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Gesundheit

Vollkeramikkronen auch für Menschen, die pressen und knirschen? Probanden gesucht

Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik des Universitätsklinikums Heidelberg sucht Studienteilnehmer, bei denen ein Backenzahn überkront werden muss

Die Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik am Universitätsklinikum Heidelberg sucht Studienteilnehmer, bei denen ein Backenzahn überkront werden muss. Bei ausgedehnten Defekten der Zähne sind künstliche Kronen eine bewährte Therapie, um die Zähne jahrzehntelang zu erhalten. Bis vor wenigen Jahren waren Kronen aus Metall und wurden nur im sichtbaren Bereich mit weißer Keramik verblendet. Erst die Entwicklung von hochfesten Keramiken erlaubte es, auf das stützende Metallgerüst zu verzichten. Inzwischen nehmen diese modernen Vollkeramik-Kronen aufgrund der guten ästhetischen und biologischen Eigenschaften stark zu. Im Hinblick auf die Langlebigkeit zeigen sich teils widersprüchliche Ergebnisse. Bisher gibt es keine Informationen darüber, ob Vollkeramikkronen bei Patienten, die pressen oder knirschen häufiger kaputt gehen oder nicht.

Wahrscheinlich presst oder knirscht fast die Hälfte aller Menschen mit den Zähnen. Die Kräfte, die dabei auftreten, können sowohl die eigenen Gewebe und Zahnhartsubstanzen schädigen, als auch den Zahnersatz. Die Studienteilnehmer erhalten kostenlos eine zahnfarbene Vollkeramikkrone aus Materialien, die bereits auf dem Markt zugelassen sind.

Die Studienteilnehmer haben einen zeitlichen Mehraufwand bis zum Einsetzen der Krone und verpflichten sich, 5 Jahre lang regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen zu kommen. Im Gegenzug dazu bekommen die Teilnehmer die Krone kostenfrei.
Interessierte können an der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik einen unverbindlichen Beratungstermin unter Tel.: 06221 / 56 60 40 vereinbaren. Anmeldschluss ist der 30. Juni 2016.

Kontakt:
Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik
Mund-Zahn-Kiefer Klinik des Universitätsklinikums Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 400
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 56-6040
Das Telefon ist besetzt:
Mo, Mi, Do 8.30 – 12.30 Uhr und 13.15 – 17.00 Uhr
Di 8.30 – 12.30 Uhr und 13.15 – 18.00 Uhr
Fr 8.30 – 13.00 Uhr

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 12.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 1.900 Betten werden jährlich rund 66.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg. www.klinikum.uni-heidelberg.de

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Die Rechte des Bewohners Entgeltminderung bei Mängeln im Pflegeheim

Bewohnerinnen und Bewohner von stationären Einrichtungen haben das Recht ihre Entgelte zu mindern, wenn Mängel in ihrem Pflegeheim vorliegen. Betroffene sollten sich vorab informieren, da dabei bestimmte Regeln beachtet werden müssen, rät die Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen e.V. (BIVA), die hierzu einen Beratungsdienst anbietet.

 „Es ist nicht einzusehen, warum weiterhin das volle Entgelt gezahlt werden soll, wenn die vertraglich vereinbarte Leistung nur zum Teil, unzureichend oder gar nicht erbracht wird“, findet Ulrike Kempchen, die Leiterin der Rechtsabteilung der BIVA. Bei Wohnraummietverträgen sei ein solches Wahrnehmen der Verbraucherrechte üblich. Dort würde die Miete schon bei geringen Mängeln anteilig gemindert. „Jeder festgestellte Mangel bedeutet eine Verletzung der Vertragspflichten und muss von dem Bewohner nicht hingenommen werden.“

