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Gesundheit

Neue Schätzung zu HIV/AIDS in Deutschland

In Deutschland leben rund 83.400 Menschen mit HIV oder AIDS. Etwa 480 HIV-Infizierte sind 2014 gestorben. Die Zahl der HIV-Neuinfektionen im Jahr 2014 wird auf 3.200 geschätzt und bleibt damit gegenüber 2013 unverändert. Das hat die neue Schätzung des Robert Koch-Instituts ergeben, die im Hinblick auf den Welt-AIDS-Tag im Epidemiologischen Bulletin 45/2015 veröffentlicht ist. Der Anteil der Infizierten, die Medikamente gegen das Virus einnehmen und damit in der Regel kaum noch infektiös sind, ist in den vergangenen Jahren gestiegen. „Dieser positive Effekt und die bisherigen Präventionsanstrengungen haben aber bislang nicht ausgereicht, die Zahl der Neuinfektionen zu verringern“, kommentiert Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts, die neuen Schätzzahlen. Die Schätzungen sind online auch für alle Bundesländer verfügbar.

Bezogen auf das inländische Infektionsgeschehen sind Männer, die Sex mit Männern haben (MSM) mit geschätzten 53.800 derzeit lebenden Infizierten nach wie vor die Hauptbetroffenengruppe. Die Zahl der Neuinfektionen bei MSM ist in den letzten 10 Jahren nur ganz leicht zurückgegangen. Nach den Modellierungsergebnissen gibt es derzeit ca. 10.500 auf heterosexuellem Wege in Deutschland mit HIV infizierte Menschen. Die Zahl der Neuinfektionen steigt in dieser Gruppe eher leicht an, und HIV wird häufiger als in anderen Gruppen erst spät diagnostiziert. Geringeres Risikobewusstsein trägt in dieser Gruppe zu geringerer Testhäufigkeit, niedrigeren Testfrequenzen und späteren HIV-Diagnosen bei. Ärzte sollten daher bei Auftreten von sogenannten HIV-Indikatorerkrankungen (http://hiveurope.eu/Portals/0/Guidance/2012-014_CHIP_losark-Tysk_v2.pdf) auch bei als heterosexuell eingeordneten Patienten vermehrt an die Möglichkeit einer HIV-Infektion denken und einen Test empfehlen.

Geschätzte 13.200 der 83.400 Menschen mit HIV/AIDS wissen noch nichts von ihrer Infektion. Eine schnellere und frühere Diagnose von HIV-Infektionen trägt dazu bei, die mit Spätdiagnosen verbundene höhere Sterblichkeit und Behandlungskosten zu verringern; zudem kann sie auch präventive Effekte haben, weil weniger Infektionen unbeabsichtigt weitergegeben werden. Dafür sollten in den Bevölkerungsgruppen mit erhöhtem Infektionsrisiko (MSM und injizierende Drogenkonsumenten) der Anteil der Getesteten und die Frequenz der Testung spürbar gesteigert werden. Barrieren für eine Testung müssen erkannt und abgebaut werden.

Auch die Furcht vor Stigmatisierung spielt eine Rolle, auch wenn in Deutschland im Vergleich zu anderen Staaten bereits einiges erreicht worden ist. Eine aktuelle europäische Vergleichsstudie mit Beteiligung des RKI fand heraus, dass bei Männern, die Sex mit Männern haben, in Ländern mit höheren Levels der Stigmatisierung der Anteil diagnostizierter HIV-Infektionen geringer und das Sexualverhalten riskanter ist.

Die Schätzung der Zahl der HIV-Neuinfektionen erfolgt in jedem Jahr neu. Durch zusätzliche Daten und Informationen sowie durch Anpassung der Methodik können sich die Ergebnisse der Berechnungen von Jahr zu Jahr verändern und liefern jedes Jahr eine aktualisierte Einschätzung des gesamten bisherigen Verlaufs der Epidemie. Die jeweils angegebenen Zahlenwerte können daher nicht direkt mit früher publizierten Schätzungen verglichen werden. Die geschätzten Neuinfektionen sind nicht zu verwechseln mit den beim RKI gemeldeten Neudiagnosen. Da HIV über viele Jahre keine auffälligen Beschwerden verursacht, kann der Infektionszeitpunkt länger zurückliegen.

