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Gesundheit

Mit Sicherheit gut versorgt: Symposium Patientensicherheit in Heidelberg

Am 17. September ist Internationaler Tag der Patientensicherheit / Erstes Interdisziplinäres Symposium Patientensicherheit der Anästhesiologischen Universitätsklinik Heidelberg für Ärzte, Pflegende, Studierende am 25. und 26. September 2015 / Themen u.a. Fehlermeldesysteme, Kommunikation nach Zwischenfällen und individuelle Sicherheitsstrategien für die Praxis /


Wie man die Sicherheit der Patienten optimieren kann, ist Thema des ersten Interdisziplinären Symposiums Patientensicherheit der Anästhesiologischen Universitätsklinik Heidelberg am 25. und 26. September 2015. Ziel ist es, das Thema mit allen an der Versorgung Beteiligten aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, sich auszutauschen und fortzubilden. Damit es im hochkomplexen Gesundheitswesen, vor Operationen und bei der Gabe von Medikamenten nicht zu Fehlern kommt, sind alle Ärzte und Pflegenden gefordert. Das Symposium beleuchtet Fehlermeldesysteme, Kommunikation nach Zwischenfällen und individuelle Sicherheitsstrategien für die Praxis unter dem Aspekt der Etablierung einer Sicherheitskultur in der Klinik. Die Heidelberger freuen sich Referenten wie u.a. Professor Dr. Tanja Manser, Leiterin des Instituts für Patientensicherheit der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, und Joe Kiani, Gründer der US-amerikanischen Patient Safety Movement Foundation, begrüßen zu können. Zudem wagen die Gesundheitsexperten auch einen Blick über den Tellerrand und haben u.a. Referenten aus der Luftfahrt geladen, um von deren Sicherheitsmanagement zu lernen. Journalisten sind herzlich zu der Veranstaltung in der Print Media Academy Heidelberg eingeladen.

Patientenarmbänder, spezielle Etiketten für Medikamente und ein Meldesystem für Gefahren

Eine Reihe von Sicherheitsstrategien nutzt die Klinik für Anästhesiologie bereits: So erhalten Patienten vor Operationen Armbänder, die später ihre Identifikation sicherstellen. Im Operationssaal selbst gibt es vor jedem Eingriff einen Sicherheitscheck, das sogenannte „Time out“, bei dem das OP-Team noch einmal den Patienten identifiziert und die Besonderheiten des Eingriffs sowie den Eingriffsort kurz wiederholt und bestätigt. Außerdem werden Medikamente mit genormten Aufklebern versehen: Einheitliche Muster und Farben für bestimmte Wirkstoffe, erleichtern das Wiedererkennen. So erhöht die Klinik angesichts der vielfältigen Herstelleraufkleber die Übersichtlichkeit und hilft Verwechslungen zur vermeiden. Für eine Vielzahl komplexer oder kritischer Situationen, wie Atemwegsprobleme, Antibiotikatherapie oder Ernährung auf Intensivstationen, gibt es Handlungsanweisungen und Leitfäden, die zusätzlich Orientierung geben.

„Passieren dennoch Fehler, sollten diese immer konstruktiv besprochen werden. Im Zentrum steht die Frage, was man das nächste Mal besser machen kann“, betont Dr. Christopher Neuhaus, Anästhesiologische Universitätsklinik Heidelberg. Um die Schwelle potentielle Gefahren zu benennen für die Mitarbeiter möglichst gering zu halten, nutzt die Klinik ein bundesweites Netzwerk. Hier können Mitarbeiter über eine Internetplattform anonym melden, wenn ihnen eine mögliche Gefahrenquelle auffällt. Dabei erfährt nicht nur der Administrator der jeweiligen Klinik von der Meldung, um vor Ort für Sicherheit zu sorgen, sondern jeder Nutzer der Webseite kann die anonymen Fälle lesen und aus ihnen lernen. Wie solche Meldesysteme optimal genutzt werden können, wird ebenfalls Teil des Symposiums sein. „Man muss nicht jeden Fehler selber machen“, erklärt Neuhaus. „Oft helfen die Berichte aus anderen Kliniken, Sicherheitslücken bei uns zu identifizieren und zu beheben, bevor jemand dadurch zu Schaden kommt.“

