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Gesundheit

Universitätsklinikum Dresden erneut eines der besten Krankenhäuser Deutschlands

Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden nimmt erneut einen
Spitzenplatz im Reigen deutscher Krankenhäuser ein. Auf der Klinikliste
des Nachrichtenmagazins „Focus“ erreicht das Klinikum Platz vier unter
Deutschlands Krankenhäusern und behält damit seine Spitzenposition.
Weiterhin ist das Uniklinikum erneut bestes Krankenhaus in Sachsen. Der am
heutigen Dienstag (20. Oktober) erscheinende Klinikwegweiser 2021 zeichnet
in diesem Rahmen elf Kliniken des Dresdner Uniklinikums für die
Behandlungsqualität bei 19 Krankheitsbildern mit der Spitzenkategorie „TOP
Nationales Krankenhaus“ aus – das sind drei Fachgebiete mehr als im
vergangenen Jahr.

„Wir sind sehr stolz, erneut einen Platz in der Spitzengruppe erreicht zu
haben und sehen die hervorragende Platzierung als Beweis und Wertschätzung
unserer kontinuierlich guten Arbeit zum Wohle der Patienten“, sagt der
Medizinische Vorstand des Dresdner Uniklinikums, Prof. Michael Albrecht.
Bereits zum neunten Mal hat der „Focus“ den Qualitätsvergleich deutscher
Krankenhäuser initiiert. Ein Rechercheteam des Magazins wertete dafür über
Monate eine Vielzahl unabhängiger Quellen aus. Dazu zählt eine Befragung
von Ärzten aus ganz Deutschland, die um ihre Klinik-Empfehlungen gebeten
wurden. Hinzu kommen Qualitätsberichte der Kliniken sowie
Patientenumfragen der Techniker Krankenkasse. Für die aktuelle Erhebung
wurden 40 Krankheitsbilder betrachtet – das sind zwölf mehr als im
vergangenen Jahr. Für jeden Fachbereich wurde eine Gewichtung der
Ergebnisse vorgenommen. Da nicht für alle Bereiche die gleichen Kriterien
herangezogen werden konnten, verschieben sich die Gewichtungen.
Insbesondere in den nichtchirurgischen Fächern entfielen aussagekräftige
Daten aus der externen Qualitätssicherung. In diesen Fächern wurde der
Reputation ein größeres Gewicht zugewiesen. Insgesamt stellte der „Focus“
1640 Kliniken in Deutschland auf den Prüfstand.

Die in dem Sonderheft „Focus Gesundheit“ komplett veröffentlichte
Bestenliste platziert das Dresdner Uniklinikum erneut für seine
medizinische und pflegerische Qualität in der Spitzengruppe der Kategorie
„TOP nationales Krankenhaus“ unter den insgesamt 1640 bewerteten Kliniken.
Das Nachrichtenmagazin hat einschließlich der vom Klinikum selbst nicht
vorgehaltenen Kardiologie und Kardiochirurgie insgesamt 40
Krankheitsbilder beurteilt. Dabei schaffte es das Klinikum bei 19
Krankheitsbildern, die in elf Kliniken behandelt werden, in die jeweilige
Spitzengruppe (im vorhergehenden Ranking war dies bei 16 Indikationen in
elf Kliniken der Fall). „Besonders freuen wir uns, dass wir es mit unseren
Angeboten in den erstmals geprüften Indikationen Gynäkologische
Krebserkrankungen sowie Psychosomatik auf Anhieb in die Spitzengruppe
geschafft haben“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des
Klinikums. Die Fachbereiche Risikogeburten und Wirbelsäulenchirurgie haben
es in der aktuellen Klinikliste ebenfalls neu in die Spitzengruppe
geschafft.

