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Ausbildung und Studium vereinen

SRH Hochschule für Gesundheit informiert über ausbildungsintegrierendes
Studium in Kooperation mit den SRH Fachschulen.

„Gemeinsam mit den SRH Fachschulen bieten wir bereits seit über zehn
Jahren unser innovatives, ausbildungsintegrierendes Studium in den
Bachelor-Studiengängen Logopädie und Physiotherapie an. Das Besondere
daran ist, dass man die Berufsausbildung und das Studium zeitgleich und an
einem Standort absolviert, also alles aus einer Hand bekommt. Durch die
enge Verzahnung von Studium, Ausbildung und Praxis bereiten wir die
Studierenden optimal auf ihren Berufseinstieg vor“, erläutert Prof. Dr.
habil. Claudia Wahn, Departmentleiterin Therapiewissenschaften und
Studiengangsleiterin im ausbildungsintegrierenden Bachelor-Studiengang
Logopädie an den Campus Karlsruhe und Heidelberg.

Das einmalige Studienmodell der SRH Hochschule für Gesundheit führt die
Studierenden in sechs Semestern zur staatlichen Anerkennung als
Physiotherapeut:in bzw. Logopäd:in. Nach einem weiteren Semester erlangen
sie auch den akademischen Grad Bachelor of Science, der ihnen einen
entscheidenden Vorsprung gegenüber Mitbewerbenden verschafft und auch den
Weg einer akademischen Laufbahn an einer Hochschule oder Universität bzw.
Forschungseinrichtung ermöglicht.

Der ausbildungsintegrierende Bachelor-Studiengang Logopädie wird aktuell
an den Campus Bonn, Düsseldorf, Heidelberg, Karlsruhe und Stuttgart
angeboten, der ausbildungsintegrierende Bachelor-Studiengang
Physiotherapie an den Campus Karlsruhe, Leverkusen und Stuttgart. Dabei
wird in Vorlesungen, Übungen und Seminaren aktuelles Wissen vermittelt,
das anschließend in Kleingruppen vertieft und direkt in der Praxis
umgesetzt wird.

Über das ausbildungsintegrierende Studienmodell und Erfolgsgeschichten
informiert die SRH Hochschule für Gesundheit am 13. Juni 2022 um 14 Uhr in
einem Online-Talk. Teilnehmen werden Prof. Dr. Tobias Erhardt,
Studiengangsleiter im Bachelor-Studiengang Physiotherapie, und Prof. Dr.
habil. Claudia Wahn sowie Christian Uekötter, Fachgebietsleiter Logopädie
an den SRH Fachschulen.

Interessierte können sich für die kostenfreie Online-Veranstaltung unter
https://eveeno.com/740639822 anmelden.

An den SRH Fachschulen finden zudem regelmäßig
(Online-)Infoveranstaltungen statt. Die aktuellen Termine sind unter
https://www.srh-fachschulen.de/ zu finden.

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Weltnichtrauchertag 2022: Save (y)our Future. Aktionsbündnis Nichtrauchen verweist auf Umweltrisiken des Tabakkonsums

Tabakkonsum schadet: Unserer Gesundheit, unserer Umwelt und unserem
Planeten. „Save (y)our Future. #LebeRauchfrei“ lautet daher das deutsche
Motto des diesjährigen Weltnichtrauchertags am 31. Mai. Das Aktionsbündnis
Nichtrauchen (ABNR) und mit ihm die Deutsche Krebshilfe und das Deutsche
Krebsforschungszentrum (DKFZ) nehmen diesen Tag zum Anlass, über die
gravierenden Folgen des Tabakkonsums auf Umwelt und Gesundheit zu
informieren. Zudem fordert das Bündnis die Bundesregierung dazu auf,
Maßnahmen zur Tabakprävention sowie flankierend zum Umweltschutz
umzusetzen und das Angebot nachweislich wirksamer Rauchstopp-Hilfen
deutlich auszuweiten.