Maßgeschneiderter Einweisungsparcours verbessert den Umgang mit Medizintechnik
Teil des Symposiums ist auch der in der Anästhesiologischen Klinik bereits seit einigen Jahren bewährte „Einweisungsparcours“, den die Klinik zweimal im Jahr veranstaltet. Bei dem Parcours weisen die Produktspezialisten der Herstellerfirmen Ärzte, Pflegekräfte und Studenten in die Bedienung einer Vielzahl von Medizinprodukten, z.B. Beatmungsgeräte, Defibrillatoren, ein. Die Teilnehmer können sich ein individuelles, auf ihren Arbeitsbereich zugeschnittenes Programm zusammenstellen. Andere nutzen den Parcours, um ihre Kenntnisse der Geräteanwendung aufzufrischen oder zu vertiefen.

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 12.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 1.900 Betten werden jährlich rund 66.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.
Weitere Informationen finden Sie unter
Programm des Symposiums
Anästhesiologische Universitätsklinik Heidelberg
Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin – CIRS Medical
Patient Safety Movement Foundation

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Wissens- und Impflücken vor der Influenzasaison 2015/2016

Gemeinsame Pressemitteilung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, des Paul-Ehrlich-Instituts und des Robert Koch-Instituts


Ältere und chronisch Kranke haben neben Schwangeren ein höheres Risiko, dass eine Influenza-Erkrankung schwer verläuft und Komplikationen lebensbedrohlich werden können. In der vergangenen Grippesaison war die Altersgruppe über 60 Jahren besonders von schweren Krankheitsverläufen betroffen, das zeigt der neue Influenzasaisonbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza des Robert Koch-Instituts (RKI), der jährlich im September, vor Beginn des optimalen Impfzeitraums Oktober bis November, veröffentlicht wird. Die Zahl der Arztbesuche während der Grippewelle, die über das erwartete Maß (ohne Influenza) hinausgingen, wird auf 6,2 Millionen geschätzt. Die geschätzte Anzahl der grippebedingten zusätzlichen Krankenhauseinweisungen beträgt rund 31.000. Diese Werte liegen nur wenig unter den Werten der schweren Influenzasaison 2012/2013. In der kommenden Wintersaison wird die Arbeitsgemeinschaft Influenza wieder wöchentlich über die Grippesituation in Deutschland berichten.

Die Weltgesundheitsorganisation fordert für die Risikogruppen eine Impfquote von mindestens 75 %. Davon ist Deutschland weit entfernt, wie eine neue Studie des Robert Koch-Instituts zu Influenza-Impfquoten, Wissen und Einstellung bei Risikogruppen zeigt. „Die Impfung ist eine wichtige und sichere Schutzmöglichkeit, auch wenn ihre Wirksamkeit schwanken kann“, betont Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts. Die Influenza-Impfquote lag bei Personen über 60 Jahren in 2012/13 bei 50 % und in 2013/14 bei 49 %; bei chronisch Kranken im Alter von 18-59 Jahren waren lediglich 24 % bzw. 23 % geimpft. In der Studie wurde auch nach den Gründen für eine Entscheidung gegen die Grippeschutzimpfung gefragt. Am häufigsten genannt wurden Misstrauen in die Impfung und die Meinung, dass die Erkrankung nicht gefährlich sei. Etwa die Hälfte der Risikopersonen (≥60 Jahre und/oder chronisch krank) war der Meinung, dass die Influenza-Impfung eine Erkrankung verursachen kann, was aber tatsächlich nicht der Fall ist.

Diese Wissens- und Impflücken zu schließen ist das Ziel der gemeinsamen Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und des RKI „Wir kommen der Grippe zuvor“. In einem frischen, neuen Design richten sich die umfangreichen Informations- und Aufklärungsangebote im Print- und Online-Bereich gezielt an die Risikogruppen einer Grippeinfektion. „Der wichtigste Ansprechpartner bei der Impfaufklärung ist das medizinische Personal“, unterstreicht Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Daher wurden im Rahmen einer bundesweiten Aussendeaktion Medienpakete zur Grippeimpfung an die wichtigsten Multiplikatoren verschickt. Die neuen Materialien und weitere Informationen rund um die Grippeimpfung stehen zudem auf http://www.impfen-info.de/grippe zum Download sowie zur kostenlosen Bestellung bereit.

