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App gegen Stalking zur Prävention und für Opferschutz

HWR Berlin-Alumnus Polizeikommissar Turgay Akkaya erhält Auszeichnung für
Bachelorarbeit zur Entwicklung einer Anti-Stalking-App. Eberhard-Fischer-
Gesellschaft würdigt Beitrag zur Kriminalprävention.

Berlin, 4. Januar 2022. Das Bundeskriminalamt meldete laut Statista im
Jahr 2020 19 666 polizeilich erfasste Fälle von Stalking. Die Dunkelziffer
für das strafbare Nachstellen von Personen, die dadurch in ihrer
Lebensgestaltung schwerwiegend beeinträchtigt werden, dürfte weit höher
liegen. Denn obwohl Stalking bei Betroffenen psychisch und körperlich
Spuren hinterlässt, ist es für die Geschädigten schwierig zu bestimmen,
dass und ab wann es sich um eine Straftat handelt und diese zur Anzeige zu
bringen.

„Das Thema beschäftigt mich schon lange, denn bei der Polizei habe ich es
im Berufsalltag immer wieder zum Beispiel mit häuslicher Gewalt zu tun,
die potenziell Merkmale von Stalking-Ansätzen aufweist“, sagt Turgay
Akkaya. Der 34-jährige Berliner Polizeikommissar hat an der Hochschule für
Wirtschaft und Recht Berlin (HWR Berlin) studiert und im Rahmen seiner
Bachelorarbeit eine Online-Checkliste erstellt, die von Betroffenen und
Polizistinnen und Polizisten als präventives Mittel eingesetzt werden
kann. „Oft gelingt es, durch Gefährderansprache Straftaten zu verhindern“,
weiß Akkaya aus eigener Erfahrung. Deshalb sei es wichtig, Stalking
bereits im Ansatz als solches zu identifizieren, den Betroffenen
Gewissheit und ein Instrument an die Hand zu geben, das ihnen den Schritt
erleichtert, sich Unterstützung zu holen bei Strafverfolgungsbehörden und
Hilfevereinen wie dem Weißen Ring.

Die Checkliste, die der Absolvent des Studiengangs für den Gehobenen
Polizeivollzugsdienst an der HWR Berlin erarbeitet hat, funktioniert
ähnlich wie der Wahl-O-Mat. Das Frage-und-Antwort-Tool gibt Thesen vor,
denen Nutzerinnen und Nutzer zustimmen oder nicht. Die Antworten werden
qualitativ abgeglichen mit einem Merkmalskatalog. Anhand der
Übereinstimmung mit den definierten Kriterien wird bestimmt, ob und in
welchem Maße die wiederholte Kontaktaufnahme und Belästigung den
Tatbestand des Stalking erfüllt. Das ist in Deutschland seit 2007 strafbar
und wird im Extremfall mit bis zu zehn Jahren Haft geahndet.

Für die Erarbeitung der speziellen Checkliste, die in Form einer App
bedient werden soll, stellte Turgay Akkaya im Rahmen einer empirischen
Projektstudie und unter Anleitung von Christian Matzdorf, Professor für
Kriminalistik am Fachbereich Polizei und Sicherheitsmanagement der HWR
Berlin, gemeinsam mit Mitarbeiter*innen von Fachdienststellen der Berliner
Polizei eine Risikoanalyse auf. Mittels einer quantitativen Online-Umfrage
untersuchte Akkaya dann, in welchem Ausmaß die Checkliste sinnvoll für die
Polizeipraxis ist und welche Einsatzmöglichkeiten sich bieten. „Damit
geben Sie Polizei- und Ermittlungsbehörden ein wichtiges Werkzeug für
zukünftiges Vorgehen an die Hand“, hebt der ehrenamtliche Richter am
Landgericht Berlin Stefan Graf Finck von Finckenstein in seiner Laudatio
hervor. Der Wissenschaftshistoriker und Publizist hat die Abschlussarbeit
gemeinsam mit Erstgutachter Prof. Christian Matzdorf betreut.

„Der besondere Wert dieser Bachelorarbeit besteht in ihrem Praxisbezug:
mit wissenschaftlichen Methoden wurde ein gesamtgesellschaftlich
relevantes Phänomen untersucht und die Ergebnisse so umgesetzt, dass
sowohl präventiv wie auch zum Nutzen der Opfer von Stalking eine praktisch
umsetzbare Lösung generiert werden konnte“, sagt Prof. Christian Matzdorf.
Graf Finckenstein würdigt bei der Preisübergabe an der HWR Berlin zudem
die Aktualität und Brisanz des Themas: „Das in den letzten Jahren vermehrt
in das öffentliche Blickfeld getretene Phänomen ‚Stalking‘, unter das auch
‚Cyberstalking‘ fällt, wird durch die Medienkonvergenz und stetige
Entwicklung der Informationstechnologie verstärkt und kann speziell auch
durch die Anonymität des Internets Täterinnen und Täter zu kriminellen
Stalking-Taten ermuntern.“

An der feierlichen Preisverleihung, Pandemie-bedingt im kleinen
öffentlichen Rahmen an der HWR Berlin, nahmen unter anderen die
Kunsthistorikerin und langjährige Leiterin des Bröhan-Museums in Berlin
Dr. Ingeborg Becker und Dr. Thomas Kunze teil, Chef der Konrad-Adenauer-
Stiftung in Moskau.

