Zum Hauptinhalt springen

Mehrwert aus Daten, für Wirtschaft und Gesellschaft: Neuer DFKI- Forschungsbereich für Data Science und ihre Anwendungen

Mit "Data Science and its Applications" etabliert das Deutsche
Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) einen neuen
Forschungsbereich auf dem interdisziplinären Gebiet der
Datenwissenschaften und ihrer Anwendungen. Geleitet wird der ab 1.
Dezember in Kaiserslautern ansässige Bereich von Prof. Dr. Sebastian
Vollmer. Der Schwerpunkt liegt auf der Anwendung von Data Science in
Kombination mit Methoden der KI und des maschinellen Lernens in Medizin,
Bio- und Sozialwissenschaften, Industrie- und Unternehmensprozessen sowie
in der Entwicklung von Open-Source-Werkzeugen und Verfahren, die diese
Anwendungen erleichtern und das aus Daten gewonnene Wissen verbessern.

Daten sind das „Gold des digitalen Zeitalters“ – Was lange als Paradigma
des 21. Jahrhunderts galt, ist in seinem Ausmaß noch viel weitreichender.
Daten sind vielleicht noch viel wertvoller als ein natürlicher Rohstoff
wie Gold. Denn im Gegensatz dazu lassen sich Daten vielfältig und beliebig
oft verwerten. Aus ihnen lassen sich Muster und Erkenntnisse extrahieren,
die zur Vorhersage, Prozessoptimierung und Entscheidungsunterstützung in
nahezu allen Bereichen genutzt werden können. Data Science ist die
interdisziplinäre Wissenschaftsdisziplin, die sich mit den Methoden
befasst, die diese Schätze heben können. Sie vereint wissenschaftliche
Ansätze aus Mathematik, Statistik und Informatik, um ebensolches Wissen
aus Daten zu extrahieren. Unter Leitung von Prof. Dr. Sebastian Vollmer
erforscht der neue DFKI-Forschungsbereich den Einsatz von Methoden der
Künstlichen Intelligenz, beispielweise des Maschinellen Lernens, in der
Datenanalyse und zur Entwicklung neuer Verfahren für Data Science-
Anwendungen, z.B. im Gesundheitsbereich, im Kontext Smart City, für die
Industrie und gemeinnützige Projekte.

Seit Oktober ist Sebastian Vollmer Universitätsprofessor im Fachbereich
Informatik an der Technischen Universität Kaiserslautern. Er studierte
Mathematik an der Georg-August Universität in Göttingen und der University
of Warwick/England, wo er bei Fields-Medaillen-Gewinner Prof. Martin
Hairer sowie Prof. Andrew Stuart mit Auszeichnung promovierte. Es folgten
eine Postdoc-Phase und ein Lehrauftrag an der University of Oxford.
Zuletzt war er außerordentlicher Professor am Department of Mathematics
und am Department of Statistics der University of Warwick. Darüber hinaus
hatte er führende Positionen am Alan Turing Institute in London inne, wo
er Co-Direktor des Programms für Gesundheits- und Medizinwissenschaften
sowie Direktor der Datenstudiengruppen war. 2019 etablierte er dort die
international erfolgreiche Initiative "Data Science for the Social Good"
(DSSG), welche hochkarätige junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
mit der Fähigkeit ausstattet, Data Science Projekte mit positiver sozialen
Wirkung zu führen.

CEO Prof. Dr. Antonio Krüger: „Wir freuen uns, dass wir mit Sebastian
Vollmer einen exzellenten und herausragenden Datenwissenschaftler von
internationalem Renommee für den Aufbau des neuen Forschungsbereiches
gewinnen konnten, der bereits in jungen Jahren über umfassende Forschungs-
und Lehrerfahrung verfügt. Seine Forschungsschwerpunkte, der
interdisziplinäre Ansatz zwischen Informatik, Mathematik,
Sozialwissenschaften und Naturwissenschaften sowie die Ambitionen,
Datenwissenschaft für das soziale Wohl zu entwickeln, passen perfekt in
die strategische Erweiterung unseres Kompetenzprofils und die Forschungs-
Philosophie des DFKI.“