„Die Impfstoffe für die neue Saison 2015/2016 unterscheiden sich in zwei der drei Komponenten gegenüber der vorangegangenen Saison“, erläutert Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts. Ausgetauscht wurde gemäß der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) der zum Influenzatyp A gehörende H3N2-Stamm und der Influenzatyp B-Stamm, die H1N1-Komponente ist seit der Influenza-saison 2010/11 unverändert. Neben den trivalenten Impfstoffen sind auch zwei tetravalente Impfstoffe zugelassen, die einen zweiten B-Stamm als vierte Komponente enthalten. Das Paul-Ehrlich-Institut hat bereits mehr als 17 Millionen Impfdosen freigegeben. Eine Übersicht der Influenza-Impfstoffe mit den Angaben zu der zugelassenen Altersgruppe steht auf den Internetseiten des Paul-Ehrlich-Instituts zur Verfügung (http://www.pei.de/influenza-impfstoffe). Die zugelassenen Impfstoffe sind gut verträglich. Auch für Schwangere und das ungeborene Kind konnte in verschiedenen Studien die Sicherheit der Grippeimpfung nachgewiesen werden. Schwere Nebenwirkungen sind sehr selten.

Die Wirksamkeit der Grippeschutzimpfung hängt von vielen Faktoren ab, wesentlich ist, inwiefern die im Impfstoff enthaltenen Virusstämme mit den zirkulierenden Influenzavirusvarianten übereinstimmen. Da sich der zirkulierende H3N2-Stamm vor der vergangenen Grippesaison genetisch veränderte, nachdem die Impfstoffproduktion bereits begonnen hatte, passte die H3N2-Impfstoffkomponente nicht optimal. Wie Daten des Nationalen Referenzzentrums für Influenza zeigen, wurde ausgerechnet dieser abweichende Stamm bei 62 % der Influenzavirusnachweise und damit am häufigsten nachgewiesen. Die Impfeffektivität gegen eine laborbestätigte Influenza insgesamt (ohne Berücksichtigung des (Sub-)Typs) betrug daher nach Berechnungen des RKI in der Saison 2014/15 nur 27 %. In anderen Saisons ist die Wirksamkeit in der Regel deutlich höher und liegt zwischen 40 und 60 %.

Unabhängig vom Impfstatus sollte beim Auftreten von akuten Atemwegssymptomen während einer Grippewelle auch eine Influenzaerkrankung in Betracht gezogen werden. Insbesondere Menschen mit einem höheren Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf sollten frühzeitig ihren Hausarzt zu Rate ziehen, damit auch die Gabe antiviraler Arzneimittel erwogen werden kann. Gerade ältere Personen bekommen häufig kein Fieber und nehmen zu spät ärztliche Hilfe in Anspruch.

Wissen, was schützt: fünf Tipps für den Alltag

Auf der Internetseite www.infektionsschutz.de informiert die BZgA über einfache Hygienetipps die helfen, das Ansteckungsrisiko zu verringern:
- Regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Seife
- Husten und Niesen in die Ellenbeuge oder ein Taschentuch
- Abstand halten zu erkrankten Personen
- Regelmäßiges Lüften von Räumen
- Im Krankheitsfall zu Hause bleiben und sich auskurieren

Weitere Informationen:
http://www.impfen-info.de/grippe
http://www.rki.de/influenza
http://www.pei.de/influenza-impfstoffe
http://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/grippe-influenza

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Lebererkrankungen bei Kindern: Frühzeitige Diagnose ermöglicht erfolgreiche Therapie

Bereits Kinder können von Lebererkrankungen betroffen sein. Neben den gleichen Erkrankungen, wie sie auch Erwachsene bekommen, gibt es bei Kindern und Jugendlichen viele kongenitale, also bei der Geburt auftretende, und erbliche Erkrankungen. Manchmal ähneln die Verläufe der Erkrankungen genau denen wie bei Erwachsenen manchmal aber gibt es auch andere schwerere oder leichterte Verläufe – Kinder sind eben keine kleinen Erwachsenen!
Eine Gelbfärbung der Haut, aber auch länger bestehende, unspezifische Allgemeinsymptome wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit sowie ein gestörtes Wachstum können auf eine bestehende Lebererkrankung hinweisen und sollten immer ärztlich abgeklärt werden. Wird eine Lebererkrankung frühzeitig erkannt, ist oft eine erfolgreiche Therapie möglich.

