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Büro der Zukunft: So gelingt die Zusammenarbeit mit KI-Assistenten

Künstliche Intelligenz (KI) verändert den Arbeitsalltag in Büros und
Fabriken. Am Schreibtisch kann KI-basierte Assistenzsoftware in naher
Zukunft monotone Routinetätigkeiten übernehmen und Beschäftigten bei
anspruchsvollen Aufgaben helfen. Gleichzeitig stellt ihr Einsatz alle
Beteiligte vor Herausforderungen – etwa beim Umgang mit persönlichen Daten
oder der menschengerechten Gestaltung der Arbeitsbedingungen. Ein fiktives
Anwendungsszenario der Plattform Lernende Systeme zeigt in einer
Multimedia-Reportage, wie die Mitarbeitenden von einem sogenannten
Information-Butler profitieren und wie seine Einführung im Unternehmen
gelingt.

München, 25. Mai 2022 – KI-basierte Assistenzsysteme können auf
vielfältige Weise Beschäftigte entlasten und bei komplexen Tätigkeiten
helfen. So kann ein KI-basierter Information-Butler etwa eine Controllerin
beim Quartalsabschluss unterstützen, indem er automatisch ein Meeting zum
Datenaustausch auf Basis bisheriger Terminpräferenzen und Kalendereinträge
anlegt und im Voraus relevante Informationen bereitstellt. Hat die
Controllerin die notwendigen Daten aus den Abteilungen organisiert, kann
die KI-Software auf deren Basis einen Präsentationsentwurf erstellen und
die Beschäftigte beim konzentrierten Arbeiten unterstützen, indem sie sie
von irrelevanten Mails vorübergehend abschirmt.

Die Multimedia-Reportage „Information-Butler fürs Büro“ begleitet die
fiktive Geschäftsführerin Lana Kostic Schritt für Schritt bei der
Einführung eines solchen KI-Systems im Unternehmen. Sie veranschaulicht,
wie der Information-Butler die Beschäftigten entlastet – und welche Fragen
und Sorgen die Zusammenarbeit mit dem KI-Assistenten aufwirft. In Video-
Interviews und Audio-Statements erläutern Expertinnen und Experten der
Plattform Lernende Systeme, wie sich diese Fragen gemeinsam mit den
Mitarbeitenden adressieren lassen und was ein erfolgreiches Change-
Management im KI-Zeitalter ausmacht.

In vier Phasen zum erfolgreichen Change-Management

Zunächst überlegt Lana Kostic in dem fiktiven Anwendungsszenario gemeinsam
mit ihren Mitarbeitenden, wie ein KI-Assistent für Entlastung sorgen kann
und welche möglichen Folgen sein Einsatz hat. „Bereits vor der KI-Nutzung
im Betrieb sollten Geschäftsführung und Mitarbeitende, beziehungsweise
betriebliche Interessenvertretungen gemeinsam und abteilungsübergreifend
die zentralen Fragen klären“, sagt Oliver Suchy, Abteilungsleiter
„Digitale Arbeitswelten und Arbeitsweltberichterstattung" beim Deutschen
Gewerkschaftsbund DGB und Mitglied der Plattform Lernende Systeme. „Was
soll der Information-Butler eigentlich tun? Was soll er entscheiden – und
was der Mensch?“ Auch die Datennutzung und der Datenschutz sollten von
Beginn an gemeinsam mit den Beschäftigten mitbedacht werden.

Die zweite Phase beinhaltet die konkrete Planung des Einsatzes des
Assistenzsystems. Lana Kostic muss nun eine sinnvolle Arbeitsteilung
zwischen Mensch und KI-System gestalten. Die Mitarbeitenden sollen in der
Interaktion mit dem Information-Butler nicht Qualifikationen einbüßen,
sondern sich in ihren Kompetenzen weiterentwickeln. Im nächsten Schritt
sollte die Nutzung des Information-Butlers vorbereitet und implementiert
werden, wobei das System in bestehende Prozesse eingebunden wird. Hierbei
ist zentral, dass die Beschäftigten das KI-System verantwortungsvoll
bedienen können. „Besonders wichtig ist, dass die Beschäftigten in den
notwendigen Datenkompetenzen nachhaltig geschult werden“, erläutert Andrea
Stich, Leiterin der Frontend Academy bei Infineon Technologies und
Mitglied der Plattform Lernende Systeme. „Dazu gehört nicht nur die
Bedienung von Soft- und Hardware, sondern vielmehr grundlegendes Wissen in
der Datenverarbeitung, Datensicherheit, Data Literacy und das prinzipielle
Verständnis dafür, wie der Information-Butler als Tool mit den Daten
umgeht, beziehungsweise seine Ergebnisse erzeugt.“

