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Das Gestein des Jahres 2022 ist: Gips

Gipsstein, Steinbruch Berneburg bei Sontra, Hessen  Diether Gräf
Gipsstein, Steinbruch Berneburg bei Sontra, Hessen Diether Gräf

Gips, der allbekannte Werkstoff (Arm im Gips, Gipsfiguren, Spachtelmasse,
Wandplatten), ist ein in der Natur vorkommendes Mineral und zugleich ein
Gestein. Der wertvolle Stoff hat dabei eine spannende
Entstehungsgeschichte und besitzt höchst eindrucksvolle Fähigkeiten.
Einige der natürlichen Fundstellen von Gips sind außerordentlich
faszinierend. Dieses Gestein wird 2022 als Gestein des Jahres gefeiert.

Gips kennen wir alle: als Gipsverband bei einem gebrochenen Bein oder Arm,
als Gipskartonplatte oder als Spachtelmasse beim Bau. Der Werkstoff Gips
spielt darüber hinaus eine große Rolle bei der Erstellung von Formen aller
Art in Kunst, Technik oder (Zahn-)Medizin. Als Baustoff wird Gips
tatsächlich schon seit Jahrtausenden genutzt. In der türkischen
Ausgrabungsstätte Çatalhöyük, einer der ältesten Städte der Erde, wurden
Gipsputze mit einem Alter von 9000 Jahren gefunden. Weniger bekannt ist in
der Regel, was Gips eigentlich ist, wo Gips herkommt und wie Gips für die
beschriebenen Anwendungen gewonnen bzw. hergestellt wird.
Um den Gipsstein, seine Geologie, seine besonderen Eigenschaften,
Verwendung, Entstehung und Gewinnung der deutschen Öffentlichkeit
nahezubringen, wurde Gips als Gestein des Jahres für 2022 ausgewählt. Die
Initiative „Gestein des Jahres“ besteht seit 2007, Träger ist der
Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler (BDG) in Zusammenarbeit mit
anderen geowissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland. Ein Jahr lang
wird jetzt mit Veranstaltungen und Publikationen das Gestein zum Thema
gemacht.
Gips ist ein Mineral, mit der chemischen Formel Ca[SO4] · 2H2O. Es kommt
in der Natur auch als – monomineralisches – Gestein vor, wobei man zur
korrekten Unterscheidung vom Mineral Gips bei dem Gestein korrekterweise
von ‚Gipsstein‘ sprechen sollte. Gipsstein ist feinkörnig und massig,
häufig weiß, gelegentlich braun-grau.
Gips ist ein Eindampfungsgestein (Evaporit); Gips entsteht in tropischen
Flachmeeren bei der Verdunstung unter trockenen Klimabedingungen durch
Ausfällung und Ablagerung des gelösten Gesteins. Dieser Prozess hat in der
Erdgeschichte seit mindestens 250 Millionen Jahren mehrfach stattgefunden,
so dass Gips heute in Deutschland (aber auch anderswo) an verschiedenen
Stellen und in verschiedenen geologischen Formationen vorkommt.
Gips wird in Deutschland in 62 Steinbrüchen und neun untertägigen
Bergwerken gefördert, vor allem in Württemberg, im westlichen Franken und
am Harzrand. Rund ein Drittel bis die Hälfte des in Deutschland
verarbeiteten Gipses hat jedoch eine gänzlich andere Herkunft: Dieser
stammt aus Rauchgasentschwefelungsanlagen (REA) der Kohlekraftwerke, wo er
aus der Reaktion des Schwefels im Rauchgas mit Kalkstein entsteht. In dem
Maße, wie die Kohlenutzung in Zukunft zurückgefahren wird, wird dieser
REA-Gips künftig als Rohstoff fehlen und der Abbau von Naturgips erhöht
werden müssen. Daraus entsteht ein Konflikt zwischen Natur- und
Landschaftsschutz einerseits und der Gipsgewinnung andererseits,
insbesondere in wertvollen Gipskarst-Landschaften, wo sich Biotope
besonderer Schönheit herausgebildet haben.
Wenn Gipslagerstätten durch Bewegungen in der Erdkruste in die Tiefe
verlagert werden, wird aus dem Gips das Kristallwasser verdrängt und es
entsteht das Schwestergestein des Gipses, der Anhydrit (CaSO4 ohne H20).
Wie beim Gips gibt es auch beim Anhydrit aufgrund der Löslichkeit des
Gesteins Verkarstung. In einer Anhydritschicht am thüringischen
Kyffhäusergebirge ist auf diese Weise die Barbarossahöhle entstanden, in
der das Gestein nicht (wie in Kalkhöhlen) in Tropfsteinen von der Decke
hängt, sondern in großen parallelen Lappen die Wände ziert – sicherlich
einer der eindrucksvollsten Gips-Orte in Deutschland. Noch spektakulärer
sind die Höhlen im Grubenrevier Naica in Mexiko, vor allem die „Cueva de
los Cristales“ („Höhle der Kristalle“): Hier sind in einem Erzbergwerk
gewaltige Kristalle aus der Gipsvarietät Selenit entstanden, die bis zu 14
Meter lang sind und 50 Tonnen wiegen – die größten Kristalle der Erde. Die
Höhle ist extrem lebensfeindlich, die Temperaturen liegen bei rund 50 Grad
Celsius, die Luftfeuchtigkeit erreicht Werte von 99 Prozent. Menschen
können hier nur in gekühlten Spezialanzügen und mit künstlicher
Trockenluftzufuhr arbeiten, sonst droht ihnen innerhalb von Minuten der
Tod.
Das Jahr des Gipses (und des Anhydrits) wird darüber hinaus weitere
Einsatzbereiche des facettenreichen Gesteins thematisieren; sie reichen
von der Nutzung in der Pharmaindustrie und der Herstellung von
Düngemitteln, Farben, Papier, Kunststoffen und Kosmetikprodukten bis zum
Nahrungsmittelzusatz E 516 zur Säureregulierung und Festigung.