Zu den häufigsten kindlichen Lebererkrankungen gehören zum Beispiel die Gallengangsatresie, verschiedenste Stoffwechselerkrankungen oder Autoimmunerkrankungen. Auch Entzündungen der Leber, zum Beispiel durch dasHepatitis B- oder C-Virus kommen vor. Leberentzündungen sind bei Kindern aber viel seltener als bei Erwachsenen. Unbehandelt können all diese Erkrankungen jedoch chronisch werden und langfristig zu einer Lebervernarbung führen. Die Leber kann dann ihre Aufgaben nicht mehr gut erfüllen und es kann in letzter Konsequenz eine Lebertransplantation als lebensrettende Therapie notwendig sein. Ein Faltblatt mit näheren Informationen kann in der Geschäftsstelle der Deutschen Leberstiftung bestellt oder auf der Website der Deutschen Leberstiftung unter www.deutsche-leberstiftung.de heruntergeladen werden.

Frühzeitige Diagnose wichtig

Die Diagnose von Lebererkrankungen bei Kindern ist nicht immer einfach, da die Betroffenen oftmals kaum Beschwerden haben oder unspezifische Symptome zeigen. Auch die für Lebererkrankungen eigentlich so typische Gelbfärbung der Haut tritt nicht bei allen Kindern zwingend auf. Daher sollten länger bestehende Allgemeinsymptome wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Wachstumsstörungen immer ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden. Eine Überprüfung der Leberblutwerte durch den Kinderarzt kann Klarheit bringen, ob eine Lebererkrankung beim Kind vorliegt oder nicht.

„Viele kindliche Lebererkrankungen können heute bei rechtzeitiger Diagnose gut behandelt werden! Gerade im Moment sind viele neuartige Untersuchungs- und Behandlungsmethoden in der Entwicklung, die auch Kindern und Jugendlichen zugutekommen“, betont Prof. Baumann aus der Pädiatrischen Gastroenterologie und Hepatologie der Medizinischen Hochschule Hannover dieBedeutung der Früherkennung.

Für eine eindeutige Diagnosestellung werden auch Ultraschall und weiterführende Tests herangezogen. Bei anhaltenden Leberproblemen erfolgt oft zusätzlich eine Gewebeentnahme unter Narkose, um das Lebergewebe des Kindes anschließend unter dem Mikroskop beurteilen zu können. Für die Weiterbehandlung sollte ein Kinder-Gastroenterologe aufgesucht werden, der auf die Betreuung von Kindern mit Magen-, Darm- und Lebererkrankungen spezialisiert ist. Ein schmerzfreies Verfahren, mit dem sich das Ausmaß einer Leberschädigung bei Kindern frühzeitig abschätzen lässt, ist die Untersuchung mit dem Fibroscan. Das ist ein spezielles Ultraschall-Gerät, mit dem sich über Druckwellen die Elastizität der Leber bestimmen lässt. Die Untersuchungsmethode wird auch als Elastometriebezeichnet. „Die Untersuchung mit dem Fibroscan ist völlig schmerzfrei und lässt zuverlässig erkennen, wie weit die Vernarbung der Leber im Falle einer chronischen Leberentzündung bereits fortgeschritten ist. In Kombination mit der Bestimmung der Leber-Blutwerte kann dieses Verfahren heute in vielen Fällen eine Leberpunktion ersetzen“, sagt Prof. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung. Die Untersuchungsmethodewird mittlerweile auch in vielen kindergastroenterologischen Zentren durchgeführt. Bei chronisch leberkranken Kindern eignet sich dieses schonende Verfahren vor allem zur engmaschigen Überwachung des Krankheitsverlaufs.

