Zum Hauptinhalt springen

Gesundheit

Digitalisierung kann pflegende Angehörige entlasten

Foto Techniker KrankenkasseVon den gut 580.000 Pflegebedürftigen in Nordrhein-Westfalen (NRW) werden mehr als 420.000 zu Hause versorgt. Jeder vierte Angehörige ist dabei weitgehend auf sich selbst gestellt. Das hat gesundheitliche Folgen: Nur gut 30 Prozent der allein pflegenden Angehörigen schätzen ihren Gesundheitszustand positiv ein, zeigt eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der Techniker Krankenkasse (TK).

"Wer Angehörige pflegt, steht seelisch und zeitlich stark unter Druck", sagt Günter van Aalst, Leiter der TK-Landesvertretung NRW. "Hilfe in solchen Stresssituationen bietet die psychologische Online-Beratung 'Pflegen und Leben', die von der TK unterstützt wird. Pflegende Angehörige können sie jederzeit und zeitlich unbegrenzt von zu Hause aus nutzen", erläutert van Aalst.

TK-Pflegestudie: https://www.tk.de/tk/themen/pflegestudie/700088

Psychologische Unterstützung für pflegende Angehörige: Pflegen und Leben

Infografiken: https://www.tk.de/tk/themen/pflegestudie/infografiken/700076

  • Aufrufe: 335

Arbeitswelt und Migration: Typ-2-Diabetes vorbeugen und Arbeitskraft bei Erkrankten erhalten

Etwa 5,6 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland sind laut des Bundesarbeitsministeriums* im Schichtdienst tätig. Schichtarbeit erhöht das Risiko für Typ-2-Diabetes, wie mehrere Beobachtungsstudien zeigen. Durch Verschiebung des Schlaf-Wach-Rhythmus kann es zu Störungen im Glukosestoffwechsel kommen. Aufgrund der demografischen Entwicklung und der Zunahme von Erkrankungen an Typ-2-Diabetes hierzulande müssen neben Präventionsmaßnahmen auch Perspektiven entwickelt werden, wie Menschen trotz chronischer Erkrankung weiterhin und bei guter Lebensqualität am Berufsleben teilnehmen können.
Außerdem ist ein Anstieg von Arbeitskräften aus anderen Kulturkreisen mit einer noch höheren Diabetesprävalenz zu erwarten.
Die Arbeitsgemeinschaft „Diabetes und Migranten“ der DDG kommt in ihren jüngsten Recherchen zu dem Ergebnis, dass die Zusammenhänge „Diabetes – Arbeitswelt – Migration“ in Deutschland wissenschaftlich noch nicht systematisch aufgegriffen wurden und es einer Ausarbeitung von entsprechenden Lösungsvorschlägen und Behandlungskonzepten bedarf.

Bei Schichtarbeit kann es im Vergleich zu normalen Arbeitszeiten sowohl beim Menschen als auch im Mausmodell durch die Verschiebung des Schlaf-Wach-Rhythmus zu Störungen im Glukosestoffwechsel kommen. Eine Metaanalyse der Huazhong University of Science and Technology im chinesischen Wuhan** fasste die Ergebnisse von 12 internationalen Beobachtungsstudien mit mehr als 226.000 Teilnehmern zusammen – knapp 15.000 hatten Diabetes mellitus. Bei Männern stieg das Diabetesrisiko durch Schichtarbeit um bis zu 37 Prozent. Laut der Metaanalyse ergab sich das höchste Risiko bei rotierenden Schichtmodellen, in denen die Arbeitnehmer häufig zwischen Früh-, Spät- und Nachschicht wechselten. Diese hatte ein um 42 Prozent erhöhtes Diabetesrisiko. Forscher der Harvard School of Public Health verglichen in einer Studie*** Krankenschwestern, die jahrzehntelang in Wechselschichten tätig waren, mit nur tagsüber arbeitenden Schwestern. Erstere wiesen ein um 20 Prozent erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes auf. Nach knapp 20 Jahren stieg das Risiko um 40 Prozent und nach mehr als 20 Jahren sogar um 58 Prozent an.