Auch während seines Einsatzes muss der Information-Butler kontinuierlich
überprüft, bewertet und angepasst werden. Eine Befragung der Beschäftigten
kann zudem Aufschluss geben, wo die Zusammenarbeit mit dem System gut
gelingt und was noch verbessert werden kann.

Über das Anwendungsszenario

Das Anwendungsszenario „Information-Butler fürs Büro“ wurde von
Expertinnen und Experten der Arbeitsgruppe Arbeit/Qualifikation, Mensch-
Maschine-Interaktion der Plattform Lernende Systeme entworfen. Grundlage
für die Multimedia-Reportage ist das Whitepaper Einführung von KI-Systemen
in Unternehmen: Gestaltungsansätze für das Change Management.

Über die Plattform Lernende Systeme

Die Plattform Lernende Systeme ist ein ExpertInnen-Netzwerk zum Thema
Künstliche Intelligenz (KI). Ihr Ziel ist es, als unabhängiger Makler den
interdisziplinären Austausch und gesellschaftlichen Dialog zu KI zu
fördern. Die knapp 200 Mitglieder aus Wissenschaft, Wirtschaft und
Gesellschaft entwickeln in Arbeitsgruppen Positionen zu Chancen und
Herausforderungen und benennen Handlungsoptionen für den verantwortlichen
Einsatz von Lernenden Systemen. Die Plattform Lernende Systeme wurde 2017
vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) auf Anregung des
Fachforums Autonome Systeme des Hightech-Forums und acatech gegründet.

Originalpublikation:
https://www.plattform-lernende-systeme.de/anwendungsszenario-information-
butler.html
- Das Anwendungsszenario "Information-Butler fürs Büro" der
Plattform Lernende Systeme

https://www.plattform-lernende-
systeme.de/files/Downloads/Publikationen/AG2_Whitepaper_Change_Management.pdf
- Das Whitepaper "Einführung von KI-Systemen in Unternehmen:
Gestaltungsansätze für das Change Management" der Plattform Lernende
Systeme

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Wichtigster Kongress für Lungen- und Beatmungsmedizin ist mit 3.000 Teilnehmern erfolgreich gestartet!

Es geht um die Zukunft der Pneumologie: Heute ist der wichtigste Kongress
für die Lungen- und Beatmungsmedizin mit 3.000 Teilnehmern im Congress
Center Leipzig gestartet. Bis Samstag werden in mehr als 120 Symposien und
Poster-Präsentationen aktuelle Themen und die neuesten Erkenntnisse aus
dem breitgefächerten Themengebiet der Pneumologie diskutiert. Rund 600
hochkarätige Wissenschaftler präsentieren ihre neuesten
Forschungsergebnisse.

„Natürlich diskutieren wir auch alle relevanten Themen rund um COVID-19
und überlegen, wie wir uns als Mediziner auf den nächsten Winter
vorbereiten. Vor allem aber sprechen wir darüber, welche Herausforderungen
uns in den nächsten Jahren und Jahrzenten in der Pneumologie begegnen
werden“, sagt Professor Stefan Kluge, Präsident des Kongresses der
Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP).

Mit Spannung wird zudem der Festvortrag von Professor Lothar H. Wieler
erwartet. Der Präsident des Robert-Koch-Instituts beleuchtet am
Donnerstagabend die zurückliegenden Pandemie-Jahre und die Erkenntnisse,
die zu Sars-CoV-2 gewonnen werden konnten. „Ich freue mich sehr, dass die
wichtigsten Persönlichkeiten unseres Faches mit uns allen ihre aktuellen
Forschungserkenntnisse teilen“, sagt Professor Torsten Bauer, Präsident
der DGP.

