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Berufsbildungsforschung: BIBB baut Netzwerk aus

Vier weitere Research Fellows ernannt

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erweitert zielgerichtet seine
wissenschaftliche Vernetzung und Kooperation in der
Berufsbildungsforschung. Um seine Expertise in den Bereichen
Berufsbildungsökonomie, ökologische und technologische Transformation,
Forschungsmethoden und der vergleichenden Berufsbildungsforschung zu
stärken, hat das BIBB weitere vier Research Fellows ernannt.

„Mit der Ernennung von Research Fellows möchten wir renommierte
Forscherinnen und Forscher verschiedener Disziplinen ehren und mit ihnen
die Zusammenarbeit in der Berufsbildungsforschung intensivieren“, erklärt
BIBB-Forschungsdirektor Prof. Dr. Hubert Ertl. „Ich bin davon überzeugt,
dass die Forschung im BIBB in vielerlei Hinsicht vom Wissen und der
Kompetenz dieser Expertinnen und Experten profitieren wird.“

Prof. Dr. Samuel Mühlemann vom Institut für Wirtschaftspädagogik der
Ludwig-Maximilians-Universität München führt seit 2008 mit dem BIBB im
Bereich Berufsbildungsökonomie gemeinsame Forschungsprojekte durch. In den
kommenden Jahren wird er sich gemeinsam mit dem BIBB Forschungsfragen
widmen, wie sich zum Beispiel die Migration auf den Ausbildungsmarkt
auswirkt oder wie der zunehmende Robotereinsatz die
Ausbildungsbereitschaft von Betrieben beeinflusst.

Prof. Dr. Sabine Pfeiffer vom Lehrstuhl für Soziologie an der Friedrich-
Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg wird im Rahmen des Research
Fellowship gemeinsam mit dem BIBB zum Thema „Ökologische und
technologische Transformation in der Berufsbildung“ forschen.

Mit Prof. Dr. Gabi Reinmann von der Universität Hamburg wird die
wissenschaftliche Methodenkompetenz im BIBB gestärkt. Sie kooperiert
bereits in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
geförderten Netzwerk mit dem BIBB und ist Expertin auf dem Gebiet
gestaltungsorientierter Forschungsansätze (Design Based Research, DBR),
die am BIBB weiterentwickelt werden sollen.

Die Kooperation mit Prof. Christopher Winch vom King’s College in London
stärkt die internationale Komponente im Forschungsfeld „Ordnungsbezogene
Gestaltung und Steuerung der Berufsbildung“. Zudem wird er dem BIBB bei
der Weiterentwicklung der Publikationsstrategie in englischsprachigen
Journals beratend zur Seite stehen.

Research Fellows können im Rahmen von Forschungsaufenthalten im BIBB
arbeiten, Forschungsdaten nutzen sowie gemeinsam mit dem BIBB
Forschungsprojekte entwickeln und durchführen. Zudem ist ihre Expertise in
Projektbeiräten und bei der Begutachtung von Forschungsprojekten gefragt.
Sie bringen sich darüber hinaus in die Betreuung von
Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern ein. Auch gemeinsame
Publikationen, Vorträge und Veranstaltungen sind geplant. Aktuell
unterhält das BIBB Kooperationen zu sieben Research Fellows.

Ziel der BIBB-Forschungsstrategie ist es, Themen der Berufsbildung –
insbesondere für Politik und Praxis – vorausschauend in den Blick zu
nehmen und das Berufs-bildungssystem in Deutschland durchlässiger,
inklusiver und internationaler zu gestalten.

Weitere Informationen unter <https://www.bibb.de/de/127945.php>

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Lange Nacht der Wissenschaft

SRH Hochschule für Gesundheit lädt zu zwei Online-Vorträgen am 24. Juni
2022 ein.

