale Impfstoffentwicklung,
Pfizer (25.10. 18:00)
•       Victor Dzau, Präsident, National Academy of Medicine, USA (25.10.
16:00)
•       Jeremy Farrar, Direktor, Wellcome Trust (27.10. 16:00)
•       George F. Gao, Direktor, Chinese Center for Disease Control and
Prevention (25.10. 14:00, 27.10. 14:00)
•       Paul Hudson, CEO, Sanofi (25.10. 18:00)
•       John Nkengasong, Direktor, Africa Centres for Disease Control and
Prevention (27.10. 11:00)
•       Michael Ryan, Nothilfedirektor, Weltgesundheitsorganisation WHO
(27.10. 11:00)
•       Henrietta Fore, Direktorin, UNICEF (27.10. 16:00)

Zentrale Themen des World Health Summit 2020: Aktuelle Erkenntnisse zu
Covid-19, globale Strategien für Pandemie-Prävention und -Bekämpfung, die
Rolle Europas und der WHO in der globalen Gesundheit.

Der World Health Summit ist eine der weltweit wichtigsten strategischen
Konferenzen für globale Gesundheit und bringt international führende
Wissenschaftler, Politiker sowie Vertreter aus Industrie und
Zivilgesellschaft zusammen. Das Forum wurde 2009 zum 300-jährigen Jubiläum
der Charité gegründet und steht unter der Schirmherrschaft von
Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatspräsident Emmanuel
Macron, der Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen
und Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der
Weltgesundheitsorganisation WHO.World Health Summit
Digital
25.-27. Oktober
https://www.worldhealthsummit.org
#WHS2020
Twitter: @worldhealthsmt
https://www.facebook.com/worldhealthsummit
https://www.linkedin.com/company/worldhealthsummit

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Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, Kardiologe und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung  Foto: DHS

Entgleisung der Herzschwäche: So können Betroffene sich schützen

Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, Kardiologe und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung  Foto: DHS
Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, Kardiologe und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung Foto: DHS

Schutz vor Grippe und Covid-19 ist für Herzpatienten besonders wichtig.
Viele Klinikeinweisungen lassen sich verhindern
Eine deutliche Gewichtszunahme, Kurzatmigkeit oder sogar Atemnot: Mit
diesen Symptomen kündigt sich eine Verschlechterung der Herzschwäche
(Herzinsuffizienz) an. Die Erkrankung kann einen dramatischen Verlauf
nehmen bis hin zur notfallmäßigen Klinikeinweisung: Rund 465.000 Patienten
werden jährlich stationär in eine Klinik aufgenommen, weil ihre
Herzschwäche entgleist ist. Die Ursachen sind vielfältig, doch in vielen
Fällen lässt sich ein Krankenhausaufenthalt verhindern. „Eine
Herzdekompensation, also eine Entgleisung der Herzschwäche, ist häufig die
Folge eines zusätzlichen Ereignisses“, betont Prof. Dr. med. Thomas
Voigtländer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen
Herzstiftung. Dies könnten Herzrhythmusstörungen, ein plötzlicher
Blutdruckanstieg, aber auch Infektionskrankheiten wie Grippe oder Covid-19
sein, ergänzt der Ärztliche Direktor des Agaplesion Bethanien-
Krankenhauses, Cardioangiologisches Centrum Bethanien (CCB) Frankfurt am
Main. „Häufig sind auch Fehler bei der Medikamenteneinnahme Ursache für
eine Verschlechterung der Krankheit“, wie der Kardiologe betont. Über die
Ursachen und Therapie der Volkskrankheit Herzschwäche informiert die
Deutsche Herzstiftung anlässlich der bundesweiten Herzwochen unter dem
Motto „Das schwache Herz“ mit Infos für Betroffene unter
www.herzstiftung.de/herzwochen2020

