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Lifestyle

Tonhalle Maag Zürich Konzertsaal

Jazz at Lincoln Center Orchestra with Wynton Marsalis, Tonhalle Maag Zürich, 10. Februar 2018, besucht von Noémie Felber

Tonhalle Maag Zürich Konzertsaal
Tonhalle Maag Zürich Konzertsaal

Besetzung:

Wynton Marsalis, trumpet & Jazz At Lincoln Center Orchestra feat. Walter Blanding, Victor Goines, Sherman Irby, Ted Nash, Paul Nedzela, Joe Temperley (saxophones) – Chris Crenshaw, Vincent Gardner, Elliott Mason (trombones) – Ryan Kisor, Marcus Printup, Kenny Rampton (trumpets) – Dan Nimmer, piano – Carlos Henriquez, bass – Ali Jackson, drums

Rezension:

Wynton Marsalis
Wynton Marsalis

20 Jahre ist es her, dass Wynton Marsalis zuletzt in Zürich ein Gastspiel gab. Umso freudiger erwarteten die Schweizerfans des erstklassigen Trompeters und Jazz-Superstars seine Rückkehr: Der Solist und das 15-köpfige Jazz At Lincoln Center Orchestra spielen für die ausverkaufte Tonhalle Maag. Bereits vor dem offiziellen Konzertbeginn darf das Publikum das Einspielen von Bassist und Schlagzeuger geniessen. Diese intime und vertrauliche Atmosphäre zieht sich durch das ganze folgende Programm. Die Zuschauer können sich zurücklehnen und geniessen, auch wenn das eine oder andere Beine-Wippen natürlich nicht fehlen darf.

«We have a lot of music to play for you.»

Wynton Marsalis
Wynton Marsalis

Der Tribut an Jazzmusiker und -legende Duke Ellington beginnt mit einer einschlagenden Nummer, die das Publikum in die geschäftigen Strassen New York Citys verschlägt, wo das Orchester herkommt. In den kommenden 90 Minuten wechselt das Repertoire von mitreissendem Jazz zu dahinplätscherndem Blues. Solo folgt auf Solo, so dass nicht nur alle 12 Blasinstrumente ihr Können unter Beweis stellen können. Auch die dreiköpfige Rhythm-Section, bestehend aus Kontrabass, Flügel und Schlagzeug, kriegen Gelegenheit, um zu improvisieren. Das Publikum scheint Zeuge einer lockeren Jam-Session zu sein, von angespannter Konzertstimmung ist nichts zu spüren. Das Programm ist breit gefächert, es findet sich für jeden Geschmack etwas. Klassiker wie «It Don’t Mean a Thing» wechseln sich mit weniger bekannten Stücken wie «Lady of the Lavender Mist» ab, Duke Ellingtons ganze Bandbreite wird abgedeckt. Die grosse Vielfalt zieht auch ein breitgefächertes Publikum an: Alle Altersklassen scheinen an diesem Abend vertreten.

Jazz als Mission

Wynton Marsalis Trompetenregister
Wynton Marsalis Trompetenregister

Als Teil des Projekts «Jazz at Lincoln Center» bereist das dazugehörige Orchester die Welt, um diese Musik zu verbreiten. Für die Musiker steht Jazz für persönliche Freiheit und Ausdrucksmöglichkeit, Jazz verbindet Menschen und weckt positive Gedanken. Entstanden ist das Konzept in der Mitte der 1980er Jahre, als das Lincoln Center sein Angebot erweitern und ein neues Publikum ansprechen wollte. 1991 wurde «Jazz at Lincoln Center» ein offizieller Teil des Lincoln Center Angebots und erreichte in wenigen Jahren weltweite Bekanntheit. Die künstlerische Leitung dieses Projekts läuft über Wynton Marsalis selbst. Er ist ausserdem verantwortlich für das Orchester, bestehend aus erstklassigen Solisten und Arrangeuren. Doch nicht nur durch das Mittel der Performance soll Jazz-Musik verbreitet werden, «Jazz at Lincoln Center» setzt sich auch für die Ausbildung neuer Musiker ein.