Im Rahmen der Festwoche anlässlich ihres 15-jährigen Jubiläums
veranstaltet die SRH Hochschule für Gesundheit am 24. Juni 2022 eine Lange
Nacht der Wissenschaft. Der gemeinsame Abschluss der Festwoche soll nicht
nur der Vernetzung zwischen Studierenden, Alumni, Mitarbeitenden,
Lehrenden und Partner:innen der Hochschule dienen. Zwar findet die
Veranstaltung intern statt, dennoch soll auch Interessierten aus der
Öffentlichkeit die Möglichkeit gegeben werden, einen Einblick in die
Forschungsthemen der Gesundheitshochschule zu erhalten. Daher werden zwei
zukunftsweisende Impulsvorträge übertragen, die stellvertretend für die
breite Forschungslandschaft an der SRH Hochschule für Gesundheit stehen.

Prof. Dr. habil. Claudia Luck-Sikorski, Präsidentin der SRH Hochschule für
Gesundheit, wird nach der Eröffnung des Abends um 17 Uhr einen Vortrag
„Zur Rolle von Zivilisationserkrankungen am Beispiel der Adipositas“
halten. „Trotz Covid-19-Pandemie sind nicht die Infektionskrankheiten,
sondern nicht übertragbare Zivilisations-erkrankungen die größte
Herausforderung für Gesundheitssysteme weltweit“, sagt Prof. Dr. habil.
Claudia Luck-Sikorski. Adipositas ist eine der häufigsten chronischen
Erkrankungen unserer Zeit: Allein in Deutschland ist ungefähr jede/r
Vierte betroffen. Entgegen dem allgemeinen Vorurteil, dass die Entstehung
der Adipositas ausschließlich dem Versagen des Einzelnen zuzuschreiben
ist, sind Faktoren, die zur Erkrankung beitragen, komplex und
vielschichtig. Im Vortrag führt Prof. Dr. habil. Claudia Luck-Sikorski ins
Thema ein und gibt einen Einblick in die Folgen der Erkrankung.

Prof. Dr. Dr. Philipp Plugmann, Professor für interdisziplinäre
Parodontologie und Prävention im Bachelor-Studiengang Dental Hygienist,
wird indes um 18:30 Uhr einen Vortrag zum Thema „Innovationen im
Gesundheitswesen“ halten. „Initiator:innen von Innovationen im
Gesundheitswesen müssen eine ganze Reihe von zum Teil vielschichtigen
Herausforderungen meistern – hier gilt es, rechtliche, regulative wie
ökonomische Rahmenbedingungen im Blick zu behalten und dennoch alle
Potentiale zu heben“, so Prof. Dr. Dr. Philipp Plugmann. In seinem Vortrag
gibt er aus verschiedenen Perspektiven einen breiten Überblick darüber,
wie Recht und Ökonomie das Gesundheitswesen beeinflussen, prägen und
verändern. Dabei werden auch interdisziplinäre Einflüsse von
Schlüsseltechnologien wie Künstlicher Intelligenz eingebunden sowie Themen
des Datenschutzes und Haftungsfragen, die gegenwärtig und zukünftig bei
Fragestellungen zu Innovationen bei Medizinprodukten, Medikamenten und
Apps eine Rolle spielen.

Interessierte können sich für die kostenfreien Online-Vorträge unter
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. anmelden.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
https://www.srh-gesundheitshochschule.de/unsere-hochschule/hochschulteam
/claudia-luck-sikorski/

https://www.srh-gesundheitshochschule.de/unsere-hochschule/hochschulteam
/philipp-plugmann/

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»Kinderleicht zum Kindergeld« hört jetzt aufs Wort

Ein intelligenter Sprachassistent von Fraunhofer FOKUS und Fraunhofer IDMT
macht den Online-Service der Hamburger Senatskanzlei für Eltern jetzt noch
komfortabler.

Hamburger Eltern können die mit der Geburt ihres Kindes verknüpften
Verwaltungsdienstleistungen ab sofort online per Spracheingabe beantragen:
Im Auftrag der Senatskanzlei Hamburg hat Fraunhofer FOKUS in
Zusammenarbeit mit Fraunhofer IDMT in einem gemeinsamen Forschungs- und
Pilotprojekt der Freien und Hansestadt Hamburg einen auf künstlicher
Intelligenz (KI) basierenden Sprachassistenten entwickelt und in den
Onlinedienst »Kinderleicht zum Kindergeld« integriert. Der intuitiv
bedienbare »Smart Assistant« unterstützt die Eltern durch einfache und
intelligente Kommunikation in natürlicher Sprache beim Ausfüllen der
Anträge für Kindergeld & Co – datenschutzkonform und barrierearm. Der um
das Sprachassistenzsystem erweiterte Online-Dienst ist nun in den
Pilotbetrieb übergegangen.


