Das Studium folgt dem Blended-Learning-Konzept, welches Seminarveranstaltungen, die zu einem großen Teil online stattfinden, und weitere Werkzeuge eines modernen E-Learning miteinander verbindet. Fotografik: Jacob Müller
Neuer berufsbegleitender Bachelorstudiengang Event- und Online-Marketing der TU Chemnitz, der die sich ändernden Herausforderungen im Eventmanagement in den Fokus rückt, startet am 25. März 2022
An der Technischen Universität Chemnitz startet im aktuellen Wintersemester der neue berufsbegleitende Fernstudiengang Event- und Online-Marketing. Durchgeführt wird dieser Studiengang in Kooperation mit der TUCed, dem An-Institut für Transfer und Weiterbildung der TU Chemnitz. „Mit der grundlegenden inhaltlichen Anpassung und Neuausrichtung des Vorgängerstudiengangs Event- und Messemanagement zum Bachelor Event- und Online-Marketing ist unser Studienprogramm nun passgenau zu den veränderten Anforderungen an Fachkräfte der Veranstaltungsbrache, deren Kompetenzprofil momentan sehr dynamische Veränderungen erfährt“, berichtet Studiengangsleiterin Prof. Dr. Cornelia Zanger. Die Regelstudienzeit des Studiengangs, der mit einem Bachelor of Science abschließt, beträgt acht Semester, wobei das Studienprogramm bei zügigem Studienfortschritt innerhalb von sechs Semestern absolviert werden kann. Der Studiengang vermittelt neben wirtschaftswissenschaftlichen Grundlagen vor allem tiefes Know-how im Eventmanagement und im Online-Marketing. Der Fokus liegt hierbei insbesondere auf der Verknüpfung der beiden Schwerpunkte, da dies mittlerweile eine grundlegende Anforderung in der Praxis darstellt. „Events werden heute live, online und hybrid durchgeführt, weshalb eine enge Verzahnung der analogen und digitalen Welt erforderlich ist. Das muss natürlich auch im Studienprogramm berücksichtigt werden“, so Zanger.
Als Fernstudiengang angelegt, richtet sich der Bachelorstudiengang Event- und Online-Marketing in erster Linie an Berufstätige im Veranstaltungsumfeld. Der Studiengang zielt daher auf den Aufbau von Fähigkeiten zur Anwendung wissenschaftlich-methodischer Kompetenz auf praktische Problemstellungen. „Dies spiegelt sich auch in der Auswahl unserer Dozierenden wider, die sowohl aus der Wissenschaft und Forschung als auch aus der Unternehmenspraxis kommen“, erläutert Zanger. Als grundständiger Bachelorstudiengang richtet sich das Angebot darüber hinaus auch an Studieninteressenten, die in der Veranstaltungsbranche Fuß fassen wollen oder sich in Unternehmen mit Aufgaben des Cross-Media-Managements beschäftigen.
Das Studium folgt dem Blended-Learning-Konzept, welches Seminarveranstaltungen, die zu einem großen Teil online stattfinden, und weitere Werkzeuge eines modernen E-Learning miteinander verbindet. Das Studium startet am 25. März 2022. Interessenten für dieses neue Studienangebot können sich jederzeit über die Fachstudienberatung an der TUCed bewerben.
Kontakt zur Fachstudienberatung: Achim Kießig, Telefon 0371 9094934, E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Blick auf den Jenaer Marktplatz im Jahr 2000, wie er im Projekt Jena4D dargestellt wird. Projekt Jena4D/Uni Jena
Durch die Jenaer Innenstadt spazieren und dabei auf dem Smartphone sehen, wie diese früher aussah? Jena4D macht diese Zeitreise bald möglich. Ein neues Projekt will Bürgerinnen und Bürger für die Stadtgeschichte begeistern und zum Erinnern und Teilen historischer Fotografien einladen. Dabei soll auch eine umfangreiche digitale Wissenssammlung entstehen.
Gerade startet das Projekt Jena4D unter der Leitung von Dr. Andreas Christoph von der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena (ThULB) und Prof. Dr. Sander Münster von der Juniorprofessur für Digital Humanities der Universität Jena. „Wir freuen uns sehr darauf, im Rahmen dieses Projektes und gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt das historische Jena, seine Geschichte und Geschichten digital sichtbar zu machen“, sagt dazu Prof. Münster.