Orchester aus Solisten

Wynton Marsalis
Wynton Marsalis

Wynton Marsalis ist nicht nur für das Orchester zuständig, er übernimmt auch die Leitung des Konzerts. Vor jedem Stück greift der Amerikaner nach dem Mikrofon und erzählt etwas über die Musik. Entstehungsdaten, Anekdoten und Verdankung der Solisten findet in diesen Auflockerungen des Programms Platz und unterhalten die Zuschauer. Trotzdem scheint sich Marsalis nie in den Mittelpunkt zu stellen und legt ein dezentes und sympathisches Auftreten an den Tag. Allgemein wirken die Musiker sehr bescheiden. Ihren Applaus nach den Soli nehmen sie mit Freude in Empfang, der Spass an der ganzen Sache ist ihnen anzumerken.
Nach langem Applaus kehrt Wynton Marsalis mit vierköpfiger Begleitung nochmals auf die Bühne zurück und spielt in dieser Formation eine letzte Zugabe. Auch diese veranlasst das Publikum zu tosendem Applaudieren. Dieses Konzert hat jeden Geschmack getroffen. Lässt nur noch hoffen, dass die nächste Performance in Zürich nicht ganz so lange auf sich warten lässt.

Text: www.noemiefelber.ch

Fotos:   www.allblues.ch und http://wyntonmarsalis.org/

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Konzert von MusikWerk Luzern Foto Ingo Hoehn

MusikWerk Luzern, DIE SCHWEIZER IN PARIS von Anna Rybinski

Konzert von MusikWerk Luzern Foto Ingo Hoehn
Konzert von MusikWerk Luzern Foto Ingo Hoehn

Nein, es geht nicht um den helvetischen Tourismus; auch nicht um die Eidgenossen, die in manchen Schlachten für den König von Frankreich ihr Leben opferten. MusikWerk Luzern will  in der neuen Saison  die Generation der Schweizer Komponisten bekannter machen, die nach 1900 in Paris studierten und frischen Wind in das konservative hiesige Musikleben brachten.

Was ist MusikWerk Luzern?

DIE SCHWEIZER - SAISON 2018 Design Kaspar Allenbach
DIE SCHWEIZER - SAISON 2018 Design Kaspar Allenbach

MusikWerk Luzern versteht sich als Werkstatt und Treffpunkt für die Klassische Moderne und präsentiert Werke der hervorragenden Komponisten des 20. Jahrhunderts. Die künstlerischen Leiter Beni Santora und Adrian Meyer stellen jedes Jahr eine bedeutende Persönlichkeit in den Mittelpunkt, die in ihrem gesamten Wirkungskreis porträtiert wird. Auch die  Zusammenhänge der Musikwerke mit Literatur und bildender Kunst werden aufgezeigt.

Arthur Honegger @Sammlung Hans Jacob Beck-Lipsi
Arthur Honegger @Sammlung Hans Jacob Beck-Lipsi

Im Jahr 2015 stand Arnold Schönberg im Mittelpunkt, 2016 Bohuslav Martinů und 2017 Igor Stravinsky.

Herausragende, international tätige Musiker gestalten die Konzerte, die sich im Ensemble Metropolis – dem exklusiven Ensemble der Konzertreihe – zusammengefunden haben.

Das Jahr der Schweizer

Künstlerischer Leiter Beni Santora Foto Ingo Hoehn
Künstlerischer Leiter Beni Santora Foto Ingo Hoehn

2018 wird nicht eine Persönlichkeit, eher eine  Generation von Komponisten in Fokus gestellt: Arthur Honegger, Frank Martin und Conrad Beck sind diejenigen, die in den fünf Konzerten der Saison 2018  mit ihren Freunden und Zeitgenossen präsentiert werden, unter anderen mit Vincent d‘Indy, Darius Milhaud und Francis Poulenc. Der Zusammenschluss einiger Musiker in Paris unter dem Namen «Groupe des Six» und  «École de Paris» bedeutete damals lose Gruppierungen, welche als Avantgarde der Musikszene Berühmtheit erlangten.