Folgende Kliniken werden in der aktuellen Ausgabe des Magazins „Focus
Gesundheit“ als „Top-Kliniken“ gelistet:
- Dermatologie (Hautkrebs)
- Frauenheilkunde und Geburtshilfe (Risikogeburten, Brustkrebs,
Gynäkologische Krebserkrankungen)
- Medizinische Klinik I (Darmkrebs)
- Medizinische Klinik III (Diabetes)
- Neurochirurgie (Hirntumoren)
- Neurologie (Parkinson, Schlaganfall, Multiple Sklerose)
- Psychiatrie und Psychotherapie (Depression)
- Psychotherapie und Psychosomatik (Angststörungen, Depression,
Psychosomatik)
- UniversitätsCentrum für Orthopädie, Plastische & Unfallchirurgie
(Orthopädie, Wirbelsäulenchirurgie, Unfallchirurgie, Plastisch-
Rekonstruktive Chirurgie)
- Urologie (Prostatakrebs)
- Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie (Darmkrebs, Gallenblasen-
Operationen)

Für folgende Indikationen und Krankheitsbilder ist das
Universitätsklinikum Dresden ebenfalls als kompetenter Ansprechpartner in
der Focus-Klinikliste aufgeführt:
- Alzheimer
- Gefäßchirurgie
- Haut
- Kinderchirurgie
- Leukämie
- Nuklearmedizin
- Strahlentherapie
- Zahnklinik
- Zwangsstörungen

„Das Universitätsklinikum Dresden hat sich als verlässlicher Partner sowie
Anlaufpunkt für moderne Patientenversorgung auf Spitzenniveau in der
Region etabliert. Mediziner und Wissenschaftler arbeiten innerhalb der
Hochschulmedizin Dresden an neuen Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten,
um eine bestmögliche Versorgung zu garantieren. Die erneute Auszeichnung
im Klinikranking des Focus würdigt dieses Engagement, das ohne die
Beschäftigten in der Pflege und Verwaltung nicht möglich wäre“, sagt Prof.
Michael Albrecht. „Wir sind sehr stolz auf unser Team und das gemeinsame
Wirken auch in den vergangenen Monaten, die große Herausforderungen
gebracht haben.“ „Nun gilt es, bei allen Einschränkungen, die durch die
Corona-Pandemie aufgetreten sind, die Spitzenversorgung weiter auszubauen
und kontinuierlich anzubieten“, ergänzt Janko Haft, Kaufmännischer
Vorstand.

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World Health Summit 2020 findet als reine Digital Konferenz statt

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, EU-Kommissionspräsidentin Ursula
von der Leyen, Virologe Christian Drosten und UN-Generalsekretär António
Guterres sprechen zu Covid-19 und globaler Gesundheit

Aufgrund der sich verschärfenden Situation in der Corona Krise wird der
World Health Summit (25.-27. Oktober) in diesem Jahr ausschließlich
digital stattfinden.
Es wird keine Vor-Ort Veranstaltungen geben und somit ist auch keine
persönliche Anwesenheit vor Ort möglich: Die Teilnahme am World Health
Summit 2020 ist auch für Journalisten ausschließlich online. Eine
Akkreditierung ist dafür nicht erforderlich.

Die Eröffnungsveranstaltung am kommenden Sonntag, den 25.10. um 18:00 Uhr
mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, EU-Kommissionspräsidentin
Ursula von der Leyen, UN-Generalsekretär Anónio Guterres, WHO-
Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus und weiteren SprecherInnen wird
als Livestream zur Verfügung stehen: worldhealthsummit.org
Bild und Ton können nach Absprache gerne genutzt werden.

Alle anderen insgesamt 50 Sessions werden ebenfalls live digital
übertragen: Die jeweiligen Zoom-Links zu den Keynotesessions,
Paneldiscussions und Workshops sind kostenfrei und ohne Anmeldung auf
https://www.worldhealthsummit.org abrufbar oder direkt im Programm:
https://www.conference.worldhealthsummit.org/Program/WHS2020.
Dort finden sich auch alle Informationen zu Sprechern und Themen.