„Wer sich, das Leben und die Erde liebt, lebt rauchfrei. Warum? Rauchen
hat nicht nur immense Auswirkungen auf unsere Gesundheit, sondern auch auf
die Umwelt und das Klima – vom Tabakanbau über Produktion und Transport
bis hin zum Müll. Rauchfrei zu leben ist daher ein echtes Win-win. Sowohl
für die eigene Gesundheit als auch für die Gesundheit unseres Planeten“,
so Dr. Eckart von Hirschhausen, Arzt, Wissenschaftsjournalist, Mitglied im
Kuratorium der Deutschen Krebshilfe sowie Schirmherr des bundesweiten
Wettbewerbs für rauchfreie Schulklassen „Be Smart – Don’t Start“.

Das diesjährige Plakatmotiv basiert auf einer Zeichnung von Linn Schultz,
Schülerin am Heinrich-Schliemann-Gymnasium in Berlin. Es entstand als
Kreativbeitrag im Rahmen von „Be Smart – Don’t Start“ im Schuljahr
2020/2021. „Die Lunge ist der ‚Lebensbaum‘ unseres Körpers. Mit kranken
Lungen und Bäumen ist das Leben in Gefahr“, betont die 15-Jährige Linn
Schultz. „Gerade als junger Mensch wünsche ich mir, dass wir unsere
Zukunft verantwortungsvoll gestalten.“

Tabak hat einen großen ökologischen Fußabdruck
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stammen rund 90 Prozent
der weltweiten Tabakernte aus Entwicklungs- und Schwellenländern. Für den
Anbau und die Produktion werden vielfach Wälder abgeholzt, um neue
Anbauflächen und Feuerholz für das Trocknen der Tabakblätter zu gewinnen.
Der Anbau in Monokultur schadet der Artenvielfalt, begünstigt die Erosion
von Böden und lässt den Grundwasserspiegel absinken. Zudem belastet der
Einsatz großer Mengen von Pestiziden und Dünger Böden, Gewässer sowie das
Grundwasser.

Auch Zigarettenkippen belasten die Umwelt massiv. Sie gehören weltweit zu
den häufigsten unsachgemäß entsorgten Müllobjekten, insbesondere in
Städten und an Stränden. „Achtlos weggeworfene Zigarettenstummel sind
Plastik- und Giftmüll mit ernstzunehmenden Folgen für die Umwelt“, so
Katrin Schaller, kommissarische Leiterin der Stabstelle Krebsprävention am
DKFZ. Die Filter von Zigarettenkippen bestehen aus Zelluloseacetat, einem
aus Zellulose hergestellten Kunststoff, der nur sehr langsam abgebaut
wird. Zudem enthalten sie krebserzeugende, erbgutverändernde und toxische
Substanzen, die in Böden, Grundwasser, Flüsse und Meere gelangen und so
Tieren und Pflanzen schaden. Auch E-Zigaretten und Tabakerhitzer
verursachen in einem noch nicht bekanntem Ausmaß Umweltschäden durch die
Herstellung und Entsorgung von Plastik, Metall und Akkus.

Tabakkonsum kostet Leben
Jedes Jahr sterben weltweit etwa acht Millionen Menschen an Erkrankungen,
die durch das Rauchen verursacht werden – allein in Deutschland versterben
127.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Tabakbedingte Krankheiten
sind vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Lungenkrebs und weitere
Krebsarten. „Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland 85.000 Menschen
aufgrund von Tabakkonsum an Krebs. Rauchen ist damit der größte
vermeidbare Krebsrisikofaktor“, so Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender
der Deutschen Krebshilfe. „Auch E Zigaretten bergen laut
Weltgesundheitsorganisation Risiken, deren Langzeitfolgen auf den
Organismus derzeit noch nicht absehbar sind.“

Forderungen an die Politik
„Kaum ein anderes Massenkonsumprodukt ist bei Herstellung, Gebrauch und
Entsorgung derart risikobelastet und schädlich wie Tabakwaren“, betont
Nettekoven. Neben den individuellen Belastungen der Konsumenten zahlt auch
die Allgemeinheit für das Rauchen einen hohen Preis. „Für die entstehenden
Folgekosten im Gesundheits- und Umweltbereich muss die Gesellschaft
aufkommen. Die Tabakindustrie hingegen wird als Verursacher kaum zur
Verantwortung gezogen“, bemängelt Professor Dr. Ulrich John,
stellvertretender Vorstandsvorsitzender des ABNR. „Wir fordern daher die
Bundesregierung dazu auf, ihre Maßnahmen zur Tabakprävention zu
intensivieren, Ausstiegshilfen für Rauchende zu verbessern sowie eine
Umweltabgabe zur Kompensation der durch Zigarettenkippen entstehenden
Schäden einzuführen.“

Bestellmöglichkeit und weitere Informationen
Interessierte finden das Plakat zum Weltnichtrauchertag sowie weitere
Informationsmaterialien zum Herunterladen oder Bestellen unter:
www.krebshilfe.de, www.dkfz.de/de/tabakkontrolle und
www.weltnichtrauchertag.de. In den sozialen Medien stehen Infos unter
#LebeRauchfrei bereit.

