Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des aktuellen Mediationskurses der VHS Duisburg
Immer mehr Menschen versuchen Streitereien und Konflikte mit Hilfe der Mediation aus dem Weg zu räumen. Im Gegensatz zu Gerichtsverhandlungen, an deren Ende in der Regel eine Partei als Verlierer dasteht, ist der Mediator beziehungsweise die Mediatorin bestrebt, mit den Konfliktparteien eine einvernehmliche Lösung zu finden.
Seit 2016 bietet die Volkshochschule Duisburg eine zertifizierte Ausbildung zum Mediator an. Die Ausbildung umfasst insgesamt 233 Unterrichtsstunden und beinhaltet einen umfangreichen Praxisteil. Dieser sieht vor, dass die angehenden Mediatoren echte Fälle bearbeiten.
Zum Abschluss ihrer Zertifizierung brauchen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Ausbildungsganges 2017/2018 zehn weitere „Streitfälle“, bei denen sie ihr erlerntes Know-how in Einsatz bringen können.
Wer einen aktuellen Konflikt ohne finanziellen Aufwand durch Mediation schlichten möchte, kann sich an die Kursleiterin Monique Ridder telefonisch unter (0208) 76854841 oder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. wenden. Die Plätze werden nach Eingang vergeben.
Bochum (ots) - Auch wenn man als Pressesprecher nun schon seit 20 Jahren über aktuelle Fälle aus dem Bereich des Bochumer Polizeipräsidiums berichtet, gibt es immer noch Dinge, die man so noch nicht erlebt hat und die an krimineller Dreistigkeit kaum zu überbieten sind.
Beides trifft auf einen Verkehrsunfall zu, der sich am 28. April 2018 (Samstag) auf dem Parkplatz des Bochumer Hauptbahnhofes ereignet hat.
Dort, direkt vor der Wache der Bundespolizei, kehrten eine Autofahrerin sowie ihr Begleiter gegen 11.30 Uhr zu ihrem weißen Mercedes zurück und stellten eine Beschädigung im Frontbereich des Pkw fest. Noch während der polizeilichen Unfallaufnahme erschien ein aufmerksamer Zeuge, der sich das Kennzeichen des wegfahrenden Autos gemerkt hat und die beiden Fahrzeuginsassen, eine Frau und einen Mann, genau beschreiben konnte.
Wenig später nahmen die Unfallfluchtsachbearbeiter die Ermittlungen auf - mit Erfolg! Über das Kennzeichen standen die beiden Autoinsassen sehr schnell fest.
Und was erfuhren die Beamten während der Vernehmung von dem sehr glaubhaften Bochumer "Fluchtpärchen"? "Direkt nach dem Unfall sind wir aus unserem Wagen gestiegen und haben uns den Schaden an dem Daimler angesehen. Plötzlich tauchte ein Mann auf und outete sich als Besitzer des Mercedes. Als wir ihn darauf ansprachen, die Polizei zu rufen, hielt er das für unnötig und ergänzte, dass für 50 Euro die Sache für ihn erledigt sei. Auch den Austausch der Personalien, zwecks weiterer Regulierung, lehnte der Mann ab."
Danach übergab das Ehepaar die geforderte Summe und fuhr davon - ohne zu wissen, dass sie nicht mit dem "echten" Mercedesfahrer gesprochen haben.
Als der Ermittler die in Norddeutschland lebende Mercedesfahrerin über den Sachstand informierte, erfuhr er, dass ihr Lebenspartner nach dem Einparken zu dem Mercedes zurückgekehrt ist, um den Parkschein in das Auto zu legen. Dabei wurde er von einem Fremden angesprochen, der ihn auf einen Lackkratzer hinwies und die Frage stellte, wieviel er ihm dafür geben würde, wenn er ihm das Kennzeichen des Verursachers nennt. Darauf ging der Norddeutsche aber nicht ein und verließ den Parkplatz.
Bei dem Abgleich der Personenbeschreibung stellte sich im Kommissariat heraus, dass es sich bei dem "falschen" Mercedesfahrer und dem "falschen" Zeugen um ein und dieselbe Person handelt.
Mit einer immensen Dreistigkeit und hoher krimineller schauspielerischer Energie ist dieser Mann gleich zweimal in Erscheinung getreten, um an das Geld anderer Leute zu kommen. Der Betrüger, augenscheinlich deutscher Abstammung, ist ca. 40 Jahre alt, 180 cm groß, schlank, hat dunkelblonde Haare und ein gepflegtes Aussehen.
Jetzt sucht das Bochumer Verkehrskommissariat nach diesem "abgezockten Mann" und bittet unter der Rufnummer 0234 / 909-5206 um Hinweise.
