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Komplexität begreifen

Ein Physikkonkret der Deutschen Physikalischen Gesellschaft würdigt den Nobelpreis für Physik 2021  © DPG
Ein Physikkonkret der Deutschen Physikalischen Gesellschaft würdigt den Nobelpreis für Physik 2021 © DPG

Ein Physikkonkret der Deutschen Physikalischen Gesellschaft würdigt den
Nobelpreis für Physik 2021.
Komplexe Prozesse wie der Klimawandel oder
die pandemische Ausbreitung von Viren sind heute durch Methoden der
Statistischen Physik beschreibbar. Das hat das Nobelpreiskomitee erkannt
und würdigt den in Japan geborenen, amerikanischen Physiker Syukuro
Manabe, den deutschen Meteorologen Klaus Hasselmann sowie den
italienischen Physiker Giorgio Parisi in diesem Jahr mit dem Nobelpreis
für Physik. Alle drei haben wesentlich zum Verständnis komplexer Systeme
beigetragen.

Von der Vortrefflichkeit der Arbeiten von Parisi, dem eine Hälfte des
Nobelpreises zugesprochen wurde, ist die Deutsche Physikalische
Gesellschaft (DPG) schon lange überzeugt: Bereits im Jahr 2011 verlieh sie
ihm die Max-Planck-Medaille – das ist die höchste Auszeichnung der DPG für
herausragende Leistungen auf dem Gebiet der theoretischen Physik.

Und die Arbeiten von Manabe und Hasselmann, die sich die andere Hälfte des
Nobelpreises teilen, zeigen deutlich, dass die Wissenschaft schon
frühzeitig mit fundamentalen Arbeiten auf den menschengemachten
Klimawandel hingewiesen hat. Auch die DPG hat bereits im Jahr 1985 vor
einer drohenden Klimakatastrophe gewarnt (siehe u.a. http://www.dpg-
physik.de/veroeffentlichungen/publikationen/stellungnahmen-der-dpg/klima-
energie/warnung-vor-drohenden-weltweiten-klimaaenderungen-durch-den-

menschen).

Nun würdigt die DPG die Arbeiten der drei Nobelpreisträger mit einer
Ausgabe des Faktenblattes Physikkonkret. Zu beziehen ist sie im Internet
unter:

http://www.dpg-
physik.de/veroeffentlichungen/publikationen/physikkonkret/pk60_physik_nobelpreis_2021

Alle Ausgaben der Physikkonkret-Reihe finden Sie unter
http://www.physikkonkret.de.

Die Deutsche Physikalische Gesellschaft e. V. (DPG), deren Tradition bis
in das Jahr 1845 zurückreicht, ist die älteste nationale und mit rund
55.000 Mitgliedern auch mitgliederstärkste physikalische Fachgesellschaft
der Welt. Als gemeinnütziger Verein verfolgt sie keine wirtschaftlichen
Interessen. Die DPG fördert mit Tagungen, Veranstaltungen und
Publikationen den Wissenstransfer innerhalb der wissenschaftlichen
Gemeinschaft und möchte allen Neugierigen ein Fenster zur Physik öffnen.
Besondere Schwerpunkte sind die Förderung des naturwissenschaftlichen
Nachwuchses und der Chancengleichheit. Sitz der DPG ist Bad Honnef am
Rhein. Hauptstadtrepräsentanz ist das Magnus-Haus Berlin. Website:
http://www.dpg-physik.de

Originalpublikation:
https://www.dpg-
physik.de/veroeffentlichungen/publikationen/physikkonkret/pk60_physik_nobelpreis_2021

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Fraunhofer IEE bündelt Lösungen für die Energiewende in Städten und Quartieren

Der Forschungsschwerpunkt Energiesystem Stadt bündelt Werkzeuge für die urbane Energiewende.  Fraunhofer IEE
Der Forschungsschwerpunkt Energiesystem Stadt bündelt Werkzeuge für die urbane Energiewende. Fraunhofer IEE