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Online: Tag der offenen Tür an der HFF München am 22. Januar 2022 von 9.15 Uhr bis 18.00 Uhr

Tag der offenen Tür 2022 an der HFF München zum zweiten Mal online / Einen
ganzen Tag lang gibt es Vorstellungen aller Abteilungen der Münchner
Filmhochschule / Bewerbungsstudiengänge: Regie (dokumentarisch und
fiktional), Produktion, Drehbuch, Kamera, VFX & Montage / Zusätzlich
Studienberatung durch HFF-Mitarbeiter*innen und Student*innen /
90minütiges Kurzfilmprogramm im Anschluss an die Veranstaltung / Alle
Angebote sind kostenlos und über Video-Meetings frei zugänglich / Programm
und Links unter www.hff-muc.de

München, 14. Januar 2022 – Am 22. Januar 2022 ist Tag der offenen Tür an
der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München, an der u.a. auch die
Oscar®-Preisträger*innen Caroline Link und Florian Henckel von
Donnersmarck studiert haben, ebenso wie Maren Ade (TONI ERDMANN), Baran Bo
Odar, Jantje Friese (beide sind Showrunner der Serien DARK und 1899),
Kameramann Markus Foerderer (RED NOTICE) oder Peter Thorwarth und
Christian Becker (BLOOD RED SKY).

Der Tag findet zum zweiten Mal online statt. Alle, die davon träumen, die
Filme und Serien der Zukunft zu machen, können sich von 9.15 bis 18.00 Uhr
zum gesamten Studienangebot der HFF München informieren. Das Programm
reicht von Live-Video-Vorträgen mit der Möglichkeit für Fragen und
Austausch über Studienberatung von HFF-Mitarbeiter*innen und Student*innen
bis zu einem 90minütigem Kurzfilmprogramm am Nachmittag. Begleitend gibt
es kurze Video-Porträts aller HFF-Abteilungen und Tipps erfolgreicher
Alumni*ae auf den Social-Media-Kanälen der HFF München. Die Teilnahme am
gesamten Online-Programm ist kostenlos. Alle Informationen zum Ablauf
sowie Links zur Online-Teilnahme gibt es unter www.hff-muc.de.