Das einjährige Projekt wird im Rahmen von „dive in“, einem Programm der Kulturstiftung des Bundes für digitale Interaktionen, mit rund 200.000 Euro gefördert. Mit „dive in“ sollen Kulturinstitutionen unterstützt werden, mit innovativen digitalen Dialog- und Austauschformaten auf die aktuelle pandemiebedingte Situation zu reagieren. Dabei sollen innovative Ideen und Formate zur digitalen Vermittlung umgesetzt werden.
Historische Stadtgeschichte für alle
Jena4D erweitert eine bereits bestehende Browseranwendung zur 4D- Darstellung der gesamten Innenstadt und setzt auf die Mitarbeit der Bürgerinnen und Bürger. Historische Fotografien aus Archiven und Museen aber auch vom privaten Dachboden der Bürger und Bürgerinnen werden mit Anekdoten und Geschichten verknüpft. Außerdem können die Teilnehmenden digitale Stadtrundgänge erstellen und mitgestalten.
Dabei entsteht Stück für Stück ein digitales 4D-Geschichtsbuch für Touristinnen und Touristen, Zeitzeugen und kommende Generationen. Alle Interessierten setzen sich mit ihrer Stadtgeschichte auseinander und entwickeln ein kollektives Stadtgedächtnis.
Dafür sind zahlreiche Veranstaltungen geplant, die zur weiteren Auseinandersetzung mit der eigenen Stadtgeschichte einladen. Schülerinnen und Schüler erstellen im Rahmen von Projektwochen Stadtrundgänge für andere Kinder. In einem öffentlichen Wettbewerb teilen die interessierten Stadtbewohner online historische Fotografien und Stadterinnerungen über die Webplattform und auf Social Media.
Die Stadt erleben und lernen
Jena4D macht Stadtgeschichte durch eine Digitalanwendung erlebbar, die nach dem Prinzip von 3D-Spielen intuitiv bedienbar ist. Das Stadtgeschichtsbuch soll unterschiedliche Generationen ansprechen und besonders junge Menschen für Kultur und Geschichte begeistern. “Jena4D ist eine neue Form der aktiven Beteiligung an Digitalisierungsprojekten der ThULB und bietet Möglichkeiten der Partizipation für alle Altersgruppen – im Analogen mit dem Fotohandy vor Ort und über Social Media und Co. auch im Digitalen”, sagt Dr. Andreas Christoph, der die Abteilung Digitales Kultur- und Sammlungsmanagement an der ThULB Jena leitet. Auch andere lokale Kulturinstitutionen werden die Anwendung zur Wissensvermittlung nutzen können. Das Projekt hat nach Auffassung der Beteiligten das Potenzial, auch auf andere Thüringer Städte ausgeweitet zu werden. Warum nicht auch das historische Weimar oder die Landeshauptstadt Erfurt durchstreifen?
Dabei möchte das Projekt die lebendige Stadtgeschichte Jenas nicht nur regional und national, sondern auch international sichtbar machen. Die Inhalte des Projekts werden in offenen Wissensdatenbanken, wie der virtuellen Bibliothek Europeana oder der Time Machine-Organisation zugänglich gemacht. Das stützt den europäischen Gedanken und öffnet den Stadtraum Jena weltweit: „Mit dem 4D-Geschichtsbuch setzt Jena einzigartige Akzente der Teilhabe an Stadtgeschichte und Stadtgeschichten“, sagt Prof. Sander Münster.
Unterstützt wird das Projekt u. a. durch die Time Machine Organisation, die EU S3-Partnerschaft für Virtual and Smart CulturalTourism, die Stadt Jena und die Ostthüringer Zeitung.
Trotz der Coronakrise ist die Arbeitsmarktsituation für Physikerinnen oder Physiker gut: Beginnend im März 2020 zeichnete sich pandemiebedingt zwar zunächst ein leichter Anstieg bei der Zahl der Arbeitslosen ab, der seit März 2021 aber wieder abklingt. Inzwischen ist wieder das Niveau von vor der Covid-19-Pandemie erreicht.
Das zeigt der aktuelle Arbeitsmarktbericht der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG), die Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) und des jüngsten Mikrozensus ausgewertet hat.
