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Energiearmut verhindern – das erhöht auch die Akzeptanz der CO2-Abgabe

Katharina Drescher, Doktorandin am Lehrstuhl für Public Economics.  Tobias Köhler  Universität Passau
Katharina Drescher, Doktorandin am Lehrstuhl für Public Economics. Tobias Köhler Universität Passau

An der Universität Passau erforschen Nachwuchsökonominnen, welche
Haushalte in Deutschland von Energiearmut besonders betroffen sind und was
es braucht, damit die Bevölkerung unbeliebte, aber sinnvolle Maßnahmen
gegen die Klimakrise besser akzeptiert.

Der größte Treiber der Energiewende ist derzeit nicht die Klimakrise,
sondern der Krieg in der Ukraine: Die Energiepreise sind auf Rekordniveau.
Das bringt jene Haushalte in Bedrängnis, die bereits in Vorkrisen-Zeiten
unter Energiearmut litten.

Genau diese Haushalte hat Katharina Drescher erforscht, um herauszufinden,
welche Faktoren Energiearmut befördern. Dazu hat die Nachwuchsökonomin am
Lehrstuhl für Public Economics an der Universität Passau gemeinsam mit
ihrem Kollegen Benedikt Janzen von der Universität Bern Daten des sozio-
ökonomischen Panels von 2013 bis 2019 ausgewertet. In Deutschland gibt es
keine klare Definition für Energiearmut. Einer von mehreren untersuchten
Anhaltspunkten aber ist die 10-Prozent-Regel: Demnach gelten Haushalte als
energiearm, wenn sie mehr als 10 Prozent davon für Energiekosten ausgeben
müssen. Dies traf 2019 in Deutschland auf 17 Prozent der Haushalte zu, das
sind ungefähr 6 Millionen.

Einmal energiearm, immer energiearm?

Überproportional von Energiearmut betroffen waren jene Gruppen, die
allgemein ein erhöhtes Armutsrisiko tragen: Alleinerziehende, Arbeitslose
und Personen mit niedrigem Bildungsniveau. Bei Energiearmut komme noch ein
weiterer Faktor hinzu: Eine energieineffiziente Wohnung als auch die
Nutzung von Elektro- und Ölheizungen erhöhen dem Forschungsteam zufolge
das Risiko von Energiearmut betroffen zu sein.

„Wer einmal in der Vergangenheit als energiearm eingestuft wurde, trägt
ein erhöhtes Risiko, erneut in die Energiearmut abzurutschen“, fasst
Ökonomin Drescher das Ergebnis ihrer Studie zusammen.  Zwar schaffte es in
Vorkrisenzeiten die überwiegende Mehrheit der Haushalte im beobachteten
Zeitraum aus der Energiearmut. 14 Prozent der energiearmen Haushalte aber
war dem Autoren-Team zufolge von chronischer Energiearmut betroffen.

„Die Politik sollte verhindern, dass Haushalte in die Situation der
Energiearmut kommen“, rät Drescher. Selbst wenn die Maßnahmen kostspielig
seien, lohne sich dies auf lange Sicht. Denn Energiearmut habe weitere,
gesundheitliche Folgen: Studien zeigten, dass beispielsweise Kinder
verstärkt unter Atemwegserkrankungen litten; ältere Menschen trügen ein
erhöhtes Sterberisiko.

CO2-Abgabe: Ökonomisch sinnvoll, aber unbeliebt

Noch aus einem anderen Grund sollte die Politik darauf setzen, Härten
auszugleichen, die durch hohe Energiepreise entstehen. Denn das erhöht bei
den betroffenen Gruppen die Akzeptanz von unbeliebten Maßnahmen. Das ist
ein Ergebnis der Studie, die Dreschers Kollegin Geske Rolvering
durchgeführt hat. Rolvering, ebenfalls Mitarbeiterin am Lehrstuhl für
Public Economics, untersuchte, was die Deutschen von der CO2-Bepreisung
halten. Dazu hat sie gemeinsam mit Verhaltensökonomin Fabienne Cantner vom
TUM Campus Straubing eine repräsentative Umfrage mit 2936 Teilnehmenden im
Dezember 2020 durchgeführt, also kurz bevor die CO2-Steuer im Januar 2021
eingeführt wurde.