Auch zwei Innerschweizer, Joseph Lauber und Othmar Schoeck,   sind in den Konzerten mit charakteristischen Werken vertreten.  Obwohl keine Repräsentanten  der neuen Stilrichtungen, spielten sie doch eine wichtige Rolle im Schweizer Musikleben in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Der erste Konzertabend ist eine Hommage an Joseph Lauber, der vielleicht als Erster aus dem Schatten der übermächtigen deutschen Nachbarn heraustreten wollte und in Frankreich studierte.

Die Konzertdaten von MusikWerk Luzern:

«Direktverbindung Ruswil-Paris»  24. Februar

«2×6 in Paris»                                   14. April

«Radio Basel»                                     9. Juni

«Herbstgesang»                               20. Oktober

«Mimaamaquim»                            15. Dezember

Die Konzerte finden jeweils um 19.30 im neugestalteten Zentrum MaiHof statt – der Raum bietet ideale akustische Voraussetzungen für das Repertoire von MusikWerk Luzern. Die Kombination aus Stein und Holz, die differenzierte Beleuchtung und die aufgelockerte Sitzordnung verleihen den Abenden eine besondere Intimität. Nach dem Konzert lädt  die Bar Gäste und Musiker jeweils zum Austausch ein.

Über eine Radiostation

Radio Basel Zeitungsfoto
Radio Basel Zeitungsfoto

Es gab Zeiten, als über den Service Public noch nicht diskutiert wurde, als keine No-Billag-Initiative existierte und der öffentlichen Rundfunkanstalt im kulturellen Leben des Landes eine wichtige Rolle zukam. Das waren die Zeiten ohne Fernsehen, ohne Gratiszeitungen und mit viel weniger Konzertangeboten in Stadt und Land. Das Radio Basel erfüllte die Sehnsucht nach Informationen, Literatur, Cabaret und Theater – und auch nach klassischer Musik. Es hatte nämlich ein eigenes Rundfunkorchester und die Konzerte wurden live ausgestrahlt. Dank Studiokonzerten mit Musik von Zeitgenossen und Uraufführungen mit Auftragswerken erfüllte das Radio auch den Wunsch nach Neuem.

Damals wurde eine junge Garde von Komponisten entdeckt, gefördert, finanziell über  Wasser gehalten und dank der Radiosendungen in ganz Europa bekannt gemacht.  Das Radio war eine kulturelle Grossmacht. Der Herr über dieses Medium war 30 Jahre lang Conrad Beck: in Schaffhausen geboren, in Zürich aufgewachsen und als Komponist in Zürich und Paris ausgebildet.

An fünf Abenden von MusikWerk  Luzern erleben Sie Programme, wie sie der Rundfunksender «Radio Basel» (ein Vorgänger des heutigen SRF) damals hätte ausstrahlen können.

www.musikwerkluzern.ch/

Text: annarybinski.ch/

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Casa-da-Musica-Porto-Sala-2

Casa da Musica Porto, Miguel Canada · Luís Duarte Moreira, Música de Câmara, 6. Februar 2018, besucht von Léonard Wüst

Casa-da-Musica-Porto-Sala-2
Casa-da-Musica-Porto-Sala-2

Besetzung und Programm:

1. Programmteil: Miguel Canada Tuba, Nicole Vidak Piano

Jacques Castérède  Sonatina (2º and.)

