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Lifestyle

zenenfoto Sommernachtstraum Foto Ingo Hoehn

Luzerner Theater, Schauspiel Ein Sommernachtstraum, Première Freitag, 27. Februar, besucht von Gabriela Bucher – Liechti

zenenfoto Sommernachtstraum Foto Ingo Hoehn
zenenfoto Sommernachtstraum Foto Ingo Hoehn

Produktion: Inszenierung: Bruno Cathomas, Bühne: Natascha von Steiger, Kostüme: Aleksandra Pavlović, Licht: David Hedinger-Wohnlich, Musik: Daniel Almada, Dramaturgie: Julia Reichert

Besetzung:

Szenenfoto Sommernachtstraum  Foto Ingo Hoehn
Szenenfoto Sommernachtstraum Foto Ingo Hoehn

Sofia Elena Borsani (Hippolyta / Titania), Yves Wüthrich (Theseus / Oberon), Wiebke Kayser (Puck), Verena Lercher (Hermia), Alina Vimbai Strähler (Helena), Christian Baus (Lysander), Jakob Leo Stark (Demetrius), Adrian Furrer (Squenz), Lukas Darnstädt (Zettel), Michel Kopmann (Franz Flaut), Anna Rebecca Sehls (Tom Schnauz / Matz Schlucker), Daniel Almada (Musiker)

Rezension:

Szenenfoto Sommernachtstraum  Foto Ingo Hoehn
Szenenfoto Sommernachtstraum Foto Ingo Hoehn

Er ist wieder da, der «Globe» im Luzerner Theater, mit seinem leichten Geruch nach Holz und den Sitzplätzen hinter und über der Bühne, wo die Zuschauer zu schweben scheinen in den Gestängen. Shakespeares »Globe» für Shakespeares «Sommernachtstraum», ein Traum für Regisseur Bruno Cathomas, welcher das Stück in- und auswendig kennt, hat er es doch bereits übersetzt und mehrfach inszeniert und selber schon diverse Rollen darin gespielt. Eine leere Bühne also, auf der einige Besucher am Premierenabend etwas verloren herumirren. Die Platzierung scheint noch nicht ganz ausgereift, aber dieses kleine Chaos ist der perfekte Auftakt für das grössere – durchaus gewollte – Chaos, welches in den kommenden ein dreiviertel Stunden über die Bühne gehen wird.

Von Romeo und Julia bis zum Untergang der Titanic

Szenenfoto Sommernachtstraum  Foto Ingo Hoehn
Szenenfoto Sommernachtstraum Foto Ingo Hoehn

Kaum haben die Zuschauer ihre Plätze gefunden, stürmt der höchst erregte Regisseur (Adrian Furrer) der Laien-Theatertruppe, welche in der Luzerner Inszenierung die Handwerker ersetzt, auf die Bühne. Ihm folgt Zettel (Lukas Darnstädt), ein manierierter, affektierter und exaltierter Möchtegern-Schauspieler, eng anliegendes Shirt mit Sicht aufs Brusthaar, Hosen mit Schlag, ausladend und geblümt, dazu klobige Schuhe mit Absatz. Er beherrscht jede mögliche Rolle, von Romeo aus «Romeo und Julia» bis Jack aus der «Titanic» und versucht, den Regisseur zu beeindrucken mit Passagen aus den Werken, welche er mit unglaublichem Pathos vorträgt.

Im Reich der Sinne – farbenfrohes Spektakel

Szenenfoto Sommernachtstraum  Foto Ingo Hoehn
Szenenfoto Sommernachtstraum Foto Ingo Hoehn

Und so geht’s weiter und hört eigentlich nie auf, ein unglaubliches Spektakel. Da wird geschrien, geweint, geliebt, gehasst und gekämpft, in höchsten Tönen, in höchster Auf- und Erregung und mit allem, was jeder einzelne Schauspieler zu geben hat. Ein wildes, farbiges, schräges Durcheinander, wie die Geschichte selber. Hippolyta und Theseus deklamieren in rosa Gewändern und goldenen Accessoires vom ersten Rang hinunter, die Akteure kommen von allen Seiten auf die Bühne gestürmt, hangeln sich über das Geländer im ersten Rang, stolpern durch die Zuschauerränge. Dazu deklamieren sie Shakespearisches und Aktuelles, singen Popsongs und rappen.