Kuratorin Dr. Ulrike Gärtner, Foto Katrin Pinetzki, Stadt Dortmund
„Herr Fritz, woher stammen die Bilder?“ Provenienzforschung im Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund
13. Mai – 14. Oktober 2018
im Studio des Museum für Kunst und Kulturgeschichte, Hansastr. 3, 44137 Dortmund
Kooperationspartner: Deutsches Zentrum Kulturgutverluste, Magdeburg
Als im Jahr 1935 Dr. Rolf Fritz in seiner Heimatstadt die Geschicke des Museums in die Hände nahm, forcierte er den Aufbau einer Gemäldegalerie. Der neue Direktor war ausgesprochen gut mit Kunsthändlern, Kunsthistorikern, Museumsdirektoren und Privatsammlern vernetzt. Unterstützt wurde er während des Zweiten Weltkrieges von seiner Assistentin Leonie Reygers, der späteren Direktorin des Museums am Ostwall. Sie erwarben bedeutende Werke der Romantik bei Kunsthändlern in Berlin, Dresden und im Rheinland. Nicht wenige Kunsthändler waren am NS-Kulturgutraub direkt beteiligt. Mit dem Ankauf der „Winterlandschaft“ von Caspar David Friedrich konnte sich das Museum 1942 rühmen, ein Gemälde des bedeutendsten deutschen Romantikers nach Dortmund geholt zu haben.
Die Erwerbungen der Ära Fritz prägen bis heute wesentlich den Charakter des Museums. Doch woher stammen die Gemälde? Sind sie NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut? Dieser Frage geht die Ausstellung „Herr Fritz, woher stammen die Bilder?“ im Museum für Kunst und Kulturgeschichte nach. Die Studio-Schau präsentiert die Ergebnisse eines Projekts zur Provenienzforschung, das das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg von 2015 bis 2018 gefördert hat. Die Schau wurde kuratiert von Dr. Ulrike Gärtner, die in den vergangenen Jahren die Herkunft der Werke erforscht hat.
Exemplarisch präsentiert werden 12 Gemälde und eine Steinskulptur, die im Fokus der Provenienzforscherin standen. Die Werke stammen aus der eigenen Sammlung sowie der des Museums Ostwall im Dortmunder U, dazu kommt eine Leihgabe der Anhaltinischen Gemäldegalerie. Die Ausstellung dokumentiert die detektivischen Recherchen der Kunsthistorikerin, die im Auftrag des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste die Spuren der MKK-Gemälde und -Skulpturen in Archiven in ganz Deutschland und in vielen Online-Datenbanken verfolgt hat. Texttafeln erzählen die Geschichten hinter den Bildern. Drei Gemälde stehen im Raum und erlauben auch einen Blick hinter die Kulissen der Provenienzforschung: Auf den Rückseiten der Werke von Heinrich Louis Theodor Gurlitt, Balthasar Denner und Andreas Achenbach lassen sich wertvolle Informationen über die Herkunft erkennen.
Insgesamt überprüfte die Kunsthistorikerin 160 Objekte und stufte sie in vier Kategorien ein. Werke mit eindeutig belasteter Provenienz, die zurückgegeben werden und in die LostArt-Datenbank einzustellen wären, fanden sich darunter nicht. Bei 62 Arbeiten ist die Provenienz rekonstruierbar und unbedenklich. Die übrigen 98 Gemälde und Skulpturen müssen weiter erforscht werden, da die Provenienz nicht eindeutig geklärt ist bzw. als bedenklich gilt.
Dr. Rolf Fritz
Dr. Rolf Fritz (1904-1992) wurde 1935 zum Direktor des Kunst- und Gewerbemuseums Dortmund ernannt. Zwei Jahre später nannte er das Haus 1937 in „Museum für Kunst und Kulturgeschichte“ um. Ab 1939 forcierte er eine Gemäldegalerie der Romantik und wollte Kunstwerke im besetzten Frankreich einkaufen. Dazu kam es aber nicht. Vielmehr erwarb das Museum bis Kriegsende 31 Gemälde auch bei Kunsthändlern wie Dr. Wilhelm August Luz, Paul Rusch und Hildebrandt Gurlitt, die in den NS-Kulturraub verstrickt waren.
1938 trat Fritz in die NSDAP ein. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er als Dolmetscher. Nach 1945 sorgte er für die Wiedereröffnung des zerstörten Museums auf Schloss Cappenberg bei Lünen. Er war Mitglied des Denkmal- und Museumsrats bei der Militärregierung und gehörte dem Ausschuss für die künstlerische Einrichtung der Bundesgebäude in Bonn an. 1966 trat er in den Ruhestand. Eine direkte Beteiligung am NS-Kunstraub konnte nicht nachgewiesen werden.