Entgeltkürzungen bei Heimverträgen sind im Gesetz vorgesehen, wenn ein individueller Mangel vorliegt, das heißt, man muss davon persönlich beeinträchtigt werden. Konkret rät Kempchen dazu, diese Beeinträchtigung kleinschrittig zu dokumentieren. Zudem müssten formale Regeln eingehalten werden: Ein Mangel müsse gegenüber dem Betreiber sofort angezeigt werden, verbunden mit der Aufforderung, diesen abzustellen, und einer Ankündigung, andernfalls den eigenen Anteil am Heimentgelt zu mindern. Pflegemängel sollten zugleich der Pflegekasse mitgeteilt werden. Wenn der Sozialhilfeträger einen Teil der Kosten trägt, sei auch dieser mit einzubinden. Erst dann dürfe der Eigenanteil am Heimentgelt in sinnvollem Maße anteilig gekürzt werden. „Einen Mangel zu beziffern ist im Einzelfall allerdings schwierig“, weiß Kempchen. Anders als bei Mietminderungen gebe es keine Vergleichstabellen, aus denen man die Höhe der anteiligen Minderung ableiten kann. Anhaltspunkte liefere aber die sogenannte „Frankfurter Tabelle“ der Reisemängel. Letztlich richte sich die Höhe der Kürzung danach, wie schwer man individuell betroffen sei.

Der Informations- und Beratungsdienst der BIVA bietet hierzu Hilfestellung für Bewohnerinnen und Bewohner und deren Angehörige. Er ist montags bis freitags von 09.00 Uhr bis 12.00 Uhr sowie dienstags und mittwochs von 13.00 Uhr bis 15.00 Uhr unter der Telefonnummer 0228 909048-0 und per E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. zu erreichen.

Die BIVA ist vertritt 1974 bundesweit die Interessen von Menschen, die im Alter Wohn- und Pflegeangebote in Anspruch nehmen. Die BIVA ist gemeinnützig, politisch und konfessionell neutral sowie finanziell unabhängig.

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Deutscher Schmerz- und Palliativtag - Für eine angemessene Patientenversorgung

Vom 2. bis 5. März findet in Frankfurt am Main der 27. Deutsche Schmerz- und Palliativtag statt. Mit dem Motto „Patientenversorgung im Mittelpunkt“ unterstreicht die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) die Forderung nach einer patientenorientierten Medizin, einer flächendeckenden Versorgungslandschaft und einer engen Kooperation aller dafür notwendigen Therapeuten: Ärzte, nichtärztliches Assistenzpersonal, Pflegekräfte und Apotheker, Physio- und Psychotherapeuten. Denn sie alle verfolgen das gleiche Ziel: die angemessene Versorgung schmerzkranker Menschen.
23 Millionen Menschen in Deutschland und damit mehr als ein Viertel der Bevölkerung leiden einer aktuellen Untersuchung zufolge an chronischen Schmerzen. Bei 2,8 Millionen von ihnen handelt es sich sogar um schwerste chronische Schmerzen mit psychischen Beeinträchtigungen. Viele Patienten haben eine lange Odyssee hinter sich, bevor ihnen geholfen werden kann, sie leiden oft Jahre oder Jahrzehnte lang. „Unsere Aufgabe liegt darin, diesen Menschen zur Seite zu stehen, sie mit solidem Wissen und handwerklichem Geschick zu betreuen und sie dabei zu unterstützen, den Weg zurück ins Leben zu finden“, erklärte PD Dr. Michael A. Überall, Vizepräsident der DGS und Präsident der Deutschen Schmerzliga e.V. (DSL) im Rahmen der Auftakt-Pressekonferenz anlässlich des 27. Schmerz- und Palliativtages in Frankfurt/Main. Häufig fehle den Patienten die nötige Orientierung: Welcher Arzt hilft mir weiter? An wen kann ich mich wenden?