Prof. Dr. Andreas Dengel, Geschäftsführender Direktor des DFKI in
Kaiserslautern: „Dass Sebastian Vollmer sich angesichts vieler Angebote
für das DFKI und die TU Kaiserslautern entscheiden hat, unterstreicht auch
die Strahlkraft des IT-Wissenschaftsstandorts. Seine Forschungsthemen sind
eine idealtypische Ergänzung und eine Erweiterung unserer langjährigen
Expertise in Machine Learning. Als Bindeglied zwischen Theorie und Praxis
ist Data Science ein Schlüssel dafür, dass Wissenschaften ihre Wirkung in
realen Anwendungen entfalten können. Künstliche Intelligenz, insbesondere
Maschinellen Lernen, ist prädestiniert dafür datenanalytische Verfahren zu
verbessern und neue Anwendungsfelder zu erschließen. Wir freuen uns
darauf, mit dem neuen Forschungsbereich DFKI-Technologien aus diesem
zukunftsträchtigen Feld für Gesellschaft und Wirtschaft nutzbar zu
machen.“

  • Aufrufe: 14

AWMF fordert sofortige und konsequente Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung Vierte Welle lässt sich nur mit Kontaktbeschränkungen und intensiviertem Impfen brechen

Um die vierte Welle der Corona-Pandemie zu
bewältigen, fordert die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen
Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF) gemeinsam mit ihrer Task
Force „COVID-19 Leitlinien“ umgehend ein umfassendes Maßnahmenpaket in
allen Bundesländern umzusetzen – angepasst an das jeweilige
Infektionsgeschehen.

Dazu gehören Kontaktbeschränkungen, der sofortige Verzicht auf
Großveranstaltungen und das intensivierte Impfen, das auch in Impfzentren
sowie durch niederschwellige Angebote vorangetrieben werden muss. Darüber
hinaus halten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler angemessene
Schutzmaßnahmen mit dem Ziel der Aufrechterhaltung des Schulbetriebs für
notwendig. Außerdem fordern sie alle Bürgerinnen und Bürger auf,
Hygienemaßnahmen weiterhin konsequent einzuhalten.

„Die hohe Anzahl der schwer an COVID-19 Erkrankten und die aktuell sehr
hohe Hospitalisierungs¬rate können wir nur reduzieren, indem jetzt schnell
zielgenaue Maßnahmen umgesetzt werden“, sagt Professor Dr. med. Rolf-
Detlef Treede, Präsident der AWMF. Bereits zu Beginn der Pandemie hat die
AWMF eine Task-Force gegründet, die seitdem innerhalb kürzester Zeit
Leitlinien zu unterschiedlichen Infektionsaspekten wie beispielsweise zu
Schutzmaßnahmen oder auch der ambulanten oder stationären Behandlung von
Patientinnen und Patienten mit COVID-19 erarbeitet und aktualisiert.

Auf Basis dieses Wissens fordert die AWMF jetzt als zentralen Bestandteil
der Infektions-bekämpfung, Kontakte deutlich einzuschränken.
Wissenschaftliche Daten zeigen, dass vor allem der Verzicht auf
Großveranstaltungen einen effektiven Nutzen bringt, um das
Infektionsgeschehen einzudämmen. Auch Veranstaltungen in Innenräumen
beispielsweise in Clubs und Bars bergen ein hohes Infektionsrisiko,
weshalb die AWMF fordert, diese zu reduzieren, wenn Hygienekonzepte nicht
strikt eingehalten werden können. „Kontaktbeschränkungen sind ein dringend
notwendiger Schritt, zumal in vielen Bundesländern Infektionsketten
aufgrund der hohen Infektionsinzidenzen nicht mehr verfolgt werden
können“, so Treede. Die AWMF empfiehlt auch weiterhin 1,5 Meter Abstand zu
anderen Personen zu halten. Einen besonderen Stellenwert in der
Infektionsprävention nimmt aktuell außerdem das Tragen einer medizinischen
Mund-Nasen-Bedeckung ein. Die AWMF fordert, erneut Masken kostenfrei für
bestimmte Bevölkerungsgruppen zur Verfügung zu stellen, wie beispielsweise
ältere Menschen oder Personen mit Immunerkrankungen.