Die Einstellung zur Maßnahme geht mit der politischen Präferenz einher:
Personen, die die Einführung des CO2-Preises befürworteten, gehörten
überwiegend der Grünen-Wählerschaft an. Auch verzeichnet die Zustimmung
zur CO2-Bepreisung einen Zuwachs bei höherem Einkommen. Doch insgesamt
stieß die Maßnahme eher auf Ablehnung, obwohl ein Großteil der Befragten
angab, sich des Klimawandels bewusst und darüber besorgt zu sein.
„Besonders auffällig war auch, dass viele der Befragten Nachteile, aber
keine Vorteile der CO2-Abgabe aufzählen konnten. Dabei sind sich
Ökonominnen und Ökonomen mehrheitlich einig, dass die Maßnahme sinnvoll
ist“, sagt Rolvering.

Im nächsten Schritt wollten die Forscherinnen wissen, ob sich mit Hilfe
von Informationen die ablehnende Haltung überwinden lässt. Die Antwort:
Ja. Die Forscherinnen erhoben die Zustimmung zum CO2-Preis auf einer Skala
von 1 bis 7. Im Schnitt lag diese bei 3,78. „Die Zustimmung erhöhte sich
um 0,12 Punkte auf 3,90, wenn man die Intuition der CO2-Bepreisung
erläuterte, nämlich, dass dahinter das Verursacherprinzip steckt – wer der
Umwelt schadet, soll dafür auch bezahlen“, erklärt Rolvering. Vergleiche
Deutschlands mit dem Schadstoffausstoß anderer Länder führten zu einem
ähnlichen Effekt. Keinerlei Wirkung erzielten Informationen bei
Klimawandel-Skeptikerinnen und -Skeptikern.

Über die Autorinnen

Katharina Drescher und Geske Rolvering sind Doktorandinnen am Lehrstuhl
für Public Economics an der Universität Passau. Die Studien sind Teil
ihrer kumulativen Dissertationen. Dabei handelt es sich um ein Verfahren,
bei dem mehrere, in einschlägigen wissenschaftlichen Fachzeitschriften
publizierbare Studien anstelle einer Monographie eingereicht werden.
Dreschers Studie ist im Oktober 2021 unter dem Titel "Determinants,
persistence, and dynamics of energy poverty: An empirical assessment using
German household survey data" im angesehenen Fachjournal „Energy
Economics“ erschienen. Rolverings Studie befindet sich im Status eines
Working Papers, um Rückmeldungen von anderen Expertinnen und Experten
einzuholen, bevor sie zur Begutachtung bei Fachzeitschriften eingereicht
wird.

Das Team unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Bauernschuster, Inhaber
des Lehrstuhls für Public Economics an der Universität Passau, erforscht
die Wirkung von politischen Maßnahmen - unter anderem etwa auch die
möglichen Auswirkungen eines Tempolimits. Dieses Thema befindet sich
aktuell wieder in der Diskussion, ebenfalls ausgelöst durch den Krieg in
der Ukraine.

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Fahrrädern gehört die Zukunft

Prof. Dr. Dennis Knese ist der Radprof(i) der Frankfurt UAS.  Friederike Mannig  Frankfurt UAS/
Prof. Dr. Dennis Knese ist der Radprof(i) der Frankfurt UAS. Friederike Mannig Frankfurt UAS/

