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Rückblick Dialogforum

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Rückblick Dialogforum

Rückblick Dialogforum „Wie schmeckt morgen?“

Seit nunmehr vier Jahren finden die „Darmstädter Tage der Transformation“
#DTdT22 – veranstaltet von der Schader-Stiftung – statt. Gemeinsam mit
Expert:innen aus Wissenschaft, Praxis und Gesellschaft standen vom 14.–18.
März 2022 im Rahmen unterschiedlicher Veranstaltungsformate die
Umgestaltung unterschiedlicher Lebensbereiche und die damit einhergehenden
Chancen und Herausforderungen im Mittelpunkt. In Kooperation mit der
Veranstalterin und der Dr. Rainer Wild-Stiftung führte die Wilhelm Büchner
Hochschule ein digitales Dialogforum zum Thema „Wie schmeckt morgen? Zur
Transformation des Ernährungssystems“ durch. Prof. Dr. Birgit Zimmermann
vom Fachbereich Energie-, Umwelt- und Verfahrenstechnik und Expertin im
Bereich „Life Sciences“ leitete innerhalb der Veranstaltung den Workshop
zum Thema Ökonomie. Im Rahmen einer offenen Runde wurde hier unter anderem
diskutiert, was heute getan werden muss, um unser Ernährungssystem
nachhaltiger zu gestalten:
https://www.schader-stiftung.de/veranstaltungen/aktuell/artikel/wie-
schmeckt-morgen-zur-transformation-des-ernaehrungssystems


#wbh # DTdT22 #euv #schaderstiftung #nachhaltigeentwicklung

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Welche Auswirkungen der Ukraine-Krieg auf Überlebende des Zweiten Weltkrieges haben kann

Univ.-Prof. Dr. med. Dr. theol. Gereon Heuft entwickelte Anfang der 90er-Jahre im Rahmen einer Studie der Deutschen Forschungsgemeinschaft das Konzept der Trauma-Reaktivierung und forscht seitdem an der Verarbeitung von Kriegs- und Gewalterfahrungen.  UKM
Univ.-Prof. Dr. med. Dr. theol. Gereon Heuft entwickelte Anfang der 90er-Jahre im Rahmen einer Studie der Deutschen Forschungsgemeinschaft das Konzept der Trauma-Reaktivierung und forscht seitdem an der Verarbeitung von Kriegs- und Gewalterfahrungen. UKM

Seit drei Jahrzehnten beschäftigt sich Prof. Gereon Heuft, Direktor der
Sektion für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am
Universitätsklinikum Münster, mit traumatischen Erfahrungen von
Überlebenden des Zweiten Weltkrieges. Seit der ersten Veröffentlichung
1993 sind Mediziner*innen sensibilisiert, dass Patient*innen nach
Jahrzehnten des Verdrängens auf einem OP-Tisch liegend in eine ähnliche
Hilflosigkeit zurückversetzt werden können, wie sie sie im Krieg erlebt
haben. Auch durch die aktuelle Lage in der Ukraine kann solch eine Trauma-
Reaktivierung ausgelöst werden – insbesondere, weil Betroffene damals
selbst Kinder waren und Assoziationen mit Ländern wie Polen und Russland
haben.

Lieber Herr Prof. Heuft, die Bilder über den Krieg gegen die Ukraine
machen viele von uns betroffen. In Gesprächen mit Überlebenden des Zweiten
Weltkrieges wird jedoch deutlich, dass ihnen diese Situation besonders zu
schaffen macht. Was bewirken die aktuellen Bilder aus der Krisenregion bei
ihnen?
Heuft: Es gibt ja die letzten Jahrzehnte immer schon weltweit kriegerische
Konflikte, die auch in den Medien abgebildet werden. Die Besonderheit
jetzt ist, dass der Krieg in Europa stattfindet, mehr oder weniger vor
unserer Haustür, und nicht wenige der Überlebenden des Zweiten Weltkrieges
mit den jetzt häufig genannten Ländern wie Polen und eben auch Russland
ganz vielfältige Assoziationen haben. Dazu kommt die unmittelbare
Bedrohungserfahrung bis hin zu diesen Andeutungen, es könnte noch einmal
zu einem globalen Krieg kommen – das alles lässt mehr Wunden aufreißen,
als wenn es ein Krieg in Afrika wäre, und die eigens erlebten,
bedrückenden Erfahrungen lassen sich weniger gut verdrängen.