Die von der BA für das Jahr 2020 berechnete studienspezifische Arbeitslosenquote für die Fächergruppe „Physik, Statistik, Mathematik“ liegt mit einem Wert von 2,7 Prozent leicht über dem Wert von 2018, der 2,4 Prozent betrug. Ungeachtet des Anstiegs während der Pandemie bedeutet eine derart niedrige Quote volkswirtschaftlich gesehen „Vollbeschäftigung“.
Auch der Rückgang offener Stellen scheint gebremst. Ebenso ist die Zahl der Beschäftigten leicht gestiegen. Die Arbeitsmarktsituation für berufserfahrene Physikerinnen oder Physiker erweist sich damit als unverändert krisenfest.
Anders als in vorangegangenen Jahren stieg die Dauer der Arbeitslosigkeit bei den 25- bis 34-Jährigen allerdings leicht an, was zeigt, dass der Berufseinstig in Zeiten der Pandemie erschwert war.
Im Mikrozensus 2018 gaben insgesamt 117 500 Erwerbstätige an, dass sie einen akademischen Physikabschluss haben. Sie sind in vielen Branchen beschäftigt. Im klassischen „Erwerbsberuf Physiker“ arbeiten hingegen weniger als 20 Prozent. Nur auf dieses knappe Fünftel beziehen sich die Daten der BA.
Physikerinnen oder Physiker sind in zahlreichen Berufen äußerst gefragt; die im Studium gelernten Techniken und Strategien sind für viele Arbeitgeberinnen oder Arbeitgeber interessant. „Egal in welchem Beruf Physikerinnen und Physiker beschäftigt sind, sie alle tragen maßgeblich dazu bei, das Hochtechnologieland Deutschland auch in Zukunft voranzubringen“, sagt DPG-Präsident Lutz Schröter. Prominente Beispiele gibt es viele. Sie reichen von Top-Manager oder -Managerinnen bis hin zur ehemaligen Bundeskanzlerin oder zu Persönlichkeiten aus dem Jornalismus.
Die Deutsche Physikalische Gesellschaft e. V. (DPG), deren Tradition bis in das Jahr 1845 zurückreicht, ist die älteste nationale und mit rund 55.000 Mitgliedern auch mitgliederstärkste physikalische Fachgesellschaft der Welt. Als gemeinnütziger Verein verfolgt sie keine wirtschaftlichen Interessen. Die DPG fördert mit Tagungen, Veranstaltungen und Publikationen den Wissenstransfer innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft und möchte allen Neugierigen ein Fenster zur Physik öffnen. Besondere Schwerpunkte sind die Förderung des naturwissenschaftlichen Nachwuchses und der Chancengleichheit. Sitz der DPG ist Bad Honnef am Rhein. Hauptstadtrepräsentanz ist das Magnus-Haus Berlin. Website: http://www.dpg-physik.de
Eine Kieselalge synthetisiert komplizierte Mehrfachzucker (grün), welche von Bakterien abgebaut werden. S. Vidal-Melgosa
Wer sich für den Klimawandel interessiert, wer verstehen will, wie Algen in Ozeanen Kohlenstoff binden, muss sich mit Zucker beschäftigen. Davon ist Prof. Dr. Jan-Hendrik Hehemann überzeugt. Der Glykobiochemiker und seine Arbeitsgruppe in der U Bremen Research Alliance forschen seit Langem an Mehrfachzuckern, den Polysacchariden – mit bahnbrechenden Ergebnissen.