Stiftungsprofessur Radverkehr der Frankfurt UAS: Prof. Dr.-Ing. Dennis
Knese zieht erste Bilanz
Endlich Frühling! Da schwingen sich vermehrt wieder nicht mehr nur die
Hartgesottenen auf den Fahrradsattel. Ein guter Anlass für eine erste
Bilanz der Stiftungsprofessur Radverkehr an der Frankfurt University of
Applied Sciences (Frankfurt UAS) nach etwas mehr als einem Jahr. Prof.
Dr.-Ing. Dennis Knese ist der Radprof(i) der Hochschule am Frankfurter
Nibelungenplatz. Als eine der ersten von insgesamt sieben deutschen
Hochschulen besetzte die Frankfurt UAS die Stiftungsprofessur. Knese nahm
den Ruf zum 1. Januar 2021 an, sodass er noch im Wintersemester 2020/2021
die Lehre aufnehmen konnte. Der 37-jährige Frankfurter ist Experte im
Bereich nachhaltige Mobilität und war zuvor unter anderem in der
internationalen Politikberatung tätig. Gefördert wird die Professur über
fünf Jahre mit knapp 350.000 Euro jährlich vom Bundesministerium für
Digitales und Verkehr (BMDV) aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen
Radverkehrsplans. Unter der Leitung von Knese lernen und forschen
Studierende rund um das Thema Radverkehr und stellen Radverkehrskonzepte
auf. Ihr Know-how können die Absolventinnen und Absolventen dann in der
Praxis einsetzen, um etwa Radwege zu planen oder Innovationen für die
Radlogistik auf den Weg zu bringen. Die Expertise der Frankfurt UAS in den
Bereichen nachhaltige Mobilität und insbesondere in diversen
Radverkehrsthemen konnte durch Knese deutlich ausgebaut und intensiviert
werden.

Bundesminister Dr. Volker Wissing: „Mit den Stiftungsprofessuren stärken
wir gezielt Forschung und Lehre im Bereich des Radverkehrs und leisten
einen wichtigen Beitrag zur Aus- und Weiterbildung von Fachkräften. Hier
besteht insbesondere in der kommunalen Verkehrsplanung ein enormer Bedarf
an qualifizierten Nachwuchskräften. Dank der Stiftungsprofessuren wird das
Fahrrad in Zukunft von Anfang an mitgedacht – sei es in der Gesetzgebung,
in der Verkehrsplanung oder in der Innovationsforschung. Von den
Professuren erhoffe ich mir deshalb auch mehr Verständnis für die
Sichtweisen, die Bedürfnisse und das Zusammenspiel der verschiedenen
Verkehrsteilnehmer. Denn unsere Aufgabe ist es, klimaneutrale Mobilität
für alle zu gewährleisten – mit einem attraktiven, aufeinander
abgestimmten Mobilitätsmix.“

„Seit der Corona-Pandemie sind mehr Menschen mit dem Fahrrad unterwegs,
vor allem für kurze Strecken. Der Trend wird nachhaltig sein. Dies zeigt
auch eine Studie unserer Hochschule. Das Fahrrad hat einen ganz anderen
Stellenwert als noch vor einigen Jahren. Immer mehr sind bereit, viel Geld
für ein qualitativ hochwertiges Rad auszugeben. Gleichzeitig ist es
wichtig, den öffentlichen Personennahverkehr weiter zu stärken, da er
wieder an Popularität gewinnen und dann an seine Kapazitätsgrenzen stoßen
wird. Auch deshalb müssen ÖPNV, Fußgängerverkehr, Radverkehr, Sharing-
Angebote und auch der motorisierte Individualverkehr zusammengedacht
werden. Ein weiterer verheißungsvoller Trend ist die Entwicklung im
Wirtschaftsverkehr. Viele Unternehmen im städtischen Lieferverkehr und
anderen Sektoren haben erkannt, dass Lastenfahrräder und -pedelecs für
ihre Zwecke eine ökologisch und ökonomisch sinnvolle Alternative sind“,
ordnet Knese die aktuelle Situation rund ums Rad ein . Seine Professur
verknüpft Lehre, praxisnahe Forschung und Anwendung stark miteinander.
Dabei ist die Interdisziplinarität fachbereichs- und hochschulübergreifend
von großer Bedeutung. „Ingenieurs-, wirtschafts- und
sozialwissenschaftliche Perspektiven zu vereinen, ist für eine nachhaltige
Verkehrs- und Stadtentwicklung entscheidend“, so Knese. Die Erkenntnisse
aus den Forschungsprojekten werden in den Vorlesungen diskutiert und
fließen direkt in die Lehre ein. Aus den Forschungsprojekten ergeben sich
weitere Themen mit Radverkehrsbezug für Abschlussarbeiten und
Studienprojekte. „Studierende können somit einen wichtigen Beitrag leisten
und erhalten zugleich Einblicke in die Wissenschaft“, erläutert Knese.