Entwicklung und Fortschritt: Akzente in der Intensiv- und Beatmungsmedizin

Der DGP-Kongress steht unter dem Motto „Entwicklung und Fortschritt“ –
führende Wissenschaftler werden die Teilnehmer auf den aktuellen Stand der
Forschung sowie der klinischen Anwendungen bringen. „Als Intensivmediziner
habe ich auf diesem Kongress zudem einige Akzente zum Thema Intensiv- und
Beatmungsmedizin gesetzt, da diesem Bereich durch die Corona-Pandemie eine
besondere Rolle zukommt“, so Kongresspräsident Kluge, Direktor der Klinik
für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. „Ein
wichtiger Bestandteil des Kongresses sind für mich auch die gezielte
Nachwuchsarbeit sowie die rund 20 Postgraduiertenkurse und Workshops, mit
denen die Veranstaltung heute gestartet ist.“

Livestream: Sieben Präsidentensymposien beleuchten Schwerpunktthemen

Ein besonderer Höhepunkt des Pneumologie-Kongresses sind die sieben
hochkarätig besetzten Präsidentensymposien, in denen Schwerpunkthemen
genauer beleuchtet werden. Dort geht es unter anderem um die
Tabakentwöhnung, das Impfen bei pneumologischen Infektionen, Entwicklungen
beim Lungenhochdruck, die Sauerstofftherapie, Beatmungskonzepte sowie die
Digitalisierung in der Pneumologie – und es gibt ein Update zu COVID-19.
„Auch hier haben alle Teilnehmer die Möglichkeit, sich direkt mit den
führenden Vertretern ihres jeweiligen Forschungsgebietes auszutauschen“,
sagt Kluge. Kurzentschlossene können sich noch an den Veranstaltungstagen
über die Kongress-Website registrieren. Ausgewählte Programminhalte –
darunter alle Präsidentensymposien – werden auch live gestreamt und stehen
anschließend noch drei Monate on demand zur Verfügung.

Forschungsförderung: Die wichtigsten Pneumologie-Preise werden verliehen

Vergeben werden im Rahmen des DGP-Kongresses auch die wichtigsten Preise
aus dem Bereich der Pneumologie. So werden am Donnerstagabend die beiden
DGP-Forschungspreise über jeweils 10.000 Euro verliehen, die herausragende
Arbeiten in der Grundlagenforschung sowie in der klinischen Forschung
honorieren. Am Freitagmittag wird dann der renommierte Oskar-Medizinpreis
der Stiftung Oskar-Helene-Heim verliehen – mit 50.000 Euro Fördersumme
einer der höchstdotierten Medizinpreise in Deutschland.

Seien Sie dabei: vor Ort in Leipzig oder digital im Livestream. Jetzt
online registrieren über die Kongress-Website der DGP unter www.
https://www.pneumologie-kongress.de!

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Treibhausgas-Emissionen kompensieren: Qualitätskri-terien für Zertifikate

„Die Frage, was ein gutes Zertifikat zur Kompensation von
Treibhausgasemissionen ist, ist kompliziert. Da gibt es eine ganze Palette
von Kriterien, die erfüllt werden sollten“, sagt Dr. Lambert Schneider im
Podcast „Wenden bitte! Der Podcast zu Wissenschaft und nachhaltigen
Transformationen“ des Öko-Instituts. Dazu gehört etwa, dass wirklich
zusätzlicher Klimaschutz ange-stoßen wird, dass die Emissionen dauerhaft
vermieden und hohe Umwelt- und Sozialstandards eingehalten werden.

Zum Podcast des Öko-Instituts (https://www.oeko.de/podcast/episode
/klimaneutral-durch-co2-kompensation
)
Treibhausgase zu kompensieren heißt, dass man über Zertifikate in
Klimaschutzprojekte investiert, die außerhalb des Landes oder des
Unternehmens stattfinden. In den letzten Jahren ist der Markt für
Kompensationszertifikate stark gewachsen. Die Qualität der angebotenen
Zertifikate ist allerdings sehr unterschiedlich.
In dem Podcast informiert Lambert Schneider, worauf es ankommt, damit ein
Kompensationszertifikat wirklich fürs Klima wirksam ist. Er forscht schon
seit 20 Jahren zur Qualität von Zertifikaten, mit denen Unternehmen und
Privatpersonen ihre Treibhausgase ausgleichen und gehört zum
Verhandlungsteam der EU bei den jährlichen Klimaverhandlungen (COP).