Städte sind für das Gros der CO2-Emissionen verantwortlich. Mit ihrer
komplexen Infrastruktur und dem hohen Energiebedarf bieten sie zugleich
auch große Chancen für die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen. Das
Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE
bündelt nun mit Abschluss der Aufbauphase des Forschungsschwerpunkts
»Energiesystem Stadt« seine Beratungsangebote und Werkzeuge für die urbane
Energiewende. Der Fokus liegt auf der Verzahnung von technologischen,
ökonomischen und planerischen Aspekten und einer zentralen Anlaufstelle
für Kommunen, Immobilienwirtschaft, Versorger, Industrie und Planer. Am 9.
Dezember 2021 findet dazu eine Expert-Web-Session statt.

»Städte bergen enorm große Potenziale für Klimaschutzmaßnahmen, da sich
hier bei Energieeffizienz und -erzeugung zahllose Synergieeffekte
herbeiführen lassen«, sagt Dr. Dietrich Schmidt, Abteilungsleiter
Thermische Energiesystemtechnik beim Fraunhofer IEE in Kassel. »Als
erfahrener Partner aus der Wissenschaft unterstützen wir die Akteure,
diese Chancen zu nutzen: Mit unseren im Forschungsschwerpunkt
»Energiesystem Stadt« entwickelten und in der Praxis erprobten Angeboten
helfen wir ihnen dabei, integrierte Systeme für eine klimafreundliche
Energieversorgung aufzubauen.«

Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst hat das Fraunhofer
IEE beim Aufbau des Kompetenzfeldes »Energiesystem Stadt« in den
vergangenen drei Jahren mit insgesamt sechs Millionen Euro gefördert.

Im Rahmen dieses Schwerpunktthemas haben die Fraunhofer-Forscher
zahlreiche Projekte im Bereich der urbanen Energiewende erfolgreich
umgesetzt – von Potenzialanalysen über die technische und wirtschaftliche
Konzeption zeitgemäßer Versorgungssysteme und -angebote bis hin zur
betrieblichen und ökonomischen Optimierung bestehender Infrastrukturen.
Mit diesen Kompetenzen und Erfahrungen liefern die Kasseler Fraunhofer-
Forscher Lösungen und Instrumente für die unterschiedlichsten
Aufgabenstellungen in Quartieren, Städten und Ballungszentren.

Werkzeugkasten für die urbane Energiewende

Die Transformation städtischer Energiesysteme beginnt mit der Definition
des Bilanzraumes sowie der Ziele. Dann erfolgt das Erfassen des Status
Quo. Auf dieser Basis werden Geschäftsmodelle entwickelt, Szenarien
simuliert und die Umsetzung geplant. Das Vorhaben wird realisiert und ein
Monitoring etabliert. Über den laufenden Vergleich der erhobenen Werte mit
den zuvor festgelegten Sollwerten lässt sich im Nachgang gewährleisten,
dass die eingangs definierten Ziele in der Praxis zuverlässig erreicht
werden.

In allen Schritten dieses Prozesses stehen die Fraunhofer-Experten den
Projektverantwortlichen als kompetente Berater zur Seite. Für die
Umsetzung bietet das Fraunhofer IEE eine Vielzahl aufgabenspezifischer
Werkzeuge – etwa InvestSCOPE für die Berechnung der Wirtschaftlichkeit
unterschiedlicher Transformationspfade, EnergyANTS für die zeitliche und
räumliche Simulation von Energiesystemen, EnergyPilot für
Energiemanagement und Betriebsoptimierung, Pandaplan für Detailplanung und
Betrieb von Strom-, Gas- und Wassernetzen, beeDIP für die Netzführung oder
EnergyConnect für Virtuelle Kraftwerke.

Planung der Wärmeversorgung von Quartieren und Städten

Einen besonderen Stellenwert im Werkzeugkasten des Fraunhofer IEE hat EQ
-City, ein Instrumentenbündel für die Planung der Wärmeversorgung von
Quartieren und Städten. Mit EQ-City können kommunale Experten, Versorger
oder Planer verschiedene zentrale wie dezentrale Versorgungskonzepte
vergleichen und bewerten, sowie direkt eine Auswertung zur Vorlage bei
Entscheidungsträgern erhalten Ebenso ermöglicht die Lösung eine einfache
und effiziente Vorplanung speziell von leitungsgebundenen Systemen für die
Wärmeversorgung.

