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„5-Jahres-Ergebnisse“ aus dem Deutschen Aortenklappenregister

Deutsches Aortenklappenregister GARY (German Aortic Valve Registry)
veröffentlicht aktuelle 5-Jahres-Ergebnisse von 18.010 Patient:innen nach
kathetergestützter Aortenklappenimplantation (TAVI) und herzchirurgischem
Aortenklappenersatz (sAVR).

Behandlungsbedürftige Aortenklappenstenosen gehören in den westlichen
Industrieländern zu den häufigsten Herzklappenerkrankungen. Das bereits im
Jahr 2010 etablierte, bundesweite Deutsche Aortenklappenregister (GARY)
dient als prospektives, nicht randomisiertes, multizentrisches Register
der herzmedizinischen Versorgungsforschung zu operativen und
interventionellen Aortenklappeneingriffen und liefert dadurch einen
Beitrag zur Qualitätssicherung wie auch zur Patientensicherheit.

In den ersten beiden Jahren des Registers wurden in den Jahren 2011 und
2012 an 92 Standorten in Deutschland insgesamt 18.010 Patienten ein-
geschlossen, von denen 8.942 mittels einer TAVI und 9.068 durch den
herzchirurgischen Aortenklappenersatz behandelt wurden. Für die
5-Jahresauswertung wurden Patienten mit wiederholten Eingriffen oder
eindeutiger Indikation für eine der beiden Behandlungsoptionen (z. B.
Multimorbidität) ausgeschlossen (n = 4.785 für TAVI und n = 2 für sAVR).
Entsprechend dieser Auswahlkriterien verblieben insgesamt 13.223 Patienten
(4.157 TAVI und 9.066 sAVR) in der Auswertungskohorte. Der wichtigste
Endpunkt der Auswertung war die 5-Jahres-Gesamtsterblichkeit. Zusätzlich
wurde anhand einer Propensity-Score-Analyse ein sog. Matching
durchgeführt, um einen Vergleich der Langzeitergebnisse nach TAVI mit sAVR
zu ermöglichen.

„Im Fokus der 5-Jahres-Auswertung sollte das Outcome bei den 18.010
Patient:innen nach der Transkatheter-Aortenklappenimplantation (TAVI) oder
chirurgischem Aortenklappenersatz (sAVR) untersucht werden. Hierzu wurde
als wichtigster Endpunkt die 5-Jahres-Gesamtsterblichkeit definiert“,
erklärt Prof. Dr. Friedhelm Beyerdorf, Vorsitzender des
Exekutivausschusses und federführender wissenschaftlicher Autor der
Auswertung (Eur J Cardiothorac Surg 2021; 60: 1139-46). „Im Ergebnis hat
sich für die Gesamtkohorte gezeigt, dass die TAVI-Patienten ein deutlich
höheres Lebensalter – im Durchschnitt 80+ Jahre (68,5 Jahre der Patienten
sAVR) – hatten, ebenso ein höheres Risikoprofil (STS-Score) und eine
höhere 5-Jahres-Sterblichkeit als die Patienten, welche einen
konventionellen Aortenklappenersatz erhielten. Keine signifikanten
Unterschiede ließen sich zu den Endpunkten In Hospital Schlaganfall,
Herzinfarkt oder vorübergehende bzw. chronische Dialysenotwendigkeit
finden. Für die Subkohorte nach Propensity-Score-Matching zeigte sich,
dass die Patienten nach TAVI, mit AK-Prothesen der frühen Generationen,
eine signifikant höhere 5-Jahres-Sterblichkeit als diejenigen nach sAVR
aufwiesen.
Die In Hospital Sterblichkeit TAVI versus sAVR lag bei 4,1 % gegenüber 3,7
% (P = 0,669). Während des 5-Jahres-Follow-up hingegen wurden 763
Todesfälle (41,9%) unter den mit TAVI-behandelten Patienten verzeichnet,
verglichen mit 552 (30,3%) Todesfällen nach sAVR.

Ergänzend zeigte sich auch ein signifikanter Unterschied der beiden
Patientenkohorten hinsichtlich der Notwendigkeit einer Herzschrittmacher-
implantation, welcher mit einem erhöhten Sterberisiko verbunden war
(Hazard Ratio 1,35, 95% Konfidenzintervall 1,18–1,54; P < 0,0001).
Unabhängig von der implantierten Prothese, war die Anzahl der
Herzschrittmacher-implantationen bei insgesamt 448 Patienten mit 24,6 %
nach einer TAVI deutlich höher als bei dem herzchirurgischen
Aortenklappenersatz mit 201 Patienten resp. 11,0 %.