„Schwerkranke Schmerzpatienten benötigen eine verlässliche Führung durch den Arzt“, betonte Birgitta Gibson, Vizepräsidentin der DSL. Aus ihrer Erfahrung als Betroffene und ihrem langjährigen Engagement bei der größten Patientenorganisation für Schmerzpatienten in Deutschland schilderte sie die aktuelle Situation wie folgt: „Es mangelt an einer zentralen Anlaufstelle für die Patienten und einer flächendeckenden kompetenten schmerzmedizinischen Versorgung. Häufig werden chronische Schmerzpatienten beim Beantragen einer Rente von fachfremden Gutachtern beurteilt und damit einer großen Pein ausgesetzt.“ Deshalb seien auch aus ihrer Sicht mehr Schmerzmediziner und eine bessere geographische Verteilung der therapeutischen Angebote dringend erforderlich.

Aktuelle Versorgungssituation zeigt noch große Lücken
Eine wohnortnahe Versorgung der Schmerzpatienten stelle eine der größten zukünftigen Herausforderungen dar. „Das schaffen wir nur, wenn die behandelnden Ärzte, Politiker und Vertreter der Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigungen an einem Strang ziehen“, erklärte Dr. Oliver Emrich, Vizepräsident der DGS. Grundlage der Sicherstellung der medizinischen Versorgung ist in Deutschland die abgestufte Versorgung vom Hausarzt über den Facharzt. „Darüber hinausgehende Qualifikationen, Weiterbildungen und Zusatzbezeichnungen werden nachrangig berücksichtigt, schmerzmedizinische Kompetenzen jedoch bislang nicht“, so Emrich.

„Von einer funktionierenden abgestuften Versorgung der Patienten vom Allgemeinarzt über den Facharzt bis hin zu spezialisierten Zentren und Kliniken kann keine Rede sein. Wir benötigen daher dringend eine Vereinheitlichung der Qualitätssicherungsstandards“, so Emrich. Noch sei ein spezielles Qualitätsmanagement für Schmerzmediziner nicht vorgeschrieben, ein Gütesiegel freiwillig. Rund 1.000 Allgemeinärzte, Anästhesisten und Orthopäden sowie einige Neurologen haben sich weiterqualifiziert, nur etwa 400 davon sind vollzeitig bzw. weit überwiegend mit chronisch Schmerzkranken beschäftigt. „Nötig sind für eine flächendeckende Versorgung hingegen mindestens 10.000 Schmerzmediziner“, ergänzte Emrich.

So gelingt erfolgreiche Versorgung langfristig
Dr. Silvia Maurer, Vizepräsidentin der DGS, erklärte dazu: „Einige wenige Entscheidungsträger im Gesundheitswesen haben das Prinzip erkannt. Sie fordern im Einklang mit akademischen, überwiegend in Krankenhäusern ansässigen Schmerzmedizinern für chronische Schmerzpatienten eine multiprofessionelle, multimodale Therapie. Dieses Konzept ist aber nicht ausreichend.“

Wie eine schmerzmedizinische Versorgung funktionieren kann, zeigen innovative Ansätze der DGS in Kooperation mit Krankenkassen. Gemeinsam mit der IMC (Integrative Managed Care) und der Techniker Krankenkasse (TK) sowie weiteren Kassen, hat die DGS einen Integrierten Versorgungsvertrag für Rückenschmerzpatienten konzipiert, der Patienten mit chronischen Rückenschmerzen im Sinne einer Frühintervention versorgt. Die Ergebnisse zeigen Erfolge: Die teilnehmenden Patienten – bisher haben bereits mehr als 10.000 teilgenommen – sind früher wieder arbeitsfähig und erkranken seltener erneut an Rückenschmerzen.

„Kurz- und mittelfristig bieten multimodale Therapieansätze und Integrierte Versorgungsverträge sinnvolle Lösungen“, so Klaus Längler, Vizepräsident der DGS. Langfristig könne jedoch nur die Einführung des von der DGS geforderten Facharztes für Schmerzmedizin die Versorgung der Schmerzpatienten sicherstellen. „Nur so kann die qualifizierte Behandlung der komplexen Probleme von Menschen mit chronischer Schmerzkrankheit gewährleistet werden.“ Schmerz hat körperliche, psychische und soziale Aspekte. Um diesen gerecht zu werden, brauche es funktionell-orthopädische, physiotherapeutische, neurologische, psychiatrische und anästhesiologische Kompetenzen.