Bruce Broughton Sonata para tuba

Elizabeth Raum Sweet Dances

2. Programmteil: Luís Duarte Moreira Französisches Horn, Isolda Crespi Rubio Piano

Anton Rössler-Rosseti Concerto para trompa em Ré menor (1º e 2º andamentos)

Paul Hindemith Sonata para trompa em Mi bemol maior

Esa-Pekka Salonen Estudo de concerto para trompa

 

Rezension:

Das erste von mir besuchte Konzert in der Casa da Musica fand in der Sala 2 statt, der vor allem für Kammermusik und Konzerte mit moderner Musik, sowie kleinere Anlässe aller Art genutzt wird.

Dabei handelte es sich um zwei Vorträge von Nachwuchskünstlern im Rahmen des Jugendmusikwettbewerbes Prémio Jovens Músicos/Antena 2, an dem sich junge portugiesische und andere, in Portugal sesshafte Musikerinnen beteiligen können.

1.Konzertteil Miguel Canada Solist mit der Tuba

Nicole Vidak, Piano
Nicole Vidak, Piano

Zuerst betrat der aus Machico auf Madeira stammende Miguel Canada (*9.5.1997) die Bühne und mit ihm die Pianistin Nicole Vidak (die gebürtige Kroatin, die ihrerseits in Triest und Rijeka studierte und jetzt an der Escola Superior de Música de Lisboa ihre Studien fortsetzt), um ihn zu begleiten. Miguel Canada startete seine Laufbahn 2008  in der Banda Municipal de Machicols als Ensemblemitglied auf der Tuba, um im Jahre 2010 zu Fabien Filipe, ans  Conservatório – Escola Profissional das Artes da Madeira zu wechseln.

Miguel Canada Tuba
Miguel Canada Tuba

Er hatte sich da ein recht happiges Programm zusammengestellt  mit Werken zeitgenössischer Komponisten, darunter auch das Werk „Sweet Dances“ der Kanadierin Elizabeth Raum. Bei diesen vier Tänzen hatte Canada Gelegenheit, sein ganzes Können in die Waagschale zu werfen, sind diese doch sehr unterschiedlich und anspruchsvoll. Beginnend mit dem Blew Tango über die Dot Polka, Waltzin` Matuba bis hin zu A Hard Knight’s Day, ob langsam, zügig oder getragen, der junge Mann aus Madeira war jederzeit auf der Höhe der Aufgabe und konnte das Publikum überzeugen. Dies ist ja nicht so einfach, ist doch die Tuba, ausser bei den Blasmusikanten wie den Oberkrainern, nicht gerade das spektakulärste Instrument.

2.Konzertteil Luís Duarte Moreira mit dem Flügelhorn

Isolda Crespi Rubio Piano
Isolda Crespi Rubio Piano

Luís Duarte Moreira wurde am Piano begleitet von Isolda Crespi Rubio aus Barcelona. Der 1993 geborene junge Mann spielte zuerst Saxophon, bevor er sich dem französischen Horn zuwandte. Mit Anton Rössler-Rossetis (1750 – 1792) Werk interpretierte er einen Klassiker der musikalischen Hornliteratur und deutete es auch dementsprechend konservativ, mit klaren Halalis usw.

Luís Duarte Moreira Tuba
Luís Duarte Moreira Tuba

Dann aber, beim zeitgenössischen Paul Hindemith (1895 –  1963) demonstrierte Moreira, dass er auch auf diesem Parkett zuhause ist, was die anschliessende Darbietung der modernen Komposition „Konzert Etüde für Horn“  des finnischen Komponisten Esa-Pekka Salonen (*1958) zusätzlich unterstrich. Das Publikum, das sich vor allem aus Familienmitgliedern, Freunden und Mitstudenten der beiden Vortragenden zusammenstellte, genoss das dargebotene und belohnte beide Nachwuchssolisten mit entsprechendem Applaus.