„Zentral für die Bewältigung der Pandemie ist das Impfen. Zum Brechen der
vierten Welle müssen neben der Erstimpfung auch die Booster-Impfungen von
bereits vollständig Geimpften vorangetrieben werden, weil dadurch
besonders schnell ein deutlich verbesserter Immunstatus erzielt werden
kann“, fordert Professor Dr. med. Dr. med. dent. Henning Schliephake,
stellvertretender Präsident der AWMF. Gleichzeitig müsse die
Durchimpfungsrate deutlich steigen, um weitere Ausbruchswellen zu
verhindern und das aktuelle Infektionsgeschehen zu verlangsamen. Damit das
Impfen der Menschen in Deutschland rasch vorangeht, fordern die
Fachgesellschaften daher die unverzügliche Reaktivierung der Impfzentren.
Als besonders wichtig sehen sie niederschwellige Impfangebote an, mit
denen man die Menschen unmittelbar in ihren Lebensbereichen erreicht.

„Schon bisher werden Hygienemaßnahmen in Schulen zuverlässig umgesetzt,
was einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung des Infektionsgeschehens
leistet“, betont der stellvertretende AWMF-Präsident Professor Dr. med.
Fred Zepp, der Kinder- und Jugendmediziner ist und verweist auf die
Empfehlungen der S3-Leitlinie zu Schulmaßnahmen unter anderem zu
Kontaktbeschränkungen, Maskentragen und zum Umgang mit Verdachtsfällen.
„Angesichts der aktuell hohen Infektionsraten sollten Schutzmaßnahmen
angemessen angepasst und aufgrund erwartbarer negativer psychosozialer
Auswirkungen für Kinder und Familien Schulschließungen unbedingt vermieden
werden“, sagt Zepp.

„Die vierte Welle werden wir nur mit schnell umgesetzten zielgenauen
Maßnahmen brechen“, so AWMF-Präsident Treede abschließend. 41
Fachgesellschaften aus der AWMF COVID-19 Task Force haben sich der
Stellungnahme angeschlossen.

Hier gelangen Sie zur aktuellen Stellungnahme der AWMF zu den
erforderlichen Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung der vierten Welle:
https://www.awmf.org/fileadmin/user_upload/Stellungnahmen/Medizinische_Versorgung/202112_AWMF_Pandemiebekaempfung_final.pdf

  • Aufrufe: 16

Die Zukunft des Lernens - Passgenaue Weiterbildung für Berufstätige

Im neuen Projekt LI2Mo entwickeln Ulmer Lehr-Lernforschende betriebliche
Weiterbildungsangebote von morgen. In enger Zusammenarbeit mit möglichen
Nutzerinnen und Nutzern in Unternehmen sollen Lernplattformen verbessert
und die Angebote dank Künstlicher Intelligenz auf die individuellen
Bedürfnisse der Lernenden zugeschnitten werden.

Tagelange Weiterbildungsseminare in Präsenz sind wohl spätestens seit der
Corona-Pandemie nicht mehr an der Tagesordnung des betrieblichen Lernens.
E-Learning wird immer wichtiger, genauso wie mobiles Lernen und
Weiterbildungsangebote zwischendurch. Doch lange nicht alle Unternehmen
sind bereits auf digitales Lernen vorbereitet. Hier setzt das vom
Bundesministerium für Bildung und Forschung mit rund 3,3 Millionen Euro
geförderte Projekt LI2Mo an. Wissenschaftlich begleitet von Forschenden
der Universität Ulm und vom federführenden Forschungsinstitut FIR e.V. an
der RWTH Aachen wollen Unternehmen bestehende Lernplattformen optimieren
und Weiterbildungsangebote mithilfe von Künstlicher Intelligenz
personalisieren.

Von Mitarbeitenden im Außendienst über die Projektleitung bis zu
Fachkräften in der Produktionshalle: Stetige Weiterentwicklung und die
Umsetzung des neuen Wissens ist in den meisten Berufsfeldern ein Muss.
Daher sollten Arbeitgeber aktives, individuelles Lernen stärken und
Mitarbeitende befähigen, sich selbstständig weiterzubilden. Hier setzt das
Projekt LI2Mo an: „In diesem Akronym für ,Learning Journey. Individuell.
Informell. Mobil.‘ steckt neben dem Gedanken, unabhängig von Ort und Zeit
lernen zu können, auch die Anforderung an Berufstätige, die tägliche
Arbeit als Lerngelegenheit wahrzunehmen“, erläutert Professorin Tina
Seufert, Leiterin der Abteilung für Lehr-Lernforschung an der Universität
Ulm. Die technische Grundlage bildet die vielgenutzte Open Source
Plattform ILIAS.