Forderung des ABNR an die Politik
Das Aktionsbündnis Nichtrauchen, in dem neben der Deutschen Krebshilfe 15
weitere bundesweit tätige Gesundheitsorganisationen vertreten sind,
fordert zum Weltnichtrauchertag 2022, dass Deutschland endlich wirksame
regulatorische Maßnahmen ergreift, die den Einstieg in den Tabak- und
Nikotinkonsum insbesondere bei jungen Menschen verhindern, Hilfen für
einen Rauch-Stopp verbessern und Umweltschäden verringern. Hierzu gehören
vor allem:
•       Steuern auf Tabak- und Nikotinprodukte kontinuierlich und deutlich
erhöhen.
•       Nachweislich wirksame Tabak- und Nikotinentwöhnung niederschwellig
anbieten.
•       Werbung, Promotion und Sponsoring für Tabak- und Nikotinprodukte
in jeder Form verbieten.
•       Den Schutz für Nichtrauchende verbessern und vereinheitlichen
sowie auf Wasserpfeifen, E-Zigaretten und Tabakerhitzer erweitern.
•       Einer Umweltabgabe zur Kompensation der durch Zigarettenkippen und
neuartige Nikotinprodukte verursachten Schäden einführen.
Weitere Informationen unter www.abnr.de.

Wettbewerb Be smart – Don‘t Start
Die Regeln dieses bundesweiten Wettbewerbs für rauchfreie Schulklassen
sind einfach: Mindestens 90 Prozent der Schüler einer Klasse entscheiden
sich dafür, am Wettbewerb teilzunehmen und verpflichten sich, ein halbes
Jahr lang nicht zu rauchen. Wöchentlich wird das Thema
„Rauchen/Nichtrauchen“ im Unterricht thematisiert. Wenn mehr als zehn
Prozent der Schüler in einer Klasse rauchen, scheidet diese aus dem
Wettbewerb aus. Die Schulklassen, die ein halbes Jahr lang rauchfrei
waren, nehmen an einer Lotterie teil, bei der Geld- und Sachpreise verlost
werden. Die Deutsche Krebshilfe gehört neben der Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung zu den Hauptförderern dieses Wettbewerbs.
Weitere Informationen zum Wettbewerb unter www.besmart.info.

Bundesweite Initiative „Rauchfrei leben“
Rauchenden, die aufhören wollen, dies bisher allerdings noch nicht allein
geschafft haben, bietet die Bundesinitiative „Rauchfrei leben“ seit April
2021 Orientierung. Unter www.nutzedeinechance.de finden Rauchstopp-
Interessierte verschiedenste Angebote. Die Initiative wurde von der
Drogenbeauftragten der Bundesregierung initiiert und wird vom jetzigen
Beauftragten der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen fortgeführt.
Das ABNR, das DKFZ, die Deutsche Krebshilfe sowie auch die
Bundesärztekammer sind strategischer Partner von „Rauchfrei leben“.

Aus der Wissenschaft – für die Politik: Zigarettenkippen – Gift für die
Umwelt
https://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/Publikationen/AdWfP
/AdWfdP_2022_Zigarettenkippen-Gift-fuer-die-Umwelt.pdf

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TH OWL bringt die Digitalisierung der Lehre voran

Katharina Pilar von Pilchau bei der Arbeit mit der 360° Kamera. Sie ermöglicht Aufnahmen aus verschiedenen Perspektiven.  TH OWL
Katharina Pilar von Pilchau bei der Arbeit mit der 360° Kamera. Sie ermöglicht Aufnahmen aus verschiedenen Perspektiven. TH OWL

Virtual und Augmented Reality in der Hochschullehre. Professor Dr. Martin
Oldenburg und Katharina Pilar von Pilchau vom Fachbereich
Umweltingenieurwesen und Angewandte Informatik an der Technischen
Hochschule Ostwestfalen-Lippe haben im Rahmen des Projektes DIGIWATER eine
Virtual und Augmented Reality Anwendung entwickelt, die Studierenden
lehrreiche Exkursionen vom heimischen Rechner aus ermöglicht. Ein
wichtiger Schritt für die Digitalisierung der Hochschullehre.