HFF München Tag der offenen Tür 2022 Online mit Informationen zum gesamten
Studienangebot

Um 9.15 Uhr eröffnet HFF-Präsidentin Prof. Bettina Reitz den virtuellen
Tag der offenen Tür. Danach gibt es online Informationen zu allen
Bewerbungsstudiengängen: Kino- und Fernsehfilm, Dokumentarfilm und
Fernsehpublizistik, Produktion und Medienwirtschaft, Drehbuch,
Bildgestaltung/ Kinematografie und seit dem Wintersemester 2020/21 auch
Bildgestaltung/VFX und Montage (wahlweise als Schwerpunkt am Lehrstuhl
Kino- und Fernsehfilm oder Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik). Und
auch das erweiterte Studienangebot kann komplett online erlebt werden,
darunter Serielles Erzählen, Bewegtbildjournalismus, Creative Writing
sowie die Basis-Fächer Medienwissenschaft und Technik.

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Klassik & Inspiration» Arabella Steinbacher, Daniel Dodds & Festival Strings Lucerne, KKL Luzern, 20. Dezember 2021, besucht von Léonard Wüst

Arabella Steinbacher zelebriert Mozart im KKL-Konzertsaal Foto FSL
Arabella Steinbacher zelebriert Mozart im KKL-Konzertsaal Foto FSL

Besetzung und Programm:
Arabella Steinbacher – Violine
Daniel Dodds – Violine & Leitung
Festival Strings Lucerne

O. Respighi Antiche Danze ed arie per liuto. Suite Nr. 3 für Streichorchester
W. A. Mozart Violinkonzert Nr. 2 D-Dur KV 211
W. A. Mozart Adagio für Violine und Orchester E-Dur KV 261
W. A. Mozart Rondo für Violine und Orchester C-Dur KV 373
S. Prokofjew Symphonie classique D-Dur op. 25

Respighi Antiche Danze ed arie per liuto. Suite Nr. 3 für Streichorchester

Daniel Dodds – Violine & Leitung
Daniel Dodds – Violine & Leitung

„Alte Tänze und Weisen für Laute“) ist der Titel einer Reihe von Orchestersuiten. In dem neoklassizistischen Werk greift der Komponist auf Übertragungen von Lauten- und Gitarrentabulaturen des 16. und 17. Jahrhunderts zurück, die der italienische Musikwissenschaftler Oscar Chilesotti (1848–1916) editiert hatte, und arrangierte sie für modernes Instrumentarium. Ein relativ unspektakulärer Auftakt ins Konzert, kennt man Respighis Werke doch sonst eher etwas lebhafter, an mozartsche Virtuosität angelehnt, aber eine ideale Komposition, um «in die Gänge zu kommen».