„Wer im Schichtdienst arbeitet, muss auch zwangsläufig seine Mahlzeiten den Schichten anpassen“, sagt Faize Berger, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft „Diabetes und Migranten“ der DDG. „Ständiges Verschieben von Essenszeiten wurde bereits in anderen Studien mit einem Anstieg von postprandialen Glukosewerten, Insulinspiegel und Body-Mass-Index (BMI) in Zusammenhang gebracht.“ Neben einer durch Ursachen wie Schichtdienst und verändertem Lebensstil bedingten Zunahme an Diabeteserkrankungen wird es künftig auch mehr Arbeitnehmer mit Migrationshintergrund geben, die aus Kulturkreisen mit genetisch höherer Veranlagung für Diabetes stammen. „Wir müssen schon jetzt erforschen, welche Rolle der Migrationshintergrund in der Arbeitswelt spielt und wo die Prävention praktisch ansetzen kann“, erläutert Katrin Boege vom Institut für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IAG). Diese Aspekte diskutiert die AG in ihrem Symposium im Rahmen der 10. Herbsttagung der DDG am Samstag, den 12. November 2016, im NCC NürnbergConvention Center in Nürnberg.

Das Tagungsprogramm zur Diabetes Herbsttagung ist im Internet unter www.herbsttagung-ddg.de abrufbar. Interessierte können sich dort direkt online anmelden.

Quellen:
*Kleine Anfrage der Abgeordneten Jutta Krellmann u. a. und der Fraktion DIE LINKE betreffend "Arbeitszeiten in Deutschland", BT-Drs. 18/9257
https://www.linksfraktion.de/themen/nachrichten/detail/immer-mehr-beschaeftigte-...
Antwort der Bundesregierung zur kleinen Anfrage der Fraktion DIE LINKE im Bundestag zu „Arbeitszeiten in Deutschland“ vom 26.08.2016
https://www.linksfraktion.de/fileadmin/user_upload/PDF_Dokumente/Kleine_Anfrage_...

**Gan Y, et al:Occup Environ Med (online) 16. Juli 2014; Shift work and diabetes mellitus: a meta-analysis of observational studies
http://dx.doi.org/10.1136/oemed-2014-102150 ; Pan, A. PLoS Medicine 2011; 8(12): e1001141.

***Pan A, Schernhammer ES, Sun Q, Hu FB (2011) Rotating Night Shift Work and Risk of typ-2-Diabetes
http://journals.plos.org/plosmedicine/article?id=10.1371/journal.pmed.1001141

  • Aufrufe: 227

Chronische Erkrankungen und Schlaf

Die Schlafqualität bei chronischen Erkrankungen ist auch ein Thema der hausärztlichen Versorgung.
Unter dem Leitmotiv „Schlafmedizin: grenzüberschreitend und innovativ“ werden sich vom 1. bis 3. Dezember in Dresden etwa 2000 Experten anlässlich der 24. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) zu aktuellen Themen dieses medizinischen Fachgebietes austauschen. Auch der Einfluss von Krankheiten auf den Schlaf – und umgekehrt - ist in Dresden ein Diskussionspunkt.

Dr. med. Andrea Bosse-Henck vom Schlaflabor der Abteilung für Pneumologie des Universitätsklinikums Leipzig gehört in diesem Jahr zur Tagungsleitung und weiß, dass Ein- und Durchschlafstörungen bei Patienten mit bestimmten Organerkrankungen wie z.B. Rheuma, chronischer Bronchitis oder Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems häufiger auftreten als bei anderen Erkrankungen. „Es gilt andererseits als gesichert, das bereits die Verkürzung des täglichen Nachtschlafes um 1 Stunde zu einem erhöhten Risiko führt, chronische Krankheiten wie Diabetes Typ II, Bluthochdruck oder Stoffwechselstörungen zu entwickeln“, erklärt sie.