Link auf das Konzert vom 9. Februar 2018 Jantar com Debussy

https://www.bochumer-zeitung.com/de/magazin-magazin/lifestyle/87240599-casa-da-musica-porto,-trio-garrett-dinner-with-debussy,-9-februar-2018,-besucht-von-l%C3%A9onard-w%C3%BCst

Text und Fotos: www.leonardwuest.ch

Fotos: www.casadamusica.com/

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Trio Garrett Dinner with Debussy

Casa da Musica Porto, Trio Garrett Dinner with Debussy, 9. Februar 2018, besucht von Léonard Wüst

Trio Garrett Dinner with Debussy
Trio Garrett Dinner with Debussy

Besetzung und Programm:

TRIO GARRETT

Ângela Carneiro Violoncello

João Andrade Violine

Melissa Fontoura Piano

Helena Silva Erzählerin

Sonate für Cello und Klavier d-Moll

Sonate für Violine und Klavier

Klaviertrio G-dur

Rezension:

Helena Silva
Helena Silva

Ein aussergewöhnliches Projekt des « Trio Garrett » im Restaurant der «Casa da Musica» in Porto. Ein Konzertprojekt zum 100. Todestag des französischen Komponisten Claude Debussy mit Rezitation ausgewählter Gedichte französischer Dichterlegenden. Dies im Rahmen eines Diners im Restaurant im 7. Stock, des im Jahre 2005 eröffneten Vorzeigegebäude der nordportugiesischen Metropole Porto. Die holländischen Architekten Rem Koolhaas und Ellen Van Loon vom Büro OMA konzipierten das Musikgebäude. Eigentlich sollte das Gebäude im Jahre 2001, als Porto Kulturhauptstadt Europas war, eröffnet werden, aber erst am 14. April 2005 war es dann soweit. Verspätung scheint in Porto Tradition zu haben, wurde doch auch die Metro erst im Dezember 2002, statt wie vorgesehen zu Beginn des Kulturhauptstadtjahres fertig.

Zum Konzert – Diner

Melissa Fontoura Piano
Melissa Fontoura Piano

Zuerst platzierten sich die Pianistin Melissa Fontoura und Violinist João Andrade auf der kleinen Bühne des Restaurants, aber den Anfang machte dann Helena Silva mit dem Rezitieren des Gedichtes „Chanson“ von Alfred de Musset

1.Konzertteil: Sonate für Piano und Violine

João Andrade Violine
João Andrade Violine

Dann starten die beiden Musiker mit dem ersten Satz der Sonate für Piano und Violine in G Moll, Allegro vivo. Dabei agierte João Andrade zu Beginn etwas vorsichtig unsicher, beruhigte sich aber nach ein paar Takten schon und fand zu einem gefühlvollen differenzierten Spiel, glänzend unterstützt von der Pianistin.

Dann servierte man der ersten Gang des Diners, eine, Gänselebermousse mit Blattsalat, karamellisierter Birne und einem Feigensorbet, dann rezitierte Helena Silva mit „Meine üblichen  Träume“-Zeilen von Paul Verlaine

Darauf war wieder Zeit für Musik, der zweite Satz „Fantastisch und leicht“ aus Debussys Werk. Auch hier wunderbares Zusammenspiel von Klavier und Violine.

Rezitat „Initium“ von Paul Verlaine

Das animierte Finale beschloss den ersten Konzertteil

Dann erklangen Rezitate plötzlich aus der Höhe, hatte sich doch Helena Silva auf der Galerie posiert und ich dachte mir: Die wunderbar weiche vollmundige portugiesische Sprache ist die wohl geeignetste zum Rezitieren französischer Poesie, nebst französisch natürlich und Helene Silva zelebrierte dies auf allerhöchstem Niveau und mit subtiler Intensität.

Daraufhin wurde der zweite Gang gereicht, getrüffelte Filets vom St. Petersfisch an einer fein – sämigen Sauce, auf Erbsenmousseline, mit grünem Spargel und Wachtelei.