Der familienfreundliche Service »Kinderleicht zum Kindergeld« steht
Hamburger Eltern seit Juni 2020 flächendeckend analog und digital zur
Verfügung. Mit ihm lassen sich mehrere verwaltungsübergreifende
Dienstleistungen kombinieren, ohne Behördengänge zu beantragen. Ziel des
neu integrierten »Smart-Assistant« ist, die Bedienung des Online-Dienstes
für Eltern noch komfortabler und die Beantragung der kombinierten
Familienleistungen des Bundes und der Standesämter so bequem und
barrierearm wie möglich zu gestalten. Der Pilotbetrieb der neuen
Technologie läuft bis Ende des Jahres. Um Technik, Nutzerführung und
Bedienbarkeit laufend zu verbessern, fließt das Feedback der Nutzerinnen
und Nutzer hier kontinuierlich ein.
»Digital sprachunterstützte Antragsverfahren sind in der öffentlichen
Verwaltung noch Neuland. Der neue Sprachassistent ist ein wichtiger
Schritt für den unkomplizierten Dialog der Verwaltung mit den Bürgerinnen
und Bürgern«, so Christian Pfromm, Chief Digital Officer und Leiter des
Amtes für IT und Digitalisierung, Senatskanzlei Hamburg: »Damit können wir
Verwaltungsprozesse effizienter und attraktiver gestalten. Zudem sind sie
ein großes Plus in Sachen Barrierearmut und Teilhabe.«

Augenmerk auf Datenschutz und Barrierearmut
»Bürgerinnen und Bürger erwarten von einer modernen Verwaltung digitale
Services, die ihnen aus Wirtschaft und privatem Umfeld längst vertraut
sind. Sprachassistenzdienste blieben bisher bei Behörden und Ämtern vor
allem aus Datenschutzgründen oft außen vor. Basierend auf Fraunhofer-KI-
Forschungsergebnissen konnten wir den Online-Dienst ‘Kinderleicht zum
Kindergeld‘ mit einer innovativen Sprachassistenzfunktion ausstatten,
welche die hohen bestehenden Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen der
deutschen Verwaltung erfüllt«, erklärt Thilo Ernst, Projektleiter im
Geschäftsbereich Digital Public Services, Fraunhofer FOKUS. Die
existierende Webdarstellung des Online-Dienstes bleibt sicht- und
bedienbar, ist jedoch nahtlos und minimal-invasiv mit der Sprachsteuerung
gekoppelt. Diese funktioniert ohne Rückgriff auf externe Cloud-
Dienstleister und wird in einem abgesicherten Verwaltungsnetzwerk
betrieben. »Einen solchen neuartigen Ansatz zu entwickeln und umzusetzen,
ohne auf einschlägige Services der Internet-Riesen aufzubauen oder mit
diesen vergleichbare Entwicklungsressourcen einsetzen zu können, geht nur,
wenn Wissenschaft und Verwaltung sehr eng und konstruktiv zusammenarbeiten
– wie in diesem Projekt.«, ergänzt Ernst.
Um eine Interaktion über das Medium Sprache zu ermöglichen, wurden moderne
KI-Technologien aus der Forschung mit dem etablierten, operationalen
Onlinedienst kombiniert. Dieser Ansatz geht qualitativ über die im Sektor
der öffentlichen Verwaltung zunehmend eingesetzten Chatbot-Lösungen
hinaus: Der Sprachassistent verarbeitet einerseits gesprochene Sprache und
erkennt dabei automatisch die benötigten Texteingaben zum Ausfüllen des
Online-Formulars; andererseits können über diesen neuen Kanal spezifische
Hilfs-Informationen angefordert und erhalten werden. Durch die
vollständige Integration im Onlinedienst wird der Antrag per Spracheingabe
ausgefüllt und direkt an die Institutionen versendet.
»Sprache bietet einen intuitiven und barrierearmen Zugang zu digitalen
Dienstleistungen«, erklärt Jan Wellmann, Gruppenleiter am Fraunhofer IDMT
aus Oldenburg. »Neben unserem eigenen Spracherkenner konnten wir unsere
Erfahrungen im Umgang mit Daten in sensiblen Kontexten wie zum Beispiel im
Gesundheits- oder Sicherheitsbereich in das Projekt einbringen. Durch die
Integration des Sprachassistenten in den Online-Dienst ‘Kinderleicht zum
Kindergeld‘ unterscheidet sich dieser Sprachassistent in der Nutzung von
Cloud-basierten Assistenzsystemen wie Alexa, Siri & Co.«