Bei allen Sessions können Fragen über die Zoom Q&A Funktion gestellt
werden, Bild und Ton können nach Absprache genutzt werden. (Copyright:
World Health Summit)

Zu den rund 300 SprecherInnen des World Health Summit gehören:
•       Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident (25.10. 18:00)
•       Ursula von der Leyen, Präsidentin der EU Kommission (25.10. 18:00)
•       Gerd Müller, Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung, Deutschland (27.10.  9:00 & 11:00)
•       Jens Spahn, Gesundheitsminister, Deutschland (26.10. 9:00 & 11:00)
•       Marta Temido, Gesundheitsministerin, Portugal (26.10. 11:00)
•       Tomaž Gantar, Gesundheitsminister, Slowenien (26.10. 11:00)
•       António Guterres, Generalsekretär, Vereinte Nationen (25.10.
18:00)
•       Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor,
Weltgesundheitsorganisation WHO (25.10. 18:00, 26.10. 9:00 & 27.10. 16:00)
•       Michelle Bachelet, Hohe Kommissarin für Menschenrechte, Vereinte
Nationen (27.10. 14:00)
•       Christian Drosten, Leiter, Institut für Virologie, Charité –
Universitätsmedizin Berlin (26.10. 11:00 & 14:00, 27.10. 9:00 & 14:00)
•       Lothar H. Wieler, Präsident, Robert Koch Institut (25.10. 14:00 &
16:00, 26.10. 9:00 & 11:00)
•       Winnie Byanyima, Direktorin, UNAIDS (25.10. 16:00 & 18:00)
•       Andrea Ammon, Direktorin, European Centre for Disease Prevention
and Control (25.10. 14:00 & 16:00, 27.10. 11:00)
•       Nanette Cocero, Präsidentin für globale Impfstoffentwicklung,
Pfizer (25.10. 18:00)
•       Victor Dzau, Präsident, National Academy of Medicine, USA (25.10.
16:00)
•       Jeremy Farrar, Direktor, Wellcome Trust (27.10. 16:00)
•       George F. Gao, Direktor, Chinese Center for Disease Control and
Prevention (25.10. 14:00, 27.10. 14:00)
•       Paul Hudson, CEO, Sanofi (25.10. 18:00)
•       John Nkengasong, Direktor, Africa Centres for Disease Control and
Prevention (27.10. 11:00)
•       Michael Ryan, Nothilfedirektor, Weltgesundheitsorganisation WHO
(27.10. 11:00)

Zur Entscheidung, den World Health Summit 2020, der als Hybrid-
Veranstaltung unter Corona-Bedingungen geplant war, in eine reine Digital-
Konferenz umzuwandeln sagt Prof. Dr. Detlev Ganten, Gründer und Präsident
des World Health Summit: „Für den World Health Summit stehen globale
Gesundheit und die persönliche Gesundheit der Teilnehmer an erster
Stelle.“ Die COVID-19 Pandemie zeige, wie entscheidend internationale
Zusammenarbeit sei, so Ganten weiter: „Der World Health Summit als eine
der führenden Konferenzen zu globaler Gesundheit ist wichtiger denn je.
Das digitale Format ermöglicht eine weltweite Teilnahme, aktive
Beteiligung und eine noch größere Verbreitung.“

Im Mittelpunkt des World Health Summit 2020: Aktuelle Erkenntnisse zu
COVID-19, neue globale Strategien für Pandemie-Prävention und -Bekämpfung,
die Rolle Europas und der WHO in der globalen Gesundheit.

Der World Health Summit ist eine der weltweit wichtigsten strategischen
Konferenzen für globale Gesundheit und bringt international führende
Wissenschaftler, Politiker sowie Vertreter aus Industrie und
Zivilgesellschaft zusammen. Das Forum wurde 2009 zum 300-jährigen Jubiläum
der Charité gegründet und steht unter der Schirmherrschaft von
Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatspräsident Emmanuel
Macron, der Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen
und Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der
Weltgesundheitsorganisation WHO.

Presse Informationen: https://www.worldhealthsummit.org/media/presskit

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Bekämpfung von Bluthochdruck als gesamtgesellschaftliche Aufgabe: Am Samstag ist Welt Hypertonie Tag!