Szenenfoto Sommernachtstraum  Foto Ingo Hoehn
Szenenfoto Sommernachtstraum Foto Ingo Hoehn

Verstehen tut man lange nicht alles vom gesprochenen Text, was sicher mit den Gegebenheiten des «Globes» zu tun hat, aber auch mit den teilweise hohen Stimmen, die sich vor Aufregung überschlagen. Sitzt man noch in der Nähe des Pianisten (Daniel Almada), der wunderbare musikalische Akzente setzt, wird es noch schwieriger, dem Geschehen zu folgen. Aber je länger der Abend voranschreitet, desto mehr fragt man sich, wie weit «Verstehen» gefragt und nötig ist, zumal die Geschichte ja bekannt ist und die Bilder für sich sprechen. Konzentriert man sich auf die unglaubliche Spiellust der Darsteller, verbringt man einen höchst vergnüglichen Abend. Sie ziehen alle Register, bedienen aber auch aller Klischees, die gemeinhin für Schauspieler gelten. Sie toben sich aus und scheinen selber auch unglaublich Spass zu haben. Die Fetzen fliegen, Kostüme verrutschen, Schuhe gehen verloren, auch die eine oder andere Perücke bleibt auf der Strecke, oder auf der Bühne, ob gewollt oder nicht spielt in diesem Chaos keine Rolle. Action pur und ohne Ende, Überraschungseffekte und darin, darüber, hängt die riesige Lichtkugel aus Neonschlangen, einziges Requisit in dieser Inszenierung.

Die ganze Truppe sprüht vor Energie, jeder hat seinen eigenen Tick, seine Eigenheit, die sie/er voll ausleben kann, was immer wieder zu Lachern führt. Alle begeistern sie mit ihrer Leidenschaft, ihrer Hingabe, in jeder Hinsicht, in ihre Rolle. Dass die beiden Interpreten von Hippolyta/Titania (Melanie Lüninghöner) und Theseus/Oberon (André Benndorff), welche die erkrankten Ensemble-Mitglieder ersetzten, erst seit einer Woche mitproben, fällt in keiner Weise auf.

Kreativ-kunstvolle Kostüme aus Müll

Das ist alles wie erwähnt unglaublich farbig, laut, schräg und komisch und wird noch unterstrichen durch die Kostüme (Aleksandra Pavlović). Titanias Krone besteht aus leeren Aludosen mit Strohhalmen, auf ihrem ausschweifenden Rock mit Schleppe, beides aus Plastik, funkeln blaue Petflaschen, Puck und Oberon zünden wahlweise blaue und weisse Lämpchen an ihren Kostümen, geblümte Strumpfhosen, rote Kniesocken, hohe Plateauschuhe, kurze Hosen, riesige Brillen, farbige Perücken, alles ist vertreten auf diesem Plateau.

Immer wieder hörte man Kichern, manchmal lautes Lachen aus den Rängen, in den letzten Minuten gibt es sogar Szenenapplaus und das Publikum honoriert dieses Feuerwerk an Liebe, Lust und Chaos mit langanhaltendem Applaus. Ein liebliches Feenspiel ist das fürwahr nicht, eine düstere Traumwelt aber auch nicht, es ist ein verrücktes Märchen für Erwachsene und eine Spielwiese für die Schauspieler. Und wenn Sie der Handlung nicht ganz folgen können, klicken Sie sich aus und lassen Sie die Bilder auf sich wirken, es kommt eh alles wie es kommt und ist auch nur ein Sommernachtstraum.

