Über München nach Europa Bochumer Quidditchteam Ruhr Phoenix gewinnt Ligafinale in München und qualifiziert sich für den European Quidditch Cup.
Samstagmorgen auf der PSV-Sportanlage in München: Die Sonne kämpft sich langsam durch die leichte Wolkendecke und trocknet den vom Morgentau genässten Rasen. In einer Ecke der Anlage bereitet sich das Bochumer Quidditchteam Ruhr Phoenix auf ihr erstes Spiel am Wochenende vor. Noch kann man nur erahnen, welch sommerliches Wetter und großen Erfolg dieses Wochenende mit sich bringen wird.
Zwanzig der etwa 50 deutschen Quidditchteams haben sich über die fünf Regionalligen für das Deutsche Quidditch Ligafinale in München qualifiziert. Sie alle schielen auf den Titel des besten Deutschen Quidditchteams und die acht hart umkämpften Plätze für die Teilnahme an den European Quidditch Games, für die es sich zu qualifizieren gilt.
Quidditch ist eine schnell wachsende Randsportart mit einer Mischung aus Handball, Rugby und Völkerball. Der aus den Harry Potter Romanen bekannte Ballsport wird nun schon seit etwa 10 Jahren in der echten Welt gespielt. In dem körperlichen Spiel stehen sich zwei gemischtgeschlechtliche Teams mit sieben SpielerInnen gegenüber. Ziel ist es möglichst oft den Spielball, den ‚Quaffle‘ durch die gegnerischen Ringe zu befördern, ohne dabei von dem anderen Team zu Boden gebracht oder mit den so genannten ‚Bludgern‘ abgeworfen zu werden. Wenn man doch getroffen ist, muss man den ‚Besen‘ zwischen den Beinen wegnehmen und zurück zu den eigenen Ringen laufen und diese abschlagen. Erst dann ist man wieder im Spiel. Der ‚Besen‘ ist eine genormte Plastikstange, die in dem gesamten Spiel als Handicap zwischen den Beinen getragen werden muss.
„Der Besen amüsiert die meisten Leute oft und der Sport wird mit Zaubersprüchen auf Harry Potter reduziert“, so Max Schulze-Steinen, Trainer und Spieler in Bochum. „Den amüsanten Charakter kann ich natürlich verstehen, doch nervt es nur auf Harry Potter reduziert zu werden – das stellt die Einzigartigkeit und immense Sportlichkeit von Quidditch oft in Frage und in den Hintergrund.“ Und anstrengend ist der Sport allemal: für die Qualifikation zur Europameisterschaft trainierte der Kader des Ruhr Phoenix in den letzten Monaten vier Mal in der Woche. Zuletzt hatten sie noch das Quidditchteam aus dem belgischen Gent für Testspiele zu Gast.
Doch die Anstrengung hat sich gelohnt! Nach nur einer Niederlage in der Gruppenphase stand der Ruhr Phoenix im Achtelfinale gegen Augsburg und im Viertelfinale gegen die Gastgeber aus München. Beide Spiele konnte Bochum souverän für sich entscheiden. Im Halbfinale ging es gegen das Team aus Bonn und nach einem knappen Sieg stand der Ruhr Phoenix zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte im Finale.
Vor etwa 200 Zuschauern ging es gegen Berlin. Beide Teams konnten sich bereits einen Platz für die European Quddidtch Games sichern, doch das nächste Ziel war klar: das beste deutsche Team zu sein!
In ersten paar Minuten spielten beide Team ausgeglichen doch im weiteren Verlauf konnte sich der Bochumer Ruhr Phoenix mit seiner dichten Abwehr und cleveren Umschaltspiel deutlich absetzen.
Mit dem Schlusspfiff war klar: über München geht es für den Phoenix nicht nur nach Europa, hier wurde auch ein Stückchen Vereinsgeschichte geschrieben.
Infos und Trainingszeiten unter: https://www.ruhrphoenix.de/de
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