So unterstützt EQ-City die Experten unter anderem bei der
Wärmebedarfsermittlung von Neubau- und Bestandsquartieren sowie bei der
Auslegung der leitungsgebundenen Wärmeversorgung oder von Einzellösungen
mit Speichern und Technologien der Sektorenkopplung. Des Weiteren lassen
sich mit EQ-City Energieflüsse und Umweltfaktoren bilanzieren und
bewerten, umfassende Wirtschaftlichkeitsanalysen vornehmen und mittels
detaillierter Nutzwertanalysen Systemvergleiche durchführen.

Experimentierfeld für die Fern- und Nahwärme

Mit dem District LAB bietet das Fraunhofer IEE zudem Netzbetreibern,
Versorgern, Systemplanern und Komponenten-Herstellern umfangreiche
Experimentier- und Testmöglichkeiten für die leitungsgebundene
Wärmeversorgung. Mit Unterstützung der Fraunhofer-Forscher können sie hier
Lösungen, Produkte und Betriebsmodelle experimentell entwickeln,
untersuchen und validieren.

»Im Kern besteht das District LAB aus einem flexiblen Testnetz mit
angeschlossenen Versuchs- und Prüfständen für Quartiers-Wärmeerzeuger
sowie einer Teststrecke für Experimente mit Rohrleitungen. Durch mehrere
Hardware-in-the-Loop-Einheiten sowie ein digitales Leit- und
Regelungssystem lassen sich die Betriebszustände zu jedem Zeitpunkt exakt
einstellen und messtechnisch erfassen«, erläutert Dr. Anna Kallert,
Abteilungsleiterin Thermische Energiesystemtechnik.

Kommunikation und Kollaboration

Eine zentrale Voraussetzung für das Gelingen einer urbanen Energiewende
ist, alle relevanten Akteure eng in die Diskussions- und
Entscheidungsprozesse einzubinden. Deshalb legt das Fraunhofer IEE in der
Prozessbegleitung besonderes Augenmerk auf die planerischen und
kommunikativen Aspekte der Transformation: Ein geführter
Entscheidungsprozess und innovative, erprobte Kommunikations- und
Kollaborationsformate wie zum Beispiel Decision Theater machen es möglich,
gemeinsam bessere Entscheidungen zu treffen.

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Projekt ALBATROS: Aluminium-Ionen-Batterien als alternative Speichertechnologie für stationäre Anwendungen

Kontaktierung von Laborzellen für die Untersuchung der elektrochemischen Leistungsfähigkeit von Aluminium-Ionen-Batterien (AIB) am Fraunhofer-Technologiezentrum Hochleistungsmaterialien THM in Freiberg.  Ulrike Wunderwald / Fraunhofer IISB
Kontaktierung von Laborzellen für die Untersuchung der elektrochemischen Leistungsfähigkeit von Aluminium-Ionen-Batterien (AIB) am Fraunhofer-Technologiezentrum Hochleistungsmaterialien THM in Freiberg. Ulrike Wunderwald / Fraunhofer IISB

Im Projekt ALBATROS entwickelt ein Konsortium aus Forschung und Industrie
die Aluminium-Ionen-Batterie (AIB) weiter. Dabei stehen die Abläufe in der
Batteriezelle und an den Grenzflächen zwischen Elektroden und Elektrolyt
besonders im Fokus. Aluminium-Ionen-Batterien besitzen ein hohes Potenzial
im Hinblick auf Sicherheit, Zyklenfestigkeit und Laderate. Die Aluminium-
Ionen-Technologie bietet auch Vorteile hinsichtlich Fertigungskosten,
Rohstoffverfügbarkeit und Recycling. Konsortialpartner im Batterieprojekt
ALBATROS sind Fraunhofer IISB, IoLiTec GmbH, DECHEMA-Forschungsinstitut
und das Institut für Anorganische Chemie der Technischen Universität
Bergakademie Freiberg.