Interdisziplinärer Austausch im Sinne der Patientenversorgung
Wie wichtig ein enger Austausch innerhalb der beteiligten Fachgruppen ist, schilderte Dr. Johannes Horlemann, Vizepräsident der DGS, am Beispiel der Behandlung von Krebspatienten. „Onkologen, Psychoonkologen und Schmerzmediziner müssen sowohl bei der kurativen als auch der palliativen und schmerzmedizinischen Therapie neben den rein körperlichen Aspekten immer auch psychische und soziale Gegebenheiten einbeziehen.“ Die DGS bietet daher regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen zu den verschiedenen Fachgebieten an. „In diesem Jahr wird es erstmalig auch im Rahmen des Schmerz- und Palliativtages eine eigene Vortragsreihe mit verschiedenen Schwerpunkten aus der Onkologie geben“, erklärte Horlemann.

Darüber hinaus werden seit einigen Jahren neben den Ärzten auch Apotheker und Physiotherapeuten in die Fortbildungen der DGS einbezogen – für viele Betroffene wichtige Anlaufstellen in der Bewältigung ihrer Schmerzerkrankung. Das Fortbildungskonzept der DGS zeichnet sich dadurch aus, alle Beteiligten im Rahmen von Zertifizierungsprogrammen darin zu schulen, einen „Schmerzblick“ zu entwickeln, um so eine beginnende Chronifizierung rechtzeitig zu erkennen, den Patienten einer entsprechenden Therapie zuzuführen und ihnen damit im besten Fall langjährige Qualen zu ersparen, erklärte Längler.

Die VersorgerGesellschaft: Gestern – heute – morgen

Seit mehr als 30 Jahren setzt sich die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin für eine bessere Versorgung von Patienten mit chronischen Schmerzen ein. Auf dieses Ziel sind alle Aktivitäten der Fachgesellschaft ausgerichtet – die Weiterbildungsangebote für Ärzte, Apotheker und Physiotherapeuten, der Deutsche Schmerz- und Palliativtag, die politische Arbeit, die Entwicklung von PraxisLeitlinien und die Öffentlichkeitsarbeit. „Mit dem DGS PraxisRegister Schmerz, einem bundesweiten Versorgungsforschungsprojekt, haben wir außerdem das bundesweit größte Schmerzregister ins Leben gerufen. Dieses Register kann zukünftig als Basis für Optimierungen von Strukturen und Methoden der Schmerzmedizin in Deutschland dienen“, erklärte Überall. Schon heute profitieren die beteiligten Ärzte und Patienten, da sich aufgrund einer vereinfachten Dokumentation von Behandlungsverläufen der Aufwand des Arztes reduziert.

„Die Arbeit mit und für Schmerzpatienten erfordert ein hohes Engagement, viel Empathie sowie stets aktuelles Wissen“, so Überall. Den Teilnehmern und der Öffentlichkeit dieses zu vermitteln, ist ein wichtiges Ziel des Deutschen Schmerz- und Palliativtages.

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Der Deutsche Schmerz- und Palliativtag 2016 – Patientenversorgung im Mittelpunkt

Der jährlich stattfindende Deutsche Schmerz- und Palliativtag ist mit durchschnittlich 2.500 Teilnehmern der größte deutsche Schmerzkongress. Er zeichnet sich durch die Vermittlung besonders praxisnaher und alltagstauglicher schmerzmedizinischer Inhalte aus – am Patienten orientiert und direkt aus der Forschung in der täglichen Arbeit anwendbar. Der Kongress dauert noch bis zum 05. März. Veranstalter ist die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS). Mitveranstalter sind die Patientenorganisation Deutsche Schmerzliga e.V. (DSL) und die Deutsche Gesellschaft für Interdisziplinäre Palliativversorgung e. V.