Weitere Informationen: http://www.rki.de/hiv

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Themenwoche „Leben mit Krebs“ 2015 im Saarland vom 09. bis 15. November 2015

Experten des Saarländischen Tumorzentrums am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) informieren im ganzen Saarland

Erstmalig wird in diesem Jahr vom Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie eine Themenwoche mit dem Schwerpunkt Krebs ausgerichtet. Mit der Unterstützung vieler Kooperationspartner ist es gelungen, vom 09. bis 15. November 2015 diverse Angebote für Betroffene und Interessierte mit Informations- sowie Aufklärungsveranstaltungen im Saarland anzubieten.

Auch Ärzte und Wissenschaftler des Saarländischen Tumorzentrums am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) in Homburg informieren an allen Tagen im Saarland.


Auszug aus der Information des saarländischen Gesundheitsministeriums:

"Viele Menschen werden von dem Schicksal einer Krebserkrankung ereilt. Jährlich werden mit dieser Diagnose zwischen 7.000 und 8.000 Menschen neu konfrontiert. Ungefähr 40.000 - 50.000 Saarländerinnen und Saarländer sind betroffen. Die Erkrankung stellt einen gravierenden Einschnitt im gewohnten Leben dar. Die Betroffenen und deren Angehörige müssen sich mit einer völlig neuen Lebenssituation auseinandersetzen.
Dank großer Fortschritte in Früherkennung, Diagnostik, Behandlung sowie Nachsorge haben sich die Überlebenschancen von Krebspatientinnen und -patienten während der letzten Jahrzehnte erfreulicherweise deutlich verbessert. Krebs entwickelt sich mehr und mehr zu einer chronischen Erkrankung, weshalb die Aufrechterhaltung bzw. Verbesserung der Lebensqualität von Krebspatientinnen und -patienten an Bedeutung gewinnt. Darauf soll mit dem Fokus der Themenwoche, dem „Leben mit Krebs“, aufmerksam gemacht werden.
Im Rahmen dieser Woche werden mögliche Unterstützungsangebote für Betroffene aufge-zeigt, aber auch Informations- und Aufklärungsveranstaltungen bezüglich Prävention angeboten. Denn jeder kann durch einen gesunden Lebensstil sowie den aktiven Gang zu anerkannten Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen einen Beitrag im Kampf gegen den Krebs leisten. Die zahlreichen Veranstaltungen in dieser Woche finden im ganzen Saarland statt.
Es soll auf diese Weise gelingen, viele Menschen zu erreichen und den Gedanken an ein „Leben mit Krebs“ weiterzutragen."

Die offizielle Auftaktveranstaltung der Themenwoche findet am Montag, 9. November ab 16.00 Uhr in der Ärztekammer des Saarlandes in Saarbrücken statt.

Saarlouis, Saarbrücken, Merzig, Neunkirchen, Homburg

Von Dienstag, 10. November, bis Freitag, 13. November, werden Krebsexperten des Tumorzentrums am Universitätsklinikums des Saarlandes in unterschiedlichen Städten im ganzen Saarland im Dialog mit interessierten Bürgern jeweils von 11 Uhr - 17 Uhr Fragen zu den häufigsten Krebsarten und Therapiemöglichkeiten beantworten.

Zudem besteht die Möglichkeit, von 11 Uhr - 16 Uhr die Schilddrüse per Ultraschall untersuchen zu lassen.

Zusätzlich werden zwei große Veranstaltungen angeboten:

Am Dienstagabend, 10.11. ab 18.00 Uhr wird in der Congresshalle in Saarbrücken eine große parallel verlaufende Vortragsveranstaltung stattfinden, in deren Rahmen alle relevanten und neuen Informationen zum Thema Krebs von Experten des Tumorzentrums am Universitätsklinikum des Saarlandes aus Homburg vorgestellt werden.