Kleine Fotodiashow der Produktion von Ingo Höhn, Luzerner Theater:

fotogalerien.wordpress.com/2018/02/22/luzerner-theater-schauspiel-ein-sommernachtstraum/

Text: www.gabrielabucher.ch

Fotos: www.luzernertheater.ch

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Zucchero in Halle 622 in Zürich, Foto Ruedy Hollenwäger

Zucchero – Wanted – Un‘ Altra Storia Tour 2018, Zürich, 23. Februar 2018, besucht von Léonard Wüst

Zucchero in Halle 622 in Zürich, Foto Ruedy Hollenwäger
Zucchero in Halle 622 in Zürich, Foto Ruedy Hollenwäger

Besetzung: Zucchero (Adelmo Fornaciari ) mit Band

Rezension:

Zucchero
Zucchero

In gewohntem Outfit, also mit verwaschenen Shirts, kultigen Latzhosen, Hüten aller Art und Farbe, gesellte sich „Zucchero“ zu seinen Mitmusikern auf die Bühne in der total ausverkauften Halle 622. Leider war die Akustik miserabel, die Tontechnik ihrer Aufgabe nicht gewachsen, schlecht abgemixt, in der Halle war es viel zu kalt und das Kommende war auch nicht sehr erwärmend. Stimmung kam nicht rüber und wenn er sprach/sang, verstand man kein Wort. Und der Text ist doch bei einem Cantautore zumindest ebenso wichtig wie die Melodie.

Die erstaunliche Metamorphose eines Cantautore zu einem Edelrocker

Zucchero
Zucchero

Die erste Songpalette uniform im immer gleichen Rhythmus und fast gleicher Tonart. Nichts erinnerte mehr an den einst gefühlvollen Cantautore, den rebellischen Poeten mit der blumigen, dennoch unverblümten Sprache. Obwohl eine relativ grosse Begleitband auf der Bühne war, gabs fast keine Variationen, selten ein Solo, wenn mal eines mit der Leadgitarre, wars nicht grade das virtuoseste. Wenn zwei Keyboarder, ein Bassist, drei Gitarristen, zwei Schlagwerker/innen und 3 Bläser mittun, sollte man die auch mal adäquat zu Geltung kommen lassen, denen mal Auslauf gewähren, zumal es sich später herausstellte, dass alles exzellente Musiker sind.

Zugespieltes Video mit Pavarotti Duett als Glanzpunkt

Zucchero
Zucchero

Ziemlich ernüchternd, wenn das auf der Leinwand zugespielte Duett „Miserere“ mit Luciano Pavarotti, aufgenommen in der Londoner „Royal Albert Hall“, der Höhepunkt des Konzertes ist, zusammen mit einem von der Band instrumental vorgetragenen Stück, bei dem die beiden Keyboarder ihr Können demonstrieren und auch die Gitarristen und Schlagwerker für einmal Akzente setzen konnten.

Früher gabs mal Lob von höchster Stelle

Zucchero
Zucchero

Die Blues- und Soul-Legende Ray Charles bezeichnete ihn einst als einen der besten Blues-Musiker der Welt. Und tatsächlich, keiner schaffte es so wie Zucchero, Blues, Soul, Rock und Pop zu einem homogenen Ganzen zusammenzufügen. Seine zahlreichen Bestselleralben wie «Oro, Incenso & Birra», «Bluesugar», «Shake» oder zuletzt «Black Cat» dokumentieren dies eindrücklich. Er hat mit Grössen wie Miles Davis, Eric Clapton, Sting, John Lee Hooker usw. performt und immer wieder unter Beweis gestellt, dass der Blues seine grösste Leidenschaft ist. Der Weg, den er aber mit diesen neuen Arrangement bestreitet, ist ein anderer, lehnt sich eher an die Altrocker an, führt total weg von „Italianita“ hin zu anglophonem Einheitsbrei, mit ein paar zusätzlichen Akkorden aufgemotzt.

Unverständliche Transformation von Idol zum Universalretrorocker

Da mutiert eine Kultfigur zu einem der vielen Trittbrettfahrer auf der wieder aufkommenden Retrorockschiene. Dabei hätte er doch mehr als genügend Qualität und auch ausreichend Rückhalt der Fans, um seinen ursprünglichen Weg weiter zu gehen, seine einmalige Urtümlichkeit zu bewahren. Ob Quale Senso Abbiamo Noi, Voci, Diamante, Blu, Occhi, E‘ Delicato, Menta e Rosmarino, Ahum, My love, She`s my baby, Cosi celeste, Feels like a woman. Schade, wenn alles gleich instrumentiert und arrangiert ist, dann ist es einfach nur noch langweilig, verwechsel- und austauschbar.