Anliegen des Welt Hypertonie Tags ist, über die hochriskante, jedoch
sowohl in der Bevölkerung als auch von der Gesundheitspolitik oft weit
unterschätzte Erkrankung Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) zu
informieren. Denn kaum bei einer anderen Erkrankung ist die Prävention und
Therapie so einfach und gleichzeitig so effektiv. Die US-
Gesundheitsbehörden haben das erkannt und einen „Call to Action to Control
Hypertension” initiiert. Zeit, in Deutschland ein ähnliches Programm
aufzulegen. Die Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® hat bereits Ende 2019
eine Nationale Bluthochdruckstrategie vorgelegt.

Der Welt Hypertonie Tag findet jedes Jahr am 17. Mai statt – doch 2020
wurde er erstmals wegen der SARS-CoV-2-Pandemie verschoben. Nun wird am
Samstag, den 17. Oktober, dieser Aktionstag begangen. Anliegen ist, über
die hochriskante, jedoch sowohl in der Bevölkerung als auch von der
Gesundheitspolitik oft weit unterschätzte Erkrankung Bluthochdruck
(arterielle Hypertonie) zu informieren. Denn kaum bei einer anderen
Erkrankung ist Prävention so einfach und gleichzeitig so effektiv. Allein
die Hälfte aller Schlaganfälle und Herzinfarkte könnte durch die Senkung
erhöhter Blutdruckwerte verhindert werden! Blutdruck ist ein Volksleiden,
das unbehandelt immense gesundheitlichen Folgen nach sich zieht und zu
viel persönlichen Leid, letztlich aber auch zu einer schweren Belastung
der Gesundheitsbudgets führt. Die Amerikaner sprechen bereits von den drei
„C“, die die Erkrankung beschreiben: ‚common, costly and controllable‘
(häufig, teuer und kontrollierbar).

Das hat die US-Gesundheitspolitik erkannt und beginnt,
Präventionsmaßnahmen zu stärken und in große Public Health-Programme
einzubauen. Das Gesundheitsministerium in den USA hat einen „Call to
Action to Control Hypertension” initiiert, ein umfangreiches
Strategiepapier, das nicht nur die Notwendigkeit, Bluthochdruck den Kampf
anzusagen, begründet, sondern auch konkrete Maßnahmen aufführt, um die
Prävalenz und Krankheitslast zu senken. Die Motivation ist einfach:
Bereits jetzt verursachen die Folgen von Bluthochdruck Kosten von 130-190
Milliarden Dollar in den USA, Berechnungen zufolge werden es im Jahr 2035
bereits 220 Milliarden Dollar sein [1]. Da Bluthochdruck im Prinzip
einfach zu diagnostizieren und bei einem Großteil der Patienten auch
einfach und kostengünstig zu behandeln ist, zahlen sich
Präventionsmaßnahmen schnell aus.

Die deutsche Gesundheitspolitik ist hier leider noch nicht so weit: Im
November 2019 hatte die Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® | Deutsche
Gesellschaft für Hypertonie und Prävention eine Nationale
Bluthochdruckstrategie [2] ausgearbeitet und an das
Bundesgesundheitsministerium geschickt – bislang jedoch ohne Resonanz.
„Sicher hat die Corona-Pandemie alle anderen Gesundheitsthemen in den
Hintergrund gedrängt, aber ohne Krankheiten gegeneinander ausspielen zu
wollen, sollte man nicht nur den Infektionsschutz, sondern auch die
Prävention von Bluthochdruck zu einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe
machen“, erklärt Professor Ulrich Wenzel, Vorstandsvorsitzender der DHL®.
Wie er ausführt, versterben pro Jahr in Deutschland fast 47.000 Menschen
an einem Herzinfarkt und über 27.000 Menschen an einem Schlaganfall [3] –
und die Hälfte dieser Fälle geht auf das Konto von Bluthochdruck, immerhin
sind das fast 40.000 Todesfälle pro Jahr. Darin seien noch nicht einmal
die einberechnet, die an einem blutdruckbedingten Nierenversagen oder
einer blutdruckbedingten Demenz verstorben sind – sowie auch nicht die
Kosten, die durch die Behandlung, Rehabilitation und Pflege der vielen
Patienten entstehen, die glücklicherweise einen Herzinfarkt oder
Schlaganfall überleben. Durch eine verbesserte Prävention, früheres
Erkennen und einer konsequenten Behandlung von Bluthochdruck lasse sich
die Zahl der dramatischen Folgeerkrankungen insgesamt deutlich senken und
damit auch die Todesopfer sowie die Behandlungskosten.