Lehre im Bereich des Radverkehrs konnte an der Frankfurt UAS stark
ausgebaut werden
In diversen Bachelor- und Master-Studiengängen der Frankfurt UAS wurden
unter der Leitung von Knese Lehrinhalte zum Radverkehr integriert.
Studierende befassten sich in verschiedenen Projekten mit Themen wie einer
fahrrad- und fußgängerfreundlichen Straßenraumgestaltung, Potenzialen und
Herausforderungen der Radlogistik sowie Konzepten der Intermodalität
(Verknüpfungsanlagen, Bikesharing, Fahrradmitnahme im ÖPNV). Einige
Studierende erhielten eine Aufgabenstellung durch eine Kommune:
Beispielsweise ist in Zusammenarbeit mit der Stadt Eltville eine
Potenzialuntersuchung für die gewerbliche Belieferung mit Lastenrädern
entstanden und eine vielversprechende Kooperation zwischen der Kommune und
einem Belieferungsunternehmen initiiert worden. Abschlussarbeiten mit dem
Fokus auf Radverkehr widmeten sich den Auswirkungen des
Nachhaltigkeitsbewusstseins von jungen Erwachsenen auf die Entwicklung des
Modal Splits in Deutschland, einer systematischen Vergleichsanalyse von
bestehenden Radschnellverbindungen sowie der Ableitung von
Gestaltungsempfehlungen und einem Radverkehrskonzept für die Megacity
Dhaka in Bangladesch. Der neue Master-Studiengang Nachhaltige Mobilität,
in dem Studierende eine Vertiefung Radverkehr wählen können, startet zum
Wintersemester 2022/23 in Zusammenarbeit mit der Hochschule Rhein-Main,
der Technischen Hochschule Mittelhessen und der Hochschule Darmstadt.
Gleichzeitig werden zwei neue Bachelor-Studiengänge an der Frankfurt UAS
beginnen, in denen Nahmobilitätsthemen durch die Stiftungsprofessur
gelehrt werden: Stadtplanung sowie Infrastruktur und Umwelt.

Neue und laufende Forschungsprojekte im Bereich Radverkehr sowie
Promotionen
Zur Stiftungsprofessur an der Frankfurt UAS gehören vier wissenschaftliche
Mitarbeitende, alle streben eine Promotion an. Drei Vorhaben befinden sich
in der Konzeption und werden im Laufe des Jahres konkretisiert. Das von
Dana Stolte eingereichte Forschungsvorhaben „Ansprüche des
Ausflugsradverkehrs an die Infrastruktur“ wurde bereits vom
hochschuleigenen Promotionszentrum angenommen. „Dadurch entstehen auf
fachlicher Ebene neue Erkenntnisse und auf personeller Ebene neue
Expertise, die der Stärkung des Radverkehrs in Deutschland zugutekommen“,
freut sich Knese.