Plötzlich steht er da, mitten im Wohnzimmer, ein lebensgroßer Tiger,
dreidimensional und in Farbe. Eintauchen in virtuelle Welten oder das
Erkunden ferner Orte: Solche Szenarien werden häufig lediglich mit
Videospielen in Verbindung gebracht. Dabei sind „Virtual Reality“ und
„Augmented Reality“, also das Streifen durch virtuelle Umgebungen und das
Einblenden virtueller Objekte in die reale Umgebung, längst mehr als nur
eine Spielerei. „Ich bin überzeugt, dass diese Form der Digitalisierung
auch in der Hochschullehre stark zunehmen wird“, sagt Professor Dr. Martin
Oldenburg vom Fachbereich Umweltingenieurwesen und Angewandte Informatik
der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe. Im Rahmen des
internationalen Projektes „Digitalisation of Water Industry by Innovative
Graduate Water Education“, kurz DIGIWATER, hat er gemeinsam mit Katharina
Pilar von Pilchau vom Fachbereich Umweltingenieurwesen und Angewandte
Informatik der TH OWL so eine digitale Anwendung für die Hochschullehre
entwickelt. Ergänzt wird dies durch das Projekt CURRICULUM 4.0 „Living Lab
Wasser und Umwelt“, in dem die Aufbereitung und Visualisierung von Daten
intensiviert wird. Studierenden des Fachbereichs ist es dadurch möglich,
die Kläranlage des Projektpartners Stadtentwässerungsbetrieb Paderborn
(STEB) vom heimischen Rechner aus zu besichtigen und interaktiv zu
erforschen.

Doch was sind Augmented und Virtual Reality? Bei Augmented Reality (dt.
Erweiterte Realität) wird die analoge Umgebung durch digitale
Einblendungen erweitert. Professor Oldenburg: „Ich weiß, dass die
Betreiber von Anlagen wie Kläranlagen die Mitarbeitenden mit Datenbrillen
ausstatten. Die kriegen dann bei Wartungen direkt Schaltpläne von
Anlagenteilen eingeblendet.“ Im Gegensatz dazu findet die Virtual Reality
(dt. Virtuelle Realität) vollständig in einer digitalen Welt statt. „So
kann ich vom Büro fremde Orte erkunden. Die sind dann digital, aber können
echten Orten nachempfunden sein“, ergänzt Katharina Pilar von Pilchau.

360° Klärwerk interaktiv

Oldenburgs und Pilar von Pilchaus Anwendung kombiniert die Vorteile sowohl
von Virtual als auch Augmented Reality. Mithilfe einer speziellen Kamera
haben sie 360°-Ansichten der Kläranlage in Paderborn aufgenommen. „Wir
haben aus diesen Ansichten einzelne thematische Touren zusammengestellt,
die mit Annotationen versehen sind“, erklärt Katharina Pilar von Pilchau.
Unter einer Tour verstehen sie, dass die Studierenden beispielsweise ein
Areal oder Bauteil genauer unter die Lupe nehmen können. „Hier sind
Annotationen in Form von zum Beispiel Videos eingebaut oder Grafiken mit
allgemeinen Informationen über die Bauteile. Wir haben auch Dashboards
eingebaut, um die Daten von dieser Kläranlage zu visualisieren und somit
besser in die Lehre einbinden zu können“, fügt sie an.