„Wir hoffen auf die Unterstützung der Politik bei der Umsetzung der
Nationalen Bluthochdruckstrategie. In dem Strategiepaper haben wir
sinnvolle Maßnahmen in vier Handlungsfelder unterteilt: (1) Prävention und
Früherkennung, (2) Versorgung von Menschen mit Bluthochdruck, (3)
Forschungsförderung im Bereich Bluthochdruck, Bluthochdrucktherapie und
-versorgung und (4) Stärkung der Patientenermächtigung („patient
empowerment“). Es bedeutet ein gewisses gesamtgesellschaftliches
Investment, aber das wird sich auszahlen. Die Präventionsmaßnahmen würden
nicht nur die Mortalität und Morbidität von Bluthochdruck senken, sondern
nebenbei auch die von Herz-Kreislauferkrankungen, von Diabetes mellitus
und Krebs. Wir investieren damit in die Gesundheit der Menschen und in die
Zukunft.“

Quellen:
[1] https://www.cdc.gov/bloodpressure/docs/SG-CTA-HTN-Control-Report.pdf
[2] https://www.hochdruckliga.de/ueber-uns/nationale-
bluthochdruckstrategie
[3] Statistisches Bundesamt (Destatis), 2020 | Stand: 11.05.2020

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Atemnot und Abgeschlagenheit: Herzschwäche kann dahinterstecken

Bundesweite Herzwochen informieren über Volkskrankheit Herzschwäche

Fünf bis sechs Liter Blut pro Minute pumpt das Herz durch unseren Körper
und versorgt so unsere Organe mit lebenswichtigem Sauerstoff und
Nährstoffen. Schädigt aber ein Herzinfarkt oder ein unbehandelter
Bluthochdruck den Herzmuskel, so dass der an Pumpkraft verliert und es
kommt zur chronischen Herzschwäche (Herzinsuffizienz), hat das
schwerwiegende Folgen. Nicht nur das Herz selbst, auch andere Organe wie
Gehirn, Nieren oder Muskeln nehmen Schaden. Im fortgeschrittenen Stadium
kann die Herzschwäche lebensbedrohlich bis hin zu Herzversagen oder
plötzlichem Herztod werden. Bundesweit sind pro Jahr rund 465.000
Klinikaufnahmen wegen einer entgleisten Herzschwäche zu verzeichnen, rund
40.000 sterben daran. „Tückisch an der Herzschwäche ist, dass sie meistens
mit Atemnot und einer Leistungsabnahme beginnt. Die Beschwerden können
unspektakulär sein: Man schafft die Bergwanderung nicht mehr oder beim
Treppensteigen geht die Puste aus. Man ist müde, abgeschlagen und die
Unterschenkel und Fußgelenke sind wie geschwollen, weil sich Flüssigkeit
eingelagert hat“, berichtet Herzspezialist Prof. Dr. med. Thomas
Voigtländer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen
Herzstiftung. „Für Patienten und Ärzte lassen sich diese teils diffusen
Leitsymptome nicht immer gleich dem Herzen zuordnen. Das birgt die Gefahr,
dass ältere Personen ihre Beschwerden dem Alter zuschreiben und hinnehmen,
anstatt zum Arzt zu gehen. Wer aber unter Atemnot leidet, muss sofort zum
Arzt, um die Herzschwäche und ihre Ursachen zu behandeln“, warnt der
Kardiologe am Cardiolangiologischen Centrum Bethanien (CCB) Frankfurt am
Main.
Um die Öffentlichkeit mit bis zu vier Millionen Betroffenen durch
Herzschwäche in Deutschland für die Warnzeichen der Volkskrankheit zu
sensibilisieren, informiert die Herzstiftung in den bundesweiten
Herzwochen „Das schwache Herz“ vom 1. bis zum 30. November unter
www.herzstiftung.de/herzwochen2020 (Ratgeber-Infos, Video-Clips) über die
Ursachen, Symptome und Therapie der Herzinsuffizienz.