Das BMDV geförderte Projekt „ParkRight“ beschäftigt sich mit dem Halten
und Parken von Fahrzeugen u. a. auf Radfahrstreifen bzw. in zweiter Reihe.
Diese Situation stellt für Radfahrende eine besonders hohe Gefährdung dar,
da sie bei diesen Falschparkdelikten in den fließenden Verkehr ausweichen
müssen. Im Vordergrund steht eine Verkehrsdatenanalyse, u. a. mittels
Bildbefahrungsdaten, im Zusammenhang mit dem ruhenden Verkehr, der
Straßenverkehrsordnung und dem Radverkehr. Das Verbundvorhaben
„NaTourHuKi“, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und
Forschung (BMBF), beschäftigt sich mit der Entwicklung einer nachhaltigen
Tourismusstrategie für den Landschaftsraum „Kinzigtal“ im Main-Kinzig-
Kreis. Hier stehen die Gründe für die Verkehrsmittelwahl sowie eine
Untersuchung der unterschiedlichen Nutzergruppen im Freizeitradverkehr im
Fokus der Analysen. Im Rahmen von „Project-mo.de“, einem LOEWE-
Schwerpunktprojekt, wurden zuletzt eine Bestandsanalyse zu Fahrradboxen in
der Rhein-Main-Region durchgeführt sowie die Anforderungen von
Lastenrädern an die Infrastruktur untersucht. Im Projekt „Begleitforschung
bike+business“ wird in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Ministerium für
Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen (HMWEVW) die Nutzung verschiedener
Fahrradtypen (u. a. Pedelecs und Lastenräder) durch Unternehmen
betrachtet. Die Frankfurt UAS untersucht die Akzeptanz und
Substitutionspotenziale in betrieblichen Flotten. In der Stadt Frankfurt
am Main sollen die Auswirkungen der geplanten „fahrradfreundlichen
Nebenstraßen“ mittels quantitativer und qualitativer Befragungen sowie
Verkehrszählungen und -beobachtungen wissenschaftlich untersucht werden.
Dabei geht es um die Akzeptanz und die Folgeeffekte der
Umgestaltungsmaßnahmen unter anderem in Bezug auf die
Verkehrsmittelanteile, Sicherheit und Aufenthaltsqualität. Das Projekt
„ModelRad“, welches im Mai 2022 mit einer BMDV-Förderung starten soll,
befasst sich mit Einflussfaktoren auf die Verkehrsmittel- und Routenwahl
und soll belastbare Parameter für die Radverkehrsmodellierung liefern. Im
Projekt „Digitale Schnittstelle zur Förderung klimafreundlicher
Mobilitätskonzepte im Güterverkehr (DiMoG)“, welches durch das HMWEVW
gefördert wird, wird der Fokus auf der Kooperation von Kommunen und
Unternehmen im Rahmen von Radlogistik-Konzepten liegen. Weitere Projekte
mit Radverkehrsbezug befinden sich in der Akquise.

Veranstaltungen rund um Radverkehr und -logistik
Die Stiftungsprofessuren Radverkehr organisieren seit Sommer 2020 die
Online-Seminarreihe „Roadshow Radverkehr“. Am 21. Mai 2021 fand die von
der Frankfurt UAS organisierte Roadshow „E-Mobilität auf 2 Rädern –
Pedelecs & Co auf der Überholspur?“ statt. Ein Stream steht unter
<https://www.frankfurt-university.de/index.php?id=6442&no_cache=1> bereit.
Die nächste Roadshow zum Schwerpunktthema Radlogistik ist für den 5. Mai
2022 um 12:00 Uhr geplant. Nähere Informationen dazu werden in Kürze auf
den Webseiten <www.relut.de> und <https://zukunft-
radverkehr.bmvi.de/bmvi/de/home> veröffentlicht. Als Mitveranstalterin der
2. Nationalen Radlogistikkonferenz zeigte die Frankfurt UAS im September
2021 auf, dass die Radlogistik einen immer größeren Stellenwert im urbanen
Raum einnimmt und eine Branche entsteht, die den Wirtschaftsverkehr
nachhaltig verändern kann.

Die Stiftungsprofessur an der Frankfurt UAS
Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) fördert an sieben
Hochschulen Professuren für den Radverkehr. Ziel ist es, den Radverkehr in
Forschung und Lehre zu verankern – von der Infrastrukturplanung über
Mobilitätsmanagement bis zur fahrradfreundlichen Gesetzgebung und damit
die Interessen von Radfahrerinnen und Radfahrern in einem nachhaltigen
Mobilitätsmix angemessen zu berücksichtigen. Die Stiftungsprofessur an der
Frankfurt UAS ist in das Research Lab for Urban Transport (ReLUT), welches
an den Fachbereichen Architektur, Bauingenieurwesen, Geomatik sowie
Wirtschaft und Recht angesiedelt ist, eingebunden. Sie fungiert als
Kontakt für alle Belange des Radverkehrs.  Der Schwerpunkt der Tätigkeit
liegt im Rhein-Main-Gebiet, reicht aber bis ins europäische und weitere
Ausland. Die Anschlussfinanzierung der Frankfurter Stiftungsprofessur ist
gesichert: Die beiden Fachbereiche stellen zu je 50 Prozent die Mittel für
die unbefristete Finanzierung der Professur. Im forschungsstarken Bereich
der Mobilität und Logistik hat die Frankfurt UAS ein Promotionszentrum
unter ihrer Federführung gegründet, um das eigenständige Promotionsrecht
voranzutreiben.