Die VersorgerGesellschaft – im Auftrag der Schmerzpatienten

Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) setzt sich seit ihrer Gründung im Jahr 1984 für eine flächendeckende Versorgung von Schmerzpatienten ein. Denn: Jeder Schmerzpatient hat das Recht auf eine angemessene Linderung seiner Schmerzen. Dafür arbeitet die DGS eng mit der Patientenorganisation Deutsche Schmerzliga e.V. (DSL) zusammen. Die DGS setzt sich seit ihrer Gründung für eine bessere Versorgung von Patienten mit chronischen Schmerzen ein. Auf dieses Ziel sind alle Aktivitäten der Fachgesellschaft ausgerichtet – seien es die Weiterbildungsangebote für Ärzte, Apotheker und Physiotherapeuten, der Deutsche Schmerz- und Palliativtag, das Innovationsforum, das Nationale Versorgungsforum Schmerz, die politische Arbeit, die Entwicklung von DGS PraxisLeitlinien oder die Öffentlichkeitsarbeit.
Weitere Informationen finden Sie unter
Informationen unter www.schmerz-und-palliativtag.de Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V.,

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Tag der gesunden Ernährung: Eine gesunde Ernährung kann Leberzellkrebs vermeiden

Die Ernährung spielt bei der Entstehung des Leberzellkrebses eine wichtige Rolle. Darauf weist die Deutsche Leberstiftung zum 19. „Tag der gesunden Ernährung“ am 7. März 2016 hin, den der Verband für Ernährung und Diätetik e. V. (VFED) organisiert. In diesem Jahr befasst sich dieser Tag mit dem Thema „Onkologie“.


Der Leberzellkrebs ist weltweit die fünfthäufigste Tumorerkrankung und steigt in der Häufigkeit an. Die Neuerkrankungsrate hat sich in den letzten 20 Jahren in westlichen Ländern mehr als verdoppelt. Ein Grund für diesen Anstieg ist die Zunahme der Fettleberhepatitis.

Lebererkrankungen können nicht nur durch Viren, sondern auch durch Ernährung bedingt sein. Durch vermehrte Fettablagerung in den Leberzellen kann eine „Fettleber“ entstehen. Diese kann sich dann entzünden (Fettleberhepatitis). Dazu gehört die durch Alkoholkonsum verursachte „alkoholische Leberentzündung“, die einen großen Anteil der Lebererkrankungen ausmacht. Eine „nicht-alkoholische Fettleberentzündung“ entsteht durch falsche Ernährung oder Störungen des Stoffwechsels, wie bei Diabetes mellitus oder Übergewicht.

Aus der chronischen Leberentzündung kann sich eine Leberfibrose (Bindegewebsvermehrung) entwickeln, die eine Leberzirrhose (Vernarbung der Leber) zur Folge haben kann.

Die Fettleberhepatitis führt zu einem erhöhten Risiko, einen Leberzellkrebs (HCC, HepatoCellularCarcinoma) zu entwickeln. Bei einer Fettleberhepatitis, die bereits zu einer Fibrose geführt hat, liegt das Risiko, an einem HCC zu erkranken, bei zwei bis drei Prozent pro Jahr. Ein Leberzellkrebs aufgrund einer Fettleberhepatitis kann sich aber auch ohne Vorliegen einer Zirrhose entwickeln.