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: Ruedy Hollenwäger und

Fotos:http://www.abc-production.ch/

und http://www.zucchero.it/

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Konzert von Shih-Wei Huang im Konservatorium Dreilinden in Luzern, Foto Sophie Chang

TWICA Taiwan-Switzerland Cultural Association, Chinesisches Neujahrskonzert mit Shih Wei Huang im Konservatorium Dreilinden in Luzern, 28. Januar 2018, besucht von Léonard Wüst

Konzert von Shih-Wei Huang im Konservatorium Dreilinden in Luzern, Foto Sophie Chang
Konzert von Shih-Wei Huang im Konservatorium Dreilinden in Luzern, Foto Sophie Chang

Programm:
蕭泰然 Tyzen Hsiao (1938-2015)
回憶 Memory (2010) (鋼琴組曲:家園的回憶 II. Piano Suite: Memories of Home Op. 49, II.)
龍舟競渡 Dragon Boat Festival (1996), Op. 58
台灣魂 Spirit Of Taiwan (1998), Op. 60

林慶文 Ching–Wen Lin (*1949)
⋯ 加花 ⋯adding Flowers (2017) (首演 Uraufführung)

穆索爾斯基 Modest Petrowitsch Mussorgski (1839-1881)
展覽會之畫 Bilder einer Ausstellung (1874)
 
 

Rezension:

Botschafter Dr. Gu hält eine Ansprache
Botschafter Dr. Gu hält eine Ansprache

Einige Prominenz war geladen für dieses exklusive Konzert am Sonntagnachmittag im Konservatorium Dreilinden im Luzerner Wesemlinquartier, zu dem die TWICA Taiwan-Switzerland Cultural Association geladen hatte, so u.a. der taiwanesische Botschafter in der Schweiz,  Dr. Klement Ruey-Sheng Gu mit Gemahlin, Felix Müri, Nationalrat der Schweizer Volkspartei und Präsident der parlamentarischen Gruppe Schweiz-Taiwan mit Gattin, ebenso in Begleitung seiner Frau Prof. Dr. Christian Schwarzenegger von der Universität Zürich, mit dabei auch der ehemalige Grossaktionär und Verwaltungsrat der Calida AG Walter Palmers sowie viele Mitarbeiter der Délégation culturelle et économique de Taipei.  Ungefähr die Hälfte der ca. 60 Gäste war asiatischer, die andere westlicher Herkunft. Gemeinsam warteten alle gespannt auf den Auftritt der taiwanesischen Meisterpianistin Shih Wei Huang, die im Moment die Meisterklasse Klavier an der HSLU besucht und deshalb auch des Öftern im Konservatorium Dreilinden, das zur Hochschule Musik Luzern gehört, übt.

Nationalrat Felix Müri hält eine Ansprache
Nationalrat Felix Müri hält eine Ansprache

Die Gäste wurden dann offiziell begrüsst von Co Organisatorin Sophie Chang von der TWICA, ebenso richtete der taiwanesische Botschafter in der Schweiz,  Dr. Klement Ruey-Sheng Gu Grussworte an die Versammelten, abschliessend auch noch einige Worte von Felix Müri.

Sophie Chang, Organisatorin
Sophie Chang, Organisatorin

Dann bat Sophie die taiwanesische Tatenvirtuosin Shih Wei Huang an den Konzertflügel für das Konzert zum Auftakt des chinesischen Jahr des Hundes, das am 16. Februar 2018 beginnt.

Konzertprogramm:

Konzert von Shih-Wei Huang
Konzert von Shih-Wei Huang

Zum Auftakt drei Werke der taiwanesischen Komponistenlegende Tyzen Hsiao ( 1938 – 2015), der auch als der taiwanesische Rachmaninow bezeichnet wird. Danach die Uraufführung von „adding flowers“, einer Komposition des anwesenden Ching-Wen Lin (*1949), bevor im 2. Konzertteil für europäische Ohren vertrautere Klänge ertönten mit der Interpretation der „Bilder einer Ausstellung“ des russischen Komponisten Modest Petrowitsch Mussorgski.