Die Ergänzung der reinen Ansehenssoftware durch Daten, Videos und Grafiken
macht die Anwendung laut Professor Oldenburg so attraktiv für die Lehre
und Forschung an Hochschulen. Dieses sogenannte Virtual Lab ermöglicht
eine Anbindung an die Daten der Kläranlage, also zum Beispiel an
Energiedaten, Wetterdaten und Wassermengendaten. „In den Vorlesungen fehlt
den Studierenden manchmal die praktische Anschauung. Also wie sieht das
aus, was ich in der Übung dimensioniere. Sie können das im Rundgang selbst
erleben, und das vom Rechner aus“, so Oldenburg. „Das wollen wir auch mit
Lehrinhalten bestücken, in die Lehre aktiv einbinden und daraus Prüfungen
und Übungsaufgaben generieren.“ Mit der Erweiterung durch das Projekt
„Living Lab Wasser und Umwelt“ werden die Inhalte auch anderen Kolleginnen
und Kollegen zur Einbindung und Weiterentwicklung in deren
Lehrveranstaltungen zur Verfügung gestellt.

Im kommenden Semester wollen dann Professor Martin Oldenburg und Katharina
Pilar von Pilchau Studierende in die Fertigstellung der Anwendung
einbinden. „Die Anwendung ist schon weit, aber es gibt noch einige
Bereiche auf der Kläranlage, für die noch keine Inhalte aufbereitet
wurden. Die Studierenden sollen sich Konzeptionen überlegen und diese
umsetzen“, erklärt Pilar von Pilchau.

Digital und nachhaltig in die Zukunft der Hochschullehre

Die Covid-19-Pandemie hat digitale Entwicklungen in vielen Bereichen
beschleunigt, auch in der Hochschullehre. Augmented und Virtual Reality
Anwendungen stellen in Phasen der Online-Lehre anschauliche und
interaktive Lehrmöglichkeiten dar, die den Studierenden viele Vorteile
bieten. Professor Oldenburg: „Wir haben in der Online-Lehre gemerkt, dass
Studierende digitale Angebote gerne wahrnehmen, weil sie dadurch
zeitunabhängiger werden. Sie müssen nicht von acht bis zehn in der
Vorlesung sitzen, sondern können sich den Stoff auch mal nachts ansehen,
wenn sie das wollen und können sich diesen auch mehrfach ansehen.“

Werden Augmented Reality und Virtual Reality also künftig Ausflüge und
Exkursionen überflüssig machen? „Sowas kann eine Exkursion ersetzen,
insbesondere zu Zielen, die sehr weit entfernt oder gar nicht physisch
begehbar sind“, so Oldenburg. Das ist auch unter Gesichtspunkten der
Nachhaltigkeit und Sicherheit wünschenswert. In der Praxis zeigt sich aber
auch, dass virtuelle Touren genau dann besonders gewinnbringend sind, wenn
sie Exkursionen digital ergänzen. So konnten Oldenburgs und Pilar von
Pilchaus Studierenden die virtuelle Tour durch die Kläranlage nutzen, um
sich auf die tatsächliche Exkursion vorzubereiten. Das Ergebnis? „Ich habe
den Eindruck, dass da eine enorme Wissensverdichtung stattgefunden hat“,
betont Martin Oldenburg. „Die Studierenden konnten sich zum Teil sehr gut
orientieren. Die Führung durch die Anlage hat vier Stunden gedauert, weil
die Studierenden sich da sehr detailliert und intensiv mit den Details der
Kläranlage auseinandergesetzt haben.“

DIGIWATER – Digitalisierung für die Wasserwirtschaft

Oldenburgs und Pilar von Pilchaus Arbeit geht aus dem Projekt DIGIWATER
hervor. Bei DIGIWATER arbeiten sechs Universitäten und Hochschulen,
darunter die TH OWL, mit sechs kleinen und mittleren Unternehmen, einer
international agierenden Nichtregierungsorganisation (NGO) sowie dem
Stadtentwässerungsbetrieb Paderborn (STEB) zusammen. Die Projektpartner
stammen aus den Ländern Norwegen, Deutschland, Belgien, Türkei, Zypern und
Rumänien.

Die Digitalisierung spielt schon jetzt eine entscheidende Rolle in der
Wasserwirtschaft. Jedoch fehlen vielen Fachkräften im Wassersektor immer
noch spezifische Kenntnisse im Bereich digitaler Technologien, wodurch
viele Chancen und Potentiale digitaler Technologien im Verborgenen
bleiben. Auf Seiten der Technologieunternehmen hingegen gibt es ein
Wissensdefizit in Bezug auf komplexe Systeme und die zukünftigen
Herausforderungen in der Wasserwirtschaft.