Vielfältiges Behandlungsspektrum bei kranker Leber

Einige Lebererkrankungen lassen sich medikamentös gut behandeln. Bei stark fortgeschrittener Vernarbung der Leber und einem drohenden Funktionsausfall des Organs kann vielfach aber nur noch eine Lebertransplantation helfen. In Deutschland werden jährlich etwa 100-120 Lebertransplantationen bei Kindern durchgeführt, da sich die Leberfunktionnicht langfristig durch eine Maschine – wie bei der Niere – ersetzen lässt.

Spezialzentren für langfristige Betreuung ideal

Für die langfristige Betreuung von leberkranken Kindern sind Zentren geeignet, die auf Lebererkrankungen im Kindesalter spezialisiert sind. EineAuswahl dieser Spezialzentren und eine Übersicht von zertifizierten Kinder-Leber-Ärzten ist auf der Website der Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung unter „Elterninformationen“ zu finden.

Die Deutsche Leberstiftung

Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt und geheiltwerden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem Information undBeratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und Apotheker inmedizinischen Fragen. Weitere Informationen: www.deutsche-leberstiftung.de.

BUCHTIPP: „Das Leber-Buch“ der Deutschen Leberstiftung informiert umfassend und allgemeinverständlich über die Leber, Lebererkrankungen, ihre Diagnosen und Therapien – jetzt in zweiter, aktualisierter Auflage! „Das Leber-Buch“ ist im Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3-89993-642-1, € 16,95: http://www.deutsche-leberstiftung.de/Leber-Buch.

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Von 7 bis 2,10 - mehr als 20 ehrenamtliche Helfer unterstützen große Lebensretter-Aktion

Unimedizin lobt Stadtwette aus und Musicalstar Darryll Smith singt seinen neuen Hit „Love will lead us on“

Carlotta ist sieben Jahre alt und Berthold Henkel misst 2,10 Meter. Am Sonnabend, dem 19. September gilt für die beiden Teamwork. Sie gehören zu den 20 ehrenamtlichen Helfern bei der großen Lebensretter-Mitmach-Aktion auf dem Greifswalder Marktplatz. Während die kleine Carlotta fleißig mit die 500 Wiederbelebungspuppen auf dem Marktplatz verteilen wird, steht der 33-jährige Assistenzarzt der Uniklinik für Anästhesiologie den Teilnehmern als Reanimationsbetreuer zur Seite und gibt Hinweise zur korrekten Handhabung.


Die Universitätsmedizin Greifswald lädt zusammen mit dem Landkreis Vorpommern-Greifswald, dem Klinikum Karlsburg und vielen weiteren Partnern und Unterstützern am Sonnabend, dem 19. September 2015, von 11.00 bis 14.00 Uhr zu einer Lebensretter-Aktion auf dem Marktplatz der Universitäts- und Hansestadt ein (s. https://idw-online.de/de/news636937). Dabei sollen mehr als 3.000 Greifswalder und Bürger aus dem Landkreis Vorpommern-Greifswald zusammenkommen, um gemeinsam die richtigen Schritte bei einem Herzinfarkt zu üben. Dafür stehen 500 Reanimationspuppen zur Verfügung, die von den Teilnehmern wiederbelebt werden sollen. Als Stargast unterstützt der Soulsänger und Musicalstar aus „König der Löwen“, Darryll Smith, aus Trinidad und Tobago (Karibik) den Greifswalder Aktionstag, der ab 11.00 Uhr auch seinen neuen Hit „Love will lead us on“ präsentieren wird. Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft der Sozialministerin von MV, Birgit Hesse.

