Tabakkonsum schadet: Unserer Gesundheit, unserer Umwelt und unserem
Planeten. „Save (y)our Future. #LebeRauchfrei“ lautet daher das deutsche
Motto des diesjährigen Weltnichtrauchertags am 31. Mai. Das Aktionsbündnis
Nichtrauchen (ABNR) und mit ihm die Deutsche Krebshilfe und das Deutsche
Krebsforschungszentrum (DKFZ) nehmen diesen Tag zum Anlass, über die
gravierenden Folgen des Tabakkonsums auf Umwelt und Gesundheit zu
informieren. Zudem fordert das Bündnis die Bundesregierung dazu auf,
Maßnahmen zur Tabakprävention sowie flankierend zum Umweltschutz
umzusetzen und das Angebot nachweislich wirksamer Rauchstopp-Hilfen
deutlich auszuweiten.
„Wer sich, das Leben und die Erde liebt, lebt rauchfrei. Warum? Rauchen
hat nicht nur immense Auswirkungen auf unsere Gesundheit, sondern auch auf
die Umwelt und das Klima – vom Tabakanbau über Produktion und Transport
bis hin zum Müll. Rauchfrei zu leben ist daher ein echtes Win-win. Sowohl
für die eigene Gesundheit als auch für die Gesundheit unseres Planeten“,
so Dr. Eckart von Hirschhausen, Arzt, Wissenschaftsjournalist, Mitglied im
Kuratorium der Deutschen Krebshilfe sowie Schirmherr des bundesweiten
Wettbewerbs für rauchfreie Schulklassen „Be Smart – Don’t Start“.
Das diesjährige Plakatmotiv basiert auf einer Zeichnung von Linn Schultz,
Schülerin am Heinrich-Schliemann-Gymnasium in Berlin. Es entstand als
Kreativbeitrag im Rahmen von „Be Smart – Don’t Start“ im Schuljahr
2020/2021. „Die Lunge ist der ‚Lebensbaum‘ unseres Körpers. Mit kranken
Lungen und Bäumen ist das Leben in Gefahr“, betont die 15-Jährige Linn
Schultz. „Gerade als junger Mensch wünsche ich mir, dass wir unsere
Zukunft verantwortungsvoll gestalten.“
Tabak hat einen großen ökologischen Fußabdruck
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stammen rund 90 Prozent
der weltweiten Tabakernte aus Entwicklungs- und Schwellenländern. Für den
Anbau und die Produktion werden vielfach Wälder abgeholzt, um neue
Anbauflächen und Feuerholz für das Trocknen der Tabakblätter zu gewinnen.
Der Anbau in Monokultur schadet der Artenvielfalt, begünstigt die Erosion
von Böden und lässt den Grundwasserspiegel absinken. Zudem belastet der
Einsatz großer Mengen von Pestiziden und Dünger Böden, Gewässer sowie das
Grundwasser.
Auch Zigarettenkippen belasten die Umwelt massiv. Sie gehören weltweit zu
den häufigsten unsachgemäß entsorgten Müllobjekten, insbesondere in
Städten und an Stränden. „Achtlos weggeworfene Zigarettenstummel sind
Plastik- und Giftmüll mit ernstzunehmenden Folgen für die Umwelt“, so
Katrin Schaller, kommissarische Leiterin der Stabstelle Krebsprävention am
DKFZ. Die Filter von Zigarettenkippen bestehen aus Zelluloseacetat, einem
aus Zellulose hergestellten Kunststoff, der nur sehr langsam abgebaut
wird. Zudem enthalten sie krebserzeugende, erbgutverändernde und toxische
Substanzen, die in Böden, Grundwasser, Flüsse und Meere gelangen und so
Tieren und Pflanzen schaden. Auch E-Zigaretten und Tabakerhitzer
verursachen in einem noch nicht bekanntem Ausmaß Umweltschäden durch die
Herstellung und Entsorgung von Plastik, Metall und Akkus.