Das internationale Team möchte mit DIGIWATER langfristig digitale
Innovationen im Wassersektor fördern. Um eine Grundlage für nachhaltige
Innovation zu schaffen, haben die Forschenden das Ziel, neue, innovative
und multidisziplinäre Lehr- und Lernansätze zu entwickeln. Dabei stehen
digitale Lernwerkzeuge und virtuelle Einrichtungen im Vordergrund. Mit der
Entwicklung von Kursinhalten soll der Wissensfluss gefördert werden.

Das Projekt wird gefördert durch das Erasmus+ Programm der Europäischen
Union und durch Mittel des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen des
Programms Curriculum 4.0.

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Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen: Ein Datenparadies?

Kind bei der Tablet-Nutzung  Robo Wunderkind
Kind bei der Tablet-Nutzung Robo Wunderkind

Die Pandemie war ein starker Beschleuniger eines generellen Trends.
Geschlossene Spielplätze, Schulen und Jugendclubs, kein oder kaum Kontakt
zu Freunden – all das bedeutete, neue Wege für Freizeit und Lebensfreude
zu finden. Für die meisten Kinder und Jugendlichen bedeutete dies
schlicht: „Ab ins Netz“. Prof. Dr. habil. Doreén Pick, Professorin für
Allgemeine BWL, Marketing und Internationale Wirtschaft an der Hochschule
Merseburg, nennt wesentliche Aspekte für das Verständnis von Privatheit
und Datenschutz bei Kindern. Die wichtige Vorbildrolle von Eltern und
Umfeld ist bekannt; doch auch datenspeichernde Unternehmen sollten ihrer
Verantwortung gerecht werden.

Verlockungen
Vor allem unterhalterische Angebote wie Computerspiele waren bei Kindern
und Jugendlichen populär. Seit der Pandemie verbringen sie teils mehrere
Stunden täglich mit Browser-Games. Dabei tun die Spiele-Produzenten viel,
um ihre Kundschaft zum kontinuierlichen Spielen zu motivieren: Geschenkte
Gadgets (z.B. neue Avatare), Gewinnspiele und Aufforderungen, in Social
Media et-was mit Klarnamen zu posten. Viele folgen diesen Offerten. Die
Verlockungen haben eines gemeinsam: Es werden viele personenbezogene Daten
von Kindern und Jugendlichen gesammelt und für deren Profilbildungen und
die Entwicklung weiterer, digitaler Produkte ausgewertet. Den jungen
Gamern ist das meist nicht bewusst.

Vorbilder
Bei der Mediennutzung sind es primär die Eltern, Familie und Freunde, die
Vorbildfunktion besitzen. „Ich habe nichts zu verstecken“ und „Es ist
bequemer, einfach alle Daten freizugeben und nicht noch Cookie-
Einstellungen vorzunehmen“ sind häufige Aussagen. Eine solche Haltung
trägt dazu bei, dass auch Kinder und Jugendliche in diesem Umfeld nur
bedingt lernen, wie sie mit der Freigabe ihrer Daten umgehen (können).
Klären die Eltern auf, sprechen sie mit den Kindern über die Privatheit
vieler Informationen? Studien zeigen: Selten. Viele Eltern setzen sich mit
ihren Kindern kaum zu Fragen von Privatheit und Datenschutz auseinander.

Vernachlässigungen
Mit der Einführung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) im Mai 2018
wurden wichtige gesetzliche Vorschriften für den Schutz personenbezogener
Daten erlassen. Aber gerade in diesem Fall fehlen wichtige Details in der
DSGVO. Diverse regulatorischen Lücken erlauben es den Digital-Unternehmen
weiterhin, zahlreiche personenbezogene Daten von und über Kinder und
Jugendliche zu sammeln, auszuwerten und außerhalb der EU zu speichern.
Datenschutz sollte daher nicht nur an der Medienkompetenz von Kindern und
Jugendlichen oder der Vorbildfunktion von Familie und gesetzlichen Regeln
festgemacht werden. Es braucht auch mehr eigene Verantwortung durch die
Produzenten digitaler Inhalte, vor allem wenn diese Kinder und Jugendliche
betreffen.

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