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Zoologie: Vom Kabinett zum Institut

Die Boveri-Familie vorn in der Mitte, umringt von Institutsangehörigen, vermutlich 1908. Bemerkenswert ist der hohe Frauenanteil, bedingt durch Gastwissenschaftlerinnen aus den USA.   Universitätsbibliothek Würzburg
Die Boveri-Familie vorn in der Mitte, umringt von Institutsangehörigen, vermutlich 1908. Bemerkenswert ist der hohe Frauenanteil, bedingt durch Gastwissenschaftlerinnen aus den USA. Universitätsbibliothek Würzburg

Die Geschichte der Würzburger Zoologie wird immer besser aufgearbeitet.
Das ist dem früheren Lehrstuhlinhaber Ulrich Scheer zu verdanken.

„Eines meiner langgehegten Projekte für den Ruhestand war, eine
ausführliche Geschichte der Würzburger Zoologie zusammenzustellen.“ Das
sagt Professor Ulrich Scheer, der 21 Jahre lang den Lehrstuhl für Zoologie
I (Zell- und Entwicklungsbiologie) der Universität Würzburg geleitet hat.
Schon in seiner Zeit als Hochschullehrer hat er sich immer wieder mit der
Historie seines Fachs befasst. Als er 2007 in den Ruhestand ging, konnte
er diese Arbeit intensivieren.

Nun präsentiert er auf den Webseiten des Lehrstuhls den ersten Teil seines
Werks: Es behandelt die Geschichte der Würzburger Zoologie von Bonavita
Blank (1740-1827) und seinem Naturalienkabinett bis zum Wiederaufbau des
zoologischen Instituts nach der Zerstörung im März 1945
(https://www.biozentrum.uni-wuerzburg.de/zeb/team/history/).

Bezüge zur Gegenwart hergestellt

„Ich habe mich dabei bemüht, nicht nur die verschiedenen Zoologie-
Professoren und ihre wissenschaftliche Arbeit zu beschreiben, sondern auch
Bezüge zur Gegenwart herzustellen“, so Ulrich Scheer.

Unter anderem weist der emeritierte Professor auf drei Objekte hin, die
heute im universitätseigenen Martin von Wagner Museum zu sehen sind und
die in direkter Verbindung zu Bonavita Blank stehen, dem „Gründervater“
der Würzburger Zoologie. Blank wurde 1792 von Fürstbischof Franz Ludwig
von Erthal zum Professor für Naturgeschichte und Philosophie an der
Universität ernannt.

•       Eines der Objekte ist das einzige noch erhaltene Federbild von
Blank. Es zeigt ein Porträt des bayerischen Königs Maximilian I., umrahmt
von einem bunten Blütenkranz. Das ganze Bild ist aus Federn hergestellt.

•       Dann gibt es ein prächtiges Holzwappen des Universitätsgründers
Julius Echter von Mespelbrunn, das vermutlich am Eingang zu Blanks
Naturalienkabinett in der Alten Universität hing.

•       Schließlich existiert ein Ölgemälde von Johann Christoph Fesel mit
dem Porträt von Bonavita Blank, das um 1790/95 gemalt wurde.

Ignaz Döllinger und Carl Semper

Blanks Nachfolger kümmerten sich vor allem um den Ausbau und das Ordnen
des Naturalienkabinetts. Doch zu Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelte
sich in der Medizin eine experimentelle Naturforschung mit dem Ziel, „das
natürliche Leben in seinem ganzen Umfange darzustellen“. So beschrieb es
Ignaz Döllinger, der von 1803 bis 1823 Professor für allgemeine Anatomie
und Physiologie war.

Unter Döllingers Anleitung führte Christian Pander bahnbrechende
Untersuchungen über die Embryonalentwicklung des Hühnchens durch, die in
die Wissenschaftsgeschichte eingegangen sind. Wenig bekannt dürfte sein,
dass die Experimente dazu in Sickershausen bei Kitzingen durchgeführt
wurden. Eine Gedenktafel erinnert dort daran.