„Eine wesentliche Botschaft dieser Auswertung ist, dass es in jedem Falle
einer Langzeitbeobachtung bedarf, um zukünftig die richtigen Schlüsse für
die Behandlung der Patient:innen zu ziehen, sowie etwaige Vor-, aber auch
Nachteile unterschiedlicher Therapieverfahren differenziert bewerten zu
können.
„Trotz des weltweit zunehmenden Einsatzes von TAVI fehlen weiterhin
Langzeitergebnisse aus größeren „Real World Studien“, obwohl diese, neben
den randomisierten klinischen Studien, auch einen wesentlichen Beitrag zur
wissenschaftlichen Evidenz leisten, und die notwendige Grundlage für die
Entscheidungsfindung im multiprofessionellen Herz-Team bilden“, betont
Prof. Beyerdorf. „Als Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und
Gefäßchirurgie sprechen wir uns ausdrücklich für mehr multizentrische,
herstellerunabhängige und langfristig angelegte Studien für
evidenzbasierte Langzeitergebnisse aus. Die aktuellen Ergebnisse aus GARY
liefern dazu schon heute einen wesentlichen Beitrag. Des Weiteren ist und
bleibt für die evidenzbasierte Behandlung herzkranker Patient:innen das
multiprofessionelle, interdisziplinäre Herz-Team von entscheidender
Bedeutung".

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Gesundheits- und Sozialwirtschaft studieren

Durch vorab besuchte berufliche Weiterbildungen besteht auch die Möglichkeit das Studium zu verkürzen.  Ammerland Klinik GmbH
Durch vorab besuchte berufliche Weiterbildungen besteht auch die Möglichkeit das Studium zu verkürzen. Ammerland Klinik GmbH

Die Jade Hochschule bietet zum kommenden Wintersemester den neuen
Bachelor-Studiengang „Management in der Gesundheits- und Sozialwirtschaft“
an.

Die Gesundheit- und Sozialwirtschaft ist laut Bundesministerium der
Gesundheit eine Wachstumsbranche auf Expansionskurs. Das bedeutet, auch
der Bedarf an gut ausgebildeten Nachwuchskräften in der Gesundheits- und
Sozialbranche wird stark steigen. Deswegen werden in Zukunft Mitarbeitende
mit betriebswirtschaftlichen Kenntnissen gesucht, die ebenfalls
ökonomische Abläufe verstehen und steuern können.

Das neue duale Studium Management in der Gesundheits- und Sozialwirtschaft
(B.A.) an der Jade Hochschule bietet die Chance, weiterhin berufliche
Erfahrungen sammeln zu können und zeitgleich einen anerkannten Bachelor-
Abschluss mit betriebswirtschaftlichen Elementen zu erlangen.

Neben der breiten ökonomischen Ausrichtung greift das Studium
gleichermaßen vertiefende Themen im Gesundheits- und Sozialwesen auf. „Der
neue Studiengang möchte Kompetenzen im Spannungsfeld zwischen ökonomischen
Zwängen und menschlichen Bedürfnissen der Gesundheits- und Sozialbranche
vermitteln, dazu zählen auch umfangreiche Kenntnisse über die
Wechselbeziehung mit Menschen“, sagt Prof. Dr. Henning Plate. Um
zukünftigen Studierenden eine größtmögliche Flexibilität zu bieten, werden
zahlreiche Module sowohl in Präsenz als auch online angeboten. „Somit ist
es mög-ich, auch größtenteils ortsunabhängig zu studieren“, ergänzt Prof
Dr. Bernhard Köster. Durch vorab besuchte berufliche Weiterbildungen
besteht auch die Möglichkeit, das Studium zu verkürzen.

Der Studiengang `Management in der Gesundheit- und Sozialwirtschaft´
startet zum Wintersemester am 1. September.

Bewerbungen sind ab 1. Juni möglich unter https://ecampus.jade-hs.de/

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Elf Geburten am Uniklinikum Dresden zum Schnapszahldatum

Clara-Louise kam am 22. Februar 2022, um 08.08 Uhr am Uniklinikum Dresden zur Welt und erfreut seitdem ihre Eltern Christin und Stefan.  Foto: UKD
Clara-Louise kam am 22. Februar 2022, um 08.08 Uhr am Uniklinikum Dresden zur Welt und erfreut seitdem ihre Eltern Christin und Stefan. Foto: UKD

- Vier Mädchen und sieben Jungen sind am 22. 02. 2022 zur Welt gekommen.
- Gesundheit von Mutter und Kind steht immer im Mittel-punkt – auch an
besonderen Tagen.
- Medizinerinnen und Mediziner betonen, dass Kaiserschnitte nicht an
speziellen Wunschdaten durchgeführt werden.