2. Konzertteil: Sonate für Cello und Piano in D Moll

Ângela Carneiro Violoncello
Ângela Carneiro Violoncello

Schon hatte sich die Pianistin auf der kleinen Bühne wieder hingesetzt, neben ihr nun Angela Carneiro mit ihrem Violoncello. Die Sonate für Cello und Klavier komponierte Debussy ganz bewusst im Stil der französischen Sonatenkunst des Barocks während eines Aufenthalts im Sommer 2015 in Pourville-sur-mer zwischen ausgedehnten Strandspaziergängen am Tag und einem guten Glas Wein am Abend. Völlig entspannt, dennoch hochkonzentriert und hingebungsvoll intonierte die junge Cellistin dieses Meisterwerk des französischen Komponisten, unterstützt von einer behutsamen Begleiterin am Klavier.

Arthur Rimbaud  stand mit „In den Wäldern hat es einen Vogel“ für das nächste Rezitat.

Danach konnte sich die Pianistin mit ihrem Solopart „La fille aux cheveux de lin“ noch auszeichnen.

Den Abschluss des Essens krönte als Dessert eine Variation Saint Honoré von Himbeeren.Charles  Baudelaires „Parfum exotique“ rundete den zweiten Konzertteil ab.

3. Konzertteil mit Trio für Piano  in G Dur von Claude Debussy

Zu Beginn ein paar Zeilen von Stéphane Mallarmé

Zum Abschluss des Abends war das Trio Garrett in globo auf der Bühneund  sie sprühten förmlich vor Spielfreude und Violinist João Andrade blühte auf, keine Spur mehr von der anfänglichen Unsicherheit im ersten Konzertteil. Die Protagonisten ermunterten einander mit Gesten und Blicken, da wechselten feinziselierte Glissandi mit spöttischen Pizzicato, kurze, fulminate Pianoläufe mit austarierten Cellopassagen, energische Violineinsätze mit dunklem Celloklang unterlegt.

Das „Chanson d`automne“ von Paul Verlaine stand für das nächste eingefügte Rezital, auf das das „Scherzo“ folgte. Auch hier wieder Kammermusik der feinsten Art, in marschähnlichem Rhythmus, energisch im Trio vorwärtsschreitend, gefolgt vom Andante espressivo mit gefühlvollen Celloklängen, sich einmischender Violine, getragen vom Klangteppich des Pianos.

«La solitude bleue et stérile a frémi» von Mallarmé schloss den Reigen der Gedichtinterpretationen ab, bevor das feurig – furiose Finale startete.

Das Publikum im gut besetzten Restaurant war begeistert und spendete dementsprechenden stürmischen und langanhaltenden Applaus.

Ein perfekter Abend in schönem Ambiente, mit ausgezeichneter musikalischer Darbietung, stimmungsvollen Gedichtpassagen und hervorragendem Essen.

Nachtrag:

Das Trio Garrett will mit diesem Projekt eine Parallele zwischen Musik und Wort herstellen, eine Verbindung, die auch Debussy selbst oft gemacht hat, und die in den musikalischen und literarischen künstlerischen Kontext perfekt passt.

Trailer des Trio Garrett. Projecto Azul - Apresentação

https://www.youtube.com/watch?v=KQQ1W2vmdBo

Trio für Piano  in G Dur von Claude Debussy

https://www.youtube.com/watch?v=bbd6T6i0BFw

Link auf das Konzert vom 6. Februar:

https://www.bochumer-zeitung.com/de/magazin-magazin/lifestyle/87240606-casa-da-musica-porto,-miguel-canada-%C2%B7-lu%C3%ADs-duarte-moreira,-m%C3%BAsica-de-c%C3%A2mara,-6-februar-2018,-besucht-von-l%C3%A9onard-w%C3%BCst

 

Text und Fotos: www.leonardwuest.ch

Fotos: www.casadamusica.com/

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