Nutzerfreundlicher Service für eine moderne Verwaltung
Mit der Integration eines intelligenten Sprachassistenten ist die
Hamburger Senatskanzlei Vorreiter und Beispiel für konkurrenzfähige,
serviceorientierte Verwaltung. »Mit dem Einsatz neuer Technologien wollen
wir die Verwaltung modern, fortschrittlich und innovativ für die Eltern
gestalten. Die hohen Sicherheitsanforderungen in der Verwaltung bringen
besondere Herausforderungen mit sich«, erläutert Dr. Brigitte Klamroth,
Projektleiterin »Kinderleicht zum Kindergeld“ der Senatskanzlei Hamburg.
»Auch das Feedback der Eltern geht direkt in die Weiterentwicklung des
Sprachassistenten ein. So können wir die neue Technik laufend verbessern,
eine moderne und dienstleistungsorientierte Verwaltung bieten und die
Technologie auch für andere Onlinedienste der Verwaltung nutzbar machen.«

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Dringend gesucht – wenig erforscht -- Neu an UDE/am UK Essen: Tim Hagenacker

Für seltene neurologische Erkrankungen mangelt es oft an Therapien. „Sie
kommen zwar nicht häufig vor. In der Summe sind es aber viele Menschen,
die teilweise Jahrzehnte keine Erklärung für ihre Symptome haben“, sagt
Dr. Tim Hagenacker. Der neue Professor für Seltene Neurologische
Erkrankungen an der Fakultät für Medizin der Universität Duisburg-Essen
(UDE) erforscht am Universitätsklinikum Essen (UK Essen), wie seltene
neuromuskuläre Krankheiten entstehen und am besten behandelt werden
können.

Weltweit gibt es 6.000 bis 8.000 seltene Erkrankungen, in Deutschland sind
davon um die vier Millionen Menschen betroffen. An einer seltenen
neurologischen Erkrankung wie Epilepsie, Ataxie oder Spastischen
Spinalparalysen leiden bis zu 200.000.

„Viele der seltenen neuromuskulären Erkrankungen sind entweder genetisch
bedingt oder werden vom Immunsystem verursacht“, erklärt Professor
Hagenacker. Zu den von ihm untersuchten Krankheiten gehören unter anderem
die spinale Muskelatrophie (SMA), Muskeldystrophie (Muskelschwund) und
Myasthenia gravis. „Genetisch bedingte Erkrankungen wie SMA werden dabei
mit neuartigen Wirkstoffen behandelt, die hier erstmal klinisch angewandt
werden, wie Antisense-Oligonukleotide.“ Die medikamentöse Behandlung
entwickele sich rasant weiter und sei hoch effektiv. „Wir können das
Ablesen der Gene medikamentös beeinflussen oder sogar verlorene Gene
teilweise wiederherstellen – sprich: die Erkrankung an ihrer Wurzel
packen. Das ist nicht bei allen Erkrankungen möglich. Die Forschung steht
zwar noch am Anfang, es ist aber ein wirklicher Durchbruch“, freut sich
der 40-Jährige.

Tim Hagenacker studierte Medizin (2001-2007) an der UDE und am UK Essen
und wurde 2008 Arzt in der Klinik für Neurologie in Essen. Nach
ausgezeichneter Promotion (2009) ließ sich der gebürtige Oberhausener 2013
zum Facharzt für Neurologie ausbilden. Seit 2016 ist er zudem Spezieller
Schmerztherapeut, Intensivmediziner und leitet die Neuromuskuläre Ambulanz
am UK Essen. Seine Forschung wurde mehrfach ausgezeichnet.

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