Erst unter Carl Semper, der von 1869 bis 1893 die Zoologie leitete, löste
sich das Fach von seiner musealen Vergangenheit. Semper gab der Zoologie
eine moderne vergleichend-anatomische und entwicklungsbiologische
Ausrichtung. Ihm gelang die Emanzipation von der Medizin. Das zoologische
Kabinett wurde zu einem Institut aufgewertet, das 1889 in ein neues
Gebäude am Pleicherring (jetzt Röntgenring) einzog. Dem kämpferischen
Semper widmet Scheer ein eigenes Kapitel.

Theodor Boveri und Marcella O‘Grady

Im Foyer des Biozentrums erinnert eine Bronzebüste an Theodor Boveri, den
Begründer der experimentellen Zellforschung und der Chromosomentheorie der
Vererbung. Die Büste wurde von Boveris Freund Wilhelm Conrad Röntgen 1920
bei dem Münchener Bildhauer Adolf Hildebrand in Auftrag gegeben.

Während über die wissenschaftliche Bedeutung Boveris schon viel
geschrieben wurde, ist über seine Frau Marcella, geborene O‘Grady,
wesentlich weniger bekannt.

Als „full professor“ und Leiterin des Biologie-Departments am Vassar
College in den USA wurde ihr 1896 ein bezahltes Sabbatical bewilligt, das
sie als Gastwissenschaftlerin an Boveris Institut führte. Nach ihrer
Heirat begleitete sie ihren Mann bei allen Forschungsaufenthalten an der
Zoologischen Station in Neapel. Sie war aktiv an den bahnbrechenden
Experimenten zur Seeigel-Entwicklung beteiligt, wie jüngst aufgefundene
mikroskopische Präparate dokumentieren.

„Warum Marcella nie als Co-Autorin auftrat, können wir aus heutiger Sicht
nicht nachvollziehen“, bedauert Scheer. Immerhin dankte ihr Mann in seinen
Publikationen mehrmals seiner „lieben Frau für die sachkundige Mitarbeit“.
Den ungewöhnlichen Lebensgang Marcella Boveris und ihre wichtige Rolle für
das Frauenstudium an der JMU stellt Scheer ebenfalls in einem eigenen
Kapitel dar.

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Hilfstransport hat Ukraine erreicht - Malteser versorgen Flüchtlinge Trotz Kämpfen arbeiten die Kolleginnen und Kollegen vor Ort weiter

In der Stadt Ivano-Frankivsk haben die Malteser damit begonnen, Geflüchtete mit Zelten, Feldbetten, Decken und Lebensmitteln zu versorgen. Die aus Deutschland am Donnerstag, 24.2., entsendeten Hilfsgüter sind am Samstag vor Ort eingetroffen und kommen direkt zum Einsatz. Außerdem werden die Geflüchteten medizinisch und psychologisch betreut.

„Unsere Malteser-Kolleginnen und Kollegen in der Ukraine gehen wie so viele Menschen dort gerade psychisch und physisch an ihre Belastungsgrenze. Sie machen sich Sorgen um die Sicherheit ihrer Familien und um ihr Land, aber der Wunsch und die Entschlossenheit, anderen Menschen gerade in dieser Situation zu helfen, ist groß. Im Osten des Landes haben die Malteser ihre Arbeit der psychosozialen Betreuung teilweise wieder aufgenommen, aus Sicherheitsgründen geschieht dies online. Diese Hingabe beeindruckt mich sehr und wir versuchen, die Kolleginnen und Kollegen so gut es geht bei ihrer Arbeit zu unterstützen“, sagt Oliver Hochedez, Leiter der Nothilfeabteilung von Malteser International.

„Die Malteserverbände in den ukrainischen Anrainerstatten, wie zum Beispiel Polen, Rumänien oder Ungarn haben ihre Mitarbeitenden bereits an die Grenzen entsandt und leisten dort Hilfe für die Geflüchteten aus der Ukraine. Sie verteilen Lebensmittel, Wasser und leisten medizinische Hilfe. Malteser International wird hier jetzt unterstützen und das liefern, was vor Ort am meisten benötigt wird: medizinisches Verbrauchsmaterial, Hygieneartikel und Trinkwasser. Es werden Millionen Menschen erwartet, die vor diesem Krieg fliehen und wir Malteser werden dazu beizutragen, ihnen bestmöglich zur Seite zu stehen“, sagt Clemens Graf von Mirbach-Harff, Generalsekretär von Malteser International.