Endstadium anderer Herzkrankheiten: Angriffspunkte für Therapie
Die Herzschwäche ist keine eigenständige Erkrankung, vielmehr münden in
sie andere Herzkrankheiten. „Das macht die Herzschwäche zu einem komplexen
Krankheitsgeschehen für Arzt und Patient, zumal in die Herzschwäche
mehrere Herz- und Kreislauferkrankungen auf einmal münden können“,
erläutert Voigtländer. Deren Behandlung mit Medikamenten,
interventionellen und chirurgischen Verfahren sowie Lebensstilmaßnahmen
müsse dann gut aufeinander abgestimmt werden. „Ist eine undichte
Herzklappe oder eine verengte Herzkranzarterie als Ursache erstmal
aufgedeckt, gibt es einen konkreten Angriffspunkt für die Behandlung.“ Bei
weitem am wichtigsten unter den Ursachen einer Herzinsuffizienz sind die
koronare Herzkrankheit (KHK) und Bluthochdruck, die rund 70 Prozent der
Herzschwäche-Fälle zugrunde liegen. Die KHK ist eine Durchblutungsstörung
wegen verengter Herzkranzgefäße („Arterienverkalkung“) und die
Grunderkrankung des Herzinfarkts. Besonders gefährlich wird es, wenn KHK
und Bluthochdruck mit Diabetes gemeinsam auftreten. Dann steigt die
Wahrscheinlichkeit einer Herzschwäche. „Bei Diabetikern kommt die Gefahr
des stummen Herzinfarkts hinzu. Diabetes kann das Schmerzempfinden für die
infarkttypischen Beschwerden derart vermindern, dass der Infarkt zu spät
bemerkt und notfallmedizinisch versorgt wird. Herzmuskel stirbt ab“, so
der Herzspezialist. Für etwa 20 bis 30 Prozent der Herzschwäche-Fälle sind
defekte Herzklappen, Vorhofflimmern, angeborene Herzfehler, entzündliche
Herzmuskelerkrankungen (Myokarditis) oder Alkohol- und Drogenmissbrauch
verantwortlich.

Gefährliche Entgleisung der Herzschwäche: Wie schützt man sich davor?
Eine Entgleisung der Herzschwäche (Herzdekompensation) ist einer der
häufigsten Anlässe für eine Krankenhauseinweisung. „Für die Therapie der
Herzschwäche ist eine aktive Rolle des Patienten enorm wichtig, um es gar
nicht erst zur Verschlechterung der Herzkrankheit kommen zu lassen“,
betont der Intensivmediziner. Zur Entgleisung kommt es, wenn etwa
Medikamente weggelassen, falsch dosiert oder kombiniert werden. Oder wenn
nicht auf einen gesunden Lebensstil durch Gewichtsnormalisierung,
maßvolles Ausdauertraining 3-mal pro Woche jeweils 30 Minuten (bei
stabiler Herzschwäche), gesunde Ernährung (Mittelmeerküche) und Verzicht
auf Rauchen und Alkohol geachtet wird. „Besondere Aufmerksamkeit verdient
das Körpergewicht, weil ein Anstieg um mehr als zwei Kilo in drei Tagen
eine Tendenz zur Flüssigkeitseinlagerung, Ödeme genannt, anzeigt.
Betroffene sollten sich daher täglich wiegen.“ Wegen der Einnahme von
Entwässerungsmitteln (Diuretika) sollten Herzschwächepatienten übermäßigen
Salzverbrauch im Essen und zu große Flüssigkeitsmengen (über 2 Liter am
Tag) vermeiden. Auch eine Überlastung des ohnehin geschwächten Herzens
durch eine bakterielle oder Virus-Infektion gilt es zu vermeiden. Da eine
Covid-19-Erkrankung bei Herzpatienten zu schweren Krankheitsverläufen
führen kann, kommt in Zeiten der Corona-Pandemie der Grippeschutzimpfung
eine noch größere Bedeutung zu als zuvor. Die Deutsche Herzstiftung rät
deshalb Herzpatienten, sich unbedingt gegen Grippe (Influenza) und
Pneumokokken impfen zu lassen. Weitere Symptome bzw. Faktoren für eine
Verschlechterung der Herzschwäche, auf die Patienten achten sollten, sind:
- Lungenentzündungen – gehäuft bei Herzschwäche (überlasten geschwächtes
Herz)
- Beschleunigter Puls, Herzklopfen bei Belastung
- Plötzliche Luftnotanfälle mit Todesangst (durch Blutstauung im
Lungenkreislauf als Folge einer Bluthochdruckkrise)
- Schaumiger Husten, Rasselgeräusche beim Atmen