A. Mozart Violinkonzert Nr. 2 D-Dur KV 211

Festival Strings Lucerne
Festival Strings Lucerne

Dafür gesellten sich jetzt noch vier Bläser*innen dazu, 2 Hörner und  2 Oboen. Von Wolfgang Amadeus Mozart sind fünf Violinkonzerte überliefert, die als authentisch gelten (KV 207, KV 211, KV 216, KV 218, KV 219). Bei zwei anderen (KV 268 und KV 271i) ist unsicher, ob sie aus Mozarts Feder stammen. Das “kleine” D-Dur-Violinkonzert Mozarts, , welches 1775 entstanden  ist, muss sich keineswegs hinter seinem “größeren Bruder” (KV 218) verstecken. Es ist violintechnisch durchaus anspruchsvoll und ein musikalisches Meisterwerk ersten Ranges. Das Intro mit der typischen Tonabfolge ta ta tatata, das Leitmotiv, das in verschiedenen Registern immer wieder auftaucht und sich bis zum Schluss durchzieht, im Finale gar noch verstärkt wird, ist wohl den meisten Konzertgängern vertraut und entführt in die Salons des damaligen Bürgertums. Die Solovioline erhebt sich leicht, aber leuchtend über dem sie sanft tragenden Kang Teppich des Tutti Ensembles, dies ohne die damals übliche Effekthascherei «à la française». Beim Rondo als Finalsatz mit perfekten Formpropositionen, wird das Thema zwischen der Solistin und dem Orchester hin – und hergereicht, während es in variablem Tonfall und wechselndem Gestus variiert ausgespielt wird. Dass die Solistin sich auf Weltklasseniveau bewegt ist unbestritten, dass sie dies tun konnte, ist auch dem kongenialen mitspielen der sie begleitend unterstützenden Festival Strings zuzuschreiben.

A. Mozart Adagio für Violine und Orchester E-Dur KV 261

Arabella Steinbacher Solistin Violine
Arabella Steinbacher Solistin Violine

Dafür kamen anstelle der 2 Oboen nun 2 Querflöten dazu. Mozart komponierte drei Einzelsätze für Violine und Orchester (Adagio KV 261, Rondo KV 269, Rondo KV 373). Einem Brief von Vater Leopold Mozart ist zu entnehmen, dass Mozart diesen Satz für den Salzburger Geiger Antonio Brunetti 1776 nachgeliefert hatte, weil diesem der ursprüngliche Mittelsatz „zu studiert war». So  kommt er dann auch weniger akademisch, vielmehr schalkhaft und im lombardischen Rhythmus daher. Arabella Steinbacher und die sie begleitenden Strings behielten daher bei der Ausführung ein Augenzwinkern bei, intonierten luftig leicht, ohne den nötigen Ernst ausser Acht zu lassen. Die Solistin bestach bei den Solopassagen mit ihrer stupenden Technik, ohne im Geringsten je angestrengt zu wirken. Sensationell das extrem feinfühlige Tremolo gegen Ende des Stückes. Dementsprechend würdigte das Publikum die Protagonisten mit reichlich Applaus

A. Mozart Rondo für Violine und Orchester C-Dur KV 373

Arabella Steinbacher Foto Fabrice Umiglia
Arabella Steinbacher Foto Fabrice Umiglia

Orchesterbesetzung: 1. und 2. Violinen, Viola, Violoncello, Bass, 2 Oboen, 2 Hörner Dieses Stück schrieb Mozart für den italienischen Geiger Antonio Brunetti. In dem Rondo in C-Dur KV 373 trifft der Hofmusiker Mozart auf den freien Künstler – musikalisch gespiegelt an der Reibung des wohlgeordneten Orchesters mit den Ausbrüchen der Solo-Violine. Dieses Werk sollte das letzte in Mozarts «Violinkarriere» bleiben, widmete er sich doch fortan nur noch dem Klavier und der Bratsche. Auch hier überzeugten die Ausführenden mit perfekter Ausführung  und spürbar grossem Genuss am Zusammenspiel.

Stabübergabe ans Orchester mittels effektvoller Zugabe

Nach frenetischem Schlussapplaus gewährte  uns die deutsch-japanische Solistin als Zugabe noch Prokofjews Violin Sonata in D Major, Op. 115 als Einstimmung auf die darauffolgende Sinfonie des gleichen Komponisten, wie sie ausführte.

