m künstlerischen Fokus des Monats Oktober 2019 steht die „Holzwoge“ des Künstlers Jupp Lückeroth. Der 1919 in Köln geborene Maler wandte sich nach dem Zweiten Weltkrieg der ungegenständlichen Malerei zu. Viele Künstler seiner Generation haben damals Mut zur Individualität bewiesen und sich der gestischen Abstraktion verschrieben. Jeder für sich entwickelte eine eigene unverwechselbare künstlerische Handschrift, allen war jedoch daran gelegen, das Werk als Geschehnis zu begreifen. Jupp Lückeroth kam aus der Naturwissenschaft und bildete sich künstlerisch selbst fort. Ein besonderes Anliegen war ihm, das eigene Verhältnis zur Welt zu erkunden und das, was sie im Innersten zusammenhält. Lückeroth war ein leidenschaftlicher Beobachter von Natur. In den Jahresringen von Bäumen und in den Strukturen des Nordseewatts erkannte er Natur als immerwährenden Prozess. „Das Wesen von Natur ist ihr Wachstum. Wachstum hat Prozesscharakter, ist etwas Dynamisches und ist eine fließende Bewegung ohne Grenzen. Also ist es meine Aufgabe als Maler, diese Bewegung bildlich umzusetzen“, betonte der Künstler, dem es gelang mit klarem Blick, Kunst und Natur durch eine gemeinsame Formensprache einander zu nähern. Es nimmt nicht Wunder, dass Lückeroths wesentliches Motiv die Welle ist. Sie ist die „Urform der Bewegung“, sein Medium, womit er die vierte Dimension, die Zeit, ausdrücken wollte. Ab Mitte der 1950er-Jahre befasste sich Lückeroth mit dem Strukturmalen. Unsere Darstellung erinnert an geologische Formationen, Faltengebirge oder Tiefseerinnen. Wenn man sich darauf einlässt, wird aus der zerfurcht wirkenden Komposition aus Schwarz, Rot und Weiß ein farbenschönes, bewegendes Bild, das Gedanken hinsichtlich des Wertes der Natur hervorruft. Nicht unerwähnt bleiben darf, dass Lückeroth neben seinem eigenen künstlerischen Schaffen eine umfangreiche Sammlung von Gemälden und Papierarbeiten der ihm nahestehenden Kollegen des Informel u.a. von Fred Thieler und Emil Schumacher zusammengetragen hat. Im Jahre 2003 hat die Nichte und Nachlassverwalterin des Künstlers das Museum mit der Schenkung des künstlerischen Nachlasses, d.h. die von Lückeroth gemalten Bilder und der bemerkenswerten Künstlersammlung von Lückeroth bedacht. Ein Teil davon sowie die „Holzwoge“ sind in der Abteilung Kunst der Moderne zu sehen.
AKTUELL
Foto Farbe Form. Mythos Germanien (STUDIO)
Bildwelten der Gebrüder Viegener │26.05. bis 06.10.2019 28.10.2018 bis 08.12.2019
VORSCHAU
Eiszeit-Safari THE BEST OF…! (STUDIO)
Eine Erlebnis-Ausstellung │01.12.2019 bis 05.07.2020 12.01. bis 22.03.2020