Die Malteser sind seit den 90er Jahren in der Ukraine aktiv. In enger Zusammenarbeit zwischen Malteser International, ukrainischen und deutschen Maltesern, leistet die Hilfsorganisation psychosoziale Unterstützung für Vertriebene, und unterstützt Geflüchtete sowie arme, benachteiligte Menschen mit warmen Mahlzeiten in ihren Suppenküchen.

Malteser International ist das weltweite Hilfswerk des Souveränen Malteserordens für humanitäre Hilfe. Die Organisation leistet in rund 100 Projekten in 30 Ländern Hilfe für Menschen in Not, unabhängig von deren Religion, Herkunft oder politischer Überzeugung. Die christlichen Werte und die humanitären Prinzipien der Unparteilichkeit und Unabhängigkeit bilden die Grundlage der Arbeit. Weitere Informationen: www.malteser-international.org 

 

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Starke Kooperation von Universität in Koblenz, Hochschule Koblenz und Bundesanstalt für Gewässerkunde vereinbart

Die Universität Koblenz-Landau, die Hochschule Koblenz und die
Bundesanstalt für Gewässerkunde wollen noch enger im Bereich Wasser
zusammenarbeiten. Dazu schlossen die drei Einrichtungen nun ein
Kooperationsabkommen.

In diesem Kooperationsabkommen vereinbaren die drei Institutionen eine
engere Zusammenarbeit auf verschiedenen wissenschaftlichen Gebieten. Mit
dem Abkommen sollen unter anderem der freie Austausch von Erkenntnissen
sowie Daten gefördert und gemeinsame wissenschaftliche Projekte
unterstützt werden. Studierende und Mitarbeitende der drei Einrichtungen
profitieren unmittelbar: So wollen die drei Einrichtungen zukünftig
vermehrt gemeinsame Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten ermöglichen und
den Zugang zu den jeweiligen Bibliotheken vereinfachen. Die
Kooperationsvereinbarung beinhaltet zudem die gegenseitige Nutzung von
Groß- und Laborgeräten.

Neuer Studiengang „Gewässerkunde und Wasserwirtschaft“

Herzstück der Kooperation sind Vereinbarungen, die Lehrangebote für
gemeinsame Studiengänge ermöglichen. Die Planungen für einen von der
Universität in Koblenz, Hochschule Koblenz und der Bundesanstalt für
Gewässerkunde getragenen Bachelor- sowie Master-Studiengang sind bereits
weit fortgeschritten. Der Studiengang „Gewässerkunde und Wasserwirtschaft“
soll voraussichtlich im Wintersemester 2023/2024 starten.

Der Studiengang beinhaltet aktuelle Themen: Der Klimawandel, der Eintrag
von Spurenstoffen in Gewässer, eine alternde Wasserverkehrs-Infrastruktur
und veränderte gesellschaftliche Ansprüche stellen die Gewässer-Ökosysteme
überall und die Wasserstraßen vor große Herausforderungen. Zur Bewältigung
und Lösung der drängenden Aufgaben wird eine neue Generation
interdisziplinär ausgebildeter Wasser-Expert/-innen benötigt. Der
Koblenzer Wasserstudiengang ist durch die Beteiligung der Bundesanstalt
für Gewässerkunde, einer Ressortforschungseinrichtung des Bundes, etwas
Besonderes und kombiniert die Wasser-Expertise der drei beteiligten
Einrichtungen.

„Der neue Studiengang erweitert das attraktive Studien-Angebot der
Universität in Koblenz um ein innovatives, zukunftsweisendes Fach mit
exzellenten beruflichen Perspektiven. Unsere Kooperation stellt eine
Bereicherung für die im Bereich Wasser Forschenden, die Studierenden sowie
Absolventen der Gewässerkunde und Wasserwirtschaft dar. Darüber hinaus
bilden wir Fachkräfte aus, die dem Klimawandel entgegenwirken können“,
betont Prof. Dr. Stefan Wehner, Vizepräsident für Koblenz der Universität
Koblenz-Landau.

„Die Kooperation ist eine großartige Möglichkeit, den
Wissenschaftsstandort Koblenz im Bereich der Hydrologie, der Gewässerkunde
und Wasserwirtschaft zu positionieren und die fachliche Expertise der drei
Einrichtungen zu bündeln“, erklärt der scheidende Präsident der Hochschule
Koblenz, Prof. Dr. Kristian Bosselmann-Cyran.