Jan-Hendrik Hehemann ist ein eher zurückhaltender, seine Worte sorgfältig abwägender Mensch. Doch wenn er von den jüngsten Forschungsergebnissen seiner Arbeitsgruppe spricht, sagt er: „Die sind aufregend, da bin ich richtig stolz drauf.“ Die Forschenden haben in Algen einen Zucker entdeckt, der Kohlenstoff speichert, in die Tiefsee transportiert und dort womöglich lagert. „Viele stellen sich Zuckerverbindungen als einfach verdaubare Energiequellen vor. Jetzt zeigen wir: Es gibt marine Algenzucker, die von Bakterien und anderen Organismen nicht oder nur schwer verdaut werden können, sich anreichern und somit Kohlenstoff binden. Das ist ein Paradigmen-wechsel, das finde ich toll.“
Der 42-Jährige spricht von sulfatiertem Fukan, einem einzelnen Polysaccharid. Mehrfachzuckerverbindungen werden von Algen mittels Fotosynthese gebildet. Wie Pflanzen an Land binden Mikroalgen im Meer den Kohlenstoff aus der Atmosphäre. Der Beitrag der winzigen Einzeller zum Klima ist enorm: sie erzeugen nicht nur die Hälfte unseres Sauerstoffs, sie binden auch gut die Hälfte des vom Menschen freigesetzten Kohlenstoffs und wandeln mehr Kohlendioxid in Biomasse um als die tropischen Regenwälder.
--- „Von einem Großteil des alljährlich von Menschen freigesetzten Kohlendioxids wissen wir nicht, wo es abbleibt.“ ---
Die Lebensspanne der Algen allerdings ist kurz. Attackiert von Bakterien und Enzymen, geben sie den gespeicherten Kohlenstoff in einem ewigen Kreislauf wieder an die Atmosphäre ab. Manche Partikel allerdings widerstehen dem Angriff der Bakterien. Sie schließen sich zusammen, werden dadurch schwer, sinken langsam zum Meeresboden und nehmen den Kohlenstoff mit. Bei dieser biologischen Pumpe spielt Zucker eine wichtige Rolle.
„Von einem Großteil des alljährlich von Menschen freigesetzten Kohlendioxids wissen wir nicht, wo es abbleibt“, erläutert der Grundlagenforscher. „Es wird angenommen, dass viel im Meer verschwindet. Vielleicht tragen die Mehrfachzuckerverbindungen dazu bei, einen Teil dieses Kohlenstoffs zu versenken. Denn wenn Moleküle schwierig abzubauen sind, haben sie ein tolles Potenzial als Kohlenstoffspeicher.“
Hehemann hat sich schon im Leistungskurs Chemie an einer Hamburger Schule mit Zucker beschäftigt. Ein Großteil der Pflanzenmasse besteht aus Zucker, in Mikroalgen sind es manchmal 50 Prozent und mehr. „Mehrfachzucker in Mikroalgen sind komplizierte Moleküle. In ihnen zeigt die Natur ihre Diversität, es gibt die unterschiedlichsten Verbindungen in einer enorm großen Zahl“, erklärt der Wissenschaftler seine Faszination an den Verbindungen. Ein einzelnes Bakterium ist nicht in der Lage, marine Polysaccharide zu verwerten. Sie tun sich zusammen, bilden Teams und nutzen die unterschiedlichsten Enzyme, um die vielen verschiedenen Mehrfachzucker zu verwerten.
Nur folgerichtig war es also, dass sich Hehemann auch in seiner Doktorarbeit an der Université Pierre et Marie Curie in Paris mit zuckerspaltenden Enzymen auseinandersetzte. Es folgten weitere Stationen im Ausland, neun Jahre insgesamt, an der University of Victoria in Kanada und am Massachusetts Institute of Technology. 2015 schließlich zog es ihn nach Bremen. Warum? „Weil hier Menschen, die sowohl an Biochemie als auch an der Meeresforschung interessiert sind, auf hohem Niveau eng und engagiert zusammenarbeiten.“
Der Wissenschaftler übernahm die Leitung der neu gegründeten Brückenarbeitsgruppe „Marine Glykobiologie“, die gemeinsam vom Max-Planck- Institut für Marine Mikrobiologie (MPIMM) und vom MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen betrieben wird. Die beiden Mitglieder der U Bremen Research Alliance arbeiten seit Langem eng zusammen. „Das Max-Planck-Institut hat eine fantastische mikrobiologische Expertise, das MARUM besonders viel Erfahrungen mit großskaligen Prozessen wie der biologischen Kohlenstoffpumpe“, schwärmt Hehemann. Weltweit ist die Arbeitsgruppe die erste, die Zuckerverbindungen im Meer gezielt identifiziert und quantifiziert, um somit ihre Rolle im Kohlenstoffkreislauf zu erfassen.