Das Konsortium im Projekt ALBATROS fokussiert sich auf eine substanzielle
Weiterentwicklung der Aluminium-Ionen-Batterie. Das Akronym steht für
„Alternative Materialsysteme für stationäre Batteriespeicher auf Basis von
Aluminium als Anodenmaterial zur Substitution kritischer Rohstoffe“. Ziel
des Projektes ist es, ein umfassendes Grundlagenverständnis für die
Abläufe in der Batteriezelle und insbesondere an den Grenzflächen zwischen
Elektroden und Elektrolyt zu schaffen. Die neuartige aluminium-basierte
Zellchemie besitzt ein vielversprechendes Potenzial hinsichtlich
Sicherheit, Zyklenfestigkeit und Laderate. Besonders relevant ist dabei
der Verzicht auf kritische Rohstoffe, wie beispielsweise Lithium, Nickel
oder Cobalt. Innerhalb des Projekts ALBATROS arbeiten das Fraunhofer IISB
(Erlangen / Freiberg), die IoLiTec GmbH (Heilbronn), das DECHEMA-
Forschungsinstitut (DFI, Frankfurt am Main) und das Institut für
Anorganische Chemie der Technische Universität Bergakademie Freiberg
zusammen. Das Projekt ALBATROS wird vom Bundesministerium für Bildung und
Forschung (BMBF) gefördert.

Für stationäre elektrische Speicher wird eine deutliche Bedarfssteigerung
prognostiziert. Schon heute lässt sich absehen, dass dieses starke
Wachstum nicht mit den herkömmlichen Batterietechnologien zu decken ist.
Gerade hinsichtlich der bislang eingesetzten kritischen Rohstoffe und der
Kosten für Batteriespeicher sind zeitnah Alternativen zu den etablierten
Zellchemien gefragt. Eine vielversprechende Option ist die Aluminium-
Ionen-Batterie (AIB). Erste Funktionsmuster wurden bereits am
Technologiezentrum Hochleistungsmaterialen (THM) des Fraunhofer IISB in
Freiberg vorgestellt (siehe Infolinks).

Verglichen mit Blei-Säure- oder Li-Ionen-Batterien bietet die Aluminium-
Ionen-Technologie deutliche Vorteile insbesondere in Bezug auf
Fertigungskosten und Rohstoffverfügbarkeit. Aber auch im Hinblick auf das
Gefährdungspotential und die Wiederverwertbarkeit können Aluminium-Ionen-
Batterien durch den Einsatz nicht-brennbarer Elektrolyte eine durchaus
überzeugende Alternative sein.
Für die AIB lassen sich preisgünstiges Aluminium sowie Graphit als
Elektroden-materialien verwenden. Die Elektrolyte basieren auf sogenannten
ionischen Flüssigkeiten und ermöglichen im Zusammenspiel mit den übrigen
Materialien überhaupt erst den reversiblen Ladevorgang der Aluminium-
Ionen-Batterie. Mit der sehr hohen Zyklenstabilität von über 20.000 Zyklen
und Laderaten von mehr als 150 C bergen weiterentwickelte Aluminium-
Graphit-Systeme ein enormes Potential für zukünftige Anwendungen. Die
Nichtentflammbarkeit der Komponenten und des Elektrolyten macht die AIB
dabei zu einer sicheren Speichervariante, zum Beispiel für Strom aus
fluktuierenden regenerativen Energiequellen.

Bis zur Markteinführung der AIB bedarf es allerdings noch weiterer
wissenschaftlicher Vorarbeiten. Eine besondere Herausforderung ist dabei
das stark korrosive Verhalten der bisher in der AIB eingesetzten
Elektrolyten. Bevor anwendungsrelevante Prototyp-Zellen für Tests zur
Verfügung stehen, müssen umfangreiche Materialqualifizierungen, Prüfungen
und Zertifizierungen durchgeführt werden. Für die theoretische Fundierung
der neuartigen Zellchemie konzentrieren sich die Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler auf die grundlegenden chemischen Mechanismen und
materialspezifische Einflussgrößen. Unter anderem werden dafür die
kinetischen Parameter der Aluminium-Auflösung und -Abscheidung auf der
Aluminium-Anode für unterschiedliche Elektrolytzusammensetzungen
untersucht. Ebenso steht der Ein- und Austrag von Ladungsträgern in bzw.
aus der Graphit-Matrix im Fokus. Das schließt auch gezielte Analysen der
Spezies der Ladungsträger ein. Ein weiterer Schwerpunkt ist die
Untersuchung von Selbstentladungsprozessen. Dieser Effekt ist für spätere
Anwendungen von besonderem Interesse.