Eberhard-Fischer-Preis

Der mit 500 Euro dotierte Eberhard-Fischer-Preis wird von der
gleichnamigen Gesellschaft für herausragende wissenschaftliche,
publizistische und kulturelle Leistungen von übergeordneter
gesellschaftlicher Bedeutung verliehen. Gestiftet
wurde er 2020 von der Vorsitzenden des Aachener Anwaltvereins,
Rechtsanwältin Dr. Susanne Fischer, im Andenken an ihren Vater Senator
Dipl.-Ing. Eberhard Fischer (1935–2020).

Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin

Die Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) Berlin ist mit über 11 500
Studierenden eine der großen Hochschulen für angewandte Wissenschaften –
mit ausgeprägtem Praxisbezug, intensiver und vielfältiger Forschung, hohen
Qualitätsstandards sowie einer starken internationalen Ausrichtung. Das
Studiengangsportfolio umfasst Wirtschafts-, Verwaltungs-, Rechts- und
Sicherheitsmanagement sowie Ingenieurwissenschaften in über 60
Studiengängen auf Bachelor-, Master- und MBA-Ebene. Die HWR Berlin
unterhält 195 aktive Partnerschaften mit Universitäten auf allen
Kontinenten und ist Mitglied im Hochschulverbund „UAS7 – Alliance for
Excellence“. Als eine von Deutschlands führenden Hochschulen bei der
internationalen Ausrichtung von BWL-Bachelorstudiengängen und im Dualen
Studium belegt die HWR Berlin Spitzenplätze in deutschlandweiten Rankings
und nimmt auch im Masterbereich vordere Plätze ein. Die HWR Berlin ist
einer der bedeutendsten und erfolgreichen Hochschulanbieter im
akademischen Weiterbildungsbereich und Gründungshochschule. Die HWR Berlin
unterstützt die Initiative der Hochschulrektorenkonferenz „Weltoffene
Hochschulen – Gegen Fremdenfeindlichkeit“.

http://www.hwr-berlin.de

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MedpädCast – Der Podcast von und für Medizinpädagog:innen Studierende starten Podcastserie.

MedpädCast – Der Podcast von und für Medizinpädagog:innen - Unter diesem
Motto stand in den letzten zwei Semestern die Projektarbeit im Modul M9
des Master-Studiengangs Medizinpädagogik. Unter der Leitung von Robert
Leschowski, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bachelor- und Master-
Studiengang Medizinpädagogik, setzten sich die Studierenden des
Sommersemesters 2020 zum Ziel, drei Folgen eines Podcasts zu Themen der
Medizinpädagogik zu erstellen.

Die erste Folge mit dem Titel „Wir l(i)eben Lehre“ ist am 04.01.2022
veröffentlicht worden. Die Folge richtet sich vorrangig an Auszubildende
und Angehörige der Gesundheitsfachberufe, die sich für ein
Medizinpädagogikstudium interessieren. Im Gespräch mit der
Studiengangsleitung Prof. Dr. Hiltraut Paridon werden erste Einblicke in
die Inhalte des Studiums gewährt sowie Themen wie Lehrer:innen-Mangel und
Anerkennung von Studienabschlüssen angesprochen.

Die zweite Folge erscheint am 18.01.2022 mit dem Titel „Möhrchen fürs
Hirn“. Hier werden Tipps und Tricks erläutert, die während eines
berufsbegleitenden Medizinpädagogikstudiums helfen sollen, alle
anfallenden Aufgaben des Berufs, des Studiums und auch der Familie zu
organisieren und zu bewältigen. Zwei Studierende geben im Dialog Hinweise,
wie man trotz hoher Anforderungen einen privaten Ausgleich schafft, um
selbst gesund zu bleiben.

Am 01.02.2022 folgt dann Folge 3 mit dem Titel „Lassen Sie mich durch –
ich bin studiert!“. Im Interview mit Prof. Dr. Sebastian Koch, Professor
im Bachelor- und Masterstudiengang Medizinpädagogik, und Markus Herwig,
Studierender im Master-Studiengang Medizinpädagogik, werden mögliche
Perspektiven und Karrierechancen nach dem Medizinpädagogik-Studium bis hin
zur Promotion aufgezeigt.