Warum Coronaviren das Herz angreifen
Dass sowohl Grippe- als auch Coronaviren für Herzpatienten gefährlich
werden können, hat mehrere Gründe. Zum einen bleiben die Viren nicht
ausschließlich in den Atemwegen, sondern breiten sich im ganzen Körper aus
und können auch das Herz angreifen. Zum anderen ist die Lunge speziell bei
Patienten mit Herzschwäche besonders anfällig. „Bei einer Herzschwäche
kann sich aufgrund der verringerten Pumpleistung Blut in die Lungen
zurückstauen“, erklärt Voigtländer. Dadurch werde das Organ anfälliger für
Infektionen – auch für eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-
CoV-2. So zeigte eine weltweite Studie, für die die Covid-19-Verläufe von
mehr als 10.000 Patienten in 920 Kliniken ausgewertet wurden, dass
Patienten mit Herzschwäche ein deutlich höheres Risiko für einen schweren
Verlauf der Krankheit haben und wesentlich häufiger beatmet werden mussten
als Patienten ohne eine Vorerkrankung des Herzens (1).
So schützen sich Herzschwäche-Patienten vor einer Entgleisung
Damit es gar nicht erst zu einer Entgleisung der Herzschwäche und damit zu
einer Klinikeinweisung kommt, sollten Patienten mit Herzschwäche ihre
Medikamente konsequent einnehmen und auf mögliche Warnzeichen achten.
Wichtig ist beispielsweise, dass Betroffene regelmäßig ihr Gewicht
kontrollieren und den Blutdruck messen, um Blutdruckkrisen zu verhindern.
Da eine Covid-19-Infektion bei Herzkranken zu schweren Verläufen führen
kann, kommt der Grippeschutzimpfung in der Zeit der Pandemie eine noch
größere Bedeutung zu als zuvor. Dies gilt insbesondere für Risikogruppen.
„Wir empfehlen Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen dringend, sich
gegen Grippe und Pneumokokken impfen zu lassen“, ergänzt Voigtländer. Zum
Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus gelten zudem, wie für die
gesunden Menschen, die sogenannten AHA+L-Empfehlungen:

- Abstand halten: Wo es möglich ist, wird ein Mindestabstand von 1,50
Meter zu anderen Menschen empfohlen.
- Hygieneregeln beachten: Hierzu zählt vor allem gründliches Händewaschen,
aber auch Niesen und Husten in die Armbeuge.
- Alltagsmasken tragen: Diese Empfehlung gilt überall dort, wo man nicht
ausreichend Abstand halten kann, zum Beispiel in öffentlichen
Verkehrsmitteln und Gebäuden.
- Lüften: Regelmäßiges Lüften kann als zusätzliche Maßnahme die
Virusbelastung in Innenräumen verringern.

(1) Karagiannidis C et al., Lancet Respir Med 2020; 8: 853–62. Case
characteristics, resource use, and outcomes of 10021 patients with
COVID-19 admitted to 920 German hospitals: an observational study.
https://doi.org/10.1016/S2213-2600(20)30316-7

Die gesamte Herzwochen-Pressemappe (2020) mit kostenfreiem Bildmaterial
finden Sie unter: www.herzstiftung.de/herzwochen2020-pressemappe

Tipp: Der Ratgeber „Das schwache Herz“ (180 S.) kann kostenfrei per Tel.
unter 069 955128-400 (E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.) angefordert
werden. Leicht verständlich informieren Herzexperten über Ursachen,
Vorbeugung sowie über aktuelle Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten der
Herzschwäche. Weitere Infos unter www.herzstiftung.de/herzwochen2020 und
www.herzstiftung.de/herzschwaeche-therapie

Die Herzwochen stehen unter dem Motto „Das schwache Herz“ und richten sich
an Patienten, Angehörige, Ärzte und alle, die sich für das Thema
Herzschwäche interessieren. An der Aufklärungskampagne beteiligen sich
Kliniken, niedergelassene Kardiologen, Krankenkassen und Betriebe. Infos
zu Online-Vorträgen, Telefonaktionen und Ratgeber-Angeboten sind unter
www.herzstiftung.de/herzwochen2020 abrufbar oder per Tel. 069 955128-333
zu erfragen.