Spielt zum jetzigen Zeitpunkt möglicherweise auch das Alter eine Rolle, da
Überlebende des Zweiten Weltkrieges damals selbst Kinder waren und nun mit
Bildern von flüchtenden Frauen und Kindern konfrontiert werden?
Heuft: Das stimmt, das ist ein ganz zentraler Punkt. Wir hatten das im
Jahr 2015 schon einmal, als es viele Spielfilme anlässlich des
Weltkriegsendes vor 70 Jahren gab. Die Geschichten wurden oft anhand von
Familien erzählt und das war für Überlebende schon sehr bedrückend. Viele
konnten sich das nicht anschauen, da sie sich in ihre eigene Situation
zurückversetzt gefühlt haben. Nur sind es jetzt mit dem Ukraine-Krieg
reale Bilder, die sie an ihre eigene Kindheit erinnern.

Melden sich dazu aktuell bereits Betroffene oder Angehörige bei Ihnen?
Heuft: Nein, dafür sind die aktuellen Geschehnisse auch noch zu neu. Viele
Kriegsüberlebende versuchen ja – das wissen wir aus unser langjährigen
Untersuchungen –, sich weiter zusammen zu reißen. Wir dürfen nicht
vergessen, dass nach dem Zweiten Weltkrieg die Überlebensstrategie auf gut
deutsch „Halt die Klappe und sei froh, dass du überlebt hast!“ hieß,
anschließend mit viel Disziplin der Wiederaufbau gelang und dann Jahre des
Wohlstands folgten, in denen es unpassend wirkte, auf sein eigenes Leiden
aufmerksam zu machen. Und ein Großteil der Betroffenen hat bis heute an
diesem Muster festgehalten. Die derzeit vieldiskutierten „Hamsterkäufe“
weisen zum Beispiel wie in einem Brennglas auf die verborgene Angst vor
einem bedrohlichen Mangel an existenzieller Sicherheit hin, den viele
dieser Generation durchgemacht haben.

Wenn vor allem Bilder diese Erinnerungen wecken: Können Sie eine
Empfehlung aussprechen, wie Kriegsüberlebende mit den Informationen zum
Krieg umgehen sollten?
Heuft: Meine Empfehlung ist, nicht zu viele Nachrichten zu konsumieren.
Dabei sind vor allem die Bilder das Eindrücklichste! Generell sollte man
sich nur gezielt informieren, das reicht ein-, maximal zweimal täglich.
Menschen, die selbst schon einen Krieg überlebt haben, würde ich raten,
sich eher über das Zeitunglesen und Radiohören zu informieren, anstatt
sich immer Bilder im Fernsehen oder Bilderstrecken im Internet zuzumuten.

Was kann ich als Angehöriger tun, wenn ich mir Sorgen um meine Eltern oder
Großeltern mache? Oder wie verhält es sich mit Mitarbeitenden in der
Alten-pflege?
Heuft: Ich empfehle, dass Thema nicht zu forcieren, also keine Fragen
dahingehend zu provozieren, aber auf Signale zu hören. Das heißt, wenn
jemand den Ukraine-Krieg oder den selbst erlebten Krieg anspricht, sollte
man vorsichtig nachfragen und dann erst einmal zuhören. Wenn jemand
allerdings erkennbare Symptome entwickelt, zum Beispiel Albträume oder
sichtbar verängstigt Sätze fallen wie „Jetzt fangen die Bomben wieder an
zu fallen“, die damit eine Posttraumatische Belastungsstörung skizzieren,
sollte das Ge-spräch mit dem Hausarzt gesucht und dann geprüft werden, ob
fachliche Hilfe im Sinne einer Psychotherapie den Betroffenen helfen
könnte.

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Mongolian State Conservatory in Ulan Bator und HMTM: Einzigartige Hochschulpartnerschaft

HMTM-Präsident Prof. Dr. Redmann mit Prof. Purevkhuu Tsogbadrakh aus Ulan Bator  HMTM
HMTM-Präsident Prof. Dr. Redmann mit Prof. Purevkhuu Tsogbadrakh aus Ulan Bator HMTM

Das Monoglian State Conservatory in Ulan Bator (MSC) und die Hochschule
für Musik und Theater München (HMTM) können dank einer erneuten Förderung
durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) ihre bestehende
Hochschulpartnerschaft um weitere zwei Jahre fortsetzen.