Tabakkonsum kostet Leben
Jedes Jahr sterben weltweit etwa acht Millionen Menschen an Erkrankungen,
die durch das Rauchen verursacht werden – allein in Deutschland versterben
127.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Tabakbedingte Krankheiten
sind vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Lungenkrebs und weitere
Krebsarten. „Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland 85.000 Menschen
aufgrund von Tabakkonsum an Krebs. Rauchen ist damit der größte
vermeidbare Krebsrisikofaktor“, so Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender
der Deutschen Krebshilfe. „Auch E Zigaretten bergen laut
Weltgesundheitsorganisation Risiken, deren Langzeitfolgen auf den
Organismus derzeit noch nicht absehbar sind.“
Forderungen an die Politik
„Kaum ein anderes Massenkonsumprodukt ist bei Herstellung, Gebrauch und
Entsorgung derart risikobelastet und schädlich wie Tabakwaren“, betont
Nettekoven. Neben den individuellen Belastungen der Konsumenten zahlt auch
die Allgemeinheit für das Rauchen einen hohen Preis. „Für die entstehenden
Folgekosten im Gesundheits- und Umweltbereich muss die Gesellschaft
aufkommen. Die Tabakindustrie hingegen wird als Verursacher kaum zur
Verantwortung gezogen“, bemängelt Professor Dr. Ulrich John,
stellvertretender Vorstandsvorsitzender des ABNR. „Wir fordern daher die
Bundesregierung dazu auf, ihre Maßnahmen zur Tabakprävention zu
intensivieren, Ausstiegshilfen für Rauchende zu verbessern sowie eine
Umweltabgabe zur Kompensation der durch Zigarettenkippen entstehenden
Schäden einzuführen.“
Bestellmöglichkeit und weitere Informationen
Interessierte finden das Plakat zum Weltnichtrauchertag sowie weitere
Informationsmaterialien zum Herunterladen oder Bestellen unter:
www.krebshilfe.de, www.dkfz.de/de/tabakkontrolle und
www.weltnichtrauchertag.de. In den sozialen Medien stehen Infos unter
#LebeRauchfrei bereit.
Forderung des ABNR an die Politik
Das Aktionsbündnis Nichtrauchen, in dem neben der Deutschen Krebshilfe 15
weitere bundesweit tätige Gesundheitsorganisationen vertreten sind,
fordert zum Weltnichtrauchertag 2022, dass Deutschland endlich wirksame
regulatorische Maßnahmen ergreift, die den Einstieg in den Tabak- und
Nikotinkonsum insbesondere bei jungen Menschen verhindern, Hilfen für
einen Rauch-Stopp verbessern und Umweltschäden verringern. Hierzu gehören
vor allem:
• Steuern auf Tabak- und Nikotinprodukte kontinuierlich und deutlich
erhöhen.
• Nachweislich wirksame Tabak- und Nikotinentwöhnung niederschwellig
anbieten.
• Werbung, Promotion und Sponsoring für Tabak- und Nikotinprodukte
in jeder Form verbieten.
• Den Schutz für Nichtrauchende verbessern und vereinheitlichen
sowie auf Wasserpfeifen, E-Zigaretten und Tabakerhitzer erweitern.
• Einer Umweltabgabe zur Kompensation der durch Zigarettenkippen und
neuartige Nikotinprodukte verursachten Schäden einführen.
Weitere Informationen unter www.abnr.de.
Wettbewerb Be smart – Don‘t Start
Die Regeln dieses bundesweiten Wettbewerbs für rauchfreie Schulklassen
sind einfach: Mindestens 90 Prozent der Schüler einer Klasse entscheiden
sich dafür, am Wettbewerb teilzunehmen und verpflichten sich, ein halbes
Jahr lang nicht zu rauchen. Wöchentlich wird das Thema
„Rauchen/Nichtrauchen“ im Unterricht thematisiert. Wenn mehr als zehn
Prozent der Schüler in einer Klasse rauchen, scheidet diese aus dem
Wettbewerb aus. Die Schulklassen, die ein halbes Jahr lang rauchfrei
waren, nehmen an einer Lotterie teil, bei der Geld- und Sachpreise verlost
werden. Die Deutsche Krebshilfe gehört neben der Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung zu den Hauptförderern dieses Wettbewerbs.
Weitere Informationen zum Wettbewerb unter www.besmart.info.
Bundesweite Initiative „Rauchfrei leben“
Rauchenden, die aufhören wollen, dies bisher allerdings noch nicht allein
geschafft haben, bietet die Bundesinitiative „Rauchfrei leben“ seit April
2021 Orientierung. Unter www.nutzedeinechance.de finden Rauchstopp-
Interessierte verschiedenste Angebote. Die Initiative wurde von der
Drogenbeauftragten der Bundesregierung initiiert und wird vom jetzigen
Beauftragten der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen fortgeführt.
Das ABNR, das DKFZ, die Deutsche Krebshilfe sowie auch die
Bundesärztekammer sind strategischer Partner von „Rauchfrei leben“.
Aus der Wissenschaft – für die Politik: Zigarettenkippen – Gift für die
Umwelt
https://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/Publikationen/AdWfP
/AdWfdP_2022_Zigarettenkippen-Gift-fuer-die-Umwelt.pdf