Prokofiev Symphonie classique D-Dur op. 25

Die Festival Strings Lucerne im Konzertsaal des KKL Luzern
Die Festival Strings Lucerne im Konzertsaal des KKL Luzern

Dieses Werk ist eine der amüsantesten Fälschungen der Musikgeschichte. Sergei Prokofjew hat die Musik Haydns bereits auf dem Konservatorium schätzen gelernt. 1916, lange bevor der Begriff “Neoklassizismus” in aller Munde war, fasste er den Entschluss, eine Sinfonie nach der Art Haydns zu komponieren. Das Ergebnis ist tatsächlich eine Sinfonie, die fast wie Haydn klingt – aber eben nur fast. Überall baut Prokofjew kleine Fußangeln ein, plötzliche harmonische Wendungen, falsche Schlüsse, irreguläre Rhythmen. Immer wenn der Hörer sich auf sicherem Terrain fühlt, wird er auf liebenswürdige Weise aufs Glatteis geführt.
Mit “moderner Musik” hat das Ganze nichts zu tun. Prokofjew gab dem Stück den Untertitel “Symphonie classique” – “in der Absicht”, wie er sagte, “die Philister zu ärgern, und außerdem in der heimlichen Hoffnung, letzten Endes zu gewinnen, wenn sich die Sinfonie als wirklich ,klassisch’ erweisen sollte.” Diese Hoffnung hat sich erfüllt: Die “Symphonie classique” ist eines der beliebtesten Werke des 20. Jahrhunderts.

Die Symphonie Nr. 1 D-Dur, die Prokofjew im Sommer in einem Landhaus bei Petrograd beendete und die als «Symphonie classique» in die Musikgeschichte einging, die sie selbst zum Thema hat. Denn Prokofjew wandte sich, inmitten der Aufbruchstimmung seiner Umwelt, der Vergangenheit zu: «Wäre Haydn heute noch am Leben, dachte ich, hätte er sicher seine Art zu komponieren beibehalten und zusätzlich einiges Neue übernommen. In dieser Weise wollte auch ich meine Symphonie schreiben.»

Höfische Tänze faszinierten Prokofjew besonders stark, und so bildete eine Gavotte, die nun an dritter Stelle der Symphonie steht, den Ausgangspunkt für seine Reise in die musikalische Vergangenheit, auf die er aber instrumentationstechnische und rhythmische Finessen aus seiner Gegenwart mitnahm.

Auf diese Weise entstand ein feinsinnig ironisierendes Spiel mit klassischen musikalischen Elementen. Im zweiten Satz etwa werden die Tanzbewegungen eines Menuetts beinahe schon überdeutlich nachgezeichnet. In der Gavotte des dritten Satzes biegt die Melodie mitunter auf Abwege ab. Die Ecksätze wirbeln mit ihrer unbändigen Energie und ihren pfiffigen Melodien (Haydn hätte wohl seine Freude daran gehabt!) den Staub der Vergangenheit auf.

Das Finale war dann noch ein furioser Ritt der Strings durch die Partitur und es erstaunt immer wieder, wie perfekt das Ensemble aufeinander abgestimmt und wie genau das Zusammenspiel funktioniert, obschon es ja nicht ein eigentliches Dirigat gibt, da Daniel Dodds ja mitspielend sitzend, bloss mit Mimik, minimer Gestik mittels Kopf und Augenkontakt führt.

Das Auditorium würdigte diese fulminante Interpretation mit langanhaltendem, stürmischem Applaus, den auch die einzelnen Sektionen noch jeweils separat erhielten, wenn sie durch Daniel Dodds ermuntert wurden, sich für ebendiesen zu erheben. Einmal mehr ein eindrückliches Konzerterlebnis, das uns das im AHV Alter ( Gründungsjahr 1956) angekommene Ensemble vor praktisch ausverkauftem Haus,  geboten hat.

 

Text: www.leonardwuest.ch Fotos:  https://www.fsl.swiss/

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Ein gastronomischer Dauerbrenner – Hausgemacht, analysiert von Herbert Huber

Hausgemachtes Essen und kleine Helfer
Hausgemachtes Essen und kleine Helfer

Was heisst eigentlich «hausgemacht »? Gelten Ravioli von einem Pasta-Produzenten in der Beiz als hausgemacht? Streng genommen eben nicht. Doch davon später. Streng genommen eben nicht. Als ich in den 1950er-Jahren meine Kochlehre bei oft 12-Stunden-Tagen «durchschwitzte », gab es in de Hotelküchen noch keine Fertigprodukte. Fonds, Saucen, Suppen, Pommes frites, Glacen, Desserts waren pure Handarbeit. Und notabene der Stolz eines jeden Küchenchefs.