Beste Strategie gegen Herzschwäche: Behandlung der Ursachen und Folgen
Ziel der Therapie der Herzschwäche ist es, ihr Fortschreiten zu stoppen
oder zu verlangsamen, die Sterblichkeit und Krankenhauseinweisungen zu
verhindern und die Lebensqualität zu erhalten oder zu verbessern. „Die
beste Strategie, mit der wir eine Verschlechterung der Herzinsuffizienz
und daraus folgende Begleiterkrankungen wie Nierenfunktionsstörungen und
Atemwegserkrankungen vermeiden können, ist die Behandlung der
Grundkrankheit und deren schädliche Wirkung auf den Herzmuskel“, betont
Voigtländer. Insbesondere Durchblutungsstörungen durch KHK und
Herzinfarkt, eine Schwächung des Herzmuskels durch Rhythmusstörungen und
Herzklappendefekte gehen der Herzschwäche voraus. Deren Behebung
ermöglichen kathetergestützte oder chirurgische Verfahren zur Beseitigung
von Gefäßverschlüssen (Stent, Bypass-Operation), Klappendefekten (TAVI,
MitraClip, chirurgischer Klappenersatz) oder Rhythmusstörungen
(Vorhofflimmer-Ablation), um eine weitere Schwächung der Herzfunktion zu
unterbinden. Ein weiterer unverzichtbarer Therapiebaustein sind
Herzschrittmacher. Eine Resynchronisationstherapie (CRT) mit speziellen
Schrittmachern verbessert die Herzleistung bei Patienten mit einer Störung
der Erregungsleitung im Herzen. Implantierbare Defibrillatoren (ICD)
schützen Herzschwächepatienten, die durch eine bösartige
Herzrhythmusstörung (Kammerflimmern) gefährdet sind, vor dem plötzlichen
Herztod. „Schrittmacher und Defibrillatoren kommen nicht bei allen
Herzschwäche-Formen gleichermaßen zum Einsatz. Ihr Nutzen muss für das
individuelle Krankheitsprofil gesichert sein“, so der Kardiologe.
Um ein Voranschreiten der Pumpschwäche des Herzens zu verlangsamen oder
aufzuhalten, kommen je nach Ursachen und Beschwerden verschiedene
Medikamentengruppen zum Einsatz. Betablocker schirmen das Herz gegen
Stresshormone ab. ACE-Hemmer und Sartane (auch
Mineralkortikoidrezeptorantagonisten: MRAs) verhindern die schädlichen
Umbauprozesse im Herzmuskelgewebe und steigern die Leistungsfähigkeit des
Herzens, ARNI (Sacubitril/Valsartan) steigern körpereigene
Schutzmechanismen vor einer Überstimulation im Herzen. Diuretika zur
Behandlung der Flüssigkeitseinlagerungen im Körper entlasten das Herz,
fördern aber auch die Ausscheidung von Mineralstoffen, was gefährliche
Herzrhythmusstörungen begünstigen kann. Daher sollte besonders der
Kaliumspiegel bei Einnahme von Entwässerungsmitteln regelmäßig
kontrolliert werden. „Die konsequente, ärztlich abgestimmte Einnahme der
Medikamente ist für den Behandlungserfolg ebenso wichtig wie die Therapie
der Ursachen der Herzschwäche wie Bluthochdruck, Diabetes, hohes
Cholesterin sowie Lebensstilmaßnahmen wie der Abbau von Übergewicht, der
Verzicht aufs Rauchen und regelmäßige Bewegung.“