„Oft treten bei einer Fettleberhepatitis keine Symptome auf. Manchmal sind die Leberblutwerte, z. B. die Gamma-Glutamyltransferase (GGT), erhöht. Mögliche Symptome sind Druckgefühl im rechten Oberbauch, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen“ erläutert Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung. „Wenn Symptome auftreten, sind diese häufig schon Ausdruck einer Schädigung der Leber. Deshalb ist eine Kontrolle der Leber und eine Früherkennung der Erkrankung wichtig.“

Eine Fettleber kann durch eine Ultraschalldiagnostik festgestellt werden. Die Fettleber erscheint dort deutlich heller als eine normale Leber. Als Referenz dient der Vergleich mit dem Ultraschallmuster der rechten Niere. Die Diagnose einer Fettleberhepatitis, also eine entzündete Fettleber, kann nur durch eine Gewebeprobe (Biopsie) gesichert erfolgen.

Auch ein Leberzellkrebs im Frühstadium verursacht meist keine Symptome. Erfolgt die Diagnose im fortgeschrittenen Stadium, sind die Therapiemöglichkeiten oft sehr eingeschränkt. Daher ist es wichtig, die Diagnose früh zu stellen. Die Ultraschalluntersuchung des Oberbauchs ist das beste Verfahren zur HCC-Früherkennung. Patienten mit einer Leberzirrhose sollten alle sechs Monate im Rahmen der Früherkennung untersucht werden.

Die Therapie der Wahl bei einer Fettleber und bei einer Fettleberhepatitis ist die langfristige Umstellung des Lebensstiles. Dazu gehören Gewichtsreduktion durch Sport und körperliche Aktivität im Alltag genauso wie eine Diät und die grundsätzliche Änderung des Essverhaltens durch Vermeiden hochkalorischer Getränke und regelmäßiger „Snacks“.

Vor allem für Patienten mit einer Fettleberhepatitis sind diese Maßnahmen enorm wichtig. Eine Gewichtsreduktion führt zu deutlichen Verbesserungen der Leberfunktion und der histologischen Zeichen einer Fettleberhepatitis bis hin zur Normalisierung der Leberwerte. Vermutlich wird hierdurch auch das Risiko für Leberzellkrebs gesenkt.
Eine weitere wichtige Maßnahme bei bekannter Fettleberhepatitis, aber auch bei anderen chronischen Lebererkrankungen, ist der Verzicht auf Alkohol. Alkohol ist ein wichtiger Co-Faktor, der bei einer chronischen Lebererkrankung das Risiko für die Entwicklung einer Leberfibrose bzw. Zirrhose deutlich erhöht.

„Wir gehen davon aus, dass etwa 25 Prozent der erwachsenen Deutschen eine verfettete Leber haben, die sich unter Umständen entzünden kann. Deshalb ist eine Kontrolle der Leber in vielen Fällen sinnvoll“, fordert Prof. Manns für die Deutsche Leberstiftung.

Für Patienten mit einer Leberzirrhose und mit einer fortgeschrittenen chronischen Lebererkrankung bietet die Deutsche Leberstiftung den „Leberzellkrebs-

Früherkennungspass“. Er fasst die Ergebnisse der Früherkennungsuntersuchungen zusammen. Damit ermöglicht er den Patienten einen Überblick der durchgeführten Untersuchungen und den behandelnden Ärzten einen raschen Zugriff auf deren Ergebnisse. Der „Leberzellkrebs-Früherkennungspass“ kann kostenfrei in der Geschäftsstelle der Deutschen Leberstiftung telefonisch unter 0511 532 6819 oder per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. bestellt werden.

10 Jahre Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und Apotheker in medizinischen Fragen. Diese Aufgaben erfüllt die Stiftung seit ihrer Gründung vor zehn Jahren sehr erfolgreich. Weitere Informationen: http://www.deutsche-leberstiftung.de.

BUCHTIPP: „Das Leber-Buch“ der Deutschen Leberstiftung informiert umfassend und allgemeinverständlich über die Leber, Lebererkrankungen, ihre Diagnosen und Therapien – jetzt in zweiter, aktualisierter Auflage! „Das Leber-Buch“ ist im Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3-89993-642-1, € 16,95: http://www.deutsche-leberstiftung.de/Leber-Buch.

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