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Deutscher Lebertag: Ausrichter fordern Aufnahme von Leberwerten in Gesundheitsuntersuchungen

Lebererkrankungen sind häufig, doch es gibt relativ wenige Frühdiagnosen.
Experten fordern schon seit einigen Jahren die Etablierung strukturierter
Früherkennungsprogramme für infektiöse und nicht-infektiöse
Lebererkrankungen. Die Ausrichter des 21. Deutschen Lebertages am 20.
November 2020 – Gastro-Liga e. V., Deutsche Leberhilfe e. V. und Deutsche
Leberstiftung – betonen mit dem Motto: „Check-up für die Leber“ die
Notwendigkeit, bei Gesundheitsuntersuchungen (früher bekannt unter dem
Begriff „Check-up 35“) auch die Leber-Blutwerte zu erheben und das
Screening auf Hepatitis B und auf Hepatitis C zu integrieren.

Im Vorfeld des Lebertages kündigen die Ausrichter außerdem zwei
kostenfreie Telefonaktionen an, bei denen Leber-Experten die individuellen
Anrufer-Fragen zu Leber und Lebererkrankungen beantworten werden.

„Vorbeugen ist besser als heilen“ lautet ein Sprichwort des Arztes
Christoph Wilhelm Hufeland (1762 – 1836). Bereits damals betonte Hufeland
die besondere Bedeutung der Prävention als Baustein in der Medizin. Sein
Sprichwort ist noch immer aktuell – speziell bei Lebererkrankungen – und
unter Berücksichtigung der heutigen diagnostischen Möglichkeiten könnte
das Sprichwort auch abgewandelt werden in: „Früherkennung ermöglicht
besseres Heilen“.

Weltweit stellen Lebererkrankungen eines der größten Gesundheitsprobleme
dar und gehören zu den häufigsten Todesursachen. Allein in Deutschland
gibt es schätzungsweise mindestens fünf Millionen Leberkranke. Die
Ursachen für Lebererkrankungen sind vielfältig: Häufigste Ursache für eine
Leberentzündung ist die Fettleber durch Übergewicht, Diabetes mellitus
oder Alkohol, gefolgt von Virusinfektionen. Die Virushepatitis ist eine
durch Viren verursachte akute Leberentzündung. Abhängig vom Virustyp
unterscheidet man derzeit Hepatitis A, B, C, D und E. Aktuelle Daten (Juli
2019) des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigen, dass in Deutschland die
Anzahl der gemeldeten Infektionen zu allen fünf Virustypen in den
vergangenen Jahren angestiegen sind.

Alle Lebererkrankungen haben eine tückische Gemeinsamkeit: Die Leber ist –
im Gegensatz zu anderen Organen – nahezu schmerzunempfindlich. Häufig
verlaufen Lebererkrankungen über einen langen Zeitraum symptomarm und
werden erst in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium entdeckt, wenn
zum Beispiel bereits eine Zirrhose vorliegt, die im weiteren Verlauf auch
Leberzellkrebs (Hepatozelluläres Karzinom, HCC) verursachen kann.