Am Samstag, 14.11. 2015 findet im großen Hörsaal der Frauenklinik des UKS (Geb. 9) ebenfalls eine Vortragsveranstaltung für die Bevölkerung mit Imbiss und anschließenden Führungen statt.

Vollständiges Wochen-Programm des Tumorzentrums am UKS mit allen Informationsveranstaltungen für die Bevölkerung an denen Ärzte und Wissenschaftler des UKS beteiligt sind:

10.11.2015 in Saarlouis:
Großer Saal Kinder-, Jugend- und Familienhaus, Lisdorfer Str. 16a,
Info-Veranstaltungen vom 11 - 17 Uhr, stündlich zu unterschiedlichen Schwerpunkten immer in folgender Reihenfolge:

Darm-, Prostata-, Brust-, Haut-, Lungenkrebs, Chemotherapie generell.

11 Uhr - 12 Uhr: Darmkrebs
12 Uhr - 13 Uhr: Prostatakrebs
13 Uhr - 14 Uhr: Brustkrebs
14 Uhr - 15 Uhr: Hautkrebs
15 Uhr - 16 Uhr: Lungenkrebs
16 Uhr- 17 Uhr: Chemotherapie generell

Parallel: Ultraschall der Schilddrüse von 11 - 16 Uhr

10.11.2015 in Saarbrücken
Congresshalle, Hafenstraße 12, 66111 Saarbücken
18 - 21 Uhr, Parallel laufende Vortragsveranstaltungen Experten des Tumorzentrums am UKS zu allen relevanten Aspekten rund um das Thema Krebs. (Vollständiges Programm siehe unten.)

11.11.2015 in Saarbrücken
Ministerium für Bildung und Kultur, Trierer Straße 33,
Info-Veranstaltungen vom 11 - 17 Uhr, stündlich zu unterschiedlichen Schwerpunkten immer in folgender Reihenfolge:

Darm-, Prostata-, Brust-, Haut-, Lungenkrebs, Chemotherapie generell.

11 Uhr - 12 Uhr: Darmkrebs
12 Uhr - 13 Uhr: Prostatakrebs
13 Uhr - 14 Uhr: Brustkrebs
14 Uhr - 15 Uhr: Hautkrebs
15 Uhr - 16 Uhr: Lungenkrebs
16 Uhr- 17 Uhr: Chemotherapie generell

Parallel: Ultraschall der Schilddrüse von 11 - 16 Uhr

12.11.2015, Merzig
Tourist-Information, Poststraße 12,11 - 17 Uhr,
Info-Veranstaltungen vom 11 - 17 Uhr, stündlich zu unterschiedlichen Schwerpunkten immer in folgender Reihenfolge:

Darm-, Prostata-, Brust-, Haut-, Lungenkrebs, Chemotherapie generell.

11 Uhr - 12 Uhr: Darmkrebs
12 Uhr - 13 Uhr: Prostatakrebs
13 Uhr - 14 Uhr: Brustkrebs
14 Uhr - 15 Uhr: Hautkrebs
15 Uhr - 16 Uhr: Lungenkrebs
16 Uhr- 17 Uhr: Chemotherapie generell

Parallel: Ultraschall der Schilddrüse von 11 - 16 Uhr

13.11.2015, Neunkirchen,
Kreisgesundheitsamt, Lindenallee 13
Info-Veranstaltungen vom 11 - 17 Uhr, stündlich zu unterschiedlichen Schwerpunkten immer in folgender Reihenfolge:

Darm-, Prostata-, Brust-, Haut-, Lungenkrebs, Chemotherapie generell.