Wann und wo entstanden die Fertigprodukte

Alles frisch auf den Tisch
Alles frisch auf den Tisch

Eigentlich fanden die Fertigprodukte den Einzug in die Gastronomie über die Haushaltküchen. Da mischten Maggi, Knorr und Co. Kräftig mit. So erinnere ich mich an die Aussage des Gastrokritikers Silvio Rizzi (1930–2003) dass, wenn sich die Fertigprodukte in der Gastronomie einnisten, dies der Untergang der Frischküche und für die Menschen der Anfang einer Gaumenverluderung sei. Ebenso erinnere ich mich, dass vor ungefähr vier Jahren die Idee aufkam, dass sich doch Gastronomen, welche mit Fertigprodukten kochen, auf den Speisekarten «outen» sollten. Ich meinti allerdings das Gegenteil. Dass sich doch Köche, welche nicht mit Fertigprodukten kochen, auf sich aufmerksam machen.

Die Welschen machen’s vor

LabelFaitMaison LogoFR CMJN
LabelFaitMaison LogoFR CMJN

Und siehe da: Aus dem Welschland kommt die Idee eines Labels für Gastronomen, die strikte «Fait Maison» kochen. Wer sich für dieses Label interessiert (es feiert heuer in der Romandie den vierten Geburtstag mit gegen 400 Gaststätten) kriegt Auskunft unter www.labelfaitmaison.ch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Früh übt sich was ein versierter Hausmacher werden will
Früh übt sich was ein versierter Hausmacher werden will

Und nun ist Luzern als Pilotprojekt für die Deutschschweiz gestartet. Dazu meint der Initiator Patrick Grinschgl, Präsident von GastroRegion- Luzern, Folgendes: «Das Label definiert, was als hausgemacht gilt. So müssen zum Beispiel «ungefüllte» Teigwaren nicht selbst gemacht sein, solche mit Füllung hingegen schon.

Anders schaut es bei Pommes aus. Da diese blanchiert sind müssen diese frisch zubereitet werden.

Hausgemachtes Essen bei Einheimischen in St. Petersburg
Hausgemachtes Essen bei Einheimischen in St. Petersburg

Das Label lässt aber auch zu, dass ein Produkt mit einem Stern markiert wird, welcher bedeutet, dass dieses nicht dem Label entspricht. So kann ein Manufaktur-Ravioli-Betrieb als Produzent dienen, muss dann aber auf der Karte erwähnt werden. Keine Abstriche gibt es bei den Saucen. Diese sind die Handschrift des Küchenchefs und müssen von Grund auf frisch hergestellt werden.

Eine Chance für die Zentralschweiz?

Nudelmaschine für selbstgemachte Nudeln
Nudelmaschine für selbstgemachte Nudeln

So bin ich überzeugt, dass auch in der Zentralschweiz der eine oder andere Betrieb für dieses Label prädestiniert ist. Meine persönliche Bemerkung dazu: Convenience Food ist wohl auf dem Vormarsch. Schlecht war und ist diese nie. Es sind Hilfsmittel beim Kochen. Eine hausgemachte Sauce Hollandaise allerdings mundet sicher besser als eine aus dem Beutel. Oder eine nach Grossmutters Rezept hergestellte «Brönnti Creme»? Oder eine Rösti? Gegenfrage: Wie viele Gäste merken das noch? Oder hatte Silvio Rizzi mit der Gaumenverluderung die kulinarische Zukunft auf den Punkt gebracht? So oder so -– seien wir Köche stolz auf Hausgemachtes. Kombiniert mit unseren Naturprodukten. Aufgetischt mit kleinerem Angebot und dadurch mehr Zeit fürs frische Kochen

Text www.herberthuber.ch

Fotos: www.pixelio.de

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