Mit dem Motto ‘Check-up für die Leber‘ unterstützen die Ausrichter des 21.
Deutschen Lebertages die langjährige Forderung, in Deutschland Screening-
Programme zu etablieren, die auf die Früherkennung von Lebererkrankungen
abzielen. Dazu gehört die Forderung, anlässlich der
Gesundheitsuntersuchung für Erwachsene die Überprüfung der Blut-Leberwerte
(beispielsweise GPT oder auch ALT genannt) vorzunehmen. Wenn der GPT-Wert
erhöht ist, kann das auf verschiedene Lebererkrankungen hinweisen. „Die
Gesundheitsuntersuchungen können von gesetzlich Versicherten ab dem
vollendeten 35. Lebensjahr alle drei Jahre in Anspruch genommen werden,
enthalten aber aktuell nicht den GPT-Test“, erklärt Professor Dr. Michael
P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung, und ergänzt:
„Jeder erhöhte Leberwert muss dann hinsichtlich seiner Ursache abgeklärt
werden. Damit könnten viele Lebererkrankungen erkannt werden. Nur eine
frühzeitige Diagnose und anschließende Behandlung nach aktuellen Standards
optimiert die Behandlungschancen. Ein Beispiel erfolgreicher Behandlung
von Lebererkrankungen sind die Therapieerfolge bei Hepatitis C. So ist es
bereits zu einem starken Rückgang von Lebertransplantationen bei
Hepatitis-C-bedingten Erkrankungen gekommen. Spender-Organe, die geheilte
Hepatitis-C-Patienten nicht mehr benötigen, können jetzt Patienten mit
schweren anderen Lebererkrankungen zur Verfügung stehen.“

Ein erster Erfolg für die Bemühungen, die Leber bei der
Gesundheitsuntersuchung zu berücksichtigen, ist die diskutierte Aufnahme
der Screenings auf Hepatitis B und Hepatitis C, die sich aktuell im
Beratungsverfahren des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), dem höchsten
Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im deutschen
Gesundheitswesen, befinden. Hier geht es um die Tests auf HBs-Antigen und
Anti-HCV, um festzustellen, ob eine Hepatitis B- oder
Hepatitis-C-Virusinfektion vorliegt. Experten bewerten die Chancen
positiv, dass die Labortests auf Hepatitis B und Hepatitis C zeitnah in
die Gesundheitsuntersuchung als Präventionsleistung aufgenommen werden.
Dies wird als wichtige Voraussetzung gesehen, das im Jahr 2016 von der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorgegebene Ziel zu erreichen, Hepatitis
B und Hepatitis C bis 2030 weltweit zu eliminieren. Auch die deutsche
Bundesregierung hat sich 2016 zu einer strategischen Neuausrichtung
verpflichtet und beschloss die Strategie „BIS 2030“ – zur „Eindämmung von
HIV, Hepatitis B und C und anderen sexuell übertragbaren Infektionen“.

Theoretisch könnte das angestrebte Ziel einer Eliminierung von Hepatitis B
und Hepatitis C erreicht werden – vorausgesetzt, die Erkrankten werden
beim Screening identifiziert: Als Therapie gegen eine chronische Hepatitis
B können wirksame Medikamente verordnet werden, mit denen bei fast jedem
Patienten eine Viruskontrolle erreicht werden kann. Eine Impfung, die von
der WHO seit 1992 empfohlen wird, schützt vor Hepatitis B – und
gleichzeitig auch vor Hepatitis D (delta), da diese Erkrankung nur mit
einer Hepatitis B gemeinsam vorkommen kann. Eine Impfung gegen das
Hepatitis-C-Virus existiert zwar nicht, aber seit 2014 sind in Deutschland
zahlreiche Medikamente zur Behandlung der chronischen Hepatitis C
zugelassen, die direkt in den Vermehrungszyklus des Virus eingreifen
(sogenannte DAAs – Direct Acting Antiviral Agents). Mit diesen
Medikamenten kann die chronische Hepatitis C bei fast allen Patienten in
kurzer Zeit und nahezu nebenwirkungsfrei geheilt werden. Frühere
Hepatitis-C-Therapien mit Interferonen hatten mehr Nebenwirkungen und
führten im Erfolgsfall zwar auch zur Heilung, erreichten dieses Ziel aber
deutlich seltener.