11 Uhr - 12 Uhr: Darmkrebs
12 Uhr - 13 Uhr: Prostatakrebs
13 Uhr - 14 Uhr: Brustkrebs
14 Uhr - 15 Uhr: Hautkrebs
15 Uhr - 16 Uhr: Lungenkrebs
16 Uhr- 17 Uhr: Chemotherapie generell

Parallel: Ultraschall der Schilddrüse von 11 - 16 Uhr

14.11.2015, Homburg im Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS)
Frauenklinik, Großer Hörsaal

10 - 13 Uhr, Vorträge
Pause mit Imbiss
13.30 - 15 Uhr, Vorträge

anschließend Klinikführungen

Programmdetails

zur großen Vortragsveranstaltung in der Congresshalle in Saarbrücken am Dienstag 10.11.2015 ab 18.00 Uhr,

und

zur Veranstaltung im Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg am Samstag, 14.11.2015

Programm der Veranstaltung in der Congresshalle in Saarbrücken am Dienstagabend,
Hafenstraße 12, 66111 Saarbücken
10. November 2015, 18 Uhr - 21 Uhr,

Parallel laufende Vortragsreihe. Die Expertengruppe des Saarländischen Tumorzentrums informiert über neue Therapieansätze und die psychoonkologische Versorgung sowie über spezifische Therapiemöglichkeiten und Früherkennungsuntersuchungen.

Konferenzraum 1:

Minimal invasive Krebstherapie in der Radiologie (Prof. Dr. Arno Bücker / Dr. Roland Seidel )

Neue Wege der personalisierten Chemo- und Immuntherapie (Prof. Dr. Sigrun Smola)

Zielgerichtete und tumorspezifische Behandlung mit radioaktiven Substanzen – Traum oder Realität?“ (Prof. Dr. Samer Ezziddin)

Personalisierte Systemtherapie (Prof. Dr. Michael Pfreundschuh)

Neueste Entwicklungen in der Strahlentherapie: Individualisiert, schonend, high tech (PD Dr. Yvonne Dzierma)

Psychoonkologie – wer profitiert davon? (Prof. Dr. Matthias Riemenschneider)

Konferenzraum 2:

Fortschritte in der Behandlung von Kindern mit bösartigen Erkrankungen (Prof. Dr. Norbert Graf)

Prostatakarzinom-Therapie: Schonende operative Therapie beim Prostatakar-zinom: Erfahrungen nach über 4000 robotischen Eingriffen (Prof. Dr. Michael Stöckle / Prof. Dr. Stefan Siemer)

Immun-Checkpoint-Inhibitoren bei metastasiertem malignem Melanom (Prof. Dr. Thomas Vogt)

Brustkrebs – maßgeschneiderte Therapie (Prof. Dr. Erich-Franz Solomayer);

Zielgerichtete- und Immuntherapie bei Lungenkarzinom (PD Dr. Thomas Wehler);

Hirntumoren: Handeln und Behandeln (PD Dr. med. Ralf Ketter)

Darmkrebs und künstlicher Ausgang – immer erforderlich? (Prof. Dr. Matthias Glanemann)

Höhepunkt des Veranstaltungsangebotes des Tumorzentrums ist Samstag, 14. November 2015, im Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg

Im großen Hörsaal der Frauenklinik (Gebäude 9, OG) finden nach einem Grußwort von Dr. Thomas Lamberty, dem Leiter der Abteilung Gesundheit des Saarländischen Gesundheitsministeriums, zwischen 10 Uhr - 13 Uhr Kurzvorträge zu Vorbeugung, Therapie und Versorgung der häufigsten Krebsarten statt.

Nach einem Imbiss haben die Besucher die Möglichkeit, von 13:30 Uhr - 15:00 Uhr an Führungen durch die jeweiligen Kliniken und Krebszentren teilzunehmen.

Programm:

Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg, Frauenklinik Gebäude 9, OG, großer Hörsaal

10 Uhr - 13 Uhr

Begrüßung
Dr. Thomas Lamberty, Leiter der Abteilung Gesundheit, Saarländisches Gesund-heitsministerium
• Wie beuge ich Krebs vor? (PD Dr. Thomas Wehler)
• Bewegung und Krebs (Prof. Dr. Joachim Oertel)
• Früherkennung und Vorsorge – wann ist es sinnvoll? (Prof. Dr. Erich-Franz Solomayer)
• HPV-Impfung (Prof. Dr. Sigrun Smola)
• Ist Vitamin D wichtig? (Prof. Dr. Michael Pfreundschuh)
• Krebs und Transplantation (Prof. Dr. Matthias Glanemann)
• Individualisierte Therapie (Prof. Dr. Stefan Siemer)
• Unterstützende Therapie (Prof. Dr. Marcus Niewald)
• Psychoonkologie – braucht es jeder? (Prof. Dr. Matthias Riemenschneider)
• Schmerztherapie (Dr. Patric Bialas)
• Palliativ/Hospiz (Prof. Dr. Sven Gottschling)