Zur Person Dennis Knese:
Von 2016 bis 2020 war Knese als Berater für nachhaltige Mobilität bei der
Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Eschborn
tätig. Als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Architektur,
Bauingenieurwesen, Geomatik der Frankfurt UAS war er von 2010 bis 2016 an
zahlreichen Forschungsprojekten in den Bereichen Elektromobilität, Stadt-
und Verkehrsplanung beteiligt. Im Anschluss unterstützte er die Hochschule
als Lehrbeauftragter. Die Promotion in den Ingenieurwissenschaften
erfolgte 2018 an der Universität Kassel am Institut für Verkehrsplanung
und Verkehrssysteme des Fachbereichs Bauingenieur- und
Umweltingenieurwesen. Das Thema der Dissertation lautete „Integration der
Elektromobilität in die Stadtplanung und Straßenraumgestaltung –
Lösungsansätze für Strategien, Konzepte und Maßnahmen“. Internationale
Erfahrung sammelte Knese durch zahlreiche Auslandseinsätze bei der GIZ
oder als Forschungsmitarbeiter der Vancouver Economic Development
Commission in Kanada. Knese ist gelernter Geograph und Verkehrsplaner, und
ist privat überwiegend mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad
unterwegs. Ein Auto besitzt er nicht.

Mehr zum Thema Radverkehr an der Frankfurt UAS: <https://www.frankfurt-
university.de/radverkehr-studieren-erforschen>; weitere Informationen zum
ReLUT unter <www.relut.de/> und zur Fachgruppe Neue Mobilität unter <www
.frankfurt-university.de/verkehr>. Mehr zu den Stiftungsprofessuren
Radverkehr unter <https://zukunft-radverkehr.bmvi.de>

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querFELDein-Podcast: Neue Folge zur Zukunft der Landwirtschaft in Brandenburg - Teil 1

Wie sieht die Landwirtschaft in Brandenburg im Jahr 2050 aus?

Diese Folge des querFELDein-Podcasts ist etwas Besonderes: sie wurde live
in Potsdam aufgenommen, und zwar in der Ausstellung „Morgen in
Brandenburg. Werkstatt für Zukünfte“.

Gemeinsam mit ihren Gästen Prof. Monika Schreiner (Leibniz-Institut für
Gemüse- und Zierpflanzenbau), Prof. Thomas Weith (Leibniz-Zentrum für
Agrarlandschaftsforschung (ZALF)) und Prof. Johannes Isselstein
(Universität Göttingen) sprechen die Moderatorinnen Sibylle Krickel und
Julia Lidauer in dieser Episode darüber, wie die Landwirtschaft in
Brandenburg in Zukunft — sie denken an das Jahr 2050 — aussehen könnte.
Die Experten/innen stellen dabei Beispiele aus Ihrer eigenen Forschung vor
und erklären, welche Lösungsansätze es gibt, um uns Herausforderungen wie
dem Klimawandel, Ernährungssicherung, dem Verlust des Artenreichtums oder
dem Bevölkerungswachstum stellen zu können.

Im ersten Teil dieser Folge sprechen die Moderatorinnen mit ihren Gästen
über die Relevanz von gesunden Böden für die Landwirtschaft, regionale
Lebensmittelversorgung, unsere Ernährung, den Verlust von
landwirtschaftlichen Flächen sowie den Klimawandel und eine zukunftsfähige
Tierhaltung. Im zweiten Teil wird es darum gehen, welche Rolle die
Energiewende, Konflikte zwischen Stadt und Land sowie die Digitalisierung
in der Landwirtschaft in Brandenburg 2050 spielen werden.