Als Folge eines nicht erholsamen Nachtschlafes kommt es tagsüber zu Schläfrigkeit oder Müdigkeit mit einer deutlichen Beeinträchtigung von Konzentration, Stimmung, Leistungsfähigkeit sowie der allgemeinen Lebensqualität. Die Wahrscheinlichkeit, einen Fehler zu machen oder einen Unfall zu verursachen, steigt. Auslöser für einen gestörten Nachtschlaf können nicht nur Stress, Angst oder andere psychische Ursachen, sondern häufig auch weit verbreitete Symptome wie Husten, gestörte Nasenatmung (z.B. durch Allergien ), Luftnot, Gelenkbeschwerden, gehäuftes Wasserlassen oder Schweißausbrüche bei Frauen in den Wechseljahren sein. Die Koexistenz von Schlafstörungen bei chronischen Erkrankungen hat sowohl Auswirkungen auf das Befinden des Patienten am Tage als auch eine Erhöhung des kardiovaskulären Risikos zur Folge.

Am Beispiel der Sarkoidose, einer chronischen Erkrankung bei der sich Gewebeknötchen im Körper bilden und immer weiter ausbreiten, konnte Frau Dr. Bosse-Henck in einer im August dieses Jahres veröffentlichten Studie mit mehr als 1000 Patienten zeigen, dass zwei Drittel der Studienteilnehmer über eine schlechte subjektive Schlafqualität berichteten. 25 Prozent schliefen so schlecht wie Patienten mit einer chronischen Schlafstörung. „Interessant dabei war, dass sich mit Zunahme der von der Sarkoidose betroffenen Organe die Schlafqualität deutlich verschlechterte und auch die Häufigkeit von Schlaf-Apnoe und Restless legs Syndrom signifikant zunahm. Zudem konnte ein Anstieg des Vorkommens internistischer Begleiterkrankungen bemerkt werden“, berichtet die Schlafmedizinerin.
Sie fordert deshalb mehr Aufmerksamkeit für den Nachtschlaf bei allen chronischen Erkrankungen und eine aktive Diagnostik von möglichen Schlafstörungen. Dabei kommt auch den Hausärzten eine richtungsweisende Bedeutung zu.

Weitere aktuelle Erkenntnisse dazu werden am Samstag, den 3. Dezember 2016, von 14 – 15.30 Uhr im Symposium „Neue Befunde aus Epidemiologie und Klinik zur Interaktion von Schlaf und Krankheit“ auf der 24. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) in Dresden ausgetauscht. Das gesamte Programm und alle wichtigen Kongressinformationen sind ersichtlich auf der Homepage http://www.dgsm-kongress.de.

  • Aufrufe: 254

Großer Hirntumor-Informationstag in Würzburg

Hirntumorexperten stellen innovative Therapiekonzepte vor: Am Samstag, den 29. Oktober 2016 findet der überregionale Hirntumor-Informationstag der Deutschen Hirntumorhilfe statt, zu dem die gemeinnützige Organisation interessierte Patienten, Angehörige und Ärzte von 9:30 bis 18.30 Uhr an die Julius-Maximilians-Universität Würzburg einlädt. In Zusammenarbeit mit der neurochirurgischen Klinik und Poliklinik des Würzburger Universitätsklinikums steht die Veranstaltung mit ihren acht Vorträgen anerkannter Spezialisten ganz im Zeichen der modernen Hirntumortherapie.

Im Mittelpunkt des Informationstags stehen aktuelle Ergebnisse klinischer Studien sowie die Zukunft der Hirntumortherapie. Auch etablierte Behandlungsoptionen in der Neuroonkologie und die psychoonkologische Betreuung sind Teil des vielfältigen Vortragsprogramms. Renommierte Experten, unter anderem Prof. Ulrich Herrlinger aus Bonn, Prof. Michael Platten aus Mannheim und Prof. Stephanie Combs aus München, decken mit ihren Referaten das gesamte Spektrum der Neuroonkologie ab und geben einen Überblick zu neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der Hirntumorforschung. Bei Podiumsdiskussionen und in persönlichen Gesprächen mit den Referenten haben die Teilnehmer der Veranstaltung zudem die Möglichkeit, individuelle Fragen zu klären.

Im Anschluss an die fachlichen Vorträge wird Patienten und Angehörigen im zweiten Teil des Informationstags die Möglichkeit gegeben, mit anderen Betroffenen in Kontakt zu treten, Tipps zur besseren Bewältigung der Erkrankung auszutauschen und eigene Erfahrungen zu teilen.