Kriterien, die die Klimawirksamkeit bestimmen
Bei der Qualität von Kompensationszertifikaten muss alles stimmen, damit
es ein wirklich gutes Zertifikat ist. Schneider verwendet dafür das Bild
einer Badewanne: „Wenn diese auch nur an einer kleinen Stelle ein Loch
hat, läuft das gesamte Wasser aus.“
Fragen, die Käuferinnen und Käufer an Zertifikate stellen sollten, sind
demnach: Hätte das Klimaschutzprojekt, für das ich mit dem Zertifikat
zahle, sowieso stattgefunden oder wird es erst durch die Zertifikate ins
Leben gerufen? Werden die Emissionsminderungen aus dem Klimaschutzprojekt
realistisch abgeschätzt?
Darüber hinaus sind folgende Fragen relevant für die Qualität der
Projekte: Ist die Permanenz der Emissionsminderungen gewährleistet? Das
heißt: Wie gut wird sichergestellt, dass ein neu gepflanzter Wald stehen
bleibt? Und über welchen Zeitraum muss eine mögliche Abholzung wieder
ausgeglichen werden: über fünf oder hundert Jahre? Wird gewährleistet,
dass Emissionsminderungen nicht doppelt angerechnet werden? Dies kann zum
Beispiel passieren, wenn sich nicht nur die, die das Zertifikat kaufen,
sondern auch der Staat, in dem das Projekt umgesetzt wird, die Minderungen
auf sein Klimaziel anrechnet.

Wann Zertifikate genutzt werden sollten und wann nicht
Grundsätzlich sollte vor der Kompensation immer gefragt werden, welche
Emissionen überhaupt verursacht werden müssen, welche ganz vermieden und
welche wie anderweitig gemindert werden können.
Außerdem darf Kompensation nicht zum „Greenwashing“ missbraucht werden:
Schneider erklärt am Beispiel Kraftstoff, wie Kompensation Klimaschutz
untergraben kann. Wird zum Beispiel beim Kauf von Benzin oder Diesel eine
Kompensation für einen sehr geringen Betrag angeboten, kann es dazu füh-
ren, dass Fahrerinnen und Fahrer denken: „Meine Emissionen werden ja
ausgeglichen, also kann ich unbeschwert mein Auto nutzen.“ Wichtiger wäre,
zuerst auf eine emissionsfreie Fortbewegung wie Radfahren oder den ÖPNV zu
setzen.
Nicht zuletzt macht Schneider das Konzept der „Klimaverantwortung“ stark:
Das Konzept geht dabei komplett von dem Gedanken der CO2-Kompensation weg.
Unternehmen könnten demnach ihre Emissionen so weit wie möglich reduzieren
und darüber hinaus Beiträge zur Klimaschutzfinanzierung leisten, ohne den
Anspruch an Klimaneutralität zu erheben.

Wissen statt Alltagsberatung
Der Podcast „Wenden bitte!“ des Öko-Instituts richtet sich an alle mit
politischem und ökologischem Interesse aus Politik, Wissenschaft, Medien,
NGOs und Öffentlichkeit. Den Podcast moderiert Nadine Kreutzer,
Journalistin und Moderatorin unter anderem mit Schwerpunkt auf
Nachhaltigkeitsthemen. 45 bis 60 Minuten spricht sie mit Mandy Schoßig,
Leiterin Öffentlichkeit & Kommunikation, und jeweils einem Gast über
anstehende Nachhaltigkeitstransformationen – genug Zeit für die
„Langstrecke der Umweltpodcasts“.