Seit dem Studienjahr 2020 besteht eine enge Kooperation zwischen beiden
Hochschulen, insbesondere in den Bereichen Jazz und Volksmusik. Der
Direktor des MSC, Prof. Purevkhuu Tsogbadrakh, und der Präsident der HMTM,
Prof. Dr. Bernd Redmann, betonten bei ihrem Treffen am 25. März 2022 in
München den besonderen Wert dieser Partnerschaft für beide Seiten. Bei
diesem Treffen waren auch Prof. Markus Bellheim, der als Leiter des
International Office für diesen Austausch verantwortlich ist, sowie drei
Studierende aus der Mongolei anwesend.

Im Rahmen der Partnerschaft konnten dank einer ersten Förderung durch den
DAAD pro Studienjahr bisher drei Studierende der HMTM das Sommersemester
in Ulan Bator studieren. Im Gegenzug kamen drei Studierende des MSC für
ein ganzes Studienjahr nach München. Neben den Studierenden wurden zwölf
Kurzzeitdozenturen im Förderzeitraum in der Länge von je drei Wochen
finanziert. Daneben umfasste die Förderung Sprachkurse, Reisen von
Projektpersonal sowie ein studentisches Tutorium. Die Projektkoordination
übernahm der Musiker und Dozent Martin Zenker, der den Aufbau der
Zusammenarbeit bereits seit der Anfangszeit begleitet.

Dieses Austauschmodell kann nun um zwei weitere Jahre fortgesetzt werden
und umfasst erneut den beidseitigen Studierendenaustausch, insgesamt acht
Kurzzeitdozenturen sowie die Förderung Sprachkurse, Reisen von
Projektpersonal sowie ein studentisches Tutorium. Ein entsprechender
Antrag des International Office der HMTM wurde von der Gutachterkommission
des DAAD im März 2022 bewilligt. Die Fördersumme beläuft sich auf
insgesamt 96.694,- Euro und erstreckt sich auf die Studienjahre 2022/2023
und 2023/2024.

Der DAAD fördert die Hochschulpartnerschaft aus Mitteln des
Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) über das Programm
»Internationale Studien- und Ausbildungspartnerschaften (ISAP)«.

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Cloud Computing: Studierende der Hochschule Koblenz optimieren Bewältigung von Großschadensereignissen

Von links: Prof. Dr. Wolfgang Kiess, Samuel Pauls, Linus Littauer, Tim Farnschläder, Markus Neuss und Pascal Zepp  Christiane Gandner  Hochschule Koblenz
Von links: Prof. Dr. Wolfgang Kiess, Samuel Pauls, Linus Littauer, Tim Farnschläder, Markus Neuss und Pascal Zepp Christiane Gandner Hochschule Koblenz

Wer an die Flutwelle im Juli vergangenen Jahres denkt, dem kommen Bilder
von zerstörten Häusern und weggerissenen Brücken in den Sinn, aber auch
von den vielen Einsatzkräften. Um die aus ganz Deutschland angereisten
Einsatzkräfte in den betroffenen Regionen unterzubringen, wurden
Basislager errichtet. Wie sich ein solcher Bereitstellungsraum bei
Großschadenslagen mit Hilfe einer webbasierten Datenbank effizient managen
lässt, haben Studenten des Studiengangs Systemtechnik der Hochschule
Koblenz in ihrem Masterkurs „Cloud Computing“ untersucht.

Bei „Cloud Computing“ werden Anwendungen und Daten nicht auf lokalen
Rechnern, sondern über das Internet bereitgestellt, so dass die
Nutzerinnen und Nutzer diese von überall her flexibel abrufen können. Auf
diesem Prinzip basierte etwa schon das Projekt "Translation as a Service",
eine serverlose Cloud-Übersetzungssoftware, mit der Studierende der
Hochschule Koblenz aus demselben Masterkurs 2019 den 2. landesweiten Preis
im Ideenwettbewerb Rheinland-Pfalz erringen konnten. Das von Prof. Dr.
Wolfgang Kiess aus dem Fachbereich Ingenieurwesen in diesem Jahr betreute
Projektteam, bestehend aus Tim Farnschläder, Linus Littauer, Markus Neuss,
Samuel Pauls und Pascal Zepp, wendete nun das Cloud-Prinzip auf das Thema
„Management für Bereitstellungsräume" an. Bei der kursinternen
Präsentation ihres Projektes demonstrierten die Studenten die
Funktionsweise ihres Prototyps dabei sogar an zwei vor der Hochschule
geparkten Einsatzfahrzeugen des THW sowie des DRK.