Hommage an den „taiwanesischen Rachmaninow“ Tyzen Hsiao

Weshalb man Tyzen Hsiao als taiwanesischen Rachmaninow apostrophiert,  wurde schon bei den ersten paar Takten des Werkes „,Memories of Home“ klar, erinnert es doch stark an das Klavierkonzert Nr. 3 des russischen Komponisten. Shih Wei interpretierte die Komposition ihres, im Jahre 2015 verstorbenen Landsmannes, mit traumwandlerischer Sicherheit und sehr viel Einfühlungsvermögen. Mit der gleichen Hingabe reichte sie auch die zwei folgenden Werke von Tyzen Hsiao dar. Das Publikum genoss die nicht grad alltäglichen Klänge und würdigte die junge Künstlerin mit langanhaltendem Applaus.

Seltener Genuss einer Uraufführung

Komponist Ching-Wen Lin links, mit Shih Wei, mitte und seiner Frau, rechts
Komponist Ching-Wen Lin links, mit Shih Wei, mitte und seiner Frau, rechts

Dann kam das Auditorium mit „…adding flowers“ von Ching-Wen Lin (*1949) gar in den Genuss einer Uraufführung, dies in Anwesenheit des in der Schweiz lebenden Komponisten, der sich sichtlich über die sehr gut gelungene und vom Publikum mit viel Applaus verdankte Premiere freute.

Weitere musikalische Leckerbissen im 2. Konzertteil

Mit, uns westlichen Besuchern doch sehr viel vertrauteren Tönen, führte Shih Wei im zweiten Konzertteil dann musikalisch durch die „Bilder einer Ausstellung“ von Mussorgski. Mit dem charakteristischen Leitthema nahm sie uns mit auf einen Rundgang, gespickt mit technischen Glanzpunkten, mit schwärmerisch, gefühlvoll antizipiert ausgemalten Klangmotiven, die wunderschöne Bilder vor dem inneren Auge entstehen liessen.

Mussorgskis Werk vermittelt den Eindruck eines Rundgangs durch eine Ausstellung von Werken seines verstorbenen Freundes  Viktor Hartmanns.

Am Anfang steht die Promenade, die zwischen den nachfolgenden Stücken leicht verändert wiederkehrt. Mussorgski selbst sprach davon, dass die Promenade ihn selbst darstelle, wie er zwischen den Ausstellungsstücken umherwandere, um sie zu betrachten. Die Promenade taucht mehrfach in situationsangepassten Varianten als Überleitung zwischen den Stücken auf.

Aussergewöhnliche Performance einer ambitionierten jungen Künstlerin

Shih Wei beim erklären der taiwanesischen Komposition
Shih Wei beim erklären der taiwanesischen Komposition
Die Ausnahmepianistin bedankt sich für den grossen Applaus
Die Ausnahmepianistin bedankt sich für den grossen Applaus

Shih Wei  promenierte voll motiviert und souverän durch die Ausstellung, respektive durch die schwierige Partitur und zog das Publikum. welches angespannt lauschte und schaute,  in ihren Bann. Für diese musikalischen Leckerbissen durfte die junge Künstlerin denn auch einen langanhaltenden stürmischen Applaus ernten, den sie sichtlich genoss. Organisatorin Sophie überreichte ihr noch einen Blumenstrauss, den sie aber bald wieder weglegen musste, damit sie die Hände frei hatte für die Zugabe, die sie dem hingerissenen Auditorium noch gewährte. Shih Wei stand anschliessend noch zur Verfügung für Selfies, ebenso gab sie geduldig und bereitwillig Auskunft über ihre Karriere u.v.m. Zum Abschluss des festlichen Nachmittags lud die TWICA, vertreten durch Sophie Chang, die Gäste noch zu einem Apéro riche, wo man sich noch austauschte, auf neue Bekanntschaften anstossen und bestehende Freundschaften pflegen konnte.