Episode 4: „Klimaneutral durch CO2-Kompensation?“ mit Dr. Lambert
Schneider, erschienen am 25. Mai 2022 (https://www.oeko.de/podcast/episode
/klimaneutral-durch-co2-kompensation
)

Episode 3: „Kann der Onlinehandel nachhaltig sein?“ mit Dr. Nele
Kampffmeyer, erschienen am 14. April 2022
(https://www.oeko.de/podcast/episode/kann-der-onlinehandel-nachhaltig-
sein)

Episode 2: „Brauchen wir die Kernenergie für den Klimaschutz?“ mit Dr.
Christoph Pistner, erschienen am 10. März 2022
(https://www.oeko.de/podcast/episode/brauchen-wir-die-kernenergie-fuer-
den-klimaschutz
)

Episode 1: „Wie viel Klimaschutz kann die EU?“ mit Sabine Gores, er-
schienen am 28. Januar 2022 (https://www.oeko.de/podcast/episode/wie-viel-
klimaschutz-kann-die-eu
)

Staffel 1 (2021)

Episode 1: „Warum ist Wasserstoff der Champagner der Energiewende?“ mit
Dr. Felix Chr. Matthes, erschienen am 8. April 2021
(https://www.oeko.de/podcast/episode/warum-ist-wasserstoff-der-champagner-
der-ene..
.)

Episode 2: „Wie geht es mit dem Flugverkehr nach Corona weiter?“ mit
Jakob Graichen, erschienen am 21. Mai 2021
(https://www.oeko.de/podcast/episode/wie-geht-es-mit-dem-flugverkehr-nach-
corona-...)

Episode 3: „Was bringt die Bürgerbeteiligung bei der Endlagersuche?“ mit
Julia Mareike Neles, erschienen am 1. Juli 2021
(https://www.oeko.de/podcast/episode/was-bringt-die-buergerbeteiligung-
bei-der-en..
.)

Episode 4: „Wie verlängern wir das Leben unserer Elektrogeräte?“ mit
Siddharth Prakash, erschienen am 5. August 2021
(https://www.oeko.de/podcast/episode/wie-verlaengern-wir-das-leben-
unserer-elektr..
.)

Episode 5: „Wie sozial kann die Energiewende sein?“ mit Dr. Katja
Schumacher, erschienen am 23. September 2021
(https://www.oeko.de/podcast/episode/wie-sozial-kann-die-energiewende-
sein)

Episode 6: „Was bringen internationale Klimaverhandlungen?“ mit Anke
Herold, erschienen am 28.Oktober 2021 (https://www.oeko.de/podcast/episode
/was-bringen-internationale-klimaverhandlunge..
.)

Der Podcast ist erhältlich auf allen gängigen Podcast-Portalen – etwa bei
Apple Podcasts (https://podcasts.apple.com/de/podcast/wenden-bitte-der-
podcast-zu-wissenschaft-u..
.) sowie bei Spotify
(https://open.spotify.com/show/1JrGB3BesOrmr8VUZvGBqA?si=NZDW93ozTfe2yUJVi9uxvw&a...)
Zum Podcast auf der Website des Öko-Instituts mit Shownotes und weiteren
Hintergrundinformationen (https://www.oeko.de/podcast/episode
/klimaneutral-durch-co2-kompensation)

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Klarer kommunizieren mit Kommunikationsadaptern für Gesichtsmasken

Medizinische Masken sind in der Pandemie zum Alltag geworden. Mit ihrem
erhöhten Virenschutz gehen allerdings auch Verständigungsprobleme einher.
Forschende des Fraunhofer UMSICHT haben für dieses Problem einen
Kommunikationsadapter entwickelt, der die Stimme verstärkt und so das
Gespräch erleichtert. Nun ist die Erfindung unter dem Namen maskAMP®
geschützt und ein Patent erteilt.