Projektleiterin Katrin Bufe berichtet rückblickend auf den Arbeitsprozess:
„Ich bin sehr positiv beeindruckt, was wir da als Semestergruppe geleistet
haben. Während der Projektarbeit haben wir vor allem kreative Seiten
unserer Kommilitonen kennengelernt, aber auch Organisationstalente und
Technik-Freaks entdeckt. Wir haben uns gegenseitig sehr gut unterstützt
und im Namen unserer gesamten Gruppe kann ich sagen, dass wir wahnsinnig
stolz auf unser gemeinsames Ergebnis sind. Ein kleines Bonbon gibt es dann
auch noch nach der Veröffentlichung der Folgen – voraussichtlich im März.
Wir werden eine Video-Präsentation über unseren Youtube-Kanal erstellen,
die unsere Projektarbeit über die letzten beiden Semester zusammenfasst
und mit Kommentaren, Fotos und dem ein oder anderen Outtake zeigt, wie
viel Freude uns dieses Modul gemacht hat.“

Die Podcasts sind sowohl auf Spotify als auch auf YouTube zu hören.

Wir haben Ihr Interesse an der Medizinpädagogik geweckt?
Interessierte können sich für den kostenfreien Online Infonachmittag am
12.01.2022 um 16:00 Uhr ab sofort unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. anmelden.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
https://www.srh-gesundheitshochschule.de/unsere-hochschule/hochschulteam
/robert-leschowski/


Originalpublikation:
Spotify: https://open.spotify.com/show/7dlUCADHVzEzMWJ9WJa0sq
YouTube: https://youtu.be/XZcA2FSOIxk

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Wübben Stiftung gründet impaktlab als Think- und Actiontank für Leitungshandeln an Schulen

Gute Schulleitungen leiten und managen Verwaltungsprozesse und führen
Menschen – Lehrkräfte, pädagogisches und administratives Personal. Mit der
Fülle an Aufgaben und Herausforderungen wandelt sich der Beruf
Schulleitung seit Jahren. Doch weder die Schulleitungsqualifizierung noch
die öffentliche Diskussion tragen dieser Entwicklung Rechnung. Spätestens
– aber nicht erst – seit der Pandemie führt dies zu starker Belastung bei
Schulleitungen. Die Wübben Stiftung hat sich deshalb entschieden, mit dem
impaktlab einen Think- und Actiontank für Leitungshandeln an Schulen
einzurichten.

Auf Basis wissenschaftlicher Analysen und praktischer Erkenntnisse wird
das impaktlab Impulse für die systematische Unterstützung und
Professionalisierung von Schulleitungen geben.

Der Geschäftsführer der Wübben Stiftung, Dr. Markus Warnke, erklärt dazu:
„Wir nehmen Schulleitungen als das ernst, was sie sind bzw. sein sollten:
Führungskräfte in einer Bildungsorganisation mit hohem
Verantwortungsspektrum und breiter Reichweite. Das braucht aus unserer
Sicht und Erfahrung eine viel größere systematische Unterstützung. Das
impaktlab zielt deshalb darauf ab, Informationen und Erkenntnisse aus
unterschiedlichen Perspektiven zur Unterstützung und Professionalisierung
von Schulleitungen zusammenzutragen, zu analysieren und öffentlich zu
vertreten.“

Das impaktlab hat seinen Sitz in Düsseldorf und arbeitet als eigenständige
Einheit der Wübben Stiftung wissenschaftlich fundiert, praxisnah und
ideologisch unabhängig. Die Leitung übernimmt die renommierte
Schulentwicklungsforscherin Dr. habil. Hanna Pfänder. Pfänder: „Wir
engagieren uns für die systematische Unterstützung von Schulleitungen.
Dazu möchten wir mit allen in den Austausch kommen, die ihren Beitrag dazu
leisten. Im Idealfall tragen unsere Impulse zur Transformation der
Führungskräfteentwicklung an Schulen in Deutschland bei – im Sinne der
Schulleitungen selbst.“

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Atom- und Gaskraftwerke stoppen den Klimawandel nicht! DEN: „EU setzt in der Taxonomie-Debatte falsche klimapolitische Zukunftssignale“

Mit Bestürzung nimmt das Deutsche Energieberater-Netzwerk DEN e.V. die Pläne der EU-Kommission zur Kenntnis, moderne Atom- und Gaskraftwerke im Rahmen der sogenannten Taxonomie als grüne Energiequellen einzustufen. „Wir erleben gerade, wie die EU auf einen energie- und klimapolitischen Sündenfall zusteuert“, sagt der DEN-Vorsitzende Dipl.-Ing. Hermann Dannecker. „Mit einer durch europäische Fördergelder unterstützten Renaissance der Kernkraft mögen wir zwar rechnerisch unsere CO2-Bilanzen schönen können, verschaffen uns aber dabei einen hochgefährlichen Schrotthaufen an strahlendem Müll aus Brennstoff- und Anlagenresten.“ Damit könne von Nachhaltigkeit und Verantwortung für zukünftige Generationen keine Rede sein. Dannecker: “Dies ist ein Rückschritt um über 40 Jahre in der Atomdiskussion!“

Weiterlesen unter https://www.deutsches-energieberaternetzwerk.de/den-pm-1-2022/

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