Hinter LI2Mo steht ein Zusammenschluss von acht Unternehmen und zwei
Forschungseinrichtungen – darunter kleine und mittelständische
Unternehmen, aber auch bekannte Namen wie die Murrelektronik oder die TÜV
NORD GROUP. Alle Projektpartner arbeiten bereits mit der Online-Plattform
ILIAS, wollen diese aber noch innovativer und lernförderlicher nutzen.
Mögliche Maßnahmen reichen von individuell zugeschnittenen Angeboten, die
sich dank Künstlicher Intelligenz an die Voraussetzungen und Bedürfnisse
der Lernenden anpassen, bis zu einer optimierten Lernumgebung für mobile
Endgeräte, die zeit- und ortsunabhängige Weiterbildungen noch komfortabler
macht.

Im dreijährigen Projekt LI2Mo werden die beteiligten Industrieunternehmen
und Dienstleister bei solchen Plattformänderungen von Entwicklern
unterstützt, die ebenfalls Teil des Konsortiums sind. Die
wissenschaftliche Begleitung übernehmen Ulmer Lehr-Lernforschende, deren
Schwerpunkt auf der Förderung der „Selbstlernkompetenz“ und Lernmotivation
liegt. Hierfür ermitteln die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
Eigenschaften der Lernenden, um ihnen individuell angepasste Angebote
machen zu können. Das Aachener Forschungsinstitut FIR e.V. bringt hingegen
Expertise in der Organisationsforschung ein: Die Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler entwickeln beispielsweise einen „Mobile Learning
Navigator“ zur lernförderlichen Organisationsgestaltung. Potenzielle
Nutzerinnen und Nutzer können die optimierten Angebote umgehend erproben.

„Inhaltlich stehen drei Ansatzpunkte im Fokus des Projekts LI2Mo – an
erster Stelle natürlich der oder die Lernende selbst. Diese Mitarbeitenden
sollen jedoch von Seiten der Organisation unterstützt und gefördert
werden. Insbesondere müssen die Führungskräfte hinter der fachlichen und
persönlichen Weiterentwicklung ihres Teams stehen. Und zuletzt muss auch
die Technik im Betrieb zukunftsfähig gemacht werden“, resümiert die Ulmer
Psychologieprofessorin Tina Seufert.
In diesem Zusammenhang soll Künstliche Intelligenz eingesetzt werden, um
Lernempfehlungen individueller und passgenauer zu machen. Möglich wäre zum
Beispiel die Ergänzung einer Lernplattform um ein intelligentes
Tutorsystem. Basierend auf Aktivitäten früherer Nutzerinnen und Nutzer
könnten so individuelle Hilfestellungen gegeben werden – von Strategien
zur Bearbeitung der Aufgaben bis hin zu gezielten Hinweisen zur Verwendung
einzelner Lernformate. Durch die mobile Bereitstellung von Lerninhalten
erhalten Mitarbeitende Impulse, wann und wo dieses Wissen benötigt wird.

Übergeordnetes Ziel des Projekts LI2Mo sind also passgenaue betriebliche
Weiterbildungsangebote für Arbeitnehmende, die flexibel und mobil genutzt
werden können. Grundlegend hierfür ist eine Optimierung der Open Source
Lernplattform ILIAS. Letztlich stellt das Konsortium seine Ergebnisse für
die Nutzung und Fortentwicklung durch Dritte zur Verfügung.

Partner im Projekt LI2Mo

Das Projekt LI2Mo wird durch das Bundesministerium für Bildung und
Forschung (BMBF) gefördert und vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
betreut.
Beteiligte Projektpartner aus der Wissenschaft sind: das Institut FIR e.V.
an der RWTH Aachen und die Abteilung Lehr- und Lernforschung der
Universität Ulm, die Fördergelder in Höhe von knapp 500 000 Euro erhält.
Entwicklungspartner sind: Databay AG, leifos GmbH, und Peers Solutions
GmbH. Dazu kommen die Anwendungspartner: TÜV NORD AG, Deutsche MTM-
Gesellschaft mbH, Murrelektronik GmbH, Mauser + Co. GmbH und EICe Aachen
GmbH.