13:00 Uhr - 13:30 Uhr
Imbiss

13:30 Uhr - 15:00 Uhr
Führungen und Begehungen

• Brustzentrum, Gebäude 9
• Darmzentrum, Endoskopie, OP, Gebäude 57
• Prostatazentrum / daVinci –Roboter-Operation, Gebäude 6
• Strahlentherapie, Gebäude 6.5
• Pathologie, Gebäude 26
• Lungenzentrum / Lungenfunktion, Gebäude 91
• Hämato-Onkologie / Chemotherapie
• Neurochirurgie / OP / Navigation, Gebäude 90.5.
• Hals-Nasen-Ohren Klinik, Gebäude 6

Kontakt:

Professor Dr. Erich-Franz Solomayer

Leiter des Saarländischen Tumorzentrums
am Universitätsklinikum des Saarlandes

Tel.: 0 68 41 / 16 - 2 81 01

Saarländisches Tumorzentrum
Universitätsklinikum des Saarlandes
Gebäude 52

Kirrberger Straße

66421 Homburg/Saar
Weitere Informationen finden Sie unter
Informationsangebote des Tumorzentrums am UKS
Programm der Themenwoche -Leben mit Krebs-

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Hodenkrebs: Aggressiv, aber heilbar

HodenkrebsHodenkrebs ist mit etwa 4.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland nicht weit verbreitet, bei Männern unter 40 stellt er aber die häufigste Krebsart dar. Es handelt sich um eine aggressive Tumorart, die schnell Metastasen bildet. Deshalb sollten Männer einmal im Monat ihre Hoden überprüfen.

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Diabetes Herbsttagung: Modernes Diabetes-Selbstmanagement mit Apps und Biosensoren

Ob Diabetes Typ 1 oder Typ 2: Eine gute Diabetes-Therapie ist individuell und eng an den Bedürfnissen und Besonderheiten des einzelnen Patienten orientiert. Dazu benötigt der behandelnde Diabetologe regelmäßig eine Vielzahl von Daten über das Verhalten des Betroffenen im Umgang mit seinem Diabetes mellitus im Alltag. Bis vor einigen Jahren dokumentierten Menschen mit Diabetes Werte wie Datum und Uhrzeit der Insulininjektionen, die jeweilige Insulinart sowie -dosis, Blutzuckerwerte, zu essende Kohlehydratmenge und mögliche Begleitumstände wie Krankheit oder Sport akribisch auf Papier. Im Zeitalter des Smartphones helfen Diabetiker-Apps, die Daten elektronisch zu erfassen und auszuwerten.


Wie neue Technologien und Anwendungen das Diabetesmanagement schon heute und auch künftig verändern, diskutieren Experten in Symposien und Workshops, die während der 9. Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft vom 6. bis 7. November 2015 im Congress Center Düsseldorf (CCD) stattfinden.

Vorbei die Zeiten, wo Stift und Notizblock der tägliche Begleiter von Menschen mit Diabetes waren: Im Zeitalter der neuen Medien ist das Diabetestagebuch überholt. „Heute helfen Diabetiker-Apps in Kombination mit Biosensoren, den Blutzucker kontinuierlich unter Kontrolle zu halten“, erklärt Stephan A. Schreiber, Tagungspräsident der Diabetes Herbsttagung 2015 und niedergelassener Diabetologe aus Quickborn. Lustige Features und Animationen bereiten Spaß und motivieren – zudem werden die Daten statistisch und graphisch aufbereitet. Als PDF können sie anschließend ausgedruckt oder per E-Mail verschickt werden. „Für die Patienten, aber auch für uns Ärzte hat diese moderne Datenerfassung große Vorteile“, betont Schreiber. „Da intelligente Apps es zulassen, die Therpiealgorithmen in ihnen zu hinterlegen, machen die Betroffenen durch die ständige Interaktion mit der App weniger Fehler mit ihrer Therapie. Zudem kann der Arzt die Daten leichter analysieren und die Therapie damit noch schneller und gezielter individuell auf den Patienten abstimmen“ – Stichwort personalisiertes Diabetesmanagement.