Die gewonnenen Erkenntnisse sind die unverzichtbare Basis für die
Auslegung, Weiterentwicklung und Optimierung anwendungsnaher und
nachhaltiger AIB-Speichersysteme. Hierbei wird als realistischer erster
Schritt eine Anwendung in stationären elektrischen Speichersystemen
angestrebt. So kann die Aluminium-Ionen-Batterie ein essentieller Baustein
für den Ausbau der dringend benötigten Speicherkapazitäten sein und zum
Erfolg der Energiewende beitragen. Das Projekt ALBATROS leistet elementare
Beiträge für die Realisierung effizienter, langlebiger, kostengünstiger,
umweltverträglicher und gut recycelbarer Batteriekomponenten.

Projekt ALBATROS wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung
(BMBF) gefördert.

Fraunhofer THM

Das Fraunhofer Technologiezentrum für Hochleistungsmaterialien THM ist
eine Forschungs- und Transferplattform des Fraunhofer-Instituts für
Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB und des Fraunhofer-
Instituts für Keramische Technologien und Systeme IKTS. Im Rahmen von
Industrieaufträgen und öffentlich geförderten Projekten werden gemeinsam
Halbleiter- und Energiematerialien in neue Anwendungen überführt, unter
besonderer Berücksichtigung des zukünftigen stofflichen Recyclings. Ein
Schwerpunkt der Arbeiten am Fraunhofer THM sind die Analyse und die
Entwicklung von nachhaltigen Batteriesystemen mit verbesserter Ökobilanz
und Rohstoffverfügbarkeit im Vergleich zu etablierten
Batterietechnologien.

Fraunhofer IISB

Intelligente leistungselektronische Systeme und Technologien – unter
diesem Motto betreibt das 1985 gegründete Fraunhofer-Institut für
Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB angewandte Forschung
und Entwicklung zum unmittelbaren Nutzen von Wirtschaft und Gesellschaft.
Mit wissenschaftlicher Expertise und umfassendem System-Know-how
unterstützt es weltweit Kunden und Partner dabei, aktuelle
Forschungsergebnisse in wettbewerbsfähige Produkte umzusetzen, zum
Beispiel für Elektrofahrzeuge, Luftfahrt, Produktion und
Energieversorgung.

Seine Aktivitäten bündelt das Institut in den zwei Geschäftsbereichen
Leistungselektronische Systeme und Halbleiter. Dabei deckt es in
umfassender Weise die vollständige Wertschöpfungskette vom Grundmaterial
über Halbleiterbauelemente-, Prozess- und Modultechnologien bis hin zum
kompletten Elektronik- und Energiesystem ab. Als europaweit einzigartiges
Kompetenzzentrum für das Halbleitermaterial Siliziumkarbid (SiC) ist das
IISB Vorreiter bei der Entwicklung hocheffizienter Leistungselektronik
auch für extreme Anforderungen. Mit seinen Systemen setzt das IISB immer
wieder Benchmarks in Energieeffizienz und Leistungsfähigkeit. Durch die
Integration intelligenter datenbasierter Funktionalitäten werden
kontinuierlich neue Anwendungsszenarien erschlossen.

Das IISB hat rund 300 Mitarbeitende. Der Hauptstandort ist in Erlangen,
ein weiterer Standort befindet sich am Fraunhofer-Technologiezentrum
Hochleistungsmaterialien (THM) in Freiberg. Das Institut kooperiert eng
mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und ist
Gründungsmitglied des Energie Campus Nürnberg (EnCN) sowie des
Leistungszentrums Elektroniksysteme (LZE). In gemeinsamen Projekten und
Verbänden arbeitet das IISB mit zahlreichen nationalen und internationalen
Partnern zusammen.