Fazit:

Smalltalk beim Apero
Smalltalk beim Apero

Ein toller Anlass in gediegener Umgebung mit einem intimen Klavier Rezital einer aussergewöhnlichen Pianistin.


Die äusserst symphatische Ausnahmepianistin Shih Wei Huang umrahmt von Lucette Achermann und Léonard Wüst
Die äusserst symphatische Ausnahmepianistin Shih Wei Huang umrahmt von Lucette Achermann und Léonard Wüst

Trailer Piano Suite „Memories of home“

www.youtube.com/watch?time_continue=4&v=E1Ts_XND-d4

Kleine Fotodiashow des Events von Chen-Han Chien:

fotogalerien.wordpress.com/2018/02/18/twica-taiwan-switzerland-cultural-association-chinesisches-neujahrskonzert-mit-shih-wie-huang-im-konservatorium-dreilinden-in-luzern-28-januar-2018-besucht-von-leonard-wuest/

Text: www.leonardwuest.ch

Organisation und Fotos: https://twica.ch/ und Chen-Han Chien

Fotos: https://www.shihweihuang.com/ und Lucette Achermann

 

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Biréli Lagrène Foto Gazette du Val dÒise, Getty Images

Biréli Lagrène Gipsy Quartet feat. Stochelo Rosenberg , KKL Luzern, 28. Januar 2018, besucht von Léonard Wüst

Biréli Lagrène Foto Gazette du Val dÒise, Getty Images
Biréli Lagrène Foto Gazette du Val dÒise

Besetzung:

Biréli Lagrène, Gitarre, Stochelo Rosenberg, Gitarre, Hono Winterstein, Gitarre, Franck Wolf, Saxophon,  William Brunard, Bass

Rezension:

Biréli Lagrène
Biréli Lagrène

Noch heute wird der swingende Gypsy-Jazz vor allem mit einem Namen in Verbindung gebracht, nämlich mit jenem des legendären, 1953 verstorbenen Django Reinhardt. Und alle sind sich einig: Wenn dieser je einen legitimen Nachfolger hatte, dann ist das ohne jeden Zweifel Biréli Lagrène, der 1966 im Elsass auf die Welt kam und 14 Jahre später als Wunderkind mit dem Album «Routes to Django» debütierte. Seither hat Lagrène sich in ganz unterschiedlichen stilistischen Gefilden getummelt (u.a. bot er seinen flinkfingrigen Kollegen Paco de Lucia und Al Di Meola problemlos Paroli), ist aber regelmässig zu seiner ersten grossen musikalischen Liebe zurückgekehrt. Die Rückbesinnung auf seine Wurzeln ist für Lagrène kein nostalgisches Projekt, sondern eine Notwendigkeit – seine Gypsy-Projekte sind authentisch, mitreissend und von viel «joie de vivre» geprägt. Als «Special Guest» im KKL mit dabei: Stochelo Rosenberg!

Franck Wolf, Saxophon
Franck Wolf, Saxophon

Ein musikalisches Ereignis ganz in der Tradition von Django Reinhardt und dessen stilistischen Nachfolger, wie z. B.  Häns`che Weiss (1951 – 2016), dem Rosenberg Trio usw. erwartet man, wenn man den Namen Biréli Lagrène in einer Konzertankündigung liest. Für all diese “ Manouche-Künstler“ ist Samois-sur-Seine eine Pilgerstätte, der Ort, an dem Django Reinhardt zuletzt gelebt hatte und 1953 an einer Hirnblutung, im Alter von grad mal 43 Jahren, verstarb. Ein Auftritt an einem, im Jahre 1968 ins Leben gerufenen Festival zu Ehren und Erinnerung an Django Reinhardt, unweit von dessen letztem Wohnort – auf der malerischen Île du Berceau, das ca. alle fünf Jahre stattfindet, ist für jeden dieser Gipsygrössen der Ritterschlag schlechthin und all die obgenannten erfreuten sich schon dieser Ehre.