Der zweite Teil wird am 2. Juni 2022 veröffentlicht.

„Ich würde mir wünschen, dass die Politik wissensbasierte Entscheidungen
trifft und uns Experten mit ins Boot holt, wenn zukunftsorientierte
Entscheidungen getroffen werden.“ — Prof. Monika Schreiner, Professorin
für Systemmodellierung Gemüseanbau

„Die Grundlage der landwirtschaftlichen Erzeugung sind die Eigenschaften
der Böden. Die Leistungsfähigkeit der Landwirtschaft wird sehr stark davon
abhängen, wie es gelingt, die Böden in einem Zustand zu erhalten, dass sie
diese Funktion [Erzeugung von Nahrungsmitteln] auch erfüllen.“ — Prof.
Johannes Isselstein, Professor für Graslandwissenschaft

„Ich denke, dass Wichtigste momentan ist, dass wir keine Rolle rückwärts
machen — also nur mehr Lebensmittel produzieren und Schluss mit dem
Artenschutz. Wir müssen den Transformationsprozess weiter am Laufen halten
und dafür eintreten, Land und landwirtschaftliche Flächen zu erhalten.“  —
Prof. Thomas Weith, Professor für Raumplanung und Umweltentwicklung

Der Podcast ist auf Spotify, Apple Podcasts, Google Podcasts, YouTube und
auf dem Blog verfügbar: https://www.quer-feld-ein.blog/hoeren/

querFELDein-Podcast: Wie sieht die Landwirtschaft in Brandenburg im Jahr
2050 aus? - Teil 1: https://www.quer-feld-ein.blog/episodes/wie-sieht-die-
landwirtschaft-in-brandenburg-2050-aus-teil-1


Die Online-Wissensthek „querFELDein“ der Leibniz-Gemeinschaft bündelt
Fakten, News und Ideen rund um die Landwirtschaft der Zukunft. In einem
interaktiven Blog-Format bringt sie dabei Perspektiven aus Forschung,
Praxis und Gesellschaft zusammen und lädt zum Dialog ein. Initiiert vom
Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V. und gefördert
vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes
Brandenburg (MWFK) wird das Projekt neben dem ZALF unterstützt vom
Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB), dem Leibniz-
Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), dem Leibniz-
Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ), dem Leibniz-Institut für
Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP), dem Leibniz-Institut für
Raumbezogene Sozialforschung (IRS), dem Deutschen Institut für
Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE), dem Potsdam-Institut für
Klimafolgenforschung (PIK), der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung
Eberswalde (HNEE), der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-
Senftenberg (BTU), dem Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN), dem
Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK),
dem Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen
Universität München (LSB), dem Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie
(IPB), Saxony5, dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL
Schweiz), dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in
Transformationsökonomien  (IAMO), dem Fraunhofer-Institut für Solare
Energiesysteme (ISE) und der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU): www
.quer-feld-ein.blog

Originalpublikation:
https://homepageint.zalf.de/de/aktuelles/Seiten/DIR/Podcast-Zukunft-
Landwirtschaft-Brandenburg-Teil-1.aspx

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Cholesterinsenker Statine und Co.: Wie sicher und verträglich sind sie?

Neuer Cholesterin-Podcast der Herzstiftung informiert über Nutzen und
Risiken von Medikamenten zur Cholesterinsenkung