Hintergrund: Provenienzforschung
Auf der „Washingtoner Konferenz über Vermögenswerte aus der Zeit des Holocaust“ im Jahr 1998 wurden elf Grundsätze vereinbart. Sie sollten zur Lösung offener Fragen und Probleme im Zusammenhang mit den durch die Nationalsozialisten beschlagnahmten und in der Folge nicht zurückerstatteten Kunstwerken beitragen. Die unterzeichnenden Staaten – darunter auch die Bundesrepublik Deutschland – erklärten ihre Bereitschaft, die Bestände in öffentlichen Sammlungen zu erforschen. Ziel ist es, von den Nationalsozialisten beschlagnahmte Kunstwerke zu identifizieren und gegebenenfalls an die Vorkriegseigentümer oder deren Erben zu restituieren.
1999 haben Bund, Länder und kommunale Spitzenverbände diese Selbstverpflichtung in einer „Gemeinsamen Erklärung“ bestätigt. Seitdem sind alle öffentlichen Träger von Museen, Archiven und Bibliotheken aufgerufen, ihre Unterlagen zu erschließen, Informationen und Forschungsstände offen zu legen, Bestände zu überprüfen und Objekte mit unklarer oder auffälliger Provenienz zu veröffentlichen.
Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte ist wie alle öffentliche Museen in Deutschland bemüht, Fragen zu den Kunstwerken aus seiner Sammlung zu klären, die unter nationalsozialistischer Herrschaft enteignet oder geraubt wurden und faire Lösungen zu finden. Das MKK überprüft systematisch seine Kunstbestände, die nach 1933 erworben und vor 1945 entstanden sind. Das seit 2015 laufende Forschungsprojekt zu den Erwerbungen in der Ära Rolf Fritz ist bereits das zweite: Von 2009 und 2012 untersuchte Dr. Ulrike Gärtner die vom Berliner Kunsthändler Wilhelm August Luz zwischen 1933 und 1945 erworbenen Gemälde des 19. Jahrhunderts.
Eintritt
Erwachsene 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro. Die Eintrittskarte berechtigt für das gesamte Jahr zum Eintritt in die Dauer- und Studioausstellung sowie in die Dauerausstellungen von Museum Ostwall im Dortmunder U und Brauerei-Museum. Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt.
: v. l. Beigeordneter Dr. Ralf Krumpholz, Polizeipräsidentin Elke Bartels und Horst Hauschild, ADFC.
Auf Anregung des ADFC Duisburg startet das Verkehrssicherheitsnetzwerk „Duisburg. Aber sicher!“ eine gemeinsame Aktion mit der Verkehrsdirektion der Polizei Duisburg und dem Bürger- und Ordnungsamt der Stadt. Mit leuchtend gelben Aufklebern auf der Heckscheibe werden die Verkehrsteilnehmer darauf hingewiesen, dass der Seitenabstand beim Überholen eines Radfahrers mindestens 1,5 Meter betragen muss. Mehr als 80 Streifenwagen der Polizei und ca. 25 Fahrzeuge der Stadt Duisburg, vorrangig des Bürger – und Ordnungsamtes, weisen auf den notwendigen Seitenabstand hin.
1,5 Meter sind Pflicht
Die meisten Autofahrer entscheiden nach Gefühl, ob sie an einem Radfahrer vorbeifahren können. Dabei kommt es oft zu gefährlichen Situationen zwischen Auto und Fahrrad, weil der notwenige Sicherheitsabstand nicht eingehalten wird. Die Straßenverkehrsverordnung besagt, dass sich jeder beim Überholen so verhalten muss, dass eine Gefährdung anderer, vor allem der Radfahrer und Fußgänger, ausgeschlossen ist. Nach Rechtsprechung ist hierbei ein notweniger Abstand zwischen einem Auto und einem Fahrrad von mindestens 1,5 Meter erforderlich. Je nach Fahrzeug und Geschwindigkeit kann der notwendige Abstand auch größer sein. Große Fahrzeuge erzeugen einen Windzug beim Überholen, der einen Fahrradfahrer leicht ins Straucheln bringen kann.
„Alle Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit sind uns ein ganz wichtiges Anliegen. Mit den Aufklebern erinnern wir nicht nur andere Verkehrsteilnehmer an ihre Pflichten, sondern auch die Kollegen in den Dienstfahrzeugen werden ihr Augenmerk auf die Einhaltung des Seitenabstandes legen. Verstöße gegen die Abstandsregeln können durchaus geahndet werden“, sagt Dr. Elke Bartels zur neuen Kampagne.
Dr. Ralf Krumpholz erläutert: „Als fahrradfahrender Verkehrsteilnehmer habe ich oft unter Autos zu leiden, die zu nah an mir vorbeifahren. Das kann lebensgefährlich sein. Wenn der genügende Seitenabstand nicht einzuhalten ist, muss der Autofahrer hinter dem Fahrradfahrer bleiben. Deshalb finde ich diese Kampagne sehr begrüßenswert.“
Klaus Hauschild, Vorstandssprecher des ADFC kommentiert die Kampagne: „Sollte durch unsere Arbeit nur ein einziger Unfall vermieden werden, haben sich Aufwand und Arbeit gelohnt!“