Hinweis: Beim Projektnamen LI2Mo ist die "2" als Hochzahl zu schreiben.

  • Aufrufe: 154

KI im Studium: TU Ilmenau und Uni Jena starten Forschungsprojekt THInKI

Die Technische Universität Ilmenau und die Friedrich-Schiller-Universität
Jena starten heute (01.12.2021) ein gemeinsames Forschungsprojekt, das es
ihren Studierenden und Lehrenden ermöglichen wird, verstärkt Kenntnisse
und Fähigkeiten über Künstliche Intelligenz (KI) zu erlangen. Angesichts
der zunehmenden Durchdringung nahezu aller Bereiche der Gesellschaft mit
Künstlicher Intelligenz, werden KI-Angebote nicht nur für MINT-
Studiengänge (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik),
sondern für das gesamte Studienangebot der beiden Universitäten
entwickelt.

Das Bildungsprogramm ist nicht nur auf Studierende und Promovierende
ausgerichtet, sondern auch auf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
aus allen Fachbereichen, die sich für Künstliche Intelligenz in der
Hochschulbildung interessieren. Das Bundesministerium für Bildung und
Forschung fördert das Projekt mit rund 3,8 Millionen Euro für vier Jahre.

Die Digitalisierung fast aller Bereiche der Gesellschaft führt zu einem
vermehrten Einsatz von KI-Methoden in zahlreichen Disziplinen. Bislang
wurden solche Verfahren vor allem in der Informatik und in
ingenieurtechnischen Fachbereichen entwickelt und eingesetzt, doch sind
Kenntnisse und Fähigkeiten über Künstliche Intelligenz auch in
naturwissenschaftlichen und zunehmend in geistes- und
sozialwissenschaftlichen Bereichen nützlich und künftig immer notwendiger.
Daher werden für Universitätsabsolventen und -absolventinnen KI-
Kompetenzen in Zukunft wichtige Voraussetzung für einen erfolgreichen
Karriereeinstieg sein. Und diese sorgen wiederum dafür, dass KI-Kenntnisse
verstärkt in Wirtschaft und Gesellschaft transferiert werden.

Die Universität Jena und die TU Ilmenau reagieren darauf und möchten ihren
Studentinnen und Studenten künftig Wissen über Methoden der Künstlichen
Intelligenz vermitteln. Im Projekt THInKI („Thüringer Hochschulinitiative
für KI im Studium“) werden die beiden Universitäten nun vier Jahre lang
Studieninhalte, Lehrmaterialien und Qualifizierungsangebote für Lehrende
sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Vermittlung von KI-Kompetenzen
erarbeiten. Das Bildungsprogramm wird die gesamte Bandbreite von
Technologien Künstlicher Intelligenz und deren Anwendungsfeldern in
Wissenschaft und Praxis abdecken. Die neuen Erkenntnisse sollen wiederum
als „Blaupausen“ anderen Lehrenden zur Verfügung stehen.

Neben technischen, mathematischen und informatorischen
Grundlagenkenntnissen zu KI werden ethische, soziale, rechtliche und
pädagogisch-didaktische Themen vermittelt. Die praxisnahe modulare
Ausbildung baut auf bestehenden Lehrangeboten auf und ermöglicht es,
Lehrinhalte an unterschiedliche Zielgruppen mit individuellen
Kompetenzstufen zu vermitteln. Die miteinander kombinierbaren Kurse werden
teils an der eigenen, teils an der Partner-Universität angeboten. Die
Studieninhalte werden in digitalen Formaten aufbereitet, zum Beispiel
anhand von Erklärvideos, Übungs- und Quizaufgaben sowie Self-Assessment-
Tools zur online-gestützten Ermittlung von Kenntnissen. Haben die
Studierenden der unterschiedlichen Disziplinen der TU Ilmenau und der
Universität Jena die im Lehrangebot erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten
nachgewiesen, erhalten sie ein hochschulübergreifendes Zertifikat.

Das neue KI-Bildungsprogramm, das Studierende fit für die Zukunft in der
modernen Arbeitswelt machen soll, wird durch das Thüringer Zentrum für
Lernende Systeme und Robotik (TZLR) als gemeinsame Einrichtung beider
Universitäten koordiniert.

  • Aufrufe: 20