Schonung war früher: Bewegung als Therapie
Wo früher in der Herzmedizin Schonung bei Herzschwäche angeraten wurde,
sind heute körperliche Aktivitäten mit viel Bewegung bei vergleichsweise
geringem Kraftaufwand wie Spazierengehen, Wandern, Nordic Walking,
Radfahren fester Bestandteil der Herzschwäche-Therapie. Allerdings muss
mit dem Hausarzt oder Kardiologen die Belastbarkeit getestet werden.
Untersuchungen haben gezeigt, dass sich durch regelmäßiges
Ausdauertraining je nach Intensität und Dauer die Leistungsfähigkeit um 10
bis 25 Prozent verbessern lässt, Krankenhausaufenthalte reduziert und die
Sterblichkeit gesenkt werden.

Herzschwäche-Diagnostik: Schmerzfrei und zuverlässig
Besteht beim Hausarzt der geringste Herzschwäche-Verdacht, muss der
Patient zum Kardiologen zur Beurteilung der Herzfunktion. Unterschieden
wird zwischen der systolischen Herzschwäche, der Pumpschwäche in der
Kontraktionsphase (Systole) des Herzens, in der das Herz das Blut in den
Kreislauf pumpt, und der diastolischen Herzschwäche. Hier fehlt dem
verdickten Herzmuskel der Entspannungsphase (Diastole) Elastizität – meist
als Folge chronischer Druckbelastung durch Bluthochdruck –, um genügend
Blut aufzunehmen. Unter anderem folgende Untersuchungsverfahren stehen zur
Verfügung:
- Ultraschall (Echokardiographie) für die Darstellung der Größe von
Herzhöhlen, Bewegung der Herzwände, Herzmuskeldicke
- Ruhe-EKG zur Abklärung von Herzmuskelverdickung/-versteifung,
Herzinfarkt
- Belastungs-EKG (Belastungseinschränkung, KHK)
- Röntgenaufnahme des Brustkorbs
- Katheteruntersuchung
- Bluttest mit dem Biomarker NT-proBNP, ein Hormon, Überbelastung des
Herzens anzeigt

Die gesamte Herzwochen-Pressemappe (2020) finden Sie unter:
www.herzstiftung.de/herzwochen2020-pressemappe

Tipp: Der Ratgeber „Das schwache Herz“ (180 S.) kann kostenfrei per Tel.
unter 069 955128-400 (E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.) angefordert
werden. Leicht verständlich informieren Herzexperten über Ursachen,
Vorbeugung sowie über aktuelle Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten der
Herzschwäche. Weitere Infos unter www.herzstiftung.de/herzwochen2020 und
www.herzstiftung.de/herzschwaeche-therapie

Die Herzwochen stehen unter dem Motto „Das schwache Herz“ und richten sich
an Patienten, Angehörige, Ärzte und alle, die sich für das Thema
Herzschwäche interessieren. An der Aufklärungskampagne beteiligen sich
Kliniken, niedergelassene Kardiologen, Krankenkassen und Betriebe. Infos
zu Online-Vorträgen, Telefonaktionen und Ratgeber-Angeboten sind unter
www.herzstiftung.de/herzwochen2020 abrufbar oder per Tel. 069 955128-333
zu erfragen.

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