Comedians, Sänger*innen und Politiker*innen – sobald Menschen auf einer
Bühne sprechen, greifen sie fast schon selbstverständlich zum Mikrofon. In
unserem Alltag dagegen verstehen wir uns normalerweise ohne Hilfsmittel.
Mit Pandemie und Gesichtsmasken finden wir Verständigungsprobleme
allerdings auch in alltäglichen Situationen wieder. Nicht ohne Grund
erklingt am Empfang in der Arztpraxis oder an der Supermarktkasse immer
öfter ein »Wie bitte?«. Das Fraunhofer IBP hat herausgefunden, dass die
Masken 5 bis 15 Dezibel der Lautstärke schlucken. Somit fühlt sich die
Entfernung zum Gegenüber mit Masken doppelt so groß an, wie sie
tatsächlich ist.[1]

»Im Alltag gleichen Menschen diese maskenbedingten Verständigungsprobleme
mit einer lauteren Stimmgebung aus«, erklärt Melih-Ahmet Dimetokali,
Mitarbeiter in der IT-Infrastruktur des Fraunhofer UMSICHT. »Das belastet
allerdings die Stimmlippen und auch eine physiologische Stimmgebung
funktioniert dann zum Teil nicht mehr.« Verstärkt wird das Problem
gleichzeitig durch Mindestabstände und schalldämpfende Glasscheiben. Die
Resonanz ist so noch stärker eingeschränkt und die Artikulation gehemmt.
Wie das Fraunhofer IBP herausgefunden hat, machen sich dadurch auf längere
Zeit Erschöpfungssymptome wie Heiserkeit, Halsschmerzen, aber auch
Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit bemerkbar.

Das UMSICHT-Forscherteam – bestehend aus Melih-Ahmet Dimetokali, Michael
Joemann und Rasit Özgüc – hat als Lösung einen abnehmbaren Adapter
entwickelt, der die Stimme verstärkt und so Gesprächssituationen
erleichtert. »Anders als bei Konkurrenzprodukten mindert der leichte
Adapter nicht den angenehmen Tragekomfort der Maske«, betont Rasit Özgüc
aus der Abteilung Elektrochemische Energiespeicher. »Uns war bei der
Entwicklung sehr wichtig, dass der Verstärker alltagstauglich ist. Denn
auch wenn die allgemeine Maskenpflicht derzeit weggefallen ist, gibt es
Personenkreise, die Gesichtsmasken auch vor und nach der Pandemie
regelmäßig tragen müssen. In medizinischen und pflegerischen Einrichtungen
(Arztpraxen, Krankenhäuser, Pflegeheime etc.) beispielsweise bleibt die
Maskenpflicht bestehen, um ältere und vorerkrankte Menschen besonders zu
schützen. Allein in Deutschland arbeiten an die 3,3 Mio. Menschen im
öffentlichen Gesundheitswesen.«

Ein weiterer Vorteil des Verstärkers ist seine Wiederverwendbarkeit. Da er
flexibel positionierbar und abnehmbar ist, kann er bei einem Wechsel der
Gesichtsmaske auf ein neues Modell übertragen werden. Nutzende können den
Adapter so einfach reinigen oder wieder aufladen. »Das macht ihn im
Vergleich bereits erhältlicher Produkten auf dem Markt umwelt- und
ressourcenschonend. Dort ist die Elektronik nämlich meistens fest in der
Maske integriert«, erklärt Özgüc, »Trotzdem können wir mit geringen
Materialkosten und ohne Mindestproduktionsmenge der steigenden Nachfrage
gerecht werden.«

Für maskAMP® haben die UMSICHT-Forschenden nun einen Patentschutz für
Deutschland erlangt, welcher jetzt in die weltweite Anmeldung überführt
wird.  Das Produkt umfasst zum einen den wiederverwendbaren
Kommunikationsadapter für Gesichtsmasken und zum anderen das System aus
Kommunikationsadapter und Gesichtsmaske. Auch das Verfahren zur
Bereitstellung eines solchen Systems fällt unter den Namen. Damit ist
maskAMP® der erste patentierte Kommunikationsadapter.

»Bis es den Kommunikationsadapter zu kaufen gibt, wird es allerdings noch
etwas dauern«, ergänzt Michael Joemann, einer der Miterfinder. »Unser
System muss zur Marktreife entwickelt werden. Dafür suchen wir
lizenznehmende Vertragspartner mit den entsprechenden technologischen
Möglichkeiten und Vertriebskanälen. Interessierte wenden sich bitte unter
dem Stichwort maskAMP® an Rasit Özgüc: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.er.de
oder 0208 8598-1141.



[1] Fraunhofer »Das Magazin« Ausgabe 4.20, Seite 30-31.

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