„Egal welcher Diabetes-Typ oder ob jung oder alt – es gibt für jeden die passende Diabetes-App“. Selbst Menschen mit Diabetes-Typ 2, die bisher noch nicht spritzten, können die App als reines Dokumentationswerkzeug nutzen. Solche Apps gibt es mittlerweile zahlreiche und von unterschiedlichen Anbietern, unter anderem von pharmazeutischen Firmen oder Krankenkassen. Darüber hinaus gibt es freie Anbieter mit selbst entwickelten Apps. Hinsichtlich der Datensicherheit sollten Menschen mit Diabetes bei der Auswahl darauf achten, dass die Daten auf dem eigenen Smartphone verbleiben. In Verbindung mit Apps sind Biosensoren die modernste Möglichkeit der Diabetes-Kontrolle. „Mit den Biosensoren entfällt das mehrmals tägliche Stechen und Messen“, erklärt Schreiber. „Stattdessen misst ein kleiner unauffälliger, auf der Haut mit Hilfe eines Applikators gesetzter Sensor den Gewebeblutzucker kontinuierlich rund um die Uhr.“ Aktuell stehen drei Systeme zur Verfügung. „Hier liegt die Zukunft der modernen Diabetes-Therapie“, prophezeit Schreiber. „In 20 Jahren wird das der Standard für Betroffene mit Typ-1-Diabetes mellitus sein.“ Im Rahmen der Diabetes Herbsttagung 2015 erörtern die Teilnehmer in mehreren Veranstaltungen die Möglichkeiten neuer Diabetestechnologien.

Terminhinweise:
Eröffnungsveranstaltung
am Freitag, den 6. November 2015
(Vortragsbeginn am Freitag, den 6. November 2015 um 8:00 Uhr!)
10.15 bis 11:45 Uhr, Raum 1, CCD Düsseldorf

Kongress-Pressekonferenz in Düsseldorf
Termin: Freitag, 6. November 2015, 12.00 bis 13.00 Uhr
Ort: Raum 14, 1. OG, Congress Center Düsseldorf (CCD)
Anschrift: Stockumer Kirchstraße 61, 40474 Düsseldorf

Workshop „Elektronische Apps“
(bitte beachten: Anmelde- und gebührenpflichtig)
Termin: Freitag, 6. November 2015, 13:45 bis 15:15 Uhr und 15:45 bis 17:15 Uhr
Ort: Raum 26 im CCD Düsseldorf

Workshop „Elektronisches Selbstmanagement“
(bitte beachten: Anmelde- und gebührenpflichtig)
Termin: Samstag, 7. November 2015, 13:45 bis 15:15 Uhr
Ort: Raum 15 im CCD Düsseldorf

Symposium „App-Talk - Nutzen, Chancen, Hintergründe und kritische Fragen zu Blutzucker-Tagebuch-Apps"
Termin: Samstag, 7. November 2015, 12:00 bis 13.30 Uhr
Ort: Raum 112 im CCD Düsseldorf

Symposium „Software und Internet im Praxisalltag - Nutzen, Hürden, Risiken“
Termin: Samstag, 7. November 2015, 13:45 bis 15:15 Uhr
Ort: Raum 16/17 im CCD Düsseldorf

Weltdiabetestag
Sonntag, den 8. November 2015
Ort: Congress Center Düsseldorf (CCD)
Anschrift: Stockumer Kirchstraße 61, 40474 Düsseldorf
http://www.diabetesde.org/weltdiabetestag/2015/

Informationen und Programmübersicht im Internet:
9. Herbsttagung der DDG
6. bis 7. November 2015, Congress Center Düsseldorf (CCD)
http://www.herbsttagung-ddg.de

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