An einem solch besonderen Datum können wohl nicht so viele Menschen ihren
Geburtstag feiern. Der 22.02.2022 gehört zweifelslos zu den
Schnapszahltagen, die jungen Eltern besonders in Erinnerung bleiben. Am
gestrigen Dienstag kamen sieben Jungen und vier Mädchen in der Klinik für
Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
Dresden zur Welt. Das Team aus Ärztinnen und Ärzten, Pflegenden und
Hebammen hat dabei zwei geplante Kaiserschnitte vorgenommen. Diese waren
medizinisch notwendig und mit Blick auf die Gesundheit der Frauen und
ihrer Kinder auf diesen Tag geplant. „Auch an besonderen Tagen führt das
Team im Kreißsaal keine Kaiserschnitte zu Wunschdaten durch“, sagt Prof.
Cahit Birdir, Leitender Oberarzt für Geburtshilfe und Pränataldiagnostik.
„Sie werden nur streng nach medizinischer Indikation vorgenommen Alles
andere ist aus medizinischen wie ethischen Gründen inakzeptabel.“ Anfang
Februar hat Cahit Birdir die W2-Professur für Geburtshilfe und
Pränatalmedizin an der Medizinischen Fakultät der TU Dresden erhalten.
„Ich freue mich sehr, mit der neuen Professur die Expertise der
Geburtshilfe in der Krankenversorgung, Forschung und Lehre weiter stärken
und festigen zu können“, sagt Prof. Pauline Wimberger, Direktorin der
Dresdner Uni-Frauenklinik. „Die Patientinnen können auf fundiertes Wissen
und jahrelange Erfahrungen auch bei Risikoschwangerschaften vertrauen.“

Geboren am 22. Februar 2022 – dies können elf Kinder von sich behaupten,
die gestern am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden zur Welt
gekommen sind. Vier Mädchen und sieben Jungen haben an diesem
Schnapszahldatum das Licht der Welt erblickt. Der Erste wurde 0.43 Uhr
geboren, der Letzte, wieder ein Junge, kam 23.28 Uhr zur Welt. Dieses
zweite ganz besondere Datum – nach dem 2. Februar 2022 – in diesem Monat
wird dem Team aus Medizinerinnen und Medizinern, Hebammen und Pflegenden
in der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe lange in Erinnerung
bleiben. Am 2. Februar gab es acht Geburten (sechs Jungen und zwei
Mädchen) an der Dresdner Uni-Frauenklinik.

An beiden Tagen haben die Geburtshelferinnen und -helfer auch
Kaiserschnitte (Sectiones) vorgenommen – gestern waren es fünf. „Es ist
uns sehr wichtig, zu betonen, dass dies keine Wunschkaiserschnitte
aufgrund des Datums sind“, sagt Prof. Cahit Birdir, Leitender Oberarzt für
Geburtshilfe und Pränataldiagnostik. „Ein solcher Eingriff ist immer auch
mit Risiken verbunden, die die Frauen nicht leichtfertig in Kauf nehmen
sollten. Wir beraten in jedem einzelnen Fall, ob ein Kaiserschnitt
notwendig ist und genau zu welchem Zeitpunkt dieser optimal für das Kind
und die Mutter ist.“

Prof. Cahit Birdir ist Spezialist in der pränatalen Medizin und Experte
für die diagnostischen und therapeutischen Angebote der vorgeburtlichen –
pränatalen – Medizin der Uni-Frauenklinik. 2017 wechselte er vom
Universitätsklinikum Essen nach Dresden und hat jetzt die W2-Professur für
Geburtshilfe und Pränatalmedizin an der Medizinischen Fakultät der TU
Dresden erhalten. „Wichtiger Bestandteil unseres Konzepts der pränatalen
Medizin ist es, mögliche Risiken einer Schwangerschaft abzuschätzen und
gegebenenfalls bereits frühzeitig Therapien einzuleiten“, erklärt Prof.
Cahit Birdir. Die engmaschige Begleitung der Schwangeren bis zur Geburt
gehört dazu. Diese Expertise kommt bei vielen Frauen in der Region gut an.
Das Vertrauen in die Uni-Frauenklinik ist ungebrochen hoch. 2021 kamen
hier 2.613 Neugeborene zur Welt. In diesem Jahr sind es Stand 22. Februar
2022 bisher 282 Geburten. „Mit Prof. Cahit Birdir haben wir einen sehr
angesehenen und erfahrenen Kollegen in unseren Reihen, der gerade bei
Risikoschwangerschaften unsere hohe Expertise in der Versorgung der
Schwangeren und ihrer ungeborenen Kinder ergänzt. Ich freue mich sehr,
dass er dieses Wissen und seine Erfahrungen nun im Rahmen der W2-Professur
auch mit dem medizinischen Nachwuchs teilt“, sagt Prof. Pauline Wimberger.