Bereitstellungsräume sind vergleichbar mit einem Basislager für
Hilfsorganisationen bei Großschadenslagen, wie es etwa nach der
Flutkatastrophe am Nürburgring eingerichtet wurde. Das dabei eingesetzte
System Bereitstellungsraum (SysBR) dient dazu, die Bereitstellungsräume
einzurichten und die Einsatzkräfte bedarfsgerecht zu koordinieren. Das
kurzfristig einsetzbare System ist für die Verwaltung von 500
Einsatzkräften ausgelegt, kann bei Bedarf jedoch noch erweitert werden.
Zur Koordinierung der Kräfte und deren Fahrzeugen ist es notwendig, diese
am Ein- und Ausgang des Geländes detailliert zu erfassen. Dies erfolgt
über sogenannte Meldevordrucke, die für jedes Fahrzeug mit Informationen
über Fahrzeugtyp, Ausstattung, und Besatzung händisch ausgefüllt und dann
zur Einsatzleitung weitergegeben werden. „Die Verarbeitungsgeschwindigkeit
der Informationen ist somit von den geografischen Eigenschaften, also den
Wegen auf dem Gelände, abhängig“, erklärt Tim Farnschläder.

Um den Verwaltungsaufwand zu reduzieren und gleichzeitig die Verarbeitung
zu erleichtern, entwickelten die Studenten eine cloudbasierte Anwendung,
welche die Fahrzeugdaten und die Qualifikationen der Kräfte in einer
Datenbank verwaltet. Neben der Benutzeroberfläche für das Internet
entwarfen sie eine Bereitstellungs-App, in der die relevanten Daten über
ein Dashboard abrufbar sind. Dort lassen sich Infos zur Besatzung und
dessen Qualifikation wie auch über die Ausstattung der Fahrzeuge
hinterlegen. „So lässt sich etwa ganz schnell recherchieren, ob sich im
Bereitstellungsraum ein Notarzt befindet“, so Markus Neuss.

Diese Daten soll die Besatzung der Fahrzeuge bereits während der Anfahrt
in die Anwendung eintragen. Sie werden dann in einer Datenbank hinter dem
Kennzeichen hinterlegt, wie Pascal Zepp erklärt: „Für das An- und Abmelden
im Bereitstellungsraum muss die Verwaltung nur noch das Kennzeichen des
Fahrzeuges in der Anwendung eingeben oder mit der Kamera scannen. Alle
weiteren Daten werden dann anhand des Kennzeichens aus der Datenbank
verarbeitet und bereitgestellt.“ Wie gut das funktioniert, konnte das Team
im Rahmen einer Abschlusspräsentation Prof. Dr. Wolfgang Kiess und ihren
Kommilitonen an den vor dem Campus bereitstehenden Fahrzeugen
demonstrieren. „Für den Zugriff auf die Daten ist eine entsprechende
Authentifizierung mit einem Rechtemanagement erforderlich“, ergänzt Linus
Littauer.

Solche Bereitstellungsräume werden normalerweise da aufgebaut, wo
Infrastruktur mit Zuwegen und Internet bereits vorhanden ist. Der Prototyp
dieses Cloud-Computing-System ließe sich notfalls aber auch im Offline-
Modus nutzen, falls keine Internetverbindung vorhanden ist. Weitere
Erweiterungsmöglichkeiten wären etwa die Zuweisung von Parkplätzen
aufgrund der Fahrzeugabmessungen, die Verwaltung von Einsatzaufträgen oder
die Kennzeichenerfassung aller Hilfsorganisationen.

Tim Farnschläder, der sich in seiner Freizeit selbst ehrenamtlich beim THW
engagiert, betont, dass das aktuelle Verfahren mit den Meldezetteln auf
Papier gut funktioniere. Dennoch habe das Projektteam gerne die
Möglichkeit genutzt, im Rahmen der Vorlesung über Cloud Computing bei
Prof. Kiess nach technischen Lösungsansätzen zu suchen und deren
Machbarkeit zu untersuchen.

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