Zur Senkung hoher Cholesterinwerte werden Statine als Mittel der Wahl
eingesetzt, da sie wirksam vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützen. Doch
Berichte über Nebenwirkungen verunsichern viele Patienten – zumal der
Nutzen der Medikamente in den Blutgefäßen nicht unmittelbar spürbar ist.
Warum die Sorge in den allermeisten Fällen unnötig ist und wie sich ein
Großteil der Nebenwirkungen durch eine gute Einstellung der medikamentösen
Therapie verhindern lässt, erklärt Herzspezialist Prof. Dr. med. Ulrich
Laufs vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung in der
neuen Podcast-Folge „Statine & Co. gegen hohes Cholesterin. Wie sicher
sind Medikamente?” der Herzstiftung. „Durch kontrollierte Studien über
mehrere Jahrzehnte können wir sagen, dass Statine sehr sichere und gut
verträgliche Medikamente sind”, erklärt Laufs, der Direktor der Klinik und
Poliklinik für Kardiologie am Universitätsklinikum Leipzig ist. Die neue
Episode der Herzstiftungs-Podcast-Reihe „imPULS – Wissen für Ihre
Gesundheit“ ist abrufbar unter www.herzstiftung.de/wichtiges-wissen-
cholesterin

„Ein hoher Cholesterinspiegel tut nicht weh”
Ein hoher LDL-Cholesterinspiegel lässt sich bei den meisten Betroffenen
mit Lebensstilmaßnahmen wie einer gesunden Ernährung nicht ausreichend
senken. Helfen die Maßnahmen nicht, sind Statine die ersten Mittel der
Wahl. Doch trotz der guten Studienlage zu Statinen stehen manche Menschen
den Medikamenten skeptisch gegenüber. Dass so häufig über Nebenwirkungen,
insbesondere über Muskelschmerzen berichtet wird, liegt aber nicht immer
an den Statinen. „Muskuloskelettale Probleme treten in höherem Alter
generell häufiger auf“, erklärt Laufs. Nicht immer seien die Statine
Ursache für die Beschwerden. Vielmehr müsse in solchen Fällen untersucht
werden, ob die Beschwerden möglicherweise zufällig zeitgleich aufgetreten
sind. Umgekehrt würden die positiven Wirkungen der Medikamente nicht
unmittelbar bemerkt. „Die Problematik liegt darin, dass ein hoher
Cholesterinspiegel – ähnlich wie ein hoher Blutdruck, Zigaretten-Rauchen
oder hoher Blutzucker – im Gefäß nicht weh tut“, erläutert der Kardiologe
im Podcast unter www.herzstiftung.de/wichtiges-wissen-cholesterin Auf
lange Sicht fühlen sich Betroffene aber durchaus besser, wenn der
Cholesterinspiegel und weitere Risikofaktoren gut eingestellt sind. Daher
sollten Patienten bei Problemen die Statine keinesfalls einfach weglassen.
„Ein cholesterinsenkendes Medikament abzulehnen, kann fatale Folgen haben,
weil dadurch der Schutz vor Infarkten und anderen Komplikationen
wegfällt.“

Was tun bei Nebenwirkungen?
Treten tatsächlich Nebenwirkungen auf, lässt sich in den allermeisten
Fällen durch einen Wechsel des Statins eine sorgfältige Einstellung der
Dosierung oder eine Kombinationstherapie eine Medikation finden, die gut
vertragen wird. Für Risikopatienten oder wenn herkömmliche Therapien nicht
ausreichen, stehen neuere Behandlungsstrategien wie die Therapie mit
Bempedoinsäure oder PCSK9-Hemmern zur Verfügung. Über diese und weitere
Therapiemöglichkeiten berichtet Herzspezialist Laufs in der neuen Podcast-
Folge ausführlich.
(cme)

Jetzt reinhören!
Alle Podcasts können auf der Herzstiftungs-Website unter
www.herzstiftung.de/podcasts direkt gehört werden und sind ebenso bei den
einschlägigen Podcast-Anbietern wie Spotify und Apple iTunes zu finden.
Alle 14 Tage gibt es einen neuen „imPULS“-Podcast.

Weitere Informationen zu Statinen:
www.herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit/gesund-bleiben/cholesterin
/cholesterin-statine


Tipp: Ausführliche Informationen zu den Ursachen und Folgen hoher
Cholesterinwerte sowie zu aktuellen Therapieempfehlungen finden Sie im
Ratgeber „Hohes Cholesterin: Was tun?“, den Sie unter 069 955128-400 oder
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. kostenfrei bestellen können sowie auf unserer
Homepage im Online-Beitrag www.herzstiftung.de/cholesterin

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