„Wir engagieren uns seit Jahren mit zwei Professuren in der Lehre der
Universität Koblenz-Landau und haben ausgezeichnete Erfahrungen mit in
unserem Haus betreuten Absolventen gesammelt. Durch die Kooperation bauen
wir zudem unsere Beratungskompetenz rund um die Bundeswasserstraßen weiter
aus. Der geplante Studiengang ist eine große Chance für uns, hervorragend
ausgebildete Fachkräfte zu gewinnen", sagt die Leiterin der BfG,
Direktorin und Professorin Dr. Birgit Esser.

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Vortrag des Soziologen Prof. Dr. Qu Jingdong - Online-Veranstaltung am 26. Februar

Der Soziologe Prof. Dr. Qu Jingdong von der Peking-Universität hält am 26.
Februar um 12 Uhr einen Online-Vortrag über die Soziologie als
Zivilisationswissenschaft; er spricht vor dem Hintergrund der
Modernisierungserfahrung der Volksrepublik China. In seinem Vortrag
„Sociology as Civilization Studies“ erörtert der Wissenschaftler Impulse
und Erkenntnisse, die sich aus der chinesischen Modernisierungserfahrung
für die soziologische Forschung ableiten lassen, und beleuchtet die Rolle
und Entwicklung der Soziologie in der chinesischen Geistesgeschichte.

Weiterführend wird diskutiert, wie soziologische Forschung für die
Bewältigung gegenwärtiger globaler Fragen einen Beitrag leisten kann. Die
Veranstaltung ist Teil der digitalen Vortragsreihe „Chinese Perspectives:
China and the World through the Eyes of Scholars“, organisiert vom
Konfuzius-Institut an der Freien Universität Berlin und dem Konfuzius-
Institut Metropole Ruhr. Die Vorlesung wird auf Chinesisch gehalten und
auf Englisch übersetzt. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist
erforderlich. Weitere Informationen unter: www.konfuziusinstitut-berlin.de

In der digitalen Vortragsreihe „Chinese Perspectives: China and the World
through the Eyes of Scholars“ stellen führende chinesische
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Positionen zu aktuellen
Fragen und Entwicklungen in China und der Welt vor. Durch Vorträge und die
Möglichkeit zur Diskussion ist es das Ziel der Initiatorinnen und
Initiatoren, in einen internationalen Dialog zu treten und
wissenschaftliche Perspektiven aus China für die europäische öffentliche
Debatte zugänglich zu machen.

Qu Jingdong ist Professor für Soziologie und Associate Dean des Institute
for Advanced Humanistic Studies der Peking-Universität. Er ist Mitglied
des Rates der Chinesischen Gesellschaft für Soziologie, Mitglied des
Technical Qualification Evaluation Committee des Fachbereichs Sozial- und
Rechtswissenschaften der Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften,
Mitglied des akademischen Komitees des Institute for Advanced Study in
Humanities and Social Sciences der Zhejiang-Universität, Adjunct Professor
der School of Education der Peking-Universität und akademisches Mitglied
des German Studies Center der Peking-Universität. Seine Forschungsarbeiten
befassen sich hauptsächlich mit der Geschichte der westlichen Soziologie,
der Geschichte der chinesischen Soziologie, Organisationssoziologie und
Sozialstrukturforschung.
Die Vortragsreihe „Chinese Perspectives: China and the World through the
Eyes of Scholars“ wird gemeinsam vom Konfuzius-Institut an der Freien
Universität Berlin und dem Konfuzius-Institut Metropole Ruhr organisiert
und in Kooperation mit dem Konfuzius-Institut an der Sapienza Università
di Roma, dem Konfuzius-Institut an der Università degli Studi di Milano
und dem Konfuzius-Institut an der Università Cattolica, Mailand,
präsentiert.

Weitere Informationen
Zeit und Ort der Online-Veranstaltung
•       Samstag, 26. Februar 2022, 12 Uhr
•       Anmeldung und weitere Informationen: https://www
.konfuziusinstitut-berlin.de/veranstaltungen/digital-lecture-series-
chinese-perspectives-china-and-the-world-through-the-eyes-of-scholars/

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