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Neues Max-Planck-Institut für biologische Intelligenz, in Gründung

Das MPI für Neurobiologie und das MPI für Ornithologie haben sich zu einem neuen Institut zusammengeschlossen.  © MPI für biologische Intelligenz, i.G.
Das MPI für Neurobiologie und das MPI für Ornithologie haben sich zu einem neuen Institut zusammengeschlossen. © MPI für biologische Intelligenz, i.G.

Das MPI für Neurobiologie und das MPI für Ornithologie haben sich zu einem
neuen Institut zusammengeschlossen. Das neue "Max-Planck-Institut für
biologische Intelligenz" wird sich den Strategien widmen, die lebende
Organismen einsetzen, um Probleme zu lösen, Ziele zu verfolgen und Nischen
zu nutzen, über alle Zeitskalen und Ebenen der biologischen Organisation
hinweg. Ziel des neuen Instituts ist es zu verstehen, wie Evolution und
Entwicklung das Verhalten von Tieren bestimmen und wie dieses durch die
neuronalen Verschaltungen des Gehirns umgesetzt wird.

Mit der Zustimmung des Senats der Max-Planck-Gesellschaft vom 19. November
2021 war der Grundstein für das neue Institut gelegt. Seit dem 1. Januar
2022 treten das MPI für Neurobiologie (MPIN) in Martinsried und das MPI
für Ornithologie (MPIO) in Seewiesen mit allen Mitarbeitenden und Gruppen
als neues, gemeinsames "MPI für biologische Intelligenz, in Gründung" auf.
Die endgültige, rechtliche Neugründung des Instituts findet
voraussichtlich ein Jahr später statt. Die bisherigen Standorte
Martinsried und Seewiesen bleiben bestehen. Der Campus Martinsried wird
mit großzügiger Unterstützung des Freistaats Bayern über die kommenden
Jahre zu einem zukunftsweisenden und nachhaltigen Campus ausgebaut.

Pioniergeist beim Erschließen eines neuen Forschungsfeldes

Sowohl das MPI für Ornithologie (MPIO) als auch das MPI für Neurobiologie
(MPIN) blicken auf viele Jahrzehnte erfolgreicher Forschung zurück.
Aufgrund diverser wissenschaftlicher und struktureller Überlegungen
kristallisierten sich seit dem Jahr 2020 zunehmend die Vorteile eines
Zusammenschlusses der beiden Institute heraus. Das neue, deutlich größere
Institut wird Verhaltensökologie, Evolutionsforschung und
Neurowissenschaften vereinen.

Der Zusammenschluss ermöglicht es den Forschenden, bestehende
komplementäre Ansätze in Feld- und Laborarbeit zu intensivieren und weiter
voranzutreiben. Ein besonderer Fokus liegt auf der Entwicklung neuer
Methoden, um neue Forschungsgebiete und Fragestellungen zu erschließen.

In den nächsten Jahren werden weitere Forschungsabteilungen hinzukommen,
um so das wissenschaftliche Portfolio des neuen Instituts um- und
auszubauen. „Die fortschreitende Entwicklung der künstlichen Intelligenz
verdeutlicht die Notwendigkeit, Intelligenz auch in ihrer natürlichen
Komplexität zu verstehen. Sind uns doch Strategien, die Tiere einsetzen,
um ihrerseits Probleme zu lösen und aktiv Ziele zu verfolgen, noch
weitgehend unbekannt. Das Max-Planck-Institut für biologische Intelligenz
wird diese Lücke schließen, und zwar über alle Ebenen der biologischen
Organisation hinweg“, so Manfred Gahr, Direktor am Standort Seewiesen.