60 Prozent aller Herzinfarkte passieren zu Hause

„Im Notfall eines Herzstillstandes kommt es auf jede Sekunde an“, betonte Mitorganisator und Direktor der Klinik für Anästhesie am Klinikum Karlsburg, Dr. Bernd Müllejans (Foto). Er ist neben seiner Tätigkeit im Klinikum regelmäßig als Notarzt im Rettungsdienst der Landkreise Vorpommern-Greifswald und Vorpommern-Rügen unterwegs. Aus Erfahrung weiß er, dass Menschen vor der notwendigen Hilfe zurückschrecken - aus Unkenntnis und auch aus Angst, etwas falsch zu machen. „Es gibt aber nichts Schlimmeres, als bei einem Herz-Kreislaufstillstand nichts zu tun“, erklärte Müllejans. Mit der Veranstaltung wollen die Organisatoren die drei wesentlichen Schritte „Prüfen, Rufen, Drücken“, die für lebenserhaltende Maßnahmen wichtig sind, bevor der Arzt eintrifft, vermitteln und die Teilnehmer auf derartige Situationen besser vorbereiten. „Jeder kann täglich in die Situation geraten, Erste Hilfe leisten zu müssen. Der Herzinfarkt gehört zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland und 60 Prozent aller Herzinfarkte passieren zu Hause“, unterstrich Müllejans.

Stadtwette - 500 Euro Wetteinsatz

„Die meisten ehrenamtlichen Helfer sind Assistenz- und Oberärzte der Klinik für Anästhesiologie“, sagte der Direktor der Klinik für Anästhesiologie an der Unimedizin Greifswald, Professor Klaus Hahnenkamp. „Uns ist die fachgerechte Anleitung der Wiederbelebung sehr wichtig, um auch eine nachhaltige Wirkung zu erzielen“, so der Initiator der öffentlichen Informationsveranstaltung. Wie beispielsweise Berthold Henkel, gebürtiger Essener, der in Greifswald Medizin studiert hat und jetzt an der Klinik für Anästhesiologie als Assistenzarzt arbeitet. Das Helferteam wird um engagierte Studierende der Humanmedizin aus der „Arbeitsgemeinschaft Erste Hilfe und Notfallkunde für Medizinstudierende e.V.“ ergänzt und um Angehörige der Hauptakteure. „Der organisatorische Aufwand ist doch gewaltig“, so Hahnenkamp. So freut sich auch die siebenjährige Carlotta aus Greifswald schon sehr auf ihren ersten freiwilligen Einsatz und natürlich auf den Soulmusiker Darryll Smith, weil sie selbst die Musik und das Tanzen liebt.

Die Unimedizin hat unterdessen eine Stadtwette ausgelobt, um die Teilnahmemotivation weiter zu erhöhen. Wenn es gelingt, einen vollständigen Wiederbelebungskurs an allen 500 Puppen zu belegen, unterstützt die Unimedizin den Verein der HochschulSportGemeinschaft Universität Greifswald e.V. (HSG) mit 500 Euro. Diese spezielle Aktion im Rahmen der Veranstaltung startet um 12:30 Uhr. „Die Bürger des Landkreises und natürlich die Mitglieder der HSG sind also aufgefordert, zahlreich zu prüfen, zu rufen und zu drücken. Mal sehen, wer gewinnt“, so Dr. Thorsten Wygold, Ärztlicher Vorstand der Universitätsmedizin.

Die Veranstaltung

Es gibt eine Bühne, Livemusik und einen kostenlosen Imbiss für alle „Lebensretter“ vom Theater-Catering. Von 11.00 bis 13.00 Uhr wird das ärztliche Expertenteam um Prof. Klaus Hahnenkamp von der Universitätsmedizin Greifswald und Dr. Bernd Müllejans vom Klinikum Karlsburg den Teilnehmern die richtige Reanimation von vom Herzstillstand betroffenen Personen erläutern. Anschließend kann genau das an den Puppen ausprobiert und trainiert werden. Pro Durchgang können 500 Reanimationspuppen gleichzeitig auf dem Marktplatz fachgerecht ins Leben zurückgeholt werden. Dafür stehen geschulte Betreuer mit Ratschlägen und Hinweisen bereit.

Die Unterstützer und Partner

Landkreis Vorpommern-Greifswald, Klinikum Karlsburg, Volkssolidarität Greifswald e.V., Lions-Club Greifswald, Kommunale Beratungsstelle Greifswald, Stadtwerke Greifswald, Sparkasse Vorpommern und OBI Baumarkt Greifswald

http://www.klinikum-karlsburg.de
http://www.facebook.com/events/1645688499001418/
http://www.einlebenretten.de

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