Hono Winterstein, Gitarre
Hono Winterstein, Gitarre

Start in das Set mit dem zeitlosen Jazzstandard „Just the way you are“, geprägt von Franck Wolf mit dem Sopransaxophon. Sie wendeten sich  dann nicht etwa bald dem „Jazz Manouche“ zu, sondern variierten den Song lang, etwas gar sehr lang und so erhielt der Saxophonist ausreichend Raum und Zeit für Soli und fulminante Läufe um sein unbestrittenes Können zu demonstrieren. Dazwischen streuten auch die andern mal einen Sololauf ein, Lagrène auf der Gitarre, der junge William Brunard auf dem Bass immer gut begleitet von Hono Winterstein mit der Rhythmusgitarre, der die typischen Gipsyriffs setzt, die diese Musik so unvergleichlich macht. Dann endlich folgte der Wechsel zum „Sinti Slang“, bei dem sich Franck Wolf, jetzt mit dem Tenorsaxophon, mit dezenteren, sanften Tönen wohltuend zurückhielt, damit sich die Saiteninstrumentalisten so richtig in die Zigeunermusik hineinsteigern konnten.

Biréli Lagrène begrüsst „Special Guest „ Stochelo Rosenberg auf dem Set

Stochelo Rosenberg, Gitarre
Stochelo Rosenberg, Gitarre

Richtig gute Stimmung kommt dann auf, als sich Stochelo Rosenberg zu den vier andern Musikern dazugesellt. Kaum sass er, wurde losgejammt, warf man sich die Liedfetzen zu, garnierte und modellierte sie weiter um sie dann wieder an den andern zu reichen. So entstanden zeitweise friedliche musikalische  Duelle auf höchstem Level, an denen nicht nur das Publikum, sondern auch die Musiker ihre helle Freude hatten. Diese peitschten sich weiter durch das Set, trieben sich mit grandiosen Gitarrensoli ständig vorwärts, unterlegten dann abwechselnd die Sololäufe des andern wieder als Rhythmusgitarristen mit ihren schrammigen Riffs.

Manchmal funktioniert das mit dem Zauberlehrling

William Brunard, Bass
William Brunard, Bass

Nach dieser grossartigen Performance auf höchstem Niveau folgte eine eindrückliche Geste des Meisters Biréli Lagrène. Er  schnappte sich den Bass von William Brunard, drückte diesem seine Gitarre in die Hand und es ging nahtlos weiter. Brunard wandelte brillant in den Spuren seines Bandleaders, als obs das einfachste wäre, den Meister zu imitieren, gar mit dessen musikalischen Qualität mitzuhalten und immer mal eigene Akzente zu setzen, sehr zur freudigen Verblüffung des Auditoriums. Noch war man nicht ganz angekommen im Olymp des Gipsyjazz, aber man spürte schon, dass es bis dorthin nicht mehr allzu weit sein dürfte.

Grandioses Schlussfeuerwerk mit einem Standard

Stochelo Rosenberg, Gitarre
Stochelo Rosenberg, Gitarre

Nachdem Lagrène sich wieder sein angestammtes Instrument gegriffen hatte, zelebrierten die Protagonisten ein Lied von Stochelo Rosenberg, das dieser für seine Tochter komponiert hatte. Auch hier harmonierten wieder fünf brillante Instrumentalisten auf höchstem musikalischem Level und mit überschäumender Spielfreude. Das Auditorium war begeistert und feierte die Musiker mit stürmischem, langanhaltendem Applaus. Dafür gewährten diese dann zum Abschluss noch eine grandiose Version von Sweet Georgia Brown, die ihnen dann noch eine verdiente stehende Ovation bescherte.

Link auf das Konzert zum 100sten Geburtstag von Django Reinhardt im Théatre des Champs Elysées in Paris, 14. März 2010

https://innerschweizonline.ch/wordpress/konzert-zum-100sten-geburtstag-von-django-reinhardt-im-theatre-des-champs-elysees-paris-14-maerz-2010-besucht-von-leonard-wuest/

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: www.allblues.ch

Ein Konzert von www.allblues.ch und www.jazzluzern.ch

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