Campus Martinsried als Leuchtturm europäischer Forschung

Der moderne und gleichzeitig naturnahe Standort in Seewiesen im Landkreis
Starnberg wird im Rahmen des Forschungsauftrags des neuen Instituts
erhalten und zum Zentrum für Feldforschung umstrukturiert. Zeitgleich
bildet in Martinsried das MPI für biologische Intelligenz zusammen mit dem
benachbarten MPI für Biochemie die beiden Säulen des neuen Life Science
Campus. Die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) plant, die Grundlagenforschung
in Martinsried zum Flaggschiff über Deutschland und Europa hinaus
auszubauen und weiter zu entwickeln. Von Seiten der Politik gab es bereits
am 29. April 2021 grünes Licht, als Ministerpräsident Markus Söder und MPG
Präsident Martin Stratmann eine Absichtserklärung unterzeichneten, die
eine Förderung über 500 Mio. Euro durch den Freistaat Bayern vorsieht.
„Wir wollen diese 'Innovationspipeline' erhalten und stärken“, bekräftigte
der bayerische Ministerpräsident. Weitere Informationen zu diesem Termin
finden Sie in der Pressemitteilung der MPG (siehe Link unten).

Ausblick auf eine spannende Zeit

Wie die Vorgängerinstitute wird das neue Institut vom Direktorenkollegium
geleitet, die sich in der Geschäftsführung abwechseln. Wie seine Kollegen
sieht der erste Geschäftsführende Direktor des Instituts, Tobias
Bonhoeffer, auch das bauliche Vorhaben als große Chance für die
Wissenschaftsgemeinschaft: „Aufgrund der veralteten Gebäude und den
aktuellen Anforderungen muss in Martinsried neu gebaut werden. Dabei ist
uns wichtig, dass der neue Campus mit unseren Werten vereinbar ist. Für
uns ist deswegen selbstverständlich, dass möglichst klimaneutral gebaut
wird.“ Das Großprojekt im Münchner Südwesten wird voraussichtlich bis 2030
andauern. „Bis dahin werden viele Mitarbeitende aus Martinsried sicher
schon einige Zeit in Seewiesen verbracht haben und andersherum“, sagt
Tobias Bonhoeffer. „Wir freuen uns auf die enge Zusammenarbeit mit den
Kolleginnen und Kollegen. Dieser Zusammenschluss ist eine einmalige Chance
zum richtigen Zeitpunkt.“

Über die Institute

Das neue Max-Planck-Institut für biologische Intelligenz, in Gründung -
Das Institut ist zum 1. Januar 2022 aus dem MPI für Ornithologie und dem
MPI für Neurobiologie hervorgegangen, die in einzelnen Bereichen rechtlich
noch ein Jahr weiterbestehen werden. Gemeinsam widmen sich die rund 490
Mitarbeitenden aus 53 Nationen der Erforschung der biologischen
Intelligenz – der durch Evolution entstandenen Fähigkeit tierischer
Organismen, mit einer sich ständig veränderten Umwelt umzugehen und immer
neue Lösungen für Probleme zu finden. Die Forschung findet an den beiden
Institutsstandorten in Martinsried und Seewiesen, sowie an
unterschiedlichen Orten bei Freilandforschung statt. (www.bi.mpg.de)

Das Max-Planck-Institut für Neurobiologie - Aufbauend auf einer
erfolgreichen Geschichte vor allem in den molekularen und zellulären
Neurowissenschaften, hat sich das MPI für Neurobiologie in den vergangenen
zwei Jahrzehnten international zu einem der führenden Zentren zur
Erforschung neuronaler Schaltkreise entwickelt. Wichtige methodische
Innovationen wie optische Bildgebung und Optogenetik, Connectomics und
Einzelzellsequenzierung, Anwendung von maschinellem Lernen auf biologische
Datensätze und Virtual-Reality-Verhaltenstests haben dazu beigetragen,
neuronale Strukturen immer besser im Zusammenhang mit der Funktion im
Nervensystem und dem Verhalten des Organismus zu verstehen.

Das Max-Planck-Institut für Ornithologie - Das Institut ist weltweit dafür
bekannt, Feldstudien und laborgestützte Ansätze zur Verhaltensforschung zu
vereinen. Das Institut entstand aus dem Max-Planck-Institut für
Verhaltensphysiologie, das Anfang der 1950er Jahre dem aufkeimenden Gebiet
der Ethologie eine Heimat gab und an dem der spätere Nobelpreisträger
Konrad Lorenz forschte. Heute wie damals leisten die Forschenden am
Institut Pionierarbeit unter anderem in den Bereichen Neuroethologie,
Verhaltensökologie oder Evolutionärer Genetik. Wichtige Innovationen des
Instituts sind die Entwicklung verschiedener telemetrischer Methoden, die
eine weitgehend ungestörte Erfassung des Verhaltens von Tieren in ihrem
natürlichen Lebensraum ermöglichen. Durch die Miniaturisierung von
Funksendern zur Aufnahme von Gesangs- und Gehirnaktivität gelang es
erstmals, detaillierte neuroethologische Studien im Freiland
durchzuführen.

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