Teilnehmende Ärzte können den Informationstag als kompakte Weiterbildung nutzen. Hierzu wurden für das Symposium bei der Bayerischen Landesärztekammer 8 CME-Punkte beantragt.

Mit mehr als 400 erwarteten Teilnehmern ist die ganztätige Informations-Veranstaltung einzigartig im deutschsprachigen Raum. Eine Anmeldung ist derzeit noch möglich und bei freien Kapazitäten auch vor Ort.
Weitere Informationen finden sie unter www.hirntumorhilfe.de.

39. Hirntumor-Informationstag in Würzburg
Wann: Samstag, 29. Oktober 2016 von 9:30 bis 18:30 Uhr, Registrierung/Einlass ab 8:30 Uhr
Wo: Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Zentrales Hörsaal- und Seminargebäude (Z6), Hörsaal 0.004, Am Hubland, 97074 Würzburg

Tagungspauschale: 30 € (Mitglieder) / 50 € (Nichtmitglieder) inkl. Verpflegung

Anmeldung: Hirntumorhilfe e.V., Veranstaltungsbüro
Tel.: 0341/590 93 96
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Hintergrundinformationen

Tumoren des Gehirns und des Rückenmarks stellen sowohl Mediziner als auch Betroffene vor besondere Herausforderungen. Vor allem die aggressiven, bösartigen Formen gehören zu den am schwersten zu therapierenden Krebserkrankungen und gelten bis heute als unheilbar. Operationen und die Behandlung mit Strahlen- oder Chemotherapie bergen immer die Gefahr, wichtige Funktionen des Gehirns zu beeinträchtigen und erfordern eine auf den Patienten individuell abgestimmte Therapie. Zwar konnten in den letzten Jahren dank neuer Medikamente, genauerer Bestrahlungstechniken und exakterer Operationsmethoden bereits Fortschritte in der Behandlung von Hirntumoren erreicht werden, Verbesserungen der Therapie hängen aber auch entscheidend von einer engen interdisziplinären Zusammenarbeit der verschiedenen Fachbereiche und der stärker forcierten Entwicklung innovativer Behandlungskonzepte ab.

Zu den führenden Spezialisten für Hirntumorerkrankungen gehört Prof. Dr. Ulrich Herrlinger, der als Leiter des Schwerpunkts Klinische Neuroonkologie an der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Bonn auf dem Gebiet der medikamentösen Behandlung von Hirntumoren tätig ist. Prof. Dr. Ulrich Herrlinger ist an der Erforschung neuer Therapieansätze beteiligt und verantwortlich für zahlreiche klinische Studien. Prof. Dr. Michael Platten ist Leitender Oberarzt der Neurologischen Klinik am Universitätsklinikum Heidelberg und Experte für die chemotherapeutische Behandlung von malignen Tumoren und die Immuntherapie von Gliomen. Darüber hinaus gilt sein Interesse der Erforschung innovativer neuroonkologischer Therapiemethoden. In ihrer Funktion als Direktorin der Klinik und Poliklinik für Radioonkologie und Strahlentherapie am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München ist Prof. Dr. Stephanie Combs Spezialistin auf dem Gebiet der Hochpräzisionsstrahlentherapie

. In Forschung und klinischer Anwendung beschäftigt sich Prof. Dr. Combs darüber hinaus mit der Partikeltherapie mit Protonen und Schwerionen.

Deutschlandweit erkranken jährlich etwa 7.000 Menschen neu an einem primären bösartigen Hirntumor, die Zahl der Patienten mit Hirnmetastasen infolge von Lungenkrebs, Brustkrebs oder anderen Krebsleiden ist ungleich höher. Die Deutsche Hirntumorhilfe hat sich seit 18 Jahren als zentrale Anlauf- und Kontaktstelle für Betroffene etabliert. Mit dem Hirntumor-Informationstag bietet die gemeinnützige Organisation zweimal im Jahr ein Forum zum Austausch für Betroffene, Angehörige und Experten. Alle Projekte und Aktivitäten des Vereins werden ausschließlich durch private Spenden und Zuwendungen finanziert.

Weitere Informationen finden Sie unter www.hirntumorhilfe.de.

  • Aufrufe: 324