2016 startete „POMPU“ – ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Projekt, das zum Ausgangspunkt der aktuellen Erkenntnisse geworden ist. Darin geht es um die alljährlich wiederkehrende Algenblüte vor Helgoland. In Küsten-regionen aller Weltmeere finden massive Algenblüten statt, die enormen Mengen an Algen-Biomasse werden durch marine Bakterien sehr schnell recycelt. Wie aber genau funktioniert dieser Prozess? Und welche Rolle spielen dabei die Mehrfachzucker?
--- „Wir sind die Ersten, die bestimmte Polysaccharide im Meer identifizieren und in molekularer Auflösung untersuchen.“ ---
„Das wollten wir verstehen lernen, und zwar im Detail, auf molekularer Ebene“, erzählt Hehemann. Ein interdisziplinäres Team von Forschenden hat die vor Helgoland genommenen Wasserproben im Labor untersucht – mit neuen, innovativen biochemischen Verfahren, die die Arbeitsgruppe speziell hierfür entwickelt hat. Sie extrahieren die Zuckermoleküle aus den Wasserproben und identifizieren sie mithilfe von Antikörpern, die die Strukturen nachweisen können. „Wir sind die Ersten, die bestimmte Polysaccharide im Meer identifizieren und in molekularer Auflösung untersuchen“, sagt Hehemann.
In einem zweiten Verfahren nutzen die Forschenden Bakterien und deren Verdauungsenzyme als Lehrmeister. Jedes Bakterium hat eigene Enzyme, die die komplexen Zuckerverbindungen in einfache umwandeln. Diese wiederum sind, ähnlich wie bei einem Diabetes-Test, einfacher zu messen und zu quantifi-zieren. Die Enzyme stellt die Arbeitsgruppe selbst her. Bakterien und Enzyme zu verwenden, um den marinen Kohlenstoffkreislauf zu analysieren – auch das ist ein neuer Ansatz.
„Wir konnten zum Beispiel feststellen, dass ein bestimmtes Polysaccharid, nämlich Laminarin, in unglaublichen Mengen im Meer produziert wird und fast zehn Prozent der globalen Kohlendioxidproduktion bindet“, erzählt Hehemann, der von der DFG inzwischen mit einer Heisenberg-Professur gefördert wird. Mit ihr unterstützt die Deutsche Forschungsgemeinschaft exzellente Forschung und außerordentliche Leistungen.
--- „So könnte man etwa auch Regionen identifizieren, die sich besonders gut als Kohlenstoffspeicher eignen.“ ---
Zuckerverbindungen als Transporteure des Kohlenstoffs in die Tiefsee sind also identifiziert. Was kommt als Nächstes? Daten möchte Prof. Dr. Jan- Hendrik Hehemann erheben, möglichst viele Daten. Wie viele Zuckerpartikel werden produziert, wie viele sinken ab, wie viel Kohlenstoff wird am Boden des Meeres tatsächlich gespeichert? „Wenn man eine Zahl hat, hat man einen Referenzpunkt.“ Der Wissenschaftler will deshalb zudem Seesedimente im internationalen Bohrkernlager am MARUM untersuchen. Denn wenn bestimmte Mehrfachzucker schwer abzubauen sind, müssten sie sich auf dem Grund des Meeres wiederfinden. „So könnte man etwa auch Regionen identifizieren, die sich besonders gut als Kohlenstoffspeicher eignen.“
Und noch ein zweiter Forschungsansatz interessiert ihn: die Nutzung der biologischen Funktion der Mehrfachzucker. Wenn sie die Kraft aufbringen, Viren und Bakterien abzuwehren, könnten sie vielleicht sogar als Schutz für den Menschen genutzt werden. Das, meint er, würde sich doch zu überprüfen lohnen.
Originalpublikation: Impact – Das Wissenschaftsmagazin der U Bremen Research Alliance
In der U Bremen Research Alliance kooperieren die Universität Bremen und zwölf Forschungsinstitute der vier deutschen Wissenschaftsorganisationen sowie das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz - alle mit Sitz im Bundesland.
Das seit 2019 erscheinende Forschungsmagazin Impact dokumentiert die kooperative Forschungsstärke der Allianz und ihre gesellschaftliche Relevanz. „Algenzucker – winzige Verbindungen mit großer Wirkung“ wurde in Ausgabe 4 (06.2021) veröffentlicht.