Auch für die frühzeitige Entdeckung der Volkskrankheit nicht-alkoholische
Fettlebererkrankung (Non-Alcoholic Fatty Liver Disease, NAFLD), der
häufigsten Lebererkrankung in westlichen Ländern, fordern viele Mediziner
ein Screening als Bestandteil der Gesundheitsuntersuchung. Die Leber hat
enorme Regenerations-fähigkeiten: Beispielsweise ist eine Fettleber in der
Lage, sich vollständig zu erholen, wenn die Diagnose frühzeitig erfolgt,
damit die Entstehungsursachen rechtzeitig ausgeschaltet werden können.
Dann können auch eine Fettleberentzündung und eventuelle Spätfolgen wie
Leberzirrhose und Leberzellkrebs vermieden werden.

Details zu den Lebertag-Telefonaktionen

Bei den großen Telefonaktionen im Rahmen des Deutschen Lebertages
beantworten drei erfahrene Ärzte alle Anrufer-Fragen rund um die Themen
Leber, Lebergesundheit und Lebererkrankungen.

Am Mittwoch, 4. November 2020, und am Mittwoch, 18. November 2020, sind
die Leber-Spezialisten jeweils von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr unter der
kostenfreien Telefonnummer 0800 666 39 22 für jeden Interessierten und
Betroffenen erreichbar.

Mit diesem Angebot möchten die Ausrichter des 20. Deutschen Lebertages
dazu beitragen, dass das lebenswichtige Organ und seine Erkrankungen mehr
öffentliche Aufmerksamkeit erhalten. Sie weisen gleichzeitig darauf hin,
dass die Beratungsgespräche am Telefon keinen persönlichen Arztbesuch und
keine individuelle Diagnose ersetzen.

Diese Leber-Experten stehen als Ansprechpartner bei der ersten Lebertag-
Telefonaktion am 4. November 2020 von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr bereit:

Dr. med. Julia Benckert, Charité – Universitätsmedizin Berlin
Priv. Doz. Dr. med. Anton Gillessen, Herz-Jesu-Krankenhaus Münster
Prof. (apl.) Dr. med. Uta Merle, Universitätsklinikum Heidelberg

Diese Leber-Experten stehen als Ansprechpartner bei der zweiten Lebertag-
Telefonaktion am 18. November 2020 von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr bereit:

Dr. med. Michael Nagel, Johannes-Gutenberg-Universitätsmedizin Mainz
Prof. Dr. med. Elke Roeb, Universitätsklinikum Gießen und Marburg
Prof. Dr. med. Siegbert Rossol M.Sc., Krankenhaus Nordwest, Frankfurt am
Main

Mehr Infos zum 21. Deutschen Lebertag unter: http://www.lebertag.org

Alle Institutionen, die im Rahmen des Deutschen Lebertages mit einer
lokalen Veranstaltung aufklären und informieren möchten, werden von den
Ausrichtern bei der Pressearbeit und mit Veranstaltungsmaterialien
unterstützt. Informationen, Anmeldungen und Downloads unter
http://www.lebertag.org

Die Ausrichter des 21. Deutschen Lebertages am 20. November 2020:
Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten
von Magen, Darm und Leber sowie von Störungen des
Stoffwechsels und der Ernährung (Gastro-Liga) e. V.
Prof. Dr. Peter R. Galle, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats
Friedrich-List-Straße 13, 35398 Gießen
Tel 0641 – 97 48 10
<geschaeftsstelle@gastro-liga.de>
https://www.gastro-liga.de

Deutsche Leberhilfe e. V.
Prof. Dr. Christoph Sarrazin, Vorstandsvorsitzender
Krieler Straße 100, 50935 Köln
Tel 0221 – 28 29 980
<Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.>
https://www.leberhilfe.org

Deutsche Leberstiftung
Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender
Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover
Tel 0511 – 532 6815
<presse@deutsche-leberstiftung.de>
https://www.deutsche-leberstiftung.de

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