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Stil Fragen…für die Festtage besonders aktuell weiss Herbert Huber

o viel Besteck möchte man nicht im Abwasch
o viel Besteck möchte man nicht im Abwasch

An der Hotelfachschule beinhaltete der Servicekurs auch Getränkegläserkunde. Einerseits war das zum Verzweifeln, andererseits schien es irgendwie logisch, dass man den Wein, die Liköre und die Spirituosen im richtigen Glas serviert. Das passende Glas für den edlen Burgunder wie für den weltberühmten Bordeaux. Dann das Gobelet für den Chasselas aus dem Lavaux und das Elsässerweinglas für den Gewürztraminer. Die Champagnerflûte oder der Schaumweinkelch, das Südweinglas für Porto, Malaga und Marsala. Dann die unzähligen Gläser für die Spirituosen. Vom bauchigen Cognacschwenker bis hin zum gestylten Grappa Glas. Nicht zu vergessen den berühmten Whisky Tumbler oder die diversen Cocktailgläser. So könnte ich Ihnen noch weitere Spezialgläser aufzählen.

Trinkgläser Soriment
Trinkgläser Soriment

Allerdings kann man mit derlei Anschaffungen  das Haushaltsbudget arg strapazieren. Auch bei uns gehörte es damals bei den sehr häufigen Einladungen zum guten Ton, die Getränke im dazu passenden Outfit zu servieren. Da brachten wir es doch häufig bei insgesamt acht Gläsern pro Gast bis auf 60 Gläser total. Bei jedem Markenwechsel beim Wein wurde wieder das Glas angepasst, ja, und diese mussten dann auch alle wieder gewaschen werden. Und Kristallgläser gehören definitiv nicht in die Maschine.

Trinkgläser Soriment
Trinkgläser Soriment

Selbst in den Restaurants (ausgenommen in den gehobenen Gourmettempeln) sind heute jedoch, vor allem für die Weine, exklusive Universalgläser im Einsatz. So auch bei uns zu Hause. Champagnerglas, Weissweinglas, Rotwein-Universalglas, Wasserglas. Punkt.

Tipp: Universale Gläser

Trinkgläser Soriment
Trinkgläser Soriment

Man kann sich also für die Weine auf vier bis fünf Gläser beschränken und muss nicht zehn verschiedene Gläser kaufen, um einen optimalen Weingenuss erleben zu können. Für den Rotwein das grössere (etwas bauchige) Glas und für den Weisswein das kleinere.

Edel Besteck Koffer
Edel Besteck Koffer

Auch bei den Likör- und Spirituosengläsern gibt es «Universale». Für alle gilt: Die optimale Qualität gehört ins Glas. Noch ein letzter Tipp für zu Hause, um den Aufwand zu minimieren. Sie planen eine kulinarische Italien-, Spanien- oder Frankreich-Reise. Möchten dabei vier Weine vorstellen. Die erste Flasche ist ausgetrunken. Nun dürfen Sie die neuen Weine in den vorherigen Gläsern servieren. Denn diese sind ja «angeweint» (aviné).

Edelbesteck Set
Edelbesteck Set

Diese Idee gilt selbstverständlich nur für zu Hause und unter Freunden. In der Beiz hat man ja (noch) für den Mehraufwand beim Auswechseln der Gläser die Mitarbeiter. Letztendlich zählt die Gastfreundschaft und nicht die Anzahl der Gläser. So gebe ich Ihnen Recht, dass das Haushaltsbudget nicht mit unnötigen Luxusanschaffungen überstrapaziert werden sollte. Auch nicht mit Besteck. Weniger ist mehr, und auch der aufwendige Abwasch wird wesentlich erleichtert.

 

 

 

 

 

 

 

Und wie steht es mit den Wunschkonzerten bei Einladungen?

Edles Gold Besteck
Edles Gold Besteck

Ein brandaktuelles Thema welches die Einladenden sehr nerven kann. Was nicht unbedingt zur Vorfreude eines gemeinsamen Essens beiträgt. Also packen wir das Thema an.  Als meine Frau und ich nach 30 Jahren den Beruf als Gastgeber und unsere Karriere als Wirtepaar endgültig aufgaben, war unser Freundeskreis logischerweise riesengross. Und wir hatten die Zeit, ab und zu private Einladungen zu gestalten. Die Erwartungen waren dementsprechend hoch und der damit verbundene Aufwand war es ebenso. Zum Teil kannten wir die kulinarischen Vorlieben der Gäste und kochten mit viel Liebe unsere Vier- bis Fünf-Gänge-Menüs.

Trinkgläser Soriment
Trinkgläser Soriment

Es gab, was es gab. Allerdings liessen wir uns kaum auf kulinarische Eskapaden ein und servierten Innereien oder Meeresfrüchte nur für die Gäste, die diese Spezialitäten über alles liebten. Einmal, ich erinnere mich noch gut, gab es als Vorspeise ein Carpaccio vom Kalbszünglein, nach dem Rezept von Elfie Casty, beliebte Kochbuchautorin in den 1980ern und 90ern. Bei einem Gast kam das Gericht aber gar nicht gut an – Zunge, um Himmels willen! Und einmal wiederum servierten wir ein Stroganoff mit Lammfleisch – der Gast, der sonst kein «Schöfig’s» ass, war in diesem Fall begeistert.Vegetarische oder vegane Vorlieben waren noch kaum ein Thema. Allergien ebenso wenig. Und heute? Ist es salonfähig geworden, nicht mehr alles essen zu wollen oder zu können. Doch wie gehen Gast und Gastgeber am besten damit um?

Das Menü besprechen

Trinkgläser Soriment
Trinkgläser Soriment

Wir waren kürzlich bei einer begnadeten Kochfrau eingeladen. Gleich beim Apéroschwärmte sie vom vorbereiteten Menü. Hausgemachte Pfifferling-Terrine, klare Kraftbrühe mit Steinpilzen, Hirsch-Carpaccio mit Feldnüsslisalat und dann Rehrücken mit Beilagen vom Wild. Meine Frau tat kund, kein rohes Fleisch zu essen, mit der Bitte, auch den Rehrücken nicht zu saignant serviert zu bekommen. Kein Problem: Es gab nur Nüsslisalat und wunderbar à point gebratenes Fleisch.

So mein Rat:

Sie dürfen sich vorher erkundigen, was es zu essen gibt. Sie dürfen sagen, was Sie gar nicht mögen. Bei besonders empfindlichen Gästen kann das Menü diesen auch beizeiten (wegen des Einkaufens) zur «Vernehmlassung» geschickt werden. Dann ist es den Gästen möglich, höflich zu intervenieren, sollte etwas gar nicht gefallen. Etwas komplizierter wird es, wenn Allergien im Spiel sind. Hier das Menü vorher ganz genau absprechen.

 

 

 

 

Mein Fazit lautet:

Besteck Garnitur
Besteck Garnitur

Letztendlich geht es bei Privateinladungen um ein gemütliches Zusammensein. Da ist weniger oft mehr. Gschwellti und eine Käseplatte munden vielen Menschen wie auch Raclette oder Fondue. Oder eine feine Suppe. Oder einen Gemüsekuchen. Großmutters Küche kommt in der Regel auch gut an. Seien wir ehrlich. Mehrheitlich kennt man seine Gäste. Unter kulinarisch Gleichgesinnten beispielsweise kann man auch getrost Vegetarisches oder Veganes für alle auftischen. Bon Appetit und viel Spass beim Gläser spülen.

Kleine Fotodiashow zur Kolumne:

fotodiashows.wordpress.com/2021/12/04/stil-fragenfur-die-festtage-besonders-aktuell-weiss-herbert-huber/

Text www.herberthuber.ch

Fotos: www.pixelio.de

Homepages der andern